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-3-solche Verbindungen, wie dies von der Redaktion «K-Geld» in ihrer Stellungnahmeausgeführt wird.3. Um aufzuzeigen, dass ...
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Media Service: Börsenbrief: «K-Geld» darf Verlegernamen nennen Schweizer Presserat; Stellungnahme 58/2012 (http://presserat.ch/_58_2012_htm)

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Interlaken (ots) - - Hinweis: Hintergrundinformationen können kostenlos im pdf-Format unter http://presseportal.ch/de/pm/100018292 heruntergeladen werden - Parteien: X c. «K-Geld» Thema: Namensnennung Beschwerde ... / http://ots.ch/600fa2e

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  • Doch auch anders herum wird ein Schuh daraus: Stimmungs-Extreme in die andere Richtung sind für den antizyklisch vorgehenden Anleger mindestens ebenso interessant. Manchmal bringen außergewöhnliche Ereignisse ganze Märkte so stark unter Druck, dass die Anleger ihre Aktien in totaler Panik zu Spottpreisen verschleudern. Verkauft wird dann, was nicht niet- und nagelfest ist, egal zu welchem Preis. Die Asienkrise des Jahres 1998 oder auch die Ereignisse nach dem 11. September 2001 waren solche Fälle.

    Beherzt zugreifen

    Auf dem Höhepunkt der Asienkrise etwa konnte man die Papiere von internationalen Blue-Chips wie Samsung Electronics zu absoluten Spottpreisen erwerben. Der Nachteil dabei: Solche Situationen dauern meist nicht allzu lange. Man muss sich schnell entscheiden, und dann beherzt zugreifen.
    Auch hier ist der Blick auf die Schlagzeilen der einschlägigen Medien hilfreich. Im Falle der Asienkrise waren es plakative Berichte über einen bevorstehenden Staatsbankrott in Südkorea, die Antizykliker auf den Plan gerufen hatten. Als gleichzeitig gemeldet wurde, die Bevölkerung des Landes plündere die privaten Goldbestände, um dem Staat zu Hilfe zu eilen, lag der Schluss nahe, dass sich hier eine außerordentliche Gelegenheit anbahnte: Ein Land, dessen bekanntermaßen bienenfleißige Bevölkerung zu derartigen Maßnahmen greift, wird nur schwer Bankrott gehen können.

    Doch auch für kurzfristig agierende Trader, kann es sich lohnen, auf Stimmungsextreme zu achten und dann auf Gegenbewegungen zu spekulieren. Kommt es etwa bei einer Aktie an einem Tag mit Panikverkäufen zu einem starken Kurseinbruch mit auffallend hohem Volumen, so lohnt es sich oft, die weitere Entwicklung genau zu beobachten. Steigt der Trader später ein, wird auch er mit seiner Meinung meist allein auf weiter Flur sein, er handelt daher ebenfalls im besten Sinne antizyklisch.

    Die Papiere des Software-Konzerns Microsoft etwa hatten kürzlich dem kurzfristig agierenden Antizykliker einige interessante Einstiegs-Signale geliefert: Nach einem Ausverkaufstag Ende April 2006 mit auffallend hohem Volumen, bildeten technische Indikatoren wie RSI oder MACD positive Divergenzen (rote Linien im Chart unten), die auf eine erfolgreiche Bodenbildung hindeuteten. Wer daraufhin eingestiegen war, der konnte mit dem schwergewichtigen Blue-Chip innerhalb weniger Wochen eine Rendite von rund 20 Prozent erzielen.

    Dem Trader wird es bei seiner Vorgehensweise naturgemäß weniger um die fundamentalen Kennzahlen eines Unternehmens gehen. Die Aktien von Microsoft etwa waren für einen Investor, der sich ausschließlich für günstig bewertete Unternehmen interessiert, schon immer zu teuer. Doch natürlich wäre es schade, auf solche antizyklischen Gelegenheiten einfach zu verzichten.


