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Deadline: 6.Oktober 2015
Call for Entries 17. Wettbewerb
Newspaper
N E W S P A P E R D E S I G N & C O N C E P T
European
Award
n	 22. iPad-Apps und Apps für mobile Endgeräte.
Inhaltsverzeichnis 2
03 	 Vorwort
04 	 Kategorien im Überblick
05 	 Der European Newspaper Award im Überblick
		 Wettbewerbs-Zeitraum, Einsendeschluss
06 	 Hauptpreise:
		 European Newspaper of the Year
07		 Judges’Special Recognition: Publico.pt
08		 Judges’ Special Recognition:
		 Helsingin Sanomat, FIN; Politiken, DK
09 	 So nehmen Sie am Wettbewerb teil
10 		 Awards of Excellence:
11 		 Kategorie 1, 	 Titelseiten
12 		 Kategorie 2, 	 Sektions-Titelseiten
13 		 Kategorie 3, 	 Nachrichten-Seiten
14 		 Kategorie 4, 	 Lokal-Seiten
15 		 Kategorie 5, 	 Seiten mit Anzeigen
16 		 Kategorie 6, 	 Fotografie
17 		 Kategorie 7, 	 Foto-Reportage
18 		 Kategorie 8, 	 Visualisierung
19 		 Kategorie 9, 	 Visual Storytelling
20 	 Kategorie 10, 	 Alternative Storytelling
21 		 Kategorie 11, 	 Infografik
22		 Kategorie 12, 	 Illustration
23 		 Kategorie 13, 	 Beilagen
24 		 Kategorie 14, 	 Magazine
25		 Kategorie 15, 	 Sonderseiten
26		 Kategorie 16, 	 Typografie
27 – 28 	Kategorie 17, 	 Konzept/Innovation Print
29 		 Kategorie 18, 	 Konzept/Innovation Online
30 	 Kategorie 19, 	 Online und Crossmedia
31 		 Kategorie 20,	 iPad Apps und Smartphone Apps
32 		 Sonstiges
32		 Studentische Arbeiten
33 – 34 	Hinweise zur Teilnahme
35		 Fragen und Antworten
36		 Die Jurierung und ihre Kriterien
37		 Die Jury
38		 Die Jahrbücher des European Newspaper Award
39		 Buch „Zeitungsdesign und Leseforschung“
40		 Teilnahme-Formular
Der 17. European Newspaper Award
Am 16. European Newspaper Award haben sich 194 Zeitungen
aus 26 Ländern beteiligt. Die Zahl zeigt: Der Wettbewerb ist
sehr gut etabliert und die Ergebnisse werden als Maßstab für
Konzept und Design von Zeitungen in der Branche allgemein
anerkannt. Für die Hauptpreisträger bedeutet es eine große
Auszeichnung, den Titel „European Newspaper of the Year“ für
ein Jahr im Zeitungskopf zu führen.
Die Ziele des Wettbewerbs:
Der Wettbewerb soll den Informations-Austausch über Konzept
und Design von Zeitungen in Europa fördern.
Trends offenlegen: Die Ergebnisse des Wettbewerbs geben
jedem Zeitungsmacher die Möglichkeit, sein Objekt einzuord-
nen und Optimierungen am Produkt schnell vorzunehmen.
Wirkung nach außen: Zeitungen berichten intensiv über
die Awards, die sie gewonnen haben. Sie unterstreichen damit
ihren Qualitätsanspruch und machen gleichzeitig Werbung in
eigener Sache.
Ideenschmiede: Veröffentlichun­gen in Fachzeitschriften,
in den Jahrbüchern und auf www.newspaperaward.org dienen
der Ideenfindung und fördern die eigene Kreativität.
Welche Zeitungen machen mit?
Wenn man diesen Call for Entries durchsieht, stößt man auf
bekannte Namen: Financial Times, The Independent, Helsingin
Sanomat, Bergens Tidende, Svenska Dagbladet, Politiken,
Libération, El Correo, ABC, La Stampa, Neue Zürcher Zeitung …
Aber es beteiligen sich auch sehr viele Lokal-, Regional- und
Wochenzeitungen, denn diese Zeitungen geben enorm viel
kreativen Input in die Zeitungsbranche. Darum gibt der Wett-
bewerb jedes Jahr einen Überblick über die aktuellen Trends.
Verbesserungen bei einzelnen Kategorien
Auch in diesem Jahr sind Anpassungen der Kategorien erforder-
lich. Die Kategorie Konzept/Innovation wird unterteilt in Print
und Online, weil sich hier immer mehr Zeitungen beteiligen.
Gerade im Online-Bereich sind im letzten Jahr viele innovative
Ideen entstanden: Stichwort „Snow-Fall“. Die bekommen jetzt
eine eigene Kategorie.
Kategorien für Design und für Konzept
Ursprünglich war der European Newspaper Award ein reiner
Design-Wettbewerb. Aber in den vergangenen Jahren wurden
konzeptionelle Ideen und redaktionelle Serien in eigenen
Kategorien berücksichtigt. Bei der Kategorie Nachrichten-Seiten
gibt es inhaltlich orientierte Unterkategorien: Charlie Hebdo,
Griechenland, Flüchtlinge. Kategorien für Online-Einreichungen
wurden erheblich erweitert. In diesem Jahr erwarten wir beson-
ders viele innovative Ideen bei Mobile-Apps.
Die Teilnahmegebühr
Der Wettbewerb ist völlig unabhängig, er wird nicht von einer
Firma bezahlt. Es entstehen einige Kosten, um den Wettbewerb
durchführen zu können: Mietkosten für die Tagungsräume des
Jury-Meetings, Kosten für die Website, für Publikationen über
die Ergebnisse und für die Verbreitung von Presse-Informatio-
nen. Das alles wird durch die Teilnahmegebühren finanziert.
Ich wünsche allen Teilnehmern viel Erfolg
beim 17. European Newspaper Award!
Norbert Küpper, Veranstalter
nkuepper@newspaperaward.org
Vorwort 3
14. European Newspaper Award: Alle Einreichungen.
14. European Newspaper Award: Alle Gewinner.
Die beiden Abbildungen zeigen, dass ca. 95 Prozent
der Einreichungen von der Jury aussortiert werden.
n	 22. iPad-Apps und Apps für mobile Endgeräte.
Kategorien im Überblick 4
Die Awards of Excellence werden
in 20 Kategorien vergeben:
1. 	 Titelseite + Titelstory
1.1. 	 Lokalzeitung
1.2. 	 Regionalzeitung
1.3. 	 überregionale Zeitung
1.4. 	 Wochenzeitung
2. 	 Sektions-Titelseite
2.1. 	 Lokalzeitung
2.2. 	 Regionalzeitung
2.3. 	 überregionale Zeitung
2.4.	Wochenzeitung
3. 	 Nachrichten-Seiten
3.0.	Allgemein
3.1. 	 Charlie Hebdo
3.2. 	 Griechenland
3.3.	Flüchtlinge
3.4. 	 Erster Weltkrieg
3.5.	 Zweiter Weltkrieg
3.6. 	 25 Jahre Wiedervereinigung
3.7. 	 Naturkatastrophen
3.8. 	Wahlen
4. 	 Lokalseiten
5. 	 Seiten mit Anzeigen
6.	Fotografie
6.0.	 Fotografie allgemein,
	 fotografische Serien
6.1. 	 Bildschnitt
6.2. 	 Sequenz
6.3.	Atmosphäre
6.4. 	Perspektive
6.5. 	 Bildseite
7. 	 Foto-Reportage
8.	Visualisierung
8.0.	Allgemein
8.1. 	 Einbrüche
9.	 Visual Storytelling
10.	 Alternative Storytelling
11.	Infografik
11.0.	Allgemein
11.1.	 Kleine Infografiken
12.	Illustration
13.	Beilagen
13.0. Wochenend-Beilagen
13.1.	 Beilagen zu besonderen
	 Anlässen
14.	Magazine
15. 	 Sonderseiten
16. 	 Typografie
17. 	 Konzept/Innovation Print
17.0 Neue redaktionelle Serien
17.1. Neue inhaltliche Konzepte
17.2. 	Sonderausgaben,
	Jubiläumsausgaben
17.3. 	Finanziell besonders
	erfolgreiche Projekte
18. 	 Konzept/Innovation Online
18.0. „Snow-Fall“
	 Multimedia Storytelling
18.1. Filme, Trickfilme
19. 	 Online und Crossmedia
19.0.	Webdesign für Bildschirm
	 und Smartphone
19.1. 	Daten-Journalismus
20. 	iPad Apps
	 und Smartphone Apps
20.0.	iPad und Tablet-Apps
20.1.	iPhone und Android Apps
Studentische Arbeiten
Studentische Arbeiten können
in allen Kategorien teilnehmen.
Der European Newspaper Award im Überblick 5
Der European Newspaper Award wird seit seiner Gründung 1998 von Norbert
Küpper veranstaltet. In den Medien wird der Wettbewerb auch als „Oscar der
Zeitungsbranche“ bezeichnet.
Hauptpreis: European Newspaper of the Year
Der Hauptpeis wird in vier Kategorien vergeben: Lokalzeitung, Regionalzeitung,
überregionale Zeitung und Wochenzeitung. Um über den Hauptpreis „European
Newspaper of the Year“ entscheiden zu können, benötigt die Jury von Ihnen
zwei komplette Zeitungen aus folgendem Zeitraum:
n	 Tageszeitungen: 14. bis 21. März 2015 oder 				
	 5. bis 12. September 2015. 	
	 Es muss eine Samstags-Ausgabe dabei sein. Wenn Ihre Zeitung am Samstag
nicht erscheint, schicken Sie bitte eine Freitags-Ausgabe.
n	 Wochenzeitungen: Zwei verschiedene Exemplare.
	 Diese Einreichungen müssen zwischen 1. Oktober 2014
	und 30. September 2015 erschienen sein.
Awards of Excellence
n	 Awards of Excellence werden in 20 Kategorien vergeben.
n	 auch diese Einreichungen müssen zwischen
	 1. Oktober 2014 und 30. September 2015 erschienen sein
Einsendeschluss: 6. Oktober 2015
n	 Füllen Sie bitte das Teilnahme-Formular aus und fügen Sie es Ihrer Sendung bei.
Es ist am Ende dieser Broschüre und steht auch zum Download bereit.
n	 Schicken Sie die Zeitungen alle zusammen gut verpackt an:
	 Norbert Küpper, Gutenbergstr. 4, 40670 Meerbusch, Deutschland
Teilnahmegebühr: 210,00 €
n	 Die Gebühr wird pro Zeitungstitel erhoben, sie ist unabhängig von der Anzahl
der eingereichten Einzelseiten. Pro Kategorie können maximal 10 Einreichungen
gemacht werden.
Hauptpreis: European Newspaper of the Year 6
Hauptpreis: European Newspaper of the Year
Hier sind die Hauptpreisträger des 16. European Newspaper Award. Hauptpreise
werden von jeher in Lokalzeitung, Regionalzeitung, überregionale Zeitung und
Wochenzeitung untergliedert. „Judges‘ Special Recognitions“ gingen auch schon
an Websites. Der Online-Bereich spielt beim European Newspaper Award
eine immer größere Rolle. Bei der Bewertung wird das medienkonvergente
Design – für Print, Online und Smartphone – stärker berücksichtigt.
Jury statement
„Público“ gehört zu den Zeitungen in
Europa, die ein sehr klares und
schnörkelloses Design haben. Die
Gestaltung ist dank der Reduktion auf
wenige Elemente absolut unverwech-
selbar. Die Typografie, der Umgang mit
Bildern, das Seitenlayout – alles wird
bis zur letzten Seite perfekt umge-
setzt. Tägliche Beilagen runden das Bild
einer perfekt gestalteten Zeitung ab.
Die Website publico.pt wurde bereits
im vorigen Jahr ausgezeichnet. Man
sieht: Print und Online gehen bei dieser
Zeitung Hand-in-Hand.
Jury statement
„Tubantia“ ist eine Zeitung für viele
Interessen: Außen ist der Lokal- und
Regionalteil, im Innern ist der über-
regionale Teil und andere Beilagen,
die als Pullout gestaltet sind. Man kann
die Zeitung sehr gut aufteilen und sich
„seinen“ Teil gezielt herausnehmen.
Tubantia nutzt sehr oft das Layout
über Doppelseiten, um große Themen
großzügig zu präsentieren.
M
full story
page 4
098 25311
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mayonews.ie
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twitter.com/
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Tuesday,
Aug 5, 2014
€2.00 | £1.80
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Tel: 098 25133/51400
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€2.00 | £1.80
George Hook has joined The Mayo News
as a columnist. Opinion Page 32
Hook in the west
• Niamh Campbell
(23) dies at accident
black-spot
Kevin McStay explains why Mayo advanced
to the All-Ireland semi-final. Sport page 2
McStay on Mayo
Hope
returns
Ciara Moynihan
chats to Clare
musician David
Hope ahead of his
mini tour of Mayo
this weekend.
Living Page 45
Much-loved little boy
Balla and Belmulet row in behind O’Donnell
family. News Page 10
Devastation after
tragic accident
• Sister returns from
Australia for funeral
on Wednesday
Louis Gaffney (4) from Ballina
tried a 1952 Trusty Steed
tractor for size at the 2014
Bonniconlon Agricultural
Show (yesterday) Monday.
Thousands travelled to the
north Mayo village for another
hugely successful day. See
Page 52 for more pics.
Pic: Michael McLaughlin
Trying out
the Trusty
Steed
Jury statement
„The Mayo News“ wird regelmäßig
neugestaltet. Sie ist immer up-to-date,
inhaltlich und gestalterisch. Auf der
Titelseite ist immer ein einziges Thema
groß aufgemacht. Teaser sind oft mit
Fotos und kleinen Freistellern versehen.
Die Aufschlagseiten der einzelnen Sek-
tionen und Beilagen sind oft wie Poster
gestaltet: sehr reduziert. Ein Highlight
sind die großzügig angelegten Doppel-
seiten im Sportteil und im Lokalen.
Jury statement
Die „SonntagsZeitung“ wird in regel-
mäßigen Abständen inhaltlich und
gestalterisch erneuert. Mit dem aktu-
ellen Design dieser Zeitung taucht ein
neuer Stil auf: Starke Reduzierung auf
das Wesentliche, grosse Bilder, klare
Navigation sowie eine allgemeine Redu-
zierung der Elemente. Man verzichtet
auf den Zuckerguss: Der Leser kann
sich auf die Bilder konzentrieren und
Texte lesen. Er wird nicht durch Dekor
abgelenkt – damit hebt sich die Sonn-
tagsZeitung deutlich ab von anderen
Zeitungen.
European Newspaper of the Year,
Kategorie Lokalzeitung
European Newspaper of the Year,
Kategorie überregionale Zeitung
European Newspaper of the Year,
Kategorie Regionalzeitung
European Newspaper of the Year,
Kategorie Wochenzeitung
Judges’ Special Recognitions 7
Judges‘ Special Recognitions
Ein Beispiel für Judges‘ Special Recognition aus dem 15. Wettbewerb.
Judges‘ Special Recognition: Publico.pt
Jury statement
Publico.pt ist die führende Nachrichten-
Website in Portugal. Die Website
hat eine starke Print-Anmutung und ist
im adaptiven Webdesign gestaltet.
Die Jury zeigte sich besonders von zwei
Artikeln begeistert.
1. Eine perfekte Kombination von
Fotografien, Texten und historischen
Filmen zeigt ein Artikel, der anläßlich
des 50. Jahrestages der Rede „I have
a dream“ von Martin Luther King
erschienen ist.
2. Ein Artikel über Waldbrände in
Portugal ist ein herausragendes
Beispiel für Daten-Journalismus. Für
ganz Portugal kann man nach
Regionen aufgeteilt sehen, wo es
bereits gebrannt hat und wo Schwer-
punkte in den letzten Jahren waren.
www.tinyurl.com/o7qt7f8www.tinyurl.com/oh63xzgwww.publico.pt
Judges’ Special Recognitions 8
Judges‘ Special Recognitions
Zwei Beispiele für Judges‘ Special Recognitions aus dem 16. Wettbewerb.
Judges‘ Special Recognition: Helsingin Sanomat, FIN
http://dynamic.hs.fi/2014/estonia/ http://tinyurl.com/oeahldn http://politiken.dk/magasinet/
Judges‘ Special Recognition: Politiken, DK
So nehmen Sie am Wettbewerb teil 9
n 	 Wir brauchen auf jeden Fall zwei
komplette Zeitungen. Eine von
einem normalen Wochentag, die
andere von einem Samstag.
	 Wenn die Zeitung am Samstag
nicht erscheint, dann schicken
	 Sie bitte ein Exemplar von einem
	Freitag.
n 	 Sortieren Sie die Seiten in die
	 Kategorien des Wettbewerbs
	 und markieren Sie die einzelnen
	 Kategorien deutlich. Bei dem
	 Beispiel wurde ein Papierbogen in
der Mitte gefaltet und die Seiten
dort eingelegt. Das ist perfekt.
2.
3.
4.
n 	 Das Teilnahmeformular muss
	 auf jeden Fall ausgefüllt beiliegen.
	 Es steht zum Download bereit:
	www.newspaperaward.org
	 Das Formular kann am Bildschirm
	 ausgefüllt werden.
n 	 Man kann das gleiche Formular
	 benutzen, um bei einer Einreichung
	 Detail-Angaben zu machen.
n 	 Fordern Sie unter dieser E-Mail-Adresse eine Rechnung an:
	nkuepper@newspaperaward.org
n 	 Um eine Rechnung schreiben zu können, benötigen wir die exakte Firmen-
Anschrift. Im Zweifel erfragen Sie die korrekte Anschrift bei Ihrer Buchhaltung.
n 	 Teilnehmer außerhalb Deutschlands, aber innerhalb der Europäischen Union:
Wir benötigen die Umsatzsteuer-ID Ihres Unternehmens, weil diese Nummer
auf der Rechnung genannt werden muss. Bei Wikipedia gibt es eine genaue
Erläuterung: https://en.wikipedia.org/wiki/VAT_identification_number
n 	 Nachdem Sie eine Rechnung angefordert haben, erhalten Sie normalerweise
	 innerhalb von 24 Stunden eine Rechnung per Email.
n 	 Überweisen Sie den Betrag dann innerhalb von 14 Tagen auf das auf der
	 Rechnung genannte Konto.
1.
So nehmen Sie am Wettbewerb teil:
5.
n 	 Print-Kategorien:
	 Bitte senden Sie Ihre Einreichungen
	 gut verpackt in einem Paket an
	 European Newspaper Award
	 z.Hd. Norbert Küpper
	 Gutenbergstr. 4
	 40670 Meerbusch, Deutschland
n 	 Online-Kategorien:
	 Bitte senden Sie Ihre Einreichungen
	 in den Online-Kategorien als Pdf an:
	mail@newspaperaward.org
	 Bei Online-Einreichungen bekommen
Sie eine Bestätigungs-Email.
n	 Nicht zu viele Seiten
	zusammenkleben.
Das Foto zeigt eine Einreichung,
die zu einem endlosen Streifen
zusammengeklebt wurde.
Es ist eine Menge Arbeit,
die Seiten so zu arrangieren.
Es ist aber nicht nötig, so viele
Seiten zusammenzukleben.
Doppelseiten sollten zusammen-
geklebt werden.
Wenn man zum Beispiel eine
Foto-Reportage einreicht, kann
man die Zeitungs-Sektion, die
Beilage oder das Magazin am
Beginn der Story, die bewertet
werden soll, mit einem Post-It
markieren. Die Jury kann dann
diese Einreichung einfach durch-
blättern.
In der Kategorie „Konzept/Inno-
vation“ werden oft Serien von
Artikeln eingereicht. Da genügt
es, wenn die Jury Ausdrucke im
Format DIN A 4 von den einzel-
nen Teilen der Serie bekommt.
Awards of Excellence 10
Awards of Excellence
Um Ihnen bei der Auswahl zu helfen, sind auf den folgenden Seiten
die einzelnen Kategorien des Wettbewerbs mit beispielhaften Gewinner-
Seiten aus früheren Wettbewerben illustriert.
Bei den Einreichungen für die Awards of Excellence können Sie aus einem
kompletten Jahrgang auswählen: Die eingereichten Seiten müssen zwischen
1. 10. 2014 und 30. 9. 2015 erschienen sein.
Das wird oft falsch gemacht:
Unabhängig von den Einzelseiten, mit denen Sie sich am Wettbewerb
beteiligen, ist es auf jeden Fall erforderlich, zwei Zeitungen beizufügen.
Die beiden Zeitungen sind obligatorisch!
n	 Tageszeitungen: 14. bis 21. 3. 2015 oder 5. bis 12. 9. 2015. Es muss eine
Samstags-Ausgabe dabei sein. Wenn Ihre Zeitung am Samstag nicht erscheint,
schicken Sie bitte eine Freitags-Ausgabe.
n	 Wochenzeitungen: Zwei verschiedene Exemplare. Die Zeitungen müssen
	 zwischen 1. 10. 2014 und 30. 9. 2015 erschienen sein.
n	 Verboten: Es ist nicht erlaubt, komplette Zeitungen einzureichen, bei denen
unterschiedliche Kategorien markiert sind. Sie müssen die Seiten vielmehr
	 aus der Zeitung heraustrennen und in die verschiedenen Kategorien des Wett-
bewerbs einsortieren.
Awards of Excellence: Kategorie 1, Titelseiten 11
1. Titelseite und Titelstory
1.1 – 1.4: Wenn Ihre Titelseite eine große Titelstory hat, die im Innern der
Zeitung vertieft wird, dann schicken Sie die Innenseiten bitte auch in dieser
Kategorie ein. Es ist nach wie vor möglich, nur die Titelseite einzureichen.
1.1. Titelseite Lokalzeitung
		
1.2. Titelseite Regionalzeitung
1.3. Titelseite überregionale Zeitung
1.3. Titelseite Wochenzeitung
Iñaki Azkuna Urreta en una imagen de junio de 2011. :: IGNACIO PÉREZ
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ELCORREOEL CORREO ESPAÑOL-EL PUEBLO VASCO. DESDE 1910. www.elcorreo.com
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Iñaki Azkuna,
el carismático,
el irrepetible, el alcalde
más querido, murió ayer
a los 71 años. Se despidió
de los bilbaínos con un
mensaje rotundo, muy
suyo: «Habéis sido
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P2 A LA P51 EDITORIAL P76
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PääsiäisPyhät UkrAinA
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keihäsmies. Hän on Tero Järvenpää. Hänen kohtalonsa ratkeaa nyt. A50–53
Kari Huoviala: Suurin katastrofi saattoi olla Neuvostoliiton syntyminen, ei kaatuminen. B4
Päivälleen 71 vuotta sitten Suomi
tuomitsi viimeisen kerran siviili-
kansalaisensa kuolemaan. Tuomi-
tun nimi oli Toivo Koljonen.
Suomenviimeisen
teloitetuntarina
•uutiset/reportaasi A34–39
kirvesmUrhAt
Kaija Holli: Korkeakoulujen rampauttaminen jatkuvilla leikkauksilla ei ole järkevää. B6
TImo marTTIla/aamulehTI
PREIS DEUTSCHLAND 4,50 €
PREISE IM AUSLAND:
DKR 45,00/NOR 65,00/FIN 7,00/E 5,50/
Kanaren 5,70/F 5,50/NL 4,80/A 4,60/
CHF 7.30/I 5,50/GR 6,00/B 4,80/P 5,50/
L 4,80/HUF 1960,00
ZEIT ONLINE GmbH: www.zeit.de;
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Tel. 040 / 42 23 70 70,
Fax 040 / 42 23 70 90,
E-Mail: abo@zeit.de
Stoppt die
Schweiz Europa?
Was auf die
Volksabstimmung
folgen muss
Politik, Seite 2– 4
1914
Wie heilige Krieger und
Pazifisten, Hurrapatrioten
und Feministinnen
den Kriegsbeginn erlebten
40 Seiten Spezial
Porträt eines
Schicksalsjahrs
Titelbild:SmetekfürDIEZEIT/www.smetek.de
W
as ist nur mit der Elite los?
Die bekannteste Frauen-
rechtlerin, der wichtigste
Fußballmanager,einehema-
liger Herausgeber der ZEIT
– sie alle haben in mehr oder
weniger großem Stil Steuern hinterzogen. Sie
habendamitdemGemeinwesenSchadenzugefügt,
und deshalb ist die Empörung mehr als berechtigt.
Empörung, gerade berechtigte, kann aber auch
zu einer Lust werden, zu einer Art Breitensport.
Gewiss, jeder Staat hat mit seinen Bürgern
einen unausgesprochenen Vertrag abgeschlossen:
Ihr entrichtet Steuern, im Gegenzug sorge ich
für Sicherheit, Straßen und Gerechtigkeit. Alice
Schwarzer, Uli Hoeneß und Theo Sommer
haben diese Abmachung einseitig aufgekündigt.
Dafür müssen sie bezahlen, mit Geld und einem
vorläufigen oder endgültigen Verlust an Anse-
hen. Teil des Deals ist schließlich auch, dass, wer
viel hat, auch viel geben muss. Die Gesellschaft
akzeptiert in der Regel, dass einige über mehr
Geld oder Einfluss verfügen als andere – aber
nur, wenn auch die Reichen und Mächtigen die
Grundregeln des Zusammenlebens einhalten.
Von den weniger Begüterten wird das wie
selbstverständlich erwartet: Wer bei Hartz IV
betrügt, der kann nicht auf Milde hoffen. Die
Sanktionen beim Missbrauch von staatlichen
Sozialleistungen sind in den vergangenen Jahren
immer weiter verschärft worden. Und nicht
selten haben diejenigen, die jetzt die Steuer-
fahndung fürchten müssen, einer solchen Ver-
schärfung das Wort geredet.
Die Schweiz und andere Steueroasen
geraten immer mehr unter Druck
Schlimmer als die Steuerhinterziehungen sind
oft die Ausreden. Da wird allen Ernstes die ei-
gene Steuerflucht zum Akt des zivilen Ungehor-
sams stilisiert, mit dem Argument: Der Staat
verschwendet das Geld doch sowieso nur, also
behalte ich es besser. Selbstjustiz gegenüber dem
Staat also. Nein, auch für die Reichen gilt: Der
Weg hin zu einem anderen Steuersystem führt
in einer Demokratie über die Wahlurne. Wer
weniger Steuern zahlen will, der kann die FDP
wählen, aber nicht die Schweiz.
Dann schon lieber Vergesslichkeit vorschüt-
zen, möchte man fast sagen. Nur: Niemand ver-
gisst einfach, dass er ein paar Millionen in der
Schweiz liegen hat, es sei denn, er hat ein paar
Milliarden. Das ist eben das Problem bei den
Ausreden, sie verkaufen die Betrogenen auch
noch für dumm.
Tatsache ist hingegen: Der Steuerbetrug ent-
springt in den allermeisten Fällen dem schlichten
Kalkül, es werde schon keiner etwas bemerken.
So war es auch viele Jahre lang. Die Kosten-
Nutzen-Rechnung hat sich mittlerweile aller-
dings verändert, weil der Staat genauer hinschaut.
Wer sich also heute selbst anzeigt, der beweist
damit nicht Einsicht in seine Fehler, sondern in
die veränderte Gefahrenlage. Nicht so nobel.
Insofern ist die ganze Steuerhinterzieherei
moralisch wie juristisch ein Vergehen. Es gibt
jedoch – gerade im ethisch hyperventilierenden
Deutschland – einen entscheidenden Unter-
schied zwischen Recht und Moral. Die Richter
verurteilen und setzen das Strafmaß fest, die
Moralisten verurteilen und werden dabei oft
selbst maßlos, sie können einfach nicht mehr satt
werden in ihrem Gerechtigkeitshunger.
Der vergangene Woche zurückgetretene
CDU-Schatzmeister Helmut Linssen etwa hat
recht viel Geld von den Bahamas nach Panama
verschoben, aber bislang hat ihm niemand nach-
weisen können, Steuern hinterzogen zu haben.
Eigentlich sollte hier die Unschuldsvermutung
gelten – die Medien aber sind über ihn her-
gefallen, seine Partei hat ihn schnell entsorgt.
Die Botschaft, die von dieser moralisch-
politischen Vorverurteilung ausgeht, ist ebenso
klar wie falsch: Es kommt nicht mehr darauf an,
wofür ein Politiker steht, sondern darauf, was
für ein Mensch er ist. Die weiße Weste ersetzt
die inhaltliche Auseinandersetzung. In den Au-
gen einer etwas zu selbstgerechten Öffentlich-
keit spaltet sich die Welt in die Guten, die an-
klagen, und die Bösen, die schon bei Anklage-
erhebung von dannen ziehen sollen.
