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Dermatologie III
Dr. Karin Koller
Fluconazol
• Diflucan®
• Fungata®
• I: Hefepilzinfektionen, z.B. Candida,
Kryptokokken
• systemisch
• NW: Exanthem, Kopfschmerzen
Flucytosin
• Ancotil®
• I: schwere Infektionen mit Candida,
Aspergillus, Kryptokokken
• systemisch
• NW: Knochenmarkdepression, ZNS-
Störungen (Schwindel, Halluzinationen)
Griseofulvin
• Likuden®
• I: schwerer Fadenpilzbefall z.B. Nägel
• lokal, systemisch
• NW: ZNS-Störungen (Kopfschmerzen,
Schwindel, Unruhe)
• zuverlässige Empfängnisverhütung bei
Frauen bis 1 Monat
• bei Männern bis 6 Monate nach
Therapieende
Itraconazol
• Sempera®
• I: schwere Dermatomykosen, Candidose,
Aspergillose, Kryptokokkenmeningitis
• systemisch
• NW: Kopfschmerzen, Benommenheit, Allergie
• Einnahme von Antazida, H2-Blockern wegen
möglicher Resorptionsminderung ≥ 2 Std. nach
Einnahme von Itraconazol, außerdem in diesen
Fällen Einnahme von Itraconazol mit Cola-
Getränk
Ketoconazol
• Nizoral®
• I: Schwere Haut-, Organ- und
Systemmykosen durch verschiedene Pilze
• lokal, systemisch
• NW: Hauterscheinungen, Kopfschmerzen,
Haarausfall
Nystatin
• Moronal®
• I: v.a. Candida-Infektionen
• lokal
• NW: Allergie
Terbinafin
• Lamisil®
• I: schwerer Fadenpilzbefall der Haut,
Schleimhäute oder Nägel, Candida-
infektionen
• lokal, systemisch
• NW: Hauterscheinungen, Geschmacks-
störungen
• Wechselwirkungen z.B. mit oralen
Kontrazeptiva („Pille”)
Orale Antimykotika
• Alle oral gegebenen Arzneimittel haben als
Nebenwirkung gastrointestinale
Symptome :
• Übelkeit
• Erbrechen
• Durchfall
• Leberfunktionsstörungen
Candidose
• Kandidose, Candida-Mykose, Candidiasis,
Soor
• meist lokale Pilzinfektion der Haut- und
Schleimhaut
• 90 % Hefepilz Candida albicans
(= weißer Pilz)
• 10 % andere Hefen
Symptome
• Mundsoor: weißliche, meist abwischbare
Beläge auf geröteter Schleimhaut
• Schleimhaut kann auch bluten und ulzerieren
• Speiseröhrensoor: Schmerzen beim
Schlucken, immer bei AIDS-Patienten
• Vaginalsoor: Scheidenausfluss (Fluor) und
Jucken im Genitalbereich
Symptome
• Begünstigende Faktoren: Schwangerschaft,
„Pilleneinnahme” und Antibiotika
• Candidose der Atemwege: Husten und
Auswurf, Gefahr einer systemischen
Beteiligung mit Soorpneumonie
• Harnröhren- oder Harnblasenentzündung:
Beschwerden wie andere Harnblasen-
entzündungen: Brennen beim Wasserlassen,
Juckreiz, häufiger Harndrang
• Nierenbeteiligung mit dem Bild einer Nieren-
beckenentzündung
Kugelige Zellen von Candida albicans im elektronenmikroskopischen Bild
Pilzkultur von Candida albicans mit den typischen
weißen („albicans”), rundlichen Kolonien
Behandlung
• lokal: Antimykotika (Nystatin, Moronal®)
• oral: nicht resorbierbare Arzneimittel behandeln
auch den Ösophagus- und Darmsoor oder
verhindern ständige, vom Darm ausgehende
Scheideninfektionen
• Prophylaxe: AIDS-Patienten, Diabetiker oder
Tumorpatienten
Parasitär bedingte
Hauterkrankungen
• Die häufigsten parasitär bedingten
Hauterkrankungen werden durch
Milben und Läuse hervorgerufen.
Skabies (Krätze)
• Durch die Krätzemilbe hervorgerufene, ansteckende Hauterkrankung
mit starkem Juckreiz.
• Entwicklungszyklus und Übertragung
• Mensch einziger Wirt der Krätzemilbe
• Paarung von Männchen und Weibchen findet auf der Hautoberfläche statt.
• Männchen sterben, Weibchen graben sich die in die Epidermis ein.
• Am Ende des Milbenganges (Milbenhügel) bleibt das Weibchen sitzen und
legt täglich 2 - 3 Eier, bis es nach wenigen Wochen stirbt.
• Aus den Eiern entwickeln sich zunächst die Larven und dann die Nymphen,
die zusammen mit den Männchen auf der Haut in Mulden unter den
Hornschuppen leben.
• Nach etwa drei Wochen sind die Milben geschlechtsreif, und der Zyklus
beginnt erneut.
• Außerhalb der Hornschicht können Milben ca. 2 - 3 Tage überleben.
• Übertragen werden die Milben in der Regel durch direkten Körperkontakt, in
Ausnahmefällen auch durch benutzte Bettwäsche oder Kleidungsstücke.
Milbengänge am Penis
Diagnostik
• - evtl. mit Lupe - nach Milbengängen und
Milben suchen
• mikroskopisch: mit Kanüle aus Milbenhügel
herausholen
• Tesafilmabriss
Behandlungsstrategie
• äußerlich: Antiparasitikum (Hexachlorcyclohexan,
Jacutin®)
• KI: Kinder, Schwangerschaft und Stillzeit
• Benzylbenzoat (Antiscabiosum Mago®) oder
Schwefelanwendung
• 3 Tage täglich einmal
• Juckreiz: Antihistaminika
• skabiesbedingte Ekzem: Kortikoidsalben (Dermatop®)
• Alle Kontaktpersonen müssen untersucht und beim
geringsten Verdacht mitbehandelt werden.
Pedikulose
• Erkrankungen durch Läuse, Kopflaus,
Filzlaus und Kleiderlaus
• Häufigkeit nimmt zu
• Läuse übertragen Krankheiten
• Rückfallfieber durch Borrelien
• Fleckfieber
• Fünftagefieber durch Rickettsien
Entwicklungszyklus und
Übertragung
• befruchtete Weibchen kleben 150 - 300 Eier, die
Nissen, mit einem wasserunlöslichen Kitt an die Kopf-
oder Schamhaare (Kopf-, Filzlaus) oder in die
Kleidersäume (Kleiderlaus)
• nach 8 Tagen schlüpfen die Larven
• nach 2 - 3 Wochen sind sie geschlechtsreif
• Läuse ernähren sich vom Blut ihres Wirtes
• Ohne Blut halten sie es nur wenige Tage aus.
