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ORGAN DESZENTRALRATS DER FREIEN DEUTSCHEN JUGEND
10. Jahrgang / Nr. 28 Donnerstag, den 2. Februar 1956 Preis 10·Pf.
Eis und Sonne in Berlin
. .
Zauberwort: SChlittschllhe
r
' Uber 50 Eisbahnen in:Berlin / 3J)00 Jugendliebe im Jahn-Sportpark
Nicht
zurückweichen
Berlin {Eig. Ber.). Kälte und Sonnenschein
- das ist so recht nach dem Geschmack der
Berliner Jugend. .,Schlittschuhe" heißt für sie
in diesen Tagen das. Zauberwort. Und so tum-
melt sich jung und alt auf den über fünfzig
Eisbahnen im Stadtgebiet und den zugefrore-
Qffene
le.
rnen
 ·
*
·_Günter Hei:nze; Ro-
lond Köhler, Ruth
Schulze 'uncl .Heigo ,
K
_
unze, gehören zu
den ersten, ' die an
der · neugegründeten •
Fachschule,für Eisen-
bahnwesen in Dres-•
den studieren. . So
wie -~n Dresd,eui·.. ent~
standen 'in. den letz-
ten Jahren übemll in
unse-rer Republik
neue moderne Hoch-
schul,en und:lnstjtute
leicJ,enerlclärung.}_
W Hochsch~le
~ Akademie
0.lnstitut
Am vergangenen Wochenende trafen nen Kanälen und, Seen des Bezirks Köpenick.
sich 1500 Teili:,ehmer an der Jugend- Eine der größten von den 42 Spritzeis- · ~:;;;::::;===========-"_.
WQ
eGüstrow
weihe aus dem Bezirk Schwerin zu Kul- bahnen, welche die Arbeiter in allen Bezirken ··· ·
~r~:~~~'tir:~:ni::~ü~~~i~t~::~~t~ fdril}t~:i~!!:~T;N!~~;!:~~;~t~t:t~1;= - :_~-~_'._
-_:_~-~-.:_._-;:_-,·~::.)}_)·'be ,
stodt. Der Ortsausschuß Wes~regeln gendliche, die sich auf schnellen ,Kufen über _ .- -
ermöglichte für die reilnehmer an der das in der Sonne blitzende Eis bewegen. In · : ·· ·· • Stoa1r,
Jugendweihe eine Theaterfahrt noch deri Abendstunden ist dann die 12 000 qm :·:_:_.·_-~_.' -· · e,nW BERLIN
Sk
_otamßmfuertn. Julngevniedll~,cnheOrrtegeen1m·uo„nß~1g Kzureidseenn große Eisfläche rlurch eine 20 000 Watt Licht- . :::-"<J JBabelsbe,,
,:9 •.•~
anlage taghell .erleuchtet. so daß sie bis -
21 Uhr · · , ' ~
Jugendstunden zusammen. benutzt werden kann. · -:·. ::::·-.'-:•:,· Potsdam□ ·
. Aber das ist noch nicht überall so. Wird's denn so gehen, Höhepunkt des Eissports wird das Wochen- :_-"_::_:°::•:•_.,; ~ • •
Von den Schulabgängern der Grund- ende .sein. an dem auf den meisten Plätzen, ._:_
:-_::;.:.;; · W Magdeburg ..
schule fn Heinrichs bei Suhl meldeten Jutta? Paß nur auf deine vor allem in Köpenick und Treptow; große Eis- ·
sich bisher nur wenige zur Jugendweihe ·Nase auf, sie f,riert sonst ab feste stattffnden. ·::::? D • ·
an. Das erzählte uns Ella Neumann, :. Neugattersfeben
~d,u:i!o~tll=i':~n~~~~'.erleiterin der Grund- Wann wird endgültig ~ufgeräumtt :-:-·.-;.· Halle~ - -
Leider wa-
r das auch .schon alles, was D leuna-Merse•• • Leipzig .
Ella von den Vorbereitunge,n zur Jugel')d- , Kreistag Güstrow beriet über KH,tiken de1· ,,Jungen Welt" • burg W O -Meißen·_
weihe berichten konnte. Als sie bei ihrer Güstrow {Eig. Ber.). Mit. den Kri- der
_s darauf .an, daß der Kreistag die Mühlhausen o·· d...__.;:_
·
t A h ·t d Elt . ,~ • Etfurt . • res ~en--.; . ,-::-:.
S~~~~bg~s~~:~~ e~i~~t 9~:[ch e:~e~~:~ !~!~~endetn ct~~n~e;s ~=~;a :"nt~1;1
~t~~~e d~~vö~~e;~nnJ in~~~essi::~ D .. 11 • • •D ~ ~':f/f·
daß die Eltern einer Drohung des d LPG .. . Denn nur dann sei es möglich di • . , . Karl-Marx- ,._:--:~::·:::·:::;
Pfarrers entgegentreten, gab sie den er B_
raunsberg beschaft1gte , 1· , . , . , .., • , e • // . d .......... .
'Kämn
pr 'a,uf. Die ' Pi6riieroöteilmg 'der -~Ich ~am ,,rEhemstiag ,•der Kreistag .m. ~[~.,,,:W#.',t~b,~
...~t'""'~ ~ !Q~ er ., menau · . Sto ,t .,(·':'):·-:-:-·.•;;_.·.-: ··
i< · . o·· t - . A f • c · t .ugenffar-'be.
JJ zu ..,ese'i11gep ;;-. _ .. );_ · ' •1;,t ~·'.'l"P r;_,· - -,~
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Ober die Folgen eines solchen klein- - über die wir berichteten _ noch '!l.J:1? ln•idem sehr au,s'fuhrhch •die Ar-
mütigen Zurückweichens machen sich immer nicht alle Mängel und Schwä- be1t unte_
r de_r Juge_nd ~_uf' d_em L~nde '
viele Pionierleiter und FDJ-Leitungen eben be it' t . d D S k t" d ,behandelt wird. Wie mit Hilfe dieses
noch wenig Gedanken. Sie überlegen se ig srn · er e re ar es Beschlus~es in der MTS Zehna und
nicht daß es die erste Pflicht des Zentralrats der FDJ, Wolfgang auf 'der ' LPG Braunsberg endgültig
Pionterleiters ist, die Interessen der steinke, der an der Sitzung teil -- aufgeräumt · wirÖ, . berichtet die
ihnen anvertrauten Kinder Immer und nahm, sagte, es komme jetzt beson- .,Junge Vl:elt"· demnächst.
gegenüber allen zu vertreten. ,
NATO-Fragebogen· in Berufss,ch~len
Söldnerkartei über Westberliner Jugendliche angelegt
Berlin {Eig. Ber.).
Auch die Westberliner
.Jugend ist von der
Aufstellung 'einer
NATO-Armee bedroht.
Dafür sprechen fol-
gende alarmierende ·
Tatsachen: Zur Anle-
. gefragt,· w~s- der Lehr-
betrieb anfertigt. Offen-
sichtlich geschah· das,
um nicht durch Rekru-
Unsere Karte zeigt
die im ersten Fünf,;
johrplon neugegrün~
deten Hochschulen .
für Zootechnik (GÜ➔
strow): für Schwer.;
maschinenbau
(Magdeburg): für
Fi nanzwi-
rtschoft,
Filmkunst, ' Agrar~
Ökonomie (Pots-
dam): für Außen.
hondel (Stacken);
für Binne~handel,
Bou'wesen' (Leipzig);
für LPG {Meißen);
für Chemie . (Leuna;
.Merseburg); für ··
Verkehrswesen, . Mu•
sik (Dr.esdei:i): für
Moschinetnbau (Karl-
Ma,rx-Sto,dt): · für
Elektrotechnik
(llmeno,u). In . Dre~
den, Erfurt · und
Magdeburg .wurden
je eine medizinische ·
Akademie, in Gü,
strow, Dresden; ·
Leipzig, Halle, Erfu·rt
und Mühlhausen je
· ein Pädagogisches
-Institut und in Pots•
, ~gm ein ,l,~st}~_}ür
,' Ar~hivwesen. ge·
schaffen :"'//',.
,!Ung einer Söldnerkar-
tei wurden 9ieser Tage,
unter Aufsicht der Leh-
rer, die wehrpflichtigen
Schüler der Jahrgänge
1937/38 in der Berufs-
schule Eiswerdkr im Be-
zirk Spandau gezwun-
gen, Fragebogen des
Bonner Kriegsmini-
sters Blank auszufül-
fon. In der KlasseA 133
geschah das sogar un-
ter Aufsicht von drei
Lehrern.
In den Fragebogen
wird unter anderem
tierungsmaßnahmen
die bere~ts angelau-
fene Rüstungsprod1,1k-
tion zu gefährden. Ähil-
liche Tatsachen werden
auch aus anderen Be-
rufsschulen und , dem
Arbeitsamt · Neukölln Ein Lehrossi~tent der' Hochsch.ule für Ba·uweseri i-
n Cottbus ·erklört den
Student,
en die Geräte der Bo,ustoffprüfstel-le Fotos: zentral)ild
, bekannt.
Diese Hilfe der FDJ brauchen auch
di.
e Eltern. Sie geben den DrohungEn
und dem Gewissenszwang mar,cher
Pfarrer r,icht deshalb noch, weil sie olle
mit ihnen etwo einer Meinung wären.
Unsere Eltern wissen heute sehr gut,
daß es ihren Kindern und deren Kennt-
nissen nur zum Vorteil gereicht, wenn
die Schulabgänger iin den Jugendstun-
den von den Rechten und Pflichten eines
jungen Stootsbürgers erfahren und tie-
fer in die Gesetze per Na·tur und· Ge-
sellschaft, in die Eritwicklur,gsgeschichte
der Menschheit, in Kunst und Literatur
eindringen. Wenn sie ihre Kinder trotz-
dem nicht zur Jugendweihe orimelden. so
doch nur desholb nicht, weil sie sich
allein zu schwach fühlen, die Vertreter
g~~g~t~~ ~~esiSchi;an~:;is;~n:;~;;, r------------------------------------------------..;.,.•;r··:.'""'.""""""''"'"""·
.
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Wer soll ihnen aber helfen, die dazu Zivei Millionen kleine Urlauber' •'.:.t ff-'EuT-_
..,_
'
notwendige Kratt ,m gemeinsamen Han- , • .~ i ß
dein aller Eltern zu finden, wenn .nicht W z h "l b · ht t '"b J df„ d 1
die~ Pionierleiter, FDI-Funktionöre und erner sc ei e eric e e u er ugen or erungsp an ' · i •.- . · ' · ·
Lehrer, denen die Entwicklung der Kin- Über zwei Millionen ren K~llegen für die Er- Ergebnisse' des Jugend- haben . ~nd' . _übernah- r.Festverans(altung
der genauso om Herzen liegen muß wie Kinder verlebten 1955 füllung des Volkswirt• förderungsplans 1!!55 men ' ,g!e1chze1t1-g · kqn- 1 · · -
den' Eltern? frohe und unbeschwerte schaft.splans. Ungefähr berichtete per Leiter des krete Verpflichtu'ngen;rnm · i ,- · zum
Es gibt auch nocl, einen ~nderen Ge- Ferientage in den schön- 19 000 Jugendliche mehr Amtes für Jugendfragen, die Durchfühnmg des Ju- ·. ; . ·
sichtspunkt. über den solche Funktionöre sten Gegenden unserer ' als im Jugendförderungs- .Werner Zscheile, dem .Ju- gendförderun~splans i 1~56 .,! '.. ,Tag der/ugend
sehr gründlich nachdenken sollten, um Republik. Unter ihnen be- plan vorgesehen, konnten g5'!ndaus,schuß der Volks- sofort nach -
semer Verkun- ; ,· ,--.. - ,. ..- .
~!~o~~ ~:!h:~t.w~iigb~:u~te~ß:~~e;,_uu~: ~~~en u~~ch }Jnoi;n M!i~ :~hul~9~;/~r:~ne;pä~!t~ . ~~:~~~ ~:~t~_n:~fd~~e!~ f::0711~{:;_el~äßig.,z~ : ~on- i-.
.ü~d des SplJ:rlS ...
bau des Sozialismus Menschen, .welche Westdeutschland 1m Beruf vorbereiten. 60 bis Sitzung tauschten die Ab- Mehrere ,,Abgeordnete t ,
die Wahrheit, ein wissenschaftlich rich- Jahre l9fi4 waren es etwa 62 Prozent sind davon geordneten ihre Erfahrun- berichtetep, .da:ß: Jugepd- J in ·der .•~eutichen', Sporthalle
tiges und von Dogmen und Mystizismus 30 000 westdeutsche Kin_
- Kinder unserer Arbeiter gen aus, die sie bei der li'che in· zahlreichen Be- .: Es spricht
freies Weltbild besitzen, die sich die der, die ·sich an der Fe• und Bauern. Erfüllung des Jugend- trieben ihren Jugendförqe- f · .
Wissenschaft von den Gesetzen iin No- rienaktion beteiligten. Das·- und viele andere förderungsplans gemacht rungsplan nur „ deshalb ; der Erste Stellvertriite-
r des Vor~ :
tur und Gesellschaft aneignen. Mit großer Begeiste- wenig unterstützen konn- ; sitzenden des Ministe~r~ts _.... i
Diejenigen Pionierleiter und FDJler, rung sind Jugendliebe un- :.....:.;;;..,- ten, weil sie ihn zum -- Teil i, ·
die vor solchen ideologischen Ausein- serer Republik von Ferien- gar_ nicht kannten. .. -,,Die 1· walter l:Jlh~icbt ,: .
h d
. aufenthalten aus den Län- Jugend muß,unbedin·
gt ,an' - .. · ' - , 1·
andersetzur,qen zurückweic en un wie •
der Vogel Strauß ihren · Kopf in den dern der Volksdemokra- d_~r ~usanbeitung dieses f'. Die ·neuen-Meister des Sports ' ,
Sand stecken, vertreten · unsere Sache tie zurückgekehrt. Sie fur sie · so ,bedeutsamen •: ' ' · stelie · h · · .. ·
schlecht, überlassen die Erziehung irgend hatten im vergangenen ' P~ans ..9eteiHgt- . ·werden, i, . -' . · .n sic · vor ,
jema,nd anderem. Jahr durch den Austausch -d~11n _
_
wird _
sie . auch · um •i·· Anschließend.. großes Kultur.•
vön Touristengruppen Ge• die Losung der .,Pr0bleme . . . . . T . - ,-, ,. . ,
Eine abwartende, neutrale Haltung !egenheit, in ' der Hohen kämpfen", .sagte der Ab- : · progra,mm I_ onz oh_ne Pause mit .
von FDJ-Funktionären im ideologischen Tatra zu wan,dern oder !!e9rdnete dei; FDJ ~Fr';ik- ·i den Orchestern _
Heinz Igel·. und :'
Kampf bringt uns nicht voran. -Nur eine durch Warschau zu bum- •tion uhd ' ,,Sek.retär ·de.s i Erich $chneiäewind
offens;ve, komeradschoft!ich geführte mein. Zentralrats der , FDJ, Wer-·
Diskussion mit den Jugendlichen und Im letzten Jahr wurde ,.,.,%;tt,,i111Jii ner Felfe. _
.,Es rriuß' endlich • . Einlaß: 17.30 ;· Begi,nn::18.30 .
Eltern hil~. a1ten Ungeist qus den auch die Initiative der ,Ju- ·• Schluß gemacht werden· : · ·
Köpfen junge, Menschen zu _verjagen gendltchen in der Produk- F::;-)G,uE·f:~ ,;.rllJ}y}ij<'j'.föC -·:' •'• mlt der schädlicheri Auf~ f.Karten sind ü~r ·die_ FDJ-Kreis- ::
und an seine Stelle soziolistisches Be- tion stark entwickelt. Ge- ,,.._, ..,,,.,.,,,,,,.,,... •
.w
.,-,,.,,,,,,,.,....··-~ ·. Fassung .· ·.vie.ler ' F1.,1nktio• ; leitungen zu •er~olten
wußtsein, liebe und Treue zur Seche der genwärtig arbeiten in r:le1 .,. .: näre der . FDJ und des ;
Arbeiterklasse tief in die Hirne und DDR etwa 9000 Jugend- L ; }//'} t'../:.c / >?:/:·< ' '. FDGB. daß der Jugend- : Qie Veranstaltung wird .vom Fer~--
sehfunk direkt ilbertragen.
Herzeii oller Jurigen und Mädchen zu brigaden und etwa 6000 - 1
• föi-derung~plan nur ein . t
pflanzen. Und gerade das brauchen wir Kontrollposten der FDJ Tausenden jungen ,Sk,hoserl'n, werdein durch den Jugend- _ _f:nhang zum Betriebskai- i
für unseren Aufbau. gemeinsam mit ihren älte· förderungsplan frohe Wintertage bereitet Foto: G1eb~l lektivv,er_
trag ·ist." .. !"."''""""!'"'"'"""""""""""'-
..
Sicherheit für alle
Neue weitgehende Vorschlä.ge un- Frist aufgelöst werden, wenn steh das
terbreiteten die Teilnehmer des War- Vertrauen zwischen den Staaten ge-
aehaue, Vertrages (Albanien, Bulga- nügend gefestigt hat. Bekanntlich
rien, Ungarn, DDR, Polen, Rumänien, enthält auch der Warschauer Vertrag
UdSSR und CSR) auf der Prager Ta- eine Klausel, daß er mit dem Ab-
gung des Politischen Beratenden Aus- schluß eines Vertrages über die kol-
schusses der Weltöffentlichkeit. Es sind lektive Sicherheit in Europa außer
Vorschläge _
der ver- - - ------ - - - - - - -•
-- Kraft tritt.
schiedensten Art, Für ein ·solches
f~te!llez!ögt~~= Was brachte Prag? (1) f:::i~1:n de;i~~;:
atändigung geben, heit, mit dem die
wenn man nur auf NATO und der
aeiten der Westmächte den ehrlichen Warschauer Vertrag verschwin-
Willen zur Verständigung aufbringt. den, treten die Unterzeichner-
Greifen wir uns heute eine Frage st!Zaten der Prager Deklaration wei-
aus dieser Deklaration heraus, das terhin ein. Sie sind bereit, auch alle
Problem der kollektiven Sicherheit Vorschläge zu erörtern, die diese
fn Europa, für das die Teilnehmer- Aufgabe erleichtern würden. Weiter
1taaten erneut eintraten. Von Ent- wurde in _Prag vorgeschlagen, zu-
apannung oder Sicherheit kann in nächst ein A bkommen zwischen
Europa solange nicht die Rede sein. einem Teil der europäischen Staaten
wie die amerikanische Politik der einschließlich der UdSSR, Groß-
Militärblocks Spannungen in Europa britanniens, Frankreichs und der
und in der Welt hervorruft. Diese USA zu schließen, wenn noch nicht
Politik hat mit dem friedlichen alle europäischen Staaten für ein
Nebeneinanderbestehen von Staaten System· der kollektiven Sicherheit zu
nichts zu tun. Folgerichtig lehnen es gewinnen sind. Das ist einer der Vor-
auch immer mehr Staaten in der Welt schläge, die in der Prager Deklara-
ab, sich an solchen Militärpakten zu tion gemacht wurden, um den Frie-
beteiligen, wie zum Beispiel lndien den zu festigen. Sepp Horlamus
oder die arabischen Länder.
Wie gehabt . ..
Wie die amerikanische Nachrichtenagentur AP meldete; erklärte ein Vertreter
des Bonner Kriegsministers Blank anläßlich einer Sonderaufführung des ame-
rikanischen Kriegs-Propagandafilms „Sprung auf, marsch, marsch" in Bonn,
der westdeutsche Soldat müsse .zur automatischen Kampfmaschine erzogen
werden,"
-
,-.. S--, ~
-.;;;=---== - ---
~ ~ -
..... ......
-
,,Aber Sergeant, eine gute Maschine hat doch einen .Rü-ckwärtsgang!"
Zeichnung: Klaus Arndt
Das beste und einfachste wäre es
natürlich, alle Militärpakte aufzu-
lösen und statt dessen einen Vertrag
der europäischen Länder abzuschlie-
ßen, der kollektive Maßnahmen aller
Staaten gegen einen Aggressor vor-
sieht. Die letzten Jahre haben jedoch
gezeigt, daß die Westmächte dazu
nicht bereit sind. Deshalb hat die So-
wjetunion vorgeschlagen, daß die be-
stehenden militärischen Gruppierun-
gen beim Abschluß eines kollektiven
Sicherheitssystems nicht sofort, son-
dern erst nach einer bestimmten
Prag dient dem Frieden
Einen neuen „Weltrekord" stellte
in Crema (Italien) der „indische
Fakir" Remo Ten-
ca auf, indem er
sich eingraben ließ
und so 144 Stun-
den lang aus-
harrte. Die Rück-
kehr zum Leben
und den „Welt-
rekord" feierte er
Jugendliche begi:üßen die Deklaration der demokratischen Staaten
Berlin (Eig. Ber.). ,,Ich begrüße die
Beschlüsse der Prager KonfeFenz
und finde es richtig, daß die Natio-
nale Volksarmee der DDR in die
Vereivten Streitkräfte des War-
schauer Vertrages aufgenommen und
Willi Stoph als einer der Stellver-
treter des Oberkommandierenden be-
stätigt wurde. Ich verpflichte mich
deshalb, in der GST aktiv mitzuar-
beiten und nach Vollendung meines
18. Lebensjahres in die Volksarmee
einzutreten und unsere Errungen-
schaften zu verteidigen."
Viele solcher' Briefe - wie diesen
von Günther Lachmann aus Barch-
feld Kreis Bad Salzungen - errei-
chen uns dieser Tage zu der Prager
Deklaration der Teilnehmerstaaten
des Warschauer Vertrages.
So schrieb auch Ruth Hoffmann
aus dem VEB S!mson, Suhl : ,,Die
Beschlüsse der Prager Tagung und
die Aufnahme unserer Volksarmee
in die Vereinten Streitkräfte be-
grüße ich von ganzem Herzen. Aus
diesem Anlaß verpflichte ich mich,
das Schießleistungsabzeichen in Sil-
ber und das Funkleistungsabzeichen
m Bronze bis zum l. Mai 1956 zu er-
ringen."
Den Ersten Stellvertreter des Vor-
sitzenden des Ministerrates, Walter
Ulbricht, erreichte unter anderem ein
Brief, in dem die Lehrlinge und
Lehrausbilder des VEB Zellstoff und
Papierfabrik Trebsen es begrüßen,
daß unsere Volksarmee in die Streit-
l '
kräfte der Teilnehmerstaaten des
Warschauer Vertrages aufgenommen
wurde. Wörtlich heißt es darin: ,,Wir
erkennen daraus, daß unsere Deut-
sche Demokratische Republik ein
wesentlicher Bestandteil des großen
Weltfriedenslagers ist. Wir ver-
sichern, alles zu tun, was für die
Festigung und Stärkung unserer Re-
publik beiträgt und der Erhaltung
des Friedens dient." f95
,.Spiegelfechtereien der USA"
Empörung über die ablehnende Antwort Eisenhowers
Paris '(ADN/Eig. Ber.). Das Nem erhobenen Fäusten entgegentreten.
des USA-Präsidenten Eisenhower Man kann auch nicht länger mit den
zum Vorschlag Bulgaqins über den Bänden in den Taschen antworten",
Abschluß emes Freundschaftsvertra- schreibt die französische Zeitung
ges „war eine große Enttäuschung „Liberation".
für die Millionen einfacher Men- Das italienische Blatt „Paese"
sehen, die die internationale Ent- weist darauf hin, daß eile Antwort
spannung ernst nehmen und sie end- Eisenhowers wie - eine der vielen
lieh durch die' Regiel'Ungen in die Spiegelfechtereirm '.der USA, jeden
;rat uingeset-'llb· sehen möehten. Man• russischen Versu.ch zurückzuweisen"
kann offenen Händen,. nicht mehr mit' erscheine:· ' .. '
..,. ·.,Jr, ,~': • ,, :- ' ~ , ~:1 - ..., !!;t,._,
mit einem Festmahl, das aus Rasier-
klingen, Geschirrscherben und eini-
gen Gläsern Benzin bestand.
gabs Die Leipziger Frühjahrsmesse 1956:
• • • und zum Nachtisch
Stacheldraht in Gelee!
Dem Bauer Da~id' Lloyd aus Da- In diesem Jahr Treiipunht für 41 Länder
ventry überreichte der Postbote Leipziger FrühJ'ahrsmesse g " b E t 1· d ·
einen Scheck vom britischen Land- -~--••1...._ aUf einer Fläche von e,-e en. rs,ma ig wer- wer en, wie ein Vertreter
Wirtschaftsministerium. Doch wie den Belgisch-Kongo, Jugo- des Ministeriums bekannt-
265 000 qm ihre Erzeug- slawien, Syrien, die Re- gab "e1·t u··ber 100 N u
groß war sein Erstaunen, als er auf nisse anbieten. Gegenüber publik Sudan und Para- ' ·• e -
dem Dokument lesen mußte,·daß ihm heiten gezeigt, die viel-
dem Vorjahr wurde die guay als Aussteller ver- fach den Entwicklungs-
das Ministerium sage und schreibe Ausstellungsflächeumrund treten sein. stand des Weltmarkt.es
Null Pfund, Null Schilling und Null 10 000 qm erweitert. Un Mit vielen Neuheiten überschreiten. So zum
Pence angewjesen hatte. Ein gewis- ter den Ländern, die auf B · · 1 · z·
senhafter Beamter war der Ver- der Messe vertreten sein wird die Industrie unserer etspte eme igarrendop-
1 Republik aufwarten. Be- pelwickelmaschine, die m
pf ichtung der Regierung nachge- werden, befinden sich 'h L · tu · s ·t
kommen. dt·e Marktverluste der Bau- b sonders viele Neuheiten 1 rer eis ng em PI zen-
sie zehn mit offiziellen erzeugnis darstellt. In
ern hei Verkäufen unter dem von Berlin (Eig. Ber.). 9500 Kollektivausstellungen. und konstruktive Ver- 8½ Stunden können 28 OOO
der Regierung garantierten Preis Aussteller aus 39 Staaten, Diese Tatsachen wurden besserungen zeigen die Doppelwickel gefertigt
auszugleichen. Der Bauer hatte einen der ,.. Deutschen Bundes- gestern auf einer inter- Volkseigenen Betriebe, or werden, während die
Ochsen ohne Verlust verkauft. republik und unserer nationalen• Pressekonfe- allem des Maschinen- Spitzimleistung der inter-
Das Porto fü-r den Scheck mußte Deutschen'Demokratischen renz des Leipziger Messe- baues. Auf dem Gebiete nationalen Konkurrenz-
der Bauer bezahlen. Republik werden auf der amtes in Berlin bekannt- des Schwermaschinenbaus maschinen bei 21 000 liegt.
IUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIJIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIJIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIJIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIJUllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll.illlllltlllllllllllllllllllllll llllllllllllllll llltllllllllllllllllli
l G •• t b -L bf „44 4 JNotizen von
m as e UL-.1, ge a.,,.,,er.,, einer Ausstellung
Viel zu klein war der Raum in
der Deutschen Sporthalle in der Sta-
linallee in Berlin, um all die Men-
schen zu fassen, die sich die neuen
Uniformen unserer Volksarmee an-
sehen wollten. Es war auch nicht
leicht für die Offiziere der KVP auf
die vielen Fragen, vor allem der jun-
gen Besucher der Ausstellung zu
antworten. ,,Warum heißt der Feld-
webel bei den Seestreitkräften Mei-
ster?" fragte ein 16jähriger. .,Wohin
muß man sich wenden, um in die
Volksarmee aufgenommen zu wer-
den, Genosse?" wollte ein 18jähriger
wissen.