So besteht die Gefahr, dass an die Stelle der
Herrschaft des Rechts ein moralischer Rigoris-
mus tritt, der die halbe Republik unter General-
verdacht stellt, aber in der Sache wenig bewirkt.
Denn dem Staat wäre damit nicht gedient. In
Deutschland gehen Steuerhinterzieher straffrei
aus, wenn sie sich selbst anzeigen. Das mag unter
moralischen Gesichtspunkten problematisch
sein, denn wer dem Staat nichts anzubieten hat,
kommt nicht in den Genuss einer solchen Son-
derbehandlung. Doch mit den zusätzlichen
Staatseinnahmen, die infolge dieser halben Am-
nestie in die Staatskassen fließen, lassen sich viele
Schulen und Straßen bauen. Davon profitieren
auch diejenigen, die auf staatliche Leistungen
angewiesen sind. Denn trotz immer ausgereifte-
rer Fahndungsmethoden bliebe ohne die Selbst-
anzeige viel altes Geld unentdeckt. Eine gute
Ergänzung für das Recht wäre darum nicht die
Moral, sondern der Pragmatismus.
Deshalb muss die Konsequenz aus den jüngs-
ten Steuerdelikten lauten, die bestehenden
Schlupflöcher mit gesetzlichen Mitteln beson-
nen zu beseitigen. Vieles wurde schon auf den
Weg gebracht. Die Schweiz und andere soge-
nannte Steueroasen geraten unter immer stärke-
ren internationalen Druck. Die Finanzämter ar-
beiten heute viel enger zusammen als früher, es
gibt immer weniger Verstecke für schwarzes
Geld. Moral hingegen taugt als politische Kate-
gorie nur bedingt. Die Steuerfahndung braucht
nicht mehr Moral, sondern mehr Personal.
Grenzen der Moral
Steuerhinterziehern sollten wir weniger mit Empörung als mit
juristischem und politischem Druck begegnen VON MARK SCHIERITZ
DEUTSCHLANDS ELITE
www.zeit.de/audio
69.JAHRGANG C 7451 C
No
8
M
an kann das Problem mit
Reizwörtern beschreiben, mit
»Sex« und »Smarties«. Oder
den Fachjargon benutzen:
»Notfallkontrazeptivum«und
»Levonorgestrel«. Die meis-
ten Betroffenen reden aber nur von der Pille da-
nach. Ihretwegen gibt es wieder heftigen Streit.
Die Union will, dass die Pille danach ver-
schreibungspflichtig bleibt. Alle anderen Partei-
en wollen sie freigeben, sodass man sie in einer
Apotheke kaufen kann wie Aspirin. Bis zum ver-
gangenen Sonntag sah es so aus, als würde ihre
Forderung nach Jahren Gesetz werden, dann
sagte der neue CDU-Gesundheitsminister Her-
mann Gröhe: Nein. Das Problem spaltet nicht
nur die große Koalition, sondern auch die Bevöl-
kerung: Eine aktuelle Umfrage aus dem stern er-
gab, dass 45 Prozent der Befragten gegen die
Freigabe sind und 49 Prozent dafür (der Rest ist
unentschieden). Es wäre daher gut, noch einmal
die Fakten und Begriffe zu sortieren.
Freigabe führt nicht zu Missbrauch –
das zeigt sich in anderen Ländern
Beginnen wir mit den Smarties. Der konserva-
tive Gesundheitspolitiker Jens Spahn trat vor ei-
nigen Wochen eine aufgeregte Diskussion auf
Twitter los, als er über die Pille danach schrieb:
»Man muss es wohl immer wieder sagen: Das
sind keine Smarties.« Viele Frauen schossen zu-
rück, sie fühlten sich bevormundet. Die Formu-
lierung war unglücklich, aber sie beschreibt eine
ernste Sorge: dass Frauen und vor allem Mäd-
chen die Pille danach konsumieren könnten, als
sei nichts dabei. Dass die Notfallverhütung zur
normalen Verhütung wird und die Pille danach
die normale Pille ersetzt. Das kann niemand
wollen. Und das will auch niemand.
Für die meisten Frauen ist die Pille danach
kein Smartie, sondern eine bittere Medizin. 2012
wurde sie in Deutschland fast 400 000 Mal ver-
schrieben, vor allem an Frauen zwischen 25 und
29 Jahren. Die Bundeszentrale für gesundheit-
liche Aufklärung hat nachgefragt, warum. Bei
den meisten war das Kondom gerissen. Andere
hatten vergessen, ihre tägliche Antibabypille zu
nehmen. Wieder andere hatten tatsächlich nicht
an Verhütung gedacht. Nur wenige gaben an, die
Pille danach mehr als einmal genommen zu ha-
ben. Sie ist eben nicht harmlos, sondern ziemlich
unangenehm. Man kann Kopfschmerzen, Bauch-
krämpfe und Übelkeit von ihr bekommen.
Auch Hermann Gröhe sprach von den Ne-
benwirkungen, als er der Welt am Sonntag erklär-
te, warum die Pille danach verschreibungspflich-
tig bleiben müsse. Allerdings übertrieb er die
Gefahr: Der Wirkstoff Levonorgestrel ist seit
mehr als 40 Jahren auf dem internationalen
Markt, ohne dass je schwerwiegende Probleme
bekannt geworden sind. Er verzögert den Ei-
sprung, bis die Spermien abgestorben sind,
bricht aber keine Schwangerschaft ab. Die Welt-
gesundheitsorganisation hat den Wirkstoff 2010
für gut verträglich befunden, der Sachverständi-
genrat des Bundesinstituts für Arzneimittel und
Medizinprodukte (der das Gesundheitsministe-
rium berät) vertrat diese Meinung schon vor
zehn Jahren und hat sie jetzt noch einmal bekräf-
tigt. Auch der Bundesrat ist für die Freigabe.
Klugerweise hat Hermann Gröhe betont,
dass es ihm nicht darum gehe, die sexuelle Selbst-
bestimmung von Frauen einzuschränken. Er
wolle nur, dass sich jede Frau vor der Einnahme
von einem Arzt beraten lasse. Und da liegt der
Denkfehler: In dem Moment ist die entschei-
dende Frage nicht, ob man nun diese oder jene
Nebenwirkung in Kauf nehmen will. Sondern:
Will ich es in Kauf nehmen, wegen eines ge-
platzten Kondoms, einer vergessenen Pille ein
Kind zu bekommen? Das Fachwissen eines Me-
diziners kann und sollte einer Frau die Antwort
auf diese Frage nicht abnehmen.
Die Entscheidung ist sehr persönlich und
muss schnell fallen. Die Pille danach wirkt umso
besser, je früher man sie nimmt, und nach 72
Stunden ist es zumindest bei diesem Wirkstoff
zu spät. Falls der ungeschützte Geschlechtsver-
kehr also am Wochenende stattgefunden hat
(was häufig vorkommt), ist die Sache mit der
schnellen Einnahme schwierig: Man muss erst
zum Krankenhaus fahren oder einen Arzt auf-
treiben, der am Wochenende ein Rezept schreibt.
Wäre die Pille rezeptfrei, könnte man direkt zur
Apotheke gehen und sie für 18 Euro kaufen (die
Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht).
Außer in Deutschland, Polen und Italien
kann man die Pille danach überall in Europa frei
bekommen. Dass die Freigabe zu Leichtsinn und
Missbrauch führt, hat sich in 14 Jahren nicht be-
stätigt. In Großbritannien besorgen sich zwar
viel mehr Frauen die Pille danach als früher –
aber sie nehmen sie nicht öfter als zu Zeiten der
Verschreibungspflicht. In Schweden ist die Zahl
der Abtreibungen laut der Beratungsorganisa-
tion Pro Familia gesunken, besonders bei jungen
Frauen. Und in der Schweiz und in Frankreich
benutzt man Antibabypille und Kondom so häu-
fig wie zuvor. Auch wenn man die Pille danach
frei kaufen kann, bleibt sie eine Notfalllösung.
Es ist eine Errungenschaft, dass Frauen die
Folgen ihrer Sexualität heute besser kontrollie-
ren können denn je. Jetzt wäre die Gelegenheit,
den nächsten Schritt zu gehen, auch wenn er
nicht allen gefällt: Eine Freigabe könnte dazu
führen, dass sich Frauen die Pille danach auf
Vorrat kaufen. Es könnte sein, dass sie die Ne-
benwirkungen unterschätzen oder seltener zum
Frauenarzt gehen. Doch diese Nachteile sind
weit weniger schlimm, als es eine Abtreibung
oder eine ungewollte Schwangerschaft wäre.
Jeden Fall, den man verhindern kann, sollte man
auch verhindern.
Keine Smarties
Ja, die Pille danach hat Nebenwirkungen. Aber Abtreibungen oder
ungewollte Schwangerschaften sind weit schlimmer VON KHUÊ PHAM
SEXUELLE SELBSTBESTIMMUNG
www.zeit.de/audio
DIE ZEITW O C H E N Z E I T U N G F Ü R P O L I T I K W I R T S C H A F T W I S S E N U N D K U L T U R 13. FEBRUAR 2014 No
8
Tierschützer
Gegen den Kopenhagener Zoo-
direktor, der wegen Platzmangels
und Inzuchtgefahr eine junge Gi-
raffe töten ließ, tobt ein Shitstorm.
Das Tier wurde vor den Augen der
Besucher zerlegt und an die Löwen
verfüttert. Seinen Kritikern sagt
der Direktor, es sei die Aufgabe
eines Zoos, den Menschen zu zei-
gen, wie es in der Natur zugehe.
Von den Morddrohungen, die er
nun erhält, kann er lernen, wie es
unter Menschen zugeht. GRN.
PROMINENT IGNORIERT
Der Kardinal und
das Kapital
Die zweifelhaften
Geschäfte des
Erzbistums Köln
Dossier, Seite 17
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2.1 Sektions-Titelseiten Lokalzeitung.
2.2 Sektions-Titelseiten Regionalzeitung.
2.3 Sektions-Titelseiten überregionale Zeitung.
2.4 Sektions-Titelseiten Wochenzeitung.
Awards of Excellence: Kategorie 2, Sektions-Titelseiten 12
Wochenend-JournalSamstag, 9. November 2013
Pro und Contra: Soll Ed ward Sno wden Asyl in Deutschland bekommen? Seite V5
......
AUSGABE NR. 259 69./162. JAHRGANG
H
Fotos:MatthiasZimmermann
IInhalt
UnterhaltungUnterhaltung V4 GeldmarktGeldmarkt V16
CapitoCapito V6 GeschäftsverbindungenGeschäftsverbindungen V16
Fernsehen aktuellFernsehen aktuell V32 TiermarktTiermarkt V16
Job-BörseJob-Börse V7–V14 Kfz-BörseKfz-Börse V17–V22
VerkäufeVerkäufe V14–V15 Immo-BörseImmo-Börse V23–V27
KaufgesucheKaufgesuche V14–V15 MietmarktMietmarkt V28–V29
KunsthandelKunsthandel V15 BekanntschafteBekanntschaften V30–V31
Barfuß im Schnee
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Vom Schneetreten und Taulaufen.
Capito
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Immo-Börse auf den
Seiten V23–V27
Nächste Woche im Journal
Fallgrube Kindererziehung:
Wie macht man es nur richtig?
Von Helikoptereltern und
anderen Katastrophen
Im Vernichtungslager Auschwitz ermordeten die Nazis 1,5 Millionen Menschen. Ein Schuh, ein Brillengestell – mehr ist
dort, wenn überhaupt, von vielen ausgelöschten Leben nicht zurückgeblieben. Erkundungen an einem Ort des Grauens
Zaterdag 10 mei & Zondag 11 mei 2014
08 Lunchen met schrijver Herman Koch
10 Afscheid van de hipster
12 Ultrarunners rennen de woestijn door
18 Red een kuiken, eet een haan
24 Media en service
Seks
en de
afwas
FOTODAVIDVANDAM
‘Ik was als jongen niet knap, wel aantrekkelijk’
– Herman Koch, L9
NZZamSonntag 20. Oktober 2013
Homöopathie
Wederhilfreichnoch
humanitär63
GegenGürtelrose
InEnglandwerden
Seniorengeimpft65
DigitalesKochen
EinKochtopfmit
Bluetooth66
Clown-Therapie
HumoralsMittel
gegenDemenz67
WasZeitist,kanndie
Physiknichtwissen.
Abersiekannsie
messen–sogenau,dass
diebestenUhrenbald
eineNeudefinitionder
Sekundenötigmachen
A
lbert Einstein
sagte einmal,
dass Zeit sei, was
man auf der Uhr
ablese. Doch so
einfach ist es nur
scheinbar: Was
nämlich das Wesen der Zeit ist, kann
die Physik bis heute nicht beschreiben.
Nur messen lässt sie sich, und zwar weitaus
präziser als jede andere physikalische
Einheit: Bis auf sechzehn Stellen hinter
dem Komma genau schaffen es die derzeit
besten Cäsiumatomuhren. Das Ticken von
Cäsiumuhren liegt auch dem internationa-
len Zeitstandard zugrunde.
Noch etwa hundertmal genauer soll die
nächste Generation von Atomuhren laufen:
Diese optischen Atomuhren ticken nicht
mehr im Radiofrequenzbereich, sondern
bei den wesentlich höheren Frequenzen
des Lichts. Deshalb können sie die Zeit
feiner und somit auch präziser einteilen.
«Würde eine solche Uhr seit Beginn unseres
Universums stabil laufen, dann würde sie
heute nur um eine Sekunde falsch gehen»,
sagt Ekkehard Peik von der Physikalisch-
Technischen Bundesanstalt (PTB) in
Braunschweig. Der Physiker leitet dort den
Fachbereich «Zeit und Frequenz». Die
Forscher verbinden die Pflicht, als staat-
liche Behörde für möglichst genaue Masse zu
sorgen, mit der Suche nach neuen metrologi-
schen Techniken. Diese Forschung führt von
jeher an die Grenzen der Erkenntnis. Der
legendäre britische Uhrenbauer John Harri-
son (1693–1776) löste mit hochgenauen
Schiffsuhren das Problem der Längengrad-
messung. Bis heute gilt: Je genauer eine Uhr
ist, desto präziser kann man damit geografi-
sche Positionen bestimmen. Navigation ist
nach wie vor ein wichtiges Anwendungs-
gebiet ultrapräziser Zeitmessung. Moderne
GPS-Satelliten sind fliegende Atomuhren, die
Zeitsignale senden. Aus deren Laufzeitunter-
schieden errechnet jedes Navi seine Position.
In den Braunschweiger Laboren
«ticken» bereits mehrere optische
Uhren. Noch allerdings sind es
Experimente, noch läuft weltweit
keine optische Uhr länger als einige
Stunden oder Tage am Stück. Erst
wenn sie über Jahre hinweg ein
stabiles Signal geben können, sind sie fit
für einen neuen Zeitstandard.
Wie zu Harrisons Zeiten besitzen auch
Atomuhren «Pendel» und «Uhrwerk».
Generell gibt ein Pendel den Zeittakt vor,
bei Atomuhren schwingt es in den Elektro-
nenhüllen einzelner Atome. Die Elektronen
dürfen sich darin nur in Quanten-
zuständen aufhalten, die die
Natur erlaubt. Diese kann
man mit den genau
definierten Sprossen
einer Energieleiter
vergleichen.
Beim Sprung auf
die tiefere Sprosse
senden Elektronen die
überschüssige Energie als
ein Quant elektromagne-
tischer Strahlung aus,
umgekehrt nehmen sie beim
Satz hinauf ein solches Quant
FortsetzungSeite62
Die ersten Uhren
mit Sekundenzeiger
stammen aus dem
16. Jh. Eine stammt
vom Schweizer Jost
Bürgi. Er schuf sie
1579 für Wilhelm IV.
von Hessen-Kassel.
GETTYIMAGES
Ein
Park, so
grün und
schön, wie ge-
schaffen für eine bruta-
le Auseinandersetzung. Michael Berger,
29, fährt von der Arbeit nach Hause, erst
mit der Bahn von Wolfsburg nach Braun-
schweig, dann mit dem Rad weiter. 17 Uhr,
Donnerstag, Spätsommer. Auf dem Weg in
den Bürgerpark muss der Mann niesen,
Schnupfen, er hält sich nicht die Hand vor
dem Mund, gibt er später zu. An mehr
kann er sich nicht erinnern.
In diesem Moment kommt ihm ein Auto
entgegen, der Fahrer sagt später aus, der
Radler habe auf die Scheibe gespuckt und
ihn mit den Augen fixiert.
Der Autofahrer legt den Rückwärtsgang
ein und verfolgt den Radfahrer, dreht
dann. Berger bemerkt dies erst nach ein
paar Hundert Metern, er biegt in den Weg,
wo nur Fußgänger und Radler erlaubt
sind. Nun hört er den hochgedrehten Mo-
tor. Er fühlt sich verfolgt, bekommt Angst,
fährt schneller.
„Ja, und dann gab es einen kräftigen
Ruck nach hinten.“ Berger sitzt im Bür-
gerpark auf einer Bank und erzählt.
Das Auto drängt den Radler nach links
ab, schubst ihn von hinten, Frauen auf ei-
nem Kinderspielplatz sehen die Szene. Ber-
ger stürzt, fällt vom Rad ins Gras, das Rad
wird noch gut zehn Meter an der Stoßstan-
ge mitgeschleift. Der Wagen hält, der Fah-
rer steigt aus und greift sich Berger. Der
Radler ist schockiert und verwirrt, er weiß
nicht, wie ihm geschieht. Der Fahrer
schreit. Von irgendwoher kommt ein Ta-
schentuch. Berger wischt damit die Wind-
schutzscheibe sauber. Er entschuldigt sich.
Dann wird er losgelassen, das Auto wendet,
fährt davon.
Tagtäglich geraten im Straßenverkehr
Fahrradfahrer und Autofahrer aneinan-
der. Die Nerven liegen in fast allen Fäl-
len schnell blank. Es gibt Unfälle und re-
gelrechte Kämpfe in allen Bereichen, mit
Anwürfen, Schreiereien, Beleidigungen.
Die Vorwürfe gehen in Richtung des je-
weils anderen, Vorfahrt genommen, rote
Ampel überfahren, Abbiegen ohne Blin-
ken oder Handzeichen, die Straßenver-
kehrsordnung nicht beachtet.
Immer ist der andere rücksichtlos, ein
Rowdy, Rüpel, Flegel, Trottel. Die Straße
ist Kampfstätte.
Unbestreitbar sind Radfahrer
im Verkehr gefährdeter als
Autofahrer. Alle zwei
Stunden verun-
glückt in
Berlin
ein
Rad-
ler, sagt
die Statistik.
Bei jedem 14. Rad-
unfall ist eine plötzlich
geöffnete Autotür im Spiel.
Die Autofahrer empfinden Rad-
fahrer als die größten Sünder im Ver-
kehr, 32 Prozent der Deutschen – Spit-
zenwert – sagen das laut einer aktuellen
Studie. 29 Prozent der Radfahrer sehen
das genauso. Im Einzelnen beklagt wer-
den das Nebeneinander-Herradeln auf
der Straße, überhaupt die Nutzung der
Straße, allgemeines rücksichtsloses Fah-
ren.
Auch der ADAC hat seine Mitglieder
befragt. Als höchstes Sündenvergehen
gilt zu dichtes Auffahren unter Autofah-
rern, an vierter Stelle nennen zwei Drit-
tel der Befragten „Radfahrer, die sich
nicht an die Verkehrsregeln halten“. Auf
den ersten Blick paradox ist, dass sehr
viele Radfahrer auch Autofahrer sind
und umgekehrt. Ideologische Gründe
spielen bei den Aggressionen deshalb gar
keine so große Rolle. Geschimpft wird
immer, heute so, morgen so.
„Im Auto ärgert man sich häufiger,
weil man da allein ist“, sagt Andreas
Hölzel vom ADAC. Da fehlt so ein biss-
chen der Nachbar, die soziale Kontrolle,
die einen einbremst. Auf dem Fahrrad ist
es ähnlich.“ Sein Kollege René Filippek
vom Fahrradclub ADFC sagt: „Ich als
Verkehrsteilnehmer nehme immer die
Position ein, die ich gerade habe. Wenn
ich auf dem Rad sitze, ärgere ich mich
über alle anderen.“ Ungerechtigkeitsge-
fälle und Benachteiligungsempfinden
sind also hausgemacht. Es geht um Mo-
bilität, der eine hindert den anderen am
schnellen Vorwärtskommen. Die unter-
schiedlichen Geschwindigkeiten sind
nicht kompatibel.
Unter- und Überlegenheitsgefühle
greifen munter ineinander, oft in einem
Kopf. Beide Parteien sind von Verlust-
ängsten geprägt. Gerade in Städten, wo
der Radverkehr stark zunimmt, fühlen
sich Autofahrer verdrängt und benachtei-
ligt. Erst gab es keine Parkplätze mehr,
jetzt gibt es auch weniger Straßenraum.
Und überall die Typen, die Ampeln miss-
achten. Schon heißt es: „Du Trottel!“
Beim Fahrrad wirkt die reale Gefahr,
den Kürzeren zu ziehen, als zusätzlich
stresssteigernd. Wer auf der Busspur da-
rauf achten muss, dass der Bus einen
sieht oder die Autofahrer beim Abbiegen
bitte schön in den Spiegel schauen, der
geht HB-Männchen-gleich in die Luft.
Und: Radler haben kein Kennzeichen.
Aus der Anonymität heraus
schreit es sich leicht „Du
Idiot!“
Also: Es ist
falsch. Aber
mensch-
lich.
Michael
Berger hat
nach dem Unfall
Prellungen, Schürfwun-
den, leichte Verletzungen der
Halswirbelsäule, er trägt Helm.
Sonst geht es ihm gut. Der Notarzt
sagt, er habe wahnsinniges Glück gehabt.
Das Rad ist kaputt.
Die Polizei findet das Auto aufgrund des
Kennzeichens schnell in der Braunschwei-
ger Innenstadt, der 21 Jahre alte Autofah-
rer weiß bei seiner Festnahme zunächst
nicht, weshalb die Beamten ihn sprechen
wollen. Es gibt Anzeigen und später eine
Anklage wegen gefährlichen Eingriffs in
den Straßenverkehr, gefährlicher Körper-
verletzung, Nötigung, Sachbeschädigung.
Mitte Mai 2014 wird am Amtsgericht
Braunschweig verhandelt. Michael Berger
sagt: „Ich fühlte mich extremst bedroht.“
Der Angeklagte, der früher bereits wegen
Körperverletzung verurteilt worden war,
räumt ein, zu Wutausbrüchen zu neigen.
Das Schöffengericht verurteilt ihn zu 15
Monaten Haft auf Bewährung, der einge-
haltene Führerschein bleibt weitere zehn
Monate gesperrt.
Der Täter muss Sozialstunden leisten
und einen Anti-Aggressionskurs machen.
Als der Fall in der lokalen Zeitung steht,
kommentieren Leser: „Und wo bleibt das
Urteil für den Fahrrad-Rowdy? Der müss-
te das Selbe (sic) bekommen. Die Schuld
ist 50/50 verteilt.“ Ein anderer schreibt:
Das ist ein ideologisches Autohasser-Ur-
teil. Wenn ich rauskriege, wer der Fahrer
war, überweise ich ihm 3000 EUR als
Kompensation.“
Missverständnisse und Unkenntnis, da-
rum geht es. Die meisten Autofahrer
glauben, Radfahrer müssten auf Radwe-
gen oder auf dem Bürgersteig fahren.
Dem ist nicht so. Nur wenige gekenn-
zeichnete Radwege sind benutzungs-
pflichtig. Der ADFC empfiehlt Radlern
aus Sicherheitsgründen sogar, auf der
Straße bis zu einem Meter Abstand zum
Fahrbahnrand und zu den Parkreihen zu
halten. Dies birgt weiteres Frustpoten-
zial für Autofahrer.
Umgekehrt fühlen sich Radfahrer oft
wie Fußgänger auf zwei Rädern, es fehlt
das Bewusstsein, dass sie ein Fahrzeug
führen. Im Pulk kann das zu Häme und
Arroganz führen.
Der neueste Reizfaktor ist eine Veran-
staltung namens „Critical Mass“. In
deutschen Städten treffen sich jeweils
am letzten Freitag des Monats Radfah-
rer, um durch die Innenstädte zu fah-
ren. Sie wissen vom Paragrafen 27
der Straßenverkehrsordnung.
Demnach sind 15 Radfah-
rer mit derselben
Strecke ein Ver-
band, sie
dür-
fen
ne-
beneinan-
der fahren, eine
ganze Spur der Stra-
ße einnehmen. Wenn die
Verbandspitze bei Grün über
die Ampel fährt, kann der Rest fol-
gen.
In manchen Städten waren es hundert
Radler, in anderen tausend, die fröhlich
und selbstbewusst umherradelten. In
Hamburg trafen sich Ende Mai 5000, in
Berlin vergangene Woche 3500 Men-
schen. Autos in Seitenstraßen und an
Kreuzungen hatten das Nachsehen. Den
nicht immer geduldig wartenden Auto-
fahrern wurde „Jetzt erst recht!“ zugeru-
fen. In Rostock notierte die Polizei: „Sie
fuhren bewusst langsam und ließen kei-
ne Pkw vorbeifahren. Am Schlussfahrrad
war ein Schild angebracht mit der Auf-
schrift: ,Hier ruht der motorisierte Ver-
kehr‘. Die meisten der Fahrräder waren
nicht verkehrssicher nach der StVO.“
Normaler wird der Straßenkampf durch
„Critical Mass“ jedenfalls nicht.
Lösungen? Der ADFC setzt auf den
Gewöhnungseffekt: Wo ohnehin viele
Radfahrer unterwegs sind, verringern
sich auf Dauer auch die Konflikte,
Aggression nimmt ab. Mehr Radverkehr
hat auch Disziplinierungseffekte für die
Radfahrer, etwa wenn sie sich einreihen
müssen. ADAC-Mann Hölzel sagt: „Wir
empfehlen, die Gelassenheit zu üben.
Das ist das Einzige, das hilft.“ Es klingt
wie ein Stoßgebet: Herr, lass Hirn vom
Himmel regnen.
Michael Berger ist Bezirksrat in Braun-
schweig, ein dicht besiedeltes Gebiet mit
viel Radverkehr. Die Abgeordneten disku-
tieren über Verkehrsregelungen, denn die
Verkehrsströme verändern sich auch hier.
Das Problem sei, dass es im Straßenver-
kehr zwei Gruppen gebe: „eine Gruppe, die
versteht: Straßenverkehr ist ein Miteinan-
der, wir müssen aufeinander achten. Und
die andere Gruppe, die sagt, ich fahre jetzt
und der andere soll sehen, wie er zurecht
kommt.“
Berger ärgert sich über Radfahrer, die oh-
ne Licht und schnell noch über die rote
Ampel fahren. Das Risikobewusstsein gehe
bei Radfahrern schnell verloren, sagt er.
Im Bezirksrat setzt er sich dafür ein, dass
es mehr Radwege auf der Straße gibt.
„Nur wenn das über mittlere Strecken zü-
gig funktioniert, kann das Rad eine echte
Alternative im städtischen Bereich zum
Auto sein.“
Angst hat Berger nach der Attacke im
Bürgerpark nicht, nur ab und zu ein
mulmiges Gefühl beim Radfah-
ren. Aber zur Arbeit und
von dort nach Hause
fährt er mittler-
weile mit dem
Auto.