• werden meist durch direkten (Körper)Kontakt, über
Kleidung, Bettwäsche oder gemeinsam benutzte
Utensilien (z.B. Kämme) übertragen
Erscheinungsbild
• Kopfläuse besonders hinter den Ohren
• Läusebisse führen zu hochroten,
quaddelähnlichen Papeln, die aufgrund des
Läusespeichels stark jucken
• durch Kratzen entstehen Hautwunden und
Entzündungen, häufig sind die Haare auch
stark verfilzt.
• Kleiderläuse rufen durch ihren Speichel
Rötungen, Quaddeln und Knötchen mit starkem
Juckreiz hervor, die sich durch das Kratzen
ebenfalls entzündlich verändern können
• Filzläuse bevorzugen Gebiete mit
Duftdrüsen, also den Genitalbereich, die
Achselhaare sowie starke Behaarungen
im Brust- und Bauchbereich.
• bei Kindern treten sie auch am Kopf, in
Wimpern und Augenbrauen auf
• Juckreiz ist mäßig und nachts stärker als
am Tag
• typisch sind bläuliche Flecke in der
befallenen Region (Maculae coeruleae,
Taches bleues)
Haar mit fest am Haarschaft sitzender Nisse einer Laus
Kopfläuse, Nissen
Nackenekzem nach Lausbissen
Diagnostik
• mikroskopischen Nachweis von Läusen
oder Nissen
• im Gegensatz zu Schuppen lassen sich
Nissen nicht vom Haar abstreifen
• beim Filzlausbefall geben die Maculae
coeruleae wichtige diagnostische
Hinweise
Behandlungsstrategie
• vergleichbare Präparate wie bei den Milben
• oft Wiederholung der Behandlung nach 8 - 10
Tagen
• Nach dreitägiger Behandlung werden die toten
Nissen mit Essigwasser (Essig : Wasser = 1 : 2)
gelöst und mit einem engzahnigen „Nissenkamm”
entfernt
• Kleidung wird desinfiziert und alle Kontaktpersonen
untersucht bzw. behandelt.
• Bis zur Ausheilung dürfen die Betroffenen Schulen
und Kindergärten nicht besuchen.
Viral bedingte Hauterkrankungen
• Herpes-simplex-Infektionen
• zwei Typen
• Durchseuchung der erwachsenen
Bevölkerung liegt beim Herpes-simplex-
Virus Typ 1 um 90 %
• beim Herpes-simplex-Virus Typ 2 um
30 %.
Herpes zoster
• (Zoster, Gürtelrose):
• (Lokale) Zweiterkrankung durch das zur
Herpes-Familie gehörende Windpockenvirus
(Varizella-Zoster-Virus, kurz VZV) mit meist
nur geringen Allgemeinerscheinungen und
einem typischen Hautausschlag, der aus
vielen kleinen Bläschen besteht.
• Betrifft vornehmlich den älteren Menschen.
Patient mit Herpes zoster in den Thorakal-Segmenten 5 und 6. Die
gürtelförmige Ausbreitung der Bläschen gab der Erkrankung den
Namen „Gürtelrose”.
• kurzes Vorstadium mit allgemeinem Krankheitsgefühl
• Schmerzen im betroffenen Hautgebiet
• evtl. Fieber
• im Versorgungsgebiet des Ganglions: gruppiert stehende,
kleine Hautbläschen auf gerötetem Grund auf
• platzen und hinterlassen Krusten und Erosionen
• meist einseitig (unilateral), selten bilateral
• Typisch: stärkste, meist brennende Schmerzen im
betroffenen Hautareal
• meist vielwöchige Verlauf, bis die Schmerzen wieder
verschwinden.
• Diagnose: klinisch, bei Zweifeln durch Polymerase-
Kettenreaktion und serologische Untersuchungen
Diagnostik
Behandlungsstrategie
• lokale Maßnahmen
• rechtzeitige orale Gabe von Aciclovir
(Zovirax®) ein schwerer Verlauf verhindern
• Abwehrschwäche des Patienten oder in
Augenregion lokalisiert (Zoster
ophthalmicus) - Aciclovir intravenös
• starke Schmerzen: Analgetika und evtl.
Sedativa
Verrucae (Warzen)
• gutartige Hautneubildungen
• humane Papillomviren
• Verrucae vulgares (Gewöhnliche Warzen, Stachelwarzen):
• harte Papeln, die allmählich wachsen und durch zunehmende
Verhornung immer rauer und dunkler werden.
• durch Bluteinlagerungen können sie sich schwärzlich verfärben
• Mutterwarzen in einer Größe von ca. 1 - 2 cm und als
Tochterwarzen
• v.a. an Händen und Fingern vor, aber auch im Gesicht oder an
den Fußsohlen
• An den Augenlidern finden sich insbesondere bei älteren
Menschen die Verrucae filiformes (Pinsel- oder
Fadenwarzen), die einen Sonderfall der gewöhnlichen Warze
darstellen und häufig mit Fibromen verwechselt werden.
Therapie
• heilen oft spontan ab
• Lokaltherapeutikum Acetocaustin®
(Chloressigsäure), einmal in der Woche
auftragen
• Zytostatikum Fluorouracil in Kombination mit
Salicylsäure, Verrumal®
• Op: Abtragen der Warze mit scharfen Löffel (in
Lokalanästhesie),
• Diathermieschlinge
• Vereisen mit flüssigem Stickstoff
(Kontaktkryotherapie)
Verrucae planae juveniles
• (plane juvenile Warzen)
• kaum erhabene Papeln
• schießen plötzlich in großer Zahl auf
• vor allem Kinder und Jugendliche
• vorzugsweise im Gesicht und an den Händen
• Warzen heilen nach monate- bis jahrelangem
Verlauf durch immunologische Vorgänge
innerhalb kurzer Zeit narbenlos ab
Verrucae planae juveniles (plane juvenile Warzen) an der Stirn
Therapie
• lokal Auftragen von Schälmitteln
(Keratolytika)
• z.B. von niedrig dosierter Vitamin-A-Säure
• Airol-Creme®
• Cordes VAS®
Verrucae plantares
• Dornwarzen, Plantarwarzen,
Sohlenwarzen
• klinische Variante der gewöhnlichen
Warze
• v.a. an Fußsohle und Zehenballen
• bei jedem Schritt werden sie durch das
Körpergewicht in die Haut eingedrückt
• äußert sich in stechenden Schmerzen
(daher Dornwarze)
Verrucae plantares der Fußsohle. Sie sind nach außen meist
flach und unterbrechen optisch die Fußsohlenfurchung
Condylomata acuminata
• Feigwarzen, spitze Kondylome
• Papilloma-Viren
• durch Geschlechtsverkehr übertragen.
