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Dialogue Mapping für
kollaboratives Planen und
Entscheiden in ‚virtuellen‘
Teams
Fallbeispiel
• Eine Multi-Stakeholder Diskussion über “Die Zukunft der
Arbeit” (The Future of Work) im August 2013 auf LinkedIn
• Die Diskussion wurde initiiert durch einen längeren
Meinungsbeitrag, der zugleich einige Thesen und
Vorschläge zur Zukunft der Arbeit vorstellte
• Die folgende Präsentation zeigt, wie die Begleitung und
Rekonstruktion von Entscheidungsprozessen mit Hilfe von
Dialogue Mapping effizientere Many-to-Many
Kommunikation und bessere Entscheidungsfindung
ermöglicht
• Weiterer Vorteil von Dialogue Mapping ist die Erleichterung
von Follow-up Maßnahmen im Anschluss an eine
Präsenzveranstaltung oder einen Live-Event
http://www.linkedin.com/today/post/article/20130820132131-758147-the-future-of-work
Der Ausgangspunkt
• Mehr als 80 Kommentare, die in nur schwach
strukturierter Form vorliegen
• Redundanz: Viele der Inhalte in den
Kommentaren wiederholen sich
• Zwischen den Kommentaren existieren inhaltliche
Bezüge, die als solche aber nicht deutlich
hervorgehoben sind
• Die gesamte Diskussion hat keinen klaren Fokus:
das strategische Ziel der gemeinsamen
Anstrengung ist nicht definiert
Dialogue mapping: Die Basisstruktur
Wir haben die Informationen, die von den
Diskussionsteilnehmern in den Kommentaren
bereits gestellt wurden, in einzelne Happen
zerlegt und diese Happen entsprechend der
folgenden Struktur angeordnet:
Das Eingangsstatement
Dieser Kartenausschnitt gibt den Inhalt des Textes wieder, der die Diskussion initiierte:
Einige Re-Arrangements
• Das Eingangsstatement führt die Fragen
(a) “Wie wird die Zukunft der Arbeit aussehen” und
(b) “Welchen Maßnahmen sind geeignet, um auf die Veränderungen
der Arbeit zu reagieren”
als zwei unverbundene Punkte
• Tatsächlich jedoch liefern die Antwort auf (a) wichtige
Kriterien zur Bewertung der Antworten auf (b)
• Kreuzbezüge zwischen (a) und (b) führen leicht zur
Unübersichtlichkeit im Überlegungsprozess
• Eine Dialogue map verschafft in dieser Situation einen
Überblick
Die Struktur der Eingangsfrage
(im originalen Zustand)
Das Eingangsstatement nach
erfolgten Re-Arrangement
Das finale Ergebnis
Eine Karte mit Thesen
zur Zukunft der Arbeit...
... und eine zweite, größere
Karte, die in die erste Karte mit
Hilfe eines Hyperlinks
eingebunden ist. Die zweite
Karte zeigt Vorschläge für
Maßnahmen, die eine Reaktion
auf die These „Das
Unternehmen als
Organisation
spielt immer
weniger eine
Rolle“ darstellen
Analyse (1): Dominantes Thema
• Im Verlauf der Diskussion wird vor allem ein Thema immer wieder
angesprochen: die Zunahme von Freelancern und das Ende der
Unternehmensorganisation, wie man sie bisher kannte
• Dieses Ergebnis ist kaum überraschend: die Diskussion fand schließlich auf
LinkedIn statt (einem Marktplatz für Freelancer, die Kontakte und Kunden
suchen)
• Dass die Diskussion auf das Thema “Freelancer” fokussiert kann insofern
als Erfolg gewertet werden, als sich ein deutliches gemeinsames Interesse
abzeichnet
• Andererseits könnte der Fokus auf das Thema “Freelancer” aber auch als
Verzerrung gewichtet werden – möglicherweise gibt es andere Aspekte
der Zukunft der Arbeit, die wichtiger sind als das Thema Freelancer
Analyse (2): Offen Fragen
Ein Blick auf die Dialogue Map zeigt deutlich
• jene Elemente, welche die meisten Reaktionen
hervorgerufen haben (= die die meisten weiteren
Elemente an sich gekettet haben)
• jene Thesen oder Vorschläge, die besonders
kontrovers debattiert werden (= auf welche die
meisten “Pro” und “Contra”-Elemente folgen)
• jene Thesen oder Vorschläge, die nicht durch
Argumente oder Evidenzen belegt werden
• offene Fragen
Analyse (3) Stakeholder
Anhand der Karte ist es auch ein Leichtes, sich einen
Überblick zu den beteiligten Stakeholdern zu verschaffen:
• Einige der Fragen und Vorschläge sind relevant für
Unternehmensführer (z.B. („Rethink how to create
effective organizations“)
• Andere sind von Interesse für individuelle Beschäftigte
(z.B. „gaining necessary experiences outside the firm“)
• Manche Punkte betreffen vor allem Organisationen,
die mit politischen Fragen und Kollektivinteressen zu
tun haben (z.B. „ secure some social safety for workers
/ freelancers”)
Analyse (3): Stakeholder (Forts.)
