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Corrie-Amah Engel (T7FJ48) Adolf-Reichwein-Schule Limburg a.d. Lahn
Klasse: 12GyH
Madeleine Sophie Golla (TQ2S7H) Lehrkraft: Roland Gawinski
66. Europäischer Wettbewerb
Thema: 4-2 Social Media – ein Demokratiekiller?
Fake News, Filterblasen und Social Bots beeinflussen die öffentlichen
Debatten. Setzen Sie sich mit diesen Herausforderungen der
Demokratie in Europa auseinander und rufen Sie zum kritischen
Umgang mit den Medien auf.
„Die Stimmen des Social Webs“
Golla, Madeleine Sophie(TQ2S7H)
Klasse/Jahrgang: 12
Engel, Corrie-Amah (T7FJ48)
Klasse/Jahrgang: 12
Inhaltsverzeichnis
1. Prolog .....................................................................................................................................1
2. Was ist Demokratie? ...............................................................................................................1
2.1 Welche Grundstandards muss eine demokratische Regierung erfüllen?.....................................1
2.2 Die Herausforderungen der Demokratie.....................................................................................2
3. Social Media............................................................................................................................4
3.1 Für welche Aktivitäten werden soziale Netzwerke genutzt?........................................................4
3.2 Wie verändert Digitalisierung unsere Demokratie? .....................................................................4
3.3 Der Einsatz von Social Bots ......................................................................................................5
4. Zielsetzung der Europäischen Union und Vereinten Nationen ..................................................7
5. Begründungszusammenhang zu „Die Stimmen des Social Webs“............................................8
6. Anhang .................................................................................................................................11
6.1 Quellenverzeichnis .................................................................................................................11
6.2 Fremdwörterverzeichnis...........................................................................................................13
Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule,
Limburg a.d. Lahn
Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu
„Die Stimmen des Social Webs“
Madeleine Golla
1
1. Prolog
Das Internet ist zu einem enorm wichtigen Bestandteil unseres Lebens geworden und spielt
auch in der Europäischen Union eine nicht außer Acht zu lassende Rolle. Trotz all der neuen
Informationstechnologien, die dazu beitragen, den einzelnen Bürger stärker in demokratische
Prozesse einzubinden, bergen sie auch ihre Schattenseiten und stellen gewisse
Herausforderungen für die Demokratie in Europa dar. Um die bestehenden
Herausforderungen näher zu beleuchten, führen wir in unserer Hausarbeit zu unserem Produkt
im Zuge des 66. Europäischen Wettbewerbs mehrere sich überschneidende Themengebiete
unter der Fragestellung auf, ob Social Media einen Demokratiekiller sei und wollen zu einem
kritischen Umgang mit sozialen Medien mithilfe unseres Produktes aufrufen. Ebenfalls werden
wir diese Herausforderungen in unserem Begründungszusammenhang kompakt darlegen.
2. Was ist Demokratie?
Demokratie1
ist eine Regierungsform, in der das Volk mittels Wahlen an der Machtausübung
des Staates teilnimmt. Demzufolge ist eine Demokratie nur dann eine solche, wenn die
Herrschaft vom Volk ausgeht und die vom Volk ernannten Vertreter in regelmäßig
stattfindenden Wahlen gewählt werden.2
In der Grundrechtecharta der Europäischen Union
ist dies in Kapitel V, Artikel 39 festgeschrieben.3 4
2.1 Welche Grundstandards muss eine demokratische Regierung erfüllen?
Neben den bestehenden Wahlrechtsgrundsätzen ist eine demokratische Regierung auf dem
Rechtsstaatsprinzip sowie dem Mehrheitsprinzip aufgebaut. Der Begriff Rechtsstaatlichkeit
beschreibt, dass alle Handlungen mit der Verfassung und den Gesetzen übereinstimmen
müssen. Somit ist der Staat bei seinen Handlungen an Recht und Gesetz (Rechtsstaatlichkeit)
gebunden und wird in Folge dessen in seiner Macht eingeschränkt. Die oberste Priorität ist die
Verwirklichung von Freiheit und Gerechtigkeit, festgehalten in der EU Charta.5
Der Begriff des
Mehrheitsprinzips bedeutet, dass die Handlungen der Regierung nach dem Mehrheitswillen
des Volkes erfolgen müssen. Ein weiteres Merkmal der Demokratie bildet ein hohes Maß an
Meinungsfreiheit und -vielfalt sowie das Vorhandensein einer Opposition. Dies sind
mindestens zwei Parteien, die zwei unterschiedliche Standpunkte vertreten und unter
Berücksichtigung demokratischer Spielregeln miteinander kommunizieren. Von einer
Demokratie ist demnach nicht zu sprechen, wenn eine Diktatur besteht, beziehungsweise eine
Regierung eine Zwangsherrschaft bildet. Ein weiterer Aspekt, der gegen eine Demokratie
spricht, ist wenn die herrschenden Führungsmächte bestimmen, wer die oberste
Machtposition besitzt und die Bürger keinerlei Mitspracherecht haben. Dies stellt eine
Überleitung zu dem Kriterium dar, dass in einer Demokratie freie und regelmäßige Wahlen
durchgeführt werden müssen, an denen keine Menschen willkürlich vom aktiven oder passiven
Wahlrecht ausgeschlossen werden. Von einer Demokratie ist ebenfalls nicht zu sprechen,
1
Definition Demokratie: siehe Fremdwörterverzeichnis
2
https://teamfreiheit.info/demokratie (abgerufen am 23.10.2018, um 19:03 Uhr)
3
http://www.europarl.europa.eu/charter/pdf/text_de.pdf (abgerufen am 02.01.1019, um 15:37 Uhr)
4
http://www.europarl.europa.eu/germany/de/europa-und-europawahlen/grundrechtecharta (abgerufen am 02.01.1019, um
15:38 Uhr)
5
Vgl. Arbeitsblatt „Q1/PoWi - Demokratie im Mehrebenensystem – Deutschland – Grundprinzipien der Verfassung“ vom
14.08.2018
Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule,
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Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu
„Die Stimmen des Social Webs“
Madeleine Golla
2
wenn die Opposition keinen Zugang zu Medien hat und sich somit nicht Gehör verschaffen
kann. Des Weiteren muss Pressefreiheit und Meinungsfreiheit herrschen, der Staat muss
somit ein säkularer Rechtsstaat sein. Außerdem darf es nicht nur eine einzige Partei geben.6
2.2 Die Herausforderungen der Demokratie
Demokratie hat sich im Laufe der Zeit immer wieder an veränderte gesellschaftliche Umstände
anpassen müssen, und meist gelang es ihr auch, auftretende Probleme und
Herausforderungen zu bewältigen. Obwohl die Demokratie sich seit ihrer Entstehung in der
Antike als eine der bewährtesten Regierungsformen bewiesen hat, stellt sich aufgrund
tiefgreifender wirtschaftlicher, kultureller und gesellschaftlicher Veränderungen und
Veränderungen im Bereich der Weltpolitik, laut dem britischen Politikwissenschaftler und
Soziologe Colin Crouch oft die Frage, ob die Demokratie in eine Krise geraten sei.7
Dass seit
den letzten Jahren zunehmend von einer Krise der Demokratie oder gar einer
„Postdemokratie“ 8
die Rede ist, liegt daran, dass sie gegenwärtig mit einer Reihe von
Herausforderungen konfrontiert ist (demografischer Wandel, ökonomische Ungleichheit,
ethnische Diversität, technologischer Fortschritt, etc.). Diese besitzen das Potenzial die
Gesellschaft zu spalten und gelten aufgrund dessen als Herausforderungen für die Demokratie
des 21. Jahrhunderts.9
Gegenüber allen politischen Systemen steht eine Vielzahl endogener und exogener
Herausforderungen. Der Begriff „exogen“ beschreibt einen aus äußeren Ursachen heraus
entstehenden Umstand, während „endogen“ Prozesse meint, die von innen heraus
stattfinden. 10
Unter endogenen Herausforderungen versteht man Wandlungen des
gesellschaftlichen Demokratieverständnisses. Darunter fallen regelmäßige Veränderungen
der politisch-gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse, demografische Strukturveränderungen,
welche wiederum Auswirkungen auf beispielsweise die Rentensteuer haben. Wandelungen
von gesellschaftlichen Gerechtigkeits-und Gleichheitsvorstellungen, sowie Wandelungen von
Repräsentations-und Legitimitätsverständnissen. In Bezug auf den demografischen Wandel in
Europa ist ebenfalls zu erwähnen, dass das Durchschnittsalter der Menschen auf dem
europäischen Kontinent zwar das höchste auf der Welt ist, mit steigender Tendenz, die
Gesamtbevölkerungszahl im internationalen Vergleich jedoch immer weiter fällt. So fiel der
Anteil Europas an der Weltbevölkerung zwischen den Jahren von 1960 bis 2005 um 5,8
Prozent.11
Des Weiteren zählen aktuell zu den endogenen Herausforderungen der Demokratie
in Europa die steigenden Erwartungen der Gesellschaft an die Leistungsfähigkeit des
demokratischen Systems. Zu den exogenen Herausforderungen der Demokratie in der
Europäischen Union zählen die ökonomische Globalisierung, worunter insbesondere kleine
Unternehmen leiden. Ferner sind dies grenzüberschreitende Migration wie die Flüchtlingswelle
im Jahr 2015, internationaler Terrorismus am Beispiel der gehäuften Terroranschläge in
Frankreich, sowie die Rückwirkungen der europäischen Integration auf die Mitgliedstaaten der
EU im Hinblick auf einen immer engeren Zusammenschluss der europäischen Länder. Dabei
6
https://teamfreiheit.info/demokratie/?gclid=EAIaIQobChMIvpXhrYCd3gIVCed3Ch05FAiQEAAYAiAAEgLfEvD_BwE (abgerufen
am 23.10.2018, um 19:03 Uhr)
7
http://www.bpb.de/apuz/59707/demokratiereformen-herausforderungen-und-agenden?p=all (abgerufen am 31.10.2018, um
17:48 Uhr)
8
„Postdemokratie“: Politikwissenschaftler Colin Crouch: „schwelende Krise der Demokratie westlicher Prägung“:
http://www.bpb.de/apuz/33562/postdemokratie (abgerufen am 31.10.2018, um 17:55 Uhr)
9
https://dievolkswirtschaft.ch/content/uploads/2011/01/17D_Kriesi.pdf (abgerufen am 21.10.2018, um 14:59 Uhr)
10
http://www.bpb.de/apuz/59707/demokratiereformen-herausforderungen-und-agenden?p=all (abgerufen am 31.10.2018, um
17:48 Uhr)
11
http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/demografischer-wandel/196906/europas-demografische-zukunft (abgerufen am
14.12.2018, um 17:42 Uhr)
Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule,
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beschreibt der Begriff der „Europäischen Integration“ den seit den 1950er Jahren anhaltenden
Prozess der immer stärker und enger werdenden wirtschaftlichen und politischen
Zusammenarbeit in Europa. Diese Integration schafft Märkte, welche über nationalstaatliche
Grenzen hinausgehen und verlangt ebenfalls politische Kompetenzen von einer nationalen an
eine supranationale12
Ebene.13
Einhergehend mit dem Integrationsbegriff ist eine langfristige
Sicherung des Friedens zu nennen, welche erstrebt wird und bereits seit 70 Jahren erfolgreich
anhält.14
Mit der Überzeugung, die Demokratie habe sich nach dem Zusammenbruch des
Kommunismus nachhaltig verändert, konnten während der Ursachenfindung dessen zwei
Trends identifiziert werden, welche zwei grundlegende Herausforderungen für die Demokratie
darstellen. Dies sind zum einen die Globalisierung und zum anderen die Mediatisierung,
welche wir im weiteren Verlauf näher beleuchten werden. Mit zunehmender Globalisierung
kommt es zu einer immer stärker werdenden Denationalisierung, was bedeutet, dass der
Nationalstaat an Bedeutung verliert und somit eine Verlagerung von politischen
Entscheidungen auf nicht gewählte und somit nicht demokratisch legitimierte Institutionen
stattfindet. Die Mediatisierung als Folge der Kommerzialisierung der Nachrichtenmedien
verändere ebenfalls die politische Kommunikation und gleichzeitig auch die Spielregeln der
Politik. Auch innerhalb der Nationalstaaten gibt es bestimmte Defizite in der Demokratie. So
werden Entscheidungen auf regionaler und lokaler Ebene zunehmend in komplexen
Netzwerken getroffen und implementiert, in denen es an Transparenz mangelt. Solch neue
regionale Formen der politischen Steuerung wurden geschaffen, weil die Globalisierung und
der damit verbundene wachsende internationale Wettbewerb zwischen Großstädten in den
vergangenen Jahrzehnten das Entstehen von Agglomerationen gefördert haben. Weitere
Probleme bringt die Verlagerung der Entscheidungsgewalt vom Nationalstaat auf andere
Ebenen mit sich. Dadurch kommt es zu einer Störung des Kräfteverhältnisses von Exekutive,
der ausführenden Gewalt und Legislative, der gesetzgebenden Gewalt.15
Heutzutage sind
Demokratien mit immer mächtiger werdenden Medien konfrontiert, welche einen
zunehmenden Einfluss auf die Politik ausüben. Die Medien haben sich im Laufe der Zeit immer
mehr kommerzialisiert und von ihren traditionellen Parteibindungen gelöst. Eine Folge davon
ist, dass die Medien heutzutage nicht mehr ideologisch geprägt sind und sich stärker an der
Nachfrage orientieren. Angesichts der zunehmenden Kommerzialisierung ist nicht mehr
sicher, ob die Medien die Bürgerinnen und Bürger noch mit den notwendigen Informationen
versorgen. Sie verfolgen bei der Auswahl, Darstellung und Interpretation von politischen
Nachrichten nämlich eine eigene Logik und werden dadurch selbst zum politischen Akteur. Die
Politiker müssen sich dieser Logik anpassen, um Publizität, Unterstützung durch die
Öffentlichkeit und Legitimität zu erreichen, zumal politische Kommunikation essenziel auf
Medien basiert und in Folge dessen von ihnen abhängig ist. Da Medien den politischen
Entscheidungsprozess stark beeinflussen, könnte der Trend zur Mediatisierung in naher
Zukunft ein größeres Problem darstellen, gesellschaftlichen Problemen jedoch gemäß ihrer
eigenen Logik Relevanz zuordnen.
Generell ist der Einfluss von Mediatisierung und Globalisierung auf die Demokratie ambivalent,
also in sich widersprüchlich. Einerseits können sie eine Bedrohung für die Demokratie
darstellen, andererseits schaffen sie neue Möglichkeiten und Chancen. Ob die neuen
12
Supranational: siehe Fremdwörterverzeichnis
13
http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/pocket-europa/16955/supranational (abgerufen am 14.12.2018, um 18:08 Uhr)
14
https://europa.eu/european-union/about-eu/eu-in-brief_de (abgerufen am 14.12.2018, um 17:57 Uhr)
15
https://dievolkswirtschaft.ch/content/uploads/2011/01/17D_Kriesi.pdf (abgerufen am 21.10.2018, um 17:48 Uhr)
Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule,
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„Die Stimmen des Social Webs“
Madeleine Golla
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Herausforderungen die Demokratie in eine Krise stürzen oder diese stärken, hängt davon ab,
wie gut demokratische Institutionen und Verfahren mit den veränderten Rahmenbedingungen
Schritt halten und sich an diese anpassen können. Eine Weiterentwicklung der Demokratie ist
angesichts der aktuellen Herausforderungen in jedem Fall notwendig.16
3. Social Media
3.1 Für welche Aktivitäten werden soziale Netzwerke genutzt?
Die im Folgenden aufgeführten Zahlen zeigen die Aktivitäten der Menschen in Europa auf
Social Media-Seiten. Hauptsächlich verbringen Nutzer ihre Zeit auf sozialen Netzwerken, um
private Kontakte zu pflegen (68%), sowie um das derzeitige Tagesgeschehen auf der Welt zu
verfolgen (57%). Um die 30 Prozent informieren sich über Personen des öffentlichen Lebens
(30%) oder über Unternehmen und Marken (31%) und organisieren ihr Privatleben (38%).
