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Tobias Jenert & Taiga Brahm
Entwicklung der Motivation von Studierenden der Wirtschafts-
wissenschaften im ersten Studienjahr – eine Mixed-Methods-Studie
 Forschungsziele
 Theoretischer Rahmen
 Quantitative Studie: Methodik, Sample und Ergebnisse
 Qualitative Studie: Methodik, Sample und Ergebnisse
 Diskussion
2
Motivationsentwicklung im ersten Studienjahr –
eine Längsschnittstudie
Die Studie zielt darauf ab, die Entwicklung der Studienmotivation im ersten
Studienjahr an der Universität St.Gallen längsschnittlich zu erfassen.
Forschungsfragen
 Wie entwickeln sich intrinsische und extrinsische Motivation sowie der
Aufgabenwert der Studierenden im Verlauf des ersten Studienjahres?
 Welche Faktoren können diese Entwicklung erklären?
3
Ziele und Forschungsfragen
 Fazey & Fazey (1998): Die Studienmotivation bleibt über die ersten
beiden Jahre hinweg relativ stabil.
 Jacobs & Newstead (2000): Grössere Diversität der Interessen
Studierender zu Studienbeginn. Das Interesse für Fächer,
Lernerfahrungen und Kompetenzen geht im zweiten Jahr zurück und
verbreitert sich im dritten Jahr wieder.
 Brahm & Gebhardt (2011): Die extrinsische Studiemotivation geht im
Studienverlauf kontinuierlich zurück. Die intrinsische Motivation steigt
nach einem Rückgang im Bachelor im Master wieder an.
4
Theoretischer Rahmen
 Hypothese 1
Die intrinsische Motivation steigt im ersten Jahr leicht an.
 Hypothese 2:
Die extrinsische Motivation bleibt im ersten Jahr relativ stabil.
 Hypothese 3:
Der Aufgabenwert steigt im ersten Jahr leicht an.
5
Hypothesen
Quantitative Studie
 Längsschnittstudie mit 3 Messzeitpunkten (erste Messung noch vor
Studienbeginn).
 Universität St. Gallen: Business School mit ca. 1000
StudienanfängerInnen pro Jahr, insgesamt ca. 7000 Studierende.
Begrenzter Fächerumfang: BWL, VWL, Recht, Interational Affairs.
 Datenanalyse mit SPSS und Mplus
7
Methodik
t1 – Aug. ‘11
intrinsic
motivation
extrinsic
motivation
task
motivation
t2 – Dez. ‘11
intrinsic
motivation
extrinsic
motivation
task
motivation
t3 – April ‘12
intrinsic
motivation
extrinsic
motivation
task
motivation
assessment
Contextual factors (e.g. self-efficacy, anxiety instructors’ quality)
8
Methodik:Verlauf der Erhebungen
Instrument Autoren (wenn nicht selbst
entwickelt)
Cronbachs
Alpha
Einstellung gegenüber der
Universität
Ajzen, 1991 0.724-0.853
Erfahrungen mit der Schule Similar to Rohlfs, 2010 0.76
Normatives Verhalten 0.722-0.793
Freude Titz, 2011; Pekrun et al., 2005 0.661-0.807
Angst Titz, 2011; Pekrun et al., 2005 0.715-0.788
Selbstwirksamkeit Schwarzer & Jerusalem, 1999 0.779-0.846
Atmosphäre unter den
Studierenden
Wosnitza, 2000; Multrus et al.,
2008
0.781
Qualität der Lehrenden Lübeck, 2009 0.698-0.702
Intrinsische Motivation Grätz-Tümmers, 2003 0.730-0.784
Extrinsische Motivation Pintrich et al., 1991 0.638-0.774
Interesse Pintrich et al., 1991 0.716-0.733
Qualität der Prüfungen 0.77
Methodik:Verwendetes Instrument
 Insgesamt ist das Sample für die Studierendenpopulation im ersten
Jahr repräsentativ.
10
Sample
t1 t2 t3
Anzahl 820 413 285
Alter 19.57 19.53 19.56
Geschlecht 35.4% weiblich,
64.2%
männlich
35.4% weiblich,
64.2% männlich
33.9%
weiblich,
66.1%
männlich
Nationalität CH: 73.9%
D: 18.8%
A: 1.6%
LI: 0.9%
Andere: 4.9%
CH: 70.9%
D: 22.5%
A: 2.2%
LI: 1%
Andere: 3.4%
CH: 70.7%
D: 23.2%
A: 2.1%
LI: 0.7%
Andere: 3.2%
Entwicklung der unterschiedlichen motivationalen
Konstrukte über das erste Studienjahr
0.0
1.0
2.0
3.0
4.0
5.0
6.0
t1 t2 t3
intrinsic motivation
extrinsic motivation
task motivation
Einflüsse auf die Motivationsentwicklung
t3
Aufgaben-
wert
Intrinsische
Motivation
Extrinsische
Motivation
t1
Selbstwirksamkeit .379** .168** .102
Freude .188** .407** .277**
Angst -.297** -.173** -.090
t2
Selbstwirksamkeit .423** .237** .123
Freude .208** .651** .562**
Angst -.385** -.191** -.045
Atmosphäre unter den
Studierenden
.132 .233** .196*
Qualität der Lehrenden .155* .250** .294**
Qualitative Studie
 Entwickelt sich die Motivation kontinuierlich («umgekehrter
Deckeneffekt») oder lassen sich spezifische Ereignisse mit der
Motivationsentwicklung verbinden?