Schon allein diese Fragen zeigten
uns, wie groß die Anteilnahme un-
serer Jugend und der Bevölkerung
an ihrer Volksarmee ist. Daß die
Mehrheit der Besucher die Volks-
armee bereits als einen notwendigen
Bestandteil unseres Lebens betrach-
tet, bestätigte uns auch das Gäste-
buch der Ausstellung, in dem wir
,vahllos blätterten. Da fanden wir
zum Beispiel die Eintragung von
Otto Emmcke: ,,Das Mützenband der
Seestreitkräfte ist unbeclingt abzu-
ändern. Vo1 schlag für die Beschrif-
tung: ,Volksmarine' oder ,Nationale
Seestreitkräfte"'.
Auch BesuchPr aus jenem Teil der
deutschen Haupt~tadt. in dem ame-
rikanische Uniformen das Stadtbild
behPrrschPn und amerikanische Poli-
tik gemacht wirri, kamen. um sich
die Uniformen unserer Volksarmee
anlusehen. Da schrieb Waltraud
Schmidt aus dem französischen Sek-
tcr in das Gästebuch: ,,Besonders für
mich als Westberlinerin hat die
Volksarmee eme große Bedeutung.
Diese Armee wird es ermöglichen,
daß wir in Ruhe und Frieden un-
serer Arbeit nachgehen können."
Kurz und bündig war die Eintra-
gung von H. Klemm, S. Teuscher
und anderer aus Köpenick: ,,Wir
sind mit der Volksarmee und ihrer
Kleidung einverstanden und bereit,
sofort in die Volksarmee einzutre-
ten."
Als wir im Gästebuch weiterblät-
terten, hörten wir hinter uns eine
Stimme: ,,Das sind doch wenigstens
cleutsche Uniformen und nicht so ein
amerikanischer Mischmasch, wie sie
ihn in Westdeutschland haben." In
diesem Moment fiel unser Blick auf
eine Eintragung ln dem Gästebuch,
geschrieben von Herrn Walter: .,Un-
sere Regierung hat wahrscheinlich
vergessen, daß in diesen Uniformen
Menschen gesteckt haben, die dem
deutschen Volk viel Kummer und
Leid gebracht haben. Ich bin der
Meinung, daß dadurch die Uniform
verfehlt wurde."
Neben uns stand ein Hauptmann
der KVP mit ergrauten Haaren, der
gleichfalls diese Zeilen las. ,,Sicher-
lich", sagte er, ,,haben deutsche
Menschen in diesen Uniformen Un-
heil in der Welt angerichtet. Aber
sieh mich an und ich kann hier für
viele, sehr viele deutsche Arbeiter
sprechen. Ich war damals 1921 da-
bei, als die Armee der Arbeiter„ die
Rote Ruhrarmee, gegen die Mllitari-
s!en und Kapitalisten
gekämpft hat. Welche
Uniform hatten wir
an? Es waren feld-
graue. Und es waren
auch keine schlechten
Uniformen. Wir tl'll-
1-'.e damals allerdings
keine Kokarden des
Kaiserreiches, son-
dern rote Armbinden.
Und wir kämpften
:rnch nicht für mili-
t~iristische Generale
und für die Kapita-
listen, sondern gegen
sie, für die Sache der
Arbeiter und Bauern.
Es gab auch im zwei-
ten Weltkrieg deut-
sche Soldaten und
Offiziere in feld-
grauen Uniformen - · Dicht gedrängt besichtigen hier die Zusch"'uer die
in der AUfmachung Uniformen der Volksarmee Foto: Zentralbild
waren sie so ähnlich '
wie die unserer Volksarmee
die, nachdem sie das Ver-
brechen der Faschisten erkannt
hatten, gegen diese. kämpften Ulild er-
klärten, daß sie ihre deutschen Uni-
formen nicht mit der ungerechten
Sache der Faschisten und Militaristen
besudeln wollten."
Jawohl, die Uniform unserer Na-
tionalen Volksarmee hat gute Tradi-
tionen. Die Menschen, die diese Uni-
form heute bei uns tragen we·rden,
verkörpern di!i'!se Tradition. Und die
Sache, für die die Kämpfer der
Roten Ruhrarmee, die Spanienkämp-
fer, die Kämpfer gegen Faschismus
und Militarismus alles einsetzten, hat
heute bei uns in der Deutschen De-
mokratischen Republik gesiegt. Das
bestätigen auch die Worte des Kol-
legen Hauser, der in das Gästebuch
schril:!b: ,,Die Uniform ist das Eine,
sie ist sicherlich nicht bedeutungslos,
aber worauf es ankommt, ist: Wer
die Uniform trägt, wer das Gewehr
in der Hand hält!" Hans Schoenecker
Tauwetter
In der Antarktis
Moskau (ADN). Starke Stürme,
Tquwetter und die Eisschme~ze
machen den Besatzungen der sowJe-
tischen Antarktisschiffe „Ob" und
Lena" viel zu schaffen. Das Wasser
~n der Haswell-Insel ist nahezu eis-
frei geworden. Der Polarflieger
Tscherewitschny hat mit seinem
Hubschrauber bereits einen günstige-
ren Landeplatz weiter östlich ent-
deckt, wo die „Lena" an einer festen
Eisdecke das Löschen der Ladung
fortsetzt. Auf dem Wege dorthin
mußte ein Packeisfeld von mehreren
Kilometern Ausdehnung durchbro-
chen werden. Die „Ob" löscht mit
einem Leichter und einer Seilbahn
am alten Landeplatz weiter.
Die Fernsprechzentrale mit 50 An„
schlüssen für die sowjetische Station
wird in Kürze montiert. Die Wohn•
häuser erhalten Telefon, Radio und
Zentralheizung. Vor Stürmen werden
sie durch fünf massive Metallge-
bäude geschützt. Beim Kraftwerk
befinden sich Badehaus und Wäsche-
rei; in der Mitte der Siedlung ist
der Klub.
Regierung Mollet bestätigt
Paris (ADN/Eig. Ber.). Mit 420 ge-
gen 71 Stimmen hat die National•
versammlung gestern den General•
sekretär der französischen Sozia•
listen, Guy Mallet, als neuen Mi•
nisterpräsidenten bestätigt und sein
Kabinett akzeptiert. Auch die kom-
munistischen Abgeordneten stimm-
ten für Mallet, um ihm Gelegenheit
zu geben, sein Versprechen, drin•
gende politische Fragen, wie das al•
gerische Problem, positiVI zu lösen:
Gegen Mallet stimmten die Pouja-
disten. 83 Abgeordnete enthielten
sich der Stimme.
Neuer sowjetischer
Innenminister
Moskau (ADN/Eig. Ber.). Das Prä-
sidium des Obersten Sowjets der
UdSSR hat den bisherigen Minister
für Innere Angelegenheiten, Sergej
Nikoforowitsch Kruglow, von seinen
Verpflichtungen befreit. Zum neuen
Minister für Innere Angelegenheiten
wurde Nikolai Pawlowitsch Dudurow
ernannt.
Internationale Jugend-
lager in Jugoslawien
Belgrad (ADN/Eig. Ber.). Interna•
tionale Jugend- und Studentenlager
wird der Verband der jugoslawischen
Volksjugend in cliesem Jahr in Kral•
jevo, Zadar und Dubrovnik einrich-
ten. Jugendliche vieler Länder. sollen
sich hier erholen. Gleichzeitig wer-
den auch Seminare über Fragen der
internationalen Zusammenarbeit und
des sozialistischen Aufbaus durchge-
führt werden. Der Delegationsaus-
tausch soll erweitert werden.
Sieben Schüler verhaftet
Nikosia (ADN/Eig. Ber.). In
Morphu auf Zypern demonstrierten
am Dienstag etwa 500 Schüler gegen
die Schließung ihrer Schulen durch
britische Kolonialbehörden. Britische
Soldaten gingen mit Gummiknüp-
peln vor und verletzten mehrere
Teilnehmer. Sieben Schüler wurden
verhaftet.
Konto Nr. 83 40
Das Komitee „Freiheit für Jupp
Angenfort und Wolflt"ang Seiffert"
hat ein Solidaritätskonto - Berliner
Stadtkontor, Konto-Nr. 83 40 _; ein•
gerichtet, auf das in Zukunft alle
Geldspenden für unsere eingekerker-
ten westdeutschen Freunde über•
wiesen werden können.
( BLICK l
mduWdl--
Obclachlos wui·den etwa tausend
Menschen durch eine Überschwem-
mungskatastrophe an der Grenze
zwischen Portugiesisch-Ostafrika und
Tanganjika.
Wasserstoffbombenversuche anre-
kiindigt hat Großbritannien. Das Ex-
periment soll im südpazifischen
Raum durchgeführt werden.
Abgestürzt ist ein USA-Düsenbom-
ber in der Nähe von Brandon in der
englischen Grafschaft Westsuffolk.
Paehtanische Dörfer bombardiert
haben in der letzten Zeit zweimal
pakistanische Flugzeuge.
Einen Kommunisten als Bürger-
meister gewählt hat der Stadtrat der
nordfranzösischen Stadt Le Havre.
Alle -zehn Stellvertreter sind eben-
falls Mitglied der KPF.
Freiheit für Algerien forderten
zahlreiche Bürger Frankreichs auf
einer Kundgebung in Paris.
81 Häuser eingeäschert hat am
Dienstag ein Großfeuer in Maebaschi
bei Tokio.
Wir fanden ini VEB Preß- und Stanzwerk Raguhn ..
·Brigade ohne „Sorgenkillder"
17 000 Minuten als Geschenk an die 3. Parteikonferenz der SED
An einem Oktoberabend des ver- Walter liebt die offene und ehrliche
gangenen Jahres traf ich zum Aussprache. Sie gehört zu den „Ge-
. erstenmal mit dem Schlosser heimnissen" ihrer vielen Arbeits-
Gerhard Koitzsch ·zusammen, hörte ·erfolge. Am Arbeitsplatz der Brigade
von den hervorragenden Erfolgen der im Werk III ist schon mancher fried-
Brigade „Jugend" vom VEB Preß-
und Stanzwerk Raguhn, die bereits liehe Kampf entschieden worden.
am 21. Juni 1955 ihren Jahresplan Daß er stets siegreich ausging und
erfüllt hatte. Wir waren in festlicher schließlich mit staatlichen Auszeich-
Stimmung. Das Sekretariat der FDJ- nungen gewürdigt werden konnte -
Bezirksleitung Halle empfing die ist das Verdienst des Kollektivs, das
besten jungen Arbeiter aus Industrie keine „Sorgenkinder" kennt. Wir
und Landwirtschaft. Für die Freunde fragten Lydia Pozimski, Wolfgang
Brigadier Walter Schirmer erläutert den „Jüngsten" des Kollektivs, daß die
Gummidichtung der Schiffstür leicht und mühelos auszuwechseln ist
seiner Brigade nahm Gerhard die
Auszeichnung und den Händedruck
Heinz Kimmels entgegen.
Eigentlich sollte Gerhard an die-
sem Abend auch eirie Urkunde des
Zentralrats der FDJ bekommen. Ge-
sprochen , wurde davon. Aber bis
heute haben die Raguhner Freunde
vergeblich darauf- gewartet.
Vor einigen Tagen besuchten wir
erneüt die Brigade „Jugend" und
trafen auch Gerhard Koitzsch wieder.
Gemeinsam mit Wolfgang Götze
fährt er wöchentlich viermal in das
17 km entfernte · Dessau, um sich in
der Abendfachschule für Schwer-
maschinenbau auf die Meisterprü-
fung vorzubereiten. Brigadfer Walter
Schirmer wird nämlich auf einige
Zeit.. die Mädchen und J4ngen . der
Brigatje y erl.men,; um ~'dje "'.fti:e1s-'
par.t~}Sf:9-ule der SJ:p, ZH,, );>eslf~e~;.
Walter weiß, daß sem Kollektiv bei
Gerhard in guten Händen ist. ,
Eine Tür wurde 50 DM billiger
Götze und andere Freunde des Kol-
lektivs, wie ihnen zum Beispiel die
Steigerung der Arbeitsproduktivität
um 10,4 P_
rozent gelang. Sie antwor-
teten uns mit der Schilderung eines
Arbeitstages. Zehn Minuten vor Ar-
beitsbeginn trifft sich die Brigade zur
Besprechung. Die Arbeit wird einge-
teilt. Die Einhaltung der Pause und
die restlose Ausnutzung des Arbeits-
tages ist bereits zur Selbstverständ-
lichkeit geworden. ,,Erst beim Hupen
wird der' Werkzeugkasten zugemacht
und keine Minute früher", erklärt
Walter und geht mit gutem Beispiel
voran,
So erziehen sich alle Brigademit-
glieder gegepseitig. Sie geizen mit
den ' Minuten, verbessern den tech-
nologisclien Arbeitsal:ilati'f und stehen
jeder neuen Methode aufgeschlossen
gegenüber.
körnen". Mit solchen „Knobeleien"
gelang es, vom Januar bis Oktober
1955 die Selbstkosten um 13 400 DM
zu senken. 491
Aber gibt es denn keine Probleme
und Schwierigkeiten? ,,Doch", ant-
wortet Walter Schirmer und wird
von ·Günter Koitzsch assistiert. Die
Brigade erhält - oft mit dem nötigen
Nachdruck - bereits in den letzten
Tagen des Vormonats ihren Plan.
Jeder kennt seinen Anteil und arbei-
tet danach. Aber dann werfen plötz-
lich Veränderungen die Pläne über
den Haufen. Und noch etwas : Die ge-
sellschaftliche Arbeit hinkt hinter
den Produktionserfolgen einher. Der
Besuch von Versammlungen ist
schwierig. Ein Teil der Freunde hat
lange An- und Abmarschwege -und
ihre Interessen werden wenig be-
rücksichtigt. So wurde erzählt, daß
zum Beispiel der FDJ-Sekretär der
Grundeinheit in den vergangenen
Jahren fast 20mal wechselte. Doch
auch mit diesem Zustand wird jetzt
Schluß gemacht. Die Brigaden „Ju-
gend" und „Frieden", vereint unter
einem Hallendach, schließen sich zu
einer FI:!J-Gruppe zusammen. Mit
den Vorbereitungen dafür wird be• l
gonnen.
Beim Abschied notiert i
Das war das Ergebnis unseres Be-
suches bei der Brigade „Jugend".
Was wir uns beim Abschied beson- i
aers gern notierten, war die Ver-
pflichtung und das Geschenk der Bri-
gade an die 3. Parteikonferenz der
Sozialistiachen Einheitspartei Deutsch-
lands. Bis zu diesem Zeitpunkt will
die Brigade 17 000 Minuten, das sind
283 Arbeitsstunden oder 35 Arbeits-
tage, einsparen.
Erich Trog,
Korrespondent der „Jungen
Zwei Urkunden zeugen davon, daß
die Brigade im · Februar 1954 den
Titel „Brigade der auagezeichneten
Qua1ität" und am 1. Mai 1955 die
Auszeichnung „Brigade der besten
Qualität" erhielt. Neben uns steht
Walter Schirmer, der Brigadier und
Kamerad, dem die Freunde vieles
verdanken. Sein Haar ist bereits
angegraut, aber sein Herz fühlt und
lebt mit seiner jun&en Brigade. ,
Von den Werften unserer Republik
laufen ständig neue Fischkutter,
Trawler oder Logger vom Stapel. Die
Schiffstüren .- mehr von ihnen und
billiger - bauen die Mädchen und
Jungen der Brigade „Jugend" im
Preß- und Stanzwerk Raguhn.
Kostete eine solche Tür früher 275,-
·DM, so verläßt sie jetzt das Werk
zum Frei~ von, 225,- DM. Für die
Türen erhielt die Brigade das Güte- Mit Feuereifer bereiten sich Gerhard
zeichen ,,!". Eine von ihnen selbst Koitzsch (links) und Wolfgang Götze
gebaute Bohrvorrichtung ersetzte die an der Abendfachschule auf ihre
Arbeitsgänge „Anreißen" und „An- M~isterprüfung vor Fotos: Noack (2)
So a•
lt wie unser Jahr-
hundert, so alt wie de-r
Jazz in seiner amerika-
nischen Heimat - so alt
ist Louis Armstrong, der
König des klossischen
Jazz. Die Jugend verehrt
,,Satchmo" - Jlreitmund,
wie ihn Freu~de seines
Beutelmundes (satchel-
mouth) wegen nennen.
Sie liebt die eindring-
liche, urwüchsige Musik,
die er a,us seiner Trom-
pete za.ubert. Armstrong
singt die Melodie seiner
schwarzen Brüder: Klage
U1nd Aufschrei ihres Le-
bens. ,,Wenn ich spiele",
sagte e-r einma,I, ,,kommt
es mir vor, als sei die
Trompete ein Stück von
mir." Jazz ist bei Louis
Armstrong der Ausdruck
innerer Gefühle und Ge-
sinnung im besten Sinne
der Worte, das echte
Empfinden eines.. Negers,
das bei ihm · ·· höcliste
künstlerische Vollendung
findet, weit entfernt vcin
einem „wüsten" Trom-
petenschrei, womit'aufge- '
reizte „Fans" sich gern die schwachen
Nerven .zu kitzeln versuchen. ·Seine
Trompetent&ne sind Musik! Aus ihr
klingt Satchmos Heimat, die Neger-
viertiel von New Orleans.
In den düstersten, ärmsten Gassen
der Stadt, dem Storyville - das
Hafengebiet New Orleans - wuchs
Louis Armstrong auf. Seine Mutter,
von ihrem Mann verlassen, wusch die
Wäsche der Weißen. Der Lohn wa,r
viel zu gering, den Hunger zu stillen.
Das Elend wa,r groß. Der Junge sang
borfuß auf der Straße und bettelte
für seinen Lebensunterha·lt. Mit dreil
zehn Jahren wurde er in ein Waisen-
hous für Negerknaben eingeliefert.
Er hatte .aus Obermut in der Neu-
jah-
rsnacht mehrere Pistolenschüsse in
die Luft gefeuert.
In der Ka pelle des Waisenhauses
blies Louis Armstrong das Kornett.
Nach .se•
iner Entlas.sung du-
rite er das
lnstru_
ment behalten. Wie gern hätte
er sich jetzt mit Musik beschäftigt,
Noten lesen gelernt (ef konnte es
erst viel. spöter)'.-·ooch ·wovqn solltec
er als armer Neger leben? Armstrong
mußte Kohlen schleppen, Zeitungen
a,ustragen und Frachtschiffe entladen.
Nachts spielte er io einer Jazzkapelle.
1922 begann „Satchmos" Karriere.
Joe Oliver, de r König aller Jazzba111ds,
wurde auf ihn a,ufmerksam und
engagierte ihn nach Chikago. Seine
große Kunst war entdeckt. 'Bald
machte sich Louis Armstrong selb-
ständ.ig. Er gründete ein Ensemble,
die „Heiße Fünf". Mit seiner goldenen
Trom pete und s,einer Sta-r-1:,land
wurde er in kurzer Zeit weltberühmt.
Armstrong hat eine Band um , sich
gesammelt, in der jeder der fünf i·
Musiker ein Solist ist. Bescheiden
und natürlich serviere•
n sie ihre Kunst.
Ohne Effekte zu erzielen und das
Ende des rauschenden Applauses ab-
zuwa,rten, folgt eine Da·rbietung der
anderen. Die beliebteste ist sein
St. Louis Blues. Hymnen uind Spiri-
tuales, die „Satchmo" schon auf
Hochzeiten u_nd Begräbnissen in sei-
ner Heimat , kennenl.ernte und sang
ode-
r spielte, geben Einblick in dos
Leben der unterdrückben Neger. Voll
Sehnsucht sprechen sie von dem
Wunsch nach Freiheit.
Nicht um jeden Preis befriedigt
Louis Armstrong jedes Publikum. In
Hamburg und Westberlin füllten Ju-
gendliche bei einer Tournee die
Säle, die eine „Show" erwarteten. Sie
verla.ngbe<n, daß die Musiker .artisti-
sche Kunststücke" und verrückte Rase-
rei zur Scha,u stellen, solange, bis sie
erschöpft umfallen. Bei Armstro.ng
kamen und kommen die nicht auf ihre
Rechnun~. Er spielt nach seinen
~igen.en'. Worten '":.fo'•.make people .
happy", --, . den . L~teri: Freude z.u...
machen, nicht den Wahnsinnigen, die
keine wahre Freude kennen.
Vor länge rer Zeit wollte Louis
Armstrong mit seinen „All-Stars" die
Deutsche Demokratische Republik be-
suchetn. Die amerikanischen Behörden
gestatteten die Reise nicht ... Für die
nächste Zeit hat der berühmte Jazz-
trompeber eine Tournee in die
Sowjetunion geplant - und er hofft,
daß er auf der Rückreise auch einen
„Abstecher" zu uns machen kann. Wi-r
drücken bei·de Da,umen.
Dagmar Limpinen
1111 1111111111 11111111111111111 111111111111111111111111u1111111111111111111111111111111111111unnm111111111111111111111111111111111111111111111111111111111nm111111111m111mu11111111111111111111111111111111111111 1111:11111111u11,1u,11
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' '
Der 120 m hohe Schornstein bekommt
in diesem Jahre einen Bruder. Im
Vorder grund die Baustelle des
,,Neuen" Foto: ,,Junge Welt"
ZWISCHEN ZWEI SITZUNGEN ERLEBT UND NOTIERT
Wie man Schwierigkt:iten ,,ma~t''
Es ging heiß her in jener Sitzung am 18. Oktober 1955. Die Vertreter der
Montagebetriebe berieten damals in Trattendorf nur eine Frage: Ist es
möglich, in ,den noch verbleibenden z~hn Wochen bis Jahresende die Tur-
binen 3 und 4 des Mitteldruckkraftwerkes, fertigzustellen? Die Lage war
zu dieser Zeit alles andere als rosig. Ich denke nur an die Bauarbeiten,
die viele Wochen im Verzug waren, weil 'in den Sommermonaten nicht ge-
nügend Arbeitskräfte zur Verfügung standen und einiges andere mehr
fehlte. So waren die Staatsplantermine bereits überzogen. Die Ministerien
für Schwerindustrie und Aufbau drängten darauf, daß die beiden Turbinen
endlich ans Stromnetz angeschlossen werden. Das -wollten auch die Trat-
tendorfer .Kumpel, darum eben ihr Vorschlag, die Planrückstände noch im
alten Jahr,aufzuholim.
Die Kohlenbunker für die Ma-
schinen· 3 und 4 mußten schnell be-
toniert werden. Hier waren die Ter-
mine nach Stunden berechnet, und
auf dem ganzen Bau kein Splitt.
Eine Blitzaktion sollte helfen.
Auf nach Cottbus. Bedauerndes
Achselzucken beim Rat des Bezirkes.
Weiter nach Berlin. Kühle Ableh-
nung im Ministerium für Aufbau,
Bitten, Drohungen. Endlich Verhand-
lungsbereitschaft. Ergebnis: Wir be-
kommen Splitt_
! 1300 Tonnen - in
unbrauchbaren Körnungen, wie sich
am nächsten Tag herausstellte. Da-
bei hatten wir mehrere Male unser
Verslein aufgesagt, was und wieviel
wir brauchten.
Das war eine Zeit höchster An-
spannung der Kräfte. Aus vielen Be-
zirken unserer Republik delegierte
die FDJ junge Arbeiter zum Bau der
'Jugend. Die Genossen der Partei-
leitung, die Funktionäre der FDJ
waren ständig an den Brennpunkten
des Baugeschehens zu finden. Die
FDJ-Leitung organisierte an kriti-
schen · Tagen einen Bereitschafts-
dienst, der nachts und auch an Sonn-
und Feiertagen zur Stelle war.
In einer- solchen Zeit wird der
Hauptverantwortliche für das .Bau-
vorhaben, Oberbauleiter Kehrer,
wegen einer Vertragsklage nach
Berlin zitiert mit dem Ergebnis, daß
bis auf einen verlorenen Arbeitstag
l......Ni~h~·~;~;~·
~-~-~~·1····..f
! Wir werden die modernste i
1
Technik der Ba uindustrie, die j
es in der Republik gibt, nach i
. Trattendorf, bringe n. :
Her m a·n n, St_
ellvertreter i
i des Ministers für Aufbau, :
: am 9. November 1955 in i
j Trattendorf i
.......................................~
für em1ge leitende Wirtschaftsfunk-
tionäre alles beim alten bleibt.
Man muß nicht unbedingt studiert
habe_
n, um zu erkennen, daß die
außergewöhnlichen Arbeitsbedin-
gungen in Trattendorf - zu gleicher
Zeit Abbruch eines alten Werkes, Pro-
jektierung und Aufbau neuer Werke
und Kraftwerksbetrieb mit mehreren
Turbi_
nen - beträchtliche Schwierig-
keiten mit sich bringen. Das ent-
schuldigt allerdings nicht den Schild-
bürgerstreich des Entwurfsbüros für
Industriebau I, Berlin. Ein Mitar-
beiter von Efl gab den Auftrag, ein
großes Fundament im Hochdruck-
kraftwerk abzubrechen. Sofort gin-'
gen-die Arbeiter dem Koloß aus Be-
ton und Eisen mit ihren Fickhäm-
mern zu Leibe. Als wenige Tage
später diese. Anweisung von der glei-
chen Stelle widerrufen wurde, war
schon ein beträchtliches Stück ab•
gebrochen. Gewiß, auch in Tratten-
dorf ist nicht alles zum Besten be-
stellt - dazu wird noch einiges· zu
sagen sein -, viele Schwierigkeiten
jedoch wurden „gemacht".
Als am 8. Dezember Turbine 3
und am 29. Dezember Turbine 4
ihren Probelauf bestanden, da hatte
auch der VEB Bergmann-Borsig -
einer der wichtigsten Montage-
betriebe - seine Trümpfe voll aus-
gespielt, obwohl er anfangs mit Ter-
minen jonglierte.
*
Am 26. Januar 1956 war ·wieder
eine Sitzung. Das Initiativko_
mitee
Trattendorf beim Zentralrat der FDJ
beriet die Aufgaben für dieses Jahr.
Nicht erschienen waren der Vertre-
ter der Hauptverwaltung Energie
und Kollege Siebert vom Ministe-
rium für Aufbau. Aber gerade sie
hätten sich einiges in ihr Notizbuch
notieren müssen von dem, was der
Vertreter der Bau-Union Cottbus,
Wolfgang Heine, sagte: ,,Von einer
Expertenkommission sind die Ter-
mine für die Turbinen 5 und .6, die
in diesem Jahr im Mitteldruckkraft-
werk in Betrieb genommen werden
Noch ,steht diese 50-MW-Turbine bei
Bergmann-Borsig in Berlin. Am
31. August wird sie in Trattendorf
den Probebetrieb aufnehmen
Foto: ZB
sollen, erarbeitet worden. Die Fach-
leute . vertreten die Ansicht, daß
14 Tage Probebetrieb für eine Tur•
bine - das lehren die bisherigen Er-
fahrungen - ausreichend sind. · Im
Staatsplan sind aber vier Wochen
vorgesehen." Mit anderen Worten:
Das Prinzip, die Pläne von unten
nach oben auszuarbeiten, wird miß-
achtet oder mit einem Federstrich
wurden sämtliche Bautermine am
grünen Tisch wieder über den Hau-
fen geworfen. Dabei hätte man an-
nehmen müssen, daß einige Staats-
funktionäre aus den Erfahrungen
des vergangenen Jahres endlich ihre
Lehren gezogen haben.
Gerhard Graban
Sehnsuchtnach e-
inemandere·nSchicksal?
Gedanken zu einigen Gedichten junger Lyriker
J~ns Gerlachs Gedicht „Song mei-
ner Jugend"; das die „Junge Welt"
vor einiger Zeit veröffentlichte, hat
eine große Anzahl Leser veranlaßi,
zur Feder zu greifen und der Redak-
tion zu schreiben. Die meisten lehn-
ten das Gedicht ab.