• bevorzugt im feuchten Milieu des Genital- und
Analbereiches
• kleine Papeln
• später sehen sie durch Lappen- und
Furchenbildung blumenkohlartig aus.
Condylomata acuminata (spitze Kondylome).
Therapie
• Spitze Kondylome werden üblicherweise
mit dem Laser oder einer
Diathermieschlinge entfernt.
• Zusätzlich kann eine immunstimulierende
Behandlung lokal (Imiquimod = Aldara®)
oder systemisch (Interferon) angezeigt
sein.
• Evtl. ist eine Mitbehandlung des
Sexualpartners erforderlich.
Mollusca contagiosa
• (Dellwarze), wegen zentralen Delle
• Virus der Pockengruppe
• nach Anritzen lässt sich eine breiartige Masse
herausdrücken
• Übertragung von Mensch zu Mensch
• Schmierinfektion, Handtücher oder
Kleidungsstücke
• bei allgemeiner Abwehrschwäche treten sie
gehäuft auf (HIV-Infektion)
Mollusca contagiosa (Dellwarzen) am Unterlid
Therapie
• Dellwarzen werden mit einer gebogenen
Pinzette (Eihautpinzette) ausgedrückt und mit
einem Skalpell oder scharfen Löffel abgetragen
• Manchmal reicht auch die Behandlung mit
einem salicylhaltigen Pflaster (Guttaplast®).
Allergisch bedingte
Hauterkrankungen und Urtikaria
• humorale Antigen-Antikörper-Reaktion
oder
• zelluläre Immunreaktion, die
Hauterscheinungen hervorruft
Allergisches Kontaktekzem
• Akute oder chronische Dermatitis durch eine allergische
Reaktion nach Hautkontakt mit einer allergisierenden
Substanz
• häufigste Hauterkrankungen überhaupt mit erheblicher
sozialer Bedeutung
• 20 % aller Berufskrankheiten sind allergische
Kontaktekzeme.
• Prädisponiert sind z.B. Maurer, Friseure, Maler/Lackierer
und auch Krankenschwestern und pfleger.
• Bei einer photoallergischen Reaktion wirkt die
allergisierende Substanz (Tetrazykline) erst nach
Lichteinfluss (z.B. einem Sonnenbad) allergen
Allergisches Kontaktekzem an der Hand mit Streuherden am Unterarm
Symptome und Untersuchungsbefund
• Symptome beginnen 12 - 48 h nach
Allergenkontakt
• erreichen nach zwei Tagen ihr Maximum
• akuten Kontaktekzem: Rötung, Schwellung
und Bläschenbildung am Einwirkungsort des
Allergens
• starker Juckreiz
• Blasen platzen und hinterlassen nässende
Läsionen, die später verkrusten und unter
Schuppenbildung abheilen
chronisches Kontaktekzem
• Bei fortdauerndem Allergenkontakt
• Haut: verdickt, lichenifiziert (mit vergröbertem
Hautfaltenrelief) und schuppt
• Juckreiz
• Kratzeffekte
• Rhagaden
• entzündungsbedingte Pigmentver-
schiebungen
Das Verteilungsmuster eines allergischen
Kontaktekzems am Körper erlaubt oft Rückschlüsse auf
den Auslöser
Typ der allergischen
Reaktion
Krankheitsbild
Sofortreaktion (Typ I) •Allergische Urtikaria
•Quincke-Ödem
Zytotoxische Immunreaktion
(Typ II)
•Thrombozytopenische
Purpura
Immunkomplexreaktion (Typ III) •Arzneimittelexanthem
Immunreaktion vom Spättyp
(Typ IV)
•Allergisches
Kontaktekzem
•Allergische
Photodermatitis
Diagnostik und
Differentialdiagnose
• typische Klinik
• Anamnese
• Epikutantestung
Toxische/irritative
Kontaktdermatitis
Phototoxische
Kontaktdermatitis
Allergische
Kontaktdermatitis
Photoallergische
Kontaktdermatitis
D
e
fi
n
it
i
o
n
Dosis- oder
konzentrationsabhä
ngige Reaktion auf
obligat toxisch bzw.
irritierend wirkende
Substanzen
Durch Kontakt mit
Substanzen, die erst bei
Lichteinwirkung toxisch
wirken, z.B. Furocumarine in
Kosmetika mit Bergamottöl
(Berloque-Dermatitis) oder
Teer in Lokaltherapeutika
(Teersonnendermatitis)
Dosis- oder
konzentrationsunabh
ängige Reaktion
nach
vorangegangener
Sensibilisierung
Durch Kontakt mit
Substanzen, die bei
Lichteinwirkung
allergische
Reaktionen
hervorrufen, z.B.
Tetrazykline
K
li
n
i
k
Hautveränderungen nach Minuten bis Stunden,
beschränkt auf das Einwirkungsgebiet
Hautveränderungen nach 12 - 48 Std.,
wobei einzelne Herde auch außerhalb des
exponierten Gebietes auftreten können
(Streuphänomen)
D
i
a
g
n
o
s
ti
k
Decrescendo-
Reaktion im
Epikutantest, d.h.
Nachlassen der
Reaktion nach
Entfernen der
Substanz
Belichteter Epikutantest
(Photopatch- Test)
Crescendo-
Reaktion im
Epikutantest, d.h.
Verstärkung der
Reaktion innerhalb
von 24 - 48 Std.