Weitere Beispiele:
• “Securing intellectual assets” ist interessant für
Dienstleister auf dem Gebiet des
Wissensmanagements oder der Internal
Communications
• “Ensure consistency and security, protect IP and
company network” wäre eine Aufgabe für
Softwarefirmen
• “The Internet has unlocked new dimensions of
transparency and trust outside the firm”: Dies zu
beweisen, wäre von Interesse für Provider von Social
Networks oder Freelancer-Agenturen
Die jeweils relevanten Elemente können markiert und hervorgehoben werden (hier:
Elemente, die dem Stakeholderkreis „Management“ zugeordnet wurden)
Follow-Up
Für Kunden, die mit uns arbeiten, bieten wir verschiedene Möglichkeiten, um
den bei einer Präsenzveranstaltung oder einem Live-Meeting angestoßenen
Arbeitsprozess fortzusetzen:
• Teammitglieder und Diskussionsteilnehmer werden befragt
 zu ihrer Meinung bezüglich offener Punkte
 der Relevanz von Diskussionselementen
 der Eignung von Handlungsvorschlägen
• Beauftragung einer Recherche zu offenen Punkten und Fragen
• Erstellung eines Reports, der die Ergebnisse der Diskussion zusammenfasst
und auswertet
• Fortsetzung der Diskussion zu auswählten Aspekten (gegebenenfalls
unterstützt von geeigneten Verfahren der Online-Moderation)
• Interne Nutzung der Dialogue Maps (die Karten können für verschiedene
Verwendungszwecke in eine Reihe von Softwareformaten konvertiert
werden)
Die vollständige Dialogue map der Debatte zur
„Zukunft der Arbeit“ kann hier
heruntergelanden werden:
http://www.explorat.de/wp-content/uploads/2013/08/20130827b_futureofwork.pdf
Contact:
groetker<at>explorat.de

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Dialogue Mapping für kollaboratives Planen und Entscheiden in 'virtuellen' Teams

  • 1. Dialogue Mapping für kollaboratives Planen und Entscheiden in ‚virtuellen‘ Teams
  • 2. Fallbeispiel • Eine Multi-Stakeholder Diskussion über “Die Zukunft der Arbeit” (The Future of Work) im August 2013 auf LinkedIn • Die Diskussion wurde initiiert durch einen längeren Meinungsbeitrag, der zugleich einige Thesen und Vorschläge zur Zukunft der Arbeit vorstellte • Die folgende Präsentation zeigt, wie die Begleitung und Rekonstruktion von Entscheidungsprozessen mit Hilfe von Dialogue Mapping effizientere Many-to-Many Kommunikation und bessere Entscheidungsfindung ermöglicht • Weiterer Vorteil von Dialogue Mapping ist die Erleichterung von Follow-up Maßnahmen im Anschluss an eine Präsenzveranstaltung oder einen Live-Event
  • 4.
  • 5. Der Ausgangspunkt • Mehr als 80 Kommentare, die in nur schwach strukturierter Form vorliegen • Redundanz: Viele der Inhalte in den Kommentaren wiederholen sich • Zwischen den Kommentaren existieren inhaltliche Bezüge, die als solche aber nicht deutlich hervorgehoben sind • Die gesamte Diskussion hat keinen klaren Fokus: das strategische Ziel der gemeinsamen Anstrengung ist nicht definiert
  • 6. Dialogue mapping: Die Basisstruktur Wir haben die Informationen, die von den Diskussionsteilnehmern in den Kommentaren bereits gestellt wurden, in einzelne Happen zerlegt und diese Happen entsprechend der folgenden Struktur angeordnet:
  • 7. Das Eingangsstatement Dieser Kartenausschnitt gibt den Inhalt des Textes wieder, der die Diskussion initiierte:
  • 8. Einige Re-Arrangements • Das Eingangsstatement führt die Fragen (a) “Wie wird die Zukunft der Arbeit aussehen” und (b) “Welchen Maßnahmen sind geeignet, um auf die Veränderungen der Arbeit zu reagieren” als zwei unverbundene Punkte • Tatsächlich jedoch liefern die Antwort auf (a) wichtige Kriterien zur Bewertung der Antworten auf (b) • Kreuzbezüge zwischen (a) und (b) führen leicht zur Unübersichtlichkeit im Überlegungsprozess • Eine Dialogue map verschafft in dieser Situation einen Überblick
  • 9. Die Struktur der Eingangsfrage (im originalen Zustand)
  • 11. Das finale Ergebnis Eine Karte mit Thesen zur Zukunft der Arbeit...