Einen geringeren Anteil haben jedoch die Jobsuche mit rund 18% und die Partnersuche mit
rund 11% im digitalen Leben der Menschen. Diese Zahlen verdeutlichen wie wichtig eine
Aufklärung im Bereich der sozialen Medien ist, da der Großteil unserer Informationsgewinnung
daher rührt und somit einen bedeutsamen Stellenwert einnimmt.17
3.2 Wie verändert Digitalisierung unsere Demokratie?
Im Folgenden geht es um sogenannte Filterblasen. Diese beschreiben das Phänomen, dass
Webseiten und Plattformen mit Hilfe entsprechender Algorithmen dem einzelnen Nutzer
Informationen oder Meinungen anzeigen, die mit seinem bisherigen Verhalten auf Social
Media Plattformen weitgehend übereinstimmen.18
Sie sortieren für uns Informationen vor und
analysieren gleichzeitig unser Nutzerverhalten.
Die deutsche Forscherin und Universitätsprofessorin Katharina Zweig untersucht an der TU
Kaiserslautern, wie Algorithmen unser Leben beeinflussen. Sie sagt, es gebe viele Beispiele,
inwiefern solche Filterblasen die Gesellschaft beeinflussen: „Sie könnten sehr viel stärker
darüber mitbestimmen, ob wir einen Kredit bekommen, welche Ausbildung wir bekommen, ob
wir eine Gehaltserhöhung bekommen. Insofern erwarte ich, dass sie viel Einfluss haben
werden.“ 19
Zudem werde „gesichertes Wissen“ in einer digitalen Gesellschaft auch
zunehmend von Falschmeldungen (Fake News) 20
verdrängt, so Stephan Russ-Mohl,
Professor für Journalismus und Medienmanagement an der Universität Lugano. Seinen
Ansichten nach liege die Gefahr für die Demokratie darin, dass wir auf gutem Weg in eine
desinformierte Gesellschaft, befördert durch Algorithmen und Echoklammern21
, zusteuern:
„Über die Echoklammern hinweg wird nicht mehr diskutiert, das halte ich für sehr
verhängnisvoll für eine Demokratie, wo man eigentlich von denen, die anderer Meinung sind,
bereit sein sollte, zu lernen.“ 22
Laut Stephan Russ-Mohl beruhe Demokratie heute auf
analogen Gedanken und Willensbildungen. Auf dem Weg von einer analogen bis hin zu einer
16
https://dievolkswirtschaft.ch/content/uploads/2011/01/17D_Kriesi.pdf (abgerufen am 21.10.2018, um 17:48 Uhr)
17
https://www.freiheit.org/politische-meinungsbildung-im-netz (abgerufen am 15.12.2018, um 18:50 Uhr)
18
http://www.digitalwiki.de/filterblase/ (abgerufen am 23.10.2018, um 20:11 Uhr)
19
https://www.hr-inforadio.de/programm/themen/wie-veraendert-die-digitalisierung-unsere-demokratie-,digitalisierung-100.html
(abgerufen am 15.10.2018, um 18:23 Uhr)
20
Fake News: siehe Fremdwörterverzeichnis
21
„Echoklammern“: (((…))); siehe Fremdwörterverzeichnis (https://meedia.de/2016/06/16/solidaritaetswelle-fuer-verfolgte-juden-
darum-setzen-viele-twitter-nutzer-drei-klammern-um-ihren-namen/ (abgerufen am 20.11.2018, um 19:41 Uhr)
22
https://www.hr-inforadio.de/programm/themen/wie-veraendert-die-digitalisierung-unsere-demokratie-,digitalisierung-100.html
(abgerufen am 15.10.2019, um 18:23 Uhr)
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digitalen Demokratie wäre als Beispiel Finnland zu nennen. Dort gebe es sogenannte
„Crowdsouricing“-Initiativen. Bürgerinnen und Bürger sind hierbei über digitale Plattformen
beispielsweise an der Gesetzesentstehung beteiligt. Die Entscheidungen zum Gesetz selbst
werden am Ende vom Parlament verabschiedet.23 24
3.3 Der Einsatz von Social Bots
Manipulierte und akkumulierte Meinungen üben einen großen Einfluss auf die Gesellschaft
aus. Allerdings ist zu bedenken, dass es sich bei der Frage der Auswirkungen der Social
Bots25
um ein noch junges Forschungsfeld handelt und zunächst noch viel mehr Daten in
diesem Bereich erhoben werden müssen, um an gesicherte Erkenntnisse zu gelangen.
Dadurch ist eine Beeinflussung der politischen Willensbildung kaum nachweisbar und Folgen
für die Politik sind schwer nachweisbar. Demnach ist es ein heiß diskutiertes und umstrittenes
Thema. 26
Experten gehen davon aus, dass es weltweit rund 100 Millionen aktive
Computerprogramme dieser Art auf den verschiedensten Plattformen gibt. Etwa 5% aller
Twitter-Accounts sollen betroffen sein. Jedoch wird die Problematik, die aus diesem „Trend“
hervorgeht, ungerne von den meisten Social-Media Plattformen thematisiert. Grund dafür ist,
dass Werbekunden ihre Anzeigen nicht gerne an eine „Armee von sendungsbedürftigen, aber
wenig kaufwilligen Bots ausspielen“ 27
wollen. Des Weiteren wird nicht selten der Verdacht
aufgegriffen, dass Social Bots eine Mitverantwortung für die Manipulation von Börsenkursen
haben. Simon Hengelich, Professor für Political Data Science, beurteilt ihre Wirkung als nicht
zu unterschätzen. Er zweifelt daran, dass sich Menschen nur durch Social Bots politisch
beeinflussen lassen und ihre Meinung ändern. Dem Netzaktvisten und Sachverständigen für
IT-Sicherheit Linus Neumann zur Folge werde die Bedeutung von Social Bots jedoch „massiv
überzogen“, wodurch die Politik nur von dem allgemeinen Vertrauensverlust der Bürger
ablenken wolle: „Warum sollten Social Bots Wahlen beeinflussen, wenn das seit Jahrzehnten
andere Medien nicht geschafft hätten. Bots könnten vorhandene Tendenzen lediglich
verstärken – und Verstärkung sei grundlegend für das algorithmische System des Internets.“28
Den Betreibern der Social Bots geht es in erster Linie darum, eine gewisse Präsenz zu zeigen
und Debatten für die Durchsetzung der eigenen Interessen an sich zu reißen oder zu
unterbinden. Somit ist es möglich, im Internet stattfindende Diskussionen entscheidend zu
beeinflussen, weshalb auch viele Politiker die Befürchtung haben, dass Social Bots den
Wahlkampf manipulieren können, worauf wir uns jedoch im weiteren Verlauf näher beziehen
werden. Viele Experten stehen dem Einsatz von Social Bots kritisch gegenüber, vor allem bei
der Meinungsbildung. Immer mehr Menschen informieren sich online über Nachrichten und
das politische Geschehen im Internet. Somit spielen soziale Netzwerke als Nachrichtenquelle
und als Ort der Meinungsbildung eine nicht unwichtige Rolle und es stellt sich folglich die
Frage, inwieweit Social-Bots dazu beitragen, Nutzer durch gezielte Desinformationen zu
manipulieren und so die öffentliche Meinung zu beeinflussen.
„Spätestens seit dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 zwischen Hillary Clinton und
Donald Trump ist der Begriff „Social-Bot“ durch die Berichterstattung der Medien bekannt
geworden“ 29
heißt es in dem Artikel „Social Bots – Wirkung, Risiken, Maßnahmen“, verfasst
23
http://thefinnishexperiment.com/ (abgerufen am 12.01.2019, um 01:13 Uhr)
24
https://participedia.net/de/faelle/crowdsourcing-politischen-entscheidungs-und-gesetzgebungsprozessen-finnland (abgerufen
am 12.01.2019, um 01:15 Uhr)
25
Social Bots: siehe FRemdwörterverzeichnis
26
https://www.bpb.de/252585/was-sind-social-bots (abgerufen am 21.10.2018, um 21:14 Uhr)
27
https://www.mobilegeeks.de/artikel/manipulation-social-bots/ (abgerufen am 20.11.2018, um 18:48 Uhr)
28
https://www.bpb.de/252585/was-sind-social-bots (abgerufen am 21.10.2018, um 21:14 Uhr)
29
https://www.vis.bayern.de/daten_medien/medien/socialbots.htm (abgerufen am 20.11.2018, um 17:40 Uhr)
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6
von Björn Stecher, welcher sich mit dem Thema Social Bots auseinandersetzt.
Ob Social-Bots auch den Bundestagswahlkampf beeinflussen, beschäftigte auch den
Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Nicht nur im Vorfeld der
Brexit-Entscheidung, sondern auch im US-Präsidentschaftswahlkampf wiesen Experten auf
die massenhaft eingesetzten Meinungsmacher hin. Laut einer Wahlkampfanalyse sollen
teilweise 1 Prozent der Botschaften für die Präsidentschaft Clintons sowie Trumps von Social
Bots ausgegangen sein. Aufgrund diesen Vorkommnisses haben die vertretenen Parteien im
Bundestagswahlkampf 2017 den Verzicht von verdeckten Social Bots ausgesprochen.30
Die
Bedeutung wird allerdings teilweise auch geringgeschätzt, was auf zwei Gründe zurückgeht.
Zum einen beteuern deutsche Parteien den Verzicht der Computerprogramme. Zum anderen
ist die Internetnutzung und die damit einhergehende Social-Media - Nutzung der deutschen
Bürgerinnen und Bürger in Anbetracht der Nutzerzahlen von Twitter im Vergleich zu den USA
deutlich geringer. 31 32
In den USA sei fast jeder vierte Bürger auf der Plattform unterwegs,
wogegen es in Deutschland höchstens nur jeder siebte sei. Damit sollten nur wenige deutsche
Wahlberechtigte direkt mit Social Bots in Berührung kommen dürfen. Zudem ist anzumerken,
dass Facebook und Twitter diejenigen Plattformen sind, auf denen die meisten Social Bots
vorkommen.33
Sozialwissenschaftler Dirk Helbing erklärte gegenüber dem Online-Magazin „Spektrum.de“,
dass Social Bots ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf den Austritt Großbritanniens aus
der EU im Brexit-Voting gehabt haben sollen. Dirk Helbing war dabei Mitunterzeichner des
Digital-Manifests, welches sich mit zehn Grundprinzipien gegen die Automatisierung der
Gesellschaft durch Algorithmen wendet.34
Mit diesen würden Wirtschaft, Staat und die Bürger
gleichermaßen von allen Seiten der digitalen Revolution profitieren.35
Eine Woche lang vor
dem britischen Referendum haben die britischen Forscher Philip Howard und Bence Kollanyi
die Twitter-Nachrichten zum Thema Brexit durchsucht und kamen laut Helbing zu der
Schlussfolgerung, dass automatisch konzipierte Tweets die Votes für den Brexit unterstützt
haben müssen.36
Jedoch ist es wichtig zu bedenken, dass diese Informationen keine gültig
festgelegte Erkenntnis darstellen, sondern auf Merkmalen von Statistiken über die Einsetzung
von Social Bots basieren. Allerdings sei die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass hinter den Pro-
Brexit-Nachrichten wirtschaftliche und politische Interessen stehen, so Helbing. Zudem warnt
der Wissenschaftler vor einer zunehmenden Datenerhöhung, welche zur Folge haben kann,
dass „die digitale Entwicklung auf eine globale, zentrale Gesellschaftssteuerung hinausläuft,
die von künstlicher Intelligenz gelenkt wird“. Ziehe man den besten Fall in Betracht, könnte die
zunehmende Digitalisierung aber auch zu einer Weiterentwicklung von Demokratie und
Wirtschaft verwendet werden.37
30
https://www.mobilegeeks.de/artikel/manipulation-social-bots/ (abgerufen am 20.11.2018, um 18:40 Uhr)
31
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/370425/umfrage/anzahl-der-aktiven-twitter-nutzer-in-den-usa/ (abgerufen am
20.11.2018, um 17:51 Uhr)
32
https://luckyshareman.com/blog/die-twitter-nutzung-in-deutschland/ (abgerufen am 20.11.2018, um 17:53 Uhr)
33
https://www.mobilegeeks.de/artikel/manipulation-social-bots/ (abgerufen am 20.11.2018, um 17:58 Uhr)
34
Die zehn Grundprinzipien: siehe Fremdwörterverzeichnis
35
https://netzpolitik.org/2015/digital-manifest-zehn-prinzipien-gegen-die-entmuendigung-der-buerger/ (abgerufen am
03.12.2018, um 18:29 Uhr)
36
https://t3n.de/news/social-bots-brexit-verursacht-749882/ (abgerufen am 03.12.2018, um 18:35 Uhr)
37
https://t3n.de/news/social-bots-brexit-verursacht-749882/ (abgerufen am 03.12.2018, um 18:46 Uhr)
Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule,
Limburg a.d. Lahn
Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu
„Die Stimmen des Social Webs“
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7
4. Zielsetzung der Europäischen Union und Vereinten Nationen
Die Europäische Union verfolgt verschiedene Zielsetzungen, welche wir im Folgenden näher
erläutern werden. Grundsätzlich handelt es sich bei diesen um die Förderung des Friedens,
der europäischen Werte, des Wohlergehens der Bürgerinnen und Bürger in der europäischen
Union, die Garantie von Sicherheit, Freiheit und die Rechtstaatlichkeit mit Abschaffung von
Binnengrenzen. Zudem wird die Eindämmung sozialer Ungerechtigkeit und Diskriminierung
angestrebt, welche darauf aufbauend eine Stärkung des wirtschaftlichen, territorialen und
sozialen Zusammenhaltes sowie Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten fördert. Die
Achtung der in Europa vorherrschenden kulturellen und sprachlichen Vielfalt ist ebenfalls ein
Punkt auf der Agenda. Ebenso wie die Förderung von wissenschaftlichen und technologischen
Fortschritten, die nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage von ausgeglichenem
Wirtschaftswachstum und Preisstabilität, einer wettbewerbsfähigen Marktwirtschaft bei
Vollbeschäftigung, sozialer Fortschritt und der Umweltschutz. Ein außerdem nicht zu
vergessener Aspekt ist der der Gründung einer Wirtschafts- und Währungsunion, welche
bereits mit dem Euro als Währung umgesetzt wird.38 39
Manifestiert sind die Ziele der EU in
der Grundrechtecharta derselben, welche alle in der Europäischen Union geltenden
bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rechte beinhaltet.40
Festgehalten kann
also werden, dass das Hauptziel ein friedvolles und harmonisches Miteinander darstellt. Dafür
müssen jedoch nicht nur die Beziehungen der EU-Mitgliedsstaaten untereinander geregelt
sein, erforderlich ist ebenso eine gewaltfreie Kommunikation internationaler Beziehungen, die
die Grenzen der Europäischen Union überschreiten. Diese Aufgabe ist Teil der UN (United
Nations), zu der mittlerweile 193 Mitgliedsländer zählen. Hier werden Ziele festgelegt, die fast
alle Länder betreffen und daher global von Bedeutung sind. Demzufolge haben sie einen
beträchtlichen Einfluss auf die Zielsetzung sowie Gesetzgebung in der Europäischen Union,
die sich aufgrund dessen an der Charta der Vereinten Nationen orientiert. Auch muss jeder
neue Mitgliedsstaat in der UNO (United Nations Organization) diesen Vertrag unterschreiben,
weshalb die Union zwangsläufig an dessen Regeln gebunden ist. Die UN-Charta beinhaltet
die Ziele der UNO, welche sich in vier Hauptziele gliedern lassen. Zu diesen zählen der
weltweite Frieden, Sicherheit und Abrüstung, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen
zwischen den Staaten, die Förderung der Menschenrechte durch internationale
Zusammenarbeit und die Aufgabe ein Zentrum zu sein, an dem die Staaten gemeinsam an
diesen Zielen arbeiten.41
Im Juli 2018 einigten sich die Mitgliedsstaaten der UN auf einen „Globalen Pakt für sichere,
reguläre und geordnete Migration“. Bis auf einige Ausnahmen stimmte der Großteil der
Mitgliedstaaten für diesen Pakt und statuiert mit diesem Übereinkommen ein Exempel einer
gewaltfreien Kommunikation zu Gunsten der Zielsetzung der UN. Mit der Verabschiedung des
Paktes soll ein allgemeingültiges, unverbindliches Regelwerk für globale Migration eingeführt
werden, das, bestehend aus 23 Zielen, sich insbesondere auf den Schutz, die Rechte und
verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen konzentriert. Des Weiteren, so erklärt das
Deutsche Institut für Entwicklungspolitik auf seiner Webseite, diene der Pakt dem „Kampf
gegen Arbeitsausbeutung, Menschenhandel und Diskriminierung“. Außerdem werde eine
38
https://europa.eu/european-union/about-eu/eu-in-brief_de (abgerufen am 13.12.2018, um 20:29 Uhr)
39
http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20170224STO63943/e-demokratie-in-der-eu-potenzial-und-
herausforderungen (abgerufen am 14.12.2018, um 19:28 Uhr)
40
www.europarl.europa.eu/germany/de/europa-und-europawahlen/grundrechtecharta#shadowbox/0/ (abgerufen am
11.01.2019, um 23:39 Uhr)
41
https://www.demokratiewebstatt.at/thema/uno/was-will-die-uno-ziele-und-vorstellungen/ (abgerufen am 12.01.2019, um 00:06
Uhr)
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bessere Datenlage zu Migrationsprozessen gefordert, ferner versuche man den
unterschiedlichen Fluchtursachen entgegenzuarbeiten und zuletzt lege man den Fokus
insbesondere auf die Umsetzung eines sicheren und gut ausgeklügelten
Grenzschutzsystems. 42
Direkt auf den Migrationspakt folgte nun der globale
Flüchtlingspakt. Was den Flüchtlingspakt vom Migrationspakt unterscheidet, ist die
Tatsache, dass es sich im letzteren speziell um Flüchtlinge handelt, die aufgrund von Krieg
oder Verfolgung dazu gezwungen waren, ihr Land zu verlassen. Das Resultat aus diesem
Unterschied besteht darin, dass Flüchtlinge andere Anforderungen stellen, da sich bei diesen
der Blickpunkt in erster Linie auf das gesicherte Überleben richtet. 43
Das Hauptziel des
Flüchtlingspaktes liegt vor allem darin, „in den Herkunftsländern Bedingungen für eine
Rückkehr in Sicherheit und Würde zu fördern“. Zudem soll der Druck, welcher auf den
Aufnahmeländern lastet, verringert werden, die Eigenständigkeit der Betroffenen gefördert und
der Zugang zu Drittstaatenlösungen erweitert werden.44
Die Erlassung der beiden Pakte ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie gute Kommunikation
funktioniert und was alles mit ihr erreicht werden kann. Da gerade die Themen
Flüchtlingspolitik und Migration in der Europäischen Union hochaktuell sind, stellen die Pakte
einen weiteren Meilenstein in unserer stetigen Weiterentwicklung dar. Indem diese
Herausforderungen nun zu einer globalen erklärt wurden, sind wir sowohl in der UN als auch
in der EU der Verwirklichung unserer Ziele ein Stück nähergekommen.
