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Ein stiller Bürger ist kein guter Bürger
Eine politische Rede
„Ein stiller Bürger ist kein guter Bürger.“ Dies soll Perikles, ein athenischer Staatsmann,
gesagt haben. Ein Satz, der noch Jahrtausende später in der Welt nachklingt. Dass ein Bürger
ohne Worte und Taten seinen Staat nicht unterstützt und somit kein guter Bürger sein kann,
erscheint logisch. Aber was ist denn eigentlich ein guter Bürger? Was ist ein guter Bürger
angesichts der modernen Welt? Einer Welt, in der Schnelligkeit und Globalität eine immer
stärkere Rolle spielen, in der Nationalitäten zurücktreten hinter Kontinente. Was ist ein
guter Bürger angesichts Europas und der EU?
Europa und die EU, ein Duo, das mit vielen Problemen zu kämpfen hat. Die EU, das ist der
Verbund von siebenundzwanzig europäischen Staaten. Mit einem schwächelnden Euro und
verschuldeten Mitgliedsstaaten im Gepäck versucht er den Kontinent und die Zukunft von
fünfhundert Millionen Bürgern zu gestalten. Dabei muss er immer wieder schwere
Hindernisse aus dem Weg räumen. Die Spalten zwischen der nationalstaatlichen Loyalität
und den Interessen der EU stellen ihm ebenso Fallen wie der zunehmende Rassismus. Auch
die Asyl- und Einwanderungspolitik bereitet große Schwierigkeiten. Selbst den eigenen
Bürgern erscheint die EU fremd. Mehr als die Hälfte der Menschen hat kein positives Bild der
Union und schenkt ihr kein Vertrauen.
Doch das ist falsch. Ein Bürger muss sich für seine Stadt, für sein Land und seinen Kontinent
begeistern können, denn Begeisterung ist der Schlüssel zum Engagement. Aber können wir
uns für Europa begeistern? Für eine zusammengewürfelte Sammlung von Staaten, die um
ihre eigenen Vorteile feilschen? Für eine Union, in der Solidarität zu „Blauäugigkeit“ und
Naivität herabgestuft wird? Für das Bürokratiemonster in Brüssel? Nein, das können wir
nicht. Auch wenn Begeisterung meist als realitätsferne Schwärmerei abgetan wird, so lässt
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sich doch nichts ohne wirkliche Leidenschaft bewegen. Jeder Bürger braucht also das Gefühl
der Verbundenheit und Begeisterung für Europa. Um uns aber für Europa zu begeistern,
müssen wir tiefer gehen und uns die Idee und die Erfolge dieses Zusammenschlusses
anschauen.
Wir Europäer können zurückschauen auf eine lange geistige Tradition. Wir haben mit
unserer Kultur, unseren Erfindungen und Innovationen die Welt geprägt wie kaum ein
anderer Kontinent. Eine lange Reihe von klugen und berühmten Männern hat Visionen
ausgearbeitet, wie man diesen Kontinent einen und Frieden und Demokratie auf Dauer
sichern könnte. Als diese Visionen Wirklichkeit wurden, war das die größte Erfolgsgeschichte
Europas. Sechzig Jahre Frieden auf einem Jahrtausende lang zerstrittenen Kontinent. Das
hätte kaum jemand für möglich gehalten.
Die europäische Union ist nicht nur die blanke Ökonomie. Es geht um mehr als die gerechte
Verteilung der Schulden. Es geht um ein europäisches Wir-Gefühl. Das entsteht aus der
gemeinsamen europäischen Kultur, die sich aus der griechisch-römischen Antike entwickelt
hat, aber auch durch eine gemeinsame Geschichte. Die Menschen durchlebten die gleichen
Nöte, Katastrophen und Kriege, zuletzt die beiden Weltkriege. Die Europäer tragen
gemeinsam die Verantwortung für die Zukunft. Der Zusammenhalt der europäischen Völker
ist der beste Schutz vor einer Wiederholung der Geschichte.
Es war ein entscheidender Schritt in ein geeintes Europa, als 2002 der Euro eingeführt
wurde. Zwölf Nationen zahlten ab diesem Jahr nur noch in der europäischen Währung.
Damit war die Idee eines gemeinsamen Marktes und einer Wirtschaftsunion Europas Realität
geworden. Eine neue Epoche Europas war angebrochen und brachte die Völker Europas
näher zusammen als je zuvor. Der Euro trug damit einen wichtigen Teil zur europäischen
Identität bei. Noch nie war das Wir-Gefühl Europas stärker als zu diesem Augenblick. Doch
der Euro droht ein Jahrzehnt später Europa zu spalten. Die Schulden der Mitgliedsländer
steigen. Manchen droht gar der Ruin. Die Krise verschont nicht die Wirtschaftskraft des
Euros, sondern macht ihm schwer zu schaffen. Dies führt zu Konflikten zwischen den
europäischen Ländern und wirft die Frage auf, wie weit gehen wir tatsächlich für unsere
Unionspartner? Wie solidarisch sind wir? Doch das Auseinanderdriften der europäischen
Völker gilt es zu verhindern. Dank dem Euro sind wir die zweitwichtigste Finanzkraft der Welt
und nur gemeinsam können wir uns auch in Zukunft auf dem Weltmarkt behaupten. Ohne
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den Euro werden wir zwischen den zwei bestimmenden Großmächten USA und China
verkümmern. Der Euro ist ein wichtiges Bindeglied zwischen den Staaten. In Zeiten der Krise
müssen die europäischen Völker zusammenhalten. Wer über einen Ausschluss einzelner
europäischer Nationen spricht, verrät die Idee eines geeinten Europas und damit die
Richtigkeit eines Projekts, welches uns den längsten Frieden in der Geschichte dieses
Kontinents brachte. Wir dürfen nicht aufgrund der ersten Krise diesen einzigartigen
Zusammenschluss der europäischen Nationen auflösen.
