EinseminarBlockRadiojournalismus1
Literatur• La Roche / Buchholz (2004): Radiojournalismus.Berlin: List• Hermann / Krol / Bauer (2002): DasModerationshandbu...
Listen and Repeat -Wiederholung• Schnitt gibt dem Beitrag seine Form -->Grobschnitt um Inhalte zu gewichten, Feinschnittum...
Erfahrungsbericht Audioschnitt• Wie habt ihr das Schneiden vor zwei Wochen erlebt?• Wieviel O-Ton-Material habt ihr verwen...
Ablaufplan heute• Moderation in Theorie und Praxis• Frei sprechen• Interviewführung - Wie frage ich erfolgreich?• Beispiel...
Die Moderation• Verkauft Inhalte - Information und Unterhaltungwerden entsprechend der Zielgruppe präsentiert• Stellt Höre...
Die Moderation - Praxistipps• Natürlich sein, sich nicht verstellen, etwas mehr sprechen alsprivat• Betonen was für den Hö...
Die Moderation - Praxistipps• „vorn sprechen“ --> nicht auf die Stimme drücken --> nicht wieeine keifende Alte ;)• Mund au...
Arten der Moderation - nachInhalt• Pflichtmoderationen - Station ID, Claim undFrequenz - meist 3-Element-Break• An- / Abmo...
Besonderheiten derMusikmoderation• Ansagen der Musik abhängig vom Sender, Format undder Zielgruppe --> neuere Titel werden...
Arten der Moderation - nach Stil• Nachrichtliche Mod• Faktenmod• Panorama- und Fokusmod• Situationsmod• Gegensatzmod11Nach...
Arten der Moderation - nach Stil• Rätsel-Mod & Frage-Mod• Spielerische Mod• Zitat-Mod• O-Ton-Mod• Geräusch- & Musik-Mod12R...
Frei Sprechen• Vorgelesen klingt immer vorgelesen, egal wie gut man vorlesenkann• Freies Sprechen fällt uns im Alltag leic...
Frei Sprechen• Man kann zu jedem Thema sprechen, man darf nur nicht mit derAnforderung eines Experten daran gehen --> im N...
Das Topf-System• Grundlage: Es gibt nicht nur eine richtigeReihenfolge für gesprochene Informationen zueinem Thema• Als No...
Das Topf-SystemUrlaub in GriechenlandBetrunken vom OuzoMuskelkater nach Esel-SafariRückflug verspätet wegenStreik der Flug...
Das Topf-System• Mehr Töpfe haben als notwendig --> dann kann manunbedenklich auch etwas vergessen --> mehr wissen,als man...
Vorteile des Topfsystems• Rede wirkt authentisch und glaubwürdig• Es fällt leichter Menschen zu begeistern• Durch das frei...
Das Topfsystem - jetzt praktisch• Stellt einen Topf „Wetter“ für den Wetterberichtzusammen• Teil des Topfes kann sein: Wet...
Fehler beim Moderieren - Sobitte nicht!• Weniger ist mehr - den Hörer nicht selbstgefälligzuquatschen• Stimme nicht verste...
Nochmal praktisch• bereitet 3 Moderationen vor: einen 3-Element-Break,eine Anmod für euren bereits erstellten Beitrag (nic...
Das Interview• journalistische Darstellungsform, bei der Fragenund Antworten eines Redakteurs gesendet werden• Interview i...
Rolle des Interviewers• Interviewer als Stellvertreter für den Hörer– sachlich-neutraler Anwalt für die Hörer– führt das I...
Rolle des Interviewten• verfügt über interessante Informationen für die Hörer• ist eher ein Interviewgast als ein Intervie...
Kurzes Praxisbeispiel• Überlegt euch ein paar Fragen für aktuelle Interviews zufolgendem Ereignis:Ein Busfahrer der Linie ...
Vorbereitung des Interviews• Brainstorming von Inhalten --> Was ist für den Hörer interessant• Recherche zum Thema --> Wor...
Fragen, Fragen, Fragen - Aberwie?• so konkret wie möglich• nicht zu lang und kompliziert• zum richtigen Zeitpunkt• Mehrfac...
Fragetypen• Offene Frage - Wie hat dir das Konzert gefallen?• Geschlossene Frage - Hat dir das Konzert gefallen?• Skala-Fr...
