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Eine quantitative Studie über die Rezipienten von Corporate Blogs Soziodemographisches Profil, Nutzungsverhalten,  Meinungsführerschaft, Nutzungsmotive und die Zuschreibung von Glaubwürdigkeit verfasst von Dominik Schneider Domunicator [at] gmail [dot] com Mathias Tanner mathias.tanner [at] gorillas [dot] ch © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
Studie: Rezipienten von Corporate Blogs Inhalt: Short Facts zur Studie Soziodemographie Nutzungsverhalten Opinion Leadership Nutzungsmotive Glaubwürdigkeit © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 1. Short Facts zur Studie: ,[object Object]
Untersuchungsobjekt: Rezipienten von Corporate Blogs der deutschssprachigen Blogosphäre (n=191)
Selbstselektiver Online-Fragebogen (nicht repräsentativ)
64 Fragen
Untersuchungszeitraum: 17.06.2007 bis 31.07.2007
Das vorliegende Dokument ist eine Zusammenfassung der Studienergebnisse der beiden Lizentiatsarbeiten der beiden Autoren. Für weitere Details des theoretischen Rahmens und des methodischen Vorgehens, wenden Sie sich bitte an uns.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 2. Soziodemographie: Geschlecht Alter © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
Studie: Rezipienten von Corporate Blogs Bildungsgrad 2. Soziodemographie: Berufliche Stellung © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 3. Nutzungsverhalten: Nutzungsfrequenz Kommentarfrequenz © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 3. Nutzungsverhalten: ,[object Object]
Von 187 der Befragten gaben deren 28,3% an, Corporate Blogs überwiegend zu privaten Zwecken zu lesen, 34,8% überwiegend zu beruflichen Zwecken und 36,9% beides etwa zu gleichen Teilen. Die Nutzung für berufliche Zwecke dominiert folglich die private Nutzung.
Die Rezipienten wurden ferner danach befragt, welcher Hilfsmittel sie sich beim Lesen von Corporate Blogs bedienen. 22,5% der Befragten lesen neue Einträge mit einem fix auf dem Computer installierten RSS-Feed Reader (z.B. Omea Reader oder FeedReader). 34% benutzen für die Lektüre einen webbasierten RSS-Feed Reader wie beispielsweise Bloglines, das Sade Plug-in für den Firefox Browser oder Google Reader. Die Mehrheit der Befragten (40,8%) steuern den bevorzugten Corporate Blog direkt über den Internet-Browser an. Weitere 2,6% wählen alternative Wege.
Selber zu den Bloggern gehören 41,9% der Befragten. Die restlichen 58,1% besitzen kein eigenes Weblog. Am beliebtesten sind private Weblogs mit 46,9% aller Weblogs der Blogger. An zweiter Stelle folgen Fach- oder Themenblogs mit 31,6%. Die restlichen 21,5% entfallen zu ungefähr gleichen Teilen auf journalistische und andere Weblogs.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 3. Nutzungsverhalten: ,[object Object]
Vielnutzer von Corporate Blogs („mehrmals täglich“ und „täglich“) schreiben häufiger Kommentare als Wenignutzer.
Weblog-Besitzer nutzen Corporate Blogs häufiger als nicht Nicht-Blogger.