nach Entfernen der
Substanz
Belichteter
Epikutantest
(Photopatch-Test)
Behandlungsstrategie
• Meiden der auslösenden Substanz - die Allergenkarenz
• akutes Kontaktekzem: lokal Glukokortikoiden
• nässende Läsionen: feuchte Umschläge, z.B. mit
Kaliumpermanganat-Lösung
• Nachts: Zink-Schüttelmixturen (Lotio Hermal®) oder
Zinköle
• ausgeprägter Befund: kurzzeitige systemische
Glukokortikoidgabe
• chronische Kontaktekzeme: steroidhaltige Salben und
evtl. Teerpräparate
• sorgfältige Hautpflege mit rückfettenden Salben
Prognose
• akutes allergisches Kontaktekzem heilt nach
Antigenkarenz in der Regel narbenlos ab
• kann das Allergen nicht gemieden werden, so
wird die Erkrankung chronisch
• Ausheilung ist dann nicht möglich
• berufsbedingte Kontaktekzeme: im Verdachtsfall
der Berufsgenossenschaft melden
• in Deutschland eine der häufigsten
Berufserkrankungen
Urtikaria
• (Nesselsucht, Quaddelsucht)
• aus Quaddeln bestehendes Exanthem
• Juckt
• häufige Hauterkrankungen:
• 20 - 30 % der Bevölkerung sollen einmal im
Leben davon betroffen sein
• akute Urtikaria: Dauer eines Schubes von unter
sechs Wochen
• chronische Urtikaria: Dauer von über sechs
Wochen
Krankheitsentstehung und Entwicklung
• Allergische Urtikaria, z.B. durch Arzneimittel,
Insektenstiche oder Nahrungsmittel
• Urtikaria durch nichtallergische Intoleranzreaktionen,
z.B. gegen Arzneimittel oder Nahrungsmittelzusätze
• Kontakturtikaria durch Hautkontakt z.B. mit Quallen,
Brennnesseln oder Schalen von Zitrusfrüchten
• Physikalische Urtikaria durch Kälte, Wärme, Licht oder
mechanischen Reiz, z.B. Druck
• Cholinergische Urtikaria durch Stimulation der
Schweißdrüsen
Arzneimittelexanthem, das den gesamten Körper befallen hat
Symptome und Untersuchungsbefund
• innerhalb von Minuten schießen unterschiedlich
große, leicht erhabene und meist rötliche Quaddeln
auf
• ähneln denen nach Brennnesselkontakt
• bilden sich in der Regel nach Stunden selbst zurück
• heftiger Juckreiz
• Magen-Darm-Beschwerden (insbesondere Durchfall)
• Luftnot
• Kopfschmerzen anaphylaktischer Schock ist ebenfalls
möglich, aber selten
Quincke-Ödem
• Sonderform der Urtikaria
• (Angioödem, angioneurotisches Ödem)
• hochakut
• entstellende Gesichtsschwellung vor allem
um Augen und Mund
• Beteiligung der Luftwege, insbesondere der
Stimmritzen → lebensbedrohliche Atemnot
Quincke-Ödem mit erheblicher perioraler Schwellung
Quincke-Ödem (angioneurotisches Ödem) der Unterlippe
(Rüssellippe).
Diagnostik
• Hautbefund
• Suche nach Auslöser
• Allergiediagnostik
• Nahrungsmittelallergie – Suchdiät
• Expositionstest
• Expositionstests lassen sich auch mit Druck,
Wärme, Kälte und anderen verdächtigen
Auslösern durchführen.
• Hälfte der Patienten: Auslöser jedoch unklar
Behandlungsstrategie
• Antihistaminika
• Glukokortikoide i.v.
• Quincke-Ödem: Intubation
• kühlende antihistaminikahaltige Gele
(Soventol®, Systral®)
• Druckurtikaria: oft nur Glukokortikoide
• Kälteurtikaria: i.v. Penicillin
Fehlbildungen der Haut und Hauttumoren
• Naevuszellnaevus
• (Leberfleck)
• Anhäufung Pigment bildender Zellen
(Melanozyten) in der Haut
Multiple Naevuszellnaevi. Diese Naevi sind nicht
behandlungsbedürftig, sollten aber in regelmäßigen
Abständen auf Veränderungen kontrolliert werden
Naevuszellnaevi
• umschriebene Fehlbildungen der Haut
• sehr häufig
• Oberfläche meist glatt, kann warzenähnlich,
behaart oder tierfellartig sein
• bei Entzündungen, Verletzungen oder
Veränderungen der Form, Farbe, Größe und
Begrenzung müssen sie operativ entfernt
werden
• großflächige Riesennaevi werden wegen ihres
Entartungsrisikos nach Möglichkeit nach der
Geburt abradiert („abgeschabt”) oder exzidiert
Feuermal
• (Naevus flammeus, Blutgefäßnaevus,
Weinmal)
• Angeborener, hellroter, rotweinfarbener oder
blauroter Fleck, der durch
Kapillarerweiterungen bedingt ist
• insbesondere in Gesicht und Nacken
• Form und Größe der Flecken variieren stark
• Färbung ist durch Spatel wegdrückbar.
• Lasertherapie.
• Anleitung im medizinischen Schminken
Feuermal am rechten Unterkiefer, typischerweise nicht
über die Mittellinie hinausgehend
Hämangiom
• (Blutschwamm)
• Schwammartiger Blutgefäßherd
• Histologisch: zwischen gutartigen
Blutgefäßtumoren und Fehlbildungen steht
• kavernöses Hämangiom: bei größeren
Hohlräumen
• eigenständiges Wachstum (und teils auch
Rückbildung)
Kutanes kavernöses Hämangiom am Unterarm eines Säuglings
Fibrom
• hartes Fibrom (Dermatofibrom, Histiozytom)
• gutartiger Tumor des Bindegewebes mit Fibroblasten-
und Kollagenvermehrung
• derber, leicht erhabener, kugelförmiger Knoten.
• kann Lipide und Pigmente speichern meist → gelb-
bräunlicher Farbton
• weiches Fibrom
• meist gestielte, weiche Papel
• nicht selten an Augenlidern, am Hals und unter der
Achsel vor.
• Es kann von einer runzeligen Hülle umgeben sein
oder gestielt herabhängen
Fibrome, hier gestielte, treten nicht selten in größerer Anzahl auf
Keloid
• (Wulstnarbe)
• gutartige Bindegewebswucherung
• v.a. nach Verbrennungen oder Verätzungen,
auch bei Akne, bakteriellen Wundinfektionen
oder Operationswunden auftreten kann
Primäre bösartige Hauttumoren
• (primäre Hautmalignome, Hautkrebs)
• in unseren Breiten stark zunehmende
Krebsart
• Spinaliom
• Melanom
• Basaliom
Diagnostik
• histologische Untersuchung
• Metastasen in Lymphknoten, Lunge,
Leber, Herz, Gehirn oder in Knochen
• Röntgendiagnostik
• Sonographie
• Computertomographie
• Kernspintomographie
In den letzten 60 Jahren hat sich das
Hautkrebsrisiko mehr als verzehnfacht.
Einige Hochrechnungen für das Jahr
2010 gehen sogar von einer
Hautkrebsrate bis zu 2 % aus - das wäre
jeder 50.
Basaliom (Basalzellkarzinom)
• Häufiger Hauttumor
• vermutlich aus unreifen pluripotenten
(„vielkönnenden”) Epithelzellen
entsteht
• z.B. durch UV-Exposition
• Lokalisation zu über 80 % im Gesicht
• Manifestation in der Regel nach dem
50. Lebensjahr
Symptome und Befund
• überwiegend im Gesicht vor (v.a. im oberen Gesichtsdrittel).
• entwickelt sich ohne Vorstufen auf gesund aussehender Haut
• zunächst eine kleine, hautfarbene Verhärtung mit einzelnen
Teleangiektasien (Gefäßerweiterungen)
• Leitsymptom des Basalioms sind daher immer wieder an der
gleichen Stelle auftretende Blutkrusten oder Verletzungen, die
„nicht heilen wollen”
• Knötchen nehmen derbe Konsistenz an oder sinken im
Zentrum ein und haben einen perlartig aufgeworfenen Rand.
