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Datum:07.4.2010<br />Zeit:12-13.30h<br />Protokollant:Burak<br />Thema der Stunde:<br />Kafka (Die Verwandlung) –Erzählperspektive und Darbietungsformen<br />Warum sollte uns das Thema interessieren?<br />Klausur/Prüfung<br />Ziel der Stunde:<br />Erkennen der Bedeutung der personalen Erzählperspektive und der Darbietungsformen quot;
innerer Monologquot;
 und quot;
erlebte Redequot;
 für die Interpretation<br />Stundenverlauf/Einzelthemen:<br />Aus welcher Erzählperspektive wird erzählt?<br />personale Erzählerperspektive aus Sicht von Gregor. Der Erzählerstandpunkt fällt weitgehend mit der Erzählperspektive zusammen.<br />Gibt es Perspektivwechsel?<br />Perspektivwechsel nach G. Tod = auktorial<br />wenige Perspektivwechsel im Text (z.B. S.29,36), die oft nur quot;
zwischen den Zeilenquot;
 vermutet werden können<br />Auffrischung der Grundbegriffe<br />auktoriale Perspektive<br />allwissend. Erz. nimmt einen übergeordneten Standpunkt ein, von dem aus er in die Gedankenwelt aller Figuren blicken kann<br />personale Perspektive<br />aus der Sicht einer Figur. Der Leser erfährt nur das, was diese Figur weiß<br />erlebte Rede<br />innere Vorgänge werden aus subjektiver Perspektive wiedergegeben<br />Gespräch mit sich selbst<br />3. Person, Vergangenheit<br />sachlicher als i.M., distanziert<br />innerer Monolog<br />innere Vorgänge werden aus subjektiver Perspektive wiedergegeben<br />Gespräch mit sich selbst<br />1. Person, Präsens<br />direkt, persönlich, spannend<br />Gruppenarbeit (20 Min.): Transformation von Darbietungsformen<br />Präsentationen/Auswertung der Ergebnisse (Stuhlkreis)<br />Gibt es Stellen im Text, an denen die Präsenz eines Erzählers sichtbar ist?<br />Welche Funktion kommt der personalen Erzählhaltung in der quot;
Verwandlungquot;
 zu? <br />Analyse des Erzählschlusses (Nachgeschichte). Wirkung der veränderten Erzählhaltung auf den Leser<br />Die personale Erzählhaltung und die literarische Moderne (Informations-Input)<br />Besondere Erzählweise der quot;
Verwandlungquot;
 = Perspektive der Hauptfigur<br />Leser weiß nicht mehr als Gregor = wird in Wahrnehmungswelt quot;
hineingezogenquot;
<br />Distanzierung (wie bei auktorialer EW) nicht möglich<br />Subjektivierung des Erzählerstandpunktes hat mit Wahrnehmungsweisen der Moderne zu tun (seit 19. Jh)<br />wegen<br />fortschreitender Ausdifferenzierung der Gesellschaftsbereiche<br />Verlust übergreifender Wertsysteme<br />Folgen:<br />Schwierigeres Erkennen gesellschaftlicher Zusammenhänge<br />Verlust des Überblickes über die sich beschleunigenden Veränderungsprozesse<br />Beobachtungen der Zeit der Jahrhundertwende:<br />Individualisierung des Bewusstseins<br />Erfahrung sozialer Isolation<br />wachsendes psychologisches Interesse an Bewusstseinsvorgängen (Psychoanalyse und systematische Erforschung des Unbewussten)<br />Die Wahrnehmungen dieser Zeit spiegeln sich in der Literatur wieder<br />Hohe Anforderungen an den Leser<br />keine fertigen Bilder der Wirklichkeit, sondern subjektive Fragmente einer perspektivischen Wahrnehmung<br />Kafka zwingt uns auf diese Weise zu der Einsicht, dass sich in unsere Wirklichkeitswahrnehmung immer vorgefasste Meinungen, Erfahrungen und persönliche Interessen schieben, die eine objektive Stellungnahme verhindern.<br />quot;
Kafka lässt dem Erzähler keinen Raum neben oder über den Gestalten, keinen Abstand von dem Vorgang. Es gibt darum bei ihm keine Reflexion über die Gestalten und über deren Handlungen und Gedanken. [...] Kafka verwandelt, wenn wir es recht auffassen, nicht nur sich, sondern auch den Leser in die Hauptgestalt.quot;
<br />
7.4.10

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