In der letzten ·Zeit versuchten sich
eine Reihe junger Lyriker in ähn-
licher Form an Arbeiten mit ähn-
licher Thematik. Sie trauern in bit-
teren Worten ihrer verlorenen Ju-
gendzeit nach, erzählen von der
ersten Liebe in den Armen einer
Dirne, von der ach so lasterhaften
Großstadt.
Warum nur Schatten
Wollte man diesen Jungen glauben,
so müßte man annehmen, sie gehör-
ten samt und sonders einer ver-
lorenen Generation an. Andere wie-
der, die sich zu keinen pessimisti-
schen Erinnerungen aus ihrem eigf'-
nen Erleben aufraffen können, blät-
tern in der Negerlyrik und in Ge-
dichten von Edgar Lee-Masters nach
und besingen dann das düstere
Schicksal schwarzer Hafenarbeiter
oder armer Liftboys aus Harlem.
Setzen wir voraus, daß es in allen
Fällen echte Anteilnahme an den
Leiden dieser Menschen ist, so muß
man trotzdem fragen, was für
Gründe dieses Abwandern zu den
Schattenseiten des Lebens hat.
dichte lesen, die sich mit unserer
Wirklichkeit auseinandersetzten. Das
heißt, eigentlich taten sie es nicht,
denn sie gaben ein rosarotes, pseudo-
optimistisches, konfliktloses Bild, d,i,s
dieser Wirklichkeit nicht entsprach.
Die meisten der jungen Dichter er-
kannten diese Mängel und suchten
nach neuen Aussagen. nach neuen
Ausdrucksmöglichkeiten. Weil sie
wußten, daß das Glatte schlecht ist,
suchten sie nach echten, tragisehen
Konflikten und nach unkonventi0-
nellen Formen. 490
Soweit ist diese Entwicklung gut
und richtig. . Aber es zeigt sich, daß
sie auch einige ernsthafte Gefahren
mit sich bringt, über die man not-
wendigerweise sprechen muß. Die
Angst vor allzu „kostbaren Worten",
die Scheu vor Schönfärberei brachte
einige von ihnen dazu, sich mit Vor-
liebe den Unterdrückten, ja, den De-
klassierten zuzuwenden. Da konnten
Leidenschaften gezeigt werden, ohne
d'aß man hören mußte, das sei un-
typisch. da konnte man harte Worte
gebrauchen, denn die gehörten dahin.
Auf dieser Suche nach einer nemm
Qualität stieß man auf interessante
Vorbilder. Man erinnerte sich an
Francois Villon, man „entdeckte"
Georg Heym, Hoddis, Toller, Ehren-
stein - und es entstanden Gedichte,
wie man sie vor dreißig Jahren mit
viel mehr Berechtigung und daher
auch viel besser geschrieben hatte.
Finden diese Jungen in unserer Warum? Damals waren diese re-
Umwelt so wenig echte Erlebnisse, bellischen Aufschreie Ausdruck emer
die sie anrühren, die sie zur dichte- -echten Not, echten Protestes; sie
rischen Aussage zwingen? Es scheint kamen aus gemarterten Herzen. Aber
fast so, aber es ist nicht so. Gerlachs „Song" und all die ähn-
In den letzten fünf Jahren konnte liehen Gedichte, die heute bei uns
man in unserer Republik viele Ge- geschrieben werden? Mir scheint
AKROBAT SCHOOON
eher, daß sie das Zeichen eines ge-
wissen Ausweichens sind. oder auch
der Ausdruck emer Sehnsucht nach
einem so abenteuerlichen Schicksal,
weil diese jungen Lyriker in einer
Umgebung leben, in der eben schein-
bar so wenig Leidenschaft, Gefähr-
lichkeit und Abenteuer zu findE'n
sind. Das Wort „kleinbürgerlich" ist
in der letzten Zeit große Mode ge-
worden; ich verwende es ungern.
Aber diese „Sehnsucht nach der
Gosse" scheint mir ein kleinbürger-
licher Zug zu sein.
Übrigens beweisen diese Erschei-
nungen, daß es angebrachter gewe-
sen wäre, um eine echte Ausein-
andersetzung mit der Dichtung des
Expressionismus nicht herumzugehen.
Wir werden 1956' das nachholen
müssen, was 1950 schon hätte ge-
schehen können.
Des Dichters Recht
Ich glaube, daß aus dem bisher Ge-
sagten klargeworden ist, daß man
nicht einfach behaupten kann, in Ge-
dichten haben diese oder jene Kraft-
ausdrücke nichts zu suchen. Ein Dich-
ter hat das Recht, ,,heiligste Gefühle"
_
zu verletzen, wenn diese Gefühle
verlogen sind, wenn sie eine schein-
heilige Fassade darstellen. Und
wenn es gilt, untertänige Liebe-
dienerei anzuprangern, der Welt
seine Verachtung ins Gesicht zu
schreien, ist es ihm überlassen,
welche Ausdrücke er dafür verwen-
det.
Auch heute noch gilt Goethes
Wort. daß „GedichtE' gemalte Fen-
sterscheiben" seien; von außen oft
grau, ja schmutzig anzusehen. Aber
„drinnen in der Kapelle", da muß es
,,strahlend helle" sein.
Walter Püschel
Offene Türen der frohen Jugend
i,111111111111111111111111111111111111111111111n1111n11111111n111111111111111111rn11111n111n111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111'1
1 Junge Lyrik stellt sich vor i
I_. . . ..,.%'l:::i: iim ~~~❖l~i{~t~i~li~ I_~
 nicht la ,iger Zeit hat sie als Bäuerin
~ t}}.•·•·•••·•<••/t auf dem kleinen Hof ihrer Eltern ~
§ gearbeitet. Nur die Winterabende s
~ ließen ihr damals Zeit für ihre §
I==_ liebste Beschäftigung: All das nie- I==,.
derzuschreiben, was ihr tagsüber
- durch den Kopf gegangen war. -
~ Kein Wu1'l.der, daß sich viele ihrer · §
==
lc Gedichte mit dem Leben auf dem l==-
Dorf beschäftigen, ebenso auch ihr
" erster Roman „Unruhe um Käte =
Born". ~
Lori Ludwig ist jetzt mit dem §i
Schriftsteller Hanns Krause ver- !=_
heiratet, dem Verfasser des be-
kannten Jugendbuches „Alibaba ~
und die Hühnerfee". ;;;
1
LORI LUDWIG:
,,Immer wird mein Herz sich nach dir sehnen";
sagtest du. Ich sah an dir vorbei.
,,Glaub' mir, ich gehörte nie zu jenen .•••
Deinen Satz zerriß des Zuges Schrei.
!
§]
i
,,Kommst du wieder? Du mußt wiederkommen: §
denn so vieles blieb noch ungesagt." §i
=
Wie ein Junge standest du, beklomrcien. ~
Wenn ich nicht mit diesem Zuge führe
und auch mit dem nächsten nicht, was dann?
Muß ich fürchten, daß ich durch dich spüre,
wie man einen Menschen lieben kann?
Wirst du an mich denken", fragtest du.
Fernes Lächeln: woher soll ich's wissen.
=
= Nahe Träne: immer, immerzu. ~
l .<111111111111111111111111n11111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111il11111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111Uuu1111111111~
RAUME ZU VERMIETEN?
Schallplatten, Gesellschaftsspiele. Mit
einem Tanzabend am WO'chenende
und ein paar Vorträgen kommt noch
kein Leben in das Klubhaus.
Die Freunde vom Akkordeonzirkel
zum Beispiel haben auch große Lust,
einmal „außerplanmäßig", nicht nur
zu ihren Proben, zum gemütlichen
Beisammensein im
Klubhaus zusam-
menzutreffen. Das
Kreisklubhaua in
Greifswald besitzt
eine ausgezeich-
nete Filmappara-
tur.
- muß sich in den nächsten Tagen
tüchtig sputen; denn allein können
die hauptamtlichen Mitarbeiter dea
Klubhauses den Forderungen der Ju-
gendlichen nicht gerecht werden und
damit den Wettbewerb führen. Auch
für die Wohngruppen der Stadt sind
die Türen des Klubhauses weit
geöffnet! Eva Grabe
Die keinen Schrauben
Auf dem Bankett, das nach dem
Abschluß der Konferenz von Jalta
stattfand., wurden viele Trinksprüche
ausgebracht. Aber nur zwei von
ihnen sind über den Kreis der Tisch➔
genossen hinaus bekanntgeworden.
Nach, genau 30 Jahren --" die Rivels wieder in Berlin (ab 2. Februar im
Cirues Barlay). ,,Oh, Plakat ...., schööön!'' Fotos: ZB
„Du, Inge, am Sonnabend ist Tanz
im Klubhaus, wollen wir uns gleich
Karten holen?" Vor dem hellge-
tünchten Gebäude des Kreisklubhau-
ses in Greifswald stehen Inge Bug-
genhagen und Antonie Czycgkowski,
zwei junge Näherinden aus den Klei-
derwerken in Greifswald. Ein wenig
unschlüssig blicken sie durch das
'Glasfenster in den geräumigen Klub-
·raum, in dem Sessel und Tische her-
umstehen. ,,Was ist denn heute abend
los?" fragt Inge. Bedauernd zuckt
Jupp Vogel, Sektionsleiter, mit den
Schultern: ,,Heute ist nur Tischtennis,
und die Interessengemeinschaft
Akkordeon probt." Inge und Antonie
haben kein Interesse dafür. Ein
wenig betrübt gehen sie wieder hin-
aus. ,,So etwas kommt öfter vor",
meint Jupp, und er fügt ratlos hinzu:
„Aber wir können doch nicht jeden
Abend einen Vortrag oder Tanzabend
organisieren." Er tröstet aich sehr
schnell. Hat denn die Leitung des
Klubhauses schon einmal die Jugend-
lichen selbst gefragt, was sie sehen,
hören, erleben möchten? Nein! Helga
Hanna und Franz von der Interessen-
gemeinschaft Tischtennis horchen
auf, als wir mit Jupp darüber spre-
chen. Sie haben eine ganze Menge
Vorschläge: Theater- und Filmdis-
kussionen, Liederabende, ein kleiner,
schnell improvisierter Tanz nach
Wie kann aber
ein echtes Jugend-
leben in das Klub-
haus einziehen,
wenn die Räume
- besonders der
Der eine wurde, ganz im Geiste
und in der bilderreichen Ausdrucks„
weise Sir Winstons, von dessen Se„
kretär gesprochen. Nachdem er die
Energien Roosevelts, Stalins und
Churchills mit riesigen Schwung„
rädern verglichen, bat er die An--
wesenden, auf das Wohl der „großen
Drei" anzustoßen. Dies geschah. Dar➔
auf stand Stalin auf und sagte:
,,Schwungräder sind gut und not..
wendig. Aber was wären sie ohne
die kleinen Schrauben? Ich schlage
vor, wir trinken auf die kleinen
Schrauben!"
Soldaten lernen ihr Lied
Von Freunden in der Kasernierten
Volkspolizei erhielten wir den fol-
genden -Brief: ,,Mit großer Freude
nahmen die Soldaten meiner Einheit
das am 24. Januar 1956 in der ,Jun-
gen Welt' abgedruckte Lied ,Ich bin
ein Soldat der Republik' auf. Be-
reits am gleichen Tage begannen
einige Genossen, gemeinsam dieses
Lied zu lernen. Ein Genosse, der in-
zwischen die Melodie gelernt hatte,
übernahm die musikalische Beglei-
tung. Stolz werden wir in unserer
Einheit unser Lied, das erste Lied
unserer Nationalen Volksarmee, sin-
gen. Wir sagen Walther Victor und
Hans Naumilkat, den Schöpfern des
Liedes ,Ich bin ein Soldat der Repu-
blik', herzlichen Dank."
Günter Jagusch, Erfurt
Kriminalroman von Wolfgang Schreyer / Illustration Gerhard Vontra
Copyright by Verlag „Das Neue Berlin"
(86. Fortsetzung)
Das klang kalt und geschäftsmäßig, die Sache
war widerwärtig,häßlich,im Grunde so schmut-
zig und gemein, daß sie gar nicht daran den-
ken mochte - aber sie brauchte Geld, sie mußte
doch leben, und es würde viel Geld sein, ge-
wiß konnte sie gut davon leben; in ihrer Vor-
stellung tauchte flüchtig das Schaufenster
eines Modesalons in der Wilmersdorfer Straße
auf, angefüllt mit Kleidern u.nd duftigen Stof-
fen • , • Lief sie aber davon, fiel diese. Tür
endgültig ins Schloß; in Wiedemanns Bar
durfte sie nicht zurück. Sie würde auf der
Straße liegen, nun, da der Winter kam, irgend-
welchen blassen Hoffnungen nachjagen, in an-
deren Agenturen nachfragen, umherlaufen, in
Vorzimmern warten, in abweisende Mienen
blicken und weitergehen, während es immer
kälter wurde, Schneeflocken wirbelten oder
eisiger Regen fiel; ihre Kleidung, heute noch
schmuck und apart, würde leiden, damit san-
ken ihre Chancen. eine Stellung zu finden;
unrl vielleicht wurde sie krank, mußte im
Lager dahinvegetieren, Tag für Tag in Lärm
und Gestank . . . Dies wäre von aJlem das
schlimmste. Weshalb blieb sie nicht, ließ es
JUNGE WELT Nr. 28 Seite 4
über sich ergehen, Tausende anderer Mädchen
taten es auch, das konnte, verglichen mit
jenem anderen Weg, so schrecklich doch nicht
sein. Mutter erfuhr es ja nicht; niemand, der
sie kannte, würde es je herausbekommen , 1 1
Vor ihr knarrte die Diele; der Hauptmann
kam auf sie zu. Sie sah, wie er die Hände aus
den Taschen zog und die Finger ein paarmal
spreizte. ,,Na, was ist los", sagte er. ,,Willst du
boxen, oder was?" Ihr Herz klopfte angstvoll,
und zugleich suchte sie sich einzureden, daß
er kein ganz übler Kerl sei; oh, es gab viel
Schlimmere, er schien .jung und robust, gewiß
trieb er Sport und badete täglich, seine khaki-
farbene Uniform mit den goldenen Abzeichen
war blitzsauber und aus bestem Stoff, ein
Hauch von Eleganz und Frische ging von Ihm
aus ... Stark war er, ein wirklicher Mann,
mit kräftigen Schultern und breiter Brust,
über der das Hemd spannte • , ,
Sie sah sich um, ein Würgen im Hals, Im
Zimmer war es warm, das Tonband lief, zärt-
liche Melodien drangen gedämpft aus dem
Musikschrank, gelbliches Licht sickerte herab
auf schön polierte Möbel. Die dicken Polster
der Couch , , , Niemand würde es sehen!
Keiner erfuhr je davon! Sie erspähte qie
große Saal - ständig an andere
Organisationen und Betriebe „ver-
mietet" werden? Das geht soweit,
daß die Interessengemeinschaften auf
Grund solcher Veranstaltungen an
manchen Tagen nicht zusammen-
kommen können.
Helga, Hanna, Franz und die an-
deren Freunde haben recht, wenn sie
ein abwechslungsreiches, interessan~
tes Programm in ihrem Klubhaus er-
warten. Der Klubrat - er sollte be-
reits am 15. Januar arbeitsfähig sein
(Aus „Das Anekdotenbuch" von
F. C. Weiskopf)
Flasche auf dem Tischehen und dachte: Ich
will etwas trinken, dann geht alles leichter.
Michaela griff nach dem Sektglas, es war
noch halb voll; sie setzte den Kelch an die
Lippen, schloß die Augen und schmeckte die
prickelnde Flüssigkeit. Da ist etwas in meiner
Kehle, dachte sie; ein komischer Klumpen, den
muß ich hinunterspülen. Sie schluckte und
spürte, wie sich eine Hand auf ihre Schulter
legte. Sie lag dort schwer wie eine Bärentatze,
krallte sich fest ; , ; Michaela keuchte leise;
Sie roch fremden Atem und fühlte, daß eine
kalte salzige Welle über sie rann, In Ihr Ge-
sicht schlug, ihre Glieder brach, sie völlig starr
machte und unfähig zu denken oder zu atmen.
Sie wurde aufgehoben, durch die t.uft ge-
wirbelt und auf etwas Welches geschleudert,
Dann zerriß Stoff, sie hörte, wie die Nähte
ihres Kleides unter den Achseln platzten, hob
in Todesangst die Hand und drückte den
Champagnerkelch in das rosige, glattrasierte
Gesicht des Hauptmanns. Das dünne Glas
brach entzwei, es zersprang in längliche
Scherben - sie schnitten in die Haut.
Mitchell ließ pugenblicklich los, brüllte tie--
risch auf und wich, seine Augen betastend,
ein paar Schritte zurück. Sie sprang hoch,
taumelte zur Tür, den Stiel des Kelches noch
in der Hand, zerrte auf dem Flur ihren Mantel
vom Bügel, stürzte. ohne thn anzuziehen, hin-
aus ins Treppenhaus, hetzte die Stufen hin•
unter.
Erst auf der Straße kam sie zur Besinnung,
Es war nicht finster, weil hier und da Leucht-
reklamen flammten: es fiel kein Regen mehr,
aber ein feuchtkalter Wind blies. MichaPla
lief und lief, si~ fürchtete, er könnte sie ver-
folgen oder die Polizei rufen. Die Knöpfe an
ihrem Kleid waren abgesprungen, ihre Hand
blutete. Im Laufen fuhr sie in den Mantel, bog
um mehrere Ecken, hastete weiter. 0 Gott,
hatte sie ihn ernstlich verletzt? Würde er sie
anzeigen? Es war Notwehr, aber erkannte ein
Militä.5ericht das an? Sie stolperte vnrwärts;
Passanten sahen ihr nach. Wei_
ter, weiter! Weg
von diesem Haus!
SiP erreichte eine U-Bahn-Station, hielt Im
Laufen Inne und tastete unwillkürlich nach
dem Portemonnaie. Da erst bemerkte sie, daß
sie ihre Handtasche nicht bei sich trug. Die
hatte sie vergessen, bei dem amerikanischen
Offizier liegenlassen; all ihr Geld befand sich
darin! (Fortsetzung folgt)
· Neulich, beim Kramen, fand ich im Mitten in der Dübener Heide, ein-
Bücherschrank im äußersten Winkel sam, an idyllisch.en kleinen Seen,
zwischen Liederbüchern und alten liegt neben der alten Försterei Par-
Mappen ein kleines Album. ,,Parnitz riitz das ehemalige Jagdhaus Rohr-
1946" steht auf dem grauen Leinen- berg. Seit 1945 hatte sich noch keiner
einband. Ich dachte daran, daß kürz- gefunden, der Anspruch auf dieses
lieh die Geschichte der FDJ-Gruppe entlegene verwahrloste Haus erhob.
Wülfingerode in der „Jungen Welt" Wir hörten davon und sogleich wur-
zu lesen war, verbunden mit der den .Pläne geschmiedet: Hier hätten
Aufforderung an die „alten" FDJ- wir ein Ziel für unsere Wochen-
ler, auch aus ihren .---------------, endfahrten und
Erinnerungen zu Urlaubsfahrten.
erzählen. ,,Alte HasenII Im Geist machten
Was nun mein wir schon Wande-
kleines Album mit erzählen rungen von „un-
dem 10. Geburts- serem Parnitz"
tag der FDJ und aus in die .schöne,
dem Aufruf in der „Jungen Welt" zu an Überraschungen und Sagen reiche ·
tun hat? Ganz einfach, hier sind die Dübener Heide. Mit Begeisterung
Erinnerungen an einige der schön- ging es an die Vorbereitung unserer
sten Erlebnisse auf unseren ersten ersten Fahrt.
Fahrten, die wir im Frühling 1946 Wie kommen wir hin? Was nehmen
unternommen haben. Wohl könnte wir mit? Diese beiden Fragen muß-
ich euch erzählen, 'Wie wir unser Ju- ten gelöst werden. Schon bei der
gendheim einrichteten oder wie wir ersten zeigten sich Schwierigkeiten.
lernten, Heimabende zu gestalten, ich Kaum einer hatte ein Fahrrad. Mit
glaube aber, daß es für viele Freunde Gepäck hinwandern war zu weit. Mit
gut ist, sich zu erinnern, wie wir vor dem Zug bis Radis und dann fast
zehn Jahren begannen, unsere ersten zwei Stunden laufen, war zwar mög-
Fahrten zu machen. Die jüngeren lieh, aber bei den überfüllten und
Freunde, die erst später Mitglied der verspäteten Zügen kein Vergnügen.
FDJ geworden sind, werden sich Außerdem brauchte man ja damals
Damals wurde das Mittagessen noch
nicht fix und fertig auf den Tisch ge-
stellt. Wir mußten selbst kochen.
Aber es hat uns Spaß gemacht
noch Reisegenehmigungen. Unsere
Organisatoren traten in Aktion. Flori
und Rudi gingen zum Stickstoffwerk,
und nach einigem Hin und Her be-
kamen wir für einen Sonntag einen
alten klapprigen Holzgas-LKW zur
Verfügung gestellt. Nun glaubt aber
nicht, daß damit der Transport klar
gewesen wäre. Die Kosten für dieses
„prunkvolle" Fahrzeug mußten ja
auch von uns getragen werden. Eine
Sammlung unter den Freunden
brachte das nötige Geld.
Eine große Gemeinschaft
Wir Mädchen hatten uns in erster
Linie um das Essen zu kümmern.
Trotz eifrigem Sammeln b_
ei allen
Freunden sah es mit Kartoffeln nicht
sehr rosig aus. Irgendwoher wurde
dann doch noch ein halber Sack voll
besorgt, und manch verständnisvolle
Mutter gab uns noch ein paar Möh-
ren oder eine Zwiebel. Damit waren
wir auch diese Sorge los.
Als dann der Sonntag anbrach, ka-
men die meisten Freunde schon vor
der festgelegten Zeit zum Treffpunkt.
Schnell verstauten wir unsere Sachen
Foto und Zeichnung: Bräuer auf dem LKW, und ab ging die Fahrt
~~C~
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0"u und 7feine
ELTERN
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...
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-t_--«.-=~!41
Das große Echo, das die Diskussion
„Du und Deine Eltern" bei unseren
Lesern gefunden hat, beweisen die
täglich eingehenden Briefe, deren
Absender nicht nur Jugendliche,
sondern auch Eltern sind.
Aus dem Hause gewiesen
Ich bin 20 Jahre ait und seit 1950
Mitglied der FDJ. Zu Hause habe
ich stets harte Auseinandersetzungen
mit meinen Eltern und Geschwistern,
weil ich meine politischen Anschau-
ungen verteidige. So wurde ich schon
oft aus meinem Elternhaus ·gewiesen.
Ich habe nun einen schon längst ge-
reiften Entschluß gefaßt: ich werde
in die Reihen der KVP eintreten.
I~ K.
Bis 4 Uhr zum Tanz
Jugendheim Parnit~ in der Dübener Heide Mein Sohn hat immer seinen
Wunsch erfüllt bekommen. Als er
Aufgaben haben sie in alle Himmels- 18 Jahre alt wurde, meinte er, er 5ei
richtungen geführt. nun mündig und könne auf eigenen
bei jeder Gelegenheit lernten wir
eifrig alte und neue Jugend-, Wan-
der- und Volkslieder. 492
Im Stallgebäude war eine Wasch-
küche mit einem großen Kessel. In
ihm wurde die Kartoffelsuppe ge-
kocht, um die „ausgehungerte Meute"
satt zu bekommen. Wir schafften
dann einen langen Tisch und alle
möglichen Sitzgelegenheiten ins
Freie. Lange hatte uns keine Mahl-
zeit so gut geschmeckt wie unsere
selbstgekochte Kartoffelsuppe neben
„unserem" Haus, das uns noch in so
vielen frohen Stunden beherbergen
sollte. Von diesem Sonntag an ver-
ging fast kein Wochenende, ohne daß
wir- in Parnitz waren. Unvergeßliche
Wanderungen am Tage und des
Nachts, gemütliche Stunden und
bunte Abende brachten uns iminer
näher zusammen. Aber auch viele
neue Freunde kamen zu unserer
Gruppe, weil sie sahen, daß wir eine
gute Gemeinschaft waren.
Ja, und wo sind die Jungen und
Mädchen heute, nach zeh,n Jahren?
Die meisten sind ausgeflogen, ihre
Beinen stehen und er müsse jetzt
Erika studiert in Moskau eine Freundin haben.
Da ist Kadu, als Offizier der KVP Er geht sonntags tanzen und
steht er im Süden unserer Republik kommt meistens nach 4.00 Uhr nach
seinen Mann. Horst ist in Leipzig Hause. Mache ich ihm deshalb Vor-
Ingenieur. Flori studiert in Weimar würfe, wird er zornig. Sein Geld
und wird bald Architekt sein. Fran- möchte er behalten und von mir er-
ze! ist Förster geworden. Unsere . nährt w:~rd_en. Ich tue es ge:n, we?n
kleine blonde Erika ist am weitesten er vorlaufig ohne Freundin bleibt
gekommen. Sie studiert in Moskau. und nicht frech zu mir ist. .
Aber natürlich sind auch einige in H. M., Schwerin
Piesteritz geblieben. Gertrud ist Kin-
dergärtnerin. Rudi und Harry zum
Beispiel arbeiten im Stickstoffwerk
und geben ihre reichen Erfahrungen
in der Jugendarbeit der Klampfen-
gruppe des Betriebes weiter.
So könnte ich die ganze Gruppe
durchgehen, aber ihr seht auch so
schon, daß durch die Erziehungs-
arbeit in der Gemeinschaft unserer
FDJ-Gruppe und durch unsere ge-
meinsamen Erlebnisse bei den Freun-
den ein gutes Fundament für ihr
ganzes Leben gelegt wurde.
Hanna Bräuer, Berlin-Lichtenberg
Wir sprechen über alles
Bei uns zu Hause kommen solche
Dinge wie bei Familie Krause nicht
vor. Ich lebe mit meiner Mutter und
mit meinen beiden Geschwistern im
besten Einvernehmen. Mein Gehalt
geht zu 50 Prozent zur Sparkasse,
20 Prozent erhält meine Mutter und
30 Prozent bleiben für mich. Meine
Mutter bringt mir in allen Beziehun-
gen Verständnis entgegen. Auch über
Probleme des gesellschaftlichen Le-
bens diskutiere ich mit meiner Mut-
ter. .Günter Soschinski, Halle
Unser Sportabzeithen
Erst in Gefahr - dann Rettungsschwimmer / Was dann?
Die Zahl der bei uns auf den Vorschlag von Klaus
Friedrich, Schwimmen aus den Pflichtbedingungen
des neuen Sportabzeichens der DDR zu streichen,
eingegangenen Leserbriefe ist inzwischen auf 414
angestiegen. Heute wollen wir nun mit der Diskus-
sion beginnen.
Als ich 11 Jahre alt
gelernt und kann mir
heute mein Leben: ohne
Schwimmen nicht vor-
stellen. -
Ruth Nestler, Gelenau
schwerlich eine Vorstellung über
diese Zeit machen können. Jugend-
herbergen, Ferienlager, Zelte, Wan-
derausrüstungen gab es noch nicht.
Mit den „Finanzen" und der Verpfle-
gung sah es noch schlimmer aus. Wir
waren etwa 25 bis 30 Freunde, als
wir wenige Tage nach der Gründung
der FDJ unseren Antifa-Jugendaus-
schuß Piesteritz in eine FDJ-Gruppe
umbildeten.
in Richtung Heide. Da& letzte Stück
vor Parnitz mußten wir noch laufen,
weil unser gutes Automobil den
Heidesandwegen nicht gewachsen
war. Im Schatten alter Laubbäume
g'ingen wir die letzten Meter. Efne und Deine Freunde müs-
sen Dir helfen, Deine
Angst zu überwinden.