    Fassen wir zusammen:

    Das Aufspüren von Stimmungsextremen ist ein wesentliches, wenn nicht sogar das wichtigste Element antizyklischen Vorgehens an der Börse. Da sich in solchen Extrem-Situationen fast niemand mehr für das betreffende Unternehmen oder den ungeliebten Sektor interessiert, sind Antizykliker häufig die ersten, die in ein Investment einsteigen.

    Das gilt für langfristig agierende Investoren vom Schlage eines Warren Buffett, die erkannt haben, dass ein Unternehmen oder ein ganzer Industriezweig weit unter ihrem eigentlichen Wert notieren, ganz genauso wie für kurzfristig agierende Spekulanten, die im Kursverlauf einer Aktie nach einem Ausverkauf eine Verschiebung hin zu den Käufern sehen und daraufhin beherzt zugreifen.

    Im Antizyklischen Börsenbrief werden wir Ihnen zu beiden Vorgehensweisen Tipps und Anregungen an die Hand geben.
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  • An der Börse antizyklisch vorgehen – was ist das überhaupt?

    Was antizyklisches Vorgehen an der Börse ausmacht, darüber kursieren die verschiedensten Theorien und Halbwahrheiten. So gibt es unter den Anhängern der Strategie etwa die Spezies der „Fundamentalisten“. Diese vertreten die Ansicht, antizyklisches Vorgehen sei generell und nur dann möglich, wenn man unterbewertete Aktien kauft und sich dabei an Unternehmenskennzahlen wie etwa einem niedrigen Kurs-Buchwert-Verhältnis orientiert. Alles andere interessiere den antizyklisch vorgehenden Anleger nicht.

    Der Ansatz hat gewisse Reize, sofern man ihn um einige wichtige Aspekte erweitert, auf die wir noch zu sprechen kommen werden, greift aber eindeutig zu kurz: Der Duden etwa weiß zum Begriff „antizyklisch“: „In unregelmäßiger Folge wiederkehrend“ oder auch: „Einem bestehenden Zustand entgegenwirkend“ – von einem niedrigen Kurs-Buchwert-Verhältnis ist da (natürlich) nicht die Rede. Vielleicht war einmal irgendwo zu lesen, antizyklisch vorgehende Börsianer würden ausschließlich spottbillige Unternehmen kaufen, und alle Fundamentalisten haben es eifrig abgeschrieben.

    Antizyklisches Vorgehen an der Börse ist nämlich viel mehr. Wir wollen das an einigen Beispielen verdeutlichen:

    Warren Buffett, nach Microsoft-Gründer Bill Gates zweitreichster Mann der Welt und erfolgreichster Investor aller Zeiten, erregte vor einigen Jahren Aufsehen durch seine massiven Silber-Käufe. Im Jahr 1998 erwarb Buffett zu Kursen von rund 5,00 US-Dollar je Feinunze Silberbarren im Wert von 650 Millionen US-Dollar. Sieht man sich den langfristigen Verlauf des Silberpreises an, dann wird klar, warum viele Investoren damals verständnislos den Kopf schüttelten:

    Der Silberpreis befand sich in einer jahrelangen Seitwärtsbewegung. Nach einem kurzfristigen Aufflackern in 1997 waren die Notierungen wieder in sich zusammengefallen. Erinnert man sich an die damalige Stimmung an den Börsen, so ist es kein Wunder, dass sich gegen Ende der 1990er Jahre fast niemand einen nachhaltigen Anstieg des Silberpreises vorstellen konnte: Die Internet-Euphorie war in vollem Gange, gefragt waren heillos überteuerte Unternehmen wie Amazon oder Yahoo. Rohstoffe wie Gold und Silber interessierten niemanden. Außer ein paar Antizykliker wie Warren Buffett, die der Masse der Investoren mit ihren Überlegungen um Jahre voraus waren: Es dauerte dann noch eine ganze Weile, bis Warren Buffett Recht bekommen sollte. Heute ist die Situation völlig anders: Rohstoffe sind die Lieblinge der Börsianer...