5. Begründungszusammenhang zu „Die Stimmen des Social Webs“
Bevor wir in unserem Begründungszusammenhang unser Bild „Die Stimmen des Social Webs“
ausführlicher darstellen werden, möchten wir ausdrücklich betonen, dass diese Hausarbeit
ausschließlich unser gesammeltes Material zu diesem Thema in konzentrierter und
komprimierter Form ist, auf dessen Basis wir unser Produkt entworfen und gestaltet haben.
Als Produkt haben wir uns für ein Gemälde (Leinwand: 90x120; Acrylfarben) entschieden, da
die Malerei ein Medium ist, das schon seit dem Neolithikum45
Bestand hat und in ihrem
Aussagegehalt äußerst ehrlich, authentisch und konkret die anzusprechenden Problematiken
aufzeigt.46
Sie ist eine Gattung der bildenden Kunst.47
Dabei stellt sich wahrscheinlich jedem
die Frage, wie aktuell Kunst heute noch ist. Ein gutes Beispiel für die Aktualität von Kunst stellt
Street Art dar. Street Art, auch bekannt als Urban Art oder Post-Graffiti besitzt zwar keine
einheitliche Definition, kann allerdings an einigen Merkmalen identifiziert werden. Unter Street-
Art versteht man hauptsächlich Charaktere, Zeichen und Symbole, deren visueller Code eine
illustrative, flexible und wiedererkennbare Bildsprache ist. Zudem spielt sie in gewisser Maßen
mit dem urbanen Raum, dem Ort, der Umgebung und dem Vorhandenen und wird in
Eigeninitiative autonom hergestellt, ist nicht kommerziell und wird selbst finanziert. Des
Weiteren autorisiert sie sich selbst, da beim Eingriff in den öffentlichen Raum nicht um
Erlaubnis gefragt wird. Schließlich ist noch zu erwähnen, dass Street Art ein globales
42
https://www.die-gdi.de/die-aktuelle-kolumne/article/was-der-globale-migrationspakt-wirklich-bedeutet/ (abgerufen am
13.01.2019, um 14:49 Uhr)
43
https://www.bento.de/politik/un-fluechtlingspakt-das-sind-die-unterschiede-zum-un-migrationspakt (abgerufen am 13.01.2019,
um 15:12 Uhr)
44
http://www.un.org/depts/german/migration/a73-12-part-II.pdf (abgerufen am 13.01.2019, um 15:25 Uhr)
45
Neolithikum: siehe Fremdwörterverzeichnis
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„Die Stimmen des Social Webs“
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Phänomen darstellt.
In unserem Bild zum 66. Europäischen Wettbewerb thematisieren wir gegenwärtige
Herausforderungen der Demokratie, die ganz Europa betreffen. Diese Herausforderungen
sind meist auf tiefgreifende wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen
zurückzuführen, die das Potenzial besitzen die Gesellschaft zu spalten und die Stabilität
unseres politischen Systems bedrohen. Eine grundlegende Herausforderung stellt dabei die
Mediatisierung dar, welche einen zunehmenden Einfluss auf die Politik ausübt. Dadurch, dass
sich Medien immer stärker an der Nachfrage orientieren, verfolgen sie bei der Auswahl,
Darstellung und Interpretation von politischen Nachrichten eine eigene Logik und werden so
selbst zum politischen Akteur. Die Politik muss sich dieser Logik anpassen, um Publizität und
die Unterstützung der Öffentlichkeit zu erlangen und begibt sich aufgrund dessen in ein
Abhängigkeitsverhältnis. Welche Macht unsere heutigen Medien besitzen, (politische)
Entscheidungen zu beeinflussen und unser Verhalten zu steuern und welche Folgen sich
daraus ableiten lassen, versuchen wir in unserem Produkt zu verdeutlichen.
Im goldenen Schnitt48
unseres Gemäldes befindet sich eine Person mit einer Europaflagge
über der rechten Schulter, die stellvertretend Europa repräsentieren soll. Ungewöhnlich dabei
ist, dass diese Person kein menschliches Gesicht besitzt. Auf dem in schwarz gehaltenen
Jackett und dem mit bunten Farben verzierten Hemd thront der Kopf einer womöglich
ungewohnt erscheinenden, aber dennoch so aktuell eine einen jeden betreffende Symbolik,
ein Social Bot. Das Aufkommen dieser Algorithmen wird immer populärer und betrifft uns alle
in der Europäischen Union lebenden Menschen und darüber hinaus, wenn wir auf Social-
Media-Webseiten unterwegs sind. Social Bots fungieren meist als Fake-Accounts, die in
sozialen Netzwerken aufgrund wirtschaftlicher und politischer Interessen zur Verbreitung von
Nachrichten, Werbung und Meinungen eingesetzt werden. Dabei analysieren sie das
Verhalten von Personen im Internet, beispielsweise ihre getätigten Einkäufe und für welche
Inhalte sich eine Person interessiert. Publikation erfuhren sie besonders durch die
Präsidentschaftswahl zwischen Donald Trump und Hillary Clinton im Jahr 2016, als bekannt
wurde, dass im Wahlkampf Social Bots eingesetzt wurden, um die Meinungen der Wähler zu
beeinflussen. In den Bildern rund um die Person herum portraitieren wir Herausforderungen
der Demokratie bzw. Europas, die wir als einige der wichtigsten erachten. Zu diesen zählen
internationaler Terrorismus (unten rechts), grenzüberschreitende Migration mit einem
Flüchtlingsboot (oben links) und Klimawandel mit Atomkraftwerken und einer „schmelzenden“
Weltkugel in Form eines Eises (Mitte rechts, links). Dabei wollen wir ebenfalls auf einige
Zielsetzungen der EU verweisen. Diese sind die Förderung des Wohlergehens der
europäischen Bürgerinnen und Bürger, sowie die Garantie von Freiheit und Sicherheit, was
mit dem Flüchtlingsboot und den Terroristen symbolisiert wird. Zudem sprechen wir mit diesen
Themen den kürzlich von der UN erlassenen Migrationspakt sowie den Flüchtlingspakt an,
welche durch diese Regelwerke derartigen Problemen eine globale Bedeutung beimisst. Die
Aufhaltung des Klimawandels in Bezug auf den Umweltschutz bildet ebenfalls ein Aspekt in
der Zielsetzung der EU, welchen wir mit unserem Gemälde aufgreifen wollen, um auf dessen
Auswirkungen auf die gesamte Weltbevölkerung aufmerksam zu machen. Auch hängt der
Aspekt des Klimawandels, beziehungsweise des Umweltschutzes insofern mit Social Media
zusammen, als dass diese Problematik im Netz eher verharmlost wird oder gar mithilfe von
Fake News in Vergessenheit gerät. Eine weitere Thematik, die wir als wichtig erachten und
48
Goldener Schnitt: siehe Fremdwörterverzeichnis
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welche des Öfteren von scheinbar größeren Problemen ins Abseits gedrängt wird, ist der
Schutz unserer Natur und der Tiere. Um auf diese dauerhaft bestehende Herausforderung
aufmerksam zu machen, bringen wir den WWF (World Wide Fund For Nature) mit ins Spiel.
Dieser ist eine der größten internationalen Organisationen für den Natur- und Umweltschutz,
der unter anderem für die Europawahl 2019 aktiv eintritt, und dazu aufruft, gemeinsam an einer
nachhaltigeren Lebens- und Wirtschaftsweise in Europa zu arbeiten. 49
Eine weitere
europäische Behörde, welche die Ziele der Europäischen Union unterstützt, ist die EFSA
(European Food Safety Authority). Mithilfe der Finanzierung durch die EU erstellt die ESFA als
Risikobewerter wissenschaftliche Gutachten und Empfehlungen im Bereich der Lebens- und
Futtermittelsicherheit, Ernährung sowie der Tier- und Pflanzengesundheit und des Tier- und
Pflanzenschutzes.50
Oben links greifen wir ebenso den Brexit als eine Herausforderung auf.
Zum einen bringt der Ausstieg der Briten aus der EU nicht nur die Frage nach der Zukunft der
EU mit sich und stellt daher eine Herausforderung dar. Zum anderen verweisen wir mit diesem
Thema noch einmal auf den zunehmenden Missbrauch von Medien, insbesondere durch
Social Bots, da diese das Ergebnis der Abstimmung über den Ausstieg des Vereinigten
Königreichs maßgeblich beeinflusst haben sollen. Das Bild des Marionettenspielers (oben
rechts) soll uns sinnbildlich vor Augen führen, wie abhängig wir mittlerweile von den Medien
sind und dient gleichzeitig als Warnung, Informationen aus dem Internet mit Vorsicht zu
behandeln, da man auf den ersten Blick nicht feststellen kann, inwieweit diese manipuliert sind
und wie viel Wahrheitsgehalt in ihnen steckt. Dargestellt sind Menschen, die in der Zeitung
lesen, welche wiederum mit Fäden an der sich über den Köpfen der Personen befindenden
Hand befestigt sind. Ebenso lässt sich dies aus dem Bild unten, südöstlich von der Person,
welches einen Graphen darstellt, herausinterpretieren. Die Grafik soll aufzeigen, dass mit
vermehrter Nutzung von Medien auch die Beeinflussung durch Social Bots ansteigt. Die
Herausforderungen können insbesondere durch ihre hohe Medienpräsenz und abhängig
davon, wie sie von den Medien dargestellt werden, einen ganz anderen Anstrich erhalten, was
sich sowohl positiv als auch negativ auswirken kann. Als Überbringer dienen diverse Social-
Media-Plattformen. Solche Seiten stellen heutzutage einen großen Bestandteil unseres
öffentlichen und privaten Lebens dar, weshalb wir diese in Form von Icons in unserem Produkt
aufgenommen haben.
Mit unserem Bild „Die Stimmen des Social Webs“ wollen wir zu einem kritischen Umgang mit
sozialen Medien aufrufen und nehmen dabei die Thematik der Herausforderungen unserer
Demokratie in Europa auf. Um solch eine kritische Betrachtungsweise zu erlernen, müssen
Nutzerinnen und Nutzer einer Aufklärung unterzogen werden. Sie brauchen das Wissen über
die Werkzeuge und einzelnen Aspekte von automatisierter Meinungsmache im Internet und
sollten ebenfalls über ihre Wirkung informiert werden. Nicht immer hat man es mit Menschen
im Netz zu tun, sondern auch mit Chatrobotern. Es ist den einzelnen Plattformen nämlich nicht
möglich jede Auffälligkeit, sei es durch Social Bots oder Fake News, zu identifizieren, weshalb
es Aufgabe der Nutzer ist, die manipulativ wirkenden Inhalte auf sozialen Netzwerken zu
erkennen und dementsprechend den Betreibern auch zu melden, um nicht weitere Nutzer zu
„gefährden“.51
Daher dient unser Produkt dazu, eine besonders große Masse zu erreichen.
Hierzu kann das Bild auf Plakate gedruckt werden und findet so an fast jedem beliebigen Ort
Platz.