WAMS_Dir/WAMS/WSBE-VP2
06.07.14/1/Aut1 CCI 5% 25% 50% 75% 95%
Abgezeichnet von:
Artdirector
Abgezeichnet von:
Textchef
Abgezeichnet von:
Chefredaktion
Abgezeichnet von:
Chef vom Dienst
66
06.07.14 6. JULI 2014 WSBE-VP2
BELICHTERFREIGABE: -- ZEIT:::
BELICHTER: FARBE:
WELT AM S ONNTAG 6. JULI 2014
MOTOR
Beschuldigungen,
Beleidigungen,
Handgreiflichkeiten:
Täglich eskalieren Streitigkeiten
zwischen Autofahrern und
Radfahrern. Jetzt gibt es
einen neuen Reizfaktor
VON HOLGER KREITLING
Blutiger
Straßenkampf
E
BTSOMMEREine Beilage des «Bieler Tagblatt», 11. Juni 2014, www.bielertagblatt.ch
Schlafen Sie gut – unter dem Zeltdach 3
Tierpensionen: Zuhause auf Zeit für Vierbeiner 5
Über den Wolken von Kappelen 7
Tipps für sommerliche Ausflüge im Seeland 8 & 9
Alles im Blick: die richtige Wahl des Feldstechers 11
BTHERBSTEine Beilage des «Bieler Tagblatt», 9. September 2014, www.bielertagblatt.ch
Herbstmode Hüte sind wieder in Seite 3
Bildung Lernen macht Spass Seite 5
Laufen mit Hund Sport auf zwei und vier Beinen Seite 9
ApfelernteKönig der Früchte Der Apfel ist wohl die beliebteste Frucht überhaupt.
Nun steht seine Ernte vor der Tür. Seiten 6 und 7
29 de Junho de 2014
AESTREIADESOFIA
SOFIAARRUDAÉUMADASACTRIZESDOELENCO
DAPEÇAROLETAQUEESTARÁEMCENA
NAMADEIRADE3A5DEJULHO
samstag, 6. september 2014 badische zeitung
magazin
Wilhelm Genazinos Helden leiden
immer unter der Welt als solcher.
So auch im neuen Roman „Bei
Regen im Saal“. Seite IV
Die Welt als Zumutung
In TV-Krimis wird meistens falsch
verhört. Einfühlung und Respekt
bringen Täter eher zum „Singen“,
wie Studien ergaben. Seite VII
Respekt, Herr DetektivDer Rocker in Trance
Der gelernte Hardrocker Robert
Plant (Led Zeppelin) versucht sich
an einem Mix aus weißer und
afrikanischer Musik. Seite III
Einfrieren, auftauen, weiterleben: Den Gundelfinger Marcus Beyer lässt der Tod kalt, denn er ist Kryoniker / Von Matthias Eisele
Marcus Beyer wird nicht sterben. Al-
lenfalls vorübergehend. Zumindest
ist das sein Plan. Ob er funktioniert,
weiß er noch nicht. Aber er lässt es
auf den Versuch ankommen.
Marcus Beyer ist nicht verrückt. Er ist Kryoniker.
Kryoniker sind Menschen, die sich nach ihrem Tod
einfrieren lassen. Bei minus 196 Grad Celsius wollen
sie fortbestehen – konserviert in flüssigem Stickstoff.
Sie setzen darauf, dass es der medizinische Fortschritt
in 200 oder 300 Jahren erlaubt, die vereisten Körper
zurück ins Leben zu holen. Die Krankheiten, die zum
ToddesMenschenführten,sollennachträglichgeheilt
werden. So stellen sie sich das vor.
Gundelfingen im August, draußen regnet es. Aus
Beyers Tasse dampft heißer Kaffee. Vor ihm auf dem
Tisch liegt der Tablet-Computer des 41-jährigen Fami-
lienvaters. Das Gerät hat eine giftgrüne Schutzhülle.
Sie ist so grün wie das Logo der Deutschen Gesell-
schaft für Angewandte Biostase, das auf dem kleinen
Bildschirm aufleuchtet. Das Logo der deutschen Kryo-
niker zeigt eine Start- und Pause-Taste, darüber steht
das Wort „Leben“. 1:0 für die deutschen Kryoniker.
Ein Witz.
Auch Marcus Beyer – eines von 65 Mitgliedern der
Kryoniker-Gesellschaft und fünf Jahre lang deren Vor-
sitzender – lacht viel, wenn er spricht. Aber er meint
esernst.Todernst.WennBeyereinesTagesstirbt,lässt
ersicheinfrieren.Gründedafürhaterviele.Seinwohl
wichtigster: „Ich lebe gerne“.
Weltweit gibt es heute mehr als 250 Menschen, die
im Zustand der Kryostase tiefgefroren in Stickstoff-
tanks lagern. Die meisten dieser Eisleichen, die spacig
auch Kryonauten genannt werden, gibt es in den USA.
Davon etwa 120 in einem Vorort von Detroit im soge-
nannten „Cryonics Institute“. Weitere 120 lagern in
Scottsdale, Arizona, wo die „Alcor Life Extension
Foundation“ ihren Sitz hat. Die beiden Non-Profit-Or-
ganisationen existieren seit Anfang der siebziger Jah-
re. Für eine davon wird sich Marcus Beyer entschei-
den.SeitkurzemgibtesauchinRusslandeinenAnbie-
ter. 20 Menschen sollen dort lagern. „Naja, da schau-
en wir mal“, findet Beyer, „es soll ja auch ein paar hun-
dert Jahre halten.“ Lieber setzt er auf die Amerikaner.
Die haben mehr Erfahrung mit gefrorenen Toten.
BeyergehthinüberzumKühlschrank.ErholtMilch
für die nächste Tasse Kaffee. Sorgfältig wischt er die
weißen Spritzer weg, die beim Aufschäumen auf die
Ablagefläche der Einbauküche tropfen. Mit seiner
Frau Seda und den zwei Töchtern Jana (10) und Mila
(5)wohntBeyerschoneinigeJahrein derWohnungin
Gundelfingen.DergebürtigeHernerstudierteinDort-
mund Informatik mit dem Nebenfach Theoretische
Medizin. 1999 kam er nach Freiburg, wo er am Insti-
tut für Medizinische Biometrie und Medizinische In-
formatikseinenZivildienstabsolvierte.Indemhistori-
schen Sandsteingebäude in der Stephan-Meier-Straße
arbeitete er auch eine Zeit lang als Wissenschaftler. Er
wollte eine Doktorarbeit über elektronische Patien-
tenakten schreiben. Doch von der deutschen For-
schungsgemeinschaft gab es für dieses heute aktuelle
Thema damals noch keine Finanzierung. Beyer war
seiner Zeit voraus. Er gab entnervt auf. Heute arbeitet
er in Freiburg als Softwareentwickler für eine Firma
aus der Medizinbranche.
An dem Tag, an dem Beyer stirbt, muss alles sehr
schnell gehen. Das Einfrieren ist ein komplexer Vor-
gang. Der Eingriff gleicht einer Operation, die will
sorgfältig vorbereitet sein. Einfach tot in der Fußgän-
gerzone umzufallen wäre schlecht. Es gibt Fälle von
Menschen, bei denen erst Stunden nach dem Tod mit
dem Einfrieren begonnen wurde.
Am besten ist es, wenn man zum Sterben in ein
Hospiz ziehen kann, das in der Nähe der amerikani-
schen Kryonik-Institute liegt. Wer diese Option nicht
hat, dem bleiben noch zwei Möglichkeiten: Entweder
man sammelt ein Expertenteam um sich und bereitet
dieses jahrelang akribisch auf den eisigen Eingriff vor.
Oder man engagiert ein Standby-Team der amerika-
nischen Anbieter.
PHOTOCOURTESYOFALCORLIFEEXTENSIONFOUNDATION
Tot auf
Zeit
Fortsetzung nächste Seite
KULTUR B
LÖRDAG 5 OKTOBER 2013
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■ Teater Spännande barnteaterhöst 4
■ Teater Bananmannen blir serie 6LÖRDAG
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… år fyller Uppsala inter-
nationella gitarrfestival i år.
Vi tar dig med på en resa
tillbaka i tiden och påminner
om allt som skett under årens
lopp. Dessutom delar UNT:s
Björn G Stenberg med sig av sitt
dråpligaste festivalminne. 2–3
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Hoe meer tijd mannen én vrouwen in het huishouden steken, hoe meer seks, aldus een Amerikaans onderzoek. Ofwel: If you want to have sex, ask busy people.
ZATERDAG 10 MEI & ZONDAG 11 MEI 2014 L7NRCWEEKEND
In een gelijkwaardige relatie is minder seks. Zeggen ze.
Ellen de Bruin stelt de moderne vrouw gerust.
Het erotisch
misverstand
Moederdag. Een vrouw wordt wakker. Ze ligt,
tot haar verrassing, alleen in bed. Uit de keu-
ken komen gezellige geluiden. Haar man
maakt ontbijt, al dan niet met hulp van de
kinderen. En onwillekeurig dwalen haar ge-
dachten af naar twee artikelen die ze de laat-
ste maanden in kranten heeft gelezen. Die
waarschuwden voor mannen die huishoude-
lijk werk doen.
Het eerste was begin februari, in The New
York Times. „Does a more equal marriage
mean less sex?”, luidde de kop: betekent een
gelijker huwelijk minder seks? En in het arti-
kel werd die vraag geleidelijk bevestigend
beantwoord: ja, een gelijkwaardig huwelijk
betekent minder seks. De vaste vriend van
de vrouwelijke auteur (Lori Gottlieb) had het
zelf gezegd, toen ze terugreden van een
etentje bij vrienden met een gelijkwaardige
relatie. Er was ook onderzoek naar gedaan,
gepubliceerd in American Sociological Re-
view. En Gottlieb (auteur van Marry Me,
2010, een handleiding voor het vinden van
een partner) had het gemerkt in de relatie-
therapie die ze gaf: vrouwen vinden het niet
sexy als hun man stofzuigt of de vaatwasser
inruimt. Vrouwen hebben ook seksuele fan-
tasieën waarin ze niet gelijkwaardig zijn aan
hun partner, maar juist onderdanig. Veel
vrouwen hebben genoten van de soft-sm-tri-
logie Fifty Shades of Grey over een onderda-
nige vrouw en een sadistische man. En hun
man wil die fantasie niet vervullen, had een
vrouw van begin 40 tegen Gottlieb geklaagd.
Naakt stofzuigen
Nu kun je zo’n artikel als moderne vrouw die
haar man graag (al dan niet naakt) ziet stof-
zuigen nog wel terzijde schuiven. Wat staat
er nou helemaal in? Veel Amerikanen die
wat geroepen hebben. En één onderzoek
waaruit gebleken zou zijn dat stellen bij wie
de man meer in het huishouden doet minder
seks hebben. In de Verenigde Staten.
Maar toen kwam vorige maand Volkskrant
Magazine. Op de cover: een slap hangende
plumeau. „Goed huwelijk, geen seks”, luid-
de de kop van het artikel. Daaronder: „Hoe
gelijkwaardiger de relatie, des te slechter de
seks. Zo blijkt onomstotelijk uit onderzoek.”
Ineens was het onomstotelijk geworden.
In zijn „essay” babbelt Jan Heemskerk de
argumenten uit The New York Times opge-
wekt na en voegt er zijn eigen ervaringen als
huisman aan toe. En die van vrouwen in zijn
omgeving wier man geen seks meer wil. „In
mijn tijd was dat ondenkbaar, een man die
geen seks wil”, schrijft oud-Playboy-hoofdre-
dacteur Heemskerk (1962) geschokt. En het
is „geen goed nieuws”, vindt hij, dat vrou-
wen steeds vaker carrière willen maken en
dat mannen willen zorgen en thuiswerken.
Die mannen moeten een grens trekken,
vindt Heemskerk: „Dan maar geen perfecte
echtgenoot, maar wel een geloofwaardige
minnaar en de baas in huis.” (Een „geloof-
waardige minnaar”, het staat er echt! Je zult
er maar een treffen.)
Op basis waarvan schreef Heemskerk dit?
Op basis van één onderzoek naar het ver-
band tussen de verdeling van huishoudelijk
werk en seks in heterohuwelijken. Eén on-
derzoek en veel gekwaak. Want een beetje
om je heen vragen, waarschijnlijk naar infor-
matie die je gedachtengang bevestigt, is geen
onderzoek. En dat veel vrouwen onderdani-
ge seksuele fantasieën hebben – nou én? Hun
man ligt intussen misschien wel onderop
over Scarlett Johansson te dromen en we we-
ten allemaal: dat gaat ook niet gebeuren.
Banaan in je oor
Dus laten we dat onderzoek er maar eens bij
pakken, uit American Sociological Review (fe-
bruari 2013), getiteld Egalitarianism, House-
work, and Sexual Frequency in Marriage. De
onderzoekers schrijven daarin dat ze ge-
bruik maakten van oude gegevens, uit inter-
views uit 1992 en 1994, omdat dat de enige
beschikbare dataset was met gegevens over
zowel verdeling van huishoudelijk werk als
seksuele frequentie. Ze verdeelden huishou-
delijk werk in een ‘mannelijke’ variant (reke-
ningen betalen, auto-onderhoud, autorij-
den) en een ‘vrouwelijke’ variant (koken, af-
wassen, schoonmaken, boodschappen
doen, wassen, strijken). De resultaten: stel-
len waarvan de man meer ‘vrouwendingen’
deed, hadden minder vaak seks; stellen van
wie de man meer ‘mannendingen’ deed had-
den vaker seks. Gemiddeld deden de stellen
het iets meer dan vijf keer per maand, maar
als een vrouw nóóit een ‘vrouwending’ in
het huishouden deed, lag dat dichter bij vier
en als een vrouw álle ‘vrouwendingen’ deed
lag het dichter bij zes keer per maand.
Volgens de onderzoekers mogen we con-
cluderen dat mannen en vrouwen opgewon-
den raken van een partner die doet wat er
traditioneel gezien bij zijn of haar sekse
hoort. Dat mogen we niet, want er is slechts
een correlatie gemeten: we weten dat twee
dingen tegelijk gebeuren, maar we hebben
geen idee van oorzaak en gevolg. In Sesam-
straattaal: als Ernie een banaan in zijn oor
heeft om de krokodillen weg te jagen, en er
zijn inderdaad geen krokodillen, hoeft dat
niet door die banaan te komen. Misschien,
bijvoorbeeld, halen zieke en invalide vrou-
wen in de groep ‘vrouwen die nooit een
vrouwending doen’ het verder torenhoge
seksgemiddelde wel gruwelijk omlaag.
Maar stél dat we de onderzoekers even
hun zin geven, stel dat we zeggen dat volgens
hun studie mannen opgewonden raken van
een vrouw die boent en afwast, en vrouwen
van een man die de auto repareert, dan is dit
het moment om te roepen, in koor:
„Ja, zo was het misschien TWIN-TIG JAAR
GE-LE-DEN! IN A-ME-RI-KA!”
En daarna komen we rustig tot onszelf, en
vragen ons kalmpjes af: is er eigenlijk nog
meer onderzoek gedaan? Want dit is – had ik
dat al gezegd? – maar één onderzoek.
Drukke mensen, meer seks
En verder is er heel, heel weinig onderzoek.
In nog een Amerikaanse studie (Journal of
Family Issues, 2010), gebaseerd op gegevens
uit 1987-1988, werd geen onderscheid ge-
maakt tussen huishoudelijk werk dat meest-
al door mannen en dat meestal door vrou-
wen wordt gedaan. De conclusie hier: hoe
meer tijd vrouwen aan huishoudelijk werk
besteedden, hoe meer seks. Maar ook: hoe
meer tijd mannen eraan besteedden, hoe
meer seks. „Work hard, play hard”, schreven
de onderzoekers. Je zou ook kunnen zeggen:
„If you want to have sex, ask busy people.”
(Zonder garantie natuurlijk, want ook dit
hoeft weer geen causaal verband te zijn.)
En uit een internationaal vergelijkend on-
derzoek (Archives of Sexual Behavior, 2006),
kun je nog concluderen dat mensen in lan-
den met meer gelijkheid tussen de seksen te-
vredener zijn over hun seksleven. (Mensen
die meer seks hebben, zijn sowieso blijere
mensen, weten we trouwens ook.)
Nieuwer, beter of überhaupt Nederlands
onderzoek naar de relatie tussen seks fre-
quentie en verdeling van huishoudelijk werk
is er gewoon niet. Wel naar de verdeling van
huishoudelijk werk op zich: dat zit in de
Emancipatiemonitor van het Sociaal en Cul-
tureel Planbureau (SCP). Maar in het Tijdsbe-
levingsonderzoek van het SCP „is alleen ge-
keken naar hoe lang we slapen en niet wat
we verder nog in bed doen”, lacht men daar.
En bij Rutgers WPF (voorheen Rutgersstich-
ting) onderzoekt men alleen de seks, niet het
huishouden. Het verband? Geen gegevens.
Wel minder seks
Wel is bekend dat we de laatste twintig jaar
steeds minder seks hebben – hopelijk heeft u
het nog niet gemerkt. „Een aantal keren per
week”, zei in 1991 nog 58 procent van de ne-
gentien- tot vijftigjarigen met een relatie. In
2006 was dat nog maar 37 procent (en „een
paar keer per dag” zat er niet bij). Ook zijn
we sinds de jaren 70 steeds minder tijd aan
het huishouden gaan besteden. Misschien
zijn we luier geworden, zijn de tv-series véél
leuker geworden, of spelen we met onze te-
lefoontjes in plaats van de boel thuis vochtig
af te nemen. Niemand die het weet.
Dus: zou het helpen om vrouwen vaker de
keuken in te slepen en mannen juist eruit te
sturen? Hebben we dan meer seks? Ik voel er
niks voor om het te proberen. Straks werkt
het averechts. Maar u mag zelf kiezen. Fijne
moederdag.
Zouden
we echt
meer
seks
hebben
als
vrouwen
weer
vaker in
de
keuken
staan?
lauraoks
ARVAMUS
kultuur
1.MÄRTS2014NR293
IXESSEED
ANSIPISTPIKIMA PEAMINISTRIAJA
TÕUSUD JA MÕÕNAD,
KAOTUSED JA VÕIDUD
MAARJA KANGRO
KADUV KESKKLASS
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VÕRGUÜHISKOND JA POLIITIKA
MIHHAIL KOLOSSOK
KIRE KASUTUSJUHEND
ERIK MÄNNIK
VALIMISED, AFGANISTANI PROOVIKIVI
EGLE PULLERITS
LEGENDAARSE KEELENAISE SÜNNIAASTAPÄEV
REIN VEIDEMANN
MAUGHAMI KARUSSELLI 27. ISTEKORV
TIIT KÄNDLER
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JÜRGEN ROOSTE
ISAMAALINE LAULUKE
JUURIKAS
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ARVAMUS
kultuur
21.JUUNI2014NR309
foto:corbis/scanpix
TIINA TAMBAUM
VLADIMIR SAZONOV PRAEGU, A.D. 2014, PÜÜTAKSE TAASTADA BAGDADI KALIFAATI
VILLU MENGEL ÕPETAJAKS OLEMINE IIDSETE KULTUURIDE MOODI • TIIT KÄNDLER RAUL MEELE MAAILM
URMAS VADI SALLIV VÕI HOOPIS JÕNK • TIIT PRUULI SUURSUGUNE RAAMAT SUURSUGUSEST REISIST
TIIT TUUMALU HINNE UUTELE EESTI FILMIDELE • NÄDALA PLAAT JAREK KASARI «LIIGA PALJU VIIUELID»
AJA AUK PETE DOHERTY RIKUTUD JAHISÕIT • JUURIKAS AVALIK JOOMINE MEELDIB KÕIGILE
Bieler Tagblatt, CH Bieler Tagblatt, CH Romsdals Budstikke, N Diário de Notícias, P
Augsburger Allgemeine, D Badische Zeitung, D Rheinische Post, D Upsala Nya Tidning, S
Het Nieuwsblad, B NRC Handelsblad, NL NRC Handelsblad, NL
el Periódico, ES Postimees, EE Postimees, EE
NZZ am Sonntag, CH Welt am Sonntag, D Welt am Sonntag kompakt, D
Awards of Excellence: Kategorie 3, Nachrichten-Seiten 13
3. Nachrichten-Seiten allgemein.
Wir suchen Beispiele für den herausragenden Umgang mit aktuellen Nachrichten.
Zusätzlich sind folgende Unterkategorien vorgesehen:
3.1. Charlie Hebdo
3.2. Griechenland
3.3. Flüchtlinge
3.3. Erster Weltkrieg
3.4. Zweiter Weltkrieg
3.5. 25 Jahre deutsche Wiedervereingung:
Publikationen in dieser Unterkategorie können bis zum 6. 10. 2015
erschienen sein und nachgereicht werden.
3.6 Naturkatastrophen:
Überschwemmungen, Trockenheit, Erdbeben
3.7 Wahlen
In diese Kategorie kommt alles zum Thema Wahlen. Kommunalwahlen,
Landtagswahlen, Bundestagswahlen, Europawahlen.
HamburgHamburg
Cuxhaven
Glückstadt
Stade
Geesthacht
Lauenburg
Wittenberge
Hitzacker
Stendal
Burg
Tangermünde
Hiddensleben
Dessau
Torgau
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CoswigMeißen
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(Hohenelbe)
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Schleswig-Holstein
Mecklenburg-Vorpommern
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Brandenburg
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Sachsen
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Sachsen-
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Polen
Tschechien
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Ohre (Eger)
Vltava(Mol
dau)
Jizera
(Iser)
Orlice (Adler)
El
be
Elb
e
Nordsee
HA Z-Grafik: Dralle
Oste
Löcknitz
Hohnstorf
Fischbeck
Bad Schandau
Lauenburg: Der Wirt,
der gelassen bleibt
Gegenüber der Fischerei Panz,
in der Lauenburger Unter-
stadt, schaut Henrik Schmidt aus
dem Fenster seines Cafés „Von
Herzen“ auf den Fluss. Der Blick
ist sein Kapital hier in Schleswig-
Holstein. „Wir profitieren das
ganze Jahr von der Elbe. Dann
müssen wir sie auch zwei Wo-
chen im Haus ertragen.“
Schmidt und seine Frau be-
treiben das Café erst seit sechs
Wochen, ihr Stammladen steht in
Brietlingen auf der niedersächsi-
schen Seite. Als das Wasser vor
einem Jahr den Gastraum flute-
te, waren sie noch nicht in Lau-
enburg. Vielleicht bleibt Schmidt
deshalb so gelassen.
Im Haus nebenan haben Stadt
und Arbeiterwohlfahrt das Flut-
hilfebüro eingerichtet, auch ein
Jahr danach ist noch viel zu tun.
Die Frist für Fluthilfeanträge lief
Ende Juni aus, ist aber bis März
2015 verlängert worden. 20 Mil-
lionen Euro haben Bund und
Länder im vorigen Jahr zur Ver-
fügung gestellt, doch die ver-
sprochene unbürokratische Hilfe
muss dann doch ziemlich büro-
kratisch beantragt werden.
Für Lauenburg wartet Christi-
an Asboe aus der Stadtverwal-
tung auf das nächste Hilfspro-
gramm zum präventiven Flut-
schutz. Die meisten Anwohner
seien für diese „große Lösung“,
die aber einen hohen zweistelli-
gen Millionenbetrag kosten
könnte. Ein paar Kilometer fluss-
aufwärts, im wendländischen
Hitzacker, blieb 2013 alles tro-
cken – die Niedersachsen hatten
zuvor 30 Millionen Euro für eine
Hochwasserschutzwand inves-
tiert.
Im Fluthilfebüro gibt es weiter
reichlich zu tun. Foto: Jan Sternberg
Bad Schandau, 5. Juni: In der Kurstadt im Herzen der Sächsi-
schen Schweiz steht die Elbe meterhoch
Magdeburg, 7. Juni: Ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit.
Beim Sandsackstapeln waten die Helfer durch die Elbeflut.
Fischbeck, 11. Juni: Ein Dorf geht unter – nach einem Deich-
bruch können die Bewohner nur noch vor dem Wasser fliehen.
Neu Darchau, 12. Juni: Durchatmen an der Elbe in Niedersach-
sen – die mit Sandsäcken verstärkten Deiche halten.
Opfer und Helden von der Elbe
Vom überfluteten Hotel in Sachsen bis zu gesprengten Schiffen in Sachsen-Anhalt –
die Flut löste vor einem Jahr Chaos aus. Zugleich rückten die Betroffenen
zusammen, viele wagten den Wiederaufbau. Jan Sternberg und Kai Kollenberg
besuchten ein Jahr später entlang der Elbe Menschen, die nicht aufgeben.
Fischbeck: Der ruhelose Bürgermeister
Die Schuten, mit denen sie den Deich
gestopft haben, naja“, grummelt
Bodo Ladwig. „Das hat schon gehol-
fen, aber es war zu spät.“ Der 60-Jäh-
rige ist Bürgermeister der sachsen-an-
haltischen Gemeinde Wust-Fischbeck,
ein stämmiger Mecklenburger mit
Vollbart, der sich auch in der Altmark
seinen norddeutschen Akzent bewahrt
hat. Er hängt ständig am Handy, zwi-
schendurch zieht er f6-Zigaretten aus
einem silbernen Etui. Seit einem Jahr
kommt Ladwig nicht mehr zur Ruhe:
„Zu Hause abgesoffen, im Betrieb ab-
gesoffen und in der Gemeinde abge-
soffen – das sind drei Vollzeitjobs.“
Im Hauptberuf kümmert sich Lad-
wig um 1100 Rinder in einer Milch-
viehanlage. Vier Tage lang war er
während der Flut dort eingeschlossen.
Das Wasser stieg bis an die Stalltüren,
im Wald nebenan verreckte das Wild.
„Die Rehe haben geschrien wie kleine
Kinder.“ Ein paar Zentimeter mehr,
und auch die Ställe wären über-
schwemmt gewesen.
In Fischbeck hält sich ein hartnäcki-
ges Gerücht: Der dünn besiedelte Elb-
Havel-Winkel sei nach dem Deich-
bruch absichtlich aufgegeben worden,
um die Städte stromabwärts zu retten.
Zum ersten Mal seit 1855 brach in
Fischbeck der Deich. 420 Menschen
leben im Ort, 250 Häuser wurden über-
flutet. Ironie der Flut: Ausgerechnet
die leer stehenden Häuser im Ort blie-
ben verschont.
Nach der Flut aber brach eine zwei-
te Welle über Fischbeck herein: Spen-
den und Helfer kamen von überall her.
Ladwig hat sein kleines Gemeindebü-
ro mit den Kopien von Spendenschecks
tapeziert. Eine halbe Million Euro flos-
sen an die Gemeinde. 3000 Euro be-
kam jeder Fischbecker, dessen Haus
bis ins Parterre überflutet worden war.
700 jeder, der Wasser im Keller hatte.
Der Deich ist geflickt, bald soll ein
neuer gebaut werden. Neue Fertig-
häuser säumen die Dorfstraßen, dane-
ben stehen Ruinen, die noch abgeris-
sen werden sollen. Nicht alle Fischbe-
cker haben ihr Haus wieder aufgebaut.
Karin Standke aber ist zurückgekehrt.
Mit 73 Jahren. Obwohl die Söhne ihr
geraten haben, bei ihnen zu bleiben,
im Hinterland. Sie pflanzt Blumen in
ihrem schmucken Garten. „Ich bin hier
geboren. Wo soll ich denn sonst hin?“,
sagt sie. Fünf Monate lang lebte sie in
einer Pension, während die Handwer-
ker ihr Haus instand setzten. Alles
sieht wieder gut aus. Nur Bilder vom
Hochwasser darf sie nicht sehen. Dann
kann sie die Tränen nicht mehr zu-
rückhalten. „Noch einmal schaffe ich
das nicht“, schluchzt sie.
In der 14. Generation lebt seine Familie vom Fischen: Eckhard Panz
wünscht sich mehr Platz, wenn die Elbe Flut führt. Foto: Jan Sternberg
Immer am Handy, immer eingespannt:
Bodo Ladwig. Foto: Jan Sternberg
Hohnstorf: Der Fischer,
der durchhalten will
Kaum war das Wasser abge-
flossen aus dem Wohnzim-
mer, hat Eckhard Panz die Die-
len herausgerissen, den Trockner
aufgestellt und später einen Be-
tonboden verlegt. „Nächstes Mal
müssen wir dann nur die Wände
neu machen“, sagt der Elbfischer
im niedersächsischen Hohnstorf.
Er lacht dabei. Aber der 48-Jäh-
rige, groß, hager und blond, ist
kein Mann, der Unsinn erzählt.
„Wir warten auf das nächste
Mal“, sagt er.
Seit 14 Generationen lebt sei-
ne Familie von Zander, Karpfen
und Aal. Seit 400 Jahren steht
das Haus am Fluss, direkt gegen-
über der Altstadt von Lauenburg.
Zum ersten Mal stand 2013 die
Elbe im Wohnzimmer. Die Elbe
schreckt Panz nicht, dafür kennt
er sie zu gut. Seiner Meinung
nach braucht sie aber wieder Flä-
chen, in die sie sich ausdehnen
kann. Durchlässe in den Dei-
chen, die geöffnet werden, Wie-
sen, die geflutet werden können.