Der Verbund der europäischen Länder erhält seine Einzigartigkeit auch durch die
Vielgestaltigkeit der Natur und der Vielfalt der Kulturen. Gerade die Vielfalt der Ideen und
die unterschiedlichen Verhaltensmuster verleihen Europa seine Stärke. Sie alle bereichern
den Kontinent auf ihre Weise und machen ihn besonders. Die Notwendigkeit gemeinsamer
Regeln bedeutet nicht Zentralisierung und Gleichmachung aller europäischen Völker. Jedes
System braucht feste Regeln, um funktionieren zu können. Wer die Zeichen der EU Flagge,
Währung und Hymne einmal genau betrachtet, erkennt in allen das Motto „Einheit in der
Vielfalt“.
Die Idee eines geeinten Europas ist besonders stark in der europäischen Hymne zu
erkennen. Die Ode an die Freude von L. v. Beethoven ist wohl der feierlichste Aufruf an die
Menschen sich zusammenzuschließen. In diesem gewaltigen, freudengetränkten Stück tritt
der Gedanke der Einigung der Menschen klar zum Vorschein. „Alle Menschen werden
Brüder“, schrieb Schiller als Text. Diese freudenvolle Vision von den Menschen, die
zusammenfinden, gleich welcher Herkunft sie sind und welche Interessen sie haben, eint alle
und kennt keine Grenzen weder die der Länder noch die der Gesellschaftsschichten. Die
Botschaft Beethovens ist klar und deutlich und führt uns zurück zu den kulturellen Wurzeln
der europäischen Einigung. Die Menschen Europas müssen zusammen wachsen. Nicht die
Politik, nicht die Regierung, nicht die Politiker schaffen Europa, sondern die Bürger. Allein
wir haben die Macht Europa durch unsere Begeisterung für diese Vision zu einen. Diese
Macht gilt es zu gebrauchen.
Wer sich für die EU begeistert und sich mit Europa verbunden fühlt, der wird sich auch durch
sein Engagement für die Union auszeichnen. Denn was man gutheißt und schätzt, das
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unterstützt man auch. Das gilt nicht nur für das Privatleben, sondern auch für das öffentliche
Wirken eines jeden Bürgers.
Die EU stärkte 2009 mit dem Vertrag von Lissabon die Demokratie auf Europaebene. Die
Stimme jedes europäischen Bürgers erhielt mehr Gewicht. Außerdem wurde zum ersten Mal
eine Möglichkeit für die Bürger geschaffen direktdemokratisch auf die Politik der EU
einzuwirken. Wir haben nun die Chance mit der europäischen Bürgerinitiative unsere
Interessen durchzusetzen und ein Europagesetz zu beantragen. Trotz dieser Erneuerungen
entziehen sich immer mehr Bürger der Politik. Ganz besonders weit weg erscheinen ihnen
dabei Europa und die EU.
Wenn sich in einer Demokratie die Bürger von der Politik fernhalten, verliert das System sein
Gleichgewicht. Es gerät ins Wanken. Eine Demokratie lebt von dem Engagement ihrer
Bürger. Sie benötigt ein Volk, das sich seiner Macht bewusst ist und diese auch auslebt. Oder
können Sie sich eine Demokratie ohne Demokraten vorstellen? Es ist unsere Pflicht unseren
Einfluss auszuüben, ansonsten könnten wir sie verlieren.
Eine Staatsbürgerschaft bringt eine Verantwortung dem Staat gegenüber mit sich. Somit
bringt die EU-Bürgerschaft eine Verantwortung der EU gegenüber mit sich. Wer sich der
Politik aus Bequemlichkeit entzieht, handelt selbstbezogen. Man muss sich für die
Gemeinschaft, deren Teil man ist, einsetzen. Aktiv am politischen Leben teilzuhaben und sich
einzumischen sind Ziele, nicht aber ein nörglig-resigniertes Abseitsstehen.
Politikverdrossene Menschen schaden sich selbst. Wer an den Fragen, die seine Zukunft
gestalten, bewusst keinen Anteil nimmt, über dessen Schicksal entscheiden andere. Wer
sich von der Politik fernhält, beraubt sich selbst seiner Mitgestaltungs- und
Mitentscheidungschancen. Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten sich einzubringen.