49
https://www.wwf.de/themen-projekte/politische-arbeit/europawahl-2019/ (abgerufen am 13.01.2019, um 17:01 Uhr)
50 https://www.efsa.europa.eu/de/aboutefsa (abgerufen am 13.01. 2019, um 17:20 Uhr)
51
https://www.freiheit.org/politische-meinungsbildung-im-netz (abgerufen am 15.12.2018, um 11:14 Uhr)
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6. Anhang
6.1 Quellenverzeichnis
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/370425/umfrage/anzahl-der-aktiven-twitter-
nutzer-in-den-usa/ (abgerufen am 20.11.2018, um 17:51 Uhr)
https://dievolkswirtschaft.ch/content/uploads/2011/01/17D_Kriesi.pdf (abgerufen am
21.10.2018, um 14:59 Uhr)
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A12007L%2FTXT
(abgerufen am 12.11.2018, um 19:07 Uhr)
https://europa.eu/european-union/about-eu/countries_de (abgerufen am 14.12.2018, um
18:27 Uhr)
https://europa.eu/european-union/about-eu/eu-in-brief_de (abgerufen am 13.12.2018, um
20:13 Uhr)
https://europa.eu/european-union/topics/climate-action_de (abgerufen am 13.11.2018, um
18:35 Uhr)
https://freie-referate.de/erdkunde/neolithikum (abgerufen am 15.12.2018, um 10:57 Uhr)
https://luckyshareman.com/blog/die-twitter-nutzung-in-deutschland/ (abgerufen am
20.11.2018, um 17:53
https://meedia.de/2016/06/16/solidaritaetswelle-fuer-verfolgte-juden-darum-setzen-viele-
twitter-nutzer-drei-klammern-um-ihren-namen/ (abgerufen am 20.11.2018, um 19:41 Uhr)
https://netzpolitik.org/2015/digital-manifest-zehn-prinzipien-gegen-die-entmuendigung-der-
buerger/ (abgerufen am 03.12.2018, um 18:29 Uhr)
https://participedia.net/de/faelle/crowdsourcing-politischen-entscheidungs-und-
gesetzgebungsprozessen-finnland (abgerufen am 12.01.2019, um 01:15 Uhr)
https://t3n.de/news/social-bots-brexit-verursacht-749882/ (abgerufen am 03.12.2018, um
18:35 Uhr)
https://teamfreiheit.info/demokratie/?gclid=EAIaIQobChMIvpXhrYCd3gIVCed3Ch05FAiQEAA
YAiAAEgLfEvD_BwE (abgerufen am 23.10.2018, um 19:03 Uhr)
http://thefinnishexperiment.com/ (abgerufen am 12.01.2019, um 01:13 Uhr)
https://www.avast.com/de-de/c-phishing (abgerufen am 12.01.2019, um 01:23 Uhr)
https://www.bento.de/politik/un-fluechtlingspakt-das-sind-die-unterschiede-zum-un-
migrationspakt (abgerufen am 13.01.2019, um 15:12 Uhr)
http://www.bpb.de/apuz/33562/postdemokratie (abgerufen am 31.10.2018, um 17:55 Uhr)
http://www.bpb.de/apuz/59707/demokratiereformen-herausforderungen-und-agenden?p=all
(abgerufen am 20.10.2018, um 17:00 Uhr)
http://www.bpb.de/internationales/europa/europaeische-union/43000/grafik-lissabonner-
vertrag (abgerufen am 12.11.2018, um 19:04 Uhr)
http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/demografischer-wandel/196906/europas-
demografische-zukunft (abgerufen am 14.12.2018, um 17:42 Uhr)
https://www.bpb.de/252585/was-sind-social-bots (abgerufen am 21.10.2018, um 21:14 Uhr)
https://www.bundestag.de/parlament/aufgaben/rechtsgrundlagen/grundgesetz/gg_03/245126
(abgerufen am 31.10.2018, um 17:30 Uhr)
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Diktatur_des_Proletariats (abgerufen am 20.11.2018,
um 16:56 Uhr)
https://www.deutschlandfunkkultur.de/antisemitismus-im-internet-juedische-journalisten-im-
netz.2156.de.html?dram:article_id=357036 (abgerufen am 24.12.2018, um 14:33 Uhr)
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https://www.die-gdi.de/die-aktuelle-kolumne/article/was-der-globale-migrationspakt-wirklich-
bedeutet/ (abgerufen am 13.01.2019, um 14:49 Uhr)
http://www.digitalwiki.de/filterblase/ (abgerufen am 23.10.2018, um 20:11 Uhr)
https://www.eea.europa.eu/de/themes/climate/intro (abgerufen am 13.11.2018, um 18:44
Uhr)
https://www.efsa.europa.eu/de/aboutefsa (abgerufen am 13.01. 2019, um 17:20 Uhr)
http://www.europarl.europa.eu/charter/pdf/text_de.pdf (abgerufen am 02.01.1019, um 15:37
Uhr)
http://www.europarl.europa.eu/germany/de/europa-und-europawahlen/grundrechtecharta
(abgerufen am 02.01.1019, um 15:38 Uhr)
http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20170224STO63943/e-
demokratie-in-der-eu-potenzial-und-herausforderungen (abgerufen am 14.12.2018, um 19:28
Uhr)
http://www.europarl.europa.eu/portal/de (abgerufen am 20.11.2018, um 19:16 Uhr)
https://www.europarl.europa.eu/germany/de/die-eu-und-ihre-stimme/vertrag-von-lissabon
(abgerufen am 14.12.2018, um 19:24 Uhr)
https://www.freiheit.org/politische-meinungsbildung-im-netz (abgerufen am 15.12.2018, um
11:14 Uhr)
https://www.hanisauland.de/lexikon/k/kommunismus.html (abgerufen am 19.11.2018, um
17:31)
https://www.hr-inforadio.de/programm/themen/wie-veraendert-die-digitalisierung-unsere-
demokratie-,digitalisierung-100.html (abgerufen am 15.10.2018, um 18:23 Uhr)
https://www.kas.de/web/ddr-mythos-und-wirklichkeit/sed-und-ihre-fuehrende-rolle (abgerufen
am 20.11.2018, um 17:07 Uhr
https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/kunst/artikel/proportion-und-goldener-schnitt
(abgerufen am 20.11.2018, um 19:28 Uhr)
https://www.linksjugend-solid.de/positionen/kapitalismus/was-ist-kapitalismus/ (abgerufen am
20.11.2018, um 17:25 Uhr)
https://www.mobilegeeks.de/artikel/manipulation-social-bots/ (abgerufen am 20.11.2018, um
18:48 Uhr)
http://www.un.org/depts/german/migration/a73-12-part-II.pdf (abgerufen am 13.01.2019, um
15:25 Uhr)
http://www.was-ist-malware.de/virenschutz/phishing/ (abgerufen am 12.01.2019, um 01:21
Uhr)
https://www.vis.bayern.de/daten_medien/medien/socialbots.htm (abgerufen am 20.11.2018,
um 18:02 Uhr)
https://www.whitewall.com/de/mag/goldener-schnitt (abgerufen am 20.11.2018, um 19:28
Uhr)
https://www.wirtschaftundschule.de/wirtschaftslexikon/e/europaeische-integration/
(abgerufen am 14.12.2018, um 18:22 Uhr)
https://www.wissen.de/lexikon/sozialistische-einheitspartei-deutschlands (abgerufen am
20.11.2018, 17:07)
https://www.wwf.de/themen-projekte/politische-arbeit/europawahl-2019/ (abgerufen am
13.01.2019, um 17:01 Uhr)
Vgl. Arbeitsblatt „Q1/PoWi - Demokratie im Mehrebenensystem – Deutschland –
Grundprinzipien der Verfassung“ vom 14.08.2018
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6.2 Fremdwörterverzeichnis
Demokratie ist eine Zusammensetzung aus den griechischen Wörtern „demos“, was so viel
wie „Volk“ bedeutet, und „kratein“, was im Deutschen als „herrschen“ übersetzt wird.
Demzufolge ist der Begriff Demokratie eine Bezeichnung für eine politische Ordnung, in der
sich die Herrschaft auf den Willen des Volkes beruft und die Regierenden dem Volk
rechenschaftspflichtig sind.52
Supranational (lat. überstaatlich) bezeichnet den Zusammenschluss von mehreren Staaten,
welche ihre gemeinsamen Souveränitätsrechte teilweise auf gemeinsame Institutionen
übertragen. Um ein Beispiel zu nennen, entscheiden die Organe der EU nach dem
Mehrheitsprinzip in bestimmten Bereichen der Politik verbindlich für die Mitgliedstaaten.53
Fake News sind gefälschte Nachrichten, bei denen mit eindrucksvollen Schlagzeilen,
gefälschten Bildern und Behauptungen Lügen und Propaganda verbreitet werden. Sie sollen
den Eindruck erwecken, dass es sich um echte Nachrichten handelt. Der Sinn dahinter ist es
Menschen zu beeindrucken und Geld zu verdienen, was durch die darauffolgenden Likes und
Weiterleitungen geschieht. Manche Fake News schleusen Computer-Viren ein, mit deren Hilfe
dann persönliche Daten der Nutzer ausgespäht werden, was man als sogenanntes „Phishing“
bezeichnet.54 55
Die Bezeichnung „Bot“ ist die Kurzform für das englische Wort „Robot“, und beschreibt
Computerprogramme, die automatisch bestimmte Aufgaben erfüllen. Sogenannte Meinungs-
Bots können menschliche Identitäten in Fake-Accounts auf Social Media Plattformen wie
Facebook oder Twitter vortäuschen und wirken somit manipulativ. Hinter ihnen verstecken sich
Computerprogramme, welche ähnlich wie eine automatisierte Maschine darauf programmiert
sind, ohne menschliches Eingreifen bestimmte ihnen aufgetragene Aufgaben zu erfüllen.56
Der
Zweck von Social Bots besteht darin, menschliches (Kommunikations-)Verhalten zu imitieren,
beziehungsweise automatisch auf bestimmte, von Menschen getätigte Eingaben zu
reagieren. 57
Darunter fallen zum Beispiel Aktivitäten wie das Versenden von
Freundschaftsanfragen oder das Senden von Nachrichten auf sozialen Netzwerken. Ihr Ziel
kann unterschiedlich sein, ein Bot kann mehrere Aufgaben erfüllen, als Überlaster, Trendsetter
oder Auto-Troll.58
„Echoklammern“ (digitaler Judenstern): Sogenannte Echoklammern bezeichnen eine Art
Diskriminierung mittels der Einklammerung von Namen mit drei Klammern, was erstmals von
US-Neonazis verwendet wurde. Diese setzten die Namen von jüdischen Journalisten auf
Twitter in drei Klammern, damit diese folglich antisemitistische (judenfeindliche) Nachrichten
empfingen. Zudem führt die Rückverfolgung der Urheber auf den US-Präsidenten Donald
Trump zurück.59
52
https://teamfreiheit.info/demokratie/?gclid=EAIaIQobChMIvpXhrYCd3gIVCed3Ch05FAiQEAAYAiAAEgLfEvD_BwE (abgerufen
am 23.10.2018, um 19:03 Uhr)
53
http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/pocket-europa/16955/supranational (abgerufen am 14.12.2018, um 18:08 Uhr)
54
http://www.was-ist-malware.de/virenschutz/phishing/ (abgerufen am 12.01.2019, um 01:21 Uhr)
55
https://www.avast.com/de-de/c-phishing (abgerufen am 12.01.2019, um 01:23 Uhr)
56
https://www.vis.bayern.de/daten_medien/medien/socialbots.htm (abgerufen am 20.11.2018, um 18:02 Uhr)
57
https://www.bpb.de/252585/was-sind-social-bots (abgerufen am 21.10.2018, um 21:14 Uhr)
58
Aufgaben von Social Bots: siehe Fremdwörterverzeichnis
59
https://www.deutschlandfunkkultur.de/antisemitismus-im-internet-juedische-journalisten-im-
netz.2156.de.html?dram:article_id=357036 (abgerufen am 24.12.2018, um 14:33 Uhr)
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Die verschiedenen Aufgaben von Social Bots:
Die Überlaster: Sogenannte Chatbots60
können den Feed einer bestimmten Person oder
bestimmten Seite mit zielgerichteten Aussagen überfluten. Sieht er beispielsweise, dass eine
Nachrichtenseite sich zu einem bestimmten Thema geäußert hat, postet er immer wieder
dieselben Gegenaussagen. Vor allem, wenn solche Bots ihre Nachrichten gegenseitig liken
oder kommentieren können, beschleunigen diese sich in ihrem gegenseitigen Mechanismus
selbst. Echte Kommentare gehen dadurch oftmals unter. Dies macht eine normale Diskussion
über ein Thema unmöglich.
Die Trendsetter: Mit einer kleinen Bot-Armee, die immer und immer wieder dasselbe Hashtag
verwendet, ist es möglich, die Themen-Agenda zu bestimmen. Unterhalten sich beispielsweise
plötzlich tausende Bots auf Twitter über diesem Hashtag kann der Inhalt Bedeutung in der
öffentlichen Debatte erlangen. Ein Thema erscheint damit plötzlich größer als es ist und echte
Nutzer schließen sich einer Fake-Bewegung an, weil sie diese als eine echte mehrheitliche
Meinung begreifen.
Die Auto-Trolle: Diese Bots dienen der Ablenkung von einzelnen Nutzern, damit diese
möglichst viel Zeit mit sinnloser Diskussion verbringen. Wenn sich etwa zwei Nutzer über ein
Thema unterhalten, klinkt ein solches Programm sich ein und schreibt immer wieder
unpassende, extreme oder sogar beleidigende Argumente. Weil viele Nutzer dann auf diese
fiktiven Provokateure reinfallen, gerät die normale Diskussion in den Hintergrund. Wer nicht
merkt, dass er eigentlich mit einem Bot diskutiert, kann eine stundenlange Beschäftigung
finden.61
Die zehn Grundprinzipien gegen die Automatisierung der Gesellschaft durch
Algorithmen des Digital-Manifests:
die Funktion von Informationssystemen stärker zu dezentralisieren,
informationelle Selbstbestimmung und Partizipation zu unterstützen,
Transparenz für eine erhöhte Vertrauenswürdigkeit zu verbessern,
Informationsverzerrungen und -verschmutzung zu reduzieren
von den Nutzern gesteuerte Informationsfilter zu ermöglichen,
gesellschaftliche und ökonomische Vielfalt zu fördern,
die Fähigkeit technischer Systeme zur Zusammenarbeit zu verbessern,
digitale Assistenten und Koordinationswerkzeuge zu erstellen,
kollektive Intelligenz zu unterstützen und
die Mündigkeit der Bürger in der digitalen Welt zu fördern – eine „digitale Aufklärung“.62
Neolithikum (Jungsteinzeit): Die neolithische Revolution ist in den Zeitraum von 5000 v.Chr.