Fragetypen• Alternativfrage - Welche Band hat dir besser gefallen,Arctic Monkeys oder Gnarls Barkley?• Gründefrage - Warum...
Dunkle Fragetypen - nichtverwenden!• Unterstellungsfrage - Die Bands heute haben schlechtgespielt. Woran hat es gelegen?• ...
Interviewverlauf: der Spickzettel• zuerst Name und Titel des Interviewgastes gut lesbar notieren• Fragekomplexe und einzel...
Jetzt mal wieder praktisch• Plant ein Interview zum Thema„Radiojournalismus - Schreiben fürs Hören -Radiophone Sprache“ fü...
Das Vorgespräch• dient vor allem dazu Anspannung abzubauen• nichts vorwegnehmen, sondern Richtung angeben--> keinesfalls F...
Auf Antworten reagieren• Nächste Frage stellen, wenn Antwort ausreichend• zum Weiterreden auffordern, wenn Antwortbesonder...
Gegenstrategien des Befragtenerkennen und abwehren• auf Zeit spielen - schnell unterbrechen,präzisierend nachfragen• auswe...
Gegenstrategien des Befragtenerkennen und abwehren• „Ich habe Ihre Frage nicht verstanden“ -Frage ruhig und präzise wieder...
Gegenstrategien des Befragtenerkennen und abwehren• Fakten werden bestritten - Quelle nennen, Fragewiederholen• Reporter k...
Gegenstrategien des Befragtenerkennen und abwehren• mehrfach ausweichen - in Meta-Ebene wechseln - „Warumist Ihnen diese F...
Ein paar Beispiele zu denGegenstrategien„Herr Mehdorn, Sie haben sich in derVergangenheit gegen den Streik der Lokführerau...
Ein paar Beispiele zu denGegenstrategien„Frau Merkel, aus ökologischer Sicht ist der Verzicht aufAtomenergie unabdingbar, ...
Ein paar Beispiele zu denGegenstrategien„Herr Fischer, diese Woche sind Berichte bekanntgeworden, wonach der damalige Bund...
Fehlerquellen beim Interview• Fragen sind zu lang, kompliziert, schlecht formuliert odereintönig• Fragen kommen zu selten ...
Aufgabe zur nächsten Sitzung• Führt ein Sach-Interview für die imaginäreBeitragsreihe „Studieren in Chemnitz“ im Magazin„C...
Beim nächsten Mal ausführlich:Nachbereitung & Aircheck• Was ist nach dem fertigen Beitrag noch zutun?• Wie überprüfe ich d...
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Radiojournalismus. Ein Blockseminar. - Seminar 3/4: Moderation und Interview

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Radiojournalismus. Ein Blockseminar. - Seminar 3/4: Moderation und Interview

  1. 1. EinseminarBlockRadiojournalismus1
  2. 2. Literatur• La Roche / Buchholz (2004): Radiojournalismus.Berlin: List• Hermann / Krol / Bauer (2002): DasModerationshandbuch. Tübingen: A. Francke• Rossie (2004): Frei sprechen. Berlin: List• Rossie (2004): Sprechertraining. München: List- Klassiker von Buchholz und LaRoche: 9. Auflage, sehr kompakt / praxisnah
  3. 3. Listen and Repeat -Wiederholung• Schnitt gibt dem Beitrag seine Form -->Grobschnitt um Inhalte zu gewichten, Feinschnittum Beitragselemente zu polieren -->Single TrackModus• Beim Arrangieren des Beitrags auf Pausen undÜbergänge achten, akustischen Vorder- undHintergrund gestalten --> Multi Track Modus• Schnitt wird durch gute Planung und Vorarbeit(besonders bei den O-Tönen) erleichtert3
  4. 4. Erfahrungsbericht Audioschnitt• Wie habt ihr das Schneiden vor zwei Wochen erlebt?• Wieviel O-Ton-Material habt ihr verwendet?• Wie habt ihr gegliedert (Grobschnitt)?• Wonach habt ihr die Hintergrundmusik ausgewählt?• Wie zufrieden seid ihr mit dem Resultat?4- nächste Sitzung machen wir einen Aircheck mit Beiträgen, Mods und Interviews -->professionalisiertes Feedback
  5. 5. Ablaufplan heute• Moderation in Theorie und Praxis• Frei sprechen• Interviewführung - Wie frage ich erfolgreich?• Beispiele für Interviewfallen• Interview-Praxis5