Wählen zu gehen ist wohl die offensichtlichste davon. Alle fünf Jahre hat jeder Bürger der EU
die Möglichkeit direkt zu wählen, welcher Politiker Abgeordneter des europäischen
Parlaments wird. Bei der größten multinationalen Wahl der Welt können wir bestimmen,
wer die nächsten Jahre über wichtige Zukunftsfragen debattiert. Dabei spielt nicht nur die
Finanzpolitik eine wichtige Rolle. „Wie können wir den CO2-Ausstoß minimieren? Woher
beziehen wir in Zukunft unsere Energie? Und wie können wir die Überfischung der
Weltmeere stoppen?“ Das sind genauso wichtige Fragen wie „Auf welche Weise können wir
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Terrorismus vermeiden? Wie bekämpfen wir Armut in Entwicklungsländern am besten und
stärken stattdessen Demokratie und Menschenrechte? Wird in Zukunft auch die Türkei ein
Mitglied der EU sein? Wer darf nach Europa einwandern?“ Über all das diskutiert das
europäische Parlament und trifft Entscheidungen. Es verfügt dabei über das Recht
zusammen mit dem Rat Gesetze zu erlassen und bestimmt auch über den europäischen
Haushalt. Es ist eine starke Gestaltungsmacht der EU.
Außerdem kann man mit Feder und Stimme viel bewegen. Niemand kann behaupten, dass
ihn die Themen der europäischen Politik nichts angingen. Daher sollte sich jeder für seine
Interessen einsetzen. Auch wer Leserbriefe schreibt, Websites erstellt, Bürger informiert
oder Demonstrationen organisiert, nimmt am politischen Leben teil. Er unterstützt damit
nicht nur seine eigenen Ziele, sondern stärkt auch die Demokratie und damit die EU.
Genauso kann man sich direkt an die Politiker wenden. Der europäische Bürgerbeauftragte
hat allein die Aufgabe unseren Fragen und Beschwerden Rede und Antwort zu stehen.
Mehr als ein einzelner Bürger können jedoch organisierte Interessengruppen erreichen.
Nichtregierungsorganisationen können Druck auf die Politik ausüben. Zivilgesellschaften wie
Wohlfahrtsverbände, Forschungsgruppen oder Gewerkschaften gestalten alle unseren
Alltag. Durch ihren Einfluss auf die Gesellschaft erlangen sie Einfluss auf die Politik.
2009 eröffnete sich auch eine ganz neue Möglichkeit sich politisch einzumischen und
Diskussionen anzuregen. Die Möglichkeit eine Bürgerinitiative europaweit zu starten. Bürger
aus ganz Europa können sich zusammenfinden und sich gemeinsam für ein Ziel stark
machen. Damit werden die Bürger selbst zum Auftraggeber eines Gesetzes. Sie erhalten die
Chance dem europäischen Parlament ihre Interessen deutlich zu machen. Vertreter einer
Bürgerinitiative können unmittelbar als Initiator an politischen Entscheidungen teilhaben. In
der ersten europäischen Bürgerinitiative forderten eine Million Menschen den
Zulassungsstopp genmanipulierter Pflanzen. Eine weitere Gruppe sammelt im Moment
Unterschriften um das Menschenrecht, das die UN 2010 beschlossen hat, durchzusetzen.
Das Recht aller Menschen auf Wasser und eine sanitäre Grundversorgung. Die
Bürgerinitiative ermöglicht es unseren Zielen nicht nur europaweit Gehör zu verschaffen,
sondern sie auch europaweit durchzusetzen.
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All dies hilft, dass auch Europa endlich eine breite Öffentlichkeit erhält. Denn diese bedarf
keiner gemeinsamen Sprache, wie die Schweiz zeigt, sondern der Begeisterung, dem
Engagement und dem Zusammenhalt der Bürger.
Jeder Bürger Europas sollte sich also drei Punkten bewusst sein:
Erstens: Seit Langem schon leben die europäischen Völker nicht mehr abgegrenzt
voneinander und ihre Wirtschaften sind nicht mehr getrennt. Jeder kann sich frei in Europa
über Landesgrenzen hinweg bewegen, dort arbeiten und leben. Durch die gemeinsame
Währung haben wir eine enge Wirtschaftsunion. Also warum sollten wir noch länger in
unserem Kopf diese Mauern aufrechterhalten? Unser Denken muss frei sein von Mauern
und Staatsgrenzen. Es ist lächerlich, sich in einer Welt, die von Großmächten geprägt ist,
selbst zum Zwerg zu machen. Dieser Zwerg wäre dazu verdammt zwischen den Riesen
unterzugehen.
Zweitens: Wir müssen bestehende Konflikte auflösen, andernfalls wird nie Einigkeit zwischen
den europäischen Völkern herrschen können. Allein wir Bürger haben die Macht das
Zusammenleben der europäischen Völker zu gestalten. Denn keinen Krieg mit seinen
Nachbarn zu führen ist nicht genug. Unser Ziel ist die Freundschaft aller europäischen
Länder. Wenn wir uns für die Idee Europas begeistern, wird unser Ziel Wirklichkeit werden.