• Unbehandelt zerstört das Basaliom im Verlauf von Monaten
und Jahren die angrenzenden Knochen und Weichteile,
• keine Metastasen
• semimaligner Tumor
• Häufigkeitsgipfel 6. - 8. Lebensjahrzehnt

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50.103 Dermatologie. Dermatologie,Teil 3. Medikamente in der Derma. Dermatologische Grund- Erkrankungen. Zoonosen in der Dermatologie.Gutartige und bösartige Hauttumore in der Dermatologie.

  • 2. Fluconazol • Diflucan® • Fungata® • I: Hefepilzinfektionen, z.B. Candida, Kryptokokken • systemisch • NW: Exanthem, Kopfschmerzen
  • 3. Flucytosin • Ancotil® • I: schwere Infektionen mit Candida, Aspergillus, Kryptokokken • systemisch • NW: Knochenmarkdepression, ZNS- Störungen (Schwindel, Halluzinationen)
  • 4. Griseofulvin • Likuden® • I: schwerer Fadenpilzbefall z.B. Nägel • lokal, systemisch • NW: ZNS-Störungen (Kopfschmerzen, Schwindel, Unruhe) • zuverlässige Empfängnisverhütung bei Frauen bis 1 Monat • bei Männern bis 6 Monate nach Therapieende
  • 5. Itraconazol • Sempera® • I: schwere Dermatomykosen, Candidose, Aspergillose, Kryptokokkenmeningitis • systemisch • NW: Kopfschmerzen, Benommenheit, Allergie • Einnahme von Antazida, H2-Blockern wegen möglicher Resorptionsminderung ≥ 2 Std. nach Einnahme von Itraconazol, außerdem in diesen Fällen Einnahme von Itraconazol mit Cola- Getränk
  • 6. Ketoconazol • Nizoral® • I: Schwere Haut-, Organ- und Systemmykosen durch verschiedene Pilze • lokal, systemisch • NW: Hauterscheinungen, Kopfschmerzen, Haarausfall
  • 7. Nystatin • Moronal® • I: v.a. Candida-Infektionen • lokal • NW: Allergie
  • 8. Terbinafin • Lamisil® • I: schwerer Fadenpilzbefall der Haut, Schleimhäute oder Nägel, Candida- infektionen • lokal, systemisch • NW: Hauterscheinungen, Geschmacks- störungen • Wechselwirkungen z.B. mit oralen Kontrazeptiva („Pille”)
  • 9. Orale Antimykotika • Alle oral gegebenen Arzneimittel haben als Nebenwirkung gastrointestinale Symptome : • Übelkeit • Erbrechen • Durchfall • Leberfunktionsstörungen
  • 10. Candidose • Kandidose, Candida-Mykose, Candidiasis, Soor • meist lokale Pilzinfektion der Haut- und Schleimhaut • 90 % Hefepilz Candida albicans (= weißer Pilz) • 10 % andere Hefen
  • 11. Symptome • Mundsoor: weißliche, meist abwischbare Beläge auf geröteter Schleimhaut • Schleimhaut kann auch bluten und ulzerieren • Speiseröhrensoor: Schmerzen beim Schlucken, immer bei AIDS-Patienten • Vaginalsoor: Scheidenausfluss (Fluor) und Jucken im Genitalbereich
  • 12. Symptome • Begünstigende Faktoren: Schwangerschaft, „Pilleneinnahme” und Antibiotika • Candidose der Atemwege: Husten und Auswurf, Gefahr einer systemischen Beteiligung mit Soorpneumonie • Harnröhren- oder Harnblasenentzündung: Beschwerden wie andere Harnblasen- entzündungen: Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz, häufiger Harndrang • Nierenbeteiligung mit dem Bild einer Nieren- beckenentzündung
  • 13.
  • 14. Kugelige Zellen von Candida albicans im elektronenmikroskopischen Bild
  • 15.
  • 16. Pilzkultur von Candida albicans mit den typischen weißen („albicans”), rundlichen Kolonien
  • 17. Behandlung • lokal: Antimykotika (Nystatin, Moronal®) • oral: nicht resorbierbare Arzneimittel behandeln auch den Ösophagus- und Darmsoor oder verhindern ständige, vom Darm ausgehende Scheideninfektionen • Prophylaxe: AIDS-Patienten, Diabetiker oder Tumorpatienten
  • 18. Parasitär bedingte Hauterkrankungen • Die häufigsten parasitär bedingten Hauterkrankungen werden durch Milben und Läuse hervorgerufen.
  • 19. Skabies (Krätze) • Durch die Krätzemilbe hervorgerufene, ansteckende Hauterkrankung mit starkem Juckreiz. • Entwicklungszyklus und Übertragung • Mensch einziger Wirt der Krätzemilbe • Paarung von Männchen und Weibchen findet auf der Hautoberfläche statt. • Männchen sterben, Weibchen graben sich die in die Epidermis ein. • Am Ende des Milbenganges (Milbenhügel) bleibt das Weibchen sitzen und legt täglich 2 - 3 Eier, bis es nach wenigen Wochen stirbt. • Aus den Eiern entwickeln sich zunächst die Larven und dann die Nymphen, die zusammen mit den Männchen auf der Haut in Mulden unter den Hornschuppen leben. • Nach etwa drei Wochen sind die Milben geschlechtsreif, und der Zyklus beginnt erneut. • Außerhalb der Hornschicht können Milben ca. 2 - 3 Tage überleben. • Übertragen werden die Milben in der Regel durch direkten Körperkontakt, in Ausnahmefällen auch durch benutzte Bettwäsche oder Kleidungsstücke.
  • 21.
  • 22.
  • 23.
  • 24.
  • 25.
  • 26. Diagnostik • - evtl. mit Lupe - nach Milbengängen und Milben suchen • mikroskopisch: mit Kanüle aus Milbenhügel herausholen • Tesafilmabriss
  • 27. Behandlungsstrategie • äußerlich: Antiparasitikum (Hexachlorcyclohexan, Jacutin®) • KI: Kinder, Schwangerschaft und Stillzeit • Benzylbenzoat (Antiscabiosum Mago®) oder Schwefelanwendung • 3 Tage täglich einmal • Juckreiz: Antihistaminika • skabiesbedingte Ekzem: Kortikoidsalben (Dermatop®) • Alle Kontaktpersonen müssen untersucht und beim geringsten Verdacht mitbehandelt werden.