  6. 6. Die Moderation• Verkauft Inhalte - Information und Unterhaltungwerden entsprechend der Zielgruppe präsentiert• Stellt Hörerbindung her (wenn sie gut gemacht ist)• Verbindet Rhetorisches Wissen mit sendetechnischemKnow-How --> Selbstfahrerstudios sind üblich• Ist nur eine von vielen radiojournalistischenTätigkeiten6- Verkäufer müssen nicht nur Fakten, sondern auch Emotionen ansprechen- Hörerbindung durch Aussetzungsdauer --> die meiste Zeit hört man den Moderator
  7. 7. Die Moderation - Praxistipps• Natürlich sein, sich nicht verstellen, etwas mehr sprechen alsprivat• Betonen was für den Hörer neu ist und die meistenInformationen trägt, aber nicht zuviel• Sprechtempo beachten, Pausen nicht stur nach Satzzeichen legen• Hineinversetzen in die Moderation --> mit Lautstärke, Tempo,Rhythmus und Stimmführung Emotionen modulieren• Zwerchfellatmung --> keine Brust- oder Schulteratmung7- Tipp um richtige Betonung zu finden: Macht aus eurem Satz eine Schlagzeile für eineBoulevard-Zeitung- immer ein Gedanke --> Hörer schaut euch nicht fragend an --> „Er tat nichts -- , umseine Lage zu ändern -- , obwohl er -- , meines Erachtens -- , nicht glücklich war.“-Schulteratmung bei Seufzen, Brustatmung bei Sport - vormachen
  8. 8. Die Moderation - Praxistipps• „vorn sprechen“ --> nicht auf die Stimme drücken --> nicht wieeine keifende Alte ;)• Mund auf! --> Muskeln im Unterkiefer nicht anspannen• Natürliche Stimmlage verwenden --> Indifferenzlage• Mimik und Gestik nutzen, auch wenn es keiner sieht• Frei sprechen, nur Stichpunkte nutzen• Technische Abläufe proben und trainieren8- Negativbeispiele vorne sprechen: Verona Feldbusch, Margarethe Schreinemakers, tritt imStreit auf, kratzt auf Dauer --> Test: iii (vorn) - uuu (hinten)- wenn Stimmlage verlagert, dann kein Spielraum mehr für Gestaltung- Konzentration braucht das Sprechen, nicht die Technik
  9. 9. Arten der Moderation - nachInhalt• Pflichtmoderationen - Station ID, Claim undFrequenz - meist 3-Element-Break• An- / Abmod redaktioneller Beitrag• Inhaltliche Moderation• Musikmoderation9- TEB - gut sprechbar, einfachste Form der Moderation, nicht jedes Element muss Pflichtmodsein, kann auch Service sein- Anmod / Abmod darf nicht aus dem Beitrag stehlen, soll Lust auf den Beitrag machen- in Inhaltlicher Moderation präsentiert der Moderator ein Thema allein
  10. 10. Besonderheiten derMusikmoderation• Ansagen der Musik abhängig vom Sender, Format undder Zielgruppe --> neuere Titel werden eher angesagt alsaltbekannte Tageshits• Mehrere Songs werden in umgekehrter Reihenfolgeangesagt (den zuerst gespielten Song zuletzt)• Ramp-Zeiten sinnvoll nutzen, keine Sendelöcherproduzieren• Musik nicht kritisieren --> damit kann man nur verlieren10- Alternative bei nur zwei Songs: Eine Anmod und eine Abmod- Ramp = Rampe, ruhiger Teil eines Liedes zu Beginn, bevor es richtig losgeht- Kritik: Hörer der Lied auch nicht mag, fragt sich warum wir es dann spielen, Hörer der esmag fühlt sich auf den Schlipps getreten --> Ausnahme: Hitparade mit DJ Ötzi und demBurgerdance
  11. 11. Arten der Moderation - nach Stil• Nachrichtliche Mod• Faktenmod• Panorama- und Fokusmod• Situationsmod• Gegensatzmod11Nachrichtlich: klassische Nachricht mit Lead-Zeile --> besonders in aktuellen Sendungen /MagazinenFakten: mit einer Tatsache beginnenPanorama: Überblick geben, Thema einordnen - Fokus: vom Einzelfall zum AllgemeinenSituation: mit Alltagssituation einsteigen, die leicht nachvollziehbar istGegensatz: vom Neuen zum Alten oder umgekehrt