Drittens: Europa und die EU können ohne das politische Engagement seiner Bürger nicht
bestehen und den globalen Herausforderungen gerecht werden. Denn wir sind es, die den
Politikern die Macht zu handeln und zu entscheiden verleihen. Wenn wir dessen müde
werden sollten, hätte das fatale Folgen für das System, in dem wir leben. Die Union würde zu
einem undurchschaubaren Spiel von abgehobenen Eliten werden. Diese wären machtlos
gegenüber den Finanzmärkten, da sie nicht über „die freie Kraft, Intelligenz und Dynamik der
Bürger verfügten“ 1. „Frage [also] nicht was Europa für dich tun kann, sondern was du für
Europa [...] tun kannst!“ 1
1 http://www.ftd.de/politik/europa/:mythen-europas-mehr-begeisterung-fuer-europa-aber-
wie/70117287.html
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Wenn wir uns diesen drei Punkten bewusst sind und nach ihnen handeln, dann tragen wir
auf unersetzliche Weise dazu bei Europa zu gestalten. Dann sind wir gute europäische
Bürger.
Die EU ist es wert, dass wir uns für sie begeistern und einsetzen. „Es ist wahrlich fantastisch,
was dieser Kontinent geschafft hat, als er sich von einem des Krieges zu einem Kontinent des
Friedens wandelte“, sprach der Norweger Thorbjörn Jagland, als er der europäischen Union
den Friedensnobelpreis 2012 überreichte. Dieser erinnerte uns wieder daran um was es bei
der europäischen Union wirklich geht. Nämlich um die Freundschaft zwischen den Staaten
und die Verbrüderung der Menschen. Bis diese Vision vollständig Realität geworden ist, wird
es noch eine Zeit dauern. Doch wenn wir „das Erreichte hüten und das Geschaffene
verbessern“, wie Jagland sagte, kann Europa in eine erfolgreiche Zukunft blicken.
Wenn wir nun zurückdenken an Perikles, dann sehen wir, dass wir zu dem gleichen Schluss
gekommen sind wie er. Denn wir können nicht nur durch Worte die Stille vertreiben,
sondern auch unsere Taten für sich sprechen lassen.
Der Satz „Ein stiller Bürger ist kein guter Bürger“ gilt wie so Vieles der Griechen bis heute
und hat in zweitausend Jahren nichts an seiner Aktualität verloren. Das Wohlergehen einer
Gemeinschaft hängt von ihren Mitgliedern ab. Nur wer sich für seine Gemeinschaft einsetzt,
ist ein guter Bürger.
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Quellenverzeichnis
Gehler, Michael (2010). Europa. 1. Auflage, München: Olzog Verlag GmbH
Broschüre Europa 2012 des Europäischen Parlaments
Reichstein, Ruth (2012). Die 101 wichtigsten Fragen: Die Europäische Union. 1. Auflage,
München: Beck
Frisch, Stephan (2007). Taschenatlas Europäische Union. 3.Auflage, Stuttgart: Klett
Weeber, Karl-Wilhelm (2012). Hellas sei Dank! Was Europa den Griechen schuldet. 1.
Auflage, München: Siedler Verlag
Winkler, Ulrich (2004). Kompakt-Wissen Geschichte Abitur, 1. Auflage, Freising: Stark
Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Abromeit, Heidrun (2002). Wozu braucht man Demokratie? Das Individuum und seine
Autonomie. 1. Auflage, Opladen: Leske + Budrich
Dr. Reichinger, Martin (2010). Mensch & Politik. 1. Auflage, Braunschweig: Schöningh
Winklers GmbH
http://www.gottwein.de/Grie/thuk/thuk2034.php (10.11.12)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gefallenenrede_des_Perikles (10.11.12)
http://europa.eu/index_de.htm (17.11.12)
http://de.wikipedia.org/wiki/Eu (23.11.12)
http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/35799/verfassung-der-europaeischen-
union (09.12.12)
http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_%C3%BCber_eine_Verfassung_f%C3%BCr_Europa
(09.12.12)
http://www.hrw.org/world-report-2012 (15.12.2013)
Seite |9
http://www.avaaz.org/de/index.php (15.12.2013)
http://www.tagesschau.de/ausland/eu-nobelpreis108.html (04.01.2013)
http://www.tagesschau.de/ausland/eu-nobelpreis104.html (04.01.2013)
http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/nobelpreis-fuer-europaeische-
union-der-preis-des-friedens-11988640.html (04.01.2013)
http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-12/eu-nobelpreis-oslo (04.01.2013)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/friedensnobelpreis-geht-an-eu-a-860905.html
(04.01.2013)
http://www.ftd.de/politik/europa/:mythen-europas-mehr-begeisterung-fuer-europa-aber-
wie/70117287.html (26.01.2013)
http://www.ftd.de/politik/europa/:mythen-europas-taugt-die-eu-als-vorbild-fuer-die-
welt/70114303.html (26.01.2013)
http://www.ftd.de/politik/europa/:pro-und-contra-bruessel-schuetzt-uns-die-