Blogger schreiben häufiger Kommentare als Nicht-Blogger. Es erstaunt nicht, dass Blogger aktiver in anderen Weblogs tätig sind als Nicht-Blogger. Es ist Teil der Philosophie des Bloggens, mittels Kommentaren und guten Inputs in anderen Weblogs, für die nötige Aufmerksamkeit des eigenen Weblogs zu sorgen. Häufiges Kommentieren gehört sozusagen zum ABC eines jeden ambitionierten Bloggers.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 4. Nutzungsmotive: um etwas Neues und Unbekanntes zu erfahren, was ich aus anderen Medien nicht erfahre. um Hintergründe zu aktuellen Themen (Trends) zu erfahren. um Empfehlungen, Tipps und Tricks zu erfahren. weil es mir Spass macht und unterhaltsam ist. um mich über eine Branche zu informieren. Weil ich einfach, schnell und bequem relevante Informationen finde. um Informationen über Produkte und Dienstleistungen zu erhalten. weil es mich Wunder nimmt, was andere Menschen sagen. um mich über ein Unternehmen zu informieren. als Zeitvertreib. um mich mit anderen Menschen auszutauschen. um mich frei auszudrücken. um Ärger und Kritik loszuwerden. © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 4. Nutzungsmotive: ,[object Object]
Im Rahmen einer Faktorenanalyse wurden die einzelnen Items (der vorigen Grafik) zu Motiv-Kategorien zusammengefügt. Die folgenden sechs Hauptnutzungsmotive haben sich daraus ergeben (wobei sich die Mittelwerte auf die fünfstufige Antwort-Skala von „trifft vollständig zu“ (Wert 5) bis „trifft gar nicht zu“ (Wert 1) beziehen):
An erster Stelle liegt die Informations-Motivation mit einem gerundeten Mittelwert von 4,08.
An zweiter Stelle folgt die Branchenbeobachtungs-Motivation. Der Mittelwert beläuft sich auf 3,77.
Der drittwichtigste Faktor ist die Convenience-Motivation mit einem Mittelwert von 3,49.
An vierter Stelle liegt die Unterhaltungs-Motivation. Sie besitzt einen Mittelwert von 3,32.
Knapp darunter – an fünfter Stelle – liegt der Mittelwert der Unternehmensbeobachtungs-Motivation mit einem Wert von 3,28.
Schliesslich folgt an sechster Stelle die soziale Interaktions-Motivation mit einem Mittelwert von 2,17.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 4. Nutzungsmotive: ,[object Object]
Der Vergleich der Mittelwerte der einzelnen Nutzungsmotive hat gezeigt, dass die gesuchten Gratifikationen der Rezipienten in hohem Masse durch das Informationsangebot von Corporate Blogs befriedigt werden. An erster Stelle liegt die generelle Informations-Motivation. Branchenbeobachtungs- und Convenience-Motivation folgen an zweiter und dritter Stelle. Bereits an vierter Stelle liegt die Unterhaltungs-Motivation.
Überraschenderweise wurde der Unternehmensbeobachtungs-Motivation ein verhältnismässig geringer Stellenwert beigemessen. Betrachtet man jedoch die Struktur der deutschsprachigen Corporate Blogosphäre, so fällt auf, dass vorwiegend kleinere Unternehmen in Form von Themen- oder Fach-Blogs ihren Expertenstatus manifestieren. Dabei werden aktuelle Informationen über neue Themen und Trends sowie über branchenspezifische Entwicklungen häufig in Verbindung mit unterhaltsamen Elementen angeboten. Dieses Informationsangebot scheint den Nutzern wichtiger zu sein als Berichte über das Unternehmen. © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 4. Nutzungsmotive: ,[object Object]

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Rezipienten von Corporate Blogs

  • 1. Eine quantitative Studie über die Rezipienten von Corporate Blogs Soziodemographisches Profil, Nutzungsverhalten, Meinungsführerschaft, Nutzungsmotive und die Zuschreibung von Glaubwürdigkeit verfasst von Dominik Schneider Domunicator [at] gmail [dot] com Mathias Tanner mathias.tanner [at] gorillas [dot] ch © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 2. Studie: Rezipienten von Corporate Blogs Inhalt: Short Facts zur Studie Soziodemographie Nutzungsverhalten Opinion Leadership Nutzungsmotive Glaubwürdigkeit © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 3.
