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Die AutorenProf. Dr. Rudolf Minsch ist Chefökonom und Mitglied der Geschäftsleitungvon economiesuisse. Er leitet den Fachb...
Inhalt         	      Vorwort                                                  3         	      Einleitung                ...
VorwortFür den Werk- und Denkplatz Schweiz        schaftlichen Bedingungen vorherr-           einen gehen wir der Frage na...
EinleitungÜber die Prozesse, die zu erfolgreichen    Innovation ist der wohl wichtigste Faktor zur Mehrung des gesellschaf...
1.                                        Innovation kann nicht geplant werdenDie Schweiz kann ihren Wohlstand nur   Vor d...
1 .1		 Wettbewerbsfähigkeit stärken Die Basisder Innovationskraft eines Wirtschaftsstand-orts sind konkurrenzfähige Rahmen...
1                                                                                                                         ...
Abbildung 4                                    Länder mit einer Top-500-Universität im Vergleich zu ihrer Innovation      ...
economiesuisse - Intelligente Innovationspolitik setzt auf Wettbewerb, Bildung und internationale Vernetzung
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Zürich (ots) - - Hinweis: Hintergrundinformationen können kostenlos im pdf-Format unter http://presseportal.ch/de/pm/100002808 heruntergeladen werden - Innovation ist der wichtigste Rohstoff der Schweiz - und doch ist ... / http://ots.ch/600dabc

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economiesuisse - Intelligente Innovationspolitik setzt auf Wettbewerb, Bildung und internationale Vernetzung

  1. 1. economiesuisseVerband der Schweizer UnternehmenHegibachstrasse 47PostfachCH-8032 ZüricheconomiesuisseFédération des entreprises suissesCarrefour de Rive 1Case postale 3684CH-1211 Genève 3economiesuisseVerband der Schweizer UnternehmenSpitalgasse 4PostfachCH-3001 BerneconomiesuisseFederazione delle imprese svizzereCorso Elvezia 16Casella postale 5563CH-6901 LuganoeconomiesuisseSwiss Business FederationAvenue de Cortenbergh 168B-1000 Bruxelles innovationspolitikwww.economiesuisse.ch in der schweiz: erfolgsfaktoren und populäre irrtümer
  2. 2. Die AutorenProf. Dr. Rudolf Minsch ist Chefökonom und Mitglied der Geschäftsleitungvon economiesuisse. Er leitet den Fachbereich Allgemeine Wirtschaftspolitikund Bildung.Dr. Philipp Bauer ist Projektleiter im Fachbereich Allgemeine Wirtschaftspolitikund Bildung von economiesuisse.KommissionWir danken den Mitgliedern der Kommission für Bildung und Forschungvon economiesuisse für ihre Mitarbeit:Präsident:Ulrich Jakob Looser, BLR & Partners AGMitglieder:- Rémy G. Béguin, Nestec Ltd- Maurice Campagna, Campagna Enterprise Consulting CEC- Markus Enggist, ATRASIS GmbH- Dieter Flückiger, Flückiger + Bosshard AG- Oliver Gassmann, Institut für Technologiemanagement der Universität St.Gallen- Anna Gerber, hotelleriesuisse- Alain Gut, IBM Schweiz AG- Josefa Haas, Verband Schweizer Medien- Paul Herrling, Novartis International AG- Pierre Hiltpold, Chambre neuchâteloise du commerce et de l’industrie- Bernard Koechlin, Implenia Management SA- Ernst Lutz /Hans-Walter Schläpfer, Sulzer Markets and Technology Limited- Beat Moser, scienceindustries- Klaus Müller, F. Hoffmann-La Roche AG- Dietrich Och, Accenture AG- Johannes B. Randegger, Novartis International AG- Martin Riediker, scienceindustries- Lukas Rohr, Berner Fachhochschule für Technik und Informatik- Peter Ryser, EPFL Ecole polytechnique fédérale de Lausanne- Robert Rudolph / Peter Stössel, Swissmem- Stephan Schreckenberg, Swiss Re AG- Walter Steinlin, Swisscom (Schweiz) AG- Werner Tschan, Association of Management Consultants Switzerland ASCO- Pierre Weiss, Fédération des Entreprises Romandes Genève- Werner Widmer, Credit Suisse AG- Matthias Wirth, Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) Impressum Diese Publikation erscheint in Deutsch und Französisch Redaktion: Oliver Steimann, economiesuisse Konzept und Gestaltung: Büro Haeberli, Zürich Korrektorat: Alain Vannod, St. Gallen Druck: Künzle Druck AG, Zürich Herausgabe: Mai 2012 © economiesuisse 2012
  3. 3. Inhalt Vorwort 3 Einleitung 4 1 Do! 7 1.1 Wettbewerbsfähigkeit stärken 8 1.2 Mathematik und Naturwissenschaften in den Schulen 11 und an den Universitäten stärken 1.3 Internationale Partnerschaften und Vernetzung stärken 14 1.4 Ausreichend Mittel für Forschung und Entwicklung 17 zur Verfügung stellen 2 Don’t! 21 2.1 Verfehlte Subventionspolitik 22 2.2 Zuwanderung einschränken 25 2.3 Innovationspolitik für andere Zwecke einsetzen 28 2.4 Akademisierung der Ausbildung 30 Fazit 33 Zitate 34