  12. 12. Arten der Moderation - nach Stil• Rätsel-Mod & Frage-Mod• Spielerische Mod• Zitat-Mod• O-Ton-Mod• Geräusch- & Musik-Mod12Rätsel / Frage: Mit Frage einsteigen (nicht zu einfach, Antwort planen) oder Rätsel (offenlassen worum es geht)Spiel: Sonstiges --> Dialekt, Parodie, Geräusch nachmachenZitat: Persönlichkeit zitierenO-Ton: mit O-Ton einsteigen, nicht aus Beitrag klauenGeräusch: Vogelzwitschern bei Vogel des JahresMusik: Titel nennen
  13. 13. Frei Sprechen• Vorgelesen klingt immer vorgelesen, egal wie gut man vorlesenkann• Freies Sprechen fällt uns im Alltag leicht --> Gespräche unterFreunden, beim Einkaufen, in Seminaren --> jeder kann zueinem Thema etwas sagen und wenn es nur ist, dass man zu demThema nichts sagen kann ;)• Frei sprechen heißt nicht, dass man die Hände frei hat oder dassman alles sagen darf• Exakte Informationen wie Zitate und Namen können abgelesenwerden --> Genauigkeit verträgt sich nicht mit Spontaneität13- Frei sprechen bedeutet, dass ich meinen Inhalt erfinde, in dem Moment in dem ich ihnerzähle- jeder produziert täglich etwa 50 Seiten mündliche Kommunikation- Radio ist zwar keine alltägliche Situation, aber wir versuchen uns ihr anzunähern,ansonsten bleibt nur die Lüge (vgl. Schauspieler, wo man weiß, dass er nur spielt)
  14. 14. Frei Sprechen• Man kann zu jedem Thema sprechen, man darf nur nicht mit derAnforderung eines Experten daran gehen --> im Notfallpersönlichen Bezug zu einem Thema herstellen, schnellreagieren• Lange Pausen wirken sehr überlegt, nicht spontan und nichtauthentisch• Nicht versuchen auszuweichen und zu angenehmerem Themahinzulenken --> fällt meist auf• Unbekannte Begriffe beim Gesprächspartner nachfragen --> nurüber Dinge sprechen, die man sicher weiß14
  15. 15. Das Topf-System• Grundlage: Es gibt nicht nur eine richtigeReihenfolge für gesprochene Informationen zueinem Thema• Als Notiz kommen lediglich einzelneInformationskerne zum Einsatz, die beliebigvorgetragen werden können --> Töpfe• Vorbereitung ist folglich das Füllen dereinzelnen Töpfe zu dem Thema15- Beispiel: Urlaubserzählung - kann man mit letztem Tag beginnen (Flug verspätet) oder mitaußergewöhnlichem Ausflug oder man erzählt es chronologisch- Struktur vergleichbar einer MindMap zum Brainstorming --> Thema in der Mitte undeinzelne Aspekte darum
  16. 16. Das Topf-SystemUrlaub in GriechenlandBetrunken vom OuzoMuskelkater nach Esel-SafariRückflug verspätet wegenStreik der FluglotsenWetter genial - 14 TageSonne purEssen lecker, aber zureichhaltigAntike Ruinen beeindruckend16- Thema Urlaub: Topf 1 - privater Urlaub vom letzten Jahr- weitere Töpfe könnten sein: Urlaubsplanung allgemein, Ferientermine, Urlaubsregelungenim Ausland
  17. 17. Das Topf-System• Mehr Töpfe haben als notwendig --> dann kann manunbedenklich auch etwas vergessen --> mehr wissen,als man sagt, wenn einem nichts mehr einfällt aufhören• 3 bis 10 Fakten pro Topf• Mindestens 3 Sätze pro Element können erzählt werden• Üben mit der genauen Topfübersicht --> wenn es Ernstwird nur die Liste der Töpfe verwenden17- Zum Üben: Zusammentragen und beginnen zu sprechen, verschieden starten, wenn weitereSache einfallen wie Sprichwörter oder Zitate, dann ergänzen- Variation ist wichtig - Thema wird nicht langweilig. Wir lernen nicht auswendig, wir bauenjedesmal neu auf
  18. 18. Vorteile des Topfsystems• Rede wirkt authentisch und glaubwürdig• Es fällt leichter Menschen zu begeistern• Durch das freie Sprechen kann Feedback besserwahrgenommen werden• Auch mehrmalige Vorträge oder Interviews zu einemThema werden nicht langweilig18