Nur: „Die Bauern haben eine
Lobby, die Fischer nicht.“
Die Fischerei war immer da,
warum sollte sich das jetzt än-
dern? Vielleicht will Panz auch
deshalb unbedingt durchhalten,
weil er schon einmal gesehen
hat, wie schnell es vorbei sein
kann. Gerade als er den Betrieb
von seinem Vater übernehmen
wollte, brach der Markt komplett
weg. Der Elbfisch war verseucht,
Panz lernte Maurer. Und ist jetzt
seit 15 Jahren doch wieder auf
dem Fluss unterwegs. Ohne die
Elbe möchte er nicht leben.
Magdeburg:
Der Mann mit
den Kähnen
Das Hochwasser hat viele unbe-
kannte Helden. Claus Körbi (58)
aber hält seit einem Jahr Vorträge.
Der Bundeswehr-Oberst aus dem
niedersächsischen Neustadt am Rü-
benberge ist der Mann, der während
der Flut Schiffe versenkt hat. Er hat
ein 90 Meter langes Loch im Deich
gestopft – jetzt ist seine Methode
Lehrstoff für Katastrophenschützer.
Am 10. Juni riss der Deich bei
Fischbeck. Vier Tage lang
ergoss sich das Wasser tief in
den Elb-Havel-Winkel. Dann
griff Körbi, Chef des Landes-
kommandos Sachsen-Anhalt
in Magdeburg, zu seiner Ge-
heimwaffe – geboren aus ei-
ner spontanen Idee mit dem
obersten Hochwasserschüt-
zer des Landes Zwei Last-
kähne wurden gesprengt.
Die Schuten verkeilten sich
zwar, schlossen die Lücke nicht
komplett, doch floss deutlich weni-
ger Wasser aus der Elbe. Eine dritte
Schute wurde zwei Tage später ver-
senkt, Gefahr gebannt.
Dass Körbi auch heute noch in
Sachen Flut unterwegs ist, hat viel
damit zu tun. Aber auch damit, dass
er wochenlang den Einsatz von bis
zu 7000 Mann, Soldaten wie Zivilis-
ten, geleitet hat. Die spontane Hilfs-
bereitschaft der vielen Freiwilligen
hat ihn gefreut und überrascht. „Wir
hatten überall mehr zivile Hilfskräf-
te, als wir gebraucht hätten“, sagt
er. Viele sind Facebook-Aufrufen
gefolgt und an die besonders ge-
fährdeten Stellen geeilt. Oft kamen
viel zu viele Helfer, 800 Leute, wo
50 ausgereicht hätten. Es war stre-
ckenweise chaotisch, aber es hat das
Denken verändert. „Der Krisenstab
muss selber mit den sozialen Netz-
werken arbeiten“, fordert Körbi, der
bald nach Bremen versetzt wird.
Bad Schandau: Die Hoteldirektorin mit Routine
Kerstin Meve-Garreis hat mittlerwei-
le Routine – und das hasst sie. Sie
weiß: Wenn die Elbe in Bad Schandau
über zwölf Meter Wasser führt, reicht
es nicht aus, nur den Keller zu räumen.
Auch nicht im leicht erhöht gebauten
Parkhotel, das sie als Direktorin führt.
Sie weiß, dass sie die Zimmer im nie-
driger gelegenen neuen Trakt ausräu-
men muss, weil das Wasser dort als ers-
tes Schaden anrichtet. Sie hat gelernt,
dass sie unbedingt den Computer-Ser-
ver retten muss, um Anrufen und E-
Mails der Urlauber begegnen zu kön-
nen. Sie hat im Blick, was in dem Vier-
Sterne-Haus mit 75 Zimmern alles zu
tun ist. „Das Schlimmste ist, dass man
Routine bekommt“, sagte die 48-Jähri-
ge und lächelt müde.
Vor einem Jahr dachten alle, dass es
nicht so schlimm kommen würde. Dann
prognostizierte der Hochwasserschutz
plötzlich Stände von zwölf Metern. Me-
ve-Garreis organisierte noch am Sonn-
tagabend, am 2. Juni, die erste Vertei-
digungslinie. Am nächsten Morgen um
5.30 Uhr traf sich die Belegschaft und
räumte Mobiliar in die oberen Geschos-
se, ließ Automatiktüren ausbauen und
den Fahrstuhl stilllegen. Am Ende kam
es nicht so schlimm wie 2002, die Pegel
blieben bei gut elf Metern stehen. Im
Hotel belief sich der Schaden auf zwei
Millionen Euro. Fünf Wochen gab Me-
ve-Garreis sich und den Kollegen Zeit.
Mitte Juli öffnete das Haus wieder.
Doch die Direktorin hadert nicht mit
der Elbe. „Der Fluss ist das, was uns
die Gäste beschert“, sagt sie. „Ab und
zu ist er halt höher, das kann man nicht
ändern.“ So gelassen das klingt, ein
Rest Unsicherheit bleibt: „Ich weiß
nicht, ob es noch ein nächstes Mal gibt,
bei dem hier alle wieder aufbauen.“
Kerstin Meve-Garreis weiß, was zu tun
ist, wenn die Elbe steigt. Foto: Kai Kollenberg
+++ Die Juniflut 2013 – Bilanz ein Jahr danach +++ Die Juniflut 2013 – Bilanz ein Jahr danach +++ Die Juniflut 2013 – Bilanz ein Jahr danach +++
Niedersachsen
BLICKPUNKT 3|NR. 125 | SONNABEND / SONNTAG, 31. MAI/1. JUNI 2014
10 Het Grote Verhaal
Allesverandertals
Londenoverstroomt
Hoogwater Britten zijn gewend aan overstromingen. Maar nu die steeds
dichter bij Londen komen, verandert de discussie over de risico’s.
RGB!
Door onze correspondent
Titia Ketelaar
M
eneer Clasper laat zijn tuin zien. Water zo-
ver het oog reikt. Water tot aan de knieën.
Water dat, als het leger maandag geen
zandzakken in Datchet had gelegd, nu zijn
huis zou zijn binnengestroomd. Het heet
Riverbank. Hij zegt: „Als je een mooi huis
aan de Theems wilt, dan is dit het risico.” Hij realiseert zich
dat niet iedereen er zo over denkt. „Wat bescherm je, wat
niet? Dat is de felle discussie die hier nu woedt.”
Want vorige week opperde Lord Smith, voorzitter van het
Environment Agency, het agentschap belast met watermana-
gement, dat er „moeilijke keuzes” gemaakt moeten worden
over de bescherming tegen overstromingen: „Stad of platte-
land, zitkamers of landbouwgrond? Er is geen bodemloze
portemonnee.”
Toen stond een deel van Engeland al onder water: boerde-
rijen op de in de zeventiende eeuw drooggelegde Somerset
Levels, en de kust van Cornwall en Devon, als gevolg van he-
vige zuidwesterstormen. Overal overstroomden rivieren,
nam de grond geen druppel water meer op na de hevige re-
gen – januari was de natste maand sinds 1776 – en moesten
dorpelingen geëvacueerd worden.
Gisteren kwamen daar verschillende dorpen langs de
Theems bij. Premier Cameron, die een reis naar het Midden-
Oosten volgende week alvast afzegde, waarschuwde de En-
gelsen dat de situatie zal verergeren. Voor de komende da-
gen worden opnieuw harde wind en regen voorspeld, op
sommige plekken meer dan 2,5 centimeter. Het hoge water
bereikt vandaag Londen.
In Datchet weet men wat keuzes maken inhoudt. Eind ja-
ren negentig werd bovenstrooms aan de Theems een kanaal
aangelegd: de Jubilee River. Dat moest voorkomen dat Mai-
denhead (78.000 inwoners), Windsor (27.000 inwoners) en
Eton (5.000 inwoners) overstroomden, wat regelmatig ge-
beurde. Overtollig water zou door het kanaal worden afge-
voerd, en vlak voor Datchet kwam het water weer samen.
En nu weet iedereen wat dat betekent voor de 4.600 inwo-
ners van het dorp: kanovaren door Horton Road, een zand-
zakkenhindernis voor de deur van het Women’s Institute en
het postkantoor, en met lieslaarzen aan naar de koffietent,
waar een van de medewerkers ongestoord de vloer blijft
droogmaken.
Een oudere heer met labrador – hij wil zijn naam niet ge-
ven uit angst voor plunderaars – heeft zijn huis verlaten en
logeert bij vrienden. Hij wijst aan waar het staat: „Zie je die
rij bomen, daar loopt de weg. En dan daar, in de verte die
lantaren? Daar woon ik.” Het onderscheid tussen de
Theems, de uiterwaarden en de weg is niet te maken: één
kolkende massa stroomt richting Londen.
„Ik zei vrijdag al: het water komt, en het is niet te stop-
pen”, zegt Ewan Larcombe, oud-gemeenteraadslid. Al jaren
waarschuwt hij dat de Jubilee River het water niet aankan.
En dat er een overstromingsgevaar is. Of liever: een afwate-
ringsprobleem. „De Theems kan overstromen, dat gebeurde
voor het laatst in 1947. Maar sindsdien is er zoveel bijge-
bouwd dat we het rivierpeil van toen niet meer aankunnen.
Dit is het failliet van de infrastructuur.”
Drie keer per dag controleren de dorpsbewoners het wa-
terpeil. De mannen van het Environment Agency gaan on-
dertussen alle huizen af. Een van hen probeert tevergeefs
een negentigjarige vrouw te overtuigen dat ze haar huis
moet verlaten. „Straks stijgt het water verder en dan moet u
overhaast weg. Ik weet, de BBC vindt beelden van bejaarden
in een opblaasboot prachtig. Maar als het u overkomt, vindt
u het minder prettig.”
De 85-jarige Betty Mannassi weigert eveneens te vertrek-
ken, of zelfs maar in te gaan op het aanbod van de buur-
vrouw om op de bank te komen slapen. Ze geniet, zegt ze.
Hoewel de elektriciteit is uitgevallen. „Maar de gasplaat doet
het nog, dus ik kan een kruik maken”, zegt ze.
Er wordt in Datchet nauwelijks gescholden op het Environ-
ment Agency, zoals elders in overstromingsgebied wel ge-
beurt. Daar krijgt het agentschap de schuld dat de rivieren
niet of onvoldoende zijn uitgebaggerd, of verdedigingswer-
ken onvoldoende effectief waren. Men eist overheidsoptre-
den, excuses.
Simon McCarthy van het Flood Hazard Research Centre
aan de Universiteit van Middelsex vergelijkt het met een
vliegreis: „Je kent de risico’s, maar pas als je crasht, eis je
maatregelen.” Hij vertelt: „Men berekent hier of er verdedi-
gingen moeten worden gebouwd, op basis van de mogelijke
schade. Die is hoger in stedelijke gebieden dan op het platte-
land. Op basis daarvan worden financiële beslissingen geno-
men.”
„De acceptatie is anders dan bij jullie in Nederland. Jullie
verdedigen je voor eens in de tienduizend jaar. Wij voor eens
in de duizend of zelfs 250 jaar. Bij jullie gaat het om het hele
land. Dit raakt slechts een klein percentage van de Britse be-
volking.”
Maar misschien dat de discussie in Engeland ook veran-
dert. „Dit keer zijn ook kustgebieden en andere rivieren ge-
troffen, er zijn nieuwe stemmen die zich laten horen.” En bo-
vendien: „Als Londen overstroomt, verandert alles.”
In deze gebieden geldt een
overstromingswaarschuwing Datchet
Wraysbury
Egham
Reading
Windsor
Oxford
Swindon
NRCHANDELSBLAD
WOENSDAG 12 FEBRUARI 2014 11
B!!
N O O R D Z E E
Theems
Thames Barrier
LONDEN
t
Maidstone
NRC120214/StS/Bron:environment-agency.gov.uk
Linksonder: bewoners van Egham gisteren; rechtsonder: het dorp Wraysbury, eergisteren; boven: het dorp Datchet, gisteren en eergisteren.
FOTO’SAFP,AP,ALEXMACNAUGHTON.
¿Yes or No?Escocia afronta el jueves el momento más decisivo de su historia.
Retrato de un país en busca de su destino a través de 32 personajes.
más
14.09.2014
4 In het nieuws
1960 1980
Jeruzalem
ISRAËL
Westelijke
Jordaanoever
Gaza
Jeruzalem
ISRAËL
Westelijke
Jordaanoever
1967
Joodse staat
Arabische gebieden
Onder internationaal
toezicht
1949 Israëlisch-Arabische oorlog
1948/1949: Gazastrook naar Egypte,
Westelijke Jordaanoever naar Jordanië,
West-Jeruzalem hoofdstad Israël.
Door Israël veroverde gebieden.
(Sinaï wordt later, in 1979,
aan Egypte teruggegeven).
Ook Oost-Jeruzalem door
Israël veroverd en bezet.
Sinaï
Jeruzalem
Verdelingsplan VN
Joodse
gebieden
Arabische
gebieden
1946 1947
Gaza
Zesdaagse Oorlog
PALESTINA
Jeruzalem
Zoveel geweld om
zo’n klein stuk land
Gaza-oorlog De verontwaardiging over Israëlisch geweld in Gaza nam
gisteren verder toe. Weer werd er een VN-school geraakt, waarbij tien
Palestijnen stierven. Hoe ontwikkelde het conflict zich sinds het uitroepen
van de staat Israël in 1948? Tien vragen over Israël en de Palestijnen.
Door Carolien Roelants
1
Wat is Palestina en wat
is Israël?
De naam Palestina werd al gebruikt in de
Griekse en Romeinse oudheid. Na de ne-
derlaag van de laatste eigenaar, het Otto-
maanse rijk, in de Eerste Wereldoorlog
werd het door de Volkenbond aan Groot-
Brittannië toevertrouwd als mandaatge-
bied. Volgens de Volkenbond woonden er
toen 700.000 mensen, van wie 80 pro-
cent moslims en de rest christenen en jo-
den. Tegen de achtergrond van vervolging
in Europa nam het percentage joden daar-
na snel toe. Na de Holocaust aanvaardden
de Verenigde Naties in 1947 het voorstel
om het gebied in een Arabische en een
joodse staat te verdelen. De Arabieren we-
zen het plan af, en lanceerden een (verlo-
ren) oorlog op het moment dat de joodse
leider David Ben Gurion in mei 1948 de
staat Israël uitriep. Maar Palestina is ook
de soevereine Palestijnse staat, die in 2012
door de VN werd erkend. Mahmoud Ab-
bas is de president, maar het grondgebied,
ruwweg wat nu geldt als bezet gebied – dat
wil zeggen de Westelijke Jordaanoever,
Oost-Jeruzalem en de feitelijk op afstand
bezette Gazastrook – moet in onderhande-
lingen met Israël nog worden vastgesteld.
Die onderhandelingen, die nu in het slop
zitten, heten wel ‘vredesproces’.
Wat is Hamas?
Hamas – afkorting voor Islamitische Ver-
zetsbeweging – is voor de Israëlische rege-
ring, voor veel Israëliërs en voor Amerika
en Europa een terreurorganisatie. Hamas
2
eist – officieel – het hele oude Palestina op,
dus bezet gebied plus het huidige Israël en
probeert dat gewapenderhand te realise-
ren. Steeds meer Palestijnen denken dat
er geen andere methode is tegen een mili-
tair oppermachtige vijand die weigert be-
zet gebied op te geven. Tot 2006 was zelf-
moordterreur een van zijn strijdmiddelen;
nu zijn de raketaanvallen op de Israëlische
bevolking zijn belangrijkste wapen. Ha-
mas is een afsplitsing van de Egyptische
Moslimbroederschap; het is een funda-
mentalistische beweging. In 2006 won het
met overmacht parlementsverkiezingen
in bezet gebied, tegen president Abbas’
Fatah, dat door de kiezers als ineffectief en
corrupt werd gezien. Sinds een bloedige
machtsstrijd tegen Fatah in 2007 bestuurt
Hamas de Gazastrook; Fatah domineert de
Westelijke Jordaanoever. Geleidelijk is de
organisatie pragmatischer geworden;
maar Israël wil niet praten zolang het de
gewapende strijd niet afzweert en de staat
Israël erkent.
Waarom vechten de
Israëliërs en de Palestijnen
al zo lang?
De Israëliërs en de Palestijnen vechten om
land. En dat doen ze dus sinds 1948, toen
de staat Israël werd uitgeroepen. De Arabi-
sche bondgenoten van de Palestijnen gin-
gen vergeefs in de aanval en honderddui-
zenden Palestijnen vluchtten uit hun wo-
ningen in wat Israël werd of werden er
door Israëlische troepen uit verdreven. In
de oorlog van 1967 bezette Israël onder an-
dere Oost-Jeruzalem, de Westelijke Jor-
daanoever en de Gazastrook, wat nu sa-
men de bezette Palestijnse gebieden heet.
Miljoenen Palestijnen leven nog steeds in
kampen en/of onder bezetting. Maar de
Zesdaagse Oorlog leidde ook tot de basis
van wat nu de twee-statenoplossing heet,
VN-resolutie 242, die Israëls terugtrekking
achter de grens van 1967 eist. Met vlieg-
tuigkapingen en andere terreur vestigde
de Palestijnse leider Yasser Arafat vanaf
eind jaren zestig de aandacht op de situa-
tie van de Palestijnen. Arafat was toen een
terrorist, maar hij kreeg uiteindelijk sa-
men met de Israëlische premier Rabin de
Nobelprijs voor de Vrede voor de Oslo-ak-
koorden van 1993 die de opmaat zouden
zijn naar een Palestijnse staat.
Waarom vechten ze nu?
Het huidige conflict begon met de vorming
van een nieuwe Palestijnse eenheidsrege-
ring op 2 juni tussen Fatah en Hamas. Dat
betekende dat de zwakte van de Palestij-
nen, hun verdeeldheid, tot op zekere
hoogte werd opgeheven. Israël was woe-
dend omdat de Palestijnse tweedracht fei-
telijk in zijn belang was. Maar het gebruik-
te als argument voor zijn woede dat Fatah
en president Abbas nu met een terreur-
groep samenwerkten. De regering-Neta-
nyahu greep de ontvoering van drie jonge
Israëliërs op de Westelijke Jordaanoever
op 12 juni aan om die eenheidsregering te
ondermijnen. Hamas kreeg de schuld –
hoewel inmiddels duidelijk is dat het er
niet achter zat – en werd keihard aange-
pakt met honderden arrestaties en andere
middelen. Na de dood van de drie Israë-
liërs werd een jonge Palestijn door joodse
extremisten levend verbrand. In die ge-
spannen sfeer werden een paar raketaan-
vallen uit de Gazastrook, waarschijnlijk
niet door Hamas maar door een radicalere
groep, door Israël harder dan gebruikelijk
3
4
MAANDAG 4 AUGUSTUS 2014 5NRCHANDELSBLAD
1990 2010
Jeruzalem
2014
Huidige situatie
ISRAËL
Westelijke
Jordaanoever
Gaza
1987
Eerste Intifada
Grote Palestijnse opstand.
Zou duren tot 1993,
ongeveer 1.000 doden.
2000
Tweede Intifada
Vredesbesprekingen zijn
definitief gestrand, geweld
laait opnieuw op.
1993
Oslo-akkoorden
Vredesonderhandelingen
leken hoopgevend.
Palestijnse
autonome
gebieden
Golanhoogte,
door Israël
geannexeerd
in 1981
vergolden, en volgde een zeer snelle esca-
latie. Hamas schoot tientallen raketten af
en op 8 juli lanceerde Israël operatie ‘Pro-
tective Edge’, in eerste instantie bestaand
uit een luchtoffensief.
Waarom vallen er veel meer Pa-
lestijnse doden dan Israëlische?
Simpel. De raketten van Hamas hebben in-
middels wel een veel groter bereik dan de
Qassamraketten van het begin, die niet
meer dan een soort voetzoekers waren,
maar ze blijven primitief in vergelijking
met de Israëlische wapens. Het zijn onge-
leide wapens, waardoor je niet op een spe-
cifiek doel kunt mikken, wat ze overigens
ook meteen tot terreurwapens maakt - alle
burgers worden doelwit. Maar meestal
slaan ze ergens in een veld in. Bovendien
haalt het Israëlische anti-raketsysteem
Iron Dome veel raketten uit de lucht. In
deze oorlog zijn in Israël nu drie burgers
bij dergelijke aanvallen gedood. Israël op
zijn beurt voert een zwaar offensief uit
met de modernste wapens in een klein,
heel dichtbevolkt gebied (een derde van
de Flevopolder). Dan kan je wel zeggen dat
je vooraf waarschuwt voor je raketten en
dat je preciziebombardementen uitvoert,
maar dan weet je dat je hoe dan ook grote
aantallen burgerdoden zult maken. Israël
zegt steeds dat Hamas de burgerbevolking
als menselijk schild gebruikt, maar daar-
van is geen bewijs. De burgers kunnen ge-
woon geen kant uit. Resultaat na ruim drie
weken: zo’n 1.700 doden, vooral burgers.
Wat wil Israël en wat wil Hamas?
Israël begon het offensief met de medede-
ling dat het een definitief einde wilde ma-
ken aan de raketbeschietingen. Daarom
werden in eerste instantie niet alleen ge-
mikt op (militaire) kopstukken van Hamas
maar met name ook op raketopslagplaat-
sen en lanceerinstallaties. Toen op 17 juli
het grondoffensief werd gelanceerd werd
het belangrijkste doel de verwoesting van
tunnels die Hamas onder de grens met Is-
raël had gegraven en waardoor de Palestij-
nen gewapende acties in Israël kunnen
uitvoeren. Ook eisen Israëlische leiders de
ontwapening van Hamas en andere Pales-
tijnse groepen. Hamas eist met name dat
de blokkade wordt opgeheven die de Ga-
zastrook verstikt. Israël blokkeert het ge-
bied sinds Hamas er in 2007 de macht
greep. Dat betekent dat Israël bepaalt wat
en wie wel of niet het gebied ingaat; nau-
welijks bouwmateriaal bijvoorbeeld. Het
Egypte van generaal Sisi moet ook niets
hebben van Hamas en heeft het afgelopen
jaar alle smokkeltunnels onder de onder-
linge grens dichtgemaakt. Nu komt alleen
de Gazastrook binnen wat Israël goed-
keurt. Als Hamas de bevolking te vriend
wil houden, en dat wil het, moet het een
verlichting van de blokkade zien te be-
werkstelligen. Hoe moet anders straks al
die oorlogsschade worden gerepareerd?
Wat willen de buurlanden?
Het belangrijkste buurland is Egypte, en
zoals al gezegd, dat moet niets hebben van
Hamas. Sisi heeft het bewind van Moslim-
broeder-president Morsi ten val gebracht,
en de Moslimbroederschap als terroristi-
sche organisatie gebrandmerkt. Hamas
wordt door de huidige autoriteiten ook als
terroristische organisatie beschouwd.
Ook andere Arabische landen zitten op
die lijn, zoals met name Saoedi-Arabië en
sommige andere Golfstaten die evenmin
iets van de Moslimbroederschap moeten
hebben. Maar die regeringen moeten tege-
lijk op hun tellen passen. Hun bevolkin-
gen zien namelijk dagelijks de beelden van
dode burgers in de Gazastrook en die zijn
daar woedend over. Kijk maar op Twitter
en Facebook, daar maken Arabische bur-
gers geen geheim van hun pro-Palestijnse
gevoelens. Niet voor niets heeft de groot-
mufti van Saoedi-Arabië, de hoogste religi-
euze autoriteit, zojuist demonstraties
voor Gaza verboden. Dat betekent dat de
autoriteiten daar heel bang voor zijn.
Waarom grijpt het Westen
niet in?
De Verenigde Staten en de Europese Unie
erkennen zonder meer het recht op zelf-
verdediging van Israël. En dat is ook be-
grijpelijk: geen regering kan toestaan dat
zijn bevolking onder vuur komt te liggen.
Maar dat betekent niet dat dat recht op
zelfverdediging onbegrensd is. Oorlogs-
misdrijven vallen er niet onder. In alle re-
cente conflicten die Israël heeft uitgevoch-
ten, neem die van 2006 met Hezbollah in
Libanon, en de twee eerdere Gaza-oorlo-
gen, in 2008/2009 en 2012, kwam er een
moment waarop er zoveel burgerdoden
waren gevallen en zoveel schade was aan-
gericht dat het Westen druk begon uit te
oefenen op Israël om ermee op te houden.
In het huidige conflict was zo’n moment
de Israëlische aanval op een VN-school vol
met vluchtelingen op 30 juli, die tot zware
internationale druk op Israël leidde met
een humanitair bestand akkoord te gaan.
Dat duurde overigens niet lang. Maar alle
druk blijft beperkt tot diplomatieke pres-
sie; de VS zijn uiteindelijk Israëls beste
bondgenoot en en die vetoën in de VN-Vei-
ligheidsraad elk voorstel dat verder gaat
dan verbale kritiek. De Amerikaanse Is-
raël-lobby AIPAC is heel machtig en het
Congres wil van geen kritiek op Israël we-
ten. Er zijn wel veel niet-westerse landen
die de Palestijnen steunen, maar zij kun-
nen geen vuist maken.
Waarom kondigt de EU geen sanc-
ties af tegen Israël?
Er zijn al geruime tijd burgerinitiatieven
aan de gang om Israël te boycotten en op
andere manier te isoleren om het op die
manier te dwingen in te stemmen met een
twee-statenoplossing – dus onafhankelijk
van deze nieuwe oorlog. Van tijd tot tijd
hoor je dan ook dat een kunstenaar niet in
Israël wil optreden of een Amerikaanse
universiteit Israëlische academische insti-
tuten boycot. Dat vindt Israël niet leuk,
maar de schade is nog gering. De EU doet
wel iets: zij adviseert bedrijven in de lid-
staten geen zaken te doen met de Israëli-
sche nederzettingen in bezet gebied die
immers volgens internationaal recht ille-
gaal zijn. Dat heeft in Nederland onder an-
dere dit jaar geleid tot het besluit van het
pensioenfonds PGGM zich terug te trek-
ken uit vijf Israëlische banken die relaties
hebben met nederzettingen. Vond Israël
ook niet leuk. In Nederland is ook een
handtekeningenactie op gang gekomen
voor economische sancties tegen Israël.
40.000 handtekeningen zijn er nu verza-
meld. Maar westerse regeringen willen
zich (nog) niet branden aan hardere maat-
regelen tegen Israël. De Holocaust speelt
natuurlijk een rol. En als puntje bij paaltje
komt houdt Israël bij de regeringsleiders
het imago van een democratisch eiland in
een zee van ondemocratische vijanden.
Waarom sluiten ze geen vrede?
Ja, waarom sluiten ze geen vrede? Het is
namelijk niet zo dat de burgers in het hele
gebied niet met elkaar zouden willen le-
ven, van welke godsdienst of etniciteit dan
ook. Maar ja, hun leiders. De huidige Israë-
lische regering vindt eigenlijk de status
quo (vóór de oorlog) wel in orde, zolang
de Palestijnen rustig zijn; ze geeft er de
voorkeur aan het conflict te managen bo-
ven een oplossing. Een deel van de huidige
coalitie wil überhaupt geen Palestijnse
staat; dat vindt namelijk dat de bezette ge-
bieden tot het door God gegeven Land van
Israël behoren. Anderen, zoals premier
Netanyahu, zeggen het risico niet te willen
lopen dat de Westelijke Jordaanoever één
grote raketlanceerinstallatie wordt. En
nog een heleboel andere bezwaren. Aan
Palestijnse kant is de verdeeldheid nu ver-
minderd, maar hoe lang? En afgezien
daarvan, op de huidige Israëlische voor-
waarden is het voor hen onmogelijk een
akkoord te sluiten. De vraag is alleen of het
conflict te managen blijft voor Israël na de-
ze oorlog. Elke dag zijn nu protesten aan
de gang tegen Israël in de Westelijke Jor-
daanoever. Woede plus uitzichtloosheid
zijn het recept voor een een Derde Intifa-
da, oftewel een gewelddadige volksop-
stand zoals die van 1987-1993 en die van
2000-2005.