  • 4. Untersuchungsobjekt: Rezipienten von Corporate Blogs der deutschssprachigen Blogosphäre (n=191)
  • 8. Das vorliegende Dokument ist eine Zusammenfassung der Studienergebnisse der beiden Lizentiatsarbeiten der beiden Autoren. Für weitere Details des theoretischen Rahmens und des methodischen Vorgehens, wenden Sie sich bitte an uns.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 9. Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 2. Soziodemographie: Geschlecht Alter © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 10. Studie: Rezipienten von Corporate Blogs Bildungsgrad 2. Soziodemographie: Berufliche Stellung © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 11. Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 3. Nutzungsverhalten: Nutzungsfrequenz Kommentarfrequenz © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 12.
  • 13. Von 187 der Befragten gaben deren 28,3% an, Corporate Blogs überwiegend zu privaten Zwecken zu lesen, 34,8% überwiegend zu beruflichen Zwecken und 36,9% beides etwa zu gleichen Teilen. Die Nutzung für berufliche Zwecke dominiert folglich die private Nutzung.
  • 14. Die Rezipienten wurden ferner danach befragt, welcher Hilfsmittel sie sich beim Lesen von Corporate Blogs bedienen. 22,5% der Befragten lesen neue Einträge mit einem fix auf dem Computer installierten RSS-Feed Reader (z.B. Omea Reader oder FeedReader). 34% benutzen für die Lektüre einen webbasierten RSS-Feed Reader wie beispielsweise Bloglines, das Sade Plug-in für den Firefox Browser oder Google Reader. Die Mehrheit der Befragten (40,8%) steuern den bevorzugten Corporate Blog direkt über den Internet-Browser an. Weitere 2,6% wählen alternative Wege.
  • 15. Selber zu den Bloggern gehören 41,9% der Befragten. Die restlichen 58,1% besitzen kein eigenes Weblog. Am beliebtesten sind private Weblogs mit 46,9% aller Weblogs der Blogger. An zweiter Stelle folgen Fach- oder Themenblogs mit 31,6%. Die restlichen 21,5% entfallen zu ungefähr gleichen Teilen auf journalistische und andere Weblogs.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 16.
  • 17. Vielnutzer von Corporate Blogs („mehrmals täglich“ und „täglich“) schreiben häufiger Kommentare als Wenignutzer.
  • 18. Weblog-Besitzer nutzen Corporate Blogs häufiger als nicht Nicht-Blogger.
  • 19. Blogger schreiben häufiger Kommentare als Nicht-Blogger. Es erstaunt nicht, dass Blogger aktiver in anderen Weblogs tätig sind als Nicht-Blogger. Es ist Teil der Philosophie des Bloggens, mittels Kommentaren und guten Inputs in anderen Weblogs, für die nötige Aufmerksamkeit des eigenen Weblogs zu sorgen. Häufiges Kommentieren gehört sozusagen zum ABC eines jeden ambitionierten Bloggers.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 20. Studie: Rezipienten von Corporate Blogs 4. Nutzungsmotive: um etwas Neues und Unbekanntes zu erfahren, was ich aus anderen Medien nicht erfahre. um Hintergründe zu aktuellen Themen (Trends) zu erfahren. um Empfehlungen, Tipps und Tricks zu erfahren. weil es mir Spass macht und unterhaltsam ist. um mich über eine Branche zu informieren. Weil ich einfach, schnell und bequem relevante Informationen finde. um Informationen über Produkte und Dienstleistungen zu erhalten. weil es mich Wunder nimmt, was andere Menschen sagen. um mich über ein Unternehmen zu informieren. als Zeitvertreib. um mich mit anderen Menschen auszutauschen. um mich frei auszudrücken. um Ärger und Kritik loszuwerden. © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 21.
  • 22. Im Rahmen einer Faktorenanalyse wurden die einzelnen Items (der vorigen Grafik) zu Motiv-Kategorien zusammengefügt. Die folgenden sechs Hauptnutzungsmotive haben sich daraus ergeben (wobei sich die Mittelwerte auf die fünfstufige Antwort-Skala von „trifft vollständig zu“ (Wert 5) bis „trifft gar nicht zu“ (Wert 1) beziehen):
  • 23. An erster Stelle liegt die Informations-Motivation mit einem gerundeten Mittelwert von 4,08.