bis 1800 v.Chr. einzuordnen und bezeichnet das Aufkommen produzierender
Wirtschaftsweisen (Ackerbau etc.), der Vorratshaltung und der Sesshaftigkeit. Es endete die
Lebenswelt als reine Jäger und Sammler und die Epoche der Jungsteinzeit beginnt.63
Der goldene Schnitt: Das Prinzip der Proportionen (lat.: „porportio“ = Verhältnis) „stellt das
Verhältnis eines Teiles zum Ganzen dar“ und wird bereits seit der Antike von Künstlern zum
60
https://www.vis.bayern.de/daten_medien/medien/socialbots.htm (abgerufen am 20.11.2018, um 18:08 Uhr)
61
https://www.vis.bayern.de/daten_medien/medien/socialbots.htm (abgerufen am 20.11.2018, um 18:08 Uhr)
62
https://netzpolitik.org/2015/digital-manifest-zehn-prinzipien-gegen-die-entmuendigung-der-buerger/ (abgerufen a
24.12.2018, um 14:34 Uhr)
63
https://freie-referate.de/erdkunde/neolithikum (abgerufen am 15.12.2018, um 10:57 Uhr)
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Ausdruck von Ausgewogenheit und Schönheit verwendet. Der goldene Schnitt die die
bekannteste Proportionsregel, lässt sich nicht mit rationalen Zahlen ausdrücken, sondern wird
nur durch Konstruktion erreicht. Es ist ein Teilungsverhältnis zweier Größen zueinander, bei
der sich der kleinere Abschnitt zum größeren Abschnitt verhält, wie der größere Abschnitt zur
gesamten Strecke.64 65
64
https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/kunst/artikel/proportion-und-goldener-schnitt (abgerufen am 20.11.2018, um 19:28
Uhr)
65
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  • 1. Corrie-Amah Engel (T7FJ48) Adolf-Reichwein-Schule Limburg a.d. Lahn Klasse: 12GyH Madeleine Sophie Golla (TQ2S7H) Lehrkraft: Roland Gawinski 66. Europäischer Wettbewerb Thema: 4-2 Social Media – ein Demokratiekiller? Fake News, Filterblasen und Social Bots beeinflussen die öffentlichen Debatten. Setzen Sie sich mit diesen Herausforderungen der Demokratie in Europa auseinander und rufen Sie zum kritischen Umgang mit den Medien auf. „Die Stimmen des Social Webs“ Golla, Madeleine Sophie(TQ2S7H) Klasse/Jahrgang: 12 Engel, Corrie-Amah (T7FJ48) Klasse/Jahrgang: 12
  • 2. Inhaltsverzeichnis 1. Prolog .....................................................................................................................................1 2. Was ist Demokratie? ...............................................................................................................1 2.1 Welche Grundstandards muss eine demokratische Regierung erfüllen?.....................................1 2.2 Die Herausforderungen der Demokratie.....................................................................................2 3. Social Media............................................................................................................................4 3.1 Für welche Aktivitäten werden soziale Netzwerke genutzt?........................................................4 3.2 Wie verändert Digitalisierung unsere Demokratie? .....................................................................4 3.3 Der Einsatz von Social Bots ......................................................................................................5 4. Zielsetzung der Europäischen Union und Vereinten Nationen ..................................................7 5. Begründungszusammenhang zu „Die Stimmen des Social Webs“............................................8 6. Anhang .................................................................................................................................11 6.1 Quellenverzeichnis .................................................................................................................11 6.2 Fremdwörterverzeichnis...........................................................................................................13
  • 3. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 1 1. Prolog Das Internet ist zu einem enorm wichtigen Bestandteil unseres Lebens geworden und spielt auch in der Europäischen Union eine nicht außer Acht zu lassende Rolle. Trotz all der neuen Informationstechnologien, die dazu beitragen, den einzelnen Bürger stärker in demokratische Prozesse einzubinden, bergen sie auch ihre Schattenseiten und stellen gewisse Herausforderungen für die Demokratie in Europa dar. Um die bestehenden Herausforderungen näher zu beleuchten, führen wir in unserer Hausarbeit zu unserem Produkt im Zuge des 66. Europäischen Wettbewerbs mehrere sich überschneidende Themengebiete unter der Fragestellung auf, ob Social Media einen Demokratiekiller sei und wollen zu einem kritischen Umgang mit sozialen Medien mithilfe unseres Produktes aufrufen. Ebenfalls werden wir diese Herausforderungen in unserem Begründungszusammenhang kompakt darlegen. 2. Was ist Demokratie? Demokratie1 ist eine Regierungsform, in der das Volk mittels Wahlen an der Machtausübung des Staates teilnimmt. Demzufolge ist eine Demokratie nur dann eine solche, wenn die Herrschaft vom Volk ausgeht und die vom Volk ernannten Vertreter in regelmäßig stattfindenden Wahlen gewählt werden.2 In der Grundrechtecharta der Europäischen Union ist dies in Kapitel V, Artikel 39 festgeschrieben.3 4 2.1 Welche Grundstandards muss eine demokratische Regierung erfüllen? Neben den bestehenden Wahlrechtsgrundsätzen ist eine demokratische Regierung auf dem Rechtsstaatsprinzip sowie dem Mehrheitsprinzip aufgebaut. Der Begriff Rechtsstaatlichkeit beschreibt, dass alle Handlungen mit der Verfassung und den Gesetzen übereinstimmen müssen. Somit ist der Staat bei seinen Handlungen an Recht und Gesetz (Rechtsstaatlichkeit) gebunden und wird in Folge dessen in seiner Macht eingeschränkt. Die oberste Priorität ist die Verwirklichung von Freiheit und Gerechtigkeit, festgehalten in der EU Charta.5 Der Begriff des Mehrheitsprinzips bedeutet, dass die Handlungen der Regierung nach dem Mehrheitswillen des Volkes erfolgen müssen. Ein weiteres Merkmal der Demokratie bildet ein hohes Maß an Meinungsfreiheit und -vielfalt sowie das Vorhandensein einer Opposition. Dies sind mindestens zwei Parteien, die zwei unterschiedliche Standpunkte vertreten und unter Berücksichtigung demokratischer Spielregeln miteinander kommunizieren. Von einer Demokratie ist demnach nicht zu sprechen, wenn eine Diktatur besteht, beziehungsweise eine Regierung eine Zwangsherrschaft bildet. Ein weiterer Aspekt, der gegen eine Demokratie spricht, ist wenn die herrschenden Führungsmächte bestimmen, wer die oberste Machtposition besitzt und die Bürger keinerlei Mitspracherecht haben. Dies stellt eine Überleitung zu dem Kriterium dar, dass in einer Demokratie freie und regelmäßige Wahlen durchgeführt werden müssen, an denen keine Menschen willkürlich vom aktiven oder passiven Wahlrecht ausgeschlossen werden. Von einer Demokratie ist ebenfalls nicht zu sprechen, 1 Definition Demokratie: siehe Fremdwörterverzeichnis 2 https://teamfreiheit.info/demokratie (abgerufen am 23.10.2018, um 19:03 Uhr) 3 http://www.europarl.europa.eu/charter/pdf/text_de.pdf (abgerufen am 02.01.1019, um 15:37 Uhr) 4 http://www.europarl.europa.eu/germany/de/europa-und-europawahlen/grundrechtecharta (abgerufen am 02.01.1019, um 15:38 Uhr) 5 Vgl. Arbeitsblatt „Q1/PoWi - Demokratie im Mehrebenensystem – Deutschland – Grundprinzipien der Verfassung“ vom 14.08.2018
  • 4. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 2 wenn die Opposition keinen Zugang zu Medien hat und sich somit nicht Gehör verschaffen kann. Des Weiteren muss Pressefreiheit und Meinungsfreiheit herrschen, der Staat muss somit ein säkularer Rechtsstaat sein. Außerdem darf es nicht nur eine einzige Partei geben.6 2.2 Die Herausforderungen der Demokratie Demokratie hat sich im Laufe der Zeit immer wieder an veränderte gesellschaftliche Umstände anpassen müssen, und meist gelang es ihr auch, auftretende Probleme und Herausforderungen zu bewältigen. Obwohl die Demokratie sich seit ihrer Entstehung in der Antike als eine der bewährtesten Regierungsformen bewiesen hat, stellt sich aufgrund tiefgreifender wirtschaftlicher, kultureller und gesellschaftlicher Veränderungen und Veränderungen im Bereich der Weltpolitik, laut dem britischen Politikwissenschaftler und Soziologe Colin Crouch oft die Frage, ob die Demokratie in eine Krise geraten sei.7 Dass seit den letzten Jahren zunehmend von einer Krise der Demokratie oder gar einer „Postdemokratie“ 8 die Rede ist, liegt daran, dass sie gegenwärtig mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert ist (demografischer Wandel, ökonomische Ungleichheit, ethnische Diversität, technologischer Fortschritt, etc.). Diese besitzen das Potenzial die Gesellschaft zu spalten und gelten aufgrund dessen als Herausforderungen für die Demokratie des 21. Jahrhunderts.9 Gegenüber allen politischen Systemen steht eine Vielzahl endogener und exogener Herausforderungen. Der Begriff „exogen“ beschreibt einen aus äußeren Ursachen heraus entstehenden Umstand, während „endogen“ Prozesse meint, die von innen heraus stattfinden. 10 Unter endogenen Herausforderungen versteht man Wandlungen des gesellschaftlichen Demokratieverständnisses. Darunter fallen regelmäßige Veränderungen der politisch-gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse, demografische Strukturveränderungen, welche wiederum Auswirkungen auf beispielsweise die Rentensteuer haben. Wandelungen von gesellschaftlichen Gerechtigkeits-und Gleichheitsvorstellungen, sowie Wandelungen von Repräsentations-und Legitimitätsverständnissen. In Bezug auf den demografischen Wandel in Europa ist ebenfalls zu erwähnen, dass das Durchschnittsalter der Menschen auf dem europäischen Kontinent zwar das höchste auf der Welt ist, mit steigender Tendenz, die Gesamtbevölkerungszahl im internationalen Vergleich jedoch immer weiter fällt. So fiel der Anteil Europas an der Weltbevölkerung zwischen den Jahren von 1960 bis 2005 um 5,8 Prozent.11 Des Weiteren zählen aktuell zu den endogenen Herausforderungen der Demokratie in Europa die steigenden Erwartungen der Gesellschaft an die Leistungsfähigkeit des demokratischen Systems. Zu den exogenen Herausforderungen der Demokratie in der Europäischen Union zählen die ökonomische Globalisierung, worunter insbesondere kleine Unternehmen leiden. Ferner sind dies grenzüberschreitende Migration wie die Flüchtlingswelle im Jahr 2015, internationaler Terrorismus am Beispiel der gehäuften Terroranschläge in Frankreich, sowie die Rückwirkungen der europäischen Integration auf die Mitgliedstaaten der EU im Hinblick auf einen immer engeren Zusammenschluss der europäischen Länder. Dabei 6 https://teamfreiheit.info/demokratie/?gclid=EAIaIQobChMIvpXhrYCd3gIVCed3Ch05FAiQEAAYAiAAEgLfEvD_BwE (abgerufen am 23.10.2018, um 19:03 Uhr) 7 http://www.bpb.de/apuz/59707/demokratiereformen-herausforderungen-und-agenden?p=all (abgerufen am 31.10.2018, um 17:48 Uhr) 8 „Postdemokratie“: Politikwissenschaftler Colin Crouch: „schwelende Krise der Demokratie westlicher Prägung“: http://www.bpb.de/apuz/33562/postdemokratie (abgerufen am 31.10.2018, um 17:55 Uhr) 9 https://dievolkswirtschaft.ch/content/uploads/2011/01/17D_Kriesi.pdf (abgerufen am 21.10.2018, um 14:59 Uhr) 10 http://www.bpb.de/apuz/59707/demokratiereformen-herausforderungen-und-agenden?p=all (abgerufen am 31.10.2018, um 17:48 Uhr) 11 http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/demografischer-wandel/196906/europas-demografische-zukunft (abgerufen am 14.12.2018, um 17:42 Uhr)
  • 5. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 3 beschreibt der Begriff der „Europäischen Integration“ den seit den 1950er Jahren anhaltenden Prozess der immer stärker und enger werdenden wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit in Europa. Diese Integration schafft Märkte, welche über nationalstaatliche Grenzen hinausgehen und verlangt ebenfalls politische Kompetenzen von einer nationalen an eine supranationale12 Ebene.13 Einhergehend mit dem Integrationsbegriff ist eine langfristige Sicherung des Friedens zu nennen, welche erstrebt wird und bereits seit 70 Jahren erfolgreich anhält.14 Mit der Überzeugung, die Demokratie habe sich nach dem Zusammenbruch des Kommunismus nachhaltig verändert, konnten während der Ursachenfindung dessen zwei Trends identifiziert werden, welche zwei grundlegende Herausforderungen für die Demokratie darstellen. Dies sind zum einen die Globalisierung und zum anderen die Mediatisierung, welche wir im weiteren Verlauf näher beleuchten werden. Mit zunehmender Globalisierung kommt es zu einer immer stärker werdenden Denationalisierung, was bedeutet, dass der Nationalstaat an Bedeutung verliert und somit eine Verlagerung von politischen Entscheidungen auf nicht gewählte und somit nicht demokratisch legitimierte Institutionen stattfindet. Die Mediatisierung als Folge der Kommerzialisierung der Nachrichtenmedien verändere ebenfalls die politische Kommunikation und gleichzeitig auch die Spielregeln der Politik. Auch innerhalb der Nationalstaaten gibt es bestimmte Defizite in der Demokratie. So werden Entscheidungen auf regionaler und lokaler Ebene zunehmend in komplexen Netzwerken getroffen und implementiert, in denen es an Transparenz mangelt. Solch neue regionale Formen der politischen Steuerung wurden geschaffen, weil die Globalisierung und der damit verbundene wachsende internationale Wettbewerb zwischen Großstädten in den vergangenen Jahrzehnten das Entstehen von Agglomerationen gefördert haben. Weitere Probleme bringt die Verlagerung der Entscheidungsgewalt vom Nationalstaat auf andere Ebenen mit sich. Dadurch kommt es zu einer Störung des Kräfteverhältnisses von Exekutive, der ausführenden Gewalt und Legislative, der gesetzgebenden Gewalt.15 Heutzutage sind Demokratien mit immer mächtiger werdenden Medien konfrontiert, welche einen zunehmenden Einfluss auf die Politik ausüben. Die Medien haben sich im Laufe der Zeit immer mehr kommerzialisiert und von ihren traditionellen Parteibindungen gelöst. Eine Folge davon ist, dass die Medien heutzutage nicht mehr ideologisch geprägt sind und sich stärker an der Nachfrage orientieren. Angesichts der zunehmenden Kommerzialisierung ist nicht mehr sicher, ob die Medien die Bürgerinnen und Bürger noch mit den notwendigen Informationen versorgen. Sie verfolgen bei der Auswahl, Darstellung und Interpretation von politischen Nachrichten nämlich eine eigene Logik und werden dadurch selbst zum politischen Akteur. Die Politiker müssen sich dieser Logik anpassen, um Publizität, Unterstützung durch die Öffentlichkeit und Legitimität zu erreichen, zumal politische Kommunikation essenziel auf Medien basiert und in Folge dessen von ihnen abhängig ist. Da Medien den politischen Entscheidungsprozess stark beeinflussen, könnte der Trend zur Mediatisierung in naher Zukunft ein größeres Problem darstellen, gesellschaftlichen Problemen jedoch gemäß ihrer eigenen Logik Relevanz zuordnen. Generell ist der Einfluss von Mediatisierung und Globalisierung auf die Demokratie ambivalent, also in sich widersprüchlich. Einerseits können sie eine Bedrohung für die Demokratie darstellen, andererseits schaffen sie neue Möglichkeiten und Chancen. Ob die neuen 12 Supranational: siehe Fremdwörterverzeichnis 13 http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/pocket-europa/16955/supranational (abgerufen am 14.12.2018, um 18:08 Uhr) 14 https://europa.eu/european-union/about-eu/eu-in-brief_de (abgerufen am 14.12.2018, um 17:57 Uhr) 15 https://dievolkswirtschaft.ch/content/uploads/2011/01/17D_Kriesi.pdf (abgerufen am 21.10.2018, um 17:48 Uhr)