5
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8
9
10
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Kurier, A NRC Handelsblad, NL Leipziger Volkszeitung, D NRC Handelsblad, NL
el Períodico, P Het financieele Dagblad, NLBerliner Morgenpost, D
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17. European Newspaper Award Ausschreibung 9/2015

  • 1. Deadline: 6.Oktober 2015 Call for Entries 17. Wettbewerb Newspaper N E W S P A P E R D E S I G N & C O N C E P T European Award
  • 2. n 22. iPad-Apps und Apps für mobile Endgeräte. Inhaltsverzeichnis 2 03 Vorwort 04 Kategorien im Überblick 05 Der European Newspaper Award im Überblick Wettbewerbs-Zeitraum, Einsendeschluss 06 Hauptpreise: European Newspaper of the Year 07 Judges’Special Recognition: Publico.pt 08 Judges’ Special Recognition: Helsingin Sanomat, FIN; Politiken, DK 09 So nehmen Sie am Wettbewerb teil 10 Awards of Excellence: 11 Kategorie 1, Titelseiten 12 Kategorie 2, Sektions-Titelseiten 13 Kategorie 3, Nachrichten-Seiten 14 Kategorie 4, Lokal-Seiten 15 Kategorie 5, Seiten mit Anzeigen 16 Kategorie 6, Fotografie 17 Kategorie 7, Foto-Reportage 18 Kategorie 8, Visualisierung 19 Kategorie 9, Visual Storytelling 20 Kategorie 10, Alternative Storytelling 21 Kategorie 11, Infografik 22 Kategorie 12, Illustration 23 Kategorie 13, Beilagen 24 Kategorie 14, Magazine 25 Kategorie 15, Sonderseiten 26 Kategorie 16, Typografie 27 – 28 Kategorie 17, Konzept/Innovation Print 29 Kategorie 18, Konzept/Innovation Online 30 Kategorie 19, Online und Crossmedia 31 Kategorie 20, iPad Apps und Smartphone Apps 32 Sonstiges 32 Studentische Arbeiten 33 – 34 Hinweise zur Teilnahme 35 Fragen und Antworten 36 Die Jurierung und ihre Kriterien 37 Die Jury 38 Die Jahrbücher des European Newspaper Award 39 Buch „Zeitungsdesign und Leseforschung“ 40 Teilnahme-Formular
  • 3. Der 17. European Newspaper Award Am 16. European Newspaper Award haben sich 194 Zeitungen aus 26 Ländern beteiligt. Die Zahl zeigt: Der Wettbewerb ist sehr gut etabliert und die Ergebnisse werden als Maßstab für Konzept und Design von Zeitungen in der Branche allgemein anerkannt. Für die Hauptpreisträger bedeutet es eine große Auszeichnung, den Titel „European Newspaper of the Year“ für ein Jahr im Zeitungskopf zu führen. Die Ziele des Wettbewerbs: Der Wettbewerb soll den Informations-Austausch über Konzept und Design von Zeitungen in Europa fördern. Trends offenlegen: Die Ergebnisse des Wettbewerbs geben jedem Zeitungsmacher die Möglichkeit, sein Objekt einzuord- nen und Optimierungen am Produkt schnell vorzunehmen. Wirkung nach außen: Zeitungen berichten intensiv über die Awards, die sie gewonnen haben. Sie unterstreichen damit ihren Qualitätsanspruch und machen gleichzeitig Werbung in eigener Sache. Ideenschmiede: Veröffentlichun­gen in Fachzeitschriften, in den Jahrbüchern und auf www.newspaperaward.org dienen der Ideenfindung und fördern die eigene Kreativität. Welche Zeitungen machen mit? Wenn man diesen Call for Entries durchsieht, stößt man auf bekannte Namen: Financial Times, The Independent, Helsingin Sanomat, Bergens Tidende, Svenska Dagbladet, Politiken, Libération, El Correo, ABC, La Stampa, Neue Zürcher Zeitung … Aber es beteiligen sich auch sehr viele Lokal-, Regional- und Wochenzeitungen, denn diese Zeitungen geben enorm viel kreativen Input in die Zeitungsbranche. Darum gibt der Wett- bewerb jedes Jahr einen Überblick über die aktuellen Trends. Verbesserungen bei einzelnen Kategorien Auch in diesem Jahr sind Anpassungen der Kategorien erforder- lich. Die Kategorie Konzept/Innovation wird unterteilt in Print und Online, weil sich hier immer mehr Zeitungen beteiligen. Gerade im Online-Bereich sind im letzten Jahr viele innovative Ideen entstanden: Stichwort „Snow-Fall“. Die bekommen jetzt eine eigene Kategorie. Kategorien für Design und für Konzept Ursprünglich war der European Newspaper Award ein reiner Design-Wettbewerb. Aber in den vergangenen Jahren wurden konzeptionelle Ideen und redaktionelle Serien in eigenen Kategorien berücksichtigt. Bei der Kategorie Nachrichten-Seiten gibt es inhaltlich orientierte Unterkategorien: Charlie Hebdo, Griechenland, Flüchtlinge. Kategorien für Online-Einreichungen wurden erheblich erweitert. In diesem Jahr erwarten wir beson- ders viele innovative Ideen bei Mobile-Apps. Die Teilnahmegebühr Der Wettbewerb ist völlig unabhängig, er wird nicht von einer Firma bezahlt. Es entstehen einige Kosten, um den Wettbewerb durchführen zu können: Mietkosten für die Tagungsräume des Jury-Meetings, Kosten für die Website, für Publikationen über die Ergebnisse und für die Verbreitung von Presse-Informatio- nen. Das alles wird durch die Teilnahmegebühren finanziert. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Erfolg beim 17. European Newspaper Award! Norbert Küpper, Veranstalter nkuepper@newspaperaward.org Vorwort 3 14. European Newspaper Award: Alle Einreichungen. 14. European Newspaper Award: Alle Gewinner. Die beiden Abbildungen zeigen, dass ca. 95 Prozent der Einreichungen von der Jury aussortiert werden.
  • 4. n 22. iPad-Apps und Apps für mobile Endgeräte. Kategorien im Überblick 4 Die Awards of Excellence werden in 20 Kategorien vergeben: 1. Titelseite + Titelstory 1.1. Lokalzeitung 1.2. Regionalzeitung 1.3. überregionale Zeitung 1.4. Wochenzeitung 2. Sektions-Titelseite 2.1. Lokalzeitung 2.2. Regionalzeitung 2.3. überregionale Zeitung 2.4. Wochenzeitung 3. Nachrichten-Seiten 3.0. Allgemein 3.1. Charlie Hebdo 3.2. Griechenland 3.3. Flüchtlinge 3.4. Erster Weltkrieg 3.5. Zweiter Weltkrieg 3.6. 25 Jahre Wiedervereinigung 3.7. Naturkatastrophen 3.8. Wahlen 4. Lokalseiten 5. Seiten mit Anzeigen 6. Fotografie 6.0. Fotografie allgemein, fotografische Serien 6.1. Bildschnitt 6.2. Sequenz 6.3. Atmosphäre 6.4. Perspektive 6.5. Bildseite 7. Foto-Reportage 8. Visualisierung 8.0. Allgemein 8.1. Einbrüche 9. Visual Storytelling 10. Alternative Storytelling 11. Infografik 11.0. Allgemein 11.1. Kleine Infografiken 12. Illustration 13. Beilagen 13.0. Wochenend-Beilagen 13.1. Beilagen zu besonderen Anlässen 14. Magazine 15. Sonderseiten 16. Typografie 17. Konzept/Innovation Print 17.0 Neue redaktionelle Serien 17.1. Neue inhaltliche Konzepte 17.2. Sonderausgaben, Jubiläumsausgaben 17.3. Finanziell besonders erfolgreiche Projekte 18. Konzept/Innovation Online 18.0. „Snow-Fall“ Multimedia Storytelling 18.1. Filme, Trickfilme 19. Online und Crossmedia 19.0. Webdesign für Bildschirm und Smartphone 19.1. Daten-Journalismus 20. iPad Apps und Smartphone Apps 20.0. iPad und Tablet-Apps 20.1. iPhone und Android Apps Studentische Arbeiten Studentische Arbeiten können in allen Kategorien teilnehmen.
  • 5. Der European Newspaper Award im Überblick 5 Der European Newspaper Award wird seit seiner Gründung 1998 von Norbert Küpper veranstaltet. In den Medien wird der Wettbewerb auch als „Oscar der Zeitungsbranche“ bezeichnet. Hauptpreis: European Newspaper of the Year Der Hauptpeis wird in vier Kategorien vergeben: Lokalzeitung, Regionalzeitung, überregionale Zeitung und Wochenzeitung. Um über den Hauptpreis „European Newspaper of the Year“ entscheiden zu können, benötigt die Jury von Ihnen zwei komplette Zeitungen aus folgendem Zeitraum: n Tageszeitungen: 14. bis 21. März 2015 oder 5. bis 12. September 2015. Es muss eine Samstags-Ausgabe dabei sein. Wenn Ihre Zeitung am Samstag nicht erscheint, schicken Sie bitte eine Freitags-Ausgabe. n Wochenzeitungen: Zwei verschiedene Exemplare. Diese Einreichungen müssen zwischen 1. Oktober 2014 und 30. September 2015 erschienen sein. Awards of Excellence n Awards of Excellence werden in 20 Kategorien vergeben. n auch diese Einreichungen müssen zwischen 1. Oktober 2014 und 30. September 2015 erschienen sein Einsendeschluss: 6. Oktober 2015 n Füllen Sie bitte das Teilnahme-Formular aus und fügen Sie es Ihrer Sendung bei. Es ist am Ende dieser Broschüre und steht auch zum Download bereit. n Schicken Sie die Zeitungen alle zusammen gut verpackt an: Norbert Küpper, Gutenbergstr. 4, 40670 Meerbusch, Deutschland Teilnahmegebühr: 210,00 € n Die Gebühr wird pro Zeitungstitel erhoben, sie ist unabhängig von der Anzahl der eingereichten Einzelseiten. Pro Kategorie können maximal 10 Einreichungen gemacht werden.
  • 6. Hauptpreis: European Newspaper of the Year 6 Hauptpreis: European Newspaper of the Year Hier sind die Hauptpreisträger des 16. European Newspaper Award. Hauptpreise werden von jeher in Lokalzeitung, Regionalzeitung, überregionale Zeitung und Wochenzeitung untergliedert. „Judges‘ Special Recognitions“ gingen auch schon an Websites. Der Online-Bereich spielt beim European Newspaper Award eine immer größere Rolle. Bei der Bewertung wird das medienkonvergente Design – für Print, Online und Smartphone – stärker berücksichtigt. Jury statement „Público“ gehört zu den Zeitungen in Europa, die ein sehr klares und schnörkelloses Design haben. Die Gestaltung ist dank der Reduktion auf wenige Elemente absolut unverwech- selbar. Die Typografie, der Umgang mit Bildern, das Seitenlayout – alles wird bis zur letzten Seite perfekt umge- setzt. Tägliche Beilagen runden das Bild einer perfekt gestalteten Zeitung ab. Die Website publico.pt wurde bereits im vorigen Jahr ausgezeichnet. Man sieht: Print und Online gehen bei dieser Zeitung Hand-in-Hand. Jury statement „Tubantia“ ist eine Zeitung für viele Interessen: Außen ist der Lokal- und Regionalteil, im Innern ist der über- regionale Teil und andere Beilagen, die als Pullout gestaltet sind. Man kann die Zeitung sehr gut aufteilen und sich „seinen“ Teil gezielt herausnehmen. Tubantia nutzt sehr oft das Layout über Doppelseiten, um große Themen großzügig zu präsentieren. M full story page 4 098 25311 editor@ mayonews.ie mayonews.ie facebook.com/ themayonews twitter.com/ themayonews Tuesday, Aug 5, 2014 €2.00 | £1.80 • Estd 1892 Tim Hastings Ltd. Castlebar Road, Westport. Tel: 098 25133/51400 www.timhastings.ieDas Auto. Large selection of top quality used vehicles to view at AVAILABLE AT COMPETITIVE RATES Car & Van Hire €2.00 | £1.80 George Hook has joined The Mayo News as a columnist. Opinion Page 32 Hook in the west • Niamh Campbell (23) dies at accident black-spot Kevin McStay explains why Mayo advanced to the All-Ireland semi-final. Sport page 2 McStay on Mayo Hope returns Ciara Moynihan chats to Clare musician David Hope ahead of his mini tour of Mayo this weekend. Living Page 45 Much-loved little boy Balla and Belmulet row in behind O’Donnell family. News Page 10 Devastation after tragic accident • Sister returns from Australia for funeral on Wednesday Louis Gaffney (4) from Ballina tried a 1952 Trusty Steed tractor for size at the 2014 Bonniconlon Agricultural Show (yesterday) Monday. Thousands travelled to the north Mayo village for another hugely successful day. See Page 52 for more pics. Pic: Michael McLaughlin Trying out the Trusty Steed Jury statement „The Mayo News“ wird regelmäßig neugestaltet. Sie ist immer up-to-date, inhaltlich und gestalterisch. Auf der Titelseite ist immer ein einziges Thema groß aufgemacht. Teaser sind oft mit Fotos und kleinen Freistellern versehen. Die Aufschlagseiten der einzelnen Sek- tionen und Beilagen sind oft wie Poster gestaltet: sehr reduziert. Ein Highlight sind die großzügig angelegten Doppel- seiten im Sportteil und im Lokalen. Jury statement Die „SonntagsZeitung“ wird in regel- mäßigen Abständen inhaltlich und gestalterisch erneuert. Mit dem aktu- ellen Design dieser Zeitung taucht ein neuer Stil auf: Starke Reduzierung auf das Wesentliche, grosse Bilder, klare Navigation sowie eine allgemeine Redu- zierung der Elemente. Man verzichtet auf den Zuckerguss: Der Leser kann sich auf die Bilder konzentrieren und Texte lesen. Er wird nicht durch Dekor abgelenkt – damit hebt sich die Sonn- tagsZeitung deutlich ab von anderen Zeitungen. European Newspaper of the Year, Kategorie Lokalzeitung European Newspaper of the Year, Kategorie überregionale Zeitung European Newspaper of the Year, Kategorie Regionalzeitung European Newspaper of the Year, Kategorie Wochenzeitung
  • 7. Judges’ Special Recognitions 7 Judges‘ Special Recognitions Ein Beispiel für Judges‘ Special Recognition aus dem 15. Wettbewerb. Judges‘ Special Recognition: Publico.pt Jury statement Publico.pt ist die führende Nachrichten- Website in Portugal. Die Website hat eine starke Print-Anmutung und ist im adaptiven Webdesign gestaltet. Die Jury zeigte sich besonders von zwei Artikeln begeistert. 1. Eine perfekte Kombination von Fotografien, Texten und historischen Filmen zeigt ein Artikel, der anläßlich des 50. Jahrestages der Rede „I have a dream“ von Martin Luther King erschienen ist. 2. Ein Artikel über Waldbrände in Portugal ist ein herausragendes Beispiel für Daten-Journalismus. Für ganz Portugal kann man nach Regionen aufgeteilt sehen, wo es bereits gebrannt hat und wo Schwer- punkte in den letzten Jahren waren. www.tinyurl.com/o7qt7f8www.tinyurl.com/oh63xzgwww.publico.pt
  • 8. Judges’ Special Recognitions 8 Judges‘ Special Recognitions Zwei Beispiele für Judges‘ Special Recognitions aus dem 16. Wettbewerb. Judges‘ Special Recognition: Helsingin Sanomat, FIN http://dynamic.hs.fi/2014/estonia/ http://tinyurl.com/oeahldn http://politiken.dk/magasinet/ Judges‘ Special Recognition: Politiken, DK
  • 9. So nehmen Sie am Wettbewerb teil 9 n Wir brauchen auf jeden Fall zwei komplette Zeitungen. Eine von einem normalen Wochentag, die andere von einem Samstag. Wenn die Zeitung am Samstag nicht erscheint, dann schicken Sie bitte ein Exemplar von einem Freitag. n Sortieren Sie die Seiten in die Kategorien des Wettbewerbs und markieren Sie die einzelnen Kategorien deutlich. Bei dem Beispiel wurde ein Papierbogen in der Mitte gefaltet und die Seiten dort eingelegt. Das ist perfekt. 2. 3. 4. n Das Teilnahmeformular muss auf jeden Fall ausgefüllt beiliegen. Es steht zum Download bereit: www.newspaperaward.org Das Formular kann am Bildschirm ausgefüllt werden. n Man kann das gleiche Formular benutzen, um bei einer Einreichung Detail-Angaben zu machen. n Fordern Sie unter dieser E-Mail-Adresse eine Rechnung an: nkuepper@newspaperaward.org n Um eine Rechnung schreiben zu können, benötigen wir die exakte Firmen- Anschrift. Im Zweifel erfragen Sie die korrekte Anschrift bei Ihrer Buchhaltung. n Teilnehmer außerhalb Deutschlands, aber innerhalb der Europäischen Union: Wir benötigen die Umsatzsteuer-ID Ihres Unternehmens, weil diese Nummer auf der Rechnung genannt werden muss. Bei Wikipedia gibt es eine genaue Erläuterung: https://en.wikipedia.org/wiki/VAT_identification_number n Nachdem Sie eine Rechnung angefordert haben, erhalten Sie normalerweise innerhalb von 24 Stunden eine Rechnung per Email. n Überweisen Sie den Betrag dann innerhalb von 14 Tagen auf das auf der Rechnung genannte Konto. 1. So nehmen Sie am Wettbewerb teil: 5. n Print-Kategorien: Bitte senden Sie Ihre Einreichungen gut verpackt in einem Paket an European Newspaper Award z.Hd. Norbert Küpper Gutenbergstr. 4 40670 Meerbusch, Deutschland n Online-Kategorien: Bitte senden Sie Ihre Einreichungen in den Online-Kategorien als Pdf an: mail@newspaperaward.org Bei Online-Einreichungen bekommen Sie eine Bestätigungs-Email.
  • 10. n Nicht zu viele Seiten zusammenkleben. Das Foto zeigt eine Einreichung, die zu einem endlosen Streifen zusammengeklebt wurde. Es ist eine Menge Arbeit, die Seiten so zu arrangieren. Es ist aber nicht nötig, so viele Seiten zusammenzukleben. Doppelseiten sollten zusammen- geklebt werden. Wenn man zum Beispiel eine Foto-Reportage einreicht, kann man die Zeitungs-Sektion, die Beilage oder das Magazin am Beginn der Story, die bewertet werden soll, mit einem Post-It markieren. Die Jury kann dann diese Einreichung einfach durch- blättern. In der Kategorie „Konzept/Inno- vation“ werden oft Serien von Artikeln eingereicht. Da genügt es, wenn die Jury Ausdrucke im Format DIN A 4 von den einzel- nen Teilen der Serie bekommt. Awards of Excellence 10 Awards of Excellence Um Ihnen bei der Auswahl zu helfen, sind auf den folgenden Seiten die einzelnen Kategorien des Wettbewerbs mit beispielhaften Gewinner- Seiten aus früheren Wettbewerben illustriert. Bei den Einreichungen für die Awards of Excellence können Sie aus einem kompletten Jahrgang auswählen: Die eingereichten Seiten müssen zwischen 1. 10. 2014 und 30. 9. 2015 erschienen sein. Das wird oft falsch gemacht: Unabhängig von den Einzelseiten, mit denen Sie sich am Wettbewerb beteiligen, ist es auf jeden Fall erforderlich, zwei Zeitungen beizufügen. Die beiden Zeitungen sind obligatorisch! n Tageszeitungen: 14. bis 21. 3. 2015 oder 5. bis 12. 9. 2015. Es muss eine Samstags-Ausgabe dabei sein. Wenn Ihre Zeitung am Samstag nicht erscheint, schicken Sie bitte eine Freitags-Ausgabe. n Wochenzeitungen: Zwei verschiedene Exemplare. Die Zeitungen müssen zwischen 1. 10. 2014 und 30. 9. 2015 erschienen sein. n Verboten: Es ist nicht erlaubt, komplette Zeitungen einzureichen, bei denen unterschiedliche Kategorien markiert sind. Sie müssen die Seiten vielmehr aus der Zeitung heraustrennen und in die verschiedenen Kategorien des Wett- bewerbs einsortieren.
  • 11. Awards of Excellence: Kategorie 1, Titelseiten 11 1. Titelseite und Titelstory 1.1 – 1.4: Wenn Ihre Titelseite eine große Titelstory hat, die im Innern der Zeitung vertieft wird, dann schicken Sie die Innenseiten bitte auch in dieser Kategorie ein. Es ist nach wie vor möglich, nur die Titelseite einzureichen. 1.1. Titelseite Lokalzeitung 1.2. Titelseite Regionalzeitung 1.3. Titelseite überregionale Zeitung 1.3. Titelseite Wochenzeitung Iñaki Azkuna Urreta en una imagen de junio de 2011. :: IGNACIO PÉREZ Viernes 21.03.14 Nº 33.110•1,30€ BIZKAIA ELCORREOEL CORREO ESPAÑOL-EL PUEBLO VASCO. DESDE 1910. www.elcorreo.com Agur alcalde Iñaki Azkuna, el carismático, el irrepetible, el alcalde más querido, murió ayer a los 71 años. Se despidió de los bilbaínos con un mensaje rotundo, muy suyo: «Habéis sido estupendos» P2 A LA P51 EDITORIAL P76 AAMULEHTI Perustettu 1881 • Lauantai • 19. huhtikuuta 2014 He olivat kovimmat nousijat aamuleHdenvaikuttajalistalla 6 414880 001660 1 4 0 1 6 N:o 108 (43036) Viikko 16 133. vuosikerta aamulehti.fi Irtonumero 3€ Painos ••• Pirkanmaan kärjessä tutut nimet: kim Gran ja erkki solja A6–9 Ukrainan johto lupaa myönnytyk- siä maan itäosille. Uudessa perus- tuslaissa itäosassa voidaan sallia venäjän kieli virallisena kielenä. Aamulehtiilmestyyseuraavanker- ran tiistaina, mutta aamulehti.fi päivystää verkossa koko pääsiäis- viikonlopun ajan. Seuraauutisia aamulehti.fistä Ukrainataipuu myönnytyksiin •aamulehti.fi •ulkomaat A45 PääsiäisPyhät UkrAinA On ratkaisevan heiton aika Pääsiäisen pyhinä eräällä Pirkanmaan yleisurheilukentällä nähdään yksinäinen keihäsmies. Hän on Tero Järvenpää. Hänen kohtalonsa ratkeaa nyt. A50–53 Kari Huoviala: Suurin katastrofi saattoi olla Neuvostoliiton syntyminen, ei kaatuminen. B4 Päivälleen 71 vuotta sitten Suomi tuomitsi viimeisen kerran siviili- kansalaisensa kuolemaan. Tuomi- tun nimi oli Toivo Koljonen. Suomenviimeisen teloitetuntarina •uutiset/reportaasi A34–39 kirvesmUrhAt Kaija Holli: Korkeakoulujen rampauttaminen jatkuvilla leikkauksilla ei ole järkevää. B6 TImo marTTIla/aamulehTI PREIS DEUTSCHLAND 4,50 € PREISE IM AUSLAND: DKR 45,00/NOR 65,00/FIN 7,00/E 5,50/ Kanaren 5,70/F 5,50/NL 4,80/A 4,60/ CHF 7.30/I 5,50/GR 6,00/B 4,80/P 5,50/ L 4,80/HUF 1960,00 ZEIT ONLINE GmbH: www.zeit.de; ZEIT-Stellenmarkt: www.jobs.zeit.de Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH&Co.KG, 20079 Hamburg Telefon 040 / 32 80 - 0; E-Mail: DieZeit@zeit.de, Leserbriefe@zeit.de Kl. Bilder (v.o.n.u.): Katja Rahlwes für ZM; www. dainz.net; Smetek für DZ; AFP/Getty Images ABONNENTENSERVICE: Tel. 040 / 42 23 70 70, Fax 040 / 42 23 70 90, E-Mail: abo@zeit.de Stoppt die Schweiz Europa? Was auf die Volksabstimmung folgen muss Politik, Seite 2– 4 1914 Wie heilige Krieger und Pazifisten, Hurrapatrioten und Feministinnen den Kriegsbeginn erlebten 40 Seiten Spezial Porträt eines Schicksalsjahrs Titelbild:SmetekfürDIEZEIT/www.smetek.de W as ist nur mit der Elite los? Die bekannteste Frauen- rechtlerin, der wichtigste Fußballmanager,einehema- liger Herausgeber der ZEIT – sie alle haben in mehr oder weniger großem Stil Steuern hinterzogen. Sie habendamitdemGemeinwesenSchadenzugefügt, und deshalb ist die Empörung mehr als berechtigt. Empörung, gerade berechtigte, kann aber auch zu einer Lust werden, zu einer Art Breitensport. Gewiss, jeder Staat hat mit seinen Bürgern einen unausgesprochenen Vertrag abgeschlossen: Ihr entrichtet Steuern, im Gegenzug sorge ich für Sicherheit, Straßen und Gerechtigkeit. Alice Schwarzer, Uli Hoeneß und Theo Sommer haben diese Abmachung einseitig aufgekündigt. Dafür müssen sie bezahlen, mit Geld und einem vorläufigen oder endgültigen Verlust an Anse- hen. Teil des Deals ist schließlich auch, dass, wer viel hat, auch viel geben muss. Die Gesellschaft akzeptiert in der Regel, dass einige über mehr Geld oder Einfluss verfügen als andere – aber nur, wenn auch die Reichen und Mächtigen die Grundregeln des Zusammenlebens einhalten. Von den weniger Begüterten wird das wie selbstverständlich erwartet: Wer bei Hartz IV betrügt, der kann nicht auf Milde hoffen. Die Sanktionen beim Missbrauch von staatlichen Sozialleistungen sind in den vergangenen Jahren immer weiter verschärft worden. Und nicht selten haben diejenigen, die jetzt die Steuer- fahndung fürchten müssen, einer solchen Ver- schärfung das Wort geredet. Die Schweiz und andere Steueroasen geraten immer mehr unter Druck Schlimmer als die Steuerhinterziehungen sind oft die Ausreden. Da wird allen Ernstes die ei- gene Steuerflucht zum Akt des zivilen Ungehor- sams stilisiert, mit dem Argument: Der Staat verschwendet das Geld doch sowieso nur, also behalte ich es besser. Selbstjustiz gegenüber dem Staat also. Nein, auch für die Reichen gilt: Der Weg hin zu einem anderen Steuersystem führt in einer Demokratie über die Wahlurne. Wer weniger Steuern zahlen will, der kann die FDP wählen, aber nicht die Schweiz. Dann schon lieber Vergesslichkeit vorschüt- zen, möchte man fast sagen. Nur: Niemand ver- gisst einfach, dass er ein paar Millionen in der Schweiz liegen hat, es sei denn, er hat ein paar Milliarden. Das ist eben das Problem bei den Ausreden, sie verkaufen die Betrogenen auch noch für dumm. Tatsache ist hingegen: Der Steuerbetrug ent- springt in den allermeisten Fällen dem schlichten Kalkül, es werde schon keiner etwas bemerken. So war es auch viele Jahre lang. Die Kosten- Nutzen-Rechnung hat sich mittlerweile aller- dings verändert, weil der Staat genauer hinschaut. Wer sich also heute selbst anzeigt, der beweist damit nicht Einsicht in seine Fehler, sondern in die veränderte Gefahrenlage. Nicht so nobel. Insofern ist die ganze Steuerhinterzieherei moralisch wie juristisch ein Vergehen. Es gibt jedoch – gerade im ethisch hyperventilierenden Deutschland – einen entscheidenden Unter- schied zwischen Recht und Moral. Die Richter verurteilen und setzen das Strafmaß fest, die Moralisten verurteilen und werden dabei oft selbst maßlos, sie können einfach nicht mehr satt werden in ihrem Gerechtigkeitshunger. Der vergangene Woche zurückgetretene CDU-Schatzmeister Helmut Linssen etwa hat recht viel Geld von den Bahamas nach Panama verschoben, aber bislang hat ihm niemand nach- weisen können, Steuern hinterzogen zu haben. Eigentlich sollte hier die Unschuldsvermutung gelten – die Medien aber sind über ihn her- gefallen, seine Partei hat ihn schnell entsorgt. Die Botschaft, die von dieser moralisch- politischen Vorverurteilung ausgeht, ist ebenso klar wie falsch: Es kommt nicht mehr darauf an, wofür ein Politiker steht, sondern darauf, was für ein Mensch er ist. Die weiße Weste ersetzt die inhaltliche Auseinandersetzung. In den Au- gen einer etwas zu selbstgerechten Öffentlich- keit spaltet sich die Welt in die Guten, die an- klagen, und die Bösen, die schon bei Anklage- erhebung von dannen ziehen sollen. So besteht die Gefahr, dass an die Stelle der Herrschaft des Rechts ein moralischer Rigoris- mus tritt, der die halbe Republik unter General- verdacht stellt, aber in der Sache wenig bewirkt. Denn dem Staat wäre damit nicht gedient. In Deutschland gehen Steuerhinterzieher straffrei aus, wenn sie sich selbst anzeigen. Das mag unter moralischen Gesichtspunkten problematisch sein, denn wer dem Staat nichts anzubieten hat, kommt nicht in den Genuss einer solchen Son- derbehandlung. Doch mit den zusätzlichen Staatseinnahmen, die infolge dieser halben Am- nestie in die Staatskassen fließen, lassen sich viele Schulen und Straßen bauen. Davon profitieren auch diejenigen, die auf staatliche Leistungen angewiesen sind. Denn trotz immer ausgereifte- rer Fahndungsmethoden bliebe ohne die Selbst- anzeige viel altes Geld unentdeckt. Eine gute Ergänzung für das Recht wäre darum nicht die Moral, sondern der Pragmatismus. Deshalb muss die Konsequenz aus den jüngs- ten Steuerdelikten lauten, die bestehenden Schlupflöcher mit gesetzlichen Mitteln beson- nen zu beseitigen. Vieles wurde schon auf den Weg gebracht. Die Schweiz und andere soge- nannte Steueroasen geraten unter immer stärke- ren internationalen Druck. Die Finanzämter ar- beiten heute viel enger zusammen als früher, es gibt immer weniger Verstecke für schwarzes Geld. Moral hingegen taugt als politische Kate- gorie nur bedingt. Die Steuerfahndung braucht nicht mehr Moral, sondern mehr Personal. Grenzen der Moral Steuerhinterziehern sollten wir weniger mit Empörung als mit juristischem und politischem Druck begegnen VON MARK SCHIERITZ DEUTSCHLANDS ELITE www.zeit.de/audio 69.JAHRGANG C 7451 C No 8 M an kann das Problem mit Reizwörtern beschreiben, mit »Sex« und »Smarties«. Oder den Fachjargon benutzen: »Notfallkontrazeptivum«und »Levonorgestrel«. Die meis- ten Betroffenen reden aber nur von der Pille da- nach. Ihretwegen gibt es wieder heftigen Streit. Die Union will, dass die Pille danach ver- schreibungspflichtig bleibt. Alle anderen Partei- en wollen sie freigeben, sodass man sie in einer Apotheke kaufen kann wie Aspirin. Bis zum ver- gangenen Sonntag sah es so aus, als würde ihre Forderung nach Jahren Gesetz werden, dann sagte der neue CDU-Gesundheitsminister Her- mann Gröhe: Nein. Das Problem spaltet nicht nur die große Koalition, sondern auch die Bevöl- kerung: Eine aktuelle Umfrage aus dem stern er- gab, dass 45 Prozent der Befragten gegen die Freigabe sind und 49 Prozent dafür (der Rest ist unentschieden). Es wäre daher gut, noch einmal die Fakten und Begriffe zu sortieren. Freigabe führt nicht zu Missbrauch – das zeigt sich in anderen Ländern Beginnen wir mit den Smarties. Der konserva- tive Gesundheitspolitiker Jens Spahn trat vor ei- nigen Wochen eine aufgeregte Diskussion auf Twitter los, als er über die Pille danach schrieb: »Man muss es wohl immer wieder sagen: Das sind keine Smarties.