  • 24. An zweiter Stelle folgt die Branchenbeobachtungs-Motivation. Der Mittelwert beläuft sich auf 3,77.
  • 25. Der drittwichtigste Faktor ist die Convenience-Motivation mit einem Mittelwert von 3,49.
  • 26. An vierter Stelle liegt die Unterhaltungs-Motivation. Sie besitzt einen Mittelwert von 3,32.
  • 27. Knapp darunter – an fünfter Stelle – liegt der Mittelwert der Unternehmensbeobachtungs-Motivation mit einem Wert von 3,28.
  • 28. Schliesslich folgt an sechster Stelle die soziale Interaktions-Motivation mit einem Mittelwert von 2,17.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 29.
  • 30. Der Vergleich der Mittelwerte der einzelnen Nutzungsmotive hat gezeigt, dass die gesuchten Gratifikationen der Rezipienten in hohem Masse durch das Informationsangebot von Corporate Blogs befriedigt werden. An erster Stelle liegt die generelle Informations-Motivation. Branchenbeobachtungs- und Convenience-Motivation folgen an zweiter und dritter Stelle. Bereits an vierter Stelle liegt die Unterhaltungs-Motivation.
  • 31. Überraschenderweise wurde der Unternehmensbeobachtungs-Motivation ein verhältnismässig geringer Stellenwert beigemessen. Betrachtet man jedoch die Struktur der deutschsprachigen Corporate Blogosphäre, so fällt auf, dass vorwiegend kleinere Unternehmen in Form von Themen- oder Fach-Blogs ihren Expertenstatus manifestieren. Dabei werden aktuelle Informationen über neue Themen und Trends sowie über branchenspezifische Entwicklungen häufig in Verbindung mit unterhaltsamen Elementen angeboten. Dieses Informationsangebot scheint den Nutzern wichtiger zu sein als Berichte über das Unternehmen. © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 32.
  • 33. Der schwächste Grund Corporate Blogs zu nutzen ist die soziale Interaktions-Motivation. Das Potenzial einer gemeinschaftlich organisierten Nutzergruppe, die sich an einem aktiven Dialog beteiligt, ist demzufolge entweder seitens der Unternehmen nur mässig ausgeschöpft oder von den Rezipienten grösstenteils gar nicht erwünscht. Einerseits ist das Bedürfnis etwas darüber zu erfahren, was andere Menschen sagen, relativ stark ausgeprägt. Auf der anderen Seite gibt nur ein geringfügiger Teil der Nutzer an, sich selbst frei ausdrücken zu wollen. Dieser Tatbestand widerspiegelt sich ebenfalls in der tiefen mittleren Kommentarfrequenz der Rezipienten.
  • 34. Das vielzitierte Risiko, die Rezipienten von Corporate Blogs könnten einem Unternehmen mit negativer Kritik Schaden zufügen, scheint sich durch die vorliegende Datenlage nicht zu erhärten. Nur 4,4% der befragten Nutzer stimmen der Aussage vollständig zu, Ärger und Kritik loswerden zu wollen.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 35.
  • 36. Diejenigen Nutzer von Corporate Blogs mit einer höheren Informations-Motivation haben auch eine höhere Nutzungsfrequenz.
  • 37. Es hat sich gezeigt, dass die soziale Interaktions-Motivation in positivem Zusammenhang zur Kommentarfrequenz steht. Für bloggende Unternehmen, die eine offene und reziproke Kommunikationskultur mit ihren Kunden schätzen, gilt demnach in besonderem Masse, den Kontakt zu dieser Nutzergruppe zu pflegen.