Rolf Pretorius,
Berlin NO
erwartungsvolle Spannung schloß war, erlebte ich in Trep-
uns den Mund. Dann tauchte zwi- tow das Schiffsunglück
sehen den Bäumen der helle Fach- mit. Ich konnte nicht
werkgiebel auf. Wir alle waren schwimmen. Der Damp-
von diesem kleinen verwunschenen fer brannte, und wäre
Schloß im Wald freudig überrascht. nicht rechtzeitig Hilfe Man kann Sportler
Im Nu ergriffen wir Besitz von den gekommen, hätte ich er- nicht deshalb vom Er-
Räumen des Hauses. Doch all die ro- trinken müssen. Jetzt werb des Sportabzei-
mantischen Gedanken vergingen uns, habe ich einen Rettungs- chens ausschließen, weil
Ich habe· vom Arzt
Schwimmverbot. Ich
möchte aber auch das
Sportabzeichen erwer-
ben. Muß man denn un-
bedingt schwimmen
können, um „Bereit zur
Das Haus in der Heide
• Arbeit und zur Verteidi-
gung der Heimat" zu
sein?
Es wurden lehrreiche Versammlun- als wir sahen, wie schmutzig und schwimmerlehrgang sie eine Sportart nicht
gen und eindrucksvolle Heimabende trostlos es doch innen aussah. Schnell mitgemacht, um, wenn beherrschen. Wenn man Kann nicht einmal der
Gerd Simon, Riesa
Viele Leser kritisieren gra-
fische Mängei an den Ent-
würfen für das neue Sport-
abzeichen. Wir haben unseren
Zeichner beauftragt, unter
Berücksichtigung aUer Hin-
weise unserer Leser einen
Entwurf zu machen, den wir
heute zur Diskussion steHen.
In der Mitte des Abzeichens
sind die Farben unserer Re-
publik schwarz-rot-gold in
das Wappen eingelegt.
gestaltet und viele lustige, ausgelas- teilten wir uns auf. Eine Gruppe es einmal notwendig Schwimmen zur Pflicht Fall eintreten, wo Du,
sene Stunden bei Tanz und Gesang räumte auf und machte sauber, eine sein sollte, Menschen macht, engt man den lieber Klaus, über einen
ließen ein immer fester werdendes andere schälte Kartoffeln und kochte vor dem Ertrinken zu Kreis der Träger des Fluß schwimmen mußt,
Kollektiv aus uns werden. Wande- das Essen, einige Freunde holten retten. Lieber Klaus, Du Abzeichens sehr ein. um Deine Heimat zu
rungen in unserer näheren Heimat Holz, um Feuer arizumachen. Mit kannst doch nicht ver- Olaf Schmitz, L.eipzig verteidigen?
weckten in uns die Verbundenheit Gesang ging es an die Arbeit. An langen, daß wir Deine Ich habe auch erst mit Georg Häbner,
und Liebe zur Natur. Liedern mangelte es uns nie, denn Angst unterstützen. Wir 14 Jahren schwimmen Mag~eburg
1u1111111111111111111111111111111111 111111111111111111111111111111111111n1111nn111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111u11111111111111111111111111t11111illllllllll llllllllllllllllllllllllllllllll!lllllllllllllllllllll1
llllllllllllll1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIJIIIIIIIIIIIIIIIHlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll lllll
'••·~~~~~~;:;~~~~;~1,~1~··11·
betbet in die sanften Berge der
Rhön erheben sich dort große
Schornsteine und Förd,ertürme.
Anderthalbtausend Jugendliche i
gehen täglich in dies.e-m Werk i•
ihrer Arbeit nach, unter ihnen über
1000 FDJle-r. Wir möchten euch i
heute von einer. Ve,rsammlung be- i
richte,n, die kürzlich in einer der f
FDJ-Gruppen des Betriebes statt-
fo.nd.
...........................................~
Alle Mitglieder der Gruppe
,,Mühle" waren der Einladung zu die-
ser Versammlung gefolgt. Ein beson-
derer Anlaß war es, der sie heute zu-
sammei;ikommen ließ.
,,Wenn ich euer Vertrauen ver-
diene, der Partei der Arbeiterklasse
anzugehören, so bitte ich euch, mich
der Parteiorganisation unseres Be-
triebes als Kandidat zu empfehlen."
Diese Worte hatte Alfred Leichner zu
den Freunden seiner Gruppe gesagt.
Als er im August des vergangenen
Jahres nach dreijähriger Dienstzeit in
der KVP in den Betrieb kam, war er
gern bereit, seine praktischen und
theoretischen Erfahrungen in der ge-
sellschaftlichen Arbeit seinen Freun-
den zu übermitteln. Als Arbeiter und
als Sohn eines Arbeiters weiß er, daß
er zur Partei der Arbeiterklasse ge-
Im Bezirk Suhl unterwegs
Vier bestanden vor ihrer Gruppe
Die Gruppe „Mühle" vom Kalikombinat „Et-nst Thälmann"
hört. Die Gruppe kennt den 23jäh-
·rigen Alfred als einen gewissenhaf-
ten Kollegen, der gern die Ratschläge
älterer Arbeiter entgegennimmt und
sich selbst viel Gedanken macht, wie
man die Produktion noch besser
organisieren kann. Das bestätigen
auch Genosse Wilde, der Brigadier
der Jugendbrigade, und Genosse
Graf, der Partei-
organisator der
„Mühle", die zur
Gruppenversamm-
lung gekommen
waren. Sie spra-
chen mit den Ju-
gendlichen über
die Aufgaben der
Partei, die Rechte
und Pflichten der
zukünftigen jun- (_ '
gen Genossen. ,
Horst Körber ist "
der Gruppenleiter
der Gruppe „Mühle". Auch er bittet
heute seine Freunde um ihr Einver-
ständnis, daß er seine Aufnahme als
Kandidat in die Partei der Arbeiter-
klasse beantragt. Durch seine gute
fachliche und gesellschaftliche Arbeit
in der Jugendbrigade und in der
Gruppenleitung der FDJ erwarb er
sich das Vertrauen der Freunde seiner
Gruppe, so daß sie auch ihn als einen
ihrer Besten der Sozialistischen Ein-
heitspartei empfehlen.
Persönliche Gespräche halfen
Nicht alle Entscheidungen der
Gruppe an diesem Tag waren so
,,einfach" zu treffen. Das zeigte sich,
als dann Hubert Karn seine Bitte
vortrug. Einige Freunde wunderte
das. ,,Ich will nichts beschönigen",
sagte er, ,,oft hatte ich keine richtige
Einstellung zu den Maßnahmen un-
seres Staates. Doch woher kam das?
Selten hat sich jemand von der FDJ-
Gruppe mit mir über meine Sorgen
unterhalten. Manchmal war ich ver-
zweifelt und verärgert. Den Weg zur
Partei habe ich durch Gespräche mit
dem Betriebsleiter der mechanischen
Werkstatt gefunden. Auch Genosse
Graf half mir, vieles richtig zu ver-
stehen. Er organisierte Wettbewerbe,
die uns halfen, besser für uns alle zu
arbeiten und auch persönlich voran-
zukommen. Mein Vater ist Arbeiter.
Daß ich nicht eher den Weg zur Par-
tei fand, liegt daran, daß ich mich zu
sehr von persönlichen Sorgen treiben
und von den großen Fragen unserer
Zeit abbringen ließ. Doch jetzt habe
ich das überwunden."
Peter gehört zu ihnen
Die Worte Huberts waren ein ern-
ster Hinweis für das Kollektiv, Die
Alfred t.eichner
und Horst Körber
von der Mühle des
Kalikombinates
,,Ernst Thälmann"
wenden sich mit
jeder unklaren
Frage an den Bri-
gadier der Jugend-
brigade, Genossen
Wilde (Mitte), der
stets bereit ist,
den jungen Ge-
nossen zu helfen
Freunde gaben selbst zu - obwohl
sie ihm harte Worte der Kritik sag-
ten - daß sie sich wenig um jeden
einzelnen FDJler kümmerten. Sicher
wären es sonst nicht nur drei ge-
wesen, die sie der Partei heute als
Kandidaten hätten empfehlen kön-
nen, sondern noch mehr gute FDJler.
Al.5 die Versammlung fast beendet
war, meldete sich Peter Eichholz zu
Wort. Er teilte den Freunden seinen
Entschluß mit, den Dienst in unseren
bewaffneten Kräften anzutreten und
rief die anderen auf, seinem Beispiel
zu folgen. Dann sprach er die Bitte
aus, auch ihn der SED als Kandi-
daten zu empfehlen. Gute Arbeit und
seine Verteidigungsbereitschaft, so
versprach er, sollen sein Beitrag zur
Vorbereitung der 3. Parteikonferenz
der SED sein. Pet !rs Bitte und Ent-
schluß, geboren in dem Meinungs-
austausch der Gruppe, waren der
beste Beweis, daß die Mitgliederver-
sammlung ein Erfolg gewesen ist.
Hannelore Schmidt
DIETER ROTBE BERICHTET VON DEN OLYMPISCHEN WINTERSPIELEN füi/f{
,,~u'' ~..~ 11ituletoi,,e JP
An „ihrem" 1. Februar wurde M:adelaine Berthod Oly~piasiegerin
Wohl keine der weltbesten alpinen Damen
war mit soviel Vorschußlorbeer bedacht nach
Cortina gefahren wie die 25jährige Schweizer
Bauerntochter Madelaine Berthod. Ihr wurd
vielerorts eine Goldmedaille im Abfahrtslauf
praktisch vorausgesagt. Am 1, Februar 1931
wurde das stille Mädel, von dem man sogt, sie
würde das Erbe einer Hedy Schlunegger und
lda Schöpfer antreten, in Chateau d'Oex ge•
boren. Und genau an ihrem 25. Geburtstag
holte sie sich gestern beiin Abfahrtsla uf, dem.
letzten alpinen Wettbewerb der Domen in
Cortina, das olympische Gold : ,.Goldenes" Ge-
burtstagskind I Modeloine Berthod gewann
nötigte. Zum zweiten Male als Vierte placierte
sich Giuliana Chenal-Min zzo aus Italien. Zu
ihr gesellte sich in der gleichen Zeit von
1:47,3 die Beste der Osterreicherinnen, Hilde
Hofherr. Es folgen : Maria Grozia Morchelli
(Italien), Theo Hochleitner (Osterreich), Jesette
Neviere (Frankreich), Borghild Niskin (Nor-
wegen), Glodys Werner (USA), Anna Pelissier
(Italien), Trude Klecker und Josephine Frondel
(beide Osterreich) so·wie als 14. Alexandra
Artemenke (UdSSR). Hinter Maria Kowalsko
(Volkspolen) wurde Ossi Reichert als 20. beste
·Deutsche. Sie benötigte 1:52,3 Minuten. Erneut
nicht zum Zuge kam die ebenfalls für Cortino
favorisierte Amerikanerin Andrea Mead-
Lowrence - sie erreichte nur 1:55,0 Minuten
und placierte sich noch hinter Hannelore
Glaser-Franke. Mirl Buchner soll aufgegeben
hoben.
· gestern ganz überlegen. Sie distanzierte die
·Zweite, ihre Landsmännin Friede Dänzer, um
4,7 Sekunden (1 :40,7 bzw. 1:45,4 Minuten).-
Bronzemedaillen-Gewinnerin wurde die Kana•
dierin lucile Wheeler, die 1:46,0 Minuten be•
Finnland vor Sowjetunion / Deutsche Läuferinnen zeitgleich / Edström lief Bestzeit
Mit kräftigen Stockstößen
stürmt Hallgeir Brenden aus
Norwegen ins Ziel des 15-km-
Langlaufes. 1952 wurde er
schon Olympiasieger in Oslo
über 18 km und wiederholte
nun seinen Erfolg .in Cortina
Co r t In a. Mit der 3X 5-km-Staffel -
der -Damen wurde heute de~ erste
Mannschaftswettbewerb entschlederr.·Dabei gab es eine große tJberraschung.
Finnland gelang es mit den Läuferinnen Polkuneµ; Hietanen und Rantanen
in einer Zeit von 1:09:01 Std. dfe··ravorisierte •Staffel der Sowjetunion zu
b-esiegen und damit die Goldmeda:ille zu erringen. Dritter wurde Schweden,
Zehn Mannschaften hatten sich am Die sowjetische Läuferin Koltschina
Start eingefunden. Für die Sowjet- konnte ihren Vorsprung gegenüber
union startete die Goldmedaillen- ' der Finnin ·Hietanen sogar auf 27 Se-
gewinnerin über 10 km, Lubowa Ko- kunden • ausdehnen, doch auf dem
syrewa· für Finnland Polkunen, für letzten · Kilometer holte die Finnin
Norwegen Brusveen und für die alles aus sich heraus und beide tra·
deutsche Mannschaft die DDR-Läufe- fen kurz hintereinander wieder im
rin Elfriede Uhlig. 493 Schneestadion ein. Auf den letzten
Beim zweiten Kilometer gab es die Kilometern mußte sich also alles ent-
erste Streckenmeldung. Die Sowjet- scheiden. .Für die Sowjetunron lief
union lag 10 Sekunden vor Norwe- Jeroschfüa, die . Silbermedaillen-
gen 15 Sekunden vor Finnland 22 gewinnerin über 10 Kilometer, und
Sek'unden vor Schweden. Nicht 'viel für Finpland die stärkste Läuferin
anders war es auch nicht beim Rantanen.
vierten Kilometer. Als die Rumänin Doch zurück zur deutschen Mann-
Zangor von diesem Kilometer gerne!- schaft. Else Amann aus Westdeutsch-
det wurde, bog Lubowa Kosyrewa l~nd war als Zweite _gest~rtet. Sit?
schon in das Schneestadion ein. 22:58 hef gut, doch hatte sich die starke
Minuten betrug ihre Zeit, 23:22 lief . T_schechoslow.akin Pa,tockowa. schon
Polkunen, 25:11 Uhlig, 26:23 Minuten bis auf sechs Sekun?en an sie her-
Benesova (CSR). Sollte es der deut- angeschoben. Sonnh1l_de Haussch11:l
sehen Mannschaft gelingen, erstmals hatte es n_un gegen die beste Tsche-
die Tschechoslowakinnen zu besie- choslowakm Lauermannowa schwer.
gen? Wir drückten für unsere Läufe- Inzwischen war an der Spitze ein
rinnen die Daumen, harter Zweikampf zwischen Jero•
..........• - - -•••••••••••••- schina und Rantanen entbrannt.
Unser Sportabzeichen
~ - ~ ·-
Noch ..beim 12. Ki.lJ:upeter lag Jero,-;
schina 16 Sekunden vor Rantanen
und wie schon - beim Kilometer- 10
zwei Minuten vor der Bronze-
medaillengewinnerin Edström aus
Schweden. Das Rennen entschied sich
zwischen dem 12. und 14. Kilometer.
Rantanen hatte einen Kilometer vor
dem Ziel ·Jeroschina nicht nur ein·
geholt, sondern bereits 16 Sekunden
herausgelaufen. Auf dem letzten
Kilometer machte die Finnin gegen-
über Jeroschina noch mehr Zeit gut
und beendete mit 27 Sekunden Vor-
sprung in · 1:09:01 Std. das Rennen.
20 Sekunden hinter Jeroschina traf
aber schon die Schwedin Edström ein,
die die fünf Kilometer in der absolut
besten Zeit von 22:02 Min. zurück-
gelegt hatte und damit für ihr Land
(1 :09:48 Std.) die Bronzemedaille er-
kämpfte. Norw·egen in 1:10:50 und
Polen in 1:13:0 Std. folgten auf den
nächsten Plätzen.
Heute beginnen
wir auf Seite 5
mit unserer Dis-
kussion über das
neue Sportabzei-
chen. 414 Leser-
briefe, darunter
viele Abstimmun-
gen in FDJ-Grup-
pen erhielten wir
bis beute. Natür-
lich interessiert
euch einmal ein
Zwischens.tand:
595 Leser entschieden sich für das
Schwimmen als Pflichtübung des neuen
Sportabzeichens „Bereit zur Arbeit und
zur Verteidigung der Heimat".
140 Leser sprachen sich dagegen aus.
Von den vier Vorschlägen für die
neue Form des Abzeichens entfielen:
Form 1: 141 Leserstimmen
Form 2: 99 Leserstimmcn
Form 3: 25 Leserstimmen
Form 4: 282 Leserstimmen (uns. Bild)
Sie war eine der
„besten Pferde" in
den alpinen Diszi-
plinen für die
deutschen Farben
- die Evi La;nig
aus Hindelang.
Jetzt kuriert sie
im Krankenhaus
Cedivilla bei Cor-
_
tina ihr gebroche-
nes Handgelenk
vom ersten Trai-
ning auf der olym-
pischen Abfahrts-
strecke ·und läßt
sich von der Kran-
kenschwester füt-
tern
Ob·s wohl richtig Ist?
Spiel -1:
Spiel 2:
Spiel 3:
Spiel 4:
Spiel 5:
Spiel 6:
Spiel 7:
Spiel 8:
Spiel !J:
Spiel 10:
Spiel 11:
S11iel 12: .
Spiel EI:
Spiel E2:
SC Fortschritt Weißenfels-SC Rotation . Leipzig
Wismut Gera-SC Wismut Karl-Marx-Stadt
SC Motor Jena-Motor Dessau
· Motor Altenburg...:.Motor Zwicl,au
Chemie Zeitz-SC ' Aktivist Brieske-Senftenberg
Aufbau Großräschen...:...Empor Wurzen
Motor Mag·debtirg ,Mitte- Motor Nordhausen
SC Motor Berlin- n:Iotor Brandenburg Süd
Fortschritt .Hartha- Ch'emie Glauchau
Lokomotive Cottbus~1'lotor Ba utzen
Chemie Leuna:,...sc Lok Leipzig , .. ·
Stahl Stalinstadt_.:..Molor Siräl~lllid.
Einheit Greifswald-Turbine Neti~j-andenburg
Lichtenberg 47-Vorwärts Cottbus
X -
X
X
X
X
X
X
X
X .
X
X
X
X
X
-
Schon beim elften Kilometer mußte
Sonni Hauschild der CSR-Läuferin
LauermannowadieSpurfreigeben und
lag bereits beim 12. km 37 Sekunden
hinter ihr. Im Ziel ergab sich ein
Kuriosum: Die deutsche Mannschaft
war die ausgeglichendate des ganzen
Rennens. Alle drei Läuferinnen,
Elfriede -Uhlig, Sonnhilde Hauschild
und Else Amann benötigten für ihre
5 km jede genau 25:11 Minuten.
Die Zeiten der Nächstplazierten:
6. CSR 1:14:19, 7. Deutsche Olympia-
Auswahl 1:15:33 Std., 8. Italien
1:16:11 Std., ,_ 9_ Jugoslawien 1:18:54
Std. Die Rumänin Simon hatte beim
14. Kilometer das Rennen aufgegeben.
Fotos: Zentralbild
Werner Lesser dabei
C o r t i n a. Harry Glaß und auch
Werner Lesser werden am Sonntag
dabei sein, wenn die besten ,Spezial-
sprungläufer der Welt übe,r den
Schanzentisch gehen. Aus der Bun-
desrepublik wurden Max Bolkart
und Sepp Kleis! nominiert. Toni
Brutseher ist als Reservespringer
vorgesehen.
CSdl UHd .J<AHAdA .%UNÄ'f'gt1WOP/t1H I Cl!Le/,t .•.
1
Schweden und USA brachten die Sensationen zuwege Eingehüllt in dichte Nebelschwaden
" A
·Js
: •1'ch t eh. · b d' CSR schaft 1·m ercten Dr1'ttel das O•• 0, ob- lag heute den ganzen Tag über das herr-
,.. ges ern s rie , ie „ l iehe und so viel gerühmte Gebiet um
zeigte ein Spiel, wie ich es von ihr wohl sie stark unter Druck stand, den Misurina-See. Ich konnte die
noch nie gesehen hatte, da ahnte ich doch im zweiten Drittel brach dann Schönheiten nicht bewundern, denn
nicht, daß meine Worte so schnell die Torflut über sie herein. Wie reife kaum 150 m reichte die Sicht. Die An-
eine weitere Bestätigung finden wür- Früchte pflückten Uwarow (3), Guty- zeigetafel auf der gegenüberliegenden
den. Sie -spielte gegen Schweden und schew (2), Bobrow und Tregubow (je Seite der Pressetribüne tauchte ab und
wieder gab es ein Debakel. Mit 5: O 1) sieben Treffer. Krylow markierte zu schemenhaft auf, die darauf an-
d 8 0 geschriebenen Zeiten waren nur
Der kanadische Stürmer Theberge
(Nr. 8) hat den deutschen Torhüter
Ulli Jansen attackiert und stürzt mit
ihm in das kleine Tor. lm Hinter-
grund lauert George Schales (Nr. 15).
Aus: Kanada ge.gen Deutschland 4 : 0
verloren die Tschechoslowaken, sie
wurden von den Schweden regelrecht
an die Wand gespielt. Wiederum tra-
fen alle schon geschilderten Faktoren
zu: kein Zusammenspiel, keine
druckvollen Angriffe und eine un-
sichere Verteidigung. Was diese
Mannsch;i.ft früher gefährlich machte:
blitzschneller Angriff mit fünf Spie-
lern und ebenso schnelle Verteidi-
gung mit allen fünf Spielern, das
vermißte man völlig.
In einer sehr fairen Begegnung
schlug bei starkem Schneetreiben die
sowjetische Eishockeyvertretung die
deutsche Mannschaft mit 8 : 0. über-
raschend hielt die deutsche Mann-
später as : · äußerst selten zu lesen. Wenn man
In Anschluß daran schuf die USA dazu die Läufer nicht immer erkennen
eine der größten Sensationen des bis- kann und eine ungewohnte Kälte -
herigen Turnieres mit ih:rem •4 : 1 um die Mittagszeit wurden minus sechs
Grad gemessen - herrscht, ist es ver-
(2 : 0, 0 : 1, 2 : 0)-Sieg über den hohen ständlich, daß sowohl bei den Aktiven
Favoriten Kanada. Wohl waren diese als auch bei den Zuschauern keine
spielerisch reifer, die Amerikaner richtige Stimmung aufkam. Nur wenige
spielten aber entschlossener und Unentwegte erlebten diesen letzten
zweckmäßiger. Vor allem bestachen Wettkampftag der Eisschnelläufer mit
sie durch Ruhe und Besonnenheit und nur ganz selten kamen Anfeue-
vor dem Tor. rungsrufe von den Tribünen. Aber
immer wc:·r das Stampfen der kalt-
Nach dem zweiten Spieltag ergibt gewordenen Füße zu hören.
sich folgender Stand:
1. Sowjetunion
2, USA
3. Schweden
4. Kanada
5. CSR
6, Deutsche Auswahl/BR
12: 1
11: 3
6 : 4
7: 7
3: 11
2 : 15
Bisher 45 MedailJen
4: 0
4: 0
2: 2
2 : 2
0: 4
0: 4
Bisher wurden 45 Medaillen ver-
geben: Sowjetunion 5 Goldm,- 3 Sil-
ber, 5 Bronze, Österreich 2-3-2, Nor-
wegen 2-1-1, Schweiz 2-1-1, Schwe-
den 1-4-3, Finnland 2-0-1, Italien
1-1-1, Deutsche Auswahl 1-0-0, Ja-
pan 0-1-0, Volkspolen 0-0-1, Ka·
nada 0-0-1.
Gleiche Bedingungen 1
Alle Zweifel sind hinweggefegt. Laut
einer Information des Präsidiums der
Sektion Handball de,r DDR sind die
Auswahlspieler der Hallenhandballfina-
listen Motor Eisenach und Motor Ro-
stock nun doch für den Endspieltermin
am 26. Februa,r 1956 noch spielberech-
tigt für ihre Mannschaften. Und das
entscheidende Spiel um die DDR-
Frauenmeisterschaft SC Fortschritt Wei-
ßenfels-Lok Roogsdorf findet - wie vor-
gesehen - a m 12. Februa,r 1956 in
FrCIITlkfurt/Oder statt.
Beide amtlichen Milte-
ili.:ngen dar Sei--
tian Handball der DDR entsprechen aen
Forderungen, die die "Junge Welt" in
ihrem Handball-Kommenta r vom 31. Ja.
nua,r 1956 veröffentlichte.
*
Schwer hatten es die Aktiven, die
bei dieser Witterung um olympischen
Lorbeer stritten. Bereits nach wenigen
Runden hatte sich bei ihnen Rauhreif
auf der Brust, den Schultern, und der
Mütze gebildet, der von Runde z-u
Runde dicker wurde. Wladimir Schil-
kowski (Sowjetunion) wußte sich gegen
die Kälte nicht 'anders zu schützen, als
während des gesamten Rennens seine
linke Hand vor seinem Mund zu hal-
ten. Das konnte nur immer die linke
sein, denn Wlad;mi r Schi lkowski hat
nur einen Arm. Trotzdem lief er gut,
seine Zeit von 17: 17.6 Minuten und der
15. Platz beweisen es.
*
„E_
s war einfach nichts zu machen bei
dieser Kälte", meinte der DDR-Meister
Helmut Kuhnert nach seinem Lauf.
„Der scharfe Fahrtwind legte sich so
auf die Lungen, daß ich nicht schneller
laufen konnte. Am liebsten ·laufe ich,
wenn es warm ist. Wäre es so schön
wie in Davos gewesen. dann hätte ich
bestimmt eine bessere Zeit erreicht - .
auch wenn ich im Moment nicht ganz
in Form bin."
Ich kann das verstehen, und doch ist
der zehnte Platz von Helmut Kuh·riert
für unsere Republik ein schöner Er-
folg. Waren wir doch bisher im inter-
nationalen Eisschnellaufsport über-
haupt nicht bekannt. Unbestritten ist
Helmut Kuhnert der beste deutsche
Eisschnelläufer in Misurina gewesen.
Alle Wesdeutschen ließ er weit hinter
sich, heute ·den Westdeutschen Keller
(21. Platz) um 23,1 Sekunden.
-------------------- ------ - - ---- ----- -----
DA ■ BBOASTIONSSOLt.BGIOM
Vertlttemndn ClDtllf der tJzem Nr, l'9 des Presseamtes betm M1ntsterprls1denten der Regierung der Oeutschen Demolcratachen
RepubUJc. Vertas .Junge Welt, Berlln W8, Mobrenstr, 36/37. Tel. 20Ot 61, Bankkonto: Stadtkontor Nr. 18 72. Postscheckkonto:
Nr, 601 liO. Bestellungen nJ.inmt Jedes Postamt entgegen. Anzeigenannahme beim Verlag, z. z. gUlttge AnzetgenpreLsßste Nr, 8;
Anzetgeo Uegeo .außerhalb der Verantwortung der Red'1.ktlon, urucK , Beruner oruci<erel. ßertto c a. ·
Der RiMdl,,ü11i sendet:
am Donnerstag, dem 2. Februar 1956
Deutschlaodsender: 7,10 Internationale
Presseschau; 9.30 Das Akkordeonorchester
Brunndöbra und das Mandollnenorchester
des VEB „Ernst Thälmann• In Saalfeld
spielen; 16.20 Das Muslkerporträt: Stalin-
prelsträger Lew Knlpper ; 17.10 Von der
Jugend - für die Jugend; 17.25 Klingende
deutsche Heimat: Lausitz ; 18.00 Berichte
von den VII. Olympischen Winterspielen.
19.00 Nachrichten, Kommentar des Deutsch-
land~enders. 19.20 Wir bitten Ztun Tanz.