 Inwieweit gibt es verschiedeneTypen von Studierenden in Bezug auf die
Motivationsentwicklung?
Offene Fragen auf Basis der quantitativen Daten
Methode: 5 Interviews im ersten Studienjahr (Interview 1 strukturiert;
Interviews 2-4 narrativ), parallel zur quantitativen Studie.
Sample: 14 Studienanfänger/-innen 2011/12; w = 5, m= 9
Die Interviews wurden nach «wichtigen» Ereignissen angesetzt (Deadline
erstes «term paper», «Lernphase» für Prüfungen).
Datenanalyse mithilfe grafischer Verfahren zur längsschnittlichen
Darstellung.
Methodik: Qualitative Längsschnittstudie
Individuelle Entwicklung von
Motivation im Verhältnis zum
wahrgenommenen Verhalten
signifikanter Personen(-gruppen)
an der Universität.
Coping‐Strategien im Falle von
Diskrepanz zwischen
Motivationslage und dem
wahrgenommenen Verhalten
signifikanter Personen(-gruppen).
Ergebnisse
Die Motivation der Studierenden scheint mit spezifischen Ereignissen verknüpft zu
sein und zu «springen» anstatt sich kontinuierlich zu entwickeln.
«Die mündliche Prüfung war dann schon so ein bisschen - also es war die erste
mündliche Prüfung an der Uni, und die war schon irgendwie mega komisch. Also
der Schwerpunkt war eigentlich nicht wirklich auf dem Wichtigen, sondern - also es
hat eigentlich gezeigt, auch im Gespräch mit den anderen, dass es primär darum
geht, dass man auswendig lernt, und also wirklich alles auswendig lernt, und nicht,
ja, keine Ahnung. Und das war dann schon ein bisschen so ein Dämpfer, weil, ja
keine Ahnung, ich wurde dann so total banale, also ich musste dann so total banale
Sachen beantworten, wo ich dann so dachte, all right. […]Aber ich denke auch, das
war so ein Statement von der Uni für das erste Jahr. Dass man wirklich so weiss "ok,
alles auswendig lernen", wirklich alles.»
Muster der Motivationsentwicklung
 Starker Einfluss des Prüfungs-Systems
 Inhaltsmenge ist wichtiger als die intellektuelle Herausforderung 
«Desillusionierung»
 Ominpräsenz potentieller Arbeitgeber  Starker Fokus aufVerwertbarkeit des
Studiums
 Grosse Bedeutung von sozialemVergleich mit den Peers durch Selektivität des
ersten Jahres
Strukturelemente mit Einfluss auf die Motivation
 Studierende mit hohem Engagement und einer kritischen Grundhaltung sind
stärker von Demotivation gefährdet.
 Studierende mit einer gewissen emotionalen Distanz und wenig ausgeprägten
Erwartungen an das Studium scheinen sich weniger stark motivational zu
entwickeln.
«Ich habe mir ja vorgenommen, dann im Januar meine Lernaktivitäten zu
konzentrieren und das ist, also ich habe viel weniger gelernt, als nötig gewesen
wäre. Also ich muss es so sagen, es hat abgenommen lustigerweise. In der ersten
Woche war ich noch motiviert gewesen und dann habe ich einfach immer weniger
gelernt auf die Prüfungen zu. Und ich habe glaube ich auch mal gesagt, dass ich so
ein bisschen schauen wollte, was es leiden mag. […] Die Prüfungen sind eigentlich
relativ flüssig gegangen, ich hatte auch sonst in der Vergangenheit nie
Prüfungsangst oder solche Dinge, ich schreibe einfach die Dinge hin, die ich weiss,
und sonst ist es ok. Also ich bin da nicht so irgendwie, es hat auch geklappt in dem
Sinne, dass ich da schön auf der Note 4 bin.»