  • 38. Diejenigen, die in Corporate Blogs stärker Unterhaltung oder einen Zeitvertreib suchen, beteiligen sich weniger aktiv am Dialog mit der bloggenden Firma und anderen Nutzern, als solche mit einer tieferen Unterhaltungs-Motivation.
  • 39. Der positive Zusammenhang – Blogger haben eine höhere soziale Interaktions-Motivation als Nicht-Blogger – ist signifikant. Dies erstaunt nicht sonderlich, da im sozialen Austausch mit anderen Rezipienten und Bloggern neue Ideen aufgespürt und Meinungen gesammelt werden können. Die aktive Beteiligung am Dialog in anderen Weblogs hat ausserdem den positiven Effekt, dass man auf sein eigenes Weblog und seine eigene Fachkompetenz aufmerksam machen kann.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 40.
  • 41. Diejenigen, die Corporate Blogs vorwiegend zu privaten Zwecken nutzen, haben eine höhere Unterhaltungs-Motivation als berufliche Nutzer. Dies impliziert, dass für diejenigen, die Corporate Blogs als Freizeitaktivität nutzen, der Unterhaltungsaspekt wichtiger ist, als für diejenigen, die Firmen-Weblogs zu geschäftlichen Zwecken nutzen.
  • 42. Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen der Unternehmensbeobachtungs-Motivation und der überwiegend privaten Nutzung von Corporate Blogs. Anscheinend ist beim privaten Nutzer die Kundenperspektive vorherrschend.
  • 43. Die beruflichen Nutzer von Corporate Blogs besitzen eine höhere Branchenbeobachtungs-Motivation als die privaten Nutzer.
  • 44. Schliesslich ist die Beziehung zwischen der Convenience-Motivation und der beruflichen Nutzungsart signifikant. Die Einschätzung der praktischen Nutzbarkeit von Corporate Blogs ist unter den geschäftlichen Nutzern überdurchschnittlich höher als unter den privaten Nutzern. Die Vermutung liegt nahe, dass Corporate Blogs eine praktisch zu nutzende Informationsquelle darstellen, um sich für berufliche Zwecke einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen und Trends in einer Branche verschaffen zu können.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 45.
  • 46. Der Meinungsführerschafts-Index aller Befragten (welcher nach einer Faktorenanalyse aus fünf der sechs Meinungsführerschafts-Fragen gebildet wurde) hat einen gerundeten Mittelwert von 3,69 und liegt damit zwischen „teils-teils“ und „trifft eher zu“.
  • 47. Rundet man den Mittelwertindex auf ganze Zahlen, so ergeben sich die aus der Grafik ersichtlichen Abstufungen der Meinungsführerschaft unter den befragten Rezipienten von Corporate Blogs. 8,8% der Befragten haben im gerundeten Schnitt den fünf Meinungsführerschafts-Variablen vollkommen zugestimmt, 56,6% haben eher zugestimmt, 29,6% haben teils-teils zugestimmt, 4,4% haben eher nicht zugestimmt und lediglich 0,6% haben überhaupt nicht zugestimmt.Anmerkung: Die Meinungsführerschaft bezieht sich auf „neue Kommunikationstrends im Internet“ (z.B. Social Software, Weblogs und Corporate Blogs). © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 48.
  • 49.
  • 50. Von besonderem Interesse sind die beiden Fragen der Mundpropaganda-Aktivität der befragten Rezipienten (siehe Grafik vorheriger Seite).
  • 51. Unterteilt man die Antworten in eine Gruppe mit starker Zustimmung (≥ „trifft eher zu“) und in eine Gruppe mit schwacher Zustimmung (< „trifft eher zu“), ergeben sich folgende Ergebnisse: 67,2% der Befragten erzählen häufig jemandem etwas über neue Kommunikations-Trends im Internet (z.B. Social Software, Weblogs, Corporate Blogs etc.). 32,8% tun dies nur zum Teil oder nicht häufig. Genau 60,0% der Rezipienten erzählen häufig jemandem etwas über einen Inhalt oder ein Thema eines Corporate Blogs, den sie lesen. Die restlichen 40,0% tun dies hingegen eher selten.