22.0& Arbeiterhoch schule; 22.40 Literatur
unserer Zeit; 23.03 Musikalische Schätze
der Völker.
Berliner Rundfunk: 7,30 Gesamtdeutsche
Presseschau; 11.30 Leichte Kost; 16.15
Musik zur Unterhaltung: 18.45 Junge Welt
am Mikrofon; 19.05 Bruno Saenger und
seine Solisten musizieren; 19.30 Nachrich-
ten, Kommentar des Tages; 19.50 „Da
lacht der Eär"; 21.40 Zeitgeschehen Im
Funk; 22.10 Berichte von den VII, Olympi-
schen Winterspielen; 23.05 Prosa und Lyrik
der Völker, Andre Stil: .Die Nacht "
zählt
nicht"; 23.30 Bunte Palette; 0,35 Musik zur
Unterhaltung,
Radio DDR: 8.20 Volksmusik aus der
Kumän!schen Volksrepublik; 15.00 Kinder-
funk: wir besuchen den Schulklub In der
10. Schule Berlin-Mahlsdorf; 16.50 Steno Im
Funk für Fortgeschrittene; 17.30 Unser
Lied die Ländergrenzen überfliegt; 18.10
Kurt · Eichler, und seine Solisten musizie-
ren; 20.20 Unser Opernabend; 22.00 Nach- ,
richten; 22,10 Russisch Im Funk für ·An- '
fänger; 22.25 Für die Freunde der Tanz•
musik spielt das Rundfuhk•Tanzorchester
Leipzig, Leitung Kurt Henkels; 23.00 Kon•
zert zum Tagesausklang.
,ME WIR
DDASJfdt.erl
Wettervorhersage für Donnerstag, 2, Febr,
...~•-""''~ Be! mäßigen W!n•
den um Nord zeit-
weise stark bewölkt;
a'>er kein oder nur
unbedeutender
Schnee. Tagestempe-
ratur auf unter mi-
nus 15 Grad absin- ·
· kend, auch nachts
nicht über minus 15
Grad hinausgehend. '

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  • 1. ORGAN DESZENTRALRATS DER FREIEN DEUTSCHEN JUGEND 10. Jahrgang / Nr. 28 Donnerstag, den 2. Februar 1956 Preis 10·Pf. Eis und Sonne in Berlin . . Zauberwort: SChlittschllhe r ' Uber 50 Eisbahnen in:Berlin / 3J)00 Jugendliebe im Jahn-Sportpark Nicht zurückweichen Berlin {Eig. Ber.). Kälte und Sonnenschein - das ist so recht nach dem Geschmack der Berliner Jugend. .,Schlittschuhe" heißt für sie in diesen Tagen das. Zauberwort. Und so tum- melt sich jung und alt auf den über fünfzig Eisbahnen im Stadtgebiet und den zugefrore- Qffene le. rnen · * ·_Günter Hei:nze; Ro- lond Köhler, Ruth Schulze 'uncl .Heigo , K _ unze, gehören zu den ersten, ' die an der · neugegründeten • Fachschule,für Eisen- bahnwesen in Dres-• den studieren. . So wie -~n Dresd,eui·.. ent~ standen 'in. den letz- ten Jahren übemll in unse-rer Republik neue moderne Hoch- schul,en und:lnstjtute leicJ,enerlclärung.}_ W Hochsch~le ~ Akademie 0.lnstitut Am vergangenen Wochenende trafen nen Kanälen und, Seen des Bezirks Köpenick. sich 1500 Teili:,ehmer an der Jugend- Eine der größten von den 42 Spritzeis- · ~:;;;::::;===========-"_. WQ eGüstrow weihe aus dem Bezirk Schwerin zu Kul- bahnen, welche die Arbeiter in allen Bezirken ··· · ~r~:~~~'tir:~:ni::~ü~~~i~t~::~~t~ fdril}t~:i~!!:~T;N!~~;!:~~;~t~t:t~1;= - :_~-~_'._ -_:_~-~-.:_._-;:_-,·~::.)}_)·'be , stodt. Der Ortsausschuß Wes~regeln gendliche, die sich auf schnellen ,Kufen über _ .- - ermöglichte für die reilnehmer an der das in der Sonne blitzende Eis bewegen. In · : ·· ·· • Stoa1r, Jugendweihe eine Theaterfahrt noch deri Abendstunden ist dann die 12 000 qm :·:_:_.·_-~_.' -· · e,nW BERLIN Sk _otamßmfuertn. Julngevniedll~,cnheOrrtegeen1m·uo„nß~1g Kzureidseenn große Eisfläche rlurch eine 20 000 Watt Licht- . :::-"<J JBabelsbe,, ,:9 •.•~ anlage taghell .erleuchtet. so daß sie bis - 21 Uhr · · , ' ~ Jugendstunden zusammen. benutzt werden kann. · -:·. ::::·-.'-:•:,· Potsdam□ · . Aber das ist noch nicht überall so. Wird's denn so gehen, Höhepunkt des Eissports wird das Wochen- :_-"_::_:°::•:•_.,; ~ • • Von den Schulabgängern der Grund- ende .sein. an dem auf den meisten Plätzen, ._:_ :-_::;.:.;; · W Magdeburg .. schule fn Heinrichs bei Suhl meldeten Jutta? Paß nur auf deine vor allem in Köpenick und Treptow; große Eis- · sich bisher nur wenige zur Jugendweihe ·Nase auf, sie f,riert sonst ab feste stattffnden. ·::::? D • · an. Das erzählte uns Ella Neumann, :. Neugattersfeben ~d,u:i!o~tll=i':~n~~~~'.erleiterin der Grund- Wann wird endgültig ~ufgeräumtt :-:-·.-;.· Halle~ - - Leider wa- r das auch .schon alles, was D leuna-Merse•• • Leipzig . Ella von den Vorbereitunge,n zur Jugel')d- , Kreistag Güstrow beriet über KH,tiken de1· ,,Jungen Welt" • burg W O -Meißen·_ weihe berichten konnte. Als sie bei ihrer Güstrow {Eig. Ber.). Mit. den Kri- der _s darauf .an, daß der Kreistag die Mühlhausen o·· d...__.;:_ · t A h ·t d Elt . ,~ • Etfurt . • res ~en--.; . ,-::-:. S~~~~bg~s~~:~~ e~i~~t 9~:[ch e:~e~~:~ !~!~~endetn ct~~n~e;s ~=~;a :"nt~1;1 ~t~~~e d~~vö~~e;~nnJ in~~~essi::~ D .. 11 • • •D ~ ~':f/f· daß die Eltern einer Drohung des d LPG .. . Denn nur dann sei es möglich di • . , . Karl-Marx- ,._:--:~::·:::·:::; Pfarrers entgegentreten, gab sie den er B_ raunsberg beschaft1gte , 1· , . , . , .., • , e • // . d .......... . 'Kämn pr 'a,uf. Die ' Pi6riieroöteilmg 'der -~Ich ~am ,,rEhemstiag ,•der Kreistag .m. ~[~.,,,:W#.',t~b,~ ...~t'""'~ ~ !Q~ er ., menau · . Sto ,t .,(·':'):·-:-:-·.•;;_.·.-: ·· i< · . o·· t - . A f • c · t .ugenffar-'be. JJ zu ..,ese'i11gep ;;-. _ .. );_ · ' •1;,t ~·'.'l"P r;_,· - -,~ "':'r.·lJ.!':';'(t.;,;:i<J.~:,,J,~,." .h.r~isl_eJ ung d~r. ~DJ,, hß u tte ihr langst- f us ;uw.- · ·u aer c,itzung wurde 4 ,_ • ~--:', ~ -:.J.._:J ,·h , '<"i •,,,?. ;.~·:>< ch ~· 1 • ß .,,.,-. ~- :r- _ _ ;..,......... _:>.,._i::. .·'.:.(_ 7; ~ .~- - - ·~ ~, ·~ "/ ~ ,·..·,': _ - ~.Kfi. _ rt.~g _ _ _ r __q~- -~i~_ ,_!A~_ :. '_ . elfen müssen. . ' - . . 494 j estgestellt, da13 tfotz'• einiger Erfol'ge , . ?~r;,, ß..fS""'g~ ·a • ~u4:IJ~ ""~ ·U -" .,., -. - .• . ,, . - ., Ober die Folgen eines solchen klein- - über die wir berichteten _ noch '!l.J:1? ln•idem sehr au,s'fuhrhch •die Ar- mütigen Zurückweichens machen sich immer nicht alle Mängel und Schwä- be1t unte_ r de_r Juge_nd ~_uf' d_em L~nde ' viele Pionierleiter und FDJ-Leitungen eben be it' t . d D S k t" d ,behandelt wird. Wie mit Hilfe dieses noch wenig Gedanken. Sie überlegen se ig srn · er e re ar es Beschlus~es in der MTS Zehna und nicht daß es die erste Pflicht des Zentralrats der FDJ, Wolfgang auf 'der ' LPG Braunsberg endgültig Pionterleiters ist, die Interessen der steinke, der an der Sitzung teil -- aufgeräumt · wirÖ, . berichtet die ihnen anvertrauten Kinder Immer und nahm, sagte, es komme jetzt beson- .,Junge Vl:elt"· demnächst. gegenüber allen zu vertreten. , NATO-Fragebogen· in Berufss,ch~len Söldnerkartei über Westberliner Jugendliche angelegt Berlin {Eig. Ber.). Auch die Westberliner .Jugend ist von der Aufstellung 'einer NATO-Armee bedroht. Dafür sprechen fol- gende alarmierende · Tatsachen: Zur Anle- . gefragt,· w~s- der Lehr- betrieb anfertigt. Offen- sichtlich geschah· das, um nicht durch Rekru- Unsere Karte zeigt die im ersten Fünf,; johrplon neugegrün~ deten Hochschulen . für Zootechnik (GÜ➔ strow): für Schwer.; maschinenbau (Magdeburg): für Fi nanzwi- rtschoft, Filmkunst, ' Agrar~ Ökonomie (Pots- dam): für Außen. hondel (Stacken); für Binne~handel, Bou'wesen' (Leipzig); für LPG {Meißen); für Chemie . (Leuna; .Merseburg); für ·· Verkehrswesen, . Mu• sik (Dr.esdei:i): für Moschinetnbau (Karl- Ma,rx-Sto,dt): · für Elektrotechnik (llmeno,u). In . Dre~ den, Erfurt · und Magdeburg .wurden je eine medizinische · Akademie, in Gü, strow, Dresden; · Leipzig, Halle, Erfu·rt und Mühlhausen je · ein Pädagogisches -Institut und in Pots• , ~gm ein ,l,~st}~_}ür ,' Ar~hivwesen. ge· schaffen :"'//',. ,!Ung einer Söldnerkar- tei wurden 9ieser Tage, unter Aufsicht der Leh- rer, die wehrpflichtigen Schüler der Jahrgänge 1937/38 in der Berufs- schule Eiswerdkr im Be- zirk Spandau gezwun- gen, Fragebogen des Bonner Kriegsmini- sters Blank auszufül- fon. In der KlasseA 133 geschah das sogar un- ter Aufsicht von drei Lehrern. In den Fragebogen wird unter anderem tierungsmaßnahmen die bere~ts angelau- fene Rüstungsprod1,1k- tion zu gefährden. Ähil- liche Tatsachen werden auch aus anderen Be- rufsschulen und , dem Arbeitsamt · Neukölln Ein Lehrossi~tent der' Hochsch.ule für Ba·uweseri i- n Cottbus ·erklört den Student, en die Geräte der Bo,ustoffprüfstel-le Fotos: zentral)ild , bekannt. Diese Hilfe der FDJ brauchen auch di. e Eltern. Sie geben den DrohungEn und dem Gewissenszwang mar,cher Pfarrer r,icht deshalb noch, weil sie olle mit ihnen etwo einer Meinung wären. Unsere Eltern wissen heute sehr gut, daß es ihren Kindern und deren Kennt- nissen nur zum Vorteil gereicht, wenn die Schulabgänger iin den Jugendstun- den von den Rechten und Pflichten eines jungen Stootsbürgers erfahren und tie- fer in die Gesetze per Na·tur und· Ge- sellschaft, in die Eritwicklur,gsgeschichte der Menschheit, in Kunst und Literatur eindringen. Wenn sie ihre Kinder trotz- dem nicht zur Jugendweihe orimelden. so doch nur desholb nicht, weil sie sich allein zu schwach fühlen, die Vertreter g~~g~t~~ ~~esiSchi;an~:;is;~n:;~;;, r------------------------------------------------..;.,.•;r··:.'""'.""""""''"'"""· . '''''"""" Wer soll ihnen aber helfen, die dazu Zivei Millionen kleine Urlauber' •'.:.t ff-'EuT-_ ..,_ ' notwendige Kratt ,m gemeinsamen Han- , • .~ i ß dein aller Eltern zu finden, wenn .nicht W z h "l b · ht t '"b J df„ d 1 die~ Pionierleiter, FDI-Funktionöre und erner sc ei e eric e e u er ugen or erungsp an ' · i •.- . · ' · · Lehrer, denen die Entwicklung der Kin- Über zwei Millionen ren K~llegen für die Er- Ergebnisse' des Jugend- haben . ~nd' . _übernah- r.Festverans(altung der genauso om Herzen liegen muß wie Kinder verlebten 1955 füllung des Volkswirt• förderungsplans 1!!55 men ' ,g!e1chze1t1-g · kqn- 1 · · - den' Eltern? frohe und unbeschwerte schaft.splans. Ungefähr berichtete per Leiter des krete Verpflichtu'ngen;rnm · i ,- · zum Es gibt auch nocl, einen ~nderen Ge- Ferientage in den schön- 19 000 Jugendliche mehr Amtes für Jugendfragen, die Durchfühnmg des Ju- ·. ; . · sichtspunkt. über den solche Funktionöre sten Gegenden unserer ' als im Jugendförderungs- .Werner Zscheile, dem .Ju- gendförderun~splans i 1~56 .,! '.. ,Tag der/ugend sehr gründlich nachdenken sollten, um Republik. Unter ihnen be- plan vorgesehen, konnten g5'!ndaus,schuß der Volks- sofort nach - semer Verkun- ; ,· ,--.. - ,. ..- . ~!~o~~ ~:!h:~t.w~iigb~:u~te~ß:~~e;,_uu~: ~~~en u~~ch }Jnoi;n M!i~ :~hul~9~;/~r:~ne;pä~!t~ . ~~:~~~ ~:~t~_n:~fd~~e!~ f::0711~{:;_el~äßig.,z~ : ~on- i-. .ü~d des SplJ:rlS ... bau des Sozialismus Menschen, .welche Westdeutschland 1m Beruf vorbereiten. 60 bis Sitzung tauschten die Ab- Mehrere ,,Abgeordnete t , die Wahrheit, ein wissenschaftlich rich- Jahre l9fi4 waren es etwa 62 Prozent sind davon geordneten ihre Erfahrun- berichtetep, .da:ß: Jugepd- J in ·der .•~eutichen', Sporthalle tiges und von Dogmen und Mystizismus 30 000 westdeutsche Kin_ - Kinder unserer Arbeiter gen aus, die sie bei der li'che in· zahlreichen Be- .: Es spricht freies Weltbild besitzen, die sich die der, die ·sich an der Fe• und Bauern. Erfüllung des Jugend- trieben ihren Jugendförqe- f · . Wissenschaft von den Gesetzen iin No- rienaktion beteiligten. Das·- und viele andere förderungsplans gemacht rungsplan nur „ deshalb ; der Erste Stellvertriite- r des Vor~ : tur und Gesellschaft aneignen. Mit großer Begeiste- wenig unterstützen konn- ; sitzenden des Ministe~r~ts _.... i Diejenigen Pionierleiter und FDJler, rung sind Jugendliebe un- :.....:.;;;..,- ten, weil sie ihn zum -- Teil i, · die vor solchen ideologischen Ausein- serer Republik von Ferien- gar_ nicht kannten. .. -,,Die 1· walter l:Jlh~icbt ,: . h d . aufenthalten aus den Län- Jugend muß,unbedin· gt ,an' - .. · ' - , 1· andersetzur,qen zurückweic en un wie • der Vogel Strauß ihren · Kopf in den dern der Volksdemokra- d_~r ~usanbeitung dieses f'. Die ·neuen-Meister des Sports ' , Sand stecken, vertreten · unsere Sache tie zurückgekehrt. Sie fur sie · so ,bedeutsamen •: ' ' · stelie · h · · .. · schlecht, überlassen die Erziehung irgend hatten im vergangenen ' P~ans ..9eteiHgt- . ·werden, i, . -' . · .n sic · vor , jema,nd anderem. Jahr durch den Austausch -d~11n _ _ wird _ sie . auch · um •i·· Anschließend.. großes Kultur.• vön Touristengruppen Ge• die Losung der .,Pr0bleme . . . . . T . - ,-, ,. . , Eine abwartende, neutrale Haltung !egenheit, in ' der Hohen kämpfen", .sagte der Ab- : · progra,mm I_ onz oh_ne Pause mit . von FDJ-Funktionären im ideologischen Tatra zu wan,dern oder !!e9rdnete dei; FDJ ~Fr';ik- ·i den Orchestern _ Heinz Igel·. und :' Kampf bringt uns nicht voran. -Nur eine durch Warschau zu bum- •tion uhd ' ,,Sek.retär ·de.s i Erich $chneiäewind offens;ve, komeradschoft!ich geführte mein. Zentralrats der , FDJ, Wer-· Diskussion mit den Jugendlichen und Im letzten Jahr wurde ,.,.,%;tt,,i111Jii ner Felfe. _ .,Es rriuß' endlich • . Einlaß: 17.30 ;· Begi,nn::18.30 . Eltern hil~. a1ten Ungeist qus den auch die Initiative der ,Ju- ·• Schluß gemacht werden· : · · Köpfen junge, Menschen zu _verjagen gendltchen in der Produk- F::;-)G,uE·f:~ ,;.rllJ}y}ij<'j'.föC -·:' •'• mlt der schädlicheri Auf~ f.Karten sind ü~r ·die_ FDJ-Kreis- :: und an seine Stelle soziolistisches Be- tion stark entwickelt. Ge- ,,.._, ..,,,.,.,,,,,,.,,... • .w .,-,,.,,,,,,,.,....··-~ ·. Fassung .· ·.vie.ler ' F1.,1nktio• ; leitungen zu •er~olten wußtsein, liebe und Treue zur Seche der genwärtig arbeiten in r:le1 .,. .: näre der . FDJ und des ; Arbeiterklasse tief in die Hirne und DDR etwa 9000 Jugend- L ; }//'} t'../:.c / >?:/:·< ' '. FDGB. daß der Jugend- : Qie Veranstaltung wird .vom Fer~-- sehfunk direkt ilbertragen. Herzeii oller Jurigen und Mädchen zu brigaden und etwa 6000 - 1 • föi-derung~plan nur ein . t pflanzen. Und gerade das brauchen wir Kontrollposten der FDJ Tausenden jungen ,Sk,hoserl'n, werdein durch den Jugend- _ _f:nhang zum Betriebskai- i für unseren Aufbau. gemeinsam mit ihren älte· förderungsplan frohe Wintertage bereitet Foto: G1eb~l lektivv,er_ trag ·ist." .. !"."''""""!'"'"'"""""""""""'- ..
  • 2. Sicherheit für alle Neue weitgehende Vorschlä.ge un- Frist aufgelöst werden, wenn steh das terbreiteten die Teilnehmer des War- Vertrauen zwischen den Staaten ge- aehaue, Vertrages (Albanien, Bulga- nügend gefestigt hat. Bekanntlich rien, Ungarn, DDR, Polen, Rumänien, enthält auch der Warschauer Vertrag UdSSR und CSR) auf der Prager Ta- eine Klausel, daß er mit dem Ab- gung des Politischen Beratenden Aus- schluß eines Vertrages über die kol- schusses der Weltöffentlichkeit. Es sind lektive Sicherheit in Europa außer Vorschläge _ der ver- - - ------ - - - - - - -• -- Kraft tritt. schiedensten Art, Für ein ·solches f~te!llez!ögt~~= Was brachte Prag? (1) f:::i~1:n de;i~~;: atändigung geben, heit, mit dem die wenn man nur auf NATO und der aeiten der Westmächte den ehrlichen Warschauer Vertrag verschwin- Willen zur Verständigung aufbringt. den, treten die Unterzeichner- Greifen wir uns heute eine Frage st!Zaten der Prager Deklaration wei- aus dieser Deklaration heraus, das terhin ein. Sie sind bereit, auch alle Problem der kollektiven Sicherheit Vorschläge zu erörtern, die diese fn Europa, für das die Teilnehmer- Aufgabe erleichtern würden. Weiter 1taaten erneut eintraten. Von Ent- wurde in _Prag vorgeschlagen, zu- apannung oder Sicherheit kann in nächst ein A bkommen zwischen Europa solange nicht die Rede sein. einem Teil der europäischen Staaten wie die amerikanische Politik der einschließlich der UdSSR, Groß- Militärblocks Spannungen in Europa britanniens, Frankreichs und der und in der Welt hervorruft. Diese USA zu schließen, wenn noch nicht Politik hat mit dem friedlichen alle europäischen Staaten für ein Nebeneinanderbestehen von Staaten System· der kollektiven Sicherheit zu nichts zu tun. Folgerichtig lehnen es gewinnen sind. Das ist einer der Vor- auch immer mehr Staaten in der Welt schläge, die in der Prager Deklara- ab, sich an solchen Militärpakten zu tion gemacht wurden, um den Frie- beteiligen, wie zum Beispiel lndien den zu festigen. Sepp Horlamus oder die arabischen Länder. Wie gehabt . .. Wie die amerikanische Nachrichtenagentur AP meldete; erklärte ein Vertreter des Bonner Kriegsministers Blank anläßlich einer Sonderaufführung des ame- rikanischen Kriegs-Propagandafilms „Sprung auf, marsch, marsch" in Bonn, der westdeutsche Soldat müsse .zur automatischen Kampfmaschine erzogen werden," - ,-.. S--, ~ -.;;;=---== - --- ~ ~ - ..... ...... - ,,Aber Sergeant, eine gute Maschine hat doch einen .Rü-ckwärtsgang!" Zeichnung: Klaus Arndt Das beste und einfachste wäre es natürlich, alle Militärpakte aufzu- lösen und statt dessen einen Vertrag der europäischen Länder abzuschlie- ßen, der kollektive Maßnahmen aller Staaten gegen einen Aggressor vor- sieht. Die letzten Jahre haben jedoch gezeigt, daß die Westmächte dazu nicht bereit sind. Deshalb hat die So- wjetunion vorgeschlagen, daß die be- stehenden militärischen Gruppierun- gen beim Abschluß eines kollektiven Sicherheitssystems nicht sofort, son- dern erst nach einer bestimmten Prag dient dem Frieden Einen neuen „Weltrekord" stellte in Crema (Italien) der „indische Fakir" Remo Ten- ca auf, indem er sich eingraben ließ und so 144 Stun- den lang aus- harrte. Die Rück- kehr zum Leben und den „Welt- rekord" feierte er Jugendliche begi:üßen die Deklaration der demokratischen Staaten Berlin (Eig. Ber.). ,,Ich begrüße die Beschlüsse der Prager KonfeFenz und finde es richtig, daß die Natio- nale Volksarmee der DDR in die Vereivten Streitkräfte des War- schauer Vertrages aufgenommen und Willi Stoph als einer der Stellver- treter des Oberkommandierenden be- stätigt wurde. Ich verpflichte mich deshalb, in der GST aktiv mitzuar- beiten und nach Vollendung meines 18. Lebensjahres in die Volksarmee einzutreten und unsere Errungen- schaften zu verteidigen." Viele solcher' Briefe - wie diesen von Günther Lachmann aus Barch- feld Kreis Bad Salzungen - errei- chen uns dieser Tage zu der Prager Deklaration der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages. So schrieb auch Ruth Hoffmann aus dem VEB S!mson, Suhl : ,,Die Beschlüsse der Prager Tagung und die Aufnahme unserer Volksarmee in die Vereinten Streitkräfte be- grüße ich von ganzem Herzen. Aus diesem Anlaß verpflichte ich mich, das Schießleistungsabzeichen in Sil- ber und das Funkleistungsabzeichen m Bronze bis zum l. Mai 1956 zu er- ringen." Den Ersten Stellvertreter des Vor- sitzenden des Ministerrates, Walter Ulbricht, erreichte unter anderem ein Brief, in dem die Lehrlinge und Lehrausbilder des VEB Zellstoff und Papierfabrik Trebsen es begrüßen, daß unsere Volksarmee in die Streit- l ' kräfte der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages aufgenommen wurde. Wörtlich heißt es darin: ,,Wir erkennen daraus, daß unsere Deut- sche Demokratische Republik ein wesentlicher Bestandteil des großen Weltfriedenslagers ist. Wir ver- sichern, alles zu tun, was für die Festigung und Stärkung unserer Re- publik beiträgt und der Erhaltung des Friedens dient." f95 ,.Spiegelfechtereien der USA" Empörung über die ablehnende Antwort Eisenhowers Paris '(ADN/Eig. Ber.). Das Nem erhobenen Fäusten entgegentreten. des USA-Präsidenten Eisenhower Man kann auch nicht länger mit den zum Vorschlag Bulgaqins über den Bänden in den Taschen antworten", Abschluß emes Freundschaftsvertra- schreibt die französische Zeitung ges „war eine große Enttäuschung „Liberation". für die Millionen einfacher Men- Das italienische Blatt „Paese" sehen, die die internationale Ent- weist darauf hin, daß eile Antwort spannung ernst nehmen und sie end- Eisenhowers wie - eine der vielen lieh durch die' Regiel'Ungen in die Spiegelfechtereirm '.der USA, jeden ;rat uingeset-'llb· sehen möehten. Man• russischen Versu.ch zurückzuweisen" kann offenen Händen,. nicht mehr mit' erscheine:· ' .. ' ..,. ·.,Jr, ,~': • ,, :- ' ~ , ~:1 - ..., !!;t,._, mit einem Festmahl, das aus Rasier- klingen, Geschirrscherben und eini- gen Gläsern Benzin bestand. gabs Die Leipziger Frühjahrsmesse 1956: • • • und zum Nachtisch Stacheldraht in Gelee! Dem Bauer Da~id' Lloyd aus Da- In diesem Jahr Treiipunht für 41 Länder ventry überreichte der Postbote Leipziger FrühJ'ahrsmesse g " b E t 1· d · einen Scheck vom britischen Land- -~--••1...._ aUf einer Fläche von e,-e en. rs,ma ig wer- wer en, wie ein Vertreter Wirtschaftsministerium. Doch wie den Belgisch-Kongo, Jugo- des Ministeriums bekannt- 265 000 qm ihre Erzeug- slawien, Syrien, die Re- gab "e1·t u··ber 100 N u groß war sein Erstaunen, als er auf nisse anbieten. Gegenüber publik Sudan und Para- ' ·• e - dem Dokument lesen mußte,·daß ihm heiten gezeigt, die viel- dem Vorjahr wurde die guay als Aussteller ver- fach den Entwicklungs- das Ministerium sage und schreibe Ausstellungsflächeumrund treten sein. stand des Weltmarkt.es Null Pfund, Null Schilling und Null 10 000 qm erweitert. Un Mit vielen Neuheiten überschreiten. So zum Pence angewjesen hatte. Ein gewis- ter den Ländern, die auf B · · 1 · z· senhafter Beamter war der Ver- der Messe vertreten sein wird die Industrie unserer etspte eme igarrendop- 1 Republik aufwarten. Be- pelwickelmaschine, die m pf ichtung der Regierung nachge- werden, befinden sich 'h L · tu · s ·t kommen. dt·e Marktverluste der Bau- b sonders viele Neuheiten 1 rer eis ng em PI zen- sie zehn mit offiziellen erzeugnis darstellt. In ern hei Verkäufen unter dem von Berlin (Eig. Ber.). 