eu/70111656.html (26.01.2013)
http://ec.europa.eu/citizenship/about-the-europe-for-citizens-programme/how-to-take-
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4 1 jauch-2013

  • 1. Seite |1 Ein stiller Bürger ist kein guter Bürger Eine politische Rede „Ein stiller Bürger ist kein guter Bürger.“ Dies soll Perikles, ein athenischer Staatsmann, gesagt haben. Ein Satz, der noch Jahrtausende später in der Welt nachklingt. Dass ein Bürger ohne Worte und Taten seinen Staat nicht unterstützt und somit kein guter Bürger sein kann, erscheint logisch. Aber was ist denn eigentlich ein guter Bürger? Was ist ein guter Bürger angesichts der modernen Welt? Einer Welt, in der Schnelligkeit und Globalität eine immer stärkere Rolle spielen, in der Nationalitäten zurücktreten hinter Kontinente. Was ist ein guter Bürger angesichts Europas und der EU? Europa und die EU, ein Duo, das mit vielen Problemen zu kämpfen hat. Die EU, das ist der Verbund von siebenundzwanzig europäischen Staaten. Mit einem schwächelnden Euro und verschuldeten Mitgliedsstaaten im Gepäck versucht er den Kontinent und die Zukunft von fünfhundert Millionen Bürgern zu gestalten. Dabei muss er immer wieder schwere Hindernisse aus dem Weg räumen. Die Spalten zwischen der nationalstaatlichen Loyalität und den Interessen der EU stellen ihm ebenso Fallen wie der zunehmende Rassismus. Auch die Asyl- und Einwanderungspolitik bereitet große Schwierigkeiten. Selbst den eigenen Bürgern erscheint die EU fremd. Mehr als die Hälfte der Menschen hat kein positives Bild der Union und schenkt ihr kein Vertrauen. Doch das ist falsch. Ein Bürger muss sich für seine Stadt, für sein Land und seinen Kontinent begeistern können, denn Begeisterung ist der Schlüssel zum Engagement. Aber können wir uns für Europa begeistern? Für eine zusammengewürfelte Sammlung von Staaten, die um ihre eigenen Vorteile feilschen? Für eine Union, in der Solidarität zu „Blauäugigkeit“ und Naivität herabgestuft wird? Für das Bürokratiemonster in Brüssel? Nein, das können wir nicht. Auch wenn Begeisterung meist als realitätsferne Schwärmerei abgetan wird, so lässt
  • 2. Seite |2 sich doch nichts ohne wirkliche Leidenschaft bewegen. Jeder Bürger braucht also das Gefühl der Verbundenheit und Begeisterung für Europa. Um uns aber für Europa zu begeistern, müssen wir tiefer gehen und uns die Idee und die Erfolge dieses Zusammenschlusses anschauen. Wir Europäer können zurückschauen auf eine lange geistige Tradition. Wir haben mit unserer Kultur, unseren Erfindungen und Innovationen die Welt geprägt wie kaum ein anderer Kontinent. Eine lange Reihe von klugen und berühmten Männern hat Visionen ausgearbeitet, wie man diesen Kontinent einen und Frieden und Demokratie auf Dauer sichern könnte. Als diese Visionen Wirklichkeit wurden, war das die größte Erfolgsgeschichte Europas. Sechzig Jahre Frieden auf einem Jahrtausende lang zerstrittenen Kontinent. Das hätte kaum jemand für möglich gehalten. Die europäische Union ist nicht nur die blanke Ökonomie. Es geht um mehr als die gerechte Verteilung der Schulden. Es geht um ein europäisches Wir-Gefühl. Das entsteht aus der gemeinsamen europäischen Kultur, die sich aus der griechisch-römischen Antike entwickelt hat, aber auch durch eine gemeinsame Geschichte. Die Menschen durchlebten die gleichen Nöte, Katastrophen und Kriege, zuletzt die beiden Weltkriege. Die Europäer tragen gemeinsam die Verantwortung für die Zukunft. Der Zusammenhalt der europäischen Völker ist der beste Schutz vor einer Wiederholung der Geschichte. Es war ein entscheidender Schritt in ein geeintes Europa, als 2002 der Euro eingeführt wurde. Zwölf Nationen zahlten ab diesem Jahr nur noch in der europäischen Währung. Damit war die Idee eines gemeinsamen Marktes und einer Wirtschaftsunion Europas Realität geworden. Eine neue Epoche Europas war angebrochen und brachte die Völker Europas näher zusammen als je zuvor. Der Euro trug damit einen wichtigen Teil zur europäischen Identität bei. Noch nie war das Wir-Gefühl Europas stärker als zu diesem Augenblick. Doch der Euro droht ein Jahrzehnt später Europa zu spalten. Die Schulden der Mitgliedsländer steigen. Manchen droht gar der Ruin. Die Krise verschont nicht die Wirtschaftskraft des Euros, sondern macht ihm schwer zu schaffen. Dies führt zu Konflikten zwischen den europäischen Ländern und wirft die Frage auf, wie weit gehen wir tatsächlich für unsere Unionspartner? Wie solidarisch sind wir? Doch das Auseinanderdriften der europäischen Völker gilt es zu verhindern. Dank dem Euro sind wir die zweitwichtigste Finanzkraft der Welt und nur gemeinsam können wir uns auch in Zukunft auf dem Weltmarkt behaupten. Ohne