  • 52. Es zeigt sich das grosse Potenzial, durch einen Corporate Blog von Mundpropaganda-Effekten profitieren zu können. Die Diffusion der Inhalte und der Nutzung von Corporate Blogs wird durch seine Rezipienten vorangetrieben.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 53.
  • 54. Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen dem Besitz eines eignen Weblogs und dem Grad an Meinungsführerschaft. Blogger tendieren also eher dazu, ausgeprägte Meinungsführer für neue Kommunikationstrends im Internet zu sein.
  • 55. Der Grad an Meinungsführerschaft ist positiv mit der Nutzungsfrequenz korreliert. Meinungsführer sind also auch Heavy Users.
  • 56. Die Meinungsführerschaft ist positiv mit der Kommentarfrequenz korreliert. Meinungsführer beteiligen sich demnach überdurchschnittlich häufig am Dialog.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 57.
  • 58. Da die starken Opinion Leaders eine signifikant höhere Nutzungsfrequenz haben, wird diese Zielgruppe besonders gut erreicht. Ausserdem schreiben die starken Opinion Leaders der untersuchten Stichprobe häufiger Kommentare als die schwächeren Opinion Leaders. Überproportionales Feedback dieser besonders stark involvierten Nutzergruppe ist demnach gegeben. Betrachtet man Opinion Leaders als guten Indikator für Zukunftstrends und als repräsentative Vertreter einer anvisierten Zielgruppe, so können sie als ideales Barometer für das Image eines Unternehmens, neue Geschäftsideen, Strategien, Produkte, Dienstleistungen oder Kundenbedürfnisse fungieren.
  • 59. Weiter hat sich gezeigt, dass unter den Weblog-Besitzern ein signifikant höherer Anteil an starken Opinion Leaders besteht, beziehungsweise der durchschnittliche Grad an Meinungsführerschaft unter den Bloggern signifikant höher ist als unter den Nicht-Bloggern. Führt man sich die enorme Wirkungsfähigkeit der Online-Mundpropaganda in der Blogosphäre vor Augen, so liegt die Vermutung nahe, dass diese „neuen Meinungsmacher“ Artikel, Einträge und Themen aus Corporate Blogs in ihre eigenen Weblogs übernehmen. Indem sie sich auf den Corporate Blog referenzieren, sorgen sie aus reiner Eigendynamik für eine weitere Verbreitung des Gedankengutes und somit für die Steigerung des Bekanntheitsgrades der bloggenden Firma.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 60.
  • 61. „Glaubwürdigkeit kann als prinzipielle Bereitschaft verstanden werden, Botschaften eines bestimmten Objektes als zutreffend zu akzeptieren und bis zu einem gewissen Grad in das eigene Meinungs- und Einstellungsspektrum zu übernehmen. Dabei kann die Bereitschaft auf konkreten Evaluationsprozessen oder auf Images beruhen, die sich beim Subjekt herausgebildet haben, von ihm jedoch als Objekteigenschaft wahrgenommen werden. Die Botschaften können konkret inhaltlich oder abstrakt generalisiert sein.“
  • 62. Corporate Blogs und Glaubwürdigkeit
  • 63. Corporate Blogs können als Instrument der Organisationskommunikation eine wichtige Rolle einnehmen. Dies, weil sie eine authentische Kommunikation ermöglichen, welche letzten Endes zum Aufbau von Vertrauen beitragen kann. Voraussetzung dafür ist, dass die Corporate Blogs von den Rezipienten als glaubwürdig empfunden werden. Aber was macht einen Corporate Blog aus der Perspektive der Rezipienten glaubwürdig? Diese Frage diente als Leitlinie der vorliegenden Studie. © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 64.