    Das Beispiel zeigt recht anschaulich, worum es dem antizyklisch agierenden Anleger geht: Er bewegt sich mit seinen Gedanken abseits der großen Masse, und er beschreitet Wege, von denen er annimmt, dass ihm eines Tages die anderen Anleger folgen werden. Dabei scheut er nicht davor zurück, auch einmal längere Zeit zu warten. Worum es dagegen nicht geht, ist der Versuch, sich gegen einen bestehenden Trend zu stellen.

    Und noch etwas macht das Beispiel deutlich: Bei seinen Anlageentscheidungen orientiert sich der Antizykliker an Stimmungsextremen. Dieser Punkt ist besonders wichtig, denn er beinhaltet einen zentralen, wenn nicht sogar den wichtigsten Aspekt antizyklischen Investierens. Wir wollen diesen Punkt daher anhand einiger Beispiele verdeutlichen.

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    Legendär ist etwa eine Titelgeschichte der BILD-Zeitung aus dem Frühjahr des Jahres 2000: Seinerzeit titelte das Boulevard-Blatt mit der Überschrift: „Reich mit Aktien“. In der Folge wurde den Lesern eine kaum überschaubare Menge „heißer Tipps“ ans Herz gelegt, darunter die schon erwähnten Internet-Lieblinge. Doch auch reine Zocker-Papiere wie etwa indonesische Banken fanden den Weg in das Massenblatt. Die Aktieneuphorie kannte keine Grenzen. Friseure, Bäcker und Taxifahrer waren über den aktuellen Stand von DAX und „Neuem Markt“ bestens informiert, an den Stammtischen wurden die nächsten Börsen-Überflieger herum gereicht. Das Börsenfieber hatte sämtliche Bevölkerungsschichten erfasst.

    Was dann kam ist bekannt: Wer im März 2000 alle seine Aktien verkaufte, auch der handelte antizyklisch und traf womöglich eine der weisesten Entscheidungen seiner gesamten Anleger-Karriere. Es war unter anderem das Stimmungs-Extrem, das Antizykliker zum Verkauf bewogen hatte. Ein Blick auf die langfristige Kursentwicklung des Deutschen Aktienindex DAX macht dies deutlich:
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  • Im Idealfall ist die Redaktion eines Börsenbriefs unabhängig, das heißt es bestehen keine Interessensverquickungen mit Investmentbanken, Investmentfonds oder sonstigen Institutionen oder Personen, die auf eigene oder fremde Rechnung mit Wertpapieren handeln. Dies soll die Objektivität der veröffentlichten Informationen sicherstellen. Ob und bei wie vielen Börsenbriefen dieser Idealfall tatsächlich vorliegt, ist immer wieder Gegenstand von Mutmaßungen und Spekulationen. Dennoch haben Börsenbriefe neben ihrer Unabhängigkeit einige weitere Vorteile gegenüber großen Kapitalanlagegesellschaften und Fondsmanagern: Letztere bewegen sehr große Volumina und sind damit auch an die hauseigenen und gesetzlichen Anlagegrenzen gebunden. Weiterhin müssen sich Fondsmanager an der vorgegeben Benchmark orientieren. Börsenbrief-Redaktionen können jedes beliebige Wertpapier ins Portfolio aufnehmen und auch antizyklisch handeln.
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Media Service: Börsenbrief: «K-Geld» darf Verlegernamen nennen Schweizer Presserat; Stellungnahme 58/2012 (http://presserat.ch/_58_2012_htm)