9500 Kollektivausstellungen. und konstruktive Ver- 8½ Stunden können 28 OOO der Regierung garantierten Preis Aussteller aus 39 Staaten, Diese Tatsachen wurden besserungen zeigen die Doppelwickel gefertigt auszugleichen. Der Bauer hatte einen der ,.. Deutschen Bundes- gestern auf einer inter- Volkseigenen Betriebe, or werden, während die Ochsen ohne Verlust verkauft. republik und unserer nationalen• Pressekonfe- allem des Maschinen- Spitzimleistung der inter- Das Porto fü-r den Scheck mußte Deutschen'Demokratischen renz des Leipziger Messe- baues. Auf dem Gebiete nationalen Konkurrenz- der Bauer bezahlen. Republik werden auf der amtes in Berlin bekannt- des Schwermaschinenbaus maschinen bei 21 000 liegt. IUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIJIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIJIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIJIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIJUllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll.illlllltlllllllllllllllllllllll llllllllllllllll llltllllllllllllllllli l G •• t b -L bf „44 4 JNotizen von m as e UL-.1, ge a.,,.,,er.,, einer Ausstellung Viel zu klein war der Raum in der Deutschen Sporthalle in der Sta- linallee in Berlin, um all die Men- schen zu fassen, die sich die neuen Uniformen unserer Volksarmee an- sehen wollten. Es war auch nicht leicht für die Offiziere der KVP auf die vielen Fragen, vor allem der jun- gen Besucher der Ausstellung zu antworten. ,,Warum heißt der Feld- webel bei den Seestreitkräften Mei- ster?" fragte ein 16jähriger. .,Wohin muß man sich wenden, um in die Volksarmee aufgenommen zu wer- den, Genosse?" wollte ein 18jähriger wissen. Schon allein diese Fragen zeigten uns, wie groß die Anteilnahme un- serer Jugend und der Bevölkerung an ihrer Volksarmee ist. Daß die Mehrheit der Besucher die Volks- armee bereits als einen notwendigen Bestandteil unseres Lebens betrach- tet, bestätigte uns auch das Gäste- buch der Ausstellung, in dem wir ,vahllos blätterten. Da fanden wir zum Beispiel die Eintragung von Otto Emmcke: ,,Das Mützenband der Seestreitkräfte ist unbeclingt abzu- ändern. Vo1 schlag für die Beschrif- tung: ,Volksmarine' oder ,Nationale Seestreitkräfte"'. Auch BesuchPr aus jenem Teil der deutschen Haupt~tadt. in dem ame- rikanische Uniformen das Stadtbild behPrrschPn und amerikanische Poli- tik gemacht wirri, kamen. um sich die Uniformen unserer Volksarmee anlusehen. Da schrieb Waltraud Schmidt aus dem französischen Sek- tcr in das Gästebuch: ,,Besonders für mich als Westberlinerin hat die Volksarmee eme große Bedeutung. Diese Armee wird es ermöglichen, daß wir in Ruhe und Frieden un- serer Arbeit nachgehen können." Kurz und bündig war die Eintra- gung von H. Klemm, S. Teuscher und anderer aus Köpenick: ,,Wir sind mit der Volksarmee und ihrer Kleidung einverstanden und bereit, sofort in die Volksarmee einzutre- ten." Als wir im Gästebuch weiterblät- terten, hörten wir hinter uns eine Stimme: ,,Das sind doch wenigstens cleutsche Uniformen und nicht so ein amerikanischer Mischmasch, wie sie ihn in Westdeutschland haben." In diesem Moment fiel unser Blick auf eine Eintragung ln dem Gästebuch, geschrieben von Herrn Walter: .,Un- sere Regierung hat wahrscheinlich vergessen, daß in diesen Uniformen Menschen gesteckt haben, die dem deutschen Volk viel Kummer und Leid gebracht haben. Ich bin der Meinung, daß dadurch die Uniform verfehlt wurde." Neben uns stand ein Hauptmann der KVP mit ergrauten Haaren, der gleichfalls diese Zeilen las. ,,Sicher- lich", sagte er, ,,haben deutsche Menschen in diesen Uniformen Un- heil in der Welt angerichtet. Aber sieh mich an und ich kann hier für viele, sehr viele deutsche Arbeiter sprechen. Ich war damals 1921 da- bei, als die Armee der Arbeiter„ die Rote Ruhrarmee, gegen die Mllitari- s!en und Kapitalisten gekämpft hat. Welche Uniform hatten wir an? Es waren feld- graue. Und es waren auch keine schlechten Uniformen. Wir tl'll- 1-'.e damals allerdings keine Kokarden des Kaiserreiches, son- dern rote Armbinden. Und wir kämpften :rnch nicht für mili- t~iristische Generale und für die Kapita- listen, sondern gegen sie, für die Sache der Arbeiter und Bauern. Es gab auch im zwei- ten Weltkrieg deut- sche Soldaten und Offiziere in feld- grauen Uniformen - · Dicht gedrängt besichtigen hier die Zusch"'uer die in der AUfmachung Uniformen der Volksarmee Foto: Zentralbild waren sie so ähnlich ' wie die unserer Volksarmee die, nachdem sie das Ver- brechen der Faschisten erkannt hatten, gegen diese. kämpften Ulild er- klärten, daß sie ihre deutschen Uni- formen nicht mit der ungerechten Sache der Faschisten und Militaristen besudeln wollten." Jawohl, die Uniform unserer Na- tionalen Volksarmee hat gute Tradi- tionen. Die Menschen, die diese Uni- form heute bei uns tragen we·rden, verkörpern di!i'!se Tradition. Und die Sache, für die die Kämpfer der Roten Ruhrarmee, die Spanienkämp- fer, die Kämpfer gegen Faschismus und Militarismus alles einsetzten, hat heute bei uns in der Deutschen De- mokratischen Republik gesiegt. Das bestätigen auch die Worte des Kol- legen Hauser, der in das Gästebuch schril:!b: ,,Die Uniform ist das Eine, sie ist sicherlich nicht bedeutungslos, aber worauf es ankommt, ist: Wer die Uniform trägt, wer das Gewehr in der Hand hält!" Hans Schoenecker Tauwetter In der Antarktis Moskau (ADN). Starke Stürme, Tquwetter und die Eisschme~ze machen den Besatzungen der sowJe- tischen Antarktisschiffe „Ob" und Lena" viel zu schaffen. Das Wasser ~n der Haswell-Insel ist nahezu eis- frei geworden. Der Polarflieger Tscherewitschny hat mit seinem Hubschrauber bereits einen günstige- ren Landeplatz weiter östlich ent- deckt, wo die „Lena" an einer festen Eisdecke das Löschen der Ladung fortsetzt. Auf dem Wege dorthin mußte ein Packeisfeld von mehreren Kilometern Ausdehnung durchbro- chen werden. Die „Ob" löscht mit einem Leichter und einer Seilbahn am alten Landeplatz weiter. Die Fernsprechzentrale mit 50 An„ schlüssen für die sowjetische Station wird in Kürze montiert. Die Wohn• häuser erhalten Telefon, Radio und Zentralheizung. Vor Stürmen werden sie durch fünf massive Metallge- bäude geschützt. Beim Kraftwerk befinden sich Badehaus und Wäsche- rei; in der Mitte der Siedlung ist der Klub. Regierung Mollet bestätigt Paris (ADN/Eig. Ber.). Mit 420 ge- gen 71 Stimmen hat die National• versammlung gestern den General• sekretär der französischen Sozia• listen, Guy Mallet, als neuen Mi• nisterpräsidenten bestätigt und sein Kabinett akzeptiert. Auch die kom- munistischen Abgeordneten stimm- ten für Mallet, um ihm Gelegenheit zu geben, sein Versprechen, drin• gende politische Fragen, wie das al• gerische Problem, positiVI zu lösen: Gegen Mallet stimmten die Pouja- disten. 83 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Neuer sowjetischer Innenminister Moskau (ADN/Eig. Ber.). Das Prä- sidium des Obersten Sowjets der UdSSR hat den bisherigen Minister für Innere Angelegenheiten, Sergej Nikoforowitsch Kruglow, von seinen Verpflichtungen befreit. Zum neuen Minister für Innere Angelegenheiten wurde Nikolai Pawlowitsch Dudurow ernannt. Internationale Jugend- lager in Jugoslawien Belgrad (ADN/Eig. Ber.). Interna• tionale Jugend- und Studentenlager wird der Verband der jugoslawischen Volksjugend in cliesem Jahr in Kral• jevo, Zadar und Dubrovnik einrich- ten. Jugendliche vieler Länder. sollen sich hier erholen. Gleichzeitig wer- den auch Seminare über Fragen der internationalen Zusammenarbeit und des sozialistischen Aufbaus durchge- führt werden. Der Delegationsaus- tausch soll erweitert werden. Sieben Schüler verhaftet Nikosia (ADN/Eig. Ber.). In Morphu auf Zypern demonstrierten am Dienstag etwa 500 Schüler gegen die Schließung ihrer Schulen durch britische Kolonialbehörden. Britische Soldaten gingen mit Gummiknüp- peln vor und verletzten mehrere Teilnehmer. Sieben Schüler wurden verhaftet. Konto Nr. 83 40 Das Komitee „Freiheit für Jupp Angenfort und Wolflt"ang Seiffert" hat ein Solidaritätskonto - Berliner Stadtkontor, Konto-Nr. 83 40 _; ein• gerichtet, auf das in Zukunft alle Geldspenden für unsere eingekerker- ten westdeutschen Freunde über• wiesen werden können. ( BLICK l mduWdl-- Obclachlos wui·den etwa tausend Menschen durch eine Überschwem- mungskatastrophe an der Grenze zwischen Portugiesisch-Ostafrika und Tanganjika. Wasserstoffbombenversuche anre- kiindigt hat Großbritannien. Das Ex- periment soll im südpazifischen Raum durchgeführt werden. Abgestürzt ist ein USA-Düsenbom- ber in der Nähe von Brandon in der englischen Grafschaft Westsuffolk. Paehtanische Dörfer bombardiert haben in der letzten Zeit zweimal pakistanische Flugzeuge. Einen Kommunisten als Bürger- meister gewählt hat der Stadtrat der nordfranzösischen Stadt Le Havre. Alle -zehn Stellvertreter sind eben- falls Mitglied der KPF. Freiheit für Algerien forderten zahlreiche Bürger Frankreichs auf einer Kundgebung in Paris. 81 Häuser eingeäschert hat am Dienstag ein Großfeuer in Maebaschi bei Tokio.
  • 3. Wir fanden ini VEB Preß- und Stanzwerk Raguhn .. ·Brigade ohne „Sorgenkillder" 17 000 Minuten als Geschenk an die 3. Parteikonferenz der SED An einem Oktoberabend des ver- Walter liebt die offene und ehrliche gangenen Jahres traf ich zum Aussprache. Sie gehört zu den „Ge- . erstenmal mit dem Schlosser heimnissen" ihrer vielen Arbeits- Gerhard Koitzsch ·zusammen, hörte ·erfolge. Am Arbeitsplatz der Brigade von den hervorragenden Erfolgen der im Werk III ist schon mancher fried- Brigade „Jugend" vom VEB Preß- und Stanzwerk Raguhn, die bereits liehe Kampf entschieden worden. am 21. Juni 1955 ihren Jahresplan Daß er stets siegreich ausging und erfüllt hatte. Wir waren in festlicher schließlich mit staatlichen Auszeich- Stimmung. Das Sekretariat der FDJ- nungen gewürdigt werden konnte - Bezirksleitung Halle empfing die ist das Verdienst des Kollektivs, das besten jungen Arbeiter aus Industrie keine „Sorgenkinder" kennt. Wir und Landwirtschaft. Für die Freunde fragten Lydia Pozimski, Wolfgang Brigadier Walter Schirmer erläutert den „Jüngsten" des Kollektivs, daß die Gummidichtung der Schiffstür leicht und mühelos auszuwechseln ist seiner Brigade nahm Gerhard die Auszeichnung und den Händedruck Heinz Kimmels entgegen. Eigentlich sollte Gerhard an die- sem Abend auch eirie Urkunde des Zentralrats der FDJ bekommen. Ge- sprochen , wurde davon. Aber bis heute haben die Raguhner Freunde vergeblich darauf- gewartet. Vor einigen Tagen besuchten wir erneüt die Brigade „Jugend" und trafen auch Gerhard Koitzsch wieder. Gemeinsam mit Wolfgang Götze fährt er wöchentlich viermal in das 17 km entfernte · Dessau, um sich in der Abendfachschule für Schwer- maschinenbau auf die Meisterprü- fung vorzubereiten. Brigadfer Walter Schirmer wird nämlich auf einige Zeit.. die Mädchen und J4ngen . der Brigatje y erl.men,; um ~'dje "'.fti:e1s-' par.t~}Sf:9-ule der SJ:p, ZH,, );>eslf~e~;. Walter weiß, daß sem Kollektiv bei Gerhard in guten Händen ist. , Eine Tür wurde 50 DM billiger Götze und andere Freunde des Kol- lektivs, wie ihnen zum Beispiel die Steigerung der Arbeitsproduktivität um 10,4 P_ rozent gelang. Sie antwor- teten uns mit der Schilderung eines Arbeitstages. Zehn Minuten vor Ar- beitsbeginn trifft sich die Brigade zur Besprechung. Die Arbeit wird einge- teilt. Die Einhaltung der Pause und die restlose Ausnutzung des Arbeits- tages ist bereits zur Selbstverständ- lichkeit geworden. ,,Erst beim Hupen wird der' Werkzeugkasten zugemacht und keine Minute früher", erklärt Walter und geht mit gutem Beispiel voran, So erziehen sich alle Brigademit- glieder gegepseitig. Sie geizen mit den ' Minuten, verbessern den tech- nologisclien Arbeitsal:ilati'f und stehen jeder neuen Methode aufgeschlossen gegenüber. körnen". Mit solchen „Knobeleien" gelang es, vom Januar bis Oktober 1955 die Selbstkosten um 13 400 DM zu senken. 491 Aber gibt es denn keine Probleme und Schwierigkeiten? ,,Doch", ant- wortet Walter Schirmer und wird von ·Günter Koitzsch assistiert. Die Brigade erhält - oft mit dem nötigen Nachdruck - bereits in den letzten Tagen des Vormonats ihren Plan. Jeder kennt seinen Anteil und arbei- tet danach. Aber dann werfen plötz- lich Veränderungen die Pläne über den Haufen. Und noch etwas : Die ge- sellschaftliche Arbeit hinkt hinter den Produktionserfolgen einher. Der Besuch von Versammlungen ist schwierig. Ein Teil der Freunde hat lange An- und Abmarschwege -und ihre Interessen werden wenig be- rücksichtigt. So wurde erzählt, daß zum Beispiel der FDJ-Sekretär der Grundeinheit in den vergangenen Jahren fast 20mal wechselte. Doch auch mit diesem Zustand wird jetzt Schluß gemacht. Die Brigaden „Ju- gend" und „Frieden", vereint unter einem Hallendach, schließen sich zu einer FI:!J-Gruppe zusammen. Mit den Vorbereitungen dafür wird be• l gonnen. Beim Abschied notiert i Das war das Ergebnis unseres Be- suches bei der Brigade „Jugend". Was wir uns beim Abschied beson- i aers gern notierten, war die Ver- pflichtung und das Geschenk der Bri- gade an die 3. Parteikonferenz der Sozialistiachen Einheitspartei Deutsch- lands. Bis zu diesem Zeitpunkt will die Brigade 17 000 Minuten, das sind 283 Arbeitsstunden oder 35 Arbeits- tage, einsparen. Erich Trog, Korrespondent der „Jungen Zwei Urkunden zeugen davon, daß die Brigade im · Februar 1954 den Titel „Brigade der auagezeichneten Qua1ität" und am 1. Mai 1955 die Auszeichnung „Brigade der besten Qualität" erhielt. Neben uns steht Walter Schirmer, der Brigadier und Kamerad, dem die Freunde vieles verdanken. Sein Haar ist bereits angegraut, aber sein Herz fühlt und lebt mit seiner jun&en Brigade. , Von den Werften unserer Republik laufen ständig neue Fischkutter, Trawler oder Logger vom Stapel. Die Schiffstüren .- mehr von ihnen und billiger - bauen die Mädchen und Jungen der Brigade „Jugend" im Preß- und Stanzwerk Raguhn. Kostete eine solche Tür früher 275,- ·DM, so verläßt sie jetzt das Werk zum Frei~ von, 225,- DM. Für die Türen erhielt die Brigade das Güte- Mit Feuereifer bereiten sich Gerhard zeichen ,,!". Eine von ihnen selbst Koitzsch (links) und Wolfgang Götze gebaute Bohrvorrichtung ersetzte die an der Abendfachschule auf ihre Arbeitsgänge „Anreißen" und „An- M~isterprüfung vor Fotos: Noack (2) So a• lt wie unser Jahr- hundert, so alt wie de-r Jazz in seiner amerika- nischen Heimat - so alt ist Louis Armstrong, der König des klossischen Jazz. Die Jugend verehrt ,,Satchmo" - Jlreitmund, wie ihn Freu~de seines Beutelmundes (satchel- mouth) wegen nennen. Sie liebt die eindring- liche, urwüchsige Musik, die er a,us seiner Trom- pete za.ubert. Armstrong singt die Melodie seiner schwarzen Brüder: Klage U1nd Aufschrei ihres Le- bens. ,,Wenn ich spiele", sagte e-r einma,I, ,,kommt es mir vor, als sei die Trompete ein Stück von mir." Jazz ist bei Louis Armstrong der Ausdruck innerer Gefühle und Ge- sinnung im besten Sinne der Worte, das echte Empfinden eines.. Negers, das bei ihm · ·· höcliste künstlerische Vollendung findet, weit entfernt vcin einem „wüsten" Trom- petenschrei, womit'aufge- ' reizte „Fans" sich gern die schwachen Nerven .zu kitzeln versuchen. ·Seine Trompetent&ne sind Musik! Aus ihr klingt Satchmos Heimat, die Neger- viertiel von New Orleans. In den düstersten, ärmsten Gassen der Stadt, dem Storyville - das Hafengebiet New Orleans - wuchs Louis Armstrong auf. Seine Mutter, von ihrem Mann verlassen, wusch die Wäsche der Weißen. Der Lohn wa,r viel zu gering, den Hunger zu stillen. Das Elend wa,r groß. Der Junge sang borfuß auf der Straße und bettelte für seinen Lebensunterha·lt. Mit dreil zehn Jahren wurde er in ein Waisen- hous für Negerknaben eingeliefert. Er hatte .aus Obermut in der Neu- jah- rsnacht mehrere Pistolenschüsse in die Luft gefeuert. In der Ka pelle des Waisenhauses blies Louis Armstrong das Kornett. Nach .se• iner Entlas.sung du- rite er das lnstru_ ment behalten. Wie gern hätte er sich jetzt mit Musik beschäftigt, Noten lesen gelernt (ef konnte es erst viel. spöter)'.-·ooch ·wovqn solltec er als armer Neger leben? Armstrong mußte Kohlen schleppen, Zeitungen a,ustragen und Frachtschiffe entladen. Nachts spielte er io einer Jazzkapelle. 1922 begann „Satchmos" Karriere. Joe Oliver, de r König aller Jazzba111ds, wurde auf ihn a,ufmerksam und engagierte ihn nach Chikago. Seine große Kunst war entdeckt. 'Bald machte sich Louis Armstrong selb- ständ.ig. Er gründete ein Ensemble, die „Heiße Fünf". Mit seiner goldenen Trom pete und s,einer Sta-r-1:,land wurde er in kurzer Zeit weltberühmt. Armstrong hat eine Band um , sich gesammelt, in der jeder der fünf i· Musiker ein Solist ist. Bescheiden und natürlich serviere• n sie ihre Kunst. Ohne Effekte zu erzielen und das Ende des rauschenden Applauses ab- zuwa,rten, folgt eine Da·rbietung der anderen. Die beliebteste ist sein St. Louis Blues. Hymnen uind Spiri- tuales, die „Satchmo" schon auf Hochzeiten u_nd Begräbnissen in sei- ner Heimat , kennenl.ernte und sang ode- r spielte, geben Einblick in dos Leben der unterdrückben Neger. Voll Sehnsucht sprechen sie von dem Wunsch nach Freiheit. Nicht um jeden Preis befriedigt Louis Armstrong jedes Publikum. In Hamburg und Westberlin füllten Ju- gendliche bei einer Tournee die Säle, die eine „Show" erwarteten. Sie verla.ngbe<n, daß die Musiker .artisti- sche Kunststücke" und verrückte Rase- rei zur Scha,u stellen, solange, bis sie erschöpft umfallen. Bei Armstro.ng kamen und kommen die nicht auf ihre Rechnun~. Er spielt nach seinen ~igen.en'. Worten '":.fo'•.make people . happy", --, . den . L~teri: Freude z.u... machen, nicht den Wahnsinnigen, die keine wahre Freude kennen. Vor länge rer Zeit wollte Louis Armstrong mit seinen „All-Stars" die Deutsche Demokratische Republik be- suchetn. Die amerikanischen Behörden gestatteten die Reise nicht ... Für die nächste Zeit hat der berühmte Jazz- trompeber eine Tournee in die Sowjetunion geplant - und er hofft, daß er auf der Rückreise auch einen „Abstecher" zu uns machen kann. Wi-r drücken bei·de Da,umen. Dagmar Limpinen 1111 1111111111 11111111111111111 111111111111111111111111u1111111111111111111111111111111111111unnm111111111111111111111111111111111111111111111111111111111nm111111111m111mu11111111111111111111111111111111111111 1111:11111111u11,1u,11 1u 111111111rn11,1111:Ullllllllllllllllh;Ul!llllh!llllTI1JIIIIIIIIIIIIIIIIIIUlfüllllllllllllllllllllllllllllllllllnJIIIIIIIIIIIIIIIIIIIJIIIIIIWUlllllllllll lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll ll hll ll lll llllll1l lilll lllll llllllll• ' ' Der 120 m hohe Schornstein bekommt in diesem Jahre einen Bruder. Im Vorder grund die Baustelle des ,,Neuen" Foto: ,,Junge Welt" ZWISCHEN ZWEI SITZUNGEN ERLEBT UND NOTIERT Wie man Schwierigkt:iten ,,ma~t'' Es ging heiß her in jener Sitzung am 18. Oktober 1955. Die Vertreter der Montagebetriebe berieten damals in Trattendorf nur eine Frage: Ist es möglich, in ,den noch verbleibenden z~hn Wochen bis Jahresende die Tur- binen 3 und 4 des Mitteldruckkraftwerkes, fertigzustellen? Die Lage war zu dieser Zeit alles andere als rosig. Ich denke nur an die Bauarbeiten, die viele Wochen im Verzug waren, weil 'in den Sommermonaten nicht ge- nügend Arbeitskräfte zur Verfügung standen und einiges andere mehr fehlte. So waren die Staatsplantermine bereits überzogen. Die Ministerien für Schwerindustrie und Aufbau drängten darauf, daß die beiden Turbinen endlich ans Stromnetz angeschlossen werden. Das -wollten auch die Trat- tendorfer .Kumpel, darum eben ihr Vorschlag, die Planrückstände noch im alten Jahr,aufzuholim. Die Kohlenbunker für die Ma- schinen· 3 und 4 mußten schnell be- toniert werden. Hier waren die Ter- mine nach Stunden berechnet, und auf dem ganzen Bau kein Splitt. Eine Blitzaktion sollte helfen. Auf nach Cottbus. Bedauerndes Achselzucken beim Rat des Bezirkes. Weiter nach Berlin. Kühle Ableh- nung im Ministerium für Aufbau, Bitten, Drohungen. Endlich Verhand- lungsbereitschaft. Ergebnis: Wir be- kommen Splitt_ ! 1300 Tonnen - in unbrauchbaren Körnungen, wie sich am nächsten Tag herausstellte. Da- bei hatten wir mehrere Male unser Verslein aufgesagt, was und wieviel wir brauchten. Das war eine Zeit höchster An- spannung der Kräfte. Aus vielen Be- zirken unserer Republik delegierte die FDJ junge Arbeiter zum Bau der 'Jugend. Die Genossen der Partei- leitung, die Funktionäre der FDJ waren ständig an den Brennpunkten des Baugeschehens zu finden. Die FDJ-Leitung organisierte an kriti- schen · Tagen einen Bereitschafts- dienst, der nachts und auch an Sonn- und Feiertagen zur Stelle war. In einer- solchen Zeit wird der Hauptverantwortliche für das .Bau- vorhaben, Oberbauleiter Kehrer, wegen einer Vertragsklage nach Berlin zitiert mit dem Ergebnis, daß bis auf einen verlorenen Arbeitstag l......Ni~h~·~;~;~· ~-~-~~·1····..f ! Wir werden die modernste i 1 Technik der Ba uindustrie, die j es in der Republik gibt, nach i . Trattendorf, bringe n. : Her m a·n n, St_ ellvertreter i i des Ministers für Aufbau, : : am 9. November 1955 in i j Trattendorf i .......................................~ für em1ge leitende Wirtschaftsfunk- tionäre alles beim alten bleibt. Man muß nicht unbedingt studiert habe_ n, um zu erkennen, daß die außergewöhnlichen Arbeitsbedin- gungen in Trattendorf - zu gleicher Zeit Abbruch eines alten Werkes, Pro- jektierung und Aufbau neuer Werke und Kraftwerksbetrieb mit mehreren Turbi_ nen - beträchtliche Schwierig- keiten mit sich bringen. Das ent- schuldigt allerdings nicht den Schild- bürgerstreich des Entwurfsbüros für Industriebau I, Berlin. Ein Mitar- beiter von Efl gab den Auftrag, ein großes Fundament im Hochdruck- kraftwerk abzubrechen. Sofort gin-' gen-die Arbeiter dem Koloß aus Be- ton und Eisen mit ihren Fickhäm- mern zu Leibe. Als wenige Tage später diese. Anweisung von der glei- chen Stelle widerrufen wurde, war schon ein beträchtliches Stück ab• gebrochen. Gewiß, auch in Tratten- dorf ist nicht alles zum Besten be- stellt - dazu wird noch einiges· zu sagen sein -, viele Schwierigkeiten jedoch wurden „gemacht". Als am 8. Dezember Turbine 3 und am 29. Dezember Turbine 4 ihren Probelauf bestanden, da hatte auch der VEB Bergmann-Borsig - einer der wichtigsten Montage- betriebe - seine Trümpfe voll aus- gespielt, obwohl er anfangs mit Ter- minen jonglierte. * Am 26. Januar 1956 war ·wieder eine Sitzung. Das Initiativko_ mitee Trattendorf beim Zentralrat der FDJ beriet die Aufgaben für dieses Jahr. Nicht erschienen waren der Vertre- ter der Hauptverwaltung Energie und Kollege Siebert vom Ministe- rium für Aufbau. Aber gerade sie hätten sich einiges in ihr Notizbuch notieren müssen von dem, was der Vertreter der Bau-Union Cottbus, Wolfgang Heine, sagte: ,,Von einer Expertenkommission sind die Ter- mine für die Turbinen 5 und .6, die in diesem Jahr im Mitteldruckkraft- werk in Betrieb genommen werden Noch ,steht diese 50-MW-Turbine bei Bergmann-Borsig in Berlin. Am 31. August wird sie in Trattendorf den Probebetrieb aufnehmen Foto: ZB sollen, erarbeitet worden. Die Fach- leute . vertreten die Ansicht, daß 14 Tage Probebetrieb für eine Tur• bine - das lehren die bisherigen Er- fahrungen - ausreichend sind. · Im Staatsplan sind aber vier Wochen vorgesehen." Mit anderen Worten: Das Prinzip, die Pläne von unten nach oben auszuarbeiten, wird miß- achtet oder mit einem Federstrich wurden sämtliche Bautermine am grünen Tisch wieder über den Hau- fen geworfen. Dabei hätte man an- nehmen müssen, daß einige Staats- funktionäre aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres endlich ihre Lehren gezogen haben. Gerhard Graban