« Viele Frauen schossen zu- rück, sie fühlten sich bevormundet. Die Formu- lierung war unglücklich, aber sie beschreibt eine ernste Sorge: dass Frauen und vor allem Mäd- chen die Pille danach konsumieren könnten, als sei nichts dabei. Dass die Notfallverhütung zur normalen Verhütung wird und die Pille danach die normale Pille ersetzt. Das kann niemand wollen. Und das will auch niemand. Für die meisten Frauen ist die Pille danach kein Smartie, sondern eine bittere Medizin. 2012 wurde sie in Deutschland fast 400 000 Mal ver- schrieben, vor allem an Frauen zwischen 25 und 29 Jahren. Die Bundeszentrale für gesundheit- liche Aufklärung hat nachgefragt, warum. Bei den meisten war das Kondom gerissen. Andere hatten vergessen, ihre tägliche Antibabypille zu nehmen. Wieder andere hatten tatsächlich nicht an Verhütung gedacht. Nur wenige gaben an, die Pille danach mehr als einmal genommen zu ha- ben. Sie ist eben nicht harmlos, sondern ziemlich unangenehm. Man kann Kopfschmerzen, Bauch- krämpfe und Übelkeit von ihr bekommen. Auch Hermann Gröhe sprach von den Ne- benwirkungen, als er der Welt am Sonntag erklär- te, warum die Pille danach verschreibungspflich- tig bleiben müsse. Allerdings übertrieb er die Gefahr: Der Wirkstoff Levonorgestrel ist seit mehr als 40 Jahren auf dem internationalen Markt, ohne dass je schwerwiegende Probleme bekannt geworden sind. Er verzögert den Ei- sprung, bis die Spermien abgestorben sind, bricht aber keine Schwangerschaft ab. Die Welt- gesundheitsorganisation hat den Wirkstoff 2010 für gut verträglich befunden, der Sachverständi- genrat des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (der das Gesundheitsministe- rium berät) vertrat diese Meinung schon vor zehn Jahren und hat sie jetzt noch einmal bekräf- tigt. Auch der Bundesrat ist für die Freigabe. Klugerweise hat Hermann Gröhe betont, dass es ihm nicht darum gehe, die sexuelle Selbst- bestimmung von Frauen einzuschränken. Er wolle nur, dass sich jede Frau vor der Einnahme von einem Arzt beraten lasse. Und da liegt der Denkfehler: In dem Moment ist die entschei- dende Frage nicht, ob man nun diese oder jene Nebenwirkung in Kauf nehmen will. Sondern: Will ich es in Kauf nehmen, wegen eines ge- platzten Kondoms, einer vergessenen Pille ein Kind zu bekommen? Das Fachwissen eines Me- diziners kann und sollte einer Frau die Antwort auf diese Frage nicht abnehmen. Die Entscheidung ist sehr persönlich und muss schnell fallen. Die Pille danach wirkt umso besser, je früher man sie nimmt, und nach 72 Stunden ist es zumindest bei diesem Wirkstoff zu spät. Falls der ungeschützte Geschlechtsver- kehr also am Wochenende stattgefunden hat (was häufig vorkommt), ist die Sache mit der schnellen Einnahme schwierig: Man muss erst zum Krankenhaus fahren oder einen Arzt auf- treiben, der am Wochenende ein Rezept schreibt. Wäre die Pille rezeptfrei, könnte man direkt zur Apotheke gehen und sie für 18 Euro kaufen (die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht). Außer in Deutschland, Polen und Italien kann man die Pille danach überall in Europa frei bekommen. Dass die Freigabe zu Leichtsinn und Missbrauch führt, hat sich in 14 Jahren nicht be- stätigt. In Großbritannien besorgen sich zwar viel mehr Frauen die Pille danach als früher – aber sie nehmen sie nicht öfter als zu Zeiten der Verschreibungspflicht. In Schweden ist die Zahl der Abtreibungen laut der Beratungsorganisa- tion Pro Familia gesunken, besonders bei jungen Frauen. Und in der Schweiz und in Frankreich benutzt man Antibabypille und Kondom so häu- fig wie zuvor. Auch wenn man die Pille danach frei kaufen kann, bleibt sie eine Notfalllösung. Es ist eine Errungenschaft, dass Frauen die Folgen ihrer Sexualität heute besser kontrollie- ren können denn je. Jetzt wäre die Gelegenheit, den nächsten Schritt zu gehen, auch wenn er nicht allen gefällt: Eine Freigabe könnte dazu führen, dass sich Frauen die Pille danach auf Vorrat kaufen. Es könnte sein, dass sie die Ne- benwirkungen unterschätzen oder seltener zum Frauenarzt gehen. Doch diese Nachteile sind weit weniger schlimm, als es eine Abtreibung oder eine ungewollte Schwangerschaft wäre. Jeden Fall, den man verhindern kann, sollte man auch verhindern. Keine Smarties Ja, die Pille danach hat Nebenwirkungen. Aber Abtreibungen oder ungewollte Schwangerschaften sind weit schlimmer VON KHUÊ PHAM SEXUELLE SELBSTBESTIMMUNG www.zeit.de/audio DIE ZEITW O C H E N Z E I T U N G F Ü R P O L I T I K W I R T S C H A F T W I S S E N U N D K U L T U R 13. FEBRUAR 2014 No 8 Tierschützer Gegen den Kopenhagener Zoo- direktor, der wegen Platzmangels und Inzuchtgefahr eine junge Gi- raffe töten ließ, tobt ein Shitstorm. Das Tier wurde vor den Augen der Besucher zerlegt und an die Löwen verfüttert. Seinen Kritikern sagt der Direktor, es sei die Aufgabe eines Zoos, den Menschen zu zei- gen, wie es in der Natur zugehe. Von den Morddrohungen, die er nun erhält, kann er lernen, wie es unter Menschen zugeht. GRN. PROMINENT IGNORIERT Der Kardinal und das Kapital Die zweifelhaften Geschäfte des Erzbistums Köln Dossier, Seite 17 Schönheit, Kraft, Ausdauer 100 Seiten Modemagazin für die sportliche Frau ZEITmagazin 4 1 9 0 7 4 5 1 0 4 5 0 0 0 8 Die DeutscheDie Deutsche FernsehmarkeFeFernsehmarkeDie Deutsche Fernsehmarke Made in GermanyMade in GermanGermany technisat.dechnis .detetechnisat.dechnischnisat.detechnisat.de Die Deutsche FeFernsehmarkeDie Deutsche Fernsehmarke Made in GermanyMade in GermanGermany techniplus.dechnipluschniplus.detetechniplus.dechnipluschniplus.de P O L I T I K Aber sicher: unsere Pensionen S T E I E R M A R K DieTerrassenhaus- siedlung S.44 S T A D T L E B E N PeterIwaniewicz: eineWürdigung S.34 M E D I E N DerNSA-Skandal: einDossier S.19 S T E I E R M A R K DieTerrassenhaus- siedlung S.44 S T A D T L E B E N PeterIwaniewicz: eineWürdigung S.34 FALTER A N Z E I G E F E U I L L E T O N ElisabethLeopold undihreSammlung S.24 M E I N U N G BarbaraTóthüber dieCaritas-Partei S.6 € 3,20 Nr.45/13 6.11.13 Programmzeitraum: 8.11.bis 14.11.13 A L L E T E R M I N E 8 . – 1 4 . 1 1 . Falter:Woche–56SeitenWien undSteiermark,Tagesprogramm,Kritik Falter mit Falter:Woche Erscheinungsort: Wien P.b.b. 02Z033405 W Verlagspostamt: 1010 Wien laufende Nummer 2424/2013 € 3,20 I L L U S T R A T I O N : O L I V E R H O F M A N N Die US-Spitzelaffäre und Europa: Zehn Experten geben Auskunft über den globalen Skandal NSA: Sie wollen’s wissen H E U R E K A Ethikinder Wissenschaft FAFAFH E U R E K A Ethikinder Wissenschaft Titelseite und Titelstory Titelseite und Titelstory ETSI LAGAUCHE VOTAIT? (ÀGAUCHE)Unsursaut,dimanche,ausecondtour desélectionsmunicipales,pourra-t-illimiter lavictoireannoncéedeladroite? WEEK­END PAGES 2­14 PHOTODEPASCALCOLRATASSISTÉDEM.FAGETETE.OMMES.MODÈLE:SOLANGE •2,60 EUROS. PREMIÈRE ÉDITION NO10224 SAMEDI 29 ET DIMANCHE 30 MARS 2014 WWW.LIBERATION.FR IMPRIMÉ EN FRANCE / PRINTED IN FRANCE Allemagne 3,30 €, Andorre 2,80 €, Autriche 3,70 €, Belgique 2,70 €, Canada 5,99 $, Danemark 35 Kr, DOM 3,40 €, Espagne 3,30 €, Etats­Unis 5,99 $, Finlande 3,70 €, Grande­Bretagne 2,70 £, Grèce 3,70 €, Irlande 3,40 €, Israël 26 ILS, Italie 3,30 €, Luxembourg 2,70 €, Maroc 29 Dh, Norvège 35 Kr, Pays­Bas 3,30 €, Portugal (cont.) 3,50 €, Slovénie 3,70 €, Suède 33 Kr, Suisse 4 FS, TOM 540 CFP, Tunisie 4,40 DT, Zone CFA 2 800 CFA.
  • 12. 2. Sektions-Titelseiten 2.1 – 2.4: Neben den Sektionstitelseiten möchten wir auch die Story im Innern sehen, die auf der Sektions-Titelseite angerissen wird. Schicken Sie sie bitte in dieser Kategorie ein. 2.1 Sektions-Titelseiten Lokalzeitung. 2.2 Sektions-Titelseiten Regionalzeitung. 2.3 Sektions-Titelseiten überregionale Zeitung. 2.4 Sektions-Titelseiten Wochenzeitung. Awards of Excellence: Kategorie 2, Sektions-Titelseiten 12 Wochenend-JournalSamstag, 9. November 2013 Pro und Contra: Soll Ed ward Sno wden Asyl in Deutschland bekommen? Seite V5 ...... AUSGABE NR. 259 69./162. JAHRGANG H Fotos:MatthiasZimmermann IInhalt UnterhaltungUnterhaltung V4 GeldmarktGeldmarkt V16 CapitoCapito V6 GeschäftsverbindungenGeschäftsverbindungen V16 Fernsehen aktuellFernsehen aktuell V32 TiermarktTiermarkt V16 Job-BörseJob-Börse V7–V14 Kfz-BörseKfz-Börse V17–V22 VerkäufeVerkäufe V14–V15 Immo-BörseImmo-Börse V23–V27 KaufgesucheKaufgesuche V14–V15 MietmarktMietmarkt V28–V29 KunsthandelKunsthandel V15 BekanntschafteBekanntschaften V30–V31 Barfuß im Schnee Was Pfarrer Kneipp Kinder heute raten würde. Vom Schneetreten und Taulaufen. Capito Genau die richtige Immobilie finden Sie heute in unserer großen Immo-Börse auf den Seiten V23–V27 Nächste Woche im Journal Fallgrube Kindererziehung: Wie macht man es nur richtig? Von Helikoptereltern und anderen Katastrophen Im Vernichtungslager Auschwitz ermordeten die Nazis 1,5 Millionen Menschen. Ein Schuh, ein Brillengestell – mehr ist dort, wenn überhaupt, von vielen ausgelöschten Leben nicht zurückgeblieben. Erkundungen an einem Ort des Grauens Zaterdag 10 mei & Zondag 11 mei 2014 08 Lunchen met schrijver Herman Koch 10 Afscheid van de hipster 12 Ultrarunners rennen de woestijn door 18 Red een kuiken, eet een haan 24 Media en service Seks en de afwas FOTODAVIDVANDAM ‘Ik was als jongen niet knap, wel aantrekkelijk’ – Herman Koch, L9 NZZamSonntag 20. Oktober 2013 Homöopathie Wederhilfreichnoch humanitär63 GegenGürtelrose InEnglandwerden Seniorengeimpft65 DigitalesKochen EinKochtopfmit Bluetooth66 Clown-Therapie HumoralsMittel gegenDemenz67 WasZeitist,kanndie Physiknichtwissen. Abersiekannsie messen–sogenau,dass diebestenUhrenbald eineNeudefinitionder Sekundenötigmachen A lbert Einstein sagte einmal, dass Zeit sei, was man auf der Uhr ablese. Doch so einfach ist es nur scheinbar: Was nämlich das Wesen der Zeit ist, kann die Physik bis heute nicht beschreiben. Nur messen lässt sie sich, und zwar weitaus präziser als jede andere physikalische Einheit: Bis auf sechzehn Stellen hinter dem Komma genau schaffen es die derzeit besten Cäsiumatomuhren. Das Ticken von Cäsiumuhren liegt auch dem internationa- len Zeitstandard zugrunde. Noch etwa hundertmal genauer soll die nächste Generation von Atomuhren laufen: Diese optischen Atomuhren ticken nicht mehr im Radiofrequenzbereich, sondern bei den wesentlich höheren Frequenzen des Lichts. Deshalb können sie die Zeit feiner und somit auch präziser einteilen. «Würde eine solche Uhr seit Beginn unseres Universums stabil laufen, dann würde sie heute nur um eine Sekunde falsch gehen», sagt Ekkehard Peik von der Physikalisch- Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Der Physiker leitet dort den Fachbereich «Zeit und Frequenz». Die Forscher verbinden die Pflicht, als staat- liche Behörde für möglichst genaue Masse zu sorgen, mit der Suche nach neuen metrologi- schen Techniken. Diese Forschung führt von jeher an die Grenzen der Erkenntnis. Der legendäre britische Uhrenbauer John Harri- son (1693–1776) löste mit hochgenauen Schiffsuhren das Problem der Längengrad- messung. Bis heute gilt: Je genauer eine Uhr ist, desto präziser kann man damit geografi- sche Positionen bestimmen. Navigation ist nach wie vor ein wichtiges Anwendungs- gebiet ultrapräziser Zeitmessung. Moderne GPS-Satelliten sind fliegende Atomuhren, die Zeitsignale senden. Aus deren Laufzeitunter- schieden errechnet jedes Navi seine Position. In den Braunschweiger Laboren «ticken» bereits mehrere optische Uhren. Noch allerdings sind es Experimente, noch läuft weltweit keine optische Uhr länger als einige Stunden oder Tage am Stück. Erst wenn sie über Jahre hinweg ein stabiles Signal geben können, sind sie fit für einen neuen Zeitstandard. Wie zu Harrisons Zeiten besitzen auch Atomuhren «Pendel» und «Uhrwerk». Generell gibt ein Pendel den Zeittakt vor, bei Atomuhren schwingt es in den Elektro- nenhüllen einzelner Atome. Die Elektronen dürfen sich darin nur in Quanten- zuständen aufhalten, die die Natur erlaubt. Diese kann man mit den genau definierten Sprossen einer Energieleiter vergleichen. Beim Sprung auf die tiefere Sprosse senden Elektronen die überschüssige Energie als ein Quant elektromagne- tischer Strahlung aus, umgekehrt nehmen sie beim Satz hinauf ein solches Quant FortsetzungSeite62 Die ersten Uhren mit Sekundenzeiger stammen aus dem 16. Jh. Eine stammt vom Schweizer Jost Bürgi. Er schuf sie 1579 für Wilhelm IV. von Hessen-Kassel. GETTYIMAGES Ein Park, so grün und schön, wie ge- schaffen für eine bruta- le Auseinandersetzung. Michael Berger, 29, fährt von der Arbeit nach Hause, erst mit der Bahn von Wolfsburg nach Braun- schweig, dann mit dem Rad weiter. 17 Uhr, Donnerstag, Spätsommer. Auf dem Weg in den Bürgerpark muss der Mann niesen, Schnupfen, er hält sich nicht die Hand vor dem Mund, gibt er später zu. An mehr kann er sich nicht erinnern. In diesem Moment kommt ihm ein Auto entgegen, der Fahrer sagt später aus, der Radler habe auf die Scheibe gespuckt und ihn mit den Augen fixiert. Der Autofahrer legt den Rückwärtsgang ein und verfolgt den Radfahrer, dreht dann. Berger bemerkt dies erst nach ein paar Hundert Metern, er biegt in den Weg, wo nur Fußgänger und Radler erlaubt sind. Nun hört er den hochgedrehten Mo- tor. Er fühlt sich verfolgt, bekommt Angst, fährt schneller. „Ja, und dann gab es einen kräftigen Ruck nach hinten.“ Berger sitzt im Bür- gerpark auf einer Bank und erzählt. Das Auto drängt den Radler nach links ab, schubst ihn von hinten, Frauen auf ei- nem Kinderspielplatz sehen die Szene. Ber- ger stürzt, fällt vom Rad ins Gras, das Rad wird noch gut zehn Meter an der Stoßstan- ge mitgeschleift. Der Wagen hält, der Fah- rer steigt aus und greift sich Berger. Der Radler ist schockiert und verwirrt, er weiß nicht, wie ihm geschieht. Der Fahrer schreit. Von irgendwoher kommt ein Ta- schentuch. Berger wischt damit die Wind- schutzscheibe sauber. Er entschuldigt sich. Dann wird er losgelassen, das Auto wendet, fährt davon. Tagtäglich geraten im Straßenverkehr Fahrradfahrer und Autofahrer aneinan- der. Die Nerven liegen in fast allen Fäl- len schnell blank. Es gibt Unfälle und re- gelrechte Kämpfe in allen Bereichen, mit Anwürfen, Schreiereien, Beleidigungen. Die Vorwürfe gehen in Richtung des je- weils anderen, Vorfahrt genommen, rote Ampel überfahren, Abbiegen ohne Blin- ken oder Handzeichen, die Straßenver- kehrsordnung nicht beachtet. Immer ist der andere rücksichtlos, ein Rowdy, Rüpel, Flegel, Trottel. Die Straße ist Kampfstätte. Unbestreitbar sind Radfahrer im Verkehr gefährdeter als Autofahrer. Alle zwei Stunden verun- glückt in Berlin ein Rad- ler, sagt die Statistik. Bei jedem 14. Rad- unfall ist eine plötzlich geöffnete Autotür im Spiel. Die Autofahrer empfinden Rad- fahrer als die größten Sünder im Ver- kehr, 32 Prozent der Deutschen – Spit- zenwert – sagen das laut einer aktuellen Studie. 29 Prozent der Radfahrer sehen das genauso. Im Einzelnen beklagt wer- den das Nebeneinander-Herradeln auf der Straße, überhaupt die Nutzung der Straße, allgemeines rücksichtsloses Fah- ren. Auch der ADAC hat seine Mitglieder befragt. Als höchstes Sündenvergehen gilt zu dichtes Auffahren unter Autofah- rern, an vierter Stelle nennen zwei Drit- tel der Befragten „Radfahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten“. Auf den ersten Blick paradox ist, dass sehr viele Radfahrer auch Autofahrer sind und umgekehrt. Ideologische Gründe spielen bei den Aggressionen deshalb gar keine so große Rolle. Geschimpft wird immer, heute so, morgen so. „Im Auto ärgert man sich häufiger, weil man da allein ist“, sagt Andreas Hölzel vom ADAC. Da fehlt so ein biss- chen der Nachbar, die soziale Kontrolle, die einen einbremst. Auf dem Fahrrad ist es ähnlich.“ Sein Kollege René Filippek vom Fahrradclub ADFC sagt: „Ich als Verkehrsteilnehmer nehme immer die Position ein, die ich gerade habe. Wenn ich auf dem Rad sitze, ärgere ich mich über alle anderen.“ Ungerechtigkeitsge- fälle und Benachteiligungsempfinden sind also hausgemacht. Es geht um Mo- bilität, der eine hindert den anderen am schnellen Vorwärtskommen. Die unter- schiedlichen Geschwindigkeiten sind nicht kompatibel. Unter- und Überlegenheitsgefühle greifen munter ineinander, oft in einem Kopf. Beide Parteien sind von Verlust- ängsten geprägt. Gerade in Städten, wo der Radverkehr stark zunimmt, fühlen sich Autofahrer verdrängt und benachtei- ligt. Erst gab es keine Parkplätze mehr, jetzt gibt es auch weniger Straßenraum. Und überall die Typen, die Ampeln miss- achten. Schon heißt es: „Du Trottel!“ Beim Fahrrad wirkt die reale Gefahr, den Kürzeren zu ziehen, als zusätzlich stresssteigernd. Wer auf der Busspur da- rauf achten muss, dass der Bus einen sieht oder die Autofahrer beim Abbiegen bitte schön in den Spiegel schauen, der geht HB-Männchen-gleich in die Luft. Und: Radler haben kein Kennzeichen. Aus der Anonymität heraus schreit es sich leicht „Du Idiot!“ Also: Es ist falsch. Aber mensch- lich. Michael Berger hat nach dem Unfall Prellungen, Schürfwun- den, leichte Verletzungen der Halswirbelsäule, er trägt Helm. Sonst geht es ihm gut. Der Notarzt sagt, er habe wahnsinniges Glück gehabt. Das Rad ist kaputt. Die Polizei findet das Auto aufgrund des Kennzeichens schnell in der Braunschwei- ger Innenstadt, der 21 Jahre alte Autofah- rer weiß bei seiner Festnahme zunächst nicht, weshalb die Beamten ihn sprechen wollen. Es gibt Anzeigen und später eine Anklage wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, gefährlicher Körper- verletzung, Nötigung, Sachbeschädigung. Mitte Mai 2014 wird am Amtsgericht Braunschweig verhandelt. Michael Berger sagt: „Ich fühlte mich extremst bedroht.“ Der Angeklagte, der früher bereits wegen Körperverletzung verurteilt worden war, räumt ein, zu Wutausbrüchen zu neigen. Das Schöffengericht verurteilt ihn zu 15 Monaten Haft auf Bewährung, der einge- haltene Führerschein bleibt weitere zehn Monate gesperrt. Der Täter muss Sozialstunden leisten und einen Anti-Aggressionskurs machen. Als der Fall in der lokalen Zeitung steht, kommentieren Leser: „Und wo bleibt das Urteil für den Fahrrad-Rowdy? Der müss- te das Selbe (sic) bekommen. Die Schuld ist 50/50 verteilt.“ Ein anderer schreibt: Das ist ein ideologisches Autohasser-Ur- teil. Wenn ich rauskriege, wer der Fahrer war, überweise ich ihm 3000 EUR als Kompensation.“ Missverständnisse und Unkenntnis, da- rum geht es. Die meisten Autofahrer glauben, Radfahrer müssten auf Radwe- gen oder auf dem Bürgersteig fahren. Dem ist nicht so. Nur wenige gekenn- zeichnete Radwege sind benutzungs- pflichtig. Der ADFC empfiehlt Radlern aus Sicherheitsgründen sogar, auf der Straße bis zu einem Meter Abstand zum Fahrbahnrand und zu den Parkreihen zu halten. Dies birgt weiteres Frustpoten- zial für Autofahrer. Umgekehrt fühlen sich Radfahrer oft wie Fußgänger auf zwei Rädern, es fehlt das Bewusstsein, dass sie ein Fahrzeug führen. Im Pulk kann das zu Häme und Arroganz führen. Der neueste Reizfaktor ist eine Veran- staltung namens „Critical Mass“. In deutschen Städten treffen sich jeweils am letzten Freitag des Monats Radfah- rer, um durch die Innenstädte zu fah- ren. Sie wissen vom Paragrafen 27 der Straßenverkehrsordnung. Demnach sind 15 Radfah- rer mit derselben Strecke ein Ver- band, sie dür- fen ne- beneinan- der fahren, eine ganze Spur der Stra- ße einnehmen. Wenn die Verbandspitze bei Grün über die Ampel fährt, kann der Rest fol- gen. In manchen Städten waren es hundert Radler, in anderen tausend, die fröhlich und selbstbewusst umherradelten. In Hamburg trafen sich Ende Mai 5000, in Berlin vergangene Woche 3500 Men- schen. Autos in Seitenstraßen und an Kreuzungen hatten das Nachsehen. Den nicht immer geduldig wartenden Auto- fahrern wurde „Jetzt erst recht!“ zugeru- fen. In Rostock notierte die Polizei: „Sie fuhren bewusst langsam und ließen kei- ne Pkw vorbeifahren. Am Schlussfahrrad war ein Schild angebracht mit der Auf- schrift: ,Hier ruht der motorisierte Ver- kehr‘. Die meisten der Fahrräder waren nicht verkehrssicher nach der StVO.“ Normaler wird der Straßenkampf durch „Critical Mass“ jedenfalls nicht. Lösungen? Der ADFC setzt auf den Gewöhnungseffekt: Wo ohnehin viele Radfahrer unterwegs sind, verringern sich auf Dauer auch die Konflikte, Aggression nimmt ab. Mehr Radverkehr hat auch Disziplinierungseffekte für die Radfahrer, etwa wenn sie sich einreihen müssen. ADAC-Mann Hölzel sagt: „Wir empfehlen, die Gelassenheit zu üben. Das ist das Einzige, das hilft.“ Es klingt wie ein Stoßgebet: Herr, lass Hirn vom Himmel regnen. Michael Berger ist Bezirksrat in Braun- schweig, ein dicht besiedeltes Gebiet mit viel Radverkehr. Die Abgeordneten disku- tieren über Verkehrsregelungen, denn die Verkehrsströme verändern sich auch hier. Das Problem sei, dass es im Straßenver- kehr zwei Gruppen gebe: „eine Gruppe, die versteht: Straßenverkehr ist ein Miteinan- der, wir müssen aufeinander achten. Und die andere Gruppe, die sagt, ich fahre jetzt und der andere soll sehen, wie er zurecht kommt.