Studierendentypen und Motivationsentwicklung
Kontakt
Dr. Tobias Jenert Prof. Dr. Taiga Brahm
tobias.jenert@unisg.ch taiga.brahm@unisg.ch
Team Hochschulentwicklung
Institut für Wirtschaftspädagogik
Universität St. Gallen
www.hochschulentwicklung.ch

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2014 03 gebf-motivation-mixed-methods-v2

  • 1. Tobias Jenert & Taiga Brahm Entwicklung der Motivation von Studierenden der Wirtschafts- wissenschaften im ersten Studienjahr – eine Mixed-Methods-Studie
  • 2.  Forschungsziele  Theoretischer Rahmen  Quantitative Studie: Methodik, Sample und Ergebnisse  Qualitative Studie: Methodik, Sample und Ergebnisse  Diskussion 2 Motivationsentwicklung im ersten Studienjahr – eine Längsschnittstudie
  • 3. Die Studie zielt darauf ab, die Entwicklung der Studienmotivation im ersten Studienjahr an der Universität St.Gallen längsschnittlich zu erfassen. Forschungsfragen  Wie entwickeln sich intrinsische und extrinsische Motivation sowie der Aufgabenwert der Studierenden im Verlauf des ersten Studienjahres?  Welche Faktoren können diese Entwicklung erklären? 3 Ziele und Forschungsfragen
  • 4.  Fazey & Fazey (1998): Die Studienmotivation bleibt über die ersten beiden Jahre hinweg relativ stabil.  Jacobs & Newstead (2000): Grössere Diversität der Interessen Studierender zu Studienbeginn. Das Interesse für Fächer, Lernerfahrungen und Kompetenzen geht im zweiten Jahr zurück und verbreitert sich im dritten Jahr wieder.  Brahm & Gebhardt (2011): Die extrinsische Studiemotivation geht im Studienverlauf kontinuierlich zurück. Die intrinsische Motivation steigt nach einem Rückgang im Bachelor im Master wieder an. 4 Theoretischer Rahmen
  • 5.  Hypothese 1 Die intrinsische Motivation steigt im ersten Jahr leicht an.  Hypothese 2: Die extrinsische Motivation bleibt im ersten Jahr relativ stabil.  Hypothese 3: Der Aufgabenwert steigt im ersten Jahr leicht an. 5 Hypothesen
  • 7.  Längsschnittstudie mit 3 Messzeitpunkten (erste Messung noch vor Studienbeginn).  Universität St. Gallen: Business School mit ca. 1000 StudienanfängerInnen pro Jahr, insgesamt ca. 7000 Studierende. Begrenzter Fächerumfang: BWL, VWL, Recht, Interational Affairs.  Datenanalyse mit SPSS und Mplus 7 Methodik
  • 8. t1 – Aug. ‘11 intrinsic motivation extrinsic motivation task motivation t2 – Dez. ‘11 intrinsic motivation extrinsic motivation task motivation t3 – April ‘12 intrinsic motivation extrinsic motivation task motivation assessment Contextual factors (e.g. self-efficacy, anxiety instructors’ quality) 8 Methodik:Verlauf der Erhebungen
  • 9. Instrument Autoren (wenn nicht selbst entwickelt) Cronbachs Alpha Einstellung gegenüber der Universität Ajzen, 1991 0.724-0.853 Erfahrungen mit der Schule Similar to Rohlfs, 2010 0.76 Normatives Verhalten 0.722-0.793 Freude Titz, 2011; Pekrun et al., 2005 0.661-0.807 Angst Titz, 2011; Pekrun et al., 2005 0.715-0.788 Selbstwirksamkeit Schwarzer & Jerusalem, 1999 0.779-0.846 Atmosphäre unter den Studierenden Wosnitza, 2000; Multrus et al., 2008 0.781 Qualität der Lehrenden Lübeck, 2009 0.698-0.702 Intrinsische Motivation Grätz-Tümmers, 2003 0.730-0.784 Extrinsische Motivation Pintrich et al., 1991 0.638-0.774 Interesse Pintrich et al., 1991 0.716-0.733 Qualität der Prüfungen 0.77 Methodik:Verwendetes Instrument
  • 10.  Insgesamt ist das Sample für die Studierendenpopulation im ersten Jahr repräsentativ. 10 Sample t1 t2 t3 Anzahl 820 413 285 Alter 19.57 19.53 19.56 Geschlecht 35.4% weiblich, 64.2% männlich 35.4% weiblich, 64.2% männlich 33.9% weiblich, 66.1% männlich Nationalität CH: 73.9% D: 18.8% A: 1.6% LI: 0.9% Andere: 4.9% CH: 70.9% D: 22.5% A: 2.2% LI: 1% Andere: 3.4% CH: 70.7% D: 23.2% A: 2.1% LI: 0.7% Andere: 3.2%
  • 11. Entwicklung der unterschiedlichen motivationalen Konstrukte über das erste Studienjahr 0.0 1.0 2.0 3.0 4.0 5.0 6.0 t1 t2 t3 intrinsic motivation extrinsic motivation task motivation