  1. 1. SCHWEIZER PRESSERATCONSEIL SUISSE DE LA PRESSECONSIGLIO SVIZZERO DELLA STAMPASekretariat/Secrétariat:Martin Künzi, Dr. iur., FürsprecherPostfach/Case 2013800 InterlakenTelefon/Téléphone: 033 823 12 62 / Fax: 033 823 11 18E-Mail: info@presserat.ch / Website: http://www.presserat.chNamensnennung(Bucher c. «K-Geld»)Stellungnahme des Schweizer Presserats 58/2012vom 13. September 2012I. SachverhaltA. Am 24. März 2012 veröffentlichte Fredy Hämmerli in der Zeitschrift «K-Geld» Nr. 2/2012einen Artikel über Börsenbriefe unter dem Titel «Gekaufte Börsenempfehlung». Wie bereitsim Anriss beim Inhaltsverzeichnis hervorgehoben wird, geht es dabei sowohl um die Qualitätder Empfehlungen wie auch um die Unabhängigkeit der Börsentipps bzw. ihrer Verfasser.Am Beispiel von Peter Bucher, Inhaber/Herausgeber der Publikation «Börsenzeit» bzw. derOnline-Informationen unter «boersenzeit.ch», zeigt der Artikel Interessenverflechtungen auf.Peter Bucher ist laut «K-Geld» neben seiner Tätigkeit für «Börsenzeit» Berater derkanadischen Firma Expedition Mining für die Akquisition von Investoren. Die Aktie vonExpedition Mining werde in der Print- und der Online-Publikation von «Börsenzeit» zumKauf empfohlen. «K-Geld» kritisiert, dass diese Interessenbindung gegenüber den«Börsenzeit»-Lesern nicht offen gelegt wurde. «K-Geld» habe Peter Bucher um eineStellungnahme gebeten, die er jedoch unbeantwortet gelassen habe.In einem ergänzenden Kasten wird die Qualität von Börsenbrief-Tipps grundsätzlich in Fragegestellt. Basis für diese Aussage ist eine Studie des Magazins «Finanztest» der deutschenStiftung Warentest von 1995. Der Titel des Kastens «Affen schneiden kaum schlechter ab» isteinem Zitat des «Börsenexperten der Stiftung Warentest», Rainer Zuppe, entnommen.B. Am 11. April 2012 beschwerte sich der anwaltlich vertretene Peter Bucher, Eschenz,Inhaber der Boersenzeit Verlag und Medien AG, beim Presserat über den obengenanntenBeitrag von «K-Geld». Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Ziffer 7 der«Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten» (Identifizierung).Da er in seinen Publikationen nicht namentlich auftrete und keine in der Öffentlichkeitbekannte Persönlichkeit sei, fehle ein öffentliches Interesse an der Namensnennung.Im Weiteren rügt Peter Bucher, der Bericht von «K-Geld» werfe ihm zu Unrecht einFehlverhalten vor. Es sei nicht bewiesen, dass der Beratervertrag zwischen Expedition Mining
  2. 2. -2-und dem Beschwerdeführer eine Auswirkung auf den Aktienkurs der entsprechenden Titelhabe. Ohne entsprechende Beweise werde der Beschwerdeführer im Artikel zudem ingeschäftsschädigender Weise als «Schwindler» dargestellt, welcher falsche Versprechungenmache und einen Schaden bei der Leserschaft seiner Publikation gezielt in Kauf nehme.C. Am 16. Mai 2012 wies die ebenfalls anwaltlich vertretene Redaktion «K-Geld» dieBeschwerde als unbegründet zurück. Das Recht auf Anonymität sei nicht mehr gegeben,wenn sich eine Publikation wie die «Börsenzeit» an ein «unbestimmt grosses Publikum»richte. Das Interesse der Leserschaft, den Namen des Herausgebers einer solchen Publikationzu kennen, sei grundsätzlich gegeben, insbesondere wenn sich Fragen zur Unabhängigkeit derInformation und zu einer Interessenkollision stellten. Nur so könne die Qualität und damit dieGlaubwürdigkeit der Empfehlung beurteilt werden.Peter Bucher bestreite den Sachverhalt des beanstandeten Artikels nicht. Deshalb sei davonauszugehen, dass er a) die Aktie der Expedition Mining, Kanada, in seinem Börsenbrief