  • 65. Corporate Blog Rezipienten zeichnen sich durch ein allgemein hohes Systemvertrauen ins Internet als Informationsmedium aus und besitzen eine hohe Suchkompetenz. Sie sind geübte Nutzer des Internets:Ich suche im Internet mit einem gewissen System nach Informationen. Durch eine effiziente Suchstrategie finde ich leicht gute Informationen. Im Internet besteht die Gefahr unwahre Informationen zu finden. Ich habe im Internet gute Erfahrungen bei der Informationssuche gemacht. © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 66.
  • 67. 85.2% der Teilnehmer der Studie suchen mit einem gewissen System nach Informationen (Verfolgen also mehrheitlich routinierte Suchstrategien).
  • 68. 94.2% finden leicht gute und hilfreiche Informationen im Internet.
  • 69. 48.1 % sind der Meinung, dass im Internet die Gefahr besteht, unwahre Informationen zu finden.
  • 70. 95.3 % der befragten Rezipienten geben an, dass sie gute Erfahrungen bei der Informationssuche im Internet gemacht haben.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 71.
  • 72. Corporate Blogs und Weblogs im Allgemeinen zeichnen sich formal durch einige Merkmale aus, die herkömmliche Medien nicht beinhalten. Die formalen Aspekte haben einen Einfluss auf die Glaubwürdigkeitszuschreibung durch die Rezipienten: Werbung (Bannerwerbung/ Google Ad-Links) beeinflussen die Glaubwürdigkeit des Corporate Blogs. Anonyme Artikel finde ich glaubwürdig. Hyperlinks und Verlinkungen zu anderen Blogs (Bloggrolls) erhöhen die Glaubwürdigkeit von Corporate Blogs. Ich lese Corporate Blogs kritisch, wenn ich merke, dass sie nur selten aktualisiert werden. Die Kommentarfunktion hat einen Einfluss auf die Qualität und Zuverlässigkeit der Informationen. Es ist wichtig, dass die Kommentarfunktion frei und anonym benutzt werden kann. © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 73.
  • 74. 44.2% der Rezipienten sind der Meinung, dass Werbung die Glaubwürdigkeit eines Corporate Blogs beeinflusst.
  • 75. 60.8% der Rezipienten finden anonyme Artikel unglaubwürdig.
  • 76. 53.1% sind der Meinung, dass Hyperlinks die Glaubwürdigkeit eines Corporate Blogs erhöhen.
  • 77. 71% der Rezipienten lesen Blog-Postings besonders kritisch wenn sie merken, dass der Corporate Blog nur selten aktualisiert wird.
  • 78. 66.1% finden, dass die Kommentarfunktion einen Einfluss auf die Qualität und Zuverlässigkeit der Informationen im Corporate Blog hat.
  • 79. 61.6% der Rezipienten sind der Meinung, dass ein Corporate Blog ohne offene und anonymisierte Kommentarfunktion unglaubwürdig ist.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 80.
  • 81. Der Inhalt macht einen Corporate Blog erst lesenswert. Die inhaltlichen Aspekte beeinflussen die Glaubwürdigkeitszuschreibung durch die Rezipienten: Zu viele Produktinformationen machen einen Corporate Blog unglaubwürdig. Ich lese Corporate Blogs, weil ich darin aktuelle Informationen finde. Informationen aus Corporate Blogs verifiziere ich stets durch andere Quellen. Quellenhinweise erhöhen die Glaubwürdigkeit eines Corporate Blogs. Ein Blog ohne Archiv ist unglaubwürdig. © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 82.
  • 83. 63.3% der Befragten stimmen der Aussage zu, dass zu viele Produktinformationen einen Corporate Blog unglaubwürdig machen.
  • 84. 83% geben an Corporate Blogs zu lesen, weil sie darin höchst aktuelle Informationen finden.
  • 85. 33.6% vertrauen den Inhalten von Corporate Blogs nicht und verifizieren die Inhalte durch weitere Quellen.