“ Berger ärgert sich über Radfahrer, die oh- ne Licht und schnell noch über die rote Ampel fahren. Das Risikobewusstsein gehe bei Radfahrern schnell verloren, sagt er. Im Bezirksrat setzt er sich dafür ein, dass es mehr Radwege auf der Straße gibt. „Nur wenn das über mittlere Strecken zü- gig funktioniert, kann das Rad eine echte Alternative im städtischen Bereich zum Auto sein.“ Angst hat Berger nach der Attacke im Bürgerpark nicht, nur ab und zu ein mulmiges Gefühl beim Radfah- ren. Aber zur Arbeit und von dort nach Hause fährt er mittler- weile mit dem Auto. WAMS_Dir/WAMS/WSBE-VP2 06.07.14/1/Aut1 CCI 5% 25% 50% 75% 95% Abgezeichnet von: Artdirector Abgezeichnet von: Textchef Abgezeichnet von: Chefredaktion Abgezeichnet von: Chef vom Dienst 66 06.07.14 6. JULI 2014 WSBE-VP2 BELICHTERFREIGABE: -- ZEIT::: BELICHTER: FARBE: WELT AM S ONNTAG 6. JULI 2014 MOTOR Beschuldigungen, Beleidigungen, Handgreiflichkeiten: Täglich eskalieren Streitigkeiten zwischen Autofahrern und Radfahrern. Jetzt gibt es einen neuen Reizfaktor VON HOLGER KREITLING Blutiger Straßenkampf E BTSOMMEREine Beilage des «Bieler Tagblatt», 11. Juni 2014, www.bielertagblatt.ch Schlafen Sie gut – unter dem Zeltdach 3 Tierpensionen: Zuhause auf Zeit für Vierbeiner 5 Über den Wolken von Kappelen 7 Tipps für sommerliche Ausflüge im Seeland 8 & 9 Alles im Blick: die richtige Wahl des Feldstechers 11 BTHERBSTEine Beilage des «Bieler Tagblatt», 9. September 2014, www.bielertagblatt.ch Herbstmode Hüte sind wieder in Seite 3 Bildung Lernen macht Spass Seite 5 Laufen mit Hund Sport auf zwei und vier Beinen Seite 9 ApfelernteKönig der Früchte Der Apfel ist wohl die beliebteste Frucht überhaupt. Nun steht seine Ernte vor der Tür. Seiten 6 und 7 29 de Junho de 2014 AESTREIADESOFIA SOFIAARRUDAÉUMADASACTRIZESDOELENCO DAPEÇAROLETAQUEESTARÁEMCENA NAMADEIRADE3A5DEJULHO samstag, 6. september 2014 badische zeitung magazin Wilhelm Genazinos Helden leiden immer unter der Welt als solcher. So auch im neuen Roman „Bei Regen im Saal“. Seite IV Die Welt als Zumutung In TV-Krimis wird meistens falsch verhört. Einfühlung und Respekt bringen Täter eher zum „Singen“, wie Studien ergaben. Seite VII Respekt, Herr DetektivDer Rocker in Trance Der gelernte Hardrocker Robert Plant (Led Zeppelin) versucht sich an einem Mix aus weißer und afrikanischer Musik. Seite III Einfrieren, auftauen, weiterleben: Den Gundelfinger Marcus Beyer lässt der Tod kalt, denn er ist Kryoniker / Von Matthias Eisele Marcus Beyer wird nicht sterben. Al- lenfalls vorübergehend. Zumindest ist das sein Plan. Ob er funktioniert, weiß er noch nicht. Aber er lässt es auf den Versuch ankommen. Marcus Beyer ist nicht verrückt. Er ist Kryoniker. Kryoniker sind Menschen, die sich nach ihrem Tod einfrieren lassen. Bei minus 196 Grad Celsius wollen sie fortbestehen – konserviert in flüssigem Stickstoff. Sie setzen darauf, dass es der medizinische Fortschritt in 200 oder 300 Jahren erlaubt, die vereisten Körper zurück ins Leben zu holen. Die Krankheiten, die zum ToddesMenschenführten,sollennachträglichgeheilt werden. So stellen sie sich das vor. Gundelfingen im August, draußen regnet es. Aus Beyers Tasse dampft heißer Kaffee. Vor ihm auf dem Tisch liegt der Tablet-Computer des 41-jährigen Fami- lienvaters. Das Gerät hat eine giftgrüne Schutzhülle. Sie ist so grün wie das Logo der Deutschen Gesell- schaft für Angewandte Biostase, das auf dem kleinen Bildschirm aufleuchtet. Das Logo der deutschen Kryo- niker zeigt eine Start- und Pause-Taste, darüber steht das Wort „Leben“. 1:0 für die deutschen Kryoniker. Ein Witz. Auch Marcus Beyer – eines von 65 Mitgliedern der Kryoniker-Gesellschaft und fünf Jahre lang deren Vor- sitzender – lacht viel, wenn er spricht. Aber er meint esernst.Todernst.WennBeyereinesTagesstirbt,lässt ersicheinfrieren.Gründedafürhaterviele.Seinwohl wichtigster: „Ich lebe gerne“. Weltweit gibt es heute mehr als 250 Menschen, die im Zustand der Kryostase tiefgefroren in Stickstoff- tanks lagern. Die meisten dieser Eisleichen, die spacig auch Kryonauten genannt werden, gibt es in den USA. Davon etwa 120 in einem Vorort von Detroit im soge- nannten „Cryonics Institute“. Weitere 120 lagern in Scottsdale, Arizona, wo die „Alcor Life Extension Foundation“ ihren Sitz hat. Die beiden Non-Profit-Or- ganisationen existieren seit Anfang der siebziger Jah- re. Für eine davon wird sich Marcus Beyer entschei- den.SeitkurzemgibtesauchinRusslandeinenAnbie- ter. 20 Menschen sollen dort lagern. „Naja, da schau- en wir mal“, findet Beyer, „es soll ja auch ein paar hun- dert Jahre halten.“ Lieber setzt er auf die Amerikaner. Die haben mehr Erfahrung mit gefrorenen Toten. BeyergehthinüberzumKühlschrank.ErholtMilch für die nächste Tasse Kaffee. Sorgfältig wischt er die weißen Spritzer weg, die beim Aufschäumen auf die Ablagefläche der Einbauküche tropfen. Mit seiner Frau Seda und den zwei Töchtern Jana (10) und Mila (5)wohntBeyerschoneinigeJahrein derWohnungin Gundelfingen.DergebürtigeHernerstudierteinDort- mund Informatik mit dem Nebenfach Theoretische Medizin. 1999 kam er nach Freiburg, wo er am Insti- tut für Medizinische Biometrie und Medizinische In- formatikseinenZivildienstabsolvierte.Indemhistori- schen Sandsteingebäude in der Stephan-Meier-Straße arbeitete er auch eine Zeit lang als Wissenschaftler. Er wollte eine Doktorarbeit über elektronische Patien- tenakten schreiben. Doch von der deutschen For- schungsgemeinschaft gab es für dieses heute aktuelle Thema damals noch keine Finanzierung. Beyer war seiner Zeit voraus. Er gab entnervt auf. Heute arbeitet er in Freiburg als Softwareentwickler für eine Firma aus der Medizinbranche. An dem Tag, an dem Beyer stirbt, muss alles sehr schnell gehen. Das Einfrieren ist ein komplexer Vor- gang. Der Eingriff gleicht einer Operation, die will sorgfältig vorbereitet sein. Einfach tot in der Fußgän- gerzone umzufallen wäre schlecht. Es gibt Fälle von Menschen, bei denen erst Stunden nach dem Tod mit dem Einfrieren begonnen wurde. Am besten ist es, wenn man zum Sterben in ein Hospiz ziehen kann, das in der Nähe der amerikani- schen Kryonik-Institute liegt. Wer diese Option nicht hat, dem bleiben noch zwei Möglichkeiten: Entweder man sammelt ein Expertenteam um sich und bereitet dieses jahrelang akribisch auf den eisigen Eingriff vor. Oder man engagiert ein Standby-Team der amerika- nischen Anbieter. PHOTOCOURTESYOFALCORLIFEEXTENSIONFOUNDATION Tot auf Zeit Fortsetzung nächste Seite KULTUR B LÖRDAG 5 OKTOBER 2013 Senaste nytt: unt.se ■ Tel: 018-4780000 Show Jonas Gardell i fin form 4 ■ Teater Spännande barnteaterhöst 4 ■ Teater Bananmannen blir serie 6LÖRDAG FOTO: TOMAS LUNDIN … år fyller Uppsala inter- nationella gitarrfestival i år. Vi tar dig med på en resa tillbaka i tiden och påminner om allt som skett under årens lopp. Dessutom delar UNT:s Björn G Stenberg med sig av sitt dråpligaste festivalminne. 2–3 10 MARIN LUCAS VALLEY Racerhybrid utan racerstyre för dig som gillar fart! Shimano Sora- växlar, dubbelbottnade fälgar och V-bromsar. Lätt aluminiumram från Marin för god komfort. Finns i ramstorlekarna 17”, 19”, 20,5” och22”. 5.995:- ord.11.995:- växlar, dubbelbottnade fälgar och V-bromsar. Lätt aluminiumram från Marin för god komfort. Finns ramstorlekarna 17”, 19”, 20,5” REX SHOPPING Med lågt insteg och fotbroms. Ram, vevparti, sadelstolpe, styrlager och dubbelbottnade fälgar i aluminium. Cykeln levereras med godkänt lås, kjolskydd, reflexer och navdynamo till framlyset. 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En onwillekeurig dwalen haar ge- dachten af naar twee artikelen die ze de laat- ste maanden in kranten heeft gelezen. Die waarschuwden voor mannen die huishoude- lijk werk doen. Het eerste was begin februari, in The New York Times. „Does a more equal marriage mean less sex?”, luidde de kop: betekent een gelijker huwelijk minder seks? En in het arti- kel werd die vraag geleidelijk bevestigend beantwoord: ja, een gelijkwaardig huwelijk betekent minder seks. De vaste vriend van de vrouwelijke auteur (Lori Gottlieb) had het zelf gezegd, toen ze terugreden van een etentje bij vrienden met een gelijkwaardige relatie. Er was ook onderzoek naar gedaan, gepubliceerd in American Sociological Re- view. En Gottlieb (auteur van Marry Me, 2010, een handleiding voor het vinden van een partner) had het gemerkt in de relatie- therapie die ze gaf: vrouwen vinden het niet sexy als hun man stofzuigt of de vaatwasser inruimt. Vrouwen hebben ook seksuele fan- tasieën waarin ze niet gelijkwaardig zijn aan hun partner, maar juist onderdanig. Veel vrouwen hebben genoten van de soft-sm-tri- logie Fifty Shades of Grey over een onderda- nige vrouw en een sadistische man. En hun man wil die fantasie niet vervullen, had een vrouw van begin 40 tegen Gottlieb geklaagd. Naakt stofzuigen Nu kun je zo’n artikel als moderne vrouw die haar man graag (al dan niet naakt) ziet stof- zuigen nog wel terzijde schuiven. Wat staat er nou helemaal in? Veel Amerikanen die wat geroepen hebben. En één onderzoek waaruit gebleken zou zijn dat stellen bij wie de man meer in het huishouden doet minder seks hebben. In de Verenigde Staten. Maar toen kwam vorige maand Volkskrant Magazine. Op de cover: een slap hangende plumeau. „Goed huwelijk, geen seks”, luid- de de kop van het artikel. Daaronder: „Hoe gelijkwaardiger de relatie, des te slechter de seks. Zo blijkt onomstotelijk uit onderzoek.” Ineens was het onomstotelijk geworden. In zijn „essay” babbelt Jan Heemskerk de argumenten uit The New York Times opge- wekt na en voegt er zijn eigen ervaringen als huisman aan toe. En die van vrouwen in zijn omgeving wier man geen seks meer wil. „In mijn tijd was dat ondenkbaar, een man die geen seks wil”, schrijft oud-Playboy-hoofdre- dacteur Heemskerk (1962) geschokt. En het is „geen goed nieuws”, vindt hij, dat vrou- wen steeds vaker carrière willen maken en dat mannen willen zorgen en thuiswerken. Die mannen moeten een grens trekken, vindt Heemskerk: „Dan maar geen perfecte echtgenoot, maar wel een geloofwaardige minnaar en de baas in huis.” (Een „geloof- waardige minnaar”, het staat er echt! Je zult er maar een treffen.) Op basis waarvan schreef Heemskerk dit? Op basis van één onderzoek naar het ver- band tussen de verdeling van huishoudelijk werk en seks in heterohuwelijken. Eén on- derzoek en veel gekwaak. Want een beetje om je heen vragen, waarschijnlijk naar infor- matie die je gedachtengang bevestigt, is geen onderzoek. En dat veel vrouwen onderdani- ge seksuele fantasieën hebben – nou én? Hun man ligt intussen misschien wel onderop over Scarlett Johansson te dromen en we we- ten allemaal: dat gaat ook niet gebeuren. Banaan in je oor Dus laten we dat onderzoek er maar eens bij pakken, uit American Sociological Review (fe- bruari 2013), getiteld Egalitarianism, House- work, and Sexual Frequency in Marriage. De onderzoekers schrijven daarin dat ze ge- bruik maakten van oude gegevens, uit inter- views uit 1992 en 1994, omdat dat de enige beschikbare dataset was met gegevens over zowel verdeling van huishoudelijk werk als seksuele frequentie. Ze verdeelden huishou- delijk werk in een ‘mannelijke’ variant (reke- ningen betalen, auto-onderhoud, autorij- den) en een ‘vrouwelijke’ variant (koken, af- wassen, schoonmaken, boodschappen doen, wassen, strijken). De resultaten: stel- len waarvan de man meer ‘vrouwendingen’ deed, hadden minder vaak seks; stellen van wie de man meer ‘mannendingen’ deed had- den vaker seks. Gemiddeld deden de stellen het iets meer dan vijf keer per maand, maar als een vrouw nóóit een ‘vrouwending’ in het huishouden deed, lag dat dichter bij vier en als een vrouw álle ‘vrouwendingen’ deed lag het dichter bij zes keer per maand. Volgens de onderzoekers mogen we con- cluderen dat mannen en vrouwen opgewon- den raken van een partner die doet wat er traditioneel gezien bij zijn of haar sekse hoort. Dat mogen we niet, want er is slechts een correlatie gemeten: we weten dat twee dingen tegelijk gebeuren, maar we hebben geen idee van oorzaak en gevolg. In Sesam- straattaal: als Ernie een banaan in zijn oor heeft om de krokodillen weg te jagen, en er zijn inderdaad geen krokodillen, hoeft dat niet door die banaan te komen. Misschien, bijvoorbeeld, halen zieke en invalide vrou- wen in de groep ‘vrouwen die nooit een vrouwending doen’ het verder torenhoge seksgemiddelde wel gruwelijk omlaag. Maar stél dat we de onderzoekers even hun zin geven, stel dat we zeggen dat volgens hun studie mannen opgewonden raken van een vrouw die boent en afwast, en vrouwen van een man die de auto repareert, dan is dit het moment om te roepen, in koor: „Ja, zo was het misschien TWIN-TIG JAAR GE-LE-DEN! IN A-ME-RI-KA!” En daarna komen we rustig tot onszelf, en vragen ons kalmpjes af: is er eigenlijk nog meer onderzoek gedaan? Want dit is – had ik dat al gezegd? – maar één onderzoek. Drukke mensen, meer seks En verder is er heel, heel weinig onderzoek. In nog een Amerikaanse studie (Journal of Family Issues, 2010), gebaseerd op gegevens uit 1987-1988, werd geen onderscheid ge- maakt tussen huishoudelijk werk dat meest- al door mannen en dat meestal door vrou- wen wordt gedaan. De conclusie hier: hoe meer tijd vrouwen aan huishoudelijk werk besteedden, hoe meer seks. Maar ook: hoe meer tijd mannen eraan besteedden, hoe meer seks. „Work hard, play hard”, schreven de onderzoekers. Je zou ook kunnen zeggen: „If you want to have sex, ask busy people.” (Zonder garantie natuurlijk, want ook dit hoeft weer geen causaal verband te zijn.) En uit een internationaal vergelijkend on- derzoek (Archives of Sexual Behavior, 2006), kun je nog concluderen dat mensen in lan- den met meer gelijkheid tussen de seksen te- vredener zijn over hun seksleven. (Mensen die meer seks hebben, zijn sowieso blijere mensen, weten we trouwens ook.) Nieuwer, beter of überhaupt Nederlands onderzoek naar de relatie tussen seks fre- quentie en verdeling van huishoudelijk werk is er gewoon niet. Wel naar de verdeling van huishoudelijk werk op zich: dat zit in de Emancipatiemonitor van het Sociaal en Cul- tureel Planbureau (SCP). Maar in het Tijdsbe- levingsonderzoek van het SCP „is alleen ge- keken naar hoe lang we slapen en niet wat we verder nog in bed doen”, lacht men daar. En bij Rutgers WPF (voorheen Rutgersstich- ting) onderzoekt men alleen de seks, niet het huishouden. Het verband? Geen gegevens. Wel minder seks Wel is bekend dat we de laatste twintig jaar steeds minder seks hebben – hopelijk heeft u het nog niet gemerkt. „Een aantal keren per week”, zei in 1991 nog 58 procent van de ne- gentien- tot vijftigjarigen met een relatie. In 2006 was dat nog maar 37 procent (en „een paar keer per dag” zat er niet bij). Ook zijn we sinds de jaren 70 steeds minder tijd aan het huishouden gaan besteden. Misschien zijn we luier geworden, zijn de tv-series véél leuker geworden, of spelen we met onze te- lefoontjes in plaats van de boel thuis vochtig af te nemen. Niemand die het weet. Dus: zou het helpen om vrouwen vaker de keuken in te slepen en mannen juist eruit te sturen? Hebben we dan meer seks? Ik voel er niks voor om het te proberen. Straks werkt het averechts. Maar u mag zelf kiezen. Fijne moederdag. Zouden we echt meer seks hebben als vrouwen weer vaker in de keuken staan? lauraoks ARVAMUS kultuur 1.MÄRTS2014NR293 IXESSEED ANSIPISTPIKIMA PEAMINISTRIAJA TÕUSUD JA MÕÕNAD, KAOTUSED JA VÕIDUD MAARJA KANGRO KADUV KESKKLASS ÜLO MATTHEUS VÕRGUÜHISKOND JA POLIITIKA MIHHAIL KOLOSSOK KIRE KASUTUSJUHEND ERIK MÄNNIK VALIMISED, AFGANISTANI PROOVIKIVI EGLE PULLERITS LEGENDAARSE KEELENAISE SÜNNIAASTAPÄEV REIN VEIDEMANN MAUGHAMI KARUSSELLI 27. ISTEKORV TIIT KÄNDLER USSIAUGUST ÜHENDATUD AJALOOD JÜRGEN ROOSTE ISAMAALINE LAULUKE JUURIKAS IGAÜHES MEIST ON SIIM KALLAST! ARVAMUS kultuur 21.JUUNI2014NR309 foto:corbis/scanpix TIINA TAMBAUM VLADIMIR SAZONOV PRAEGU, A.D. 2014, PÜÜTAKSE TAASTADA BAGDADI KALIFAATI VILLU MENGEL ÕPETAJAKS OLEMINE IIDSETE KULTUURIDE MOODI • TIIT KÄNDLER RAUL MEELE MAAILM URMAS VADI SALLIV VÕI HOOPIS JÕNK • TIIT PRUULI SUURSUGUNE RAAMAT SUURSUGUSEST REISIST TIIT TUUMALU HINNE UUTELE EESTI FILMIDELE • NÄDALA PLAAT JAREK KASARI «LIIGA PALJU VIIUELID» AJA AUK PETE DOHERTY RIKUTUD JAHISÕIT • JUURIKAS AVALIK JOOMINE MEELDIB KÕIGILE Bieler Tagblatt, CH Bieler Tagblatt, CH Romsdals Budstikke, N Diário de Notícias, P Augsburger Allgemeine, D Badische Zeitung, D Rheinische Post, D Upsala Nya Tidning, S Het Nieuwsblad, B NRC Handelsblad, NL NRC Handelsblad, NL el Periódico, ES Postimees, EE Postimees, EE NZZ am Sonntag, CH Welt am Sonntag, D Welt am Sonntag kompakt, D
  • 13. Awards of Excellence: Kategorie 3, Nachrichten-Seiten 13 3. Nachrichten-Seiten allgemein. Wir suchen Beispiele für den herausragenden Umgang mit aktuellen Nachrichten. Zusätzlich sind folgende Unterkategorien vorgesehen: 3.1. Charlie Hebdo 3.2. Griechenland 3.3. Flüchtlinge 3.3. Erster Weltkrieg 3.4. Zweiter Weltkrieg 3.5. 25 Jahre deutsche Wiedervereingung: Publikationen in dieser Unterkategorie können bis zum 6. 10. 2015 erschienen sein und nachgereicht werden. 3.6 Naturkatastrophen: Überschwemmungen, Trockenheit, Erdbeben 3.7 Wahlen In diese Kategorie kommt alles zum Thema Wahlen. Kommunalwahlen, Landtagswahlen, Bundestagswahlen, Europawahlen. HamburgHamburg Cuxhaven Glückstadt Stade Geesthacht Lauenburg Wittenberge Hitzacker Stendal Burg Tangermünde Hiddensleben Dessau Torgau Riesa Mühlberg CoswigMeißen Pirna Neratovice Nymburk Pardubice Vrchlabi (Hohenelbe) Špindleruv Mlýn (Spindlermühle) Hradec Králové (Königgrätz) Ústínad Labem (Aussig) Litoměřice (Leitmeritz) Děčín (Tetschen) Mělník Lutherstadt Wittenberg Lüneburg Magdeburg Dresden Deutschland Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Brandenburg Brandenburg Sachsen Sachsen Sachsen-Anhalt Sachsen- Anhalt Polen Tschechien No rd-Ostsee-Ka nal Stör Schwin ge Alster Ilm ena u Elbe-Lüb eck-Kanal Sude Jeetzel Eld e Ste peni tz Hav el O hre M i ttella ndkanal Elb e -Ha ve l-Kana l Saal e Mulde Ohre (Eger) Vltava(Mol dau) Jizera (Iser) Orlice (Adler) El be Elb e Nordsee HA Z-Grafik: Dralle Oste Löcknitz Hohnstorf Fischbeck Bad Schandau Lauenburg: Der Wirt, der gelassen bleibt Gegenüber der Fischerei Panz, in der Lauenburger Unter- stadt, schaut Henrik Schmidt aus dem Fenster seines Cafés „Von Herzen“ auf den Fluss. Der Blick ist sein Kapital hier in Schleswig- Holstein. „Wir profitieren das ganze Jahr von der Elbe. Dann müssen wir sie auch zwei Wo- chen im Haus ertragen.“ Schmidt und seine Frau be- treiben das Café erst seit sechs Wochen, ihr Stammladen steht in Brietlingen auf der niedersächsi- schen Seite. Als das Wasser vor einem Jahr den Gastraum flute- te, waren sie noch nicht in Lau- enburg. Vielleicht bleibt Schmidt deshalb so gelassen. Im Haus nebenan haben Stadt und Arbeiterwohlfahrt das Flut- hilfebüro eingerichtet, auch ein Jahr danach ist noch viel zu tun. Die Frist für Fluthilfeanträge lief Ende Juni aus, ist aber bis März 2015 verlängert worden. 20 Mil- lionen Euro haben Bund und Länder im vorigen Jahr zur Ver- fügung gestellt, doch die ver- sprochene unbürokratische Hilfe muss dann doch ziemlich büro- kratisch beantragt werden. Für Lauenburg wartet Christi- an Asboe aus der Stadtverwal- tung auf das nächste Hilfspro- gramm zum präventiven Flut- schutz. Die meisten Anwohner seien für diese „große Lösung“, die aber einen hohen zweistelli- gen Millionenbetrag kosten könnte. Ein paar Kilometer fluss- aufwärts, im wendländischen Hitzacker, blieb 2013 alles tro- cken – die Niedersachsen hatten zuvor 30 Millionen Euro für eine Hochwasserschutzwand inves- tiert. Im Fluthilfebüro gibt es weiter reichlich zu tun. Foto: Jan Sternberg Bad Schandau, 5. Juni: In der Kurstadt im Herzen der Sächsi- schen Schweiz steht die Elbe meterhoch Magdeburg, 7. Juni: Ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit. Beim Sandsackstapeln waten die Helfer durch die Elbeflut. Fischbeck, 11. Juni: Ein Dorf geht unter – nach einem Deich- bruch können die Bewohner nur noch vor dem Wasser fliehen. Neu Darchau, 12. Juni: Durchatmen an der Elbe in Niedersach- sen – die mit Sandsäcken verstärkten Deiche halten. Opfer und Helden von der Elbe Vom überfluteten Hotel in Sachsen bis zu gesprengten Schiffen in Sachsen-Anhalt – die Flut löste vor einem Jahr Chaos aus. Zugleich rückten die Betroffenen zusammen, viele wagten den Wiederaufbau. Jan Sternberg und Kai Kollenberg besuchten ein Jahr später entlang der Elbe Menschen, die nicht aufgeben. Fischbeck: Der ruhelose Bürgermeister Die Schuten, mit denen sie den Deich gestopft haben, naja“, grummelt Bodo Ladwig. „Das hat schon gehol- fen, aber es war zu spät.“ Der 60-Jäh- rige ist Bürgermeister der sachsen-an- haltischen Gemeinde Wust-Fischbeck, ein stämmiger Mecklenburger mit Vollbart, der sich auch in der Altmark seinen norddeutschen Akzent bewahrt hat. Er hängt ständig am Handy, zwi- schendurch zieht er f6-Zigaretten aus einem silbernen Etui. Seit einem Jahr kommt Ladwig nicht mehr zur Ruhe: „Zu Hause abgesoffen, im Betrieb ab- gesoffen und in der Gemeinde abge- soffen – das sind drei Vollzeitjobs.“ Im Hauptberuf kümmert sich Lad- wig um 1100 Rinder in einer Milch- viehanlage. Vier Tage lang war er während der Flut dort eingeschlossen. Das Wasser stieg bis an die Stalltüren, im Wald nebenan verreckte das Wild. „Die Rehe haben geschrien wie kleine Kinder.“ Ein paar Zentimeter mehr, und auch die Ställe wären über- schwemmt gewesen. In Fischbeck hält sich ein hartnäcki- ges Gerücht: Der dünn besiedelte Elb- Havel-Winkel sei nach dem Deich- bruch absichtlich aufgegeben worden, um die Städte stromabwärts zu retten. Zum ersten Mal seit 1855 brach in Fischbeck der Deich. 420 Menschen leben im Ort, 250 Häuser wurden über- flutet. Ironie der Flut: Ausgerechnet die leer stehenden Häuser im Ort blie- ben verschont. Nach der Flut aber brach eine zwei- te Welle über Fischbeck herein: Spen- den und Helfer kamen von überall her. Ladwig hat sein kleines Gemeindebü- ro mit den Kopien von Spendenschecks tapeziert. Eine halbe Million Euro flos- sen an die Gemeinde. 3000 Euro be- kam jeder Fischbecker, dessen Haus bis ins Parterre überflutet worden war. 700 jeder, der Wasser im Keller hatte. Der Deich ist geflickt, bald soll ein neuer gebaut werden. Neue Fertig- häuser säumen die Dorfstraßen, dane- ben stehen Ruinen, die noch abgeris- sen werden sollen. Nicht alle Fischbe- cker haben ihr Haus wieder aufgebaut. Karin Standke aber ist zurückgekehrt. Mit 73 Jahren. Obwohl die Söhne ihr geraten haben, bei ihnen zu bleiben, im Hinterland. Sie pflanzt Blumen in ihrem schmucken Garten. „Ich bin hier geboren. Wo soll ich denn sonst hin?“, sagt sie. Fünf Monate lang lebte sie in einer Pension, während die Handwer- ker ihr Haus instand setzten. Alles sieht wieder gut aus. Nur Bilder vom Hochwasser darf sie nicht sehen. Dann kann sie die Tränen nicht mehr zu- rückhalten. „Noch einmal schaffe ich das nicht“, schluchzt sie. In der 14. Generation lebt seine Familie vom Fischen: Eckhard Panz wünscht sich mehr Platz, wenn die Elbe Flut führt. Foto: Jan Sternberg Immer am Handy, immer eingespannt: Bodo Ladwig. Foto: Jan Sternberg Hohnstorf: Der Fischer, der durchhalten will Kaum war das Wasser abge- flossen aus dem Wohnzim- mer, hat Eckhard Panz die Die- len herausgerissen, den Trockner aufgestellt und später einen Be- tonboden verlegt. „Nächstes Mal müssen wir dann nur die Wände neu machen“, sagt der Elbfischer im niedersächsischen Hohnstorf. Er lacht dabei. Aber der 48-Jäh- rige, groß, hager und blond, ist kein Mann, der Unsinn erzählt. „Wir warten auf das nächste Mal“, sagt er. Seit 14 Generationen lebt sei- ne Familie von Zander, Karpfen und Aal. Seit 400 Jahren steht das Haus am Fluss, direkt gegen- über der Altstadt von Lauenburg. Zum ersten Mal stand 2013 die Elbe im Wohnzimmer. Die Elbe schreckt Panz nicht, dafür kennt er sie zu gut. Seiner Meinung nach braucht sie aber wieder Flä- chen, in die sie sich ausdehnen kann. Durchlässe in den Dei- chen, die geöffnet werden, Wie- sen, die geflutet werden können. Nur: „Die Bauern haben eine Lobby, die Fischer nicht.