  19. 19. Das Topfsystem - jetzt praktisch• Stellt einen Topf „Wetter“ für den Wetterberichtzusammen• Teil des Topfes kann sein: Wetter heute Nacht, Wettermorgen am Tag, Wetter nächste Tage, Wetter fürbestimmte Gruppen (Autofahrer, Wintersportler),Wetter in angrenzenden Regionen, Sonstiges(Schneehöhen)• Zeit: 20 Minuten, dann zusammentragen19- gedanklich vorstellen: 5 Mal am Tag ansagen
  20. 20. Fehler beim Moderieren - Sobitte nicht!• Weniger ist mehr - den Hörer nicht selbstgefälligzuquatschen• Stimme nicht verstellen und nicht gekünstelt sprechen• Nicht vorlesen, frei sprechen• Überleitungen nicht um jeden Preis• Keine auswendig gelernten Gesten aus demModeratoren-Workshop --> wirkt im besten Fall nur affig20- Gesten: erhobener Finger, auf die Hand klatschen, punktieren (super auf französisch)- Überleitungen sind nicht immer sinnvoll: wenn Verbindung zu offensichtlich, dann wirkt esplatt, wenn zu weit her geholt, dann wirkt es peinlich (vom kalten Wetter zur Kälte in denHerzen)
  21. 21. Nochmal praktisch• bereitet 3 Moderationen vor: einen 3-Element-Break,eine Anmod für euren bereits erstellten Beitrag (nichtlänger als 1 Minute) und eine inhaltliche Moderation zumThema Winter / Weihnachten (ca. 2 - 3 Minuten)• Möglichst frei, Topf-Liste soweit wie möglich kürzen• Praktisches Einsprechen im Studio unterSendebedingungen - Mod zwischen zwei Songs -->zweite Scheinbedingung erfüllt21- wer zwischenzeitlich Blockade hat, kann auch erstmal schon einen Beitrag einsprechen
  22. 22. Das Interview• journalistische Darstellungsform, bei der Fragenund Antworten eines Redakteurs gesendet werden• Interview ist kein Gespräch• gesagt ist gesagt - Interview muss nichtabgenommen werden• 3 Interviewtypen: Sache, Meinung, Person22- Fragen müssen sendereif sein, keine Zeit zum Überlegen von Fragen (außer Nachfragen)- meist zeitlich begrenzt- Unterschiede zum Gespräch: Teilnehmer sind nicht gleichberechtigt, es gibt einen Dritten(den Hörer) --> Interviewer bleibt in Fragehaltung- Hörfunkinterviews müssen nicht freigegeben werden, egal ob live oder aufgezeichnet- Sachinterviews behandeln best. Thema (Fakten), Meinungsinterviews fragen nachEinstellungen / Bewertungen und Personeninetrviews sind eine Art Porträt (Künstler, Musiker)- Beispiel durch Klick starten (Dirk Fischer, verkehrspolitischer Sprecher CDU-Fraktion) -schön: Nachfrage zur Quelle
  23. 23. Rolle des Interviewers• Interviewer als Stellvertreter für den Hörer– sachlich-neutraler Anwalt für die Hörer– führt das Interview --> plant und steuert denVerlauf– bleibt unabhängig, möglichst objektiv• ist kein Stichwortgeber oder Steigbügelhalterfür den Interviewgast• ist nicht die Hauptperson23Was der Interviewer nicht ist:- Interviewer ist zum Beispiel kein Fan, der endlich einmal seine Lieblingsband trifft- Interviewer ist auch selbst nicht der Star, was er zum Beispiel durch Besserwissen deutlichmacht- Interviewer ist kein Meinungsmacher, der seine Meinung kund tun kann
  24. 24. Rolle des Interviewten• verfügt über interessante Informationen für die Hörer• ist eher ein Interviewgast als ein Interviewpartner• hat eine bestimmte Funktion: Experte, Augenzeuge,Betroffener, Promi• hat einen eigenen Redestil• hat zwar (meist) ein Kommunikationsziel, gibt aber nichtdie Struktur des Gespräches vor24- wenn erster Punkt nicht zutrifft, dann sollte derjenige kein Interviewgast sein --> kritisch:Promis (Paris Hilton)- Warum Interviewgast: Machthierarchie wird deutlich, trotzdem bleibt man (gast-)freundlich--> Unterschiedlichkeit der Rollen wird deutlicher- Interviewter hat immer nur eine (und damit meine ich nur eine!) Funktion --> entwederExperte oder Augenzeuge --> Bsp.: Brand --> Augenzeuge kann nichts zur Ursache sagen(Brand) --> Fehler passiert auch Profis --> Bsp.: Günther Jauch Stern TV, Contergan, Ursache