  • 3. Seite |3 den Euro werden wir zwischen den zwei bestimmenden Großmächten USA und China verkümmern. Der Euro ist ein wichtiges Bindeglied zwischen den Staaten. In Zeiten der Krise müssen die europäischen Völker zusammenhalten. Wer über einen Ausschluss einzelner europäischer Nationen spricht, verrät die Idee eines geeinten Europas und damit die Richtigkeit eines Projekts, welches uns den längsten Frieden in der Geschichte dieses Kontinents brachte. Wir dürfen nicht aufgrund der ersten Krise diesen einzigartigen Zusammenschluss der europäischen Nationen auflösen. Der Verbund der europäischen Länder erhält seine Einzigartigkeit auch durch die Vielgestaltigkeit der Natur und der Vielfalt der Kulturen. Gerade die Vielfalt der Ideen und die unterschiedlichen Verhaltensmuster verleihen Europa seine Stärke. Sie alle bereichern den Kontinent auf ihre Weise und machen ihn besonders. Die Notwendigkeit gemeinsamer Regeln bedeutet nicht Zentralisierung und Gleichmachung aller europäischen Völker. Jedes System braucht feste Regeln, um funktionieren zu können. Wer die Zeichen der EU Flagge, Währung und Hymne einmal genau betrachtet, erkennt in allen das Motto „Einheit in der Vielfalt“. Die Idee eines geeinten Europas ist besonders stark in der europäischen Hymne zu erkennen. Die Ode an die Freude von L. v. Beethoven ist wohl der feierlichste Aufruf an die Menschen sich zusammenzuschließen. In diesem gewaltigen, freudengetränkten Stück tritt der Gedanke der Einigung der Menschen klar zum Vorschein. „Alle Menschen werden Brüder“, schrieb Schiller als Text. Diese freudenvolle Vision von den Menschen, die zusammenfinden, gleich welcher Herkunft sie sind und welche Interessen sie haben, eint alle und kennt keine Grenzen weder die der Länder noch die der Gesellschaftsschichten. Die Botschaft Beethovens ist klar und deutlich und führt uns zurück zu den kulturellen Wurzeln der europäischen Einigung. Die Menschen Europas müssen zusammen wachsen. Nicht die Politik, nicht die Regierung, nicht die Politiker schaffen Europa, sondern die Bürger. Allein wir haben die Macht Europa durch unsere Begeisterung für diese Vision zu einen. Diese Macht gilt es zu gebrauchen. Wer sich für die EU begeistert und sich mit Europa verbunden fühlt, der wird sich auch durch sein Engagement für die Union auszeichnen. Denn was man gutheißt und schätzt, das
  • 4. Seite |4 unterstützt man auch. Das gilt nicht nur für das Privatleben, sondern auch für das öffentliche Wirken eines jeden Bürgers. Die EU stärkte 2009 mit dem Vertrag von Lissabon die Demokratie auf Europaebene. Die Stimme jedes europäischen Bürgers erhielt mehr Gewicht. Außerdem wurde zum ersten Mal eine Möglichkeit für die Bürger geschaffen direktdemokratisch auf die Politik der EU einzuwirken. Wir haben nun die Chance mit der europäischen Bürgerinitiative unsere Interessen durchzusetzen und ein Europagesetz zu beantragen. Trotz dieser Erneuerungen entziehen sich immer mehr Bürger der Politik. Ganz besonders weit weg erscheinen ihnen dabei Europa und die EU. Wenn sich in einer Demokratie die Bürger von der Politik fernhalten, verliert das System sein Gleichgewicht. Es gerät ins Wanken. Eine Demokratie lebt von dem Engagement ihrer Bürger. Sie benötigt ein Volk, das sich seiner Macht bewusst ist und diese auch auslebt. Oder können Sie sich eine Demokratie ohne Demokraten vorstellen? Es ist unsere Pflicht unseren Einfluss auszuüben, ansonsten könnten wir sie verlieren. Eine Staatsbürgerschaft bringt eine Verantwortung dem Staat gegenüber mit sich. Somit bringt die EU-Bürgerschaft eine Verantwortung der EU gegenüber mit sich. Wer sich der Politik aus Bequemlichkeit entzieht, handelt selbstbezogen. Man muss sich für die Gemeinschaft, deren Teil man ist, einsetzen. Aktiv am politischen Leben teilzuhaben und sich einzumischen sind Ziele, nicht aber ein nörglig-resigniertes Abseitsstehen. Politikverdrossene Menschen schaden sich selbst. Wer an den Fragen, die seine Zukunft gestalten, bewusst keinen Anteil nimmt, über dessen Schicksal entscheiden andere. Wer sich von der Politik fernhält, beraubt sich selbst seiner Mitgestaltungs- und Mitentscheidungschancen. Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten sich einzubringen. Wählen zu gehen ist wohl die offensichtlichste davon. Alle fünf Jahre hat jeder Bürger der EU die Möglichkeit direkt zu wählen, welcher Politiker Abgeordneter des europäischen Parlaments wird. Bei der größten multinationalen Wahl der Welt können wir bestimmen, wer die nächsten Jahre über wichtige Zukunftsfragen debattiert. Dabei spielt nicht nur die Finanzpolitik eine wichtige Rolle. „Wie können wir den CO2-Ausstoß minimieren? Woher beziehen wir in Zukunft unsere Energie? Und wie können wir die Überfischung der Weltmeere stoppen?“ Das sind genauso wichtige Fragen wie „Auf welche Weise können wir