  • 6. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 4 Herausforderungen die Demokratie in eine Krise stürzen oder diese stärken, hängt davon ab, wie gut demokratische Institutionen und Verfahren mit den veränderten Rahmenbedingungen Schritt halten und sich an diese anpassen können. Eine Weiterentwicklung der Demokratie ist angesichts der aktuellen Herausforderungen in jedem Fall notwendig.16 3. Social Media 3.1 Für welche Aktivitäten werden soziale Netzwerke genutzt? Die im Folgenden aufgeführten Zahlen zeigen die Aktivitäten der Menschen in Europa auf Social Media-Seiten. Hauptsächlich verbringen Nutzer ihre Zeit auf sozialen Netzwerken, um private Kontakte zu pflegen (68%), sowie um das derzeitige Tagesgeschehen auf der Welt zu verfolgen (57%). Um die 30 Prozent informieren sich über Personen des öffentlichen Lebens (30%) oder über Unternehmen und Marken (31%) und organisieren ihr Privatleben (38%). Einen geringeren Anteil haben jedoch die Jobsuche mit rund 18% und die Partnersuche mit rund 11% im digitalen Leben der Menschen. Diese Zahlen verdeutlichen wie wichtig eine Aufklärung im Bereich der sozialen Medien ist, da der Großteil unserer Informationsgewinnung daher rührt und somit einen bedeutsamen Stellenwert einnimmt.17 3.2 Wie verändert Digitalisierung unsere Demokratie? Im Folgenden geht es um sogenannte Filterblasen. Diese beschreiben das Phänomen, dass Webseiten und Plattformen mit Hilfe entsprechender Algorithmen dem einzelnen Nutzer Informationen oder Meinungen anzeigen, die mit seinem bisherigen Verhalten auf Social Media Plattformen weitgehend übereinstimmen.18 Sie sortieren für uns Informationen vor und analysieren gleichzeitig unser Nutzerverhalten. Die deutsche Forscherin und Universitätsprofessorin Katharina Zweig untersucht an der TU Kaiserslautern, wie Algorithmen unser Leben beeinflussen. Sie sagt, es gebe viele Beispiele, inwiefern solche Filterblasen die Gesellschaft beeinflussen: „Sie könnten sehr viel stärker darüber mitbestimmen, ob wir einen Kredit bekommen, welche Ausbildung wir bekommen, ob wir eine Gehaltserhöhung bekommen. Insofern erwarte ich, dass sie viel Einfluss haben werden.“ 19 Zudem werde „gesichertes Wissen“ in einer digitalen Gesellschaft auch zunehmend von Falschmeldungen (Fake News) 20 verdrängt, so Stephan Russ-Mohl, Professor für Journalismus und Medienmanagement an der Universität Lugano. Seinen Ansichten nach liege die Gefahr für die Demokratie darin, dass wir auf gutem Weg in eine desinformierte Gesellschaft, befördert durch Algorithmen und Echoklammern21 , zusteuern: „Über die Echoklammern hinweg wird nicht mehr diskutiert, das halte ich für sehr verhängnisvoll für eine Demokratie, wo man eigentlich von denen, die anderer Meinung sind, bereit sein sollte, zu lernen.“ 22 Laut Stephan Russ-Mohl beruhe Demokratie heute auf analogen Gedanken und Willensbildungen. Auf dem Weg von einer analogen bis hin zu einer 16 https://dievolkswirtschaft.ch/content/uploads/2011/01/17D_Kriesi.pdf (abgerufen am 21.10.2018, um 17:48 Uhr) 17 https://www.freiheit.org/politische-meinungsbildung-im-netz (abgerufen am 15.12.2018, um 18:50 Uhr) 18 http://www.digitalwiki.de/filterblase/ (abgerufen am 23.10.2018, um 20:11 Uhr) 19 https://www.hr-inforadio.de/programm/themen/wie-veraendert-die-digitalisierung-unsere-demokratie-,digitalisierung-100.html (abgerufen am 15.10.2018, um 18:23 Uhr) 20 Fake News: siehe Fremdwörterverzeichnis 21 „Echoklammern“: (((…))); siehe Fremdwörterverzeichnis (https://meedia.de/2016/06/16/solidaritaetswelle-fuer-verfolgte-juden- darum-setzen-viele-twitter-nutzer-drei-klammern-um-ihren-namen/ (abgerufen am 20.11.2018, um 19:41 Uhr) 22 https://www.hr-inforadio.de/programm/themen/wie-veraendert-die-digitalisierung-unsere-demokratie-,digitalisierung-100.html (abgerufen am 15.10.2019, um 18:23 Uhr)
  • 7. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 5 digitalen Demokratie wäre als Beispiel Finnland zu nennen. Dort gebe es sogenannte „Crowdsouricing“-Initiativen. Bürgerinnen und Bürger sind hierbei über digitale Plattformen beispielsweise an der Gesetzesentstehung beteiligt. Die Entscheidungen zum Gesetz selbst werden am Ende vom Parlament verabschiedet.23 24 3.3 Der Einsatz von Social Bots Manipulierte und akkumulierte Meinungen üben einen großen Einfluss auf die Gesellschaft aus. Allerdings ist zu bedenken, dass es sich bei der Frage der Auswirkungen der Social Bots25 um ein noch junges Forschungsfeld handelt und zunächst noch viel mehr Daten in diesem Bereich erhoben werden müssen, um an gesicherte Erkenntnisse zu gelangen. Dadurch ist eine Beeinflussung der politischen Willensbildung kaum nachweisbar und Folgen für die Politik sind schwer nachweisbar. Demnach ist es ein heiß diskutiertes und umstrittenes Thema. 26 Experten gehen davon aus, dass es weltweit rund 100 Millionen aktive Computerprogramme dieser Art auf den verschiedensten Plattformen gibt. Etwa 5% aller Twitter-Accounts sollen betroffen sein. Jedoch wird die Problematik, die aus diesem „Trend“ hervorgeht, ungerne von den meisten Social-Media Plattformen thematisiert. Grund dafür ist, dass Werbekunden ihre Anzeigen nicht gerne an eine „Armee von sendungsbedürftigen, aber wenig kaufwilligen Bots ausspielen“ 27 wollen. Des Weiteren wird nicht selten der Verdacht aufgegriffen, dass Social Bots eine Mitverantwortung für die Manipulation von Börsenkursen haben. Simon Hengelich, Professor für Political Data Science, beurteilt ihre Wirkung als nicht zu unterschätzen. Er zweifelt daran, dass sich Menschen nur durch Social Bots politisch beeinflussen lassen und ihre Meinung ändern. Dem Netzaktvisten und Sachverständigen für IT-Sicherheit Linus Neumann zur Folge werde die Bedeutung von Social Bots jedoch „massiv überzogen“, wodurch die Politik nur von dem allgemeinen Vertrauensverlust der Bürger ablenken wolle: „Warum sollten Social Bots Wahlen beeinflussen, wenn das seit Jahrzehnten andere Medien nicht geschafft hätten. Bots könnten vorhandene Tendenzen lediglich verstärken – und Verstärkung sei grundlegend für das algorithmische System des Internets.“28 Den Betreibern der Social Bots geht es in erster Linie darum, eine gewisse Präsenz zu zeigen und Debatten für die Durchsetzung der eigenen Interessen an sich zu reißen oder zu unterbinden. Somit ist es möglich, im Internet stattfindende Diskussionen entscheidend zu beeinflussen, weshalb auch viele Politiker die Befürchtung haben, dass Social Bots den Wahlkampf manipulieren können, worauf wir uns jedoch im weiteren Verlauf näher beziehen werden. Viele Experten stehen dem Einsatz von Social Bots kritisch gegenüber, vor allem bei der Meinungsbildung. Immer mehr Menschen informieren sich online über Nachrichten und das politische Geschehen im Internet. Somit spielen soziale Netzwerke als Nachrichtenquelle und als Ort der Meinungsbildung eine nicht unwichtige Rolle und es stellt sich folglich die Frage, inwieweit Social-Bots dazu beitragen, Nutzer durch gezielte Desinformationen zu manipulieren und so die öffentliche Meinung zu beeinflussen. „Spätestens seit dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 zwischen Hillary Clinton und Donald Trump ist der Begriff „Social-Bot“ durch die Berichterstattung der Medien bekannt geworden“ 29 heißt es in dem Artikel „Social Bots – Wirkung, Risiken, Maßnahmen“, verfasst 23 http://thefinnishexperiment.com/ (abgerufen am 12.01.2019, um 01:13 Uhr) 24 https://participedia.net/de/faelle/crowdsourcing-politischen-entscheidungs-und-gesetzgebungsprozessen-finnland (abgerufen am 12.01.2019, um 01:15 Uhr) 25 Social Bots: siehe FRemdwörterverzeichnis 26 https://www.bpb.de/252585/was-sind-social-bots (abgerufen am 21.10.2018, um 21:14 Uhr) 27 https://www.mobilegeeks.de/artikel/manipulation-social-bots/ (abgerufen am 20.11.2018, um 18:48 Uhr) 28 https://www.bpb.de/252585/was-sind-social-bots (abgerufen am 21.10.2018, um 21:14 Uhr) 29 https://www.vis.bayern.de/daten_medien/medien/socialbots.htm (abgerufen am 20.11.2018, um 17:40 Uhr)
  • 8. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 6 von Björn Stecher, welcher sich mit dem Thema Social Bots auseinandersetzt. Ob Social-Bots auch den Bundestagswahlkampf beeinflussen, beschäftigte auch den Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Nicht nur im Vorfeld der Brexit-Entscheidung, sondern auch im US-Präsidentschaftswahlkampf wiesen Experten auf die massenhaft eingesetzten Meinungsmacher hin. Laut einer Wahlkampfanalyse sollen teilweise 1 Prozent der Botschaften für die Präsidentschaft Clintons sowie Trumps von Social Bots ausgegangen sein. Aufgrund diesen Vorkommnisses haben die vertretenen Parteien im Bundestagswahlkampf 2017 den Verzicht von verdeckten Social Bots ausgesprochen.30 Die Bedeutung wird allerdings teilweise auch geringgeschätzt, was auf zwei Gründe zurückgeht. Zum einen beteuern deutsche Parteien den Verzicht der Computerprogramme. Zum anderen ist die Internetnutzung und die damit einhergehende Social-Media - Nutzung der deutschen Bürgerinnen und Bürger in Anbetracht der Nutzerzahlen von Twitter im Vergleich zu den USA deutlich geringer. 31 32 In den USA sei fast jeder vierte Bürger auf der Plattform unterwegs, wogegen es in Deutschland höchstens nur jeder siebte sei. Damit sollten nur wenige deutsche Wahlberechtigte direkt mit Social Bots in Berührung kommen dürfen. Zudem ist anzumerken, dass Facebook und Twitter diejenigen Plattformen sind, auf denen die meisten Social Bots vorkommen.33 Sozialwissenschaftler Dirk Helbing erklärte gegenüber dem Online-Magazin „Spektrum.de“, dass Social Bots ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf den Austritt Großbritanniens aus der EU im Brexit-Voting gehabt haben sollen. Dirk Helbing war dabei Mitunterzeichner des Digital-Manifests, welches sich mit zehn Grundprinzipien gegen die Automatisierung der Gesellschaft durch Algorithmen wendet.34 Mit diesen würden Wirtschaft, Staat und die Bürger gleichermaßen von allen Seiten der digitalen Revolution profitieren.35 Eine Woche lang vor dem britischen Referendum haben die britischen Forscher Philip Howard und Bence Kollanyi die Twitter-Nachrichten zum Thema Brexit durchsucht und kamen laut Helbing zu der Schlussfolgerung, dass automatisch konzipierte Tweets die Votes für den Brexit unterstützt haben müssen.36 Jedoch ist es wichtig zu bedenken, dass diese Informationen keine gültig festgelegte Erkenntnis darstellen, sondern auf Merkmalen von Statistiken über die Einsetzung von Social Bots basieren. Allerdings sei die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass hinter den Pro- Brexit-Nachrichten wirtschaftliche und politische Interessen stehen, so Helbing. Zudem warnt der Wissenschaftler vor einer zunehmenden Datenerhöhung, welche zur Folge haben kann, dass „die digitale Entwicklung auf eine globale, zentrale Gesellschaftssteuerung hinausläuft, die von künstlicher Intelligenz gelenkt wird“. Ziehe man den besten Fall in Betracht, könnte die zunehmende Digitalisierung aber auch zu einer Weiterentwicklung von Demokratie und Wirtschaft verwendet werden.37 30 https://www.mobilegeeks.de/artikel/manipulation-social-bots/ (abgerufen am 20.11.2018, um 18:40 Uhr) 31 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/370425/umfrage/anzahl-der-aktiven-twitter-nutzer-in-den-usa/ (abgerufen am 20.11.2018, um 17:51 Uhr) 32 https://luckyshareman.com/blog/die-twitter-nutzung-in-deutschland/ (abgerufen am 20.11.2018, um 17:53 Uhr) 33 https://www.mobilegeeks.de/artikel/manipulation-social-bots/ (abgerufen am 20.11.2018, um 17:58 Uhr) 34 Die zehn Grundprinzipien: siehe Fremdwörterverzeichnis 35 https://netzpolitik.org/2015/digital-manifest-zehn-prinzipien-gegen-die-entmuendigung-der-buerger/ (abgerufen am 03.12.2018, um 18:29 Uhr) 36 https://t3n.de/news/social-bots-brexit-verursacht-749882/ (abgerufen am 03.12.2018, um 18:35 Uhr) 37 https://t3n.de/news/social-bots-brexit-verursacht-749882/ (abgerufen am 03.12.2018, um 18:46 Uhr)