  • 28. Pedikulose • Erkrankungen durch Läuse, Kopflaus, Filzlaus und Kleiderlaus • Häufigkeit nimmt zu • Läuse übertragen Krankheiten • Rückfallfieber durch Borrelien • Fleckfieber • Fünftagefieber durch Rickettsien
  • 29. Entwicklungszyklus und Übertragung • befruchtete Weibchen kleben 150 - 300 Eier, die Nissen, mit einem wasserunlöslichen Kitt an die Kopf- oder Schamhaare (Kopf-, Filzlaus) oder in die Kleidersäume (Kleiderlaus) • nach 8 Tagen schlüpfen die Larven • nach 2 - 3 Wochen sind sie geschlechtsreif • Läuse ernähren sich vom Blut ihres Wirtes • Ohne Blut halten sie es nur wenige Tage aus. • werden meist durch direkten (Körper)Kontakt, über Kleidung, Bettwäsche oder gemeinsam benutzte Utensilien (z.B. Kämme) übertragen
  • 30. Erscheinungsbild • Kopfläuse besonders hinter den Ohren • Läusebisse führen zu hochroten, quaddelähnlichen Papeln, die aufgrund des Läusespeichels stark jucken • durch Kratzen entstehen Hautwunden und Entzündungen, häufig sind die Haare auch stark verfilzt. • Kleiderläuse rufen durch ihren Speichel Rötungen, Quaddeln und Knötchen mit starkem Juckreiz hervor, die sich durch das Kratzen ebenfalls entzündlich verändern können
  • 31. • Filzläuse bevorzugen Gebiete mit Duftdrüsen, also den Genitalbereich, die Achselhaare sowie starke Behaarungen im Brust- und Bauchbereich. • bei Kindern treten sie auch am Kopf, in Wimpern und Augenbrauen auf • Juckreiz ist mäßig und nachts stärker als am Tag • typisch sind bläuliche Flecke in der befallenen Region (Maculae coeruleae, Taches bleues)
  • 32. Haar mit fest am Haarschaft sitzender Nisse einer Laus
  • 35.
  • 36.
  • 37.
  • 38. Diagnostik • mikroskopischen Nachweis von Läusen oder Nissen • im Gegensatz zu Schuppen lassen sich Nissen nicht vom Haar abstreifen • beim Filzlausbefall geben die Maculae coeruleae wichtige diagnostische Hinweise
  • 39. Behandlungsstrategie • vergleichbare Präparate wie bei den Milben • oft Wiederholung der Behandlung nach 8 - 10 Tagen • Nach dreitägiger Behandlung werden die toten Nissen mit Essigwasser (Essig : Wasser = 1 : 2) gelöst und mit einem engzahnigen „Nissenkamm” entfernt • Kleidung wird desinfiziert und alle Kontaktpersonen untersucht bzw. behandelt. • Bis zur Ausheilung dürfen die Betroffenen Schulen und Kindergärten nicht besuchen.
  • 40. Viral bedingte Hauterkrankungen • Herpes-simplex-Infektionen • zwei Typen • Durchseuchung der erwachsenen Bevölkerung liegt beim Herpes-simplex- Virus Typ 1 um 90 % • beim Herpes-simplex-Virus Typ 2 um 30 %.
  • 41.
  • 42. Herpes zoster • (Zoster, Gürtelrose): • (Lokale) Zweiterkrankung durch das zur Herpes-Familie gehörende Windpockenvirus (Varizella-Zoster-Virus, kurz VZV) mit meist nur geringen Allgemeinerscheinungen und einem typischen Hautausschlag, der aus vielen kleinen Bläschen besteht. • Betrifft vornehmlich den älteren Menschen.
  • 43. Patient mit Herpes zoster in den Thorakal-Segmenten 5 und 6. Die gürtelförmige Ausbreitung der Bläschen gab der Erkrankung den Namen „Gürtelrose”.
  • 44.
  • 45.
  • 46.
  • 47.
  • 48. • kurzes Vorstadium mit allgemeinem Krankheitsgefühl • Schmerzen im betroffenen Hautgebiet • evtl. Fieber • im Versorgungsgebiet des Ganglions: gruppiert stehende, kleine Hautbläschen auf gerötetem Grund auf • platzen und hinterlassen Krusten und Erosionen • meist einseitig (unilateral), selten bilateral • Typisch: stärkste, meist brennende Schmerzen im betroffenen Hautareal • meist vielwöchige Verlauf, bis die Schmerzen wieder verschwinden. • Diagnose: klinisch, bei Zweifeln durch Polymerase- Kettenreaktion und serologische Untersuchungen Diagnostik
  • 49. Behandlungsstrategie • lokale Maßnahmen • rechtzeitige orale Gabe von Aciclovir (Zovirax®) ein schwerer Verlauf verhindern • Abwehrschwäche des Patienten oder in Augenregion lokalisiert (Zoster ophthalmicus) - Aciclovir intravenös • starke Schmerzen: Analgetika und evtl. Sedativa
  • 50. Verrucae (Warzen) • gutartige Hautneubildungen • humane Papillomviren • Verrucae vulgares (Gewöhnliche Warzen, Stachelwarzen): • harte Papeln, die allmählich wachsen und durch zunehmende Verhornung immer rauer und dunkler werden. • durch Bluteinlagerungen können sie sich schwärzlich verfärben • Mutterwarzen in einer Größe von ca. 1 - 2 cm und als Tochterwarzen • v.a. an Händen und Fingern vor, aber auch im Gesicht oder an den Fußsohlen • An den Augenlidern finden sich insbesondere bei älteren Menschen die Verrucae filiformes (Pinsel- oder Fadenwarzen), die einen Sonderfall der gewöhnlichen Warze darstellen und häufig mit Fibromen verwechselt werden.
  • 51.
  • 52. Therapie • heilen oft spontan ab • Lokaltherapeutikum Acetocaustin® (Chloressigsäure), einmal in der Woche auftragen • Zytostatikum Fluorouracil in Kombination mit Salicylsäure, Verrumal® • Op: Abtragen der Warze mit scharfen Löffel (in Lokalanästhesie), • Diathermieschlinge • Vereisen mit flüssigem Stickstoff (Kontaktkryotherapie)
  • 53. Verrucae planae juveniles • (plane juvenile Warzen) • kaum erhabene Papeln • schießen plötzlich in großer Zahl auf • vor allem Kinder und Jugendliche • vorzugsweise im Gesicht und an den Händen • Warzen heilen nach monate- bis jahrelangem Verlauf durch immunologische Vorgänge innerhalb kurzer Zeit narbenlos ab
  • 54. Verrucae planae juveniles (plane juvenile Warzen) an der Stirn
  • 55. Therapie • lokal Auftragen von Schälmitteln (Keratolytika) • z.B. von niedrig dosierter Vitamin-A-Säure • Airol-Creme® • Cordes VAS®
  • 56. Verrucae plantares • Dornwarzen, Plantarwarzen, Sohlenwarzen • klinische Variante der gewöhnlichen Warze • v.a. an Fußsohle und Zehenballen • bei jedem Schritt werden sie durch das Körpergewicht in die Haut eingedrückt • äußert sich in stechenden Schmerzen (daher Dornwarze)
  • 57. Verrucae plantares der Fußsohle. Sie sind nach außen meist flach und unterbrechen optisch die Fußsohlenfurchung
  • 58. Condylomata acuminata • Feigwarzen, spitze Kondylome • Papilloma-Viren • durch Geschlechtsverkehr übertragen. • bevorzugt im feuchten Milieu des Genital- und Analbereiches • kleine Papeln • später sehen sie durch Lappen- und Furchenbildung blumenkohlartig aus.