  25. 25. Kurzes Praxisbeispiel• Überlegt euch ein paar Fragen für aktuelle Interviews zufolgendem Ereignis:Ein Busfahrer der Linie 42 ist an der Zenti in denGemüsestand gefahren. Überall liegt Gemüse herum. DerBesitzer ist aufgebracht. Verletzt wurde niemand, lediglichder Busfahrer steht unter Schock (kann nicht befragt werden).Mehrere nachfolgende Busse konnten nicht fahrplangerechtfahren und es kommt zu einem Verkehrschaos in derInnenstadt. Die Polizei ist vor Ort.• Beachtet dabei die Funktion eurer Interviewpartner!25
  26. 26. Vorbereitung des Interviews• Brainstorming von Inhalten --> Was ist für den Hörer interessant• Recherche zum Thema --> Worum geht es genau?• Eingrenzung des Themas --> Was ist davon relevant?• Recherche zur Person --> Wer ist der Interviewgast?• Interviewverlauf planen --> man nehme einen Trichter• bei schwierigen Interviews: Interviewverlauf antizipieren26- Brainstorming: Nicht in Fragen denken, sondern in Inhalten --> Gefühle (Schadenfreude,Betroffenheit beim Nachbar)- mangelnde Recherche (Quelle: Kollegen, Agenturmeldungen, Bücher) wird im besten Fallnur peinlich vorm Interviewgast- bei Eingrenzung Zeitlimit beachten --> wozu kann der Befragte am meisten sagen, was istam Interessantesten --> nicht überladen, sonst bleibt das Interview oberflächlich- Recherche zur Person bewahrt vor Fettnäpfchen und kann Stoff für Nachfragen liefern, auchgut fürs Vorgespräch- Tricher = vom Allgemeinen zum Speziellen, kann auch umgekehrt werden
  27. 27. Fragen, Fragen, Fragen - Aberwie?• so konkret wie möglich• nicht zu lang und kompliziert• zum richtigen Zeitpunkt• Mehrfachfragen vermeiden --> Immer nur nacheinem Sachverhalt fragen• Nachfragen, wenn Antwort unscharf bleibt27- allgemeines Geschwafel lädt zur Unschärfe / Abschweifen ein- Fragen müssen verständlich sein --> sowohl für den Hörer als auch für den Interviewgast- brisante Fragen nicht zu Beginn, wenn möglich aus der Situation heraus --> Gast kannwarm werden und bei möglichem Abbruch hat man wenigstens schon etwas in der Tasche- eine Sache nach der anderen - ansonsten sucht sich der Partner die Frage aus, die ihm ambesten passt, außerdem werden Nachfragen erschwert
  28. 28. Fragetypen• Offene Frage - Wie hat dir das Konzert gefallen?• Geschlossene Frage - Hat dir das Konzert gefallen?• Skala-Frage - Wie hat das Konzert gefallen - gut,geht so oder gar nicht?• Bestätigungsfrage - Habe ich dich richtigverstanden, dass du es im großen und ganzen gutfandest?28- offene Fragen laden zum Reden ein --> besonders sinnvoll zu Beginn des Interviews- geschlossene Fragen begünstigen kurze Antwort- Bestätigungsfrage zur Auflösung von Unschärfe
  29. 29. Fragetypen• Alternativfrage - Welche Band hat dir besser gefallen,Arctic Monkeys oder Gnarls Barkley?• Gründefrage - Warum hat dir das Konzert gefallen?• Balkonfrage - Alle Bands haben heute Abend umsonstgespielt, um die Kinder in der 3. Welt zu unterstützen. Wasist dein Beitrag zu dem Projekt?• Feststellung als Frage - Alle Bands haben heute umsonstgespielt, um die Kinder in der 3. Welt zu unterstützen.29- Balkonfrage begünstigt Überleitung- Feststellung als Frage kann Rhythmus des Interviews positiv verändern