  • 9. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 7 4. Zielsetzung der Europäischen Union und Vereinten Nationen Die Europäische Union verfolgt verschiedene Zielsetzungen, welche wir im Folgenden näher erläutern werden. Grundsätzlich handelt es sich bei diesen um die Förderung des Friedens, der europäischen Werte, des Wohlergehens der Bürgerinnen und Bürger in der europäischen Union, die Garantie von Sicherheit, Freiheit und die Rechtstaatlichkeit mit Abschaffung von Binnengrenzen. Zudem wird die Eindämmung sozialer Ungerechtigkeit und Diskriminierung angestrebt, welche darauf aufbauend eine Stärkung des wirtschaftlichen, territorialen und sozialen Zusammenhaltes sowie Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten fördert. Die Achtung der in Europa vorherrschenden kulturellen und sprachlichen Vielfalt ist ebenfalls ein Punkt auf der Agenda. Ebenso wie die Förderung von wissenschaftlichen und technologischen Fortschritten, die nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage von ausgeglichenem Wirtschaftswachstum und Preisstabilität, einer wettbewerbsfähigen Marktwirtschaft bei Vollbeschäftigung, sozialer Fortschritt und der Umweltschutz. Ein außerdem nicht zu vergessener Aspekt ist der der Gründung einer Wirtschafts- und Währungsunion, welche bereits mit dem Euro als Währung umgesetzt wird.38 39 Manifestiert sind die Ziele der EU in der Grundrechtecharta derselben, welche alle in der Europäischen Union geltenden bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rechte beinhaltet.40 Festgehalten kann also werden, dass das Hauptziel ein friedvolles und harmonisches Miteinander darstellt. Dafür müssen jedoch nicht nur die Beziehungen der EU-Mitgliedsstaaten untereinander geregelt sein, erforderlich ist ebenso eine gewaltfreie Kommunikation internationaler Beziehungen, die die Grenzen der Europäischen Union überschreiten. Diese Aufgabe ist Teil der UN (United Nations), zu der mittlerweile 193 Mitgliedsländer zählen. Hier werden Ziele festgelegt, die fast alle Länder betreffen und daher global von Bedeutung sind. Demzufolge haben sie einen beträchtlichen Einfluss auf die Zielsetzung sowie Gesetzgebung in der Europäischen Union, die sich aufgrund dessen an der Charta der Vereinten Nationen orientiert. Auch muss jeder neue Mitgliedsstaat in der UNO (United Nations Organization) diesen Vertrag unterschreiben, weshalb die Union zwangsläufig an dessen Regeln gebunden ist. Die UN-Charta beinhaltet die Ziele der UNO, welche sich in vier Hauptziele gliedern lassen. Zu diesen zählen der weltweite Frieden, Sicherheit und Abrüstung, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Staaten, die Förderung der Menschenrechte durch internationale Zusammenarbeit und die Aufgabe ein Zentrum zu sein, an dem die Staaten gemeinsam an diesen Zielen arbeiten.41 Im Juli 2018 einigten sich die Mitgliedsstaaten der UN auf einen „Globalen Pakt für sichere, reguläre und geordnete Migration“. Bis auf einige Ausnahmen stimmte der Großteil der Mitgliedstaaten für diesen Pakt und statuiert mit diesem Übereinkommen ein Exempel einer gewaltfreien Kommunikation zu Gunsten der Zielsetzung der UN. Mit der Verabschiedung des Paktes soll ein allgemeingültiges, unverbindliches Regelwerk für globale Migration eingeführt werden, das, bestehend aus 23 Zielen, sich insbesondere auf den Schutz, die Rechte und verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen konzentriert. Des Weiteren, so erklärt das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik auf seiner Webseite, diene der Pakt dem „Kampf gegen Arbeitsausbeutung, Menschenhandel und Diskriminierung“. Außerdem werde eine 38 https://europa.eu/european-union/about-eu/eu-in-brief_de (abgerufen am 13.12.2018, um 20:29 Uhr) 39 http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20170224STO63943/e-demokratie-in-der-eu-potenzial-und- herausforderungen (abgerufen am 14.12.2018, um 19:28 Uhr) 40 www.europarl.europa.eu/germany/de/europa-und-europawahlen/grundrechtecharta#shadowbox/0/ (abgerufen am 11.01.2019, um 23:39 Uhr) 41 https://www.demokratiewebstatt.at/thema/uno/was-will-die-uno-ziele-und-vorstellungen/ (abgerufen am 12.01.2019, um 00:06 Uhr)
  • 10. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 8 bessere Datenlage zu Migrationsprozessen gefordert, ferner versuche man den unterschiedlichen Fluchtursachen entgegenzuarbeiten und zuletzt lege man den Fokus insbesondere auf die Umsetzung eines sicheren und gut ausgeklügelten Grenzschutzsystems. 42 Direkt auf den Migrationspakt folgte nun der globale Flüchtlingspakt. Was den Flüchtlingspakt vom Migrationspakt unterscheidet, ist die Tatsache, dass es sich im letzteren speziell um Flüchtlinge handelt, die aufgrund von Krieg oder Verfolgung dazu gezwungen waren, ihr Land zu verlassen. Das Resultat aus diesem Unterschied besteht darin, dass Flüchtlinge andere Anforderungen stellen, da sich bei diesen der Blickpunkt in erster Linie auf das gesicherte Überleben richtet. 43 Das Hauptziel des Flüchtlingspaktes liegt vor allem darin, „in den Herkunftsländern Bedingungen für eine Rückkehr in Sicherheit und Würde zu fördern“. Zudem soll der Druck, welcher auf den Aufnahmeländern lastet, verringert werden, die Eigenständigkeit der Betroffenen gefördert und der Zugang zu Drittstaatenlösungen erweitert werden.44 Die Erlassung der beiden Pakte ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie gute Kommunikation funktioniert und was alles mit ihr erreicht werden kann. Da gerade die Themen Flüchtlingspolitik und Migration in der Europäischen Union hochaktuell sind, stellen die Pakte einen weiteren Meilenstein in unserer stetigen Weiterentwicklung dar. Indem diese Herausforderungen nun zu einer globalen erklärt wurden, sind wir sowohl in der UN als auch in der EU der Verwirklichung unserer Ziele ein Stück nähergekommen. 5. Begründungszusammenhang zu „Die Stimmen des Social Webs“ Bevor wir in unserem Begründungszusammenhang unser Bild „Die Stimmen des Social Webs“ ausführlicher darstellen werden, möchten wir ausdrücklich betonen, dass diese Hausarbeit ausschließlich unser gesammeltes Material zu diesem Thema in konzentrierter und komprimierter Form ist, auf dessen Basis wir unser Produkt entworfen und gestaltet haben. Als Produkt haben wir uns für ein Gemälde (Leinwand: 90x120; Acrylfarben) entschieden, da die Malerei ein Medium ist, das schon seit dem Neolithikum45 Bestand hat und in ihrem Aussagegehalt äußerst ehrlich, authentisch und konkret die anzusprechenden Problematiken aufzeigt.46 Sie ist eine Gattung der bildenden Kunst.47 Dabei stellt sich wahrscheinlich jedem die Frage, wie aktuell Kunst heute noch ist. Ein gutes Beispiel für die Aktualität von Kunst stellt Street Art dar. Street Art, auch bekannt als Urban Art oder Post-Graffiti besitzt zwar keine einheitliche Definition, kann allerdings an einigen Merkmalen identifiziert werden. Unter Street- Art versteht man hauptsächlich Charaktere, Zeichen und Symbole, deren visueller Code eine illustrative, flexible und wiedererkennbare Bildsprache ist. Zudem spielt sie in gewisser Maßen mit dem urbanen Raum, dem Ort, der Umgebung und dem Vorhandenen und wird in Eigeninitiative autonom hergestellt, ist nicht kommerziell und wird selbst finanziert. Des Weiteren autorisiert sie sich selbst, da beim Eingriff in den öffentlichen Raum nicht um Erlaubnis gefragt wird. Schließlich ist noch zu erwähnen, dass Street Art ein globales 42 https://www.die-gdi.de/die-aktuelle-kolumne/article/was-der-globale-migrationspakt-wirklich-bedeutet/ (abgerufen am 13.01.2019, um 14:49 Uhr) 43 https://www.bento.de/politik/un-fluechtlingspakt-das-sind-die-unterschiede-zum-un-migrationspakt (abgerufen am 13.01.2019, um 15:12 Uhr) 44 http://www.un.org/depts/german/migration/a73-12-part-II.pdf (abgerufen am 13.01.2019, um 15:25 Uhr) 45 Neolithikum: siehe Fremdwörterverzeichnis
  • 11. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 9 Phänomen darstellt. In unserem Bild zum 66. Europäischen Wettbewerb thematisieren wir gegenwärtige Herausforderungen der Demokratie, die ganz Europa betreffen. Diese Herausforderungen sind meist auf tiefgreifende wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen zurückzuführen, die das Potenzial besitzen die Gesellschaft zu spalten und die Stabilität unseres politischen Systems bedrohen. Eine grundlegende Herausforderung stellt dabei die Mediatisierung dar, welche einen zunehmenden Einfluss auf die Politik ausübt. Dadurch, dass sich Medien immer stärker an der Nachfrage orientieren, verfolgen sie bei der Auswahl, Darstellung und Interpretation von politischen Nachrichten eine eigene Logik und werden so selbst zum politischen Akteur. Die Politik muss sich dieser Logik anpassen, um Publizität und die Unterstützung der Öffentlichkeit zu erlangen und begibt sich aufgrund dessen in ein Abhängigkeitsverhältnis. Welche Macht unsere heutigen Medien besitzen, (politische) Entscheidungen zu beeinflussen und unser Verhalten zu steuern und welche Folgen sich daraus ableiten lassen, versuchen wir in unserem Produkt zu verdeutlichen. Im goldenen Schnitt48 unseres Gemäldes befindet sich eine Person mit einer Europaflagge über der rechten Schulter, die stellvertretend Europa repräsentieren soll. Ungewöhnlich dabei ist, dass diese Person kein menschliches Gesicht besitzt. Auf dem in schwarz gehaltenen Jackett und dem mit bunten Farben verzierten Hemd thront der Kopf einer womöglich ungewohnt erscheinenden, aber dennoch so aktuell eine einen jeden betreffende Symbolik, ein Social Bot. Das Aufkommen dieser Algorithmen wird immer populärer und betrifft uns alle in der Europäischen Union lebenden Menschen und darüber hinaus, wenn wir auf Social- Media-Webseiten unterwegs sind. Social Bots fungieren meist als Fake-Accounts, die in sozialen Netzwerken aufgrund wirtschaftlicher und politischer Interessen zur Verbreitung von Nachrichten, Werbung und Meinungen eingesetzt werden. Dabei analysieren sie das Verhalten von Personen im Internet, beispielsweise ihre getätigten Einkäufe und für welche Inhalte sich eine Person interessiert. Publikation erfuhren sie besonders durch die Präsidentschaftswahl zwischen Donald Trump und Hillary Clinton im Jahr 2016, als bekannt wurde, dass im Wahlkampf Social Bots eingesetzt wurden, um die Meinungen der Wähler zu beeinflussen. In den Bildern rund um die Person herum portraitieren wir Herausforderungen der Demokratie bzw. Europas, die wir als einige der wichtigsten erachten. Zu diesen zählen internationaler Terrorismus (unten rechts), grenzüberschreitende Migration mit einem Flüchtlingsboot (oben links) und Klimawandel mit Atomkraftwerken und einer „schmelzenden“ Weltkugel in Form eines Eises (Mitte rechts, links). Dabei wollen wir ebenfalls auf einige Zielsetzungen der EU verweisen. Diese sind die Förderung des Wohlergehens der europäischen Bürgerinnen und Bürger, sowie die Garantie von Freiheit und Sicherheit, was mit dem Flüchtlingsboot und den Terroristen symbolisiert wird. Zudem sprechen wir mit diesen Themen den kürzlich von der UN erlassenen Migrationspakt sowie den Flüchtlingspakt an, welche durch diese Regelwerke derartigen Problemen eine globale Bedeutung beimisst. Die Aufhaltung des Klimawandels in Bezug auf den Umweltschutz bildet ebenfalls ein Aspekt in der Zielsetzung der EU, welchen wir mit unserem Gemälde aufgreifen wollen, um auf dessen Auswirkungen auf die gesamte Weltbevölkerung aufmerksam zu machen. Auch hängt der Aspekt des Klimawandels, beziehungsweise des Umweltschutzes insofern mit Social Media zusammen, als dass diese Problematik im Netz eher verharmlost wird oder gar mithilfe von Fake News in Vergessenheit gerät. Eine weitere Thematik, die wir als wichtig erachten und 48 Goldener Schnitt: siehe Fremdwörterverzeichnis
  • 12. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 10 welche des Öfteren von scheinbar größeren Problemen ins Abseits gedrängt wird, ist der Schutz unserer Natur und der Tiere. Um auf diese dauerhaft bestehende Herausforderung aufmerksam zu machen, bringen wir den WWF (World Wide Fund For Nature) mit ins Spiel. Dieser ist eine der größten internationalen Organisationen für den Natur- und Umweltschutz, der unter anderem für die Europawahl 2019 aktiv eintritt, und dazu aufruft, gemeinsam an einer nachhaltigeren Lebens- und Wirtschaftsweise in Europa zu arbeiten. 49 Eine weitere europäische Behörde, welche die Ziele der Europäischen Union unterstützt, ist die EFSA (European Food Safety Authority). Mithilfe der Finanzierung durch die EU erstellt die ESFA als Risikobewerter wissenschaftliche Gutachten und Empfehlungen im Bereich der Lebens- und Futtermittelsicherheit, Ernährung sowie der Tier- und Pflanzengesundheit und des Tier- und Pflanzenschutzes.50 Oben links greifen wir ebenso den Brexit als eine Herausforderung auf. Zum einen bringt der Ausstieg der Briten aus der EU nicht nur die Frage nach der Zukunft der EU mit sich und stellt daher eine Herausforderung dar. Zum anderen verweisen wir mit diesem Thema noch einmal auf den zunehmenden Missbrauch von Medien, insbesondere durch Social Bots, da diese das Ergebnis der Abstimmung über den Ausstieg des Vereinigten Königreichs maßgeblich beeinflusst haben sollen. Das Bild des Marionettenspielers (oben rechts) soll uns sinnbildlich vor Augen führen, wie abhängig wir mittlerweile von den Medien sind und dient gleichzeitig als Warnung, Informationen aus dem Internet mit Vorsicht zu behandeln, da man auf den ersten Blick nicht feststellen kann, inwieweit diese manipuliert sind und wie viel Wahrheitsgehalt in ihnen steckt. Dargestellt sind Menschen, die in der Zeitung lesen, welche wiederum mit Fäden an der sich über den Köpfen der Personen befindenden Hand befestigt sind. Ebenso lässt sich dies aus dem Bild unten, südöstlich von der Person, welches einen Graphen darstellt, herausinterpretieren. Die Grafik soll aufzeigen, dass mit vermehrter Nutzung von Medien auch die Beeinflussung durch Social Bots ansteigt. Die Herausforderungen können insbesondere durch ihre hohe Medienpräsenz und abhängig davon, wie sie von den Medien dargestellt werden, einen ganz anderen Anstrich erhalten, was sich sowohl positiv als auch negativ auswirken kann. Als Überbringer dienen diverse Social- Media-Plattformen. Solche Seiten stellen heutzutage einen großen Bestandteil unseres öffentlichen und privaten Lebens dar, weshalb wir diese in Form von Icons in unserem Produkt aufgenommen haben. Mit unserem Bild „Die Stimmen des Social Webs“ wollen wir zu einem kritischen Umgang mit sozialen Medien aufrufen und nehmen dabei die Thematik der Herausforderungen unserer Demokratie in Europa auf. Um solch eine kritische Betrachtungsweise zu erlernen, müssen Nutzerinnen und Nutzer einer Aufklärung unterzogen werden. Sie brauchen das Wissen über die Werkzeuge und einzelnen Aspekte von automatisierter Meinungsmache im Internet und sollten ebenfalls über ihre Wirkung informiert werden. Nicht immer hat man es mit Menschen im Netz zu tun, sondern auch mit Chatrobotern. Es ist den einzelnen Plattformen nämlich nicht möglich jede Auffälligkeit, sei es durch Social Bots oder Fake News, zu identifizieren, weshalb es Aufgabe der Nutzer ist, die manipulativ wirkenden Inhalte auf sozialen Netzwerken zu erkennen und dementsprechend den Betreibern auch zu melden, um nicht weitere Nutzer zu „gefährden“.51 Daher dient unser Produkt dazu, eine besonders große Masse zu erreichen. Hierzu kann das Bild auf Plakate gedruckt werden und findet so an fast jedem beliebigen Ort Platz. 49 https://www.wwf.de/themen-projekte/politische-arbeit/europawahl-2019/ (abgerufen am 13.01.2019, um 17:01 Uhr) 50 https://www.efsa.europa.eu/de/aboutefsa (abgerufen am 13.01. 2019, um 17:20 Uhr) 51 https://www.freiheit.org/politische-meinungsbildung-im-netz (abgerufen am 15.12.2018, um 11:14 Uhr)