  • 60. Therapie • Spitze Kondylome werden üblicherweise mit dem Laser oder einer Diathermieschlinge entfernt. • Zusätzlich kann eine immunstimulierende Behandlung lokal (Imiquimod = Aldara®) oder systemisch (Interferon) angezeigt sein. • Evtl. ist eine Mitbehandlung des Sexualpartners erforderlich.
  • 61. Mollusca contagiosa • (Dellwarze), wegen zentralen Delle • Virus der Pockengruppe • nach Anritzen lässt sich eine breiartige Masse herausdrücken • Übertragung von Mensch zu Mensch • Schmierinfektion, Handtücher oder Kleidungsstücke • bei allgemeiner Abwehrschwäche treten sie gehäuft auf (HIV-Infektion)
  • 63. Therapie • Dellwarzen werden mit einer gebogenen Pinzette (Eihautpinzette) ausgedrückt und mit einem Skalpell oder scharfen Löffel abgetragen • Manchmal reicht auch die Behandlung mit einem salicylhaltigen Pflaster (Guttaplast®).
  • 64. Allergisch bedingte Hauterkrankungen und Urtikaria • humorale Antigen-Antikörper-Reaktion oder • zelluläre Immunreaktion, die Hauterscheinungen hervorruft
  • 65. Allergisches Kontaktekzem • Akute oder chronische Dermatitis durch eine allergische Reaktion nach Hautkontakt mit einer allergisierenden Substanz • häufigste Hauterkrankungen überhaupt mit erheblicher sozialer Bedeutung • 20 % aller Berufskrankheiten sind allergische Kontaktekzeme. • Prädisponiert sind z.B. Maurer, Friseure, Maler/Lackierer und auch Krankenschwestern und pfleger. • Bei einer photoallergischen Reaktion wirkt die allergisierende Substanz (Tetrazykline) erst nach Lichteinfluss (z.B. einem Sonnenbad) allergen
  • 66. Allergisches Kontaktekzem an der Hand mit Streuherden am Unterarm
  • 67. Symptome und Untersuchungsbefund • Symptome beginnen 12 - 48 h nach Allergenkontakt • erreichen nach zwei Tagen ihr Maximum • akuten Kontaktekzem: Rötung, Schwellung und Bläschenbildung am Einwirkungsort des Allergens • starker Juckreiz • Blasen platzen und hinterlassen nässende Läsionen, die später verkrusten und unter Schuppenbildung abheilen
  • 68. chronisches Kontaktekzem • Bei fortdauerndem Allergenkontakt • Haut: verdickt, lichenifiziert (mit vergröbertem Hautfaltenrelief) und schuppt • Juckreiz • Kratzeffekte • Rhagaden • entzündungsbedingte Pigmentver- schiebungen
  • 69. Das Verteilungsmuster eines allergischen Kontaktekzems am Körper erlaubt oft Rückschlüsse auf den Auslöser
  • 70. Typ der allergischen Reaktion Krankheitsbild Sofortreaktion (Typ I) •Allergische Urtikaria •Quincke-Ödem Zytotoxische Immunreaktion (Typ II) •Thrombozytopenische Purpura Immunkomplexreaktion (Typ III) •Arzneimittelexanthem Immunreaktion vom Spättyp (Typ IV) •Allergisches Kontaktekzem •Allergische Photodermatitis
  • 71. Diagnostik und Differentialdiagnose • typische Klinik • Anamnese • Epikutantestung
  • 72. Toxische/irritative Kontaktdermatitis Phototoxische Kontaktdermatitis Allergische Kontaktdermatitis Photoallergische Kontaktdermatitis D e fi n it i o n Dosis- oder konzentrationsabhä ngige Reaktion auf obligat toxisch bzw. irritierend wirkende Substanzen Durch Kontakt mit Substanzen, die erst bei Lichteinwirkung toxisch wirken, z.B. Furocumarine in Kosmetika mit Bergamottöl (Berloque-Dermatitis) oder Teer in Lokaltherapeutika (Teersonnendermatitis) Dosis- oder konzentrationsunabh ängige Reaktion nach vorangegangener Sensibilisierung Durch Kontakt mit Substanzen, die bei Lichteinwirkung allergische Reaktionen hervorrufen, z.B. Tetrazykline K li n i k Hautveränderungen nach Minuten bis Stunden, beschränkt auf das Einwirkungsgebiet Hautveränderungen nach 12 - 48 Std., wobei einzelne Herde auch außerhalb des exponierten Gebietes auftreten können (Streuphänomen) D i a g n o s ti k Decrescendo- Reaktion im Epikutantest, d.h. Nachlassen der Reaktion nach Entfernen der Substanz Belichteter Epikutantest (Photopatch- Test) Crescendo- Reaktion im Epikutantest, d.h. Verstärkung der Reaktion innerhalb von 24 - 48 Std. nach Entfernen der Substanz Belichteter Epikutantest (Photopatch-Test)
  • 73. Behandlungsstrategie • Meiden der auslösenden Substanz - die Allergenkarenz • akutes Kontaktekzem: lokal Glukokortikoiden • nässende Läsionen: feuchte Umschläge, z.B. mit Kaliumpermanganat-Lösung • Nachts: Zink-Schüttelmixturen (Lotio Hermal®) oder Zinköle • ausgeprägter Befund: kurzzeitige systemische Glukokortikoidgabe • chronische Kontaktekzeme: steroidhaltige Salben und evtl. Teerpräparate • sorgfältige Hautpflege mit rückfettenden Salben
  • 74. Prognose • akutes allergisches Kontaktekzem heilt nach Antigenkarenz in der Regel narbenlos ab • kann das Allergen nicht gemieden werden, so wird die Erkrankung chronisch • Ausheilung ist dann nicht möglich • berufsbedingte Kontaktekzeme: im Verdachtsfall der Berufsgenossenschaft melden • in Deutschland eine der häufigsten Berufserkrankungen
  • 75. Urtikaria • (Nesselsucht, Quaddelsucht) • aus Quaddeln bestehendes Exanthem • Juckt • häufige Hauterkrankungen: • 20 - 30 % der Bevölkerung sollen einmal im Leben davon betroffen sein • akute Urtikaria: Dauer eines Schubes von unter sechs Wochen • chronische Urtikaria: Dauer von über sechs Wochen
  • 76. Krankheitsentstehung und Entwicklung • Allergische Urtikaria, z.B. durch Arzneimittel, Insektenstiche oder Nahrungsmittel • Urtikaria durch nichtallergische Intoleranzreaktionen, z.B. gegen Arzneimittel oder Nahrungsmittelzusätze • Kontakturtikaria durch Hautkontakt z.B. mit Quallen, Brennnesseln oder Schalen von Zitrusfrüchten • Physikalische Urtikaria durch Kälte, Wärme, Licht oder mechanischen Reiz, z.B. Druck • Cholinergische Urtikaria durch Stimulation der Schweißdrüsen
  • 77. Arzneimittelexanthem, das den gesamten Körper befallen hat
  • 78. Symptome und Untersuchungsbefund • innerhalb von Minuten schießen unterschiedlich große, leicht erhabene und meist rötliche Quaddeln auf • ähneln denen nach Brennnesselkontakt • bilden sich in der Regel nach Stunden selbst zurück • heftiger Juckreiz • Magen-Darm-Beschwerden (insbesondere Durchfall) • Luftnot • Kopfschmerzen anaphylaktischer Schock ist ebenfalls möglich, aber selten
  • 79. Quincke-Ödem • Sonderform der Urtikaria • (Angioödem, angioneurotisches Ödem) • hochakut • entstellende Gesichtsschwellung vor allem um Augen und Mund • Beteiligung der Luftwege, insbesondere der Stimmritzen → lebensbedrohliche Atemnot
  • 80. Quincke-Ödem mit erheblicher perioraler Schwellung
  • 81. Quincke-Ödem (angioneurotisches Ödem) der Unterlippe (Rüssellippe).