  • 86. 93.6% finden Inhalte ohne Quellenhinweise unglaubwürdig.
  • 87. 62.8% der Rezipienten erwarten, dass alte Beiträge im Archiv auffindbar sind.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 88.
  • 89. Hinter Corporate Blogs stehen Menschen. Die Autoren prägen durch Selektion, Redaktion und Publikation der Themen und Inhalte den Corporate Blog. Diese Autoren, die häufig in der Rolle von Experten auftreten, beeinflussen die Glaubwürdigkeitszuschreibung durch die Rezipienten:Ein Blog-Eintrag der in der Ich Formverfasst wurde, finde ich glaubwürdiger als einer in unpersonaler Form. . Sind Hintergrundinformationen über die Kompetenz des Autors ersichtlich, ist der Blog für mich glaubwürdig. Die Beiträge mehrerer Autoren machen einen Corporate Blog glaubwürdiger. Ein Corporate Blog ohne Autorenbild finde ich glaubwürdiger als ein Corporate Blog ohne Autorenbild. Ist ein Blogeintrag verständlich geschrieben, prüfe ich die Information nicht durch weitere Informationen nach. Die Autoren von Corporate Blogs verfügen über ein grosses Wissen. © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 90.
  • 91. 32.1% der Rezipienten finden einen Blog-Eintrag der in der Ich-Form verfasst wurde glaubwürdig.
  • 92. 79.1% finden einen Corporate Blog ohne Hintergrundinformationen zum Autor unglaubwürdig.
  • 93. 55% finden einen Corporate Blog besonders glaubwürdig, wenn er von mehreren Autoren betrieben wird.
  • 94. 49.5% finden, dass ein Autorenbild die Glaubwürdigkeit von Corporate Blogs erhöht.
  • 95. 38.9% prüfen die Informationen nicht nach, wenn der Blog-Eintrag verständlich geschrieben ist.
  • 96. 32.9% der Rezipienten sind der Meinung, dass die Autoren von Corporate Blogs über ein grosses Wissen verfügen.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 97.
  • 98. Um Aussagen zum Einfluss der verschiedenen Bezugsebenen der Glaubwürdigkeitszuschreibung machen zu können, wurde aus den Mittelwerten der Faktoren der einzelnen Bezugsebenen der Bezugsebenen-Mittelwert gebildet. Anhand dieses Mittelwert-Index lässt sich aufzeigen, welche der verschiedenen Bezugsebenen den grössten Einfluss hat. Aktuelle Information Überprüfbarkeit der Information Dialogizität Personalisierung/ soziale Hinweisreize Kompetenz der Autoren © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 99.
  • 100. Um Aussagen zum Einfluss der verschiedenen Bezugsebenen der Glaubwürdigkeitszuschreibung machen zu können, wurde aus den Mittelwerten der Faktoren der einzelnen Bezugsebenen der Bezugsebenen-Mittelwert gebildet. Anhand dieses Mittelwert-Index lässt sich aufzeigen, welche der verschiedenen Bezugsebenen den grössten Einfluss hat. Inhaltliche Aspekte formale Aspekte Autor © Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 101.
  • 102. Es hat sich gezeigt, dass seitens der Rezipienten die Anforderungen an Corporate Blogs von denjenigen an herkömmliche Weblogs nur wenig abweichen. So bleibt ein Corporate Blog, in Bezug zur Glaubwürdigkeitszuschreibung, von der Charakteristik her ein Weblog. Ein glaubwürdiger Corporate Blog zeichnet sich vor allen durch die Beachtung der Regeln von herkömmlichem Weblogs aus. Dies bedeutet, dass die Regeln der Blogosphäre grösstenteils auch in der Corporate Blogosphäre gelten.© Dominik Schneider & Mathias Tanner 2008
  • 103.
  • 111. Karge
  • 114. Namics
  • 117. M-Blog
  • 124. T-H-L