  30. 30. Dunkle Fragetypen - nichtverwenden!• Unterstellungsfrage - Die Bands heute haben schlechtgespielt. Woran hat es gelegen?• Suggestivfrage - Du bist auch der Meinung, dass die Bandsheute schlecht waren, oder?• Mehrfachfrage - Wie fandest du die Bands heute? Habensie gut oder schlecht gespielt? Was ist deine Meinung zurQualität der Auftritte?• Doppelfrage - Wie fandest du die Bands heute und was istdeine Meinung zu der Aktion mit den Kindern der 3. Welt?30- Oberbegriff: „Geladene Frage“- Suggestiv- und Unterstellungsfrage werden peinlich, wenn sie durchschaut werden -->schwächt Position des Interviewers- Mehrfachfrage meist aus Unsicherheit --> verwirrt den Partner, nervt den Hörer- Doppelfrage - entweder Partner beantwortet nur angenehmste Frage oder er kann sichnicht alle merken oder der Interviewer hat Probleme beim Nachhaken- Wenn alle Fragen ausgedacht sind, muss man sie noch aufschreiben
  31. 31. Interviewverlauf: der Spickzettel• zuerst Name und Titel des Interviewgastes gut lesbar notieren• Fragekomplexe und einzelne Fragen in prägnanten Stichpunktenauflisten --> nicht ausformulieren• wichtige Fakten mit Quellenangabe notieren --> hilft, wennInterviewpartner Fakten in Frage stellt• Klemmbrett verwenden --> kein Blätter-Rascheln• Interviewgast nicht mitlesen lassen• Reservefragen notieren, falls noch Zeit ist31- gibt Sicherheit und zeigt dem Interviewten Vorbereitung- alles gut lesbar schreiben- jetzt wirds nochmal praktisch
  32. 32. Jetzt mal wieder praktisch• Plant ein Interview zum Thema„Radiojournalismus - Schreiben fürs Hören -Radiophone Sprache“ für die Sprachsendung„Lingua et Opinio“• Interview soll etwa 3 Minuten lang sein• legt Themenschwerpunkte und einzelneFragen fest und schreibt einenInterviewleitfaden32- nach der Vorbereitung kommt das eigentliche Gespräch --> wir schauen uns an, wie dasam besten läuft
  33. 33. Das Vorgespräch• dient vor allem dazu Anspannung abzubauen• nichts vorwegnehmen, sondern Richtung angeben--> keinesfalls Fragen im voraus nennen --> eherFragekomplexe oder Themen nennen• Ausnahme: erste Frage kann genannt werden• vor allem den Interviewgast reden lassen --> manwill ihn kennen lernen (Redestil, etc.)33- emotionale Fragen wirken bei zweitem Durchgang meist wie kalter Kaffee- Ausnahme Frage im voraus: erste Frage (Befragter beruhigt)
  34. 34. Auf Antworten reagieren• Nächste Frage stellen, wenn Antwort ausreichend• zum Weiterreden auffordern, wenn Antwortbesonders gut• Nachhaken / Vertiefen, wenn Antwortausweichend oder nicht ausreichend• unterbrechen, wenn Antwort zu lang oderausweichend34- Schwierigkeit: gleichzeitig Zuhören und Verlauf planen --> nicht nur am Leitfadenfesthalten- wenn Antworten zu lahm sind, Fragen anspitzen, lebhafter sprechen, Körperspracheeinsetzen
  35. 35. Gegenstrategien des Befragtenerkennen und abwehren• auf Zeit spielen - schnell unterbrechen,präzisierend nachfragen• ausweichen ins Grundsätzliche - unterbrechen undzum Thema zurückführen• vage, uneindeutige Antworten - Bestätigungsfrage• kurze, einsilbige Antworten - nachfragen, Faktenim Balkon nachlegen35
  36. 36. Gegenstrategien des Befragtenerkennen und abwehren• „Ich habe Ihre Frage nicht verstanden“ -Frage ruhig und präzise wiederholen• „Wie können Sie so etwas fragen?“ - Ichfrage das, weil ...• „Was ist denn Ihre Meinung dazu?“ - nichtaus der Rolle des Fragenden drängen lassen,man gerät so in eine schwächere Position36
  37. 37. Gegenstrategien des Befragtenerkennen und abwehren• Fakten werden bestritten - Quelle nennen, Fragewiederholen• Reporter kritisieren wegen schlechterVorbereitung - Beweis für richtige Vorbereitung(Quelle) liefern oder knapp entschuldigen• Reporter kritisieren wegen Voreingenommenheit- sachlichen Grund für Frage nennen37- nicht auf persönliche Ebene wechseln