  • 12. Einflüsse auf die Motivationsentwicklung t3 Aufgaben- wert Intrinsische Motivation Extrinsische Motivation t1 Selbstwirksamkeit .379** .168** .102 Freude .188** .407** .277** Angst -.297** -.173** -.090 t2 Selbstwirksamkeit .423** .237** .123 Freude .208** .651** .562** Angst -.385** -.191** -.045 Atmosphäre unter den Studierenden .132 .233** .196* Qualität der Lehrenden .155* .250** .294**
  • 14.  Entwickelt sich die Motivation kontinuierlich («umgekehrter Deckeneffekt») oder lassen sich spezifische Ereignisse mit der Motivationsentwicklung verbinden?  Inwieweit gibt es verschiedeneTypen von Studierenden in Bezug auf die Motivationsentwicklung? Offene Fragen auf Basis der quantitativen Daten
  • 15. Methode: 5 Interviews im ersten Studienjahr (Interview 1 strukturiert; Interviews 2-4 narrativ), parallel zur quantitativen Studie. Sample: 14 Studienanfänger/-innen 2011/12; w = 5, m= 9 Die Interviews wurden nach «wichtigen» Ereignissen angesetzt (Deadline erstes «term paper», «Lernphase» für Prüfungen). Datenanalyse mithilfe grafischer Verfahren zur längsschnittlichen Darstellung. Methodik: Qualitative Längsschnittstudie
  • 16.
  • 17. Individuelle Entwicklung von Motivation im Verhältnis zum wahrgenommenen Verhalten signifikanter Personen(-gruppen) an der Universität. Coping‐Strategien im Falle von Diskrepanz zwischen Motivationslage und dem wahrgenommenen Verhalten signifikanter Personen(-gruppen).
  • 19. Die Motivation der Studierenden scheint mit spezifischen Ereignissen verknüpft zu sein und zu «springen» anstatt sich kontinuierlich zu entwickeln. «Die mündliche Prüfung war dann schon so ein bisschen - also es war die erste mündliche Prüfung an der Uni, und die war schon irgendwie mega komisch. Also der Schwerpunkt war eigentlich nicht wirklich auf dem Wichtigen, sondern - also es hat eigentlich gezeigt, auch im Gespräch mit den anderen, dass es primär darum geht, dass man auswendig lernt, und also wirklich alles auswendig lernt, und nicht, ja, keine Ahnung. Und das war dann schon ein bisschen so ein Dämpfer, weil, ja keine Ahnung, ich wurde dann so total banale, also ich musste dann so total banale Sachen beantworten, wo ich dann so dachte, all right. […]Aber ich denke auch, das war so ein Statement von der Uni für das erste Jahr. Dass man wirklich so weiss "ok, alles auswendig lernen", wirklich alles.» Muster der Motivationsentwicklung
  • 20.  Starker Einfluss des Prüfungs-Systems  Inhaltsmenge ist wichtiger als die intellektuelle Herausforderung  «Desillusionierung»  Ominpräsenz potentieller Arbeitgeber  Starker Fokus aufVerwertbarkeit des Studiums  Grosse Bedeutung von sozialemVergleich mit den Peers durch Selektivität des ersten Jahres Strukturelemente mit Einfluss auf die Motivation
  • 21.  Studierende mit hohem Engagement und einer kritischen Grundhaltung sind stärker von Demotivation gefährdet.  Studierende mit einer gewissen emotionalen Distanz und wenig ausgeprägten Erwartungen an das Studium scheinen sich weniger stark motivational zu entwickeln. «Ich habe mir ja vorgenommen, dann im Januar meine Lernaktivitäten zu konzentrieren und das ist, also ich habe viel weniger gelernt, als nötig gewesen wäre. Also ich muss es so sagen, es hat abgenommen lustigerweise. In der ersten Woche war ich noch motiviert gewesen und dann habe ich einfach immer weniger gelernt auf die Prüfungen zu. Und ich habe glaube ich auch mal gesagt, dass ich so ein bisschen schauen wollte, was es leiden mag. […] Die Prüfungen sind eigentlich relativ flüssig gegangen, ich hatte auch sonst in der Vergangenheit nie Prüfungsangst oder solche Dinge, ich schreibe einfach die Dinge hin, die ich weiss, und sonst ist es ok. Also ich bin da nicht so irgendwie, es hat auch geklappt in dem Sinne, dass ich da schön auf der Note 4 bin.» Studierendentypen und Motivationsentwicklung
  • 22. Kontakt Dr. Tobias Jenert Prof. Dr. Taiga Brahm tobias.jenert@unisg.ch taiga.brahm@unisg.ch Team Hochschulentwicklung Institut für Wirtschaftspädagogik Universität St. Gallen www.hochschulentwicklung.ch