“ Die Fischerei war immer da, warum sollte sich das jetzt än- dern? Vielleicht will Panz auch deshalb unbedingt durchhalten, weil er schon einmal gesehen hat, wie schnell es vorbei sein kann. Gerade als er den Betrieb von seinem Vater übernehmen wollte, brach der Markt komplett weg. Der Elbfisch war verseucht, Panz lernte Maurer. Und ist jetzt seit 15 Jahren doch wieder auf dem Fluss unterwegs. Ohne die Elbe möchte er nicht leben. Magdeburg: Der Mann mit den Kähnen Das Hochwasser hat viele unbe- kannte Helden. Claus Körbi (58) aber hält seit einem Jahr Vorträge. Der Bundeswehr-Oberst aus dem niedersächsischen Neustadt am Rü- benberge ist der Mann, der während der Flut Schiffe versenkt hat. Er hat ein 90 Meter langes Loch im Deich gestopft – jetzt ist seine Methode Lehrstoff für Katastrophenschützer. Am 10. Juni riss der Deich bei Fischbeck. Vier Tage lang ergoss sich das Wasser tief in den Elb-Havel-Winkel. Dann griff Körbi, Chef des Landes- kommandos Sachsen-Anhalt in Magdeburg, zu seiner Ge- heimwaffe – geboren aus ei- ner spontanen Idee mit dem obersten Hochwasserschüt- zer des Landes Zwei Last- kähne wurden gesprengt. Die Schuten verkeilten sich zwar, schlossen die Lücke nicht komplett, doch floss deutlich weni- ger Wasser aus der Elbe. Eine dritte Schute wurde zwei Tage später ver- senkt, Gefahr gebannt. Dass Körbi auch heute noch in Sachen Flut unterwegs ist, hat viel damit zu tun. Aber auch damit, dass er wochenlang den Einsatz von bis zu 7000 Mann, Soldaten wie Zivilis- ten, geleitet hat. Die spontane Hilfs- bereitschaft der vielen Freiwilligen hat ihn gefreut und überrascht. „Wir hatten überall mehr zivile Hilfskräf- te, als wir gebraucht hätten“, sagt er. Viele sind Facebook-Aufrufen gefolgt und an die besonders ge- fährdeten Stellen geeilt. Oft kamen viel zu viele Helfer, 800 Leute, wo 50 ausgereicht hätten. Es war stre- ckenweise chaotisch, aber es hat das Denken verändert. „Der Krisenstab muss selber mit den sozialen Netz- werken arbeiten“, fordert Körbi, der bald nach Bremen versetzt wird. Bad Schandau: Die Hoteldirektorin mit Routine Kerstin Meve-Garreis hat mittlerwei- le Routine – und das hasst sie. Sie weiß: Wenn die Elbe in Bad Schandau über zwölf Meter Wasser führt, reicht es nicht aus, nur den Keller zu räumen. Auch nicht im leicht erhöht gebauten Parkhotel, das sie als Direktorin führt. Sie weiß, dass sie die Zimmer im nie- driger gelegenen neuen Trakt ausräu- men muss, weil das Wasser dort als ers- tes Schaden anrichtet. Sie hat gelernt, dass sie unbedingt den Computer-Ser- ver retten muss, um Anrufen und E- Mails der Urlauber begegnen zu kön- nen. Sie hat im Blick, was in dem Vier- Sterne-Haus mit 75 Zimmern alles zu tun ist. „Das Schlimmste ist, dass man Routine bekommt“, sagte die 48-Jähri- ge und lächelt müde. Vor einem Jahr dachten alle, dass es nicht so schlimm kommen würde. Dann prognostizierte der Hochwasserschutz plötzlich Stände von zwölf Metern. Me- ve-Garreis organisierte noch am Sonn- tagabend, am 2. Juni, die erste Vertei- digungslinie. Am nächsten Morgen um 5.30 Uhr traf sich die Belegschaft und räumte Mobiliar in die oberen Geschos- se, ließ Automatiktüren ausbauen und den Fahrstuhl stilllegen. Am Ende kam es nicht so schlimm wie 2002, die Pegel blieben bei gut elf Metern stehen. Im Hotel belief sich der Schaden auf zwei Millionen Euro. Fünf Wochen gab Me- ve-Garreis sich und den Kollegen Zeit. Mitte Juli öffnete das Haus wieder. Doch die Direktorin hadert nicht mit der Elbe. „Der Fluss ist das, was uns die Gäste beschert“, sagt sie. „Ab und zu ist er halt höher, das kann man nicht ändern.“ So gelassen das klingt, ein Rest Unsicherheit bleibt: „Ich weiß nicht, ob es noch ein nächstes Mal gibt, bei dem hier alle wieder aufbauen.“ Kerstin Meve-Garreis weiß, was zu tun ist, wenn die Elbe steigt. Foto: Kai Kollenberg +++ Die Juniflut 2013 – Bilanz ein Jahr danach +++ Die Juniflut 2013 – Bilanz ein Jahr danach +++ Die Juniflut 2013 – Bilanz ein Jahr danach +++ Niedersachsen BLICKPUNKT 3|NR. 125 | SONNABEND / SONNTAG, 31. MAI/1. JUNI 2014 10 Het Grote Verhaal Allesverandertals Londenoverstroomt Hoogwater Britten zijn gewend aan overstromingen. Maar nu die steeds dichter bij Londen komen, verandert de discussie over de risico’s. RGB! Door onze correspondent Titia Ketelaar M eneer Clasper laat zijn tuin zien. Water zo- ver het oog reikt. Water tot aan de knieën. Water dat, als het leger maandag geen zandzakken in Datchet had gelegd, nu zijn huis zou zijn binnengestroomd. Het heet Riverbank. Hij zegt: „Als je een mooi huis aan de Theems wilt, dan is dit het risico.” Hij realiseert zich dat niet iedereen er zo over denkt. „Wat bescherm je, wat niet? Dat is de felle discussie die hier nu woedt.” Want vorige week opperde Lord Smith, voorzitter van het Environment Agency, het agentschap belast met watermana- gement, dat er „moeilijke keuzes” gemaakt moeten worden over de bescherming tegen overstromingen: „Stad of platte- land, zitkamers of landbouwgrond? Er is geen bodemloze portemonnee.” Toen stond een deel van Engeland al onder water: boerde- rijen op de in de zeventiende eeuw drooggelegde Somerset Levels, en de kust van Cornwall en Devon, als gevolg van he- vige zuidwesterstormen. Overal overstroomden rivieren, nam de grond geen druppel water meer op na de hevige re- gen – januari was de natste maand sinds 1776 – en moesten dorpelingen geëvacueerd worden. Gisteren kwamen daar verschillende dorpen langs de Theems bij. Premier Cameron, die een reis naar het Midden- Oosten volgende week alvast afzegde, waarschuwde de En- gelsen dat de situatie zal verergeren. Voor de komende da- gen worden opnieuw harde wind en regen voorspeld, op sommige plekken meer dan 2,5 centimeter. Het hoge water bereikt vandaag Londen. In Datchet weet men wat keuzes maken inhoudt. Eind ja- ren negentig werd bovenstrooms aan de Theems een kanaal aangelegd: de Jubilee River. Dat moest voorkomen dat Mai- denhead (78.000 inwoners), Windsor (27.000 inwoners) en Eton (5.000 inwoners) overstroomden, wat regelmatig ge- beurde. Overtollig water zou door het kanaal worden afge- voerd, en vlak voor Datchet kwam het water weer samen. En nu weet iedereen wat dat betekent voor de 4.600 inwo- ners van het dorp: kanovaren door Horton Road, een zand- zakkenhindernis voor de deur van het Women’s Institute en het postkantoor, en met lieslaarzen aan naar de koffietent, waar een van de medewerkers ongestoord de vloer blijft droogmaken. Een oudere heer met labrador – hij wil zijn naam niet ge- ven uit angst voor plunderaars – heeft zijn huis verlaten en logeert bij vrienden. Hij wijst aan waar het staat: „Zie je die rij bomen, daar loopt de weg. En dan daar, in de verte die lantaren? Daar woon ik.” Het onderscheid tussen de Theems, de uiterwaarden en de weg is niet te maken: één kolkende massa stroomt richting Londen. „Ik zei vrijdag al: het water komt, en het is niet te stop- pen”, zegt Ewan Larcombe, oud-gemeenteraadslid. Al jaren waarschuwt hij dat de Jubilee River het water niet aankan. En dat er een overstromingsgevaar is. Of liever: een afwate- ringsprobleem. „De Theems kan overstromen, dat gebeurde voor het laatst in 1947. Maar sindsdien is er zoveel bijge- bouwd dat we het rivierpeil van toen niet meer aankunnen. Dit is het failliet van de infrastructuur.” Drie keer per dag controleren de dorpsbewoners het wa- terpeil. De mannen van het Environment Agency gaan on- dertussen alle huizen af. Een van hen probeert tevergeefs een negentigjarige vrouw te overtuigen dat ze haar huis moet verlaten. „Straks stijgt het water verder en dan moet u overhaast weg. Ik weet, de BBC vindt beelden van bejaarden in een opblaasboot prachtig. Maar als het u overkomt, vindt u het minder prettig.” De 85-jarige Betty Mannassi weigert eveneens te vertrek- ken, of zelfs maar in te gaan op het aanbod van de buur- vrouw om op de bank te komen slapen. Ze geniet, zegt ze. Hoewel de elektriciteit is uitgevallen. „Maar de gasplaat doet het nog, dus ik kan een kruik maken”, zegt ze. Er wordt in Datchet nauwelijks gescholden op het Environ- ment Agency, zoals elders in overstromingsgebied wel ge- beurt. Daar krijgt het agentschap de schuld dat de rivieren niet of onvoldoende zijn uitgebaggerd, of verdedigingswer- ken onvoldoende effectief waren. Men eist overheidsoptre- den, excuses. Simon McCarthy van het Flood Hazard Research Centre aan de Universiteit van Middelsex vergelijkt het met een vliegreis: „Je kent de risico’s, maar pas als je crasht, eis je maatregelen.” Hij vertelt: „Men berekent hier of er verdedi- gingen moeten worden gebouwd, op basis van de mogelijke schade. Die is hoger in stedelijke gebieden dan op het platte- land. Op basis daarvan worden financiële beslissingen geno- men.” „De acceptatie is anders dan bij jullie in Nederland. Jullie verdedigen je voor eens in de tienduizend jaar. Wij voor eens in de duizend of zelfs 250 jaar. Bij jullie gaat het om het hele land. Dit raakt slechts een klein percentage van de Britse be- volking.” Maar misschien dat de discussie in Engeland ook veran- dert. „Dit keer zijn ook kustgebieden en andere rivieren ge- troffen, er zijn nieuwe stemmen die zich laten horen.” En bo- vendien: „Als Londen overstroomt, verandert alles.” In deze gebieden geldt een overstromingswaarschuwing Datchet Wraysbury Egham Reading Windsor Oxford Swindon NRCHANDELSBLAD WOENSDAG 12 FEBRUARI 2014 11 B!! N O O R D Z E E Theems Thames Barrier LONDEN t Maidstone NRC120214/StS/Bron:environment-agency.gov.uk Linksonder: bewoners van Egham gisteren; rechtsonder: het dorp Wraysbury, eergisteren; boven: het dorp Datchet, gisteren en eergisteren. FOTO’SAFP,AP,ALEXMACNAUGHTON. ¿Yes or No?Escocia afronta el jueves el momento más decisivo de su historia. Retrato de un país en busca de su destino a través de 32 personajes. más 14.09.2014 4 In het nieuws 1960 1980 Jeruzalem ISRAËL Westelijke Jordaanoever Gaza Jeruzalem ISRAËL Westelijke Jordaanoever 1967 Joodse staat Arabische gebieden Onder internationaal toezicht 1949 Israëlisch-Arabische oorlog 1948/1949: Gazastrook naar Egypte, Westelijke Jordaanoever naar Jordanië, West-Jeruzalem hoofdstad Israël. Door Israël veroverde gebieden. (Sinaï wordt later, in 1979, aan Egypte teruggegeven). Ook Oost-Jeruzalem door Israël veroverd en bezet. Sinaï Jeruzalem Verdelingsplan VN Joodse gebieden Arabische gebieden 1946 1947 Gaza Zesdaagse Oorlog PALESTINA Jeruzalem Zoveel geweld om zo’n klein stuk land Gaza-oorlog De verontwaardiging over Israëlisch geweld in Gaza nam gisteren verder toe. Weer werd er een VN-school geraakt, waarbij tien Palestijnen stierven. Hoe ontwikkelde het conflict zich sinds het uitroepen van de staat Israël in 1948? Tien vragen over Israël en de Palestijnen. Door Carolien Roelants 1 Wat is Palestina en wat is Israël? De naam Palestina werd al gebruikt in de Griekse en Romeinse oudheid. Na de ne- derlaag van de laatste eigenaar, het Otto- maanse rijk, in de Eerste Wereldoorlog werd het door de Volkenbond aan Groot- Brittannië toevertrouwd als mandaatge- bied. Volgens de Volkenbond woonden er toen 700.000 mensen, van wie 80 pro- cent moslims en de rest christenen en jo- den. Tegen de achtergrond van vervolging in Europa nam het percentage joden daar- na snel toe. Na de Holocaust aanvaardden de Verenigde Naties in 1947 het voorstel om het gebied in een Arabische en een joodse staat te verdelen. De Arabieren we- zen het plan af, en lanceerden een (verlo- ren) oorlog op het moment dat de joodse leider David Ben Gurion in mei 1948 de staat Israël uitriep. Maar Palestina is ook de soevereine Palestijnse staat, die in 2012 door de VN werd erkend. Mahmoud Ab- bas is de president, maar het grondgebied, ruwweg wat nu geldt als bezet gebied – dat wil zeggen de Westelijke Jordaanoever, Oost-Jeruzalem en de feitelijk op afstand bezette Gazastrook – moet in onderhande- lingen met Israël nog worden vastgesteld. Die onderhandelingen, die nu in het slop zitten, heten wel ‘vredesproces’. Wat is Hamas? Hamas – afkorting voor Islamitische Ver- zetsbeweging – is voor de Israëlische rege- ring, voor veel Israëliërs en voor Amerika en Europa een terreurorganisatie. Hamas 2 eist – officieel – het hele oude Palestina op, dus bezet gebied plus het huidige Israël en probeert dat gewapenderhand te realise- ren. Steeds meer Palestijnen denken dat er geen andere methode is tegen een mili- tair oppermachtige vijand die weigert be- zet gebied op te geven. Tot 2006 was zelf- moordterreur een van zijn strijdmiddelen; nu zijn de raketaanvallen op de Israëlische bevolking zijn belangrijkste wapen. Ha- mas is een afsplitsing van de Egyptische Moslimbroederschap; het is een funda- mentalistische beweging. In 2006 won het met overmacht parlementsverkiezingen in bezet gebied, tegen president Abbas’ Fatah, dat door de kiezers als ineffectief en corrupt werd gezien. Sinds een bloedige machtsstrijd tegen Fatah in 2007 bestuurt Hamas de Gazastrook; Fatah domineert de Westelijke Jordaanoever. Geleidelijk is de organisatie pragmatischer geworden; maar Israël wil niet praten zolang het de gewapende strijd niet afzweert en de staat Israël erkent. Waarom vechten de Israëliërs en de Palestijnen al zo lang? De Israëliërs en de Palestijnen vechten om land. En dat doen ze dus sinds 1948, toen de staat Israël werd uitgeroepen. De Arabi- sche bondgenoten van de Palestijnen gin- gen vergeefs in de aanval en honderddui- zenden Palestijnen vluchtten uit hun wo- ningen in wat Israël werd of werden er door Israëlische troepen uit verdreven. In de oorlog van 1967 bezette Israël onder an- dere Oost-Jeruzalem, de Westelijke Jor- daanoever en de Gazastrook, wat nu sa- men de bezette Palestijnse gebieden heet. Miljoenen Palestijnen leven nog steeds in kampen en/of onder bezetting. Maar de Zesdaagse Oorlog leidde ook tot de basis van wat nu de twee-statenoplossing heet, VN-resolutie 242, die Israëls terugtrekking achter de grens van 1967 eist. Met vlieg- tuigkapingen en andere terreur vestigde de Palestijnse leider Yasser Arafat vanaf eind jaren zestig de aandacht op de situa- tie van de Palestijnen. Arafat was toen een terrorist, maar hij kreeg uiteindelijk sa- men met de Israëlische premier Rabin de Nobelprijs voor de Vrede voor de Oslo-ak- koorden van 1993 die de opmaat zouden zijn naar een Palestijnse staat. Waarom vechten ze nu? Het huidige conflict begon met de vorming van een nieuwe Palestijnse eenheidsrege- ring op 2 juni tussen Fatah en Hamas. Dat betekende dat de zwakte van de Palestij- nen, hun verdeeldheid, tot op zekere hoogte werd opgeheven. Israël was woe- dend omdat de Palestijnse tweedracht fei- telijk in zijn belang was. Maar het gebruik- te als argument voor zijn woede dat Fatah en president Abbas nu met een terreur- groep samenwerkten. De regering-Neta- nyahu greep de ontvoering van drie jonge Israëliërs op de Westelijke Jordaanoever op 12 juni aan om die eenheidsregering te ondermijnen. Hamas kreeg de schuld – hoewel inmiddels duidelijk is dat het er niet achter zat – en werd keihard aange- pakt met honderden arrestaties en andere middelen. Na de dood van de drie Israë- liërs werd een jonge Palestijn door joodse extremisten levend verbrand. In die ge- spannen sfeer werden een paar raketaan- vallen uit de Gazastrook, waarschijnlijk niet door Hamas maar door een radicalere groep, door Israël harder dan gebruikelijk 3 4 MAANDAG 4 AUGUSTUS 2014 5NRCHANDELSBLAD 1990 2010 Jeruzalem 2014 Huidige situatie ISRAËL Westelijke Jordaanoever Gaza 1987 Eerste Intifada Grote Palestijnse opstand. Zou duren tot 1993, ongeveer 1.000 doden. 2000 Tweede Intifada Vredesbesprekingen zijn definitief gestrand, geweld laait opnieuw op. 1993 Oslo-akkoorden Vredesonderhandelingen leken hoopgevend. Palestijnse autonome gebieden Golanhoogte, door Israël geannexeerd in 1981 vergolden, en volgde een zeer snelle esca- latie. Hamas schoot tientallen raketten af en op 8 juli lanceerde Israël operatie ‘Pro- tective Edge’, in eerste instantie bestaand uit een luchtoffensief. Waarom vallen er veel meer Pa- lestijnse doden dan Israëlische? Simpel. De raketten van Hamas hebben in- middels wel een veel groter bereik dan de Qassamraketten van het begin, die niet meer dan een soort voetzoekers waren, maar ze blijven primitief in vergelijking met de Israëlische wapens. Het zijn onge- leide wapens, waardoor je niet op een spe- cifiek doel kunt mikken, wat ze overigens ook meteen tot terreurwapens maakt - alle burgers worden doelwit. Maar meestal slaan ze ergens in een veld in. Bovendien haalt het Israëlische anti-raketsysteem Iron Dome veel raketten uit de lucht. In deze oorlog zijn in Israël nu drie burgers bij dergelijke aanvallen gedood. Israël op zijn beurt voert een zwaar offensief uit met de modernste wapens in een klein, heel dichtbevolkt gebied (een derde van de Flevopolder). Dan kan je wel zeggen dat je vooraf waarschuwt voor je raketten en dat je preciziebombardementen uitvoert, maar dan weet je dat je hoe dan ook grote aantallen burgerdoden zult maken. Israël zegt steeds dat Hamas de burgerbevolking als menselijk schild gebruikt, maar daar- van is geen bewijs. De burgers kunnen ge- woon geen kant uit. Resultaat na ruim drie weken: zo’n 1.700 doden, vooral burgers. Wat wil Israël en wat wil Hamas? Israël begon het offensief met de medede- ling dat het een definitief einde wilde ma- ken aan de raketbeschietingen. Daarom werden in eerste instantie niet alleen ge- mikt op (militaire) kopstukken van Hamas maar met name ook op raketopslagplaat- sen en lanceerinstallaties. Toen op 17 juli het grondoffensief werd gelanceerd werd het belangrijkste doel de verwoesting van tunnels die Hamas onder de grens met Is- raël had gegraven en waardoor de Palestij- nen gewapende acties in Israël kunnen uitvoeren. Ook eisen Israëlische leiders de ontwapening van Hamas en andere Pales- tijnse groepen. Hamas eist met name dat de blokkade wordt opgeheven die de Ga- zastrook verstikt. Israël blokkeert het ge- bied sinds Hamas er in 2007 de macht greep. Dat betekent dat Israël bepaalt wat en wie wel of niet het gebied ingaat; nau- welijks bouwmateriaal bijvoorbeeld. Het Egypte van generaal Sisi moet ook niets hebben van Hamas en heeft het afgelopen jaar alle smokkeltunnels onder de onder- linge grens dichtgemaakt. Nu komt alleen de Gazastrook binnen wat Israël goed- keurt. Als Hamas de bevolking te vriend wil houden, en dat wil het, moet het een verlichting van de blokkade zien te be- werkstelligen. Hoe moet anders straks al die oorlogsschade worden gerepareerd? Wat willen de buurlanden? Het belangrijkste buurland is Egypte, en zoals al gezegd, dat moet niets hebben van Hamas. Sisi heeft het bewind van Moslim- broeder-president Morsi ten val gebracht, en de Moslimbroederschap als terroristi- sche organisatie gebrandmerkt. Hamas wordt door de huidige autoriteiten ook als terroristische organisatie beschouwd. Ook andere Arabische landen zitten op die lijn, zoals met name Saoedi-Arabië en sommige andere Golfstaten die evenmin iets van de Moslimbroederschap moeten hebben. Maar die regeringen moeten tege- lijk op hun tellen passen. Hun bevolkin- gen zien namelijk dagelijks de beelden van dode burgers in de Gazastrook en die zijn daar woedend over. Kijk maar op Twitter en Facebook, daar maken Arabische bur- gers geen geheim van hun pro-Palestijnse gevoelens. Niet voor niets heeft de groot- mufti van Saoedi-Arabië, de hoogste religi- euze autoriteit, zojuist demonstraties voor Gaza verboden. Dat betekent dat de autoriteiten daar heel bang voor zijn. Waarom grijpt het Westen niet in? De Verenigde Staten en de Europese Unie erkennen zonder meer het recht op zelf- verdediging van Israël. En dat is ook be- grijpelijk: geen regering kan toestaan dat zijn bevolking onder vuur komt te liggen. Maar dat betekent niet dat dat recht op zelfverdediging onbegrensd is. Oorlogs- misdrijven vallen er niet onder. In alle re- cente conflicten die Israël heeft uitgevoch- ten, neem die van 2006 met Hezbollah in Libanon, en de twee eerdere Gaza-oorlo- gen, in 2008/2009 en 2012, kwam er een moment waarop er zoveel burgerdoden waren gevallen en zoveel schade was aan- gericht dat het Westen druk begon uit te oefenen op Israël om ermee op te houden. In het huidige conflict was zo’n moment de Israëlische aanval op een VN-school vol met vluchtelingen op 30 juli, die tot zware internationale druk op Israël leidde met een humanitair bestand akkoord te gaan. Dat duurde overigens niet lang. Maar alle druk blijft beperkt tot diplomatieke pres- sie; de VS zijn uiteindelijk Israëls beste bondgenoot en en die vetoën in de VN-Vei- ligheidsraad elk voorstel dat verder gaat dan verbale kritiek. De Amerikaanse Is- raël-lobby AIPAC is heel machtig en het Congres wil van geen kritiek op Israël we- ten. Er zijn wel veel niet-westerse landen die de Palestijnen steunen, maar zij kun- nen geen vuist maken. Waarom kondigt de EU geen sanc- ties af tegen Israël? Er zijn al geruime tijd burgerinitiatieven aan de gang om Israël te boycotten en op andere manier te isoleren om het op die manier te dwingen in te stemmen met een twee-statenoplossing – dus onafhankelijk van deze nieuwe oorlog. Van tijd tot tijd hoor je dan ook dat een kunstenaar niet in Israël wil optreden of een Amerikaanse universiteit Israëlische academische insti- tuten boycot. Dat vindt Israël niet leuk, maar de schade is nog gering. De EU doet wel iets: zij adviseert bedrijven in de lid- staten geen zaken te doen met de Israëli- sche nederzettingen in bezet gebied die immers volgens internationaal recht ille- gaal zijn. Dat heeft in Nederland onder an- dere dit jaar geleid tot het besluit van het pensioenfonds PGGM zich terug te trek- ken uit vijf Israëlische banken die relaties hebben met nederzettingen. Vond Israël ook niet leuk. In Nederland is ook een handtekeningenactie op gang gekomen voor economische sancties tegen Israël. 40.000 handtekeningen zijn er nu verza- meld. Maar westerse regeringen willen zich (nog) niet branden aan hardere maat- regelen tegen Israël. De Holocaust speelt natuurlijk een rol. En als puntje bij paaltje komt houdt Israël bij de regeringsleiders het imago van een democratisch eiland in een zee van ondemocratische vijanden. Waarom sluiten ze geen vrede? Ja, waarom sluiten ze geen vrede? Het is namelijk niet zo dat de burgers in het hele gebied niet met elkaar zouden willen le- ven, van welke godsdienst of etniciteit dan ook. Maar ja, hun leiders. De huidige Israë- lische regering vindt eigenlijk de status quo (vóór de oorlog) wel in orde, zolang de Palestijnen rustig zijn; ze geeft er de voorkeur aan het conflict te managen bo- ven een oplossing. Een deel van de huidige coalitie wil überhaupt geen Palestijnse staat; dat vindt namelijk dat de bezette ge- bieden tot het door God gegeven Land van Israël behoren. Anderen, zoals premier Netanyahu, zeggen het risico niet te willen lopen dat de Westelijke Jordaanoever één grote raketlanceerinstallatie wordt. En nog een heleboel andere bezwaren. Aan Palestijnse kant is de verdeeldheid nu ver- minderd, maar hoe lang? En afgezien daarvan, op de huidige Israëlische voor- waarden is het voor hen onmogelijk een akkoord te sluiten. De vraag is alleen of het conflict te managen blijft voor Israël na de- ze oorlog. Elke dag zijn nu protesten aan de gang tegen Israël in de Westelijke Jor- daanoever. Woede plus uitzichtloosheid zijn het recept voor een een Derde Intifa- da, oftewel een gewelddadige volksop- stand zoals die van 1987-1993 en die van 2000-2005. 5 6 7 8 9 10 FOTOSCIENCEPHOTOLIBRARY Kurier, A NRC Handelsblad, NL Leipziger Volkszeitung, D NRC Handelsblad, NL el Períodico, P Het financieele Dagblad, NLBerliner Morgenpost, D