  • 5. Seite |5 Terrorismus vermeiden? Wie bekämpfen wir Armut in Entwicklungsländern am besten und stärken stattdessen Demokratie und Menschenrechte? Wird in Zukunft auch die Türkei ein Mitglied der EU sein? Wer darf nach Europa einwandern?“ Über all das diskutiert das europäische Parlament und trifft Entscheidungen. Es verfügt dabei über das Recht zusammen mit dem Rat Gesetze zu erlassen und bestimmt auch über den europäischen Haushalt. Es ist eine starke Gestaltungsmacht der EU. Außerdem kann man mit Feder und Stimme viel bewegen. Niemand kann behaupten, dass ihn die Themen der europäischen Politik nichts angingen. Daher sollte sich jeder für seine Interessen einsetzen. Auch wer Leserbriefe schreibt, Websites erstellt, Bürger informiert oder Demonstrationen organisiert, nimmt am politischen Leben teil. Er unterstützt damit nicht nur seine eigenen Ziele, sondern stärkt auch die Demokratie und damit die EU. Genauso kann man sich direkt an die Politiker wenden. Der europäische Bürgerbeauftragte hat allein die Aufgabe unseren Fragen und Beschwerden Rede und Antwort zu stehen. Mehr als ein einzelner Bürger können jedoch organisierte Interessengruppen erreichen. Nichtregierungsorganisationen können Druck auf die Politik ausüben. Zivilgesellschaften wie Wohlfahrtsverbände, Forschungsgruppen oder Gewerkschaften gestalten alle unseren Alltag. Durch ihren Einfluss auf die Gesellschaft erlangen sie Einfluss auf die Politik. 2009 eröffnete sich auch eine ganz neue Möglichkeit sich politisch einzumischen und Diskussionen anzuregen. Die Möglichkeit eine Bürgerinitiative europaweit zu starten. Bürger aus ganz Europa können sich zusammenfinden und sich gemeinsam für ein Ziel stark machen. Damit werden die Bürger selbst zum Auftraggeber eines Gesetzes. Sie erhalten die Chance dem europäischen Parlament ihre Interessen deutlich zu machen. Vertreter einer Bürgerinitiative können unmittelbar als Initiator an politischen Entscheidungen teilhaben. In der ersten europäischen Bürgerinitiative forderten eine Million Menschen den Zulassungsstopp genmanipulierter Pflanzen. Eine weitere Gruppe sammelt im Moment Unterschriften um das Menschenrecht, das die UN 2010 beschlossen hat, durchzusetzen. Das Recht aller Menschen auf Wasser und eine sanitäre Grundversorgung. Die Bürgerinitiative ermöglicht es unseren Zielen nicht nur europaweit Gehör zu verschaffen, sondern sie auch europaweit durchzusetzen.
  • 6. Seite |6 All dies hilft, dass auch Europa endlich eine breite Öffentlichkeit erhält. Denn diese bedarf keiner gemeinsamen Sprache, wie die Schweiz zeigt, sondern der Begeisterung, dem Engagement und dem Zusammenhalt der Bürger. Jeder Bürger Europas sollte sich also drei Punkten bewusst sein: Erstens: Seit Langem schon leben die europäischen Völker nicht mehr abgegrenzt voneinander und ihre Wirtschaften sind nicht mehr getrennt. Jeder kann sich frei in Europa über Landesgrenzen hinweg bewegen, dort arbeiten und leben. Durch die gemeinsame Währung haben wir eine enge Wirtschaftsunion. Also warum sollten wir noch länger in unserem Kopf diese Mauern aufrechterhalten? Unser Denken muss frei sein von Mauern und Staatsgrenzen. Es ist lächerlich, sich in einer Welt, die von Großmächten geprägt ist, selbst zum Zwerg zu machen. Dieser Zwerg wäre dazu verdammt zwischen den Riesen unterzugehen. Zweitens: Wir müssen bestehende Konflikte auflösen, andernfalls wird nie Einigkeit zwischen den europäischen Völkern herrschen können. Allein wir Bürger haben die Macht das Zusammenleben der europäischen Völker zu gestalten. Denn keinen Krieg mit seinen Nachbarn zu führen ist nicht genug. Unser Ziel ist die Freundschaft aller europäischen Länder. Wenn wir uns für die Idee Europas begeistern, wird unser Ziel Wirklichkeit werden. Drittens: Europa und die EU können ohne das politische Engagement seiner Bürger nicht bestehen und den globalen Herausforderungen gerecht werden. Denn wir sind es, die den Politikern die Macht zu handeln und zu entscheiden verleihen. Wenn wir dessen müde werden sollten, hätte das fatale Folgen für das System, in dem wir leben. Die Union würde zu einem undurchschaubaren Spiel von abgehobenen Eliten werden. Diese wären machtlos gegenüber den Finanzmärkten, da sie nicht über „die freie Kraft, Intelligenz und Dynamik der Bürger verfügten“ 1. „Frage [also] nicht was Europa für dich tun kann, sondern was du für Europa [...] tun kannst!