  • 4. Sehnsuchtnach e- inemandere·nSchicksal? Gedanken zu einigen Gedichten junger Lyriker J~ns Gerlachs Gedicht „Song mei- ner Jugend"; das die „Junge Welt" vor einiger Zeit veröffentlichte, hat eine große Anzahl Leser veranlaßi, zur Feder zu greifen und der Redak- tion zu schreiben. Die meisten lehn- ten das Gedicht ab. In der letzten ·Zeit versuchten sich eine Reihe junger Lyriker in ähn- licher Form an Arbeiten mit ähn- licher Thematik. Sie trauern in bit- teren Worten ihrer verlorenen Ju- gendzeit nach, erzählen von der ersten Liebe in den Armen einer Dirne, von der ach so lasterhaften Großstadt. Warum nur Schatten Wollte man diesen Jungen glauben, so müßte man annehmen, sie gehör- ten samt und sonders einer ver- lorenen Generation an. Andere wie- der, die sich zu keinen pessimisti- schen Erinnerungen aus ihrem eigf'- nen Erleben aufraffen können, blät- tern in der Negerlyrik und in Ge- dichten von Edgar Lee-Masters nach und besingen dann das düstere Schicksal schwarzer Hafenarbeiter oder armer Liftboys aus Harlem. Setzen wir voraus, daß es in allen Fällen echte Anteilnahme an den Leiden dieser Menschen ist, so muß man trotzdem fragen, was für Gründe dieses Abwandern zu den Schattenseiten des Lebens hat. dichte lesen, die sich mit unserer Wirklichkeit auseinandersetzten. Das heißt, eigentlich taten sie es nicht, denn sie gaben ein rosarotes, pseudo- optimistisches, konfliktloses Bild, d,i,s dieser Wirklichkeit nicht entsprach. Die meisten der jungen Dichter er- kannten diese Mängel und suchten nach neuen Aussagen. nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Weil sie wußten, daß das Glatte schlecht ist, suchten sie nach echten, tragisehen Konflikten und nach unkonventi0- nellen Formen. 490 Soweit ist diese Entwicklung gut und richtig. . Aber es zeigt sich, daß sie auch einige ernsthafte Gefahren mit sich bringt, über die man not- wendigerweise sprechen muß. Die Angst vor allzu „kostbaren Worten", die Scheu vor Schönfärberei brachte einige von ihnen dazu, sich mit Vor- liebe den Unterdrückten, ja, den De- klassierten zuzuwenden. Da konnten Leidenschaften gezeigt werden, ohne d'aß man hören mußte, das sei un- typisch. da konnte man harte Worte gebrauchen, denn die gehörten dahin. Auf dieser Suche nach einer nemm Qualität stieß man auf interessante Vorbilder. Man erinnerte sich an Francois Villon, man „entdeckte" Georg Heym, Hoddis, Toller, Ehren- stein - und es entstanden Gedichte, wie man sie vor dreißig Jahren mit viel mehr Berechtigung und daher auch viel besser geschrieben hatte. Finden diese Jungen in unserer Warum? Damals waren diese re- Umwelt so wenig echte Erlebnisse, bellischen Aufschreie Ausdruck emer die sie anrühren, die sie zur dichte- -echten Not, echten Protestes; sie rischen Aussage zwingen? Es scheint kamen aus gemarterten Herzen. Aber fast so, aber es ist nicht so. Gerlachs „Song" und all die ähn- In den letzten fünf Jahren konnte liehen Gedichte, die heute bei uns man in unserer Republik viele Ge- geschrieben werden? Mir scheint AKROBAT SCHOOON eher, daß sie das Zeichen eines ge- wissen Ausweichens sind. oder auch der Ausdruck emer Sehnsucht nach einem so abenteuerlichen Schicksal, weil diese jungen Lyriker in einer Umgebung leben, in der eben schein- bar so wenig Leidenschaft, Gefähr- lichkeit und Abenteuer zu findE'n sind. Das Wort „kleinbürgerlich" ist in der letzten Zeit große Mode ge- worden; ich verwende es ungern. Aber diese „Sehnsucht nach der Gosse" scheint mir ein kleinbürger- licher Zug zu sein. Übrigens beweisen diese Erschei- nungen, daß es angebrachter gewe- sen wäre, um eine echte Ausein- andersetzung mit der Dichtung des Expressionismus nicht herumzugehen. Wir werden 1956' das nachholen müssen, was 1950 schon hätte ge- schehen können. Des Dichters Recht Ich glaube, daß aus dem bisher Ge- sagten klargeworden ist, daß man nicht einfach behaupten kann, in Ge- dichten haben diese oder jene Kraft- ausdrücke nichts zu suchen. Ein Dich- ter hat das Recht, ,,heiligste Gefühle" _ zu verletzen, wenn diese Gefühle verlogen sind, wenn sie eine schein- heilige Fassade darstellen. Und wenn es gilt, untertänige Liebe- dienerei anzuprangern, der Welt seine Verachtung ins Gesicht zu schreien, ist es ihm überlassen, welche Ausdrücke er dafür verwen- det. Auch heute noch gilt Goethes Wort. daß „GedichtE' gemalte Fen- sterscheiben" seien; von außen oft grau, ja schmutzig anzusehen. Aber „drinnen in der Kapelle", da muß es ,,strahlend helle" sein. Walter Püschel Offene Türen der frohen Jugend i,111111111111111111111111111111111111111111111n1111n11111111n111111111111111111rn11111n111n111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111'1 1 Junge Lyrik stellt sich vor i I_. . . ..,.%'l:::i: iim ~~~❖l~i{~t~i~li~ I_~ nicht la ,iger Zeit hat sie als Bäuerin ~ t}}.•·•·•••·•<••/t auf dem kleinen Hof ihrer Eltern ~ § gearbeitet. Nur die Winterabende s ~ ließen ihr damals Zeit für ihre § I==_ liebste Beschäftigung: All das nie- I==,. derzuschreiben, was ihr tagsüber - durch den Kopf gegangen war. - ~ Kein Wu1'l.der, daß sich viele ihrer · § == lc Gedichte mit dem Leben auf dem l==- Dorf beschäftigen, ebenso auch ihr " erster Roman „Unruhe um Käte = Born". ~ Lori Ludwig ist jetzt mit dem §i Schriftsteller Hanns Krause ver- !=_ heiratet, dem Verfasser des be- kannten Jugendbuches „Alibaba ~ und die Hühnerfee". ;;; 1 LORI LUDWIG: ,,Immer wird mein Herz sich nach dir sehnen"; sagtest du. Ich sah an dir vorbei. ,,Glaub' mir, ich gehörte nie zu jenen .••• Deinen Satz zerriß des Zuges Schrei. ! §] i ,,Kommst du wieder? Du mußt wiederkommen: § denn so vieles blieb noch ungesagt." §i = Wie ein Junge standest du, beklomrcien. ~ Wenn ich nicht mit diesem Zuge führe und auch mit dem nächsten nicht, was dann? Muß ich fürchten, daß ich durch dich spüre, wie man einen Menschen lieben kann? Wirst du an mich denken", fragtest du. Fernes Lächeln: woher soll ich's wissen. = = Nahe Träne: immer, immerzu. ~ l .<111111111111111111111111n11111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111il11111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111Uuu1111111111~ RAUME ZU VERMIETEN? Schallplatten, Gesellschaftsspiele. Mit einem Tanzabend am WO'chenende und ein paar Vorträgen kommt noch kein Leben in das Klubhaus. Die Freunde vom Akkordeonzirkel zum Beispiel haben auch große Lust, einmal „außerplanmäßig", nicht nur zu ihren Proben, zum gemütlichen Beisammensein im Klubhaus zusam- menzutreffen. Das Kreisklubhaua in Greifswald besitzt eine ausgezeich- nete Filmappara- tur. - muß sich in den nächsten Tagen tüchtig sputen; denn allein können die hauptamtlichen Mitarbeiter dea Klubhauses den Forderungen der Ju- gendlichen nicht gerecht werden und damit den Wettbewerb führen. Auch für die Wohngruppen der Stadt sind die Türen des Klubhauses weit geöffnet! Eva Grabe Die keinen Schrauben Auf dem Bankett, das nach dem Abschluß der Konferenz von Jalta stattfand., wurden viele Trinksprüche ausgebracht. Aber nur zwei von ihnen sind über den Kreis der Tisch➔ genossen hinaus bekanntgeworden. Nach, genau 30 Jahren --" die Rivels wieder in Berlin (ab 2. Februar im Cirues Barlay). ,,Oh, Plakat ...., schööön!'' Fotos: ZB „Du, Inge, am Sonnabend ist Tanz im Klubhaus, wollen wir uns gleich Karten holen?" Vor dem hellge- tünchten Gebäude des Kreisklubhau- ses in Greifswald stehen Inge Bug- genhagen und Antonie Czycgkowski, zwei junge Näherinden aus den Klei- derwerken in Greifswald. Ein wenig unschlüssig blicken sie durch das 'Glasfenster in den geräumigen Klub- ·raum, in dem Sessel und Tische her- umstehen. ,,Was ist denn heute abend los?" fragt Inge. Bedauernd zuckt Jupp Vogel, Sektionsleiter, mit den Schultern: ,,Heute ist nur Tischtennis, und die Interessengemeinschaft Akkordeon probt." Inge und Antonie haben kein Interesse dafür. Ein wenig betrübt gehen sie wieder hin- aus. ,,So etwas kommt öfter vor", meint Jupp, und er fügt ratlos hinzu: „Aber wir können doch nicht jeden Abend einen Vortrag oder Tanzabend organisieren." Er tröstet aich sehr schnell. Hat denn die Leitung des Klubhauses schon einmal die Jugend- lichen selbst gefragt, was sie sehen, hören, erleben möchten? Nein! Helga Hanna und Franz von der Interessen- gemeinschaft Tischtennis horchen auf, als wir mit Jupp darüber spre- chen. Sie haben eine ganze Menge Vorschläge: Theater- und Filmdis- kussionen, Liederabende, ein kleiner, schnell improvisierter Tanz nach Wie kann aber ein echtes Jugend- leben in das Klub- haus einziehen, wenn die Räume - besonders der Der eine wurde, ganz im Geiste und in der bilderreichen Ausdrucks„ weise Sir Winstons, von dessen Se„ kretär gesprochen. Nachdem er die Energien Roosevelts, Stalins und Churchills mit riesigen Schwung„ rädern verglichen, bat er die An-- wesenden, auf das Wohl der „großen Drei" anzustoßen. Dies geschah. Dar➔ auf stand Stalin auf und sagte: ,,Schwungräder sind gut und not.. wendig. Aber was wären sie ohne die kleinen Schrauben? Ich schlage vor, wir trinken auf die kleinen Schrauben!" Soldaten lernen ihr Lied Von Freunden in der Kasernierten Volkspolizei erhielten wir den fol- genden -Brief: ,,Mit großer Freude nahmen die Soldaten meiner Einheit das am 24. Januar 1956 in der ,Jun- gen Welt' abgedruckte Lied ,Ich bin ein Soldat der Republik' auf. Be- reits am gleichen Tage begannen einige Genossen, gemeinsam dieses Lied zu lernen. Ein Genosse, der in- zwischen die Melodie gelernt hatte, übernahm die musikalische Beglei- tung. Stolz werden wir in unserer Einheit unser Lied, das erste Lied unserer Nationalen Volksarmee, sin- gen. Wir sagen Walther Victor und Hans Naumilkat, den Schöpfern des Liedes ,Ich bin ein Soldat der Repu- blik', herzlichen Dank." Günter Jagusch, Erfurt Kriminalroman von Wolfgang Schreyer / Illustration Gerhard Vontra Copyright by Verlag „Das Neue Berlin" (86. Fortsetzung) Das klang kalt und geschäftsmäßig, die Sache war widerwärtig,häßlich,im Grunde so schmut- zig und gemein, daß sie gar nicht daran den- ken mochte - aber sie brauchte Geld, sie mußte doch leben, und es würde viel Geld sein, ge- wiß konnte sie gut davon leben; in ihrer Vor- stellung tauchte flüchtig das Schaufenster eines Modesalons in der Wilmersdorfer Straße auf, angefüllt mit Kleidern u.nd duftigen Stof- fen • , • Lief sie aber davon, fiel diese. Tür endgültig ins Schloß; in Wiedemanns Bar durfte sie nicht zurück. Sie würde auf der Straße liegen, nun, da der Winter kam, irgend- welchen blassen Hoffnungen nachjagen, in an- deren Agenturen nachfragen, umherlaufen, in Vorzimmern warten, in abweisende Mienen blicken und weitergehen, während es immer kälter wurde, Schneeflocken wirbelten oder eisiger Regen fiel; ihre Kleidung, heute noch schmuck und apart, würde leiden, damit san- ken ihre Chancen. eine Stellung zu finden; unrl vielleicht wurde sie krank, mußte im Lager dahinvegetieren, Tag für Tag in Lärm und Gestank . . . Dies wäre von aJlem das schlimmste. Weshalb blieb sie nicht, ließ es JUNGE WELT Nr. 28 Seite 4 über sich ergehen, Tausende anderer Mädchen taten es auch, das konnte, verglichen mit jenem anderen Weg, so schrecklich doch nicht sein. Mutter erfuhr es ja nicht; niemand, der sie kannte, würde es je herausbekommen , 1 1 Vor ihr knarrte die Diele; der Hauptmann kam auf sie zu. Sie sah, wie er die Hände aus den Taschen zog und die Finger ein paarmal spreizte. ,,Na, was ist los", sagte er. ,,Willst du boxen, oder was?" Ihr Herz klopfte angstvoll, und zugleich suchte sie sich einzureden, daß er kein ganz übler Kerl sei; oh, es gab viel Schlimmere, er schien .jung und robust, gewiß trieb er Sport und badete täglich, seine khaki- farbene Uniform mit den goldenen Abzeichen war blitzsauber und aus bestem Stoff, ein Hauch von Eleganz und Frische ging von Ihm aus ... Stark war er, ein wirklicher Mann, mit kräftigen Schultern und breiter Brust, über der das Hemd spannte • , , Sie sah sich um, ein Würgen im Hals, Im Zimmer war es warm, das Tonband lief, zärt- liche Melodien drangen gedämpft aus dem Musikschrank, gelbliches Licht sickerte herab auf schön polierte Möbel. Die dicken Polster der Couch , , , Niemand würde es sehen! Keiner erfuhr je davon! Sie erspähte qie große Saal - ständig an andere Organisationen und Betriebe „ver- mietet" werden? Das geht soweit, daß die Interessengemeinschaften auf Grund solcher Veranstaltungen an manchen Tagen nicht zusammen- kommen können. Helga, Hanna, Franz und die an- deren Freunde haben recht, wenn sie ein abwechslungsreiches, interessan~ tes Programm in ihrem Klubhaus er- warten. Der Klubrat - er sollte be- reits am 15. Januar arbeitsfähig sein (Aus „Das Anekdotenbuch" von F. C. Weiskopf) Flasche auf dem Tischehen und dachte: Ich will etwas trinken, dann geht alles leichter. Michaela griff nach dem Sektglas, es war noch halb voll; sie setzte den Kelch an die Lippen, schloß die Augen und schmeckte die prickelnde Flüssigkeit. Da ist etwas in meiner Kehle, dachte sie; ein komischer Klumpen, den muß ich hinunterspülen. Sie schluckte und spürte, wie sich eine Hand auf ihre Schulter legte. Sie lag dort schwer wie eine Bärentatze, krallte sich fest ; , ; Michaela keuchte leise; Sie roch fremden Atem und fühlte, daß eine kalte salzige Welle über sie rann, In Ihr Ge- sicht schlug, ihre Glieder brach, sie völlig starr machte und unfähig zu denken oder zu atmen. Sie wurde aufgehoben, durch die t.uft ge- wirbelt und auf etwas Welches geschleudert, Dann zerriß Stoff, sie hörte, wie die Nähte ihres Kleides unter den Achseln platzten, hob in Todesangst die Hand und drückte den Champagnerkelch in das rosige, glattrasierte Gesicht des Hauptmanns. Das dünne Glas brach entzwei, es zersprang in längliche Scherben - sie schnitten in die Haut. Mitchell ließ pugenblicklich los, brüllte tie-- risch auf und wich, seine Augen betastend, ein paar Schritte zurück. Sie sprang hoch, taumelte zur Tür, den Stiel des Kelches noch in der Hand, zerrte auf dem Flur ihren Mantel vom Bügel, stürzte. ohne thn anzuziehen, hin- aus ins Treppenhaus, hetzte die Stufen hin• unter. Erst auf der Straße kam sie zur Besinnung, Es war nicht finster, weil hier und da Leucht- reklamen flammten: es fiel kein Regen mehr, aber ein feuchtkalter Wind blies. MichaPla lief und lief, si~ fürchtete, er könnte sie ver- folgen oder die Polizei rufen. Die Knöpfe an ihrem Kleid waren abgesprungen, ihre Hand blutete. Im Laufen fuhr sie in den Mantel, bog um mehrere Ecken, hastete weiter. 0 Gott, hatte sie ihn ernstlich verletzt? Würde er sie anzeigen? Es war Notwehr, aber erkannte ein Militä.5ericht das an? Sie stolperte vnrwärts; Passanten sahen ihr nach. Wei_ ter, weiter! Weg von diesem Haus! SiP erreichte eine U-Bahn-Station, hielt Im Laufen Inne und tastete unwillkürlich nach dem Portemonnaie. Da erst bemerkte sie, daß sie ihre Handtasche nicht bei sich trug. Die hatte sie vergessen, bei dem amerikanischen Offizier liegenlassen; all ihr Geld befand sich darin! (Fortsetzung folgt)
  • 5. · Neulich, beim Kramen, fand ich im Mitten in der Dübener Heide, ein- Bücherschrank im äußersten Winkel sam, an idyllisch.en kleinen Seen, zwischen Liederbüchern und alten liegt neben der alten Försterei Par- Mappen ein kleines Album. ,,Parnitz riitz das ehemalige Jagdhaus Rohr- 1946" steht auf dem grauen Leinen- berg. Seit 1945 hatte sich noch keiner einband. Ich dachte daran, daß kürz- gefunden, der Anspruch auf dieses lieh die Geschichte der FDJ-Gruppe entlegene verwahrloste Haus erhob. Wülfingerode in der „Jungen Welt" Wir hörten davon und sogleich wur- zu lesen war, verbunden mit der den .Pläne geschmiedet: Hier hätten Aufforderung an die „alten" FDJ- wir ein Ziel für unsere Wochen- ler, auch aus ihren .---------------, endfahrten und Erinnerungen zu Urlaubsfahrten. erzählen. ,,Alte HasenII Im Geist machten Was nun mein wir schon Wande- kleines Album mit erzählen rungen von „un- dem 10. Geburts- serem Parnitz" tag der FDJ und aus in die .schöne, dem Aufruf in der „Jungen Welt" zu an Überraschungen und Sagen reiche · tun hat? Ganz einfach, hier sind die Dübener Heide. Mit Begeisterung Erinnerungen an einige der schön- ging es an die Vorbereitung unserer sten Erlebnisse auf unseren ersten ersten Fahrt. Fahrten, die wir im Frühling 1946 Wie kommen wir hin? Was nehmen unternommen haben. Wohl könnte wir mit? Diese beiden Fragen muß- ich euch erzählen, 'Wie wir unser Ju- ten gelöst werden. Schon bei der gendheim einrichteten oder wie wir ersten zeigten sich Schwierigkeiten. lernten, Heimabende zu gestalten, ich Kaum einer hatte ein Fahrrad. Mit glaube aber, daß es für viele Freunde Gepäck hinwandern war zu weit. Mit gut ist, sich zu erinnern, wie wir vor dem Zug bis Radis und dann fast zehn Jahren begannen, unsere ersten zwei Stunden laufen, war zwar mög- Fahrten zu machen. Die jüngeren lieh, aber bei den überfüllten und Freunde, die erst später Mitglied der verspäteten Zügen kein Vergnügen. FDJ geworden sind, werden sich Außerdem brauchte man ja damals Damals wurde das Mittagessen noch nicht fix und fertig auf den Tisch ge- stellt. Wir mußten selbst kochen. Aber es hat uns Spaß gemacht noch Reisegenehmigungen. Unsere Organisatoren traten in Aktion. Flori und Rudi gingen zum Stickstoffwerk, und nach einigem Hin und Her be- kamen wir für einen Sonntag einen alten klapprigen Holzgas-LKW zur Verfügung gestellt. Nun glaubt aber nicht, daß damit der Transport klar gewesen wäre. Die Kosten für dieses „prunkvolle" Fahrzeug mußten ja auch von uns getragen werden. Eine Sammlung unter den Freunden brachte das nötige Geld. Eine große Gemeinschaft Wir Mädchen hatten uns in erster Linie um das Essen zu kümmern. Trotz eifrigem Sammeln b_ ei allen Freunden sah es mit Kartoffeln nicht sehr rosig aus. Irgendwoher wurde dann doch noch ein halber Sack voll besorgt, und manch verständnisvolle Mutter gab uns noch ein paar Möh- ren oder eine Zwiebel. Damit waren wir auch diese Sorge los. Als dann der Sonntag anbrach, ka- men die meisten Freunde schon vor der festgelegten Zeit zum Treffpunkt. Schnell verstauten wir unsere Sachen Foto und Zeichnung: Bräuer auf dem LKW, und ab ging die Fahrt ~~C~ ~ ;:"--- 0"u und 7feine ELTERN , -:...--_~- ... ---~;:- -t_--«.-=~!41 Das große Echo, das die Diskussion „Du und Deine Eltern" bei unseren Lesern gefunden hat, beweisen die täglich eingehenden Briefe, deren Absender nicht nur Jugendliche, sondern auch Eltern sind. Aus dem Hause gewiesen Ich bin 20 Jahre ait und seit 1950 Mitglied der FDJ. Zu Hause habe ich stets harte Auseinandersetzungen mit meinen Eltern und Geschwistern, weil ich meine politischen Anschau- ungen verteidige. So wurde ich schon oft aus meinem Elternhaus ·gewiesen. Ich habe nun einen schon längst ge- reiften Entschluß gefaßt: ich werde in die Reihen der KVP eintreten. I~ K. Bis 4 Uhr zum Tanz Jugendheim Parnit~ in der Dübener Heide Mein Sohn hat immer seinen Wunsch erfüllt bekommen. Als er Aufgaben haben sie in alle Himmels- 18 Jahre alt wurde, meinte er, er 5ei richtungen geführt. nun mündig und könne auf eigenen bei jeder Gelegenheit lernten wir eifrig alte und neue Jugend-, Wan- der- und Volkslieder. 492 Im Stallgebäude war eine Wasch- küche mit einem großen Kessel. In ihm wurde die Kartoffelsuppe ge- kocht, um die „ausgehungerte Meute" satt zu bekommen. Wir schafften dann einen langen Tisch und alle möglichen Sitzgelegenheiten ins Freie. Lange hatte uns keine Mahl- zeit so gut geschmeckt wie unsere selbstgekochte Kartoffelsuppe neben „unserem" Haus, das uns noch in so vielen frohen Stunden beherbergen sollte. Von diesem Sonntag an ver- ging fast kein Wochenende, ohne daß wir- in Parnitz waren. Unvergeßliche Wanderungen am Tage und des Nachts, gemütliche Stunden und bunte Abende brachten uns iminer näher zusammen. Aber auch viele neue Freunde kamen zu unserer Gruppe, weil sie sahen, daß wir eine gute Gemeinschaft waren. Ja, und wo sind die Jungen und Mädchen heute, nach zeh,n Jahren? Die meisten sind ausgeflogen, ihre Beinen stehen und er müsse jetzt Erika studiert in Moskau eine Freundin haben. Da ist Kadu, als Offizier der KVP Er geht sonntags tanzen und steht er im Süden unserer Republik kommt meistens nach 4.00 Uhr nach seinen Mann. Horst ist in Leipzig Hause. Mache ich ihm deshalb Vor- Ingenieur. Flori studiert in Weimar würfe, wird er zornig. Sein Geld und wird bald Architekt sein. Fran- möchte er behalten und von mir er- ze! ist Förster geworden. Unsere . nährt w:~rd_en. Ich tue es ge:n, we?n kleine blonde Erika ist am weitesten er vorlaufig ohne Freundin bleibt gekommen. Sie studiert in Moskau. und nicht frech zu mir ist. . Aber natürlich sind auch einige in H. M., Schwerin Piesteritz geblieben. Gertrud ist Kin- dergärtnerin. Rudi und Harry zum Beispiel arbeiten im Stickstoffwerk und geben ihre reichen Erfahrungen in der Jugendarbeit der Klampfen- gruppe des Betriebes weiter. So könnte ich die ganze Gruppe durchgehen, aber ihr seht auch so schon, daß durch die Erziehungs- arbeit in der Gemeinschaft unserer FDJ-Gruppe und durch unsere ge- meinsamen Erlebnisse bei den Freun- den ein gutes Fundament für ihr ganzes Leben gelegt wurde. Hanna Bräuer, Berlin-Lichtenberg Wir sprechen über alles Bei uns zu Hause kommen solche Dinge wie bei Familie Krause nicht vor. Ich lebe mit meiner Mutter und mit meinen beiden Geschwistern im besten Einvernehmen. Mein Gehalt geht zu 50 Prozent zur Sparkasse, 20 Prozent erhält meine Mutter und 30 Prozent bleiben für mich. Meine Mutter bringt mir in allen Beziehun- gen Verständnis entgegen. Auch über Probleme des gesellschaftlichen Le- bens diskutiere ich mit meiner Mut- ter. .Günter Soschinski, Halle Unser Sportabzeithen Erst in Gefahr - dann Rettungsschwimmer / Was dann? Die Zahl der bei uns auf den Vorschlag von Klaus Friedrich, Schwimmen aus den Pflichtbedingungen des neuen Sportabzeichens der DDR zu streichen, eingegangenen Leserbriefe ist inzwischen auf 414 angestiegen. Heute wollen wir nun mit der Diskus- sion beginnen. Als ich 11 Jahre alt gelernt und kann mir heute mein Leben: ohne Schwimmen nicht vor- stellen. - Ruth Nestler, Gelenau schwerlich eine Vorstellung über diese Zeit machen können. Jugend- herbergen, Ferienlager, Zelte, Wan- derausrüstungen gab es noch nicht. Mit den „Finanzen" und der Verpfle- gung sah es noch schlimmer aus. Wir waren etwa 25 bis 30 Freunde, als wir wenige Tage nach der Gründung der FDJ unseren Antifa-Jugendaus- schuß Piesteritz in eine FDJ-Gruppe umbildeten. in Richtung Heide. Da& letzte Stück vor Parnitz mußten wir noch laufen, weil unser gutes Automobil den Heidesandwegen nicht gewachsen war. Im Schatten alter Laubbäume g'ingen wir die letzten Meter. Efne und Deine Freunde müs- sen Dir helfen, Deine Angst zu überwinden. Rolf Pretorius, Berlin NO erwartungsvolle Spannung schloß war, erlebte ich in Trep- uns den Mund. Dann tauchte zwi- tow das Schiffsunglück sehen den Bäumen der helle Fach- mit. Ich konnte nicht werkgiebel auf. Wir alle waren schwimmen. Der Damp- von diesem kleinen verwunschenen fer brannte, und wäre Schloß im Wald freudig überrascht. nicht rechtzeitig Hilfe Man kann Sportler Im Nu ergriffen wir Besitz von den gekommen, hätte ich er- nicht deshalb vom Er- Räumen des Hauses. Doch all die ro- trinken müssen. Jetzt werb des Sportabzei- mantischen Gedanken vergingen uns, habe ich einen Rettungs- chens ausschließen, weil Ich habe· vom Arzt Schwimmverbot. Ich möchte aber auch das Sportabzeichen erwer- ben. Muß man denn un- bedingt schwimmen können, um „Bereit zur Das Haus in der Heide • Arbeit und zur Verteidi- gung der Heimat" zu sein? Es wurden lehrreiche Versammlun- als wir sahen, wie schmutzig und schwimmerlehrgang sie eine Sportart nicht gen und eindrucksvolle Heimabende trostlos es doch innen aussah. Schnell mitgemacht, um, wenn beherrschen. Wenn man Kann nicht einmal der Gerd Simon, Riesa Viele Leser kritisieren gra- fische Mängei an den Ent- würfen für das neue Sport- abzeichen. Wir haben unseren Zeichner beauftragt, unter Berücksichtigung aUer Hin- weise unserer Leser einen Entwurf zu machen, den wir heute zur Diskussion steHen. In der Mitte des Abzeichens sind die Farben unserer Re- publik schwarz-rot-gold in das Wappen eingelegt. gestaltet und viele lustige, ausgelas- teilten wir uns auf. Eine Gruppe es einmal notwendig Schwimmen zur Pflicht Fall eintreten, wo Du, sene Stunden bei Tanz und Gesang räumte auf und machte sauber, eine sein sollte, Menschen macht, engt man den lieber Klaus, über einen ließen ein immer fester werdendes andere schälte Kartoffeln und kochte vor dem Ertrinken zu Kreis der Träger des Fluß schwimmen mußt, Kollektiv aus uns werden. Wande- das Essen, einige Freunde holten retten. Lieber Klaus, Du Abzeichens sehr ein. um Deine Heimat zu rungen in unserer näheren Heimat Holz, um Feuer arizumachen. Mit kannst doch nicht ver- Olaf Schmitz, L.eipzig verteidigen? weckten in uns die Verbundenheit Gesang ging es an die Arbeit. An langen, daß wir Deine Ich habe auch erst mit Georg Häbner, und Liebe zur Natur. Liedern mangelte es uns nie, denn Angst unterstützen. Wir 14 Jahren schwimmen Mag~eburg 1u1111111111111111111111111111111111 111111111111111111111111111111111111n1111nn111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111u11111111111111111111111111t11111illllllllll llllllllllllllllllllllllllllllll!lllllllllllllllllllll1 llllllllllllll1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIJIIIIIIIIIIIIIIIHlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll lllll '••·~~~~~~;:;~~~~;~1,~1~··11· betbet in die sanften Berge der Rhön erheben sich dort große Schornsteine und Förd,ertürme. Anderthalbtausend Jugendliche i gehen täglich in dies.e-m Werk i• ihrer Arbeit nach, unter ihnen über 1000 FDJle-r. Wir möchten euch i heute von einer. Ve,rsammlung be- i richte,n, die kürzlich in einer der f FDJ-Gruppen des Betriebes statt- fo.nd. ...........................................