  • 13. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 11 6. Anhang 6.1 Quellenverzeichnis https://de.statista.com/statistik/daten/studie/370425/umfrage/anzahl-der-aktiven-twitter- nutzer-in-den-usa/ (abgerufen am 20.11.2018, um 17:51 Uhr) https://dievolkswirtschaft.ch/content/uploads/2011/01/17D_Kriesi.pdf (abgerufen am 21.10.2018, um 14:59 Uhr) https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A12007L%2FTXT (abgerufen am 12.11.2018, um 19:07 Uhr) https://europa.eu/european-union/about-eu/countries_de (abgerufen am 14.12.2018, um 18:27 Uhr) https://europa.eu/european-union/about-eu/eu-in-brief_de (abgerufen am 13.12.2018, um 20:13 Uhr) https://europa.eu/european-union/topics/climate-action_de (abgerufen am 13.11.2018, um 18:35 Uhr) https://freie-referate.de/erdkunde/neolithikum (abgerufen am 15.12.2018, um 10:57 Uhr) https://luckyshareman.com/blog/die-twitter-nutzung-in-deutschland/ (abgerufen am 20.11.2018, um 17:53 https://meedia.de/2016/06/16/solidaritaetswelle-fuer-verfolgte-juden-darum-setzen-viele- twitter-nutzer-drei-klammern-um-ihren-namen/ (abgerufen am 20.11.2018, um 19:41 Uhr) https://netzpolitik.org/2015/digital-manifest-zehn-prinzipien-gegen-die-entmuendigung-der- buerger/ (abgerufen am 03.12.2018, um 18:29 Uhr) https://participedia.net/de/faelle/crowdsourcing-politischen-entscheidungs-und- gesetzgebungsprozessen-finnland (abgerufen am 12.01.2019, um 01:15 Uhr) https://t3n.de/news/social-bots-brexit-verursacht-749882/ (abgerufen am 03.12.2018, um 18:35 Uhr) https://teamfreiheit.info/demokratie/?gclid=EAIaIQobChMIvpXhrYCd3gIVCed3Ch05FAiQEAA YAiAAEgLfEvD_BwE (abgerufen am 23.10.2018, um 19:03 Uhr) http://thefinnishexperiment.com/ (abgerufen am 12.01.2019, um 01:13 Uhr) https://www.avast.com/de-de/c-phishing (abgerufen am 12.01.2019, um 01:23 Uhr) https://www.bento.de/politik/un-fluechtlingspakt-das-sind-die-unterschiede-zum-un- migrationspakt (abgerufen am 13.01.2019, um 15:12 Uhr) http://www.bpb.de/apuz/33562/postdemokratie (abgerufen am 31.10.2018, um 17:55 Uhr) http://www.bpb.de/apuz/59707/demokratiereformen-herausforderungen-und-agenden?p=all (abgerufen am 20.10.2018, um 17:00 Uhr) http://www.bpb.de/internationales/europa/europaeische-union/43000/grafik-lissabonner- vertrag (abgerufen am 12.11.2018, um 19:04 Uhr) http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/demografischer-wandel/196906/europas- demografische-zukunft (abgerufen am 14.12.2018, um 17:42 Uhr) https://www.bpb.de/252585/was-sind-social-bots (abgerufen am 21.10.2018, um 21:14 Uhr) https://www.bundestag.de/parlament/aufgaben/rechtsgrundlagen/grundgesetz/gg_03/245126 (abgerufen am 31.10.2018, um 17:30 Uhr) http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Diktatur_des_Proletariats (abgerufen am 20.11.2018, um 16:56 Uhr) https://www.deutschlandfunkkultur.de/antisemitismus-im-internet-juedische-journalisten-im- netz.2156.de.html?dram:article_id=357036 (abgerufen am 24.12.2018, um 14:33 Uhr)
  • 14. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 12 https://www.die-gdi.de/die-aktuelle-kolumne/article/was-der-globale-migrationspakt-wirklich- bedeutet/ (abgerufen am 13.01.2019, um 14:49 Uhr) http://www.digitalwiki.de/filterblase/ (abgerufen am 23.10.2018, um 20:11 Uhr) https://www.eea.europa.eu/de/themes/climate/intro (abgerufen am 13.11.2018, um 18:44 Uhr) https://www.efsa.europa.eu/de/aboutefsa (abgerufen am 13.01. 2019, um 17:20 Uhr) http://www.europarl.europa.eu/charter/pdf/text_de.pdf (abgerufen am 02.01.1019, um 15:37 Uhr) http://www.europarl.europa.eu/germany/de/europa-und-europawahlen/grundrechtecharta (abgerufen am 02.01.1019, um 15:38 Uhr) http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20170224STO63943/e- demokratie-in-der-eu-potenzial-und-herausforderungen (abgerufen am 14.12.2018, um 19:28 Uhr) http://www.europarl.europa.eu/portal/de (abgerufen am 20.11.2018, um 19:16 Uhr) https://www.europarl.europa.eu/germany/de/die-eu-und-ihre-stimme/vertrag-von-lissabon (abgerufen am 14.12.2018, um 19:24 Uhr) https://www.freiheit.org/politische-meinungsbildung-im-netz (abgerufen am 15.12.2018, um 11:14 Uhr) https://www.hanisauland.de/lexikon/k/kommunismus.html (abgerufen am 19.11.2018, um 17:31) https://www.hr-inforadio.de/programm/themen/wie-veraendert-die-digitalisierung-unsere- demokratie-,digitalisierung-100.html (abgerufen am 15.10.2018, um 18:23 Uhr) https://www.kas.de/web/ddr-mythos-und-wirklichkeit/sed-und-ihre-fuehrende-rolle (abgerufen am 20.11.2018, um 17:07 Uhr https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/kunst/artikel/proportion-und-goldener-schnitt (abgerufen am 20.11.2018, um 19:28 Uhr) https://www.linksjugend-solid.de/positionen/kapitalismus/was-ist-kapitalismus/ (abgerufen am 20.11.2018, um 17:25 Uhr) https://www.mobilegeeks.de/artikel/manipulation-social-bots/ (abgerufen am 20.11.2018, um 18:48 Uhr) http://www.un.org/depts/german/migration/a73-12-part-II.pdf (abgerufen am 13.01.2019, um 15:25 Uhr) http://www.was-ist-malware.de/virenschutz/phishing/ (abgerufen am 12.01.2019, um 01:21 Uhr) https://www.vis.bayern.de/daten_medien/medien/socialbots.htm (abgerufen am 20.11.2018, um 18:02 Uhr) https://www.whitewall.com/de/mag/goldener-schnitt (abgerufen am 20.11.2018, um 19:28 Uhr) https://www.wirtschaftundschule.de/wirtschaftslexikon/e/europaeische-integration/ (abgerufen am 14.12.2018, um 18:22 Uhr) https://www.wissen.de/lexikon/sozialistische-einheitspartei-deutschlands (abgerufen am 20.11.2018, 17:07) https://www.wwf.de/themen-projekte/politische-arbeit/europawahl-2019/ (abgerufen am 13.01.2019, um 17:01 Uhr) Vgl. Arbeitsblatt „Q1/PoWi - Demokratie im Mehrebenensystem – Deutschland – Grundprinzipien der Verfassung“ vom 14.08.2018
  • 15. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 13 6.2 Fremdwörterverzeichnis Demokratie ist eine Zusammensetzung aus den griechischen Wörtern „demos“, was so viel wie „Volk“ bedeutet, und „kratein“, was im Deutschen als „herrschen“ übersetzt wird. Demzufolge ist der Begriff Demokratie eine Bezeichnung für eine politische Ordnung, in der sich die Herrschaft auf den Willen des Volkes beruft und die Regierenden dem Volk rechenschaftspflichtig sind.52 Supranational (lat. überstaatlich) bezeichnet den Zusammenschluss von mehreren Staaten, welche ihre gemeinsamen Souveränitätsrechte teilweise auf gemeinsame Institutionen übertragen. Um ein Beispiel zu nennen, entscheiden die Organe der EU nach dem Mehrheitsprinzip in bestimmten Bereichen der Politik verbindlich für die Mitgliedstaaten.53 Fake News sind gefälschte Nachrichten, bei denen mit eindrucksvollen Schlagzeilen, gefälschten Bildern und Behauptungen Lügen und Propaganda verbreitet werden. Sie sollen den Eindruck erwecken, dass es sich um echte Nachrichten handelt. Der Sinn dahinter ist es Menschen zu beeindrucken und Geld zu verdienen, was durch die darauffolgenden Likes und Weiterleitungen geschieht. Manche Fake News schleusen Computer-Viren ein, mit deren Hilfe dann persönliche Daten der Nutzer ausgespäht werden, was man als sogenanntes „Phishing“ bezeichnet.54 55 Die Bezeichnung „Bot“ ist die Kurzform für das englische Wort „Robot“, und beschreibt Computerprogramme, die automatisch bestimmte Aufgaben erfüllen. Sogenannte Meinungs- Bots können menschliche Identitäten in Fake-Accounts auf Social Media Plattformen wie Facebook oder Twitter vortäuschen und wirken somit manipulativ. Hinter ihnen verstecken sich Computerprogramme, welche ähnlich wie eine automatisierte Maschine darauf programmiert sind, ohne menschliches Eingreifen bestimmte ihnen aufgetragene Aufgaben zu erfüllen.56 Der Zweck von Social Bots besteht darin, menschliches (Kommunikations-)Verhalten zu imitieren, beziehungsweise automatisch auf bestimmte, von Menschen getätigte Eingaben zu reagieren. 57 Darunter fallen zum Beispiel Aktivitäten wie das Versenden von Freundschaftsanfragen oder das Senden von Nachrichten auf sozialen Netzwerken. Ihr Ziel kann unterschiedlich sein, ein Bot kann mehrere Aufgaben erfüllen, als Überlaster, Trendsetter oder Auto-Troll.58 „Echoklammern“ (digitaler Judenstern): Sogenannte Echoklammern bezeichnen eine Art Diskriminierung mittels der Einklammerung von Namen mit drei Klammern, was erstmals von US-Neonazis verwendet wurde. Diese setzten die Namen von jüdischen Journalisten auf Twitter in drei Klammern, damit diese folglich antisemitistische (judenfeindliche) Nachrichten empfingen. Zudem führt die Rückverfolgung der Urheber auf den US-Präsidenten Donald Trump zurück.59 52 https://teamfreiheit.info/demokratie/?gclid=EAIaIQobChMIvpXhrYCd3gIVCed3Ch05FAiQEAAYAiAAEgLfEvD_BwE (abgerufen am 23.10.2018, um 19:03 Uhr) 53 http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/pocket-europa/16955/supranational (abgerufen am 14.12.2018, um 18:08 Uhr) 54 http://www.was-ist-malware.de/virenschutz/phishing/ (abgerufen am 12.01.2019, um 01:21 Uhr) 55 https://www.avast.com/de-de/c-phishing (abgerufen am 12.01.2019, um 01:23 Uhr) 56 https://www.vis.bayern.de/daten_medien/medien/socialbots.htm (abgerufen am 20.11.2018, um 18:02 Uhr) 57 https://www.bpb.de/252585/was-sind-social-bots (abgerufen am 21.10.2018, um 21:14 Uhr) 58 Aufgaben von Social Bots: siehe Fremdwörterverzeichnis 59 https://www.deutschlandfunkkultur.de/antisemitismus-im-internet-juedische-journalisten-im- netz.2156.de.html?dram:article_id=357036 (abgerufen am 24.12.2018, um 14:33 Uhr)
  • 16. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 14 Die verschiedenen Aufgaben von Social Bots: Die Überlaster: Sogenannte Chatbots60 können den Feed einer bestimmten Person oder bestimmten Seite mit zielgerichteten Aussagen überfluten. Sieht er beispielsweise, dass eine Nachrichtenseite sich zu einem bestimmten Thema geäußert hat, postet er immer wieder dieselben Gegenaussagen. Vor allem, wenn solche Bots ihre Nachrichten gegenseitig liken oder kommentieren können, beschleunigen diese sich in ihrem gegenseitigen Mechanismus selbst. Echte Kommentare gehen dadurch oftmals unter. Dies macht eine normale Diskussion über ein Thema unmöglich. Die Trendsetter: Mit einer kleinen Bot-Armee, die immer und immer wieder dasselbe Hashtag verwendet, ist es möglich, die Themen-Agenda zu bestimmen. Unterhalten sich beispielsweise plötzlich tausende Bots auf Twitter über diesem Hashtag kann der Inhalt Bedeutung in der öffentlichen Debatte erlangen. Ein Thema erscheint damit plötzlich größer als es ist und echte Nutzer schließen sich einer Fake-Bewegung an, weil sie diese als eine echte mehrheitliche Meinung begreifen. Die Auto-Trolle: Diese Bots dienen der Ablenkung von einzelnen Nutzern, damit diese möglichst viel Zeit mit sinnloser Diskussion verbringen. Wenn sich etwa zwei Nutzer über ein Thema unterhalten, klinkt ein solches Programm sich ein und schreibt immer wieder unpassende, extreme oder sogar beleidigende Argumente. Weil viele Nutzer dann auf diese fiktiven Provokateure reinfallen, gerät die normale Diskussion in den Hintergrund. Wer nicht merkt, dass er eigentlich mit einem Bot diskutiert, kann eine stundenlange Beschäftigung finden.61 Die zehn Grundprinzipien gegen die Automatisierung der Gesellschaft durch Algorithmen des Digital-Manifests: die Funktion von Informationssystemen stärker zu dezentralisieren, informationelle Selbstbestimmung und Partizipation zu unterstützen, Transparenz für eine erhöhte Vertrauenswürdigkeit zu verbessern, Informationsverzerrungen und -verschmutzung zu reduzieren von den Nutzern gesteuerte Informationsfilter zu ermöglichen, gesellschaftliche und ökonomische Vielfalt zu fördern, die Fähigkeit technischer Systeme zur Zusammenarbeit zu verbessern, digitale Assistenten und Koordinationswerkzeuge zu erstellen, kollektive Intelligenz zu unterstützen und die Mündigkeit der Bürger in der digitalen Welt zu fördern – eine „digitale Aufklärung“.62 Neolithikum (Jungsteinzeit): Die neolithische Revolution ist in den Zeitraum von 5000 v.Chr. bis 1800 v.Chr. einzuordnen und bezeichnet das Aufkommen produzierender Wirtschaftsweisen (Ackerbau etc.), der Vorratshaltung und der Sesshaftigkeit. Es endete die Lebenswelt als reine Jäger und Sammler und die Epoche der Jungsteinzeit beginnt.63 Der goldene Schnitt: Das Prinzip der Proportionen (lat.: „porportio“ = Verhältnis) „stellt das Verhältnis eines Teiles zum Ganzen dar“ und wird bereits seit der Antike von Künstlern zum 60 https://www.vis.bayern.de/daten_medien/medien/socialbots.htm (abgerufen am 20.11.2018, um 18:08 Uhr) 61 https://www.vis.bayern.de/daten_medien/medien/socialbots.htm (abgerufen am 20.11.2018, um 18:08 Uhr) 62 https://netzpolitik.org/2015/digital-manifest-zehn-prinzipien-gegen-die-entmuendigung-der-buerger/ (abgerufen a 24.12.2018, um 14:34 Uhr) 63 https://freie-referate.de/erdkunde/neolithikum (abgerufen am 15.12.2018, um 10:57 Uhr)
  • 17. Politik und Wirtschaft BG12 66. Europäischer Wettbewerb Adolf-Reichwein-Schule, Limburg a.d. Lahn Corrie-Amah Engel Hausarbeit zu „Die Stimmen des Social Webs“ Madeleine Golla 15 Ausdruck von Ausgewogenheit und Schönheit verwendet. Der goldene Schnitt die die bekannteste Proportionsregel, lässt sich nicht mit rationalen Zahlen ausdrücken, sondern wird nur durch Konstruktion erreicht. Es ist ein Teilungsverhältnis zweier Größen zueinander, bei der sich der kleinere Abschnitt zum größeren Abschnitt verhält, wie der größere Abschnitt zur gesamten Strecke.64 65 64 https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/kunst/artikel/proportion-und-goldener-schnitt (abgerufen am 20.11.2018, um 19:28 Uhr) 65 https://www.whitewall.com/de/mag/goldener-schnitt (abgerufen am 20.11.2018, um 19:28 Uhr)