  • 12. ... und eine zweite, größere Karte, die in die erste Karte mit Hilfe eines Hyperlinks eingebunden ist. Die zweite Karte zeigt Vorschläge für Maßnahmen, die eine Reaktion auf die These „Das Unternehmen als Organisation spielt immer weniger eine Rolle“ darstellen
  • 13. Analyse (1): Dominantes Thema • Im Verlauf der Diskussion wird vor allem ein Thema immer wieder angesprochen: die Zunahme von Freelancern und das Ende der Unternehmensorganisation, wie man sie bisher kannte • Dieses Ergebnis ist kaum überraschend: die Diskussion fand schließlich auf LinkedIn statt (einem Marktplatz für Freelancer, die Kontakte und Kunden suchen) • Dass die Diskussion auf das Thema “Freelancer” fokussiert kann insofern als Erfolg gewertet werden, als sich ein deutliches gemeinsames Interesse abzeichnet • Andererseits könnte der Fokus auf das Thema “Freelancer” aber auch als Verzerrung gewichtet werden – möglicherweise gibt es andere Aspekte der Zukunft der Arbeit, die wichtiger sind als das Thema Freelancer
  • 14. Analyse (2): Offen Fragen Ein Blick auf die Dialogue Map zeigt deutlich • jene Elemente, welche die meisten Reaktionen hervorgerufen haben (= die die meisten weiteren Elemente an sich gekettet haben) • jene Thesen oder Vorschläge, die besonders kontrovers debattiert werden (= auf welche die meisten “Pro” und “Contra”-Elemente folgen) • jene Thesen oder Vorschläge, die nicht durch Argumente oder Evidenzen belegt werden • offene Fragen
  • 15. Analyse (3) Stakeholder Anhand der Karte ist es auch ein Leichtes, sich einen Überblick zu den beteiligten Stakeholdern zu verschaffen: • Einige der Fragen und Vorschläge sind relevant für Unternehmensführer (z.B. („Rethink how to create effective organizations“) • Andere sind von Interesse für individuelle Beschäftigte (z.B. „gaining necessary experiences outside the firm“) • Manche Punkte betreffen vor allem Organisationen, die mit politischen Fragen und Kollektivinteressen zu tun haben (z.B. „ secure some social safety for workers / freelancers”)
  • 16. Analyse (3): Stakeholder (Forts.) Weitere Beispiele: • “Securing intellectual assets” ist interessant für Dienstleister auf dem Gebiet des Wissensmanagements oder der Internal Communications • “Ensure consistency and security, protect IP and company network” wäre eine Aufgabe für Softwarefirmen • “The Internet has unlocked new dimensions of transparency and trust outside the firm”: Dies zu beweisen, wäre von Interesse für Provider von Social Networks oder Freelancer-Agenturen
  • 17. Die jeweils relevanten Elemente können markiert und hervorgehoben werden (hier: Elemente, die dem Stakeholderkreis „Management“ zugeordnet wurden)
  • 18. Follow-Up Für Kunden, die mit uns arbeiten, bieten wir verschiedene Möglichkeiten, um den bei einer Präsenzveranstaltung oder einem Live-Meeting angestoßenen Arbeitsprozess fortzusetzen: • Teammitglieder und Diskussionsteilnehmer werden befragt  zu ihrer Meinung bezüglich offener Punkte  der Relevanz von Diskussionselementen  der Eignung von Handlungsvorschlägen • Beauftragung einer Recherche zu offenen Punkten und Fragen • Erstellung eines Reports, der die Ergebnisse der Diskussion zusammenfasst und auswertet • Fortsetzung der Diskussion zu auswählten Aspekten (gegebenenfalls unterstützt von geeigneten Verfahren der Online-Moderation) • Interne Nutzung der Dialogue Maps (die Karten können für verschiedene Verwendungszwecke in eine Reihe von Softwareformaten konvertiert werden)
  • 19. Die vollständige Dialogue map der Debatte zur „Zukunft der Arbeit“ kann hier heruntergelanden werden: http://www.explorat.de/wp-content/uploads/2013/08/20130827b_futureofwork.pdf Contact: groetker<at>explorat.de