~ Alle Mitglieder der Gruppe ,,Mühle" waren der Einladung zu die- ser Versammlung gefolgt. Ein beson- derer Anlaß war es, der sie heute zu- sammei;ikommen ließ. ,,Wenn ich euer Vertrauen ver- diene, der Partei der Arbeiterklasse anzugehören, so bitte ich euch, mich der Parteiorganisation unseres Be- triebes als Kandidat zu empfehlen." Diese Worte hatte Alfred Leichner zu den Freunden seiner Gruppe gesagt. Als er im August des vergangenen Jahres nach dreijähriger Dienstzeit in der KVP in den Betrieb kam, war er gern bereit, seine praktischen und theoretischen Erfahrungen in der ge- sellschaftlichen Arbeit seinen Freun- den zu übermitteln. Als Arbeiter und als Sohn eines Arbeiters weiß er, daß er zur Partei der Arbeiterklasse ge- Im Bezirk Suhl unterwegs Vier bestanden vor ihrer Gruppe Die Gruppe „Mühle" vom Kalikombinat „Et-nst Thälmann" hört. Die Gruppe kennt den 23jäh- ·rigen Alfred als einen gewissenhaf- ten Kollegen, der gern die Ratschläge älterer Arbeiter entgegennimmt und sich selbst viel Gedanken macht, wie man die Produktion noch besser organisieren kann. Das bestätigen auch Genosse Wilde, der Brigadier der Jugendbrigade, und Genosse Graf, der Partei- organisator der „Mühle", die zur Gruppenversamm- lung gekommen waren. Sie spra- chen mit den Ju- gendlichen über die Aufgaben der Partei, die Rechte und Pflichten der zukünftigen jun- (_ ' gen Genossen. , Horst Körber ist " der Gruppenleiter der Gruppe „Mühle". Auch er bittet heute seine Freunde um ihr Einver- ständnis, daß er seine Aufnahme als Kandidat in die Partei der Arbeiter- klasse beantragt. Durch seine gute fachliche und gesellschaftliche Arbeit in der Jugendbrigade und in der Gruppenleitung der FDJ erwarb er sich das Vertrauen der Freunde seiner Gruppe, so daß sie auch ihn als einen ihrer Besten der Sozialistischen Ein- heitspartei empfehlen. Persönliche Gespräche halfen Nicht alle Entscheidungen der Gruppe an diesem Tag waren so ,,einfach" zu treffen. Das zeigte sich, als dann Hubert Karn seine Bitte vortrug. Einige Freunde wunderte das. ,,Ich will nichts beschönigen", sagte er, ,,oft hatte ich keine richtige Einstellung zu den Maßnahmen un- seres Staates. Doch woher kam das? Selten hat sich jemand von der FDJ- Gruppe mit mir über meine Sorgen unterhalten. Manchmal war ich ver- zweifelt und verärgert. Den Weg zur Partei habe ich durch Gespräche mit dem Betriebsleiter der mechanischen Werkstatt gefunden. Auch Genosse Graf half mir, vieles richtig zu ver- stehen. Er organisierte Wettbewerbe, die uns halfen, besser für uns alle zu arbeiten und auch persönlich voran- zukommen. Mein Vater ist Arbeiter. Daß ich nicht eher den Weg zur Par- tei fand, liegt daran, daß ich mich zu sehr von persönlichen Sorgen treiben und von den großen Fragen unserer Zeit abbringen ließ. Doch jetzt habe ich das überwunden." Peter gehört zu ihnen Die Worte Huberts waren ein ern- ster Hinweis für das Kollektiv, Die Alfred t.eichner und Horst Körber von der Mühle des Kalikombinates ,,Ernst Thälmann" wenden sich mit jeder unklaren Frage an den Bri- gadier der Jugend- brigade, Genossen Wilde (Mitte), der stets bereit ist, den jungen Ge- nossen zu helfen Freunde gaben selbst zu - obwohl sie ihm harte Worte der Kritik sag- ten - daß sie sich wenig um jeden einzelnen FDJler kümmerten. Sicher wären es sonst nicht nur drei ge- wesen, die sie der Partei heute als Kandidaten hätten empfehlen kön- nen, sondern noch mehr gute FDJler. Al.5 die Versammlung fast beendet war, meldete sich Peter Eichholz zu Wort. Er teilte den Freunden seinen Entschluß mit, den Dienst in unseren bewaffneten Kräften anzutreten und rief die anderen auf, seinem Beispiel zu folgen. Dann sprach er die Bitte aus, auch ihn der SED als Kandi- daten zu empfehlen. Gute Arbeit und seine Verteidigungsbereitschaft, so versprach er, sollen sein Beitrag zur Vorbereitung der 3. Parteikonferenz der SED sein. Pet !rs Bitte und Ent- schluß, geboren in dem Meinungs- austausch der Gruppe, waren der beste Beweis, daß die Mitgliederver- sammlung ein Erfolg gewesen ist. Hannelore Schmidt
  • 6. DIETER ROTBE BERICHTET VON DEN OLYMPISCHEN WINTERSPIELEN füi/f{ ,,~u'' ~..~ 11ituletoi,,e JP An „ihrem" 1. Februar wurde M:adelaine Berthod Oly~piasiegerin Wohl keine der weltbesten alpinen Damen war mit soviel Vorschußlorbeer bedacht nach Cortina gefahren wie die 25jährige Schweizer Bauerntochter Madelaine Berthod. Ihr wurd vielerorts eine Goldmedaille im Abfahrtslauf praktisch vorausgesagt. Am 1, Februar 1931 wurde das stille Mädel, von dem man sogt, sie würde das Erbe einer Hedy Schlunegger und lda Schöpfer antreten, in Chateau d'Oex ge• boren. Und genau an ihrem 25. Geburtstag holte sie sich gestern beiin Abfahrtsla uf, dem. letzten alpinen Wettbewerb der Domen in Cortina, das olympische Gold : ,.Goldenes" Ge- burtstagskind I Modeloine Berthod gewann nötigte. Zum zweiten Male als Vierte placierte sich Giuliana Chenal-Min zzo aus Italien. Zu ihr gesellte sich in der gleichen Zeit von 1:47,3 die Beste der Osterreicherinnen, Hilde Hofherr. Es folgen : Maria Grozia Morchelli (Italien), Theo Hochleitner (Osterreich), Jesette Neviere (Frankreich), Borghild Niskin (Nor- wegen), Glodys Werner (USA), Anna Pelissier (Italien), Trude Klecker und Josephine Frondel (beide Osterreich) so·wie als 14. Alexandra Artemenke (UdSSR). Hinter Maria Kowalsko (Volkspolen) wurde Ossi Reichert als 20. beste ·Deutsche. Sie benötigte 1:52,3 Minuten. Erneut nicht zum Zuge kam die ebenfalls für Cortino favorisierte Amerikanerin Andrea Mead- Lowrence - sie erreichte nur 1:55,0 Minuten und placierte sich noch hinter Hannelore Glaser-Franke. Mirl Buchner soll aufgegeben hoben. · gestern ganz überlegen. Sie distanzierte die ·Zweite, ihre Landsmännin Friede Dänzer, um 4,7 Sekunden (1 :40,7 bzw. 1:45,4 Minuten).- Bronzemedaillen-Gewinnerin wurde die Kana• dierin lucile Wheeler, die 1:46,0 Minuten be• Finnland vor Sowjetunion / Deutsche Läuferinnen zeitgleich / Edström lief Bestzeit Mit kräftigen Stockstößen stürmt Hallgeir Brenden aus Norwegen ins Ziel des 15-km- Langlaufes. 1952 wurde er schon Olympiasieger in Oslo über 18 km und wiederholte nun seinen Erfolg .in Cortina Co r t In a. Mit der 3X 5-km-Staffel - der -Damen wurde heute de~ erste Mannschaftswettbewerb entschlederr.·Dabei gab es eine große tJberraschung. Finnland gelang es mit den Läuferinnen Polkuneµ; Hietanen und Rantanen in einer Zeit von 1:09:01 Std. dfe··ravorisierte •Staffel der Sowjetunion zu b-esiegen und damit die Goldmeda:ille zu erringen. Dritter wurde Schweden, Zehn Mannschaften hatten sich am Die sowjetische Läuferin Koltschina Start eingefunden. Für die Sowjet- konnte ihren Vorsprung gegenüber union startete die Goldmedaillen- ' der Finnin ·Hietanen sogar auf 27 Se- gewinnerin über 10 km, Lubowa Ko- kunden • ausdehnen, doch auf dem syrewa· für Finnland Polkunen, für letzten · Kilometer holte die Finnin Norwegen Brusveen und für die alles aus sich heraus und beide tra· deutsche Mannschaft die DDR-Läufe- fen kurz hintereinander wieder im rin Elfriede Uhlig. 493 Schneestadion ein. Auf den letzten Beim zweiten Kilometer gab es die Kilometern mußte sich also alles ent- erste Streckenmeldung. Die Sowjet- scheiden. .Für die Sowjetunron lief union lag 10 Sekunden vor Norwe- Jeroschfüa, die . Silbermedaillen- gen 15 Sekunden vor Finnland 22 gewinnerin über 10 Kilometer, und Sek'unden vor Schweden. Nicht 'viel für Finpland die stärkste Läuferin anders war es auch nicht beim Rantanen. vierten Kilometer. Als die Rumänin Doch zurück zur deutschen Mann- Zangor von diesem Kilometer gerne!- schaft. Else Amann aus Westdeutsch- det wurde, bog Lubowa Kosyrewa l~nd war als Zweite _gest~rtet. Sit? schon in das Schneestadion ein. 22:58 hef gut, doch hatte sich die starke Minuten betrug ihre Zeit, 23:22 lief . T_schechoslow.akin Pa,tockowa. schon Polkunen, 25:11 Uhlig, 26:23 Minuten bis auf sechs Sekun?en an sie her- Benesova (CSR). Sollte es der deut- angeschoben. Sonnh1l_de Haussch11:l sehen Mannschaft gelingen, erstmals hatte es n_un gegen die beste Tsche- die Tschechoslowakinnen zu besie- choslowakm Lauermannowa schwer. gen? Wir drückten für unsere Läufe- Inzwischen war an der Spitze ein rinnen die Daumen, harter Zweikampf zwischen Jero• ..........• - - -•••••••••••••- schina und Rantanen entbrannt. Unser Sportabzeichen ~ - ~ ·- Noch ..beim 12. Ki.lJ:upeter lag Jero,-; schina 16 Sekunden vor Rantanen und wie schon - beim Kilometer- 10 zwei Minuten vor der Bronze- medaillengewinnerin Edström aus Schweden. Das Rennen entschied sich zwischen dem 12. und 14. Kilometer. Rantanen hatte einen Kilometer vor dem Ziel ·Jeroschina nicht nur ein· geholt, sondern bereits 16 Sekunden herausgelaufen. Auf dem letzten Kilometer machte die Finnin gegen- über Jeroschina noch mehr Zeit gut und beendete mit 27 Sekunden Vor- sprung in · 1:09:01 Std. das Rennen. 20 Sekunden hinter Jeroschina traf aber schon die Schwedin Edström ein, die die fünf Kilometer in der absolut besten Zeit von 22:02 Min. zurück- gelegt hatte und damit für ihr Land (1 :09:48 Std.) die Bronzemedaille er- kämpfte. Norw·egen in 1:10:50 und Polen in 1:13:0 Std. folgten auf den nächsten Plätzen. Heute beginnen wir auf Seite 5 mit unserer Dis- kussion über das neue Sportabzei- chen. 414 Leser- briefe, darunter viele Abstimmun- gen in FDJ-Grup- pen erhielten wir bis beute. Natür- lich interessiert euch einmal ein Zwischens.tand: 595 Leser entschieden sich für das Schwimmen als Pflichtübung des neuen Sportabzeichens „Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung der Heimat". 140 Leser sprachen sich dagegen aus. Von den vier Vorschlägen für die neue Form des Abzeichens entfielen: Form 1: 141 Leserstimmen Form 2: 99 Leserstimmcn Form 3: 25 Leserstimmen Form 4: 282 Leserstimmen (uns. Bild) Sie war eine der „besten Pferde" in den alpinen Diszi- plinen für die deutschen Farben - die Evi La;nig aus Hindelang. Jetzt kuriert sie im Krankenhaus Cedivilla bei Cor- _ tina ihr gebroche- nes Handgelenk vom ersten Trai- ning auf der olym- pischen Abfahrts- strecke ·und läßt sich von der Kran- kenschwester füt- tern Ob·s wohl richtig Ist? Spiel -1: Spiel 2: Spiel 3: Spiel 4: Spiel 5: Spiel 6: Spiel 7: Spiel 8: Spiel !J: Spiel 10: Spiel 11: S11iel 12: . Spiel EI: Spiel E2: SC Fortschritt Weißenfels-SC Rotation . Leipzig Wismut Gera-SC Wismut Karl-Marx-Stadt SC Motor Jena-Motor Dessau · Motor Altenburg...:.Motor Zwicl,au Chemie Zeitz-SC ' Aktivist Brieske-Senftenberg Aufbau Großräschen...:...Empor Wurzen Motor Mag·debtirg ,Mitte- Motor Nordhausen SC Motor Berlin- n:Iotor Brandenburg Süd Fortschritt .Hartha- Ch'emie Glauchau Lokomotive Cottbus~1'lotor Ba utzen Chemie Leuna:,...sc Lok Leipzig , .. · Stahl Stalinstadt_.:..Molor Siräl~lllid. Einheit Greifswald-Turbine Neti~j-andenburg Lichtenberg 47-Vorwärts Cottbus X - X X X X X X X X . X X X X X - Schon beim elften Kilometer mußte Sonni Hauschild der CSR-Läuferin LauermannowadieSpurfreigeben und lag bereits beim 12. km 37 Sekunden hinter ihr. Im Ziel ergab sich ein Kuriosum: Die deutsche Mannschaft war die ausgeglichendate des ganzen Rennens. Alle drei Läuferinnen, Elfriede -Uhlig, Sonnhilde Hauschild und Else Amann benötigten für ihre 5 km jede genau 25:11 Minuten. Die Zeiten der Nächstplazierten: 6. CSR 1:14:19, 7. Deutsche Olympia- Auswahl 1:15:33 Std., 8. Italien 1:16:11 Std., ,_ 9_ Jugoslawien 1:18:54 Std. Die Rumänin Simon hatte beim 14. Kilometer das Rennen aufgegeben. Fotos: Zentralbild Werner Lesser dabei C o r t i n a. Harry Glaß und auch Werner Lesser werden am Sonntag dabei sein, wenn die besten ,Spezial- sprungläufer der Welt übe,r den Schanzentisch gehen. Aus der Bun- desrepublik wurden Max Bolkart und Sepp Kleis! nominiert. Toni Brutseher ist als Reservespringer vorgesehen. CSdl UHd .J<AHAdA .%UNÄ'f'gt1WOP/t1H I Cl!Le/,t .•. 1 Schweden und USA brachten die Sensationen zuwege Eingehüllt in dichte Nebelschwaden " A ·Js : •1'ch t eh. · b d' CSR schaft 1·m ercten Dr1'ttel das O•• 0, ob- lag heute den ganzen Tag über das herr- ,.. ges ern s rie , ie „ l iehe und so viel gerühmte Gebiet um zeigte ein Spiel, wie ich es von ihr wohl sie stark unter Druck stand, den Misurina-See. Ich konnte die noch nie gesehen hatte, da ahnte ich doch im zweiten Drittel brach dann Schönheiten nicht bewundern, denn nicht, daß meine Worte so schnell die Torflut über sie herein. Wie reife kaum 150 m reichte die Sicht. Die An- eine weitere Bestätigung finden wür- Früchte pflückten Uwarow (3), Guty- zeigetafel auf der gegenüberliegenden den. Sie -spielte gegen Schweden und schew (2), Bobrow und Tregubow (je Seite der Pressetribüne tauchte ab und wieder gab es ein Debakel. Mit 5: O 1) sieben Treffer. Krylow markierte zu schemenhaft auf, die darauf an- d 8 0 geschriebenen Zeiten waren nur Der kanadische Stürmer Theberge (Nr. 8) hat den deutschen Torhüter Ulli Jansen attackiert und stürzt mit ihm in das kleine Tor. lm Hinter- grund lauert George Schales (Nr. 15). Aus: Kanada ge.gen Deutschland 4 : 0 verloren die Tschechoslowaken, sie wurden von den Schweden regelrecht an die Wand gespielt. Wiederum tra- fen alle schon geschilderten Faktoren zu: kein Zusammenspiel, keine druckvollen Angriffe und eine un- sichere Verteidigung. Was diese Mannsch;i.ft früher gefährlich machte: blitzschneller Angriff mit fünf Spie- lern und ebenso schnelle Verteidi- gung mit allen fünf Spielern, das vermißte man völlig. In einer sehr fairen Begegnung schlug bei starkem Schneetreiben die sowjetische Eishockeyvertretung die deutsche Mannschaft mit 8 : 0. über- raschend hielt die deutsche Mann- später as : · äußerst selten zu lesen. Wenn man In Anschluß daran schuf die USA dazu die Läufer nicht immer erkennen eine der größten Sensationen des bis- kann und eine ungewohnte Kälte - herigen Turnieres mit ih:rem •4 : 1 um die Mittagszeit wurden minus sechs Grad gemessen - herrscht, ist es ver- (2 : 0, 0 : 1, 2 : 0)-Sieg über den hohen ständlich, daß sowohl bei den Aktiven Favoriten Kanada. Wohl waren diese als auch bei den Zuschauern keine spielerisch reifer, die Amerikaner richtige Stimmung aufkam. Nur wenige spielten aber entschlossener und Unentwegte erlebten diesen letzten zweckmäßiger. Vor allem bestachen Wettkampftag der Eisschnelläufer mit sie durch Ruhe und Besonnenheit und nur ganz selten kamen Anfeue- vor dem Tor. rungsrufe von den Tribünen. Aber immer wc:·r das Stampfen der kalt- Nach dem zweiten Spieltag ergibt gewordenen Füße zu hören. sich folgender Stand: 1. Sowjetunion 2, USA 3. Schweden 4. Kanada 5. CSR 6, Deutsche Auswahl/BR 12: 1 11: 3 6 : 4 7: 7 3: 11 2 : 15 Bisher 45 MedailJen 4: 0 4: 0 2: 2 2 : 2 0: 4 0: 4 Bisher wurden 45 Medaillen ver- geben: Sowjetunion 5 Goldm,- 3 Sil- ber, 5 Bronze, Österreich 2-3-2, Nor- wegen 2-1-1, Schweiz 2-1-1, Schwe- den 1-4-3, Finnland 2-0-1, Italien 1-1-1, Deutsche Auswahl 1-0-0, Ja- pan 0-1-0, Volkspolen 0-0-1, Ka· nada 0-0-1. Gleiche Bedingungen 1 Alle Zweifel sind hinweggefegt. Laut einer Information des Präsidiums der Sektion Handball de,r DDR sind die Auswahlspieler der Hallenhandballfina- listen Motor Eisenach und Motor Ro- stock nun doch für den Endspieltermin am 26. Februa,r 1956 noch spielberech- tigt für ihre Mannschaften. Und das entscheidende Spiel um die DDR- Frauenmeisterschaft SC Fortschritt Wei- ßenfels-Lok Roogsdorf findet - wie vor- gesehen - a m 12. Februa,r 1956 in FrCIITlkfurt/Oder statt. Beide amtlichen Milte- ili.:ngen dar Sei-- tian Handball der DDR entsprechen aen Forderungen, die die "Junge Welt" in ihrem Handball-Kommenta r vom 31. Ja. nua,r 1956 veröffentlichte. * Schwer hatten es die Aktiven, die bei dieser Witterung um olympischen Lorbeer stritten. Bereits nach wenigen Runden hatte sich bei ihnen Rauhreif auf der Brust, den Schultern, und der Mütze gebildet, der von Runde z-u Runde dicker wurde. Wladimir Schil- kowski (Sowjetunion) wußte sich gegen die Kälte nicht 'anders zu schützen, als während des gesamten Rennens seine linke Hand vor seinem Mund zu hal- ten. Das konnte nur immer die linke sein, denn Wlad;mi r Schi lkowski hat nur einen Arm. Trotzdem lief er gut, seine Zeit von 17: 17.6 Minuten und der 15. Platz beweisen es. * „E_ s war einfach nichts zu machen bei dieser Kälte", meinte der DDR-Meister Helmut Kuhnert nach seinem Lauf. „Der scharfe Fahrtwind legte sich so auf die Lungen, daß ich nicht schneller laufen konnte. Am liebsten ·laufe ich, wenn es warm ist. Wäre es so schön wie in Davos gewesen. dann hätte ich bestimmt eine bessere Zeit erreicht - . auch wenn ich im Moment nicht ganz in Form bin." Ich kann das verstehen, und doch ist der zehnte Platz von Helmut Kuh·riert für unsere Republik ein schöner Er- folg. Waren wir doch bisher im inter- nationalen Eisschnellaufsport über- haupt nicht bekannt. Unbestritten ist Helmut Kuhnert der beste deutsche Eisschnelläufer in Misurina gewesen. Alle Wesdeutschen ließ er weit hinter sich, heute ·den Westdeutschen Keller (21. Platz) um 23,1 Sekunden. -------------------- ------ - - ---- ----- ----- DA ■ BBOASTIONSSOLt.BGIOM Vertlttemndn ClDtllf der tJzem Nr, l'9 des Presseamtes betm M1ntsterprls1denten der Regierung der Oeutschen Demolcratachen RepubUJc. Vertas .Junge Welt, Berlln W8, Mobrenstr, 36/37. Tel. 20Ot 61, Bankkonto: Stadtkontor Nr. 18 72. Postscheckkonto: Nr, 601 liO. Bestellungen nJ.inmt Jedes Postamt entgegen. Anzeigenannahme beim Verlag, z. z. gUlttge AnzetgenpreLsßste Nr, 8; Anzetgeo Uegeo .außerhalb der Verantwortung der Red'1.ktlon, urucK , Beruner oruci<erel. ßertto c a. · Der RiMdl,,ü11i sendet: am Donnerstag, dem 2. Februar 1956 Deutschlaodsender: 7,10 Internationale Presseschau; 9.30 Das Akkordeonorchester Brunndöbra und das Mandollnenorchester des VEB „Ernst Thälmann• In Saalfeld spielen; 16.20 Das Muslkerporträt: Stalin- prelsträger Lew Knlpper ; 17.10 Von der Jugend - für die Jugend; 17.25 Klingende deutsche Heimat: Lausitz ; 18.00 Berichte von den VII. Olympischen Winterspielen. 19.00 Nachrichten, Kommentar des Deutsch- land~enders. 19.20 Wir bitten Ztun Tanz. 22.0& Arbeiterhoch schule; 22.40 Literatur unserer Zeit; 23.03 Musikalische Schätze der Völker. Berliner Rundfunk: 7,30 Gesamtdeutsche Presseschau; 11.30 Leichte Kost; 16.15 Musik zur Unterhaltung: 18.45 Junge Welt am Mikrofon; 19.05 Bruno Saenger und seine Solisten musizieren; 19.30 Nachrich- ten, Kommentar des Tages; 19.50 „Da lacht der Eär"; 21.40 Zeitgeschehen Im Funk; 22.10 Berichte von den VII, Olympi- schen Winterspielen; 23.05 Prosa und Lyrik der Völker, Andre Stil: .Die Nacht " zählt nicht"; 23.30 Bunte Palette; 0,35 Musik zur Unterhaltung, Radio DDR: 8.20 Volksmusik aus der Kumän!schen Volksrepublik; 15.00 Kinder- funk: wir besuchen den Schulklub In der 10. Schule Berlin-Mahlsdorf; 16.50 Steno Im Funk für Fortgeschrittene; 17.30 Unser Lied die Ländergrenzen überfliegt; 18.10 Kurt · Eichler, und seine Solisten musizie- ren; 20.20 Unser Opernabend; 22.00 Nach- , richten; 22,10 Russisch Im Funk für ·An- ' fänger; 22.25 Für die Freunde der Tanz• musik spielt das Rundfuhk•Tanzorchester Leipzig, Leitung Kurt Henkels; 23.00 Kon• zert zum Tagesausklang. ,ME WIR DDASJfdt.erl Wettervorhersage für Donnerstag, 2, Febr, ...~•-""''~ Be! mäßigen W!n• den um Nord zeit- weise stark bewölkt; a'>er kein oder nur unbedeutender Schnee. Tagestempe- ratur auf unter mi- nus 15 Grad absin- · · kend, auch nachts nicht über minus 15 Grad hinausgehend. '