“ 1 1 http://www.ftd.de/politik/europa/:mythen-europas-mehr-begeisterung-fuer-europa-aber- wie/70117287.html
  • 7. Seite |7 Wenn wir uns diesen drei Punkten bewusst sind und nach ihnen handeln, dann tragen wir auf unersetzliche Weise dazu bei Europa zu gestalten. Dann sind wir gute europäische Bürger. Die EU ist es wert, dass wir uns für sie begeistern und einsetzen. „Es ist wahrlich fantastisch, was dieser Kontinent geschafft hat, als er sich von einem des Krieges zu einem Kontinent des Friedens wandelte“, sprach der Norweger Thorbjörn Jagland, als er der europäischen Union den Friedensnobelpreis 2012 überreichte. Dieser erinnerte uns wieder daran um was es bei der europäischen Union wirklich geht. Nämlich um die Freundschaft zwischen den Staaten und die Verbrüderung der Menschen. Bis diese Vision vollständig Realität geworden ist, wird es noch eine Zeit dauern. Doch wenn wir „das Erreichte hüten und das Geschaffene verbessern“, wie Jagland sagte, kann Europa in eine erfolgreiche Zukunft blicken. Wenn wir nun zurückdenken an Perikles, dann sehen wir, dass wir zu dem gleichen Schluss gekommen sind wie er. Denn wir können nicht nur durch Worte die Stille vertreiben, sondern auch unsere Taten für sich sprechen lassen. Der Satz „Ein stiller Bürger ist kein guter Bürger“ gilt wie so Vieles der Griechen bis heute und hat in zweitausend Jahren nichts an seiner Aktualität verloren. Das Wohlergehen einer Gemeinschaft hängt von ihren Mitgliedern ab. Nur wer sich für seine Gemeinschaft einsetzt, ist ein guter Bürger.
  • 8. Seite |8 Quellenverzeichnis Gehler, Michael (2010). Europa. 1. Auflage, München: Olzog Verlag GmbH Broschüre Europa 2012 des Europäischen Parlaments Reichstein, Ruth (2012). Die 101 wichtigsten Fragen: Die Europäische Union. 1. Auflage, München: Beck Frisch, Stephan (2007). Taschenatlas Europäische Union. 3.Auflage, Stuttgart: Klett Weeber, Karl-Wilhelm (2012). Hellas sei Dank! Was Europa den Griechen schuldet. 1. Auflage, München: Siedler Verlag Winkler, Ulrich (2004). Kompakt-Wissen Geschichte Abitur, 1. Auflage, Freising: Stark Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG Abromeit, Heidrun (2002). Wozu braucht man Demokratie? Das Individuum und seine Autonomie. 1. Auflage, Opladen: Leske + Budrich Dr. Reichinger, Martin (2010). Mensch & Politik. 1. Auflage, Braunschweig: Schöningh Winklers GmbH http://www.gottwein.de/Grie/thuk/thuk2034.php (10.11.12) http://de.wikipedia.org/wiki/Gefallenenrede_des_Perikles (10.11.12) http://europa.eu/index_de.htm (17.11.12) http://de.wikipedia.org/wiki/Eu (23.11.12) http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/35799/verfassung-der-europaeischen- union (09.12.12) http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_%C3%BCber_eine_Verfassung_f%C3%BCr_Europa (09.12.12) http://www.hrw.org/world-report-2012 (15.12.2013)
  • 9. Seite |9 http://www.avaaz.org/de/index.php (15.12.2013) http://www.tagesschau.de/ausland/eu-nobelpreis108.html (04.01.2013) http://www.tagesschau.de/ausland/eu-nobelpreis104.html (04.01.2013) http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/nobelpreis-fuer-europaeische- union-der-preis-des-friedens-11988640.html (04.01.2013) http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-12/eu-nobelpreis-oslo (04.01.2013) http://www.spiegel.de/politik/ausland/friedensnobelpreis-geht-an-eu-a-860905.html (04.01.2013) http://www.ftd.de/politik/europa/:mythen-europas-mehr-begeisterung-fuer-europa-aber- wie/70117287.html (26.01.2013) http://www.ftd.de/politik/europa/:mythen-europas-taugt-die-eu-als-vorbild-fuer-die- welt/70114303.html (26.01.2013) http://www.ftd.de/politik/europa/:pro-und-contra-bruessel-schuetzt-uns-die- eu/70111656.html (26.01.2013) http://ec.europa.eu/citizenship/about-the-europe-for-citizens-programme/how-to-take- part/index_en.htm (26.01.2013)