als«aussichtsreich» beschrieben habe und b) einen Beratungs- und Betriebsvertrag mit dieserFirma abgeschlossen habe, der ihn gegen ein Honorar von 12’000 Franken verpflichte, demUnternehmen im ersten Halbjahr 2012 Investoren aus ganz Europa und namentlich aus derSchweiz zuzuführen. Expedition-Mining-Präsident Ron Atlas bestätige den Sachverhalt ineinem Schreiben an die Aktionäre zudem wie folgt: «Dank Buchers Erfahrungen und seinerBedeutung auf dem Finanzmarkt Schweiz sind wir zuversichtlich, viele Neuinvestoren fürunsere Firma zu finden.» Atlas habe mithin nicht vom Börsenbrief oder von der BoersenzeitVerlag und Medien AG, sondern von Bucher persönlich gesprochen.D. Das Präsidium des Presserats wies den Fall seiner 1. Kammer zu, der Francesca Snyder(Kammerpräsidentin), Michael Herzka, Pia Horlacher, Klaus Lange, Francesca Luvini, SonjaSchmidmeister und David Spinnler (Mitglieder) angehören.E. Die 1. Kammer behandelte die Beschwerde an ihrer Sitzung vom 13. September 2012sowie auf dem Korrespondenzweg.II. Erwägungen1. Die Beschwerde bezieht sich auf die Ziffer 7 der «Erklärung» (Respektierung derPrivatsphäre) und die zugehörige Richtlinie 7.2 (Identifizierung). Im Kern geht es also um dieFrage, ob es zulässig war, den Besitzer des Verlages als mutmasslichen Autor derAktienempfehlung und Berater der empfohlenen Anlage namentlich zu nennen. Ist imkonkreten Fall der Schutz der Privatsphäre von Peter Bucher oder das Interesse derÖffentlichkeit an der Namensnennung höher zu gewichten?2. Einerseits ist Peter Bucher keine Person des öffentlichen Lebens und hat grundsätzlich einAnrecht auf den Schutz seiner Privatsphäre. Andererseits kann einem Anleger aus derUnkenntnis von Verbindungen zwischen einem Herausgeber bzw. Autor vonBörsenempfehlungen und dessen Beratungsmandat für eine bestimmte Firma durchaus einSchaden entstehen. Es besteht daher ein öffentliches Interesse an erhöhter Transparenz über
  3. 3. -3-solche Verbindungen, wie dies von der Redaktion «K-Geld» in ihrer Stellungnahmeausgeführt wird.3. Um aufzuzeigen, dass die Empfehlungen von «Börsenzeit» durch eine Interessenbindungbzw. einen Beratervertrag des Eigentümers beeinflusst sein könnten, hätte es grundsätzlichkeiner Namensnennung bedurft. Es hätte genügt, lediglich die beiden Firmen «BoersenzeitVerlag und Medien AG» bzw. deren Produkte «Börsenzeit» und «boersenzeit.ch» sowie«Bucher Money, Market & Analysis» zu nennen und beispielsweise den Besitzer mit seinenInitialen zu bezeichnen.4. Die kanadische Expedition Mining gab in einer Pressemitteilung vom 30. Januar 2012jedoch bekannt, dass ein Beratervertrag mit der Firma «Bucher Money, Market & Analysis»abgeschlossen wurde. Genannt wurde auch der Firmensitz «Eschenz, Switzerland».Expedition Mining verwies zudem auf den Börsenbrief von Peter Bucher, jedoch ohne«Börsenzeit» namentlich zu nennen: «Headquartered in Eschenz, Switzerland, BucherMoney, Market & Analysis with its principal, Mr. Peter Bucher, is an established financialconsulting firm providing its services to the Swiss financial community. For more than 35years Peter Bucher has been the chief-editor of a well-known and influential Swiss marketletter.» (Quelle: expeditionmining.com)5. Da der Beratervertrag offenbar auf den Firmennamen «Bucher Money, Market & Analysis»lautet, der Besitzer seinen Familiennamen also selbst als Firmennamen seinesBeratungsunternehmens einsetzt, wird der beanspruchte Schutz der Privatsphäre nachAuffassung des Presserats obsolet. Mit anderen Worten: Die Hauptaussage des Artikels – dievom