  • 82. Diagnostik • Hautbefund • Suche nach Auslöser • Allergiediagnostik • Nahrungsmittelallergie – Suchdiät • Expositionstest • Expositionstests lassen sich auch mit Druck, Wärme, Kälte und anderen verdächtigen Auslösern durchführen. • Hälfte der Patienten: Auslöser jedoch unklar
  • 83. Behandlungsstrategie • Antihistaminika • Glukokortikoide i.v. • Quincke-Ödem: Intubation • kühlende antihistaminikahaltige Gele (Soventol®, Systral®) • Druckurtikaria: oft nur Glukokortikoide • Kälteurtikaria: i.v. Penicillin
  • 84. Fehlbildungen der Haut und Hauttumoren • Naevuszellnaevus • (Leberfleck) • Anhäufung Pigment bildender Zellen (Melanozyten) in der Haut
  • 85. Multiple Naevuszellnaevi. Diese Naevi sind nicht behandlungsbedürftig, sollten aber in regelmäßigen Abständen auf Veränderungen kontrolliert werden
  • 86. Naevuszellnaevi • umschriebene Fehlbildungen der Haut • sehr häufig • Oberfläche meist glatt, kann warzenähnlich, behaart oder tierfellartig sein • bei Entzündungen, Verletzungen oder Veränderungen der Form, Farbe, Größe und Begrenzung müssen sie operativ entfernt werden • großflächige Riesennaevi werden wegen ihres Entartungsrisikos nach Möglichkeit nach der Geburt abradiert („abgeschabt”) oder exzidiert
  • 87.
  • 88. Feuermal • (Naevus flammeus, Blutgefäßnaevus, Weinmal) • Angeborener, hellroter, rotweinfarbener oder blauroter Fleck, der durch Kapillarerweiterungen bedingt ist • insbesondere in Gesicht und Nacken • Form und Größe der Flecken variieren stark • Färbung ist durch Spatel wegdrückbar. • Lasertherapie. • Anleitung im medizinischen Schminken
  • 89. Feuermal am rechten Unterkiefer, typischerweise nicht über die Mittellinie hinausgehend
  • 90. Hämangiom • (Blutschwamm) • Schwammartiger Blutgefäßherd • Histologisch: zwischen gutartigen Blutgefäßtumoren und Fehlbildungen steht • kavernöses Hämangiom: bei größeren Hohlräumen • eigenständiges Wachstum (und teils auch Rückbildung)
  • 91. Kutanes kavernöses Hämangiom am Unterarm eines Säuglings
  • 92. Fibrom • hartes Fibrom (Dermatofibrom, Histiozytom) • gutartiger Tumor des Bindegewebes mit Fibroblasten- und Kollagenvermehrung • derber, leicht erhabener, kugelförmiger Knoten. • kann Lipide und Pigmente speichern meist → gelb- bräunlicher Farbton • weiches Fibrom • meist gestielte, weiche Papel • nicht selten an Augenlidern, am Hals und unter der Achsel vor. • Es kann von einer runzeligen Hülle umgeben sein oder gestielt herabhängen
  • 93. Fibrome, hier gestielte, treten nicht selten in größerer Anzahl auf
  • 94. Keloid • (Wulstnarbe) • gutartige Bindegewebswucherung • v.a. nach Verbrennungen oder Verätzungen, auch bei Akne, bakteriellen Wundinfektionen oder Operationswunden auftreten kann
  • 95.
  • 96. Primäre bösartige Hauttumoren • (primäre Hautmalignome, Hautkrebs) • in unseren Breiten stark zunehmende Krebsart • Spinaliom • Melanom • Basaliom
  • 97. Diagnostik • histologische Untersuchung • Metastasen in Lymphknoten, Lunge, Leber, Herz, Gehirn oder in Knochen • Röntgendiagnostik • Sonographie • Computertomographie • Kernspintomographie
  • 98. In den letzten 60 Jahren hat sich das Hautkrebsrisiko mehr als verzehnfacht. Einige Hochrechnungen für das Jahr 2010 gehen sogar von einer Hautkrebsrate bis zu 2 % aus - das wäre jeder 50.
  • 99. Basaliom (Basalzellkarzinom) • Häufiger Hauttumor • vermutlich aus unreifen pluripotenten („vielkönnenden”) Epithelzellen entsteht • z.B. durch UV-Exposition • Lokalisation zu über 80 % im Gesicht • Manifestation in der Regel nach dem 50. Lebensjahr
  • 100. Symptome und Befund • überwiegend im Gesicht vor (v.a. im oberen Gesichtsdrittel). • entwickelt sich ohne Vorstufen auf gesund aussehender Haut • zunächst eine kleine, hautfarbene Verhärtung mit einzelnen Teleangiektasien (Gefäßerweiterungen) • Leitsymptom des Basalioms sind daher immer wieder an der gleichen Stelle auftretende Blutkrusten oder Verletzungen, die „nicht heilen wollen” • Knötchen nehmen derbe Konsistenz an oder sinken im Zentrum ein und haben einen perlartig aufgeworfenen Rand. • Unbehandelt zerstört das Basaliom im Verlauf von Monaten und Jahren die angrenzenden Knochen und Weichteile, • keine Metastasen • semimaligner Tumor • Häufigkeitsgipfel 6. - 8. Lebensjahrzehnt