  38. 38. Gegenstrategien des Befragtenerkennen und abwehren• mehrfach ausweichen - in Meta-Ebene wechseln - „Warumist Ihnen diese Frage unangenehm?“• Verweigern einer Antwort - nach Grund der Verweigerungfragen, Notwendigkeit einer Antwort anführen• Abbrechen des Interviews - kurze neutrale Absage, nichtnachtreten• Einschleimen - nicht einwickeln lassen, Tonfall überprüfen,da ansonsten Mitleidseffekt droht38- Mitleidseffekt: Fragen des Interviewers werden als borend und unhöflich aufgefasst -->Befragter bekommt Mitleid
  39. 39. Ein paar Beispiele zu denGegenstrategien„Herr Mehdorn, Sie haben sich in derVergangenheit gegen den Streik der Lokführerausgesprochen und deren Methoden alsunverhältnismäßig zurückgewiesen. Sollen dieLokführer aus Rücksicht auf die Pendler dieStreiks einstellen?“„Sehen Sie das anders?“„? ? ?“39- Was entgegnen wir als Reporter- auf Rollen hinweisen: „Meine Meinung ist hier nicht von Belang.“ oder „Ich stelle die FragenHerr Mehdorn, bitte beantworten Sie sie.“- auf keinen Fall Meinung antworten, damit reißt Mehdorn das Ruder an sich
  40. 40. Ein paar Beispiele zu denGegenstrategien„Frau Merkel, aus ökologischer Sicht ist der Verzicht aufAtomenergie unabdingbar, aus wirtschaftlicher Sicht jedoch nichtunbedingt sinnvoll. Sind Sie für oder gegen Atomenergie?“„Die Atomenergie ist unbestreitbar ein wichtigerWirtschaftsfaktor für den Standort Deutschland und in einemvernünftigen Energiemix zur Zeit nicht zu ersetzen. Dennochmüssen wir alle Bemühungen bündeln, um langfristig auchalternative Energien zu etablieren und Deutschland alsInnovationsgeber des internationalen Energiemarktes zu stärken.“„? ? ?“40- Was entgegnen wir als Reporter- Nachhaken, versuchen Entscheidung zu erzwingen: Werden Sie mit Ihrer Politik jetzt mehrReaktoren abschalten oder Laufzeiten verlängern?
  41. 41. Ein paar Beispiele zu denGegenstrategien„Herr Fischer, diese Woche sind Berichte bekanntgeworden, wonach der damalige BundeskanzlerGerhard Schröder in der Ära Rot-Grün massiv inIhre Geschäfte als Außenminister eingegriffen hat.War dies auch bei der Planung des Afghanistan-Einsatzes der Fall?“„Das kann man so nicht sagen.“„? ? ?“41- Was entgegnen wir als Reporter- näher auf Quelle eingehen - Frage reformulieren: Hat Gerhard Schröder Entscheidungenzum Afghanistan-Feldzug gegen die Empfehlung des auswärtigen Amtes durchgesetzt? -Gerhard Schröder hat also in dieser Sache keinen Einfluß ausgeübt?
  42. 42. Fehlerquellen beim Interview• Fragen sind zu lang, kompliziert, schlecht formuliert odereintönig• Fragen kommen zu selten --> Interviewpartner redet zuviel• Fragen unterbrechen Interviewpartner an den falschenStellen• Fragen sind zu samtpfötig oder zu agressiv• Fragen klingen abgelesen, unbeteiligt oder kommen zu spät42
  43. 43. Aufgabe zur nächsten Sitzung• Führt ein Sach-Interview für die imaginäreBeitragsreihe „Studieren in Chemnitz“ im Magazin„Campus Live“ durch• Fragen und Antworten müssen zu hören sein• potenzielle Interviewgäste: Studierende,Professoren, Mensa-Mitarbeiter, Sport-Verantwortlicher, Prüfungsamtmitarbeiter, URZ,StuRa (studentische Selbstverwaltung), StuWe(Sozialberatung)43
  44. 44. Beim nächsten Mal ausführlich:Nachbereitung & Aircheck• Was ist nach dem fertigen Beitrag noch zutun?• Wie überprüfe ich die Qualität meinesBeitrages?• Besprechung der Abschlussaufgabe44

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