Beschwerdeführer nicht bestrittene Verbindung der beiden Firmen durch die Personihres Besitzers bzw. Geschäftsführers – ist erst durch die Nennung des Familien- undFirmennamens «Bucher» belegbar.Gegenüber der Pressemitteilung der kanadischen Expedition Mining vom 30. Januar 2012 istdie Nennung des Produktenamens «Börsenzeit» bzw. deren Herausgeberin «BoersenzeitVerlag und Medien AG» die einzige zusätzliche Information im «K-Geld»-Artikel vom 24.März 2012. Dass Peter Bucher Chefredaktor eines Börsenbriefes ist, ergibt sich aus derMedienmitteilung von Expedition Mining, sein Verwaltungsratsmandat mit Einzelunterschriftbei der «Boersenzeit Verlag und Medien AG» aus dem Handelsregistereintrag. Aus derTatsache, dass Peter Bucher in den für eine breite Öffentlichkeit zugänglichen elektronischenund physischen Börsenbriefen nicht namentlich als Autor erscheint, lässt sich unter dengegebenen Umständen kein umfassender Schutz vor Identifizierung begründen.6. Zum Schutze anderer Personen vor Verwechslung (vgl. dazu die Richtlinie 7.2 zur«Erklärung») war es zudem richtig, den ganzen Namen «Peter Bucher» zu nennen. Der Name«Bucher» ist in der Schweiz sehr häufig: Das elektronische Telefonverzeichnis tel.searchführt über 7500 Einträge unter «Bucher» und rund 200 unter «Peter Bucher». Ebenso findensich im Handelsregister mehrere Einträge unter verschiedenen Personen «Bucher» bzw.«Peter Bucher».
  4. 4. -4-7. Soweit sich der Beschwerdeführer in Bezug auf die Zulässigkeit der identifizierendenBerichterstattung auf die Stellungnahmen 16/2009 und 5/2010 beruft, in denen der Presseratdie Namensnennung eines Treuhänders respektive eines Vermittlers von Geldanlagen rügte,unterscheiden sich die entsprechenden Sachverhalte in einem wesentlichen Punkt vomvorliegenden Fall. Bei den beiden früheren Fällen ging es um Verhaftungen möglicherStraftäter unter dem Vorwurf des Betrugs. Dies ist ein ungleich schwererer Eingriff in diePersönlichkeit als die Nennung von zweifelhaften wirtschaftlichen Verbindungen.Entsprechend war auch die Verletzung der Privatsphäre und damit die Inkaufnahme einermöglichen Schädigung der öffentlichen Reputation des Betroffenen in den beiden früherenFällen erheblich grösser.8. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, der Bericht von «K-Geld» werfe ihm zu Unrechtein Fehlverhalten vor und stelle ihn als Schwindler dar, welcher falsche Versprechungenmache. Für den Presserat ist diese Rüge ebenfalls unbegründet. Das vom «K-Geld»vorgeworfene Fehlverhalten – die Beeinträchtigung der Unabhängigkeit, eineInteressenkollision und mangelnde Transparenz» – ist durch die unbestrittenen Faktenhinreichend belegt. Zudem bezeichnet Fredy Hämmerli den Beschwerdeführer imbeanstandeten Artikel weder als «Schwindler», noch behauptet er, Bucher mache «falscheVersprechungen». Vielmehr bewertet der Journalist die Einschätzung der Kursaussichten vonExpedition Mining durch die «Börsenzeit» lediglich als «grosse Versprechungen». Angesichtsder Prognose von «Börsenzeit» vom 6. März 2012, wonach Expedition Mining Inc auf eineSicht von 12 Monaten «Kursverdoppelungschancen» aufweise, bewegt sich «K-Geld» hieroffensichtlich innerhalb des Rahmens der Kommentarfreiheit.III. Feststellungen1. Die Beschwerde wird abgewiesen.2. «K-Geld» hat mit der Veröffentlichung des Artikels «Gekaufte Börsenempfehlung» in derAusgabe Nr. 2/2012 vom 24. März 2012 die Ziffer 7 der «Erklärung der Pflichten und Rechteder Journalistinnen und Journalisten» nicht verletzt.

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