  4. 4. VorwortFür den Werk- und Denkplatz Schweiz schaftlichen Bedingungen vorherr- einen gehen wir der Frage nach, wel-ist eine erfolgreiche Innovations­ o- p schen, die hohe Innovationsleistungen che Erfolgsfaktoren für Innovationlitik von grösster Bedeutung. Unsere ermöglichen. Doch Innovationspro- zentral sind. Diese Faktoren müssenkleine, aber global stark vernetzte zesse gleichen einem Puzzle. Damit weiter gestärkt werden, wenn dieVolkswirtschaft verfügt über einen zu kreative Ideen entstehen und sich Schweizer Wirtschaft auch in Zukunftgeringen Heimmarkt, sodass die durchsetzen können und neue oder hohe Innovationsleistungen erbringenUnternehmen – nicht nur Grossunter- bessere Produkte und Dienstlei- soll. Zum anderen diskutieren wirnehmen, sondern auch viele KMU stungen, optimierte Prozesse oder populäre Irrtümer, die keine tragfähi-– gezwungen sind, sich auf dem Welt- neuartige Verkaufsmöglichkeiten ent- ge Grundlage für eine erfolgreichemarkt erfolgreich zu behaupten. Im wickelt werden, müssen zahlreiche Innovationspolitik darstellen oder dieZeitalter der Globalisierung mit neuen Teile zusammenpassen. Beinahe jeder Innovationsleistungen der WirtschaftKonkurrenten aus aufstrebenden Politikbereich hat einen mehr oder sogar gefährden.Ländern ist der Wettbewerb intensiver weniger direkten Bezug zur Innova­geworden. Die Informationstechno­ - tionspolitik. Daher erstaunt es kaum, Der Inhalt der Broschüre ist in derlogie beschleunigt den wirtschaftlichen dass im Namen der Innovationsförde- Kommission für Bildung und For-Wandel. Zudem stärkt die Verschul- rung politisch ganz unterschiedliche schung von economiesuisse intensivdungskrise in Europa den Franken und Massnahmen vorgeschlagen werden. diskutiert worden. Die Mitglieder die-verteuert somit die Schweizer Exporte Doch was davon ist zweckmässig, ser Kommission sind in den unter-im Ausland. Unsere Wirtschaft ist und welche Forderungen sind wenig schiedlichsten Funktionen in Wirtschaft,daher in hohem Masse gefordert. Unter ziel­ rientiert oder gar kontraproduktiv? o Bildung und Politik tätig. Doch istsolch schwierigen Bedingungen ihnen eines gemeinsam: Sie alle setzenkann sie nur konkurrenzfähig bleiben, Die vorliegende Publikation versucht, sich für einen nachhaltig erfolgreichenwenn sie permanent für einen kleinen die Spreu vom Weizen zu trennen. Zum Innovationsstandort Schweiz ein.Wissensvorsprung sorgt. Innova­tionsleistungen sind die einzige Chance,den Wohlstand der Schweiz auf Dauerzu sichern.Aufgrund dieser grossen Bedeutungist es eine Selbstverständlichkeit,dass Innovationspolitik für economie-suisse ein strategisches Kernthemadarstellt. Der Dachverband derSchweizer Wirtschaft setzt sich dafürein, dass in diesem Land auch in Zu-kunft die wirtschaftlichen und gesell- Pascal Gentinetta Ulrich Jakob Looser Vorsitzender der Präsident der Kommission Geschäftsleitung für Bildung und Forschung 3
  5. 5. EinleitungÜber die Prozesse, die zu erfolgreichen Innovation ist der wohl wichtigste Faktor zur Mehrung des gesellschaftlichen Abbildung 1 Zunahme der Bruttoschulden in Prozentpunkten des BIP (2007–2011)Innovationsleistungen führen, gibt es Wohlstands und des wirtschaftlichen Wachstums. So unbestritten diese Aussage Der Staatshaushalt hat sich in denkaum gesichertes Wissen. sein mag, so schwierig ist es, Innovation mittels politischer und regulatorischer vergangenen vier Jahren in sehr vielen 100 Rahmenbedingungen zu generieren oder zu fördern. Einerseits besteht ein gros- Ländern äusserst negativ entwickelt. ses Unwissen über die Prozesse erfolgreicher Innovation: Wie Ideen überhaupt Die Schweiz ist eine der wenigen entstehen, wie sie in adäquate Produkte umgewandelt werden, und wie sich diese Ausnahmen. 80 Produkte im Markt durchsetzen lassen. Andererseits gerät Innovation durch ihre schwierige Abgrenzung und durch ihre unkonkrete Begrifflichkeit schnell in die 60 Fänge von politischer Willkür und Opportunismus. 40 Innovation ist schwierig zu definieren. Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunk- ten umfasst der Begriff weit mehr als das Generieren von Ideen. Die wirtschaftli- 20 che Umsetzung in Form von Produkten, neuen Dienstleistungen oder Prozessen ist ebenso Teil der Innovation wie die erfolgreiche Anwendung, Vermarktbarkeit und der Verkauf.1 0Innovationspolitik ist weit mehr als die Entsprechend breit kann auch die Innovationspolitik gesehen werden. Sie um- -20Förderung von Bildung und Forschung. fasst zwar im engeren Sinne nur die Bildung, Forschung sowie die Innovations- Australien Israel Portugal Italien Schweiz Schweden Norwegen Südkorea Ungarn Luxemburg Belgien Polen Österreich Kanada Neuseeland Finnland Deutschland Dänemark Niederlande Eurozone Frankreich Spanien USA UK Griechenland Japan Island IrlandSie muss die Grundlagen für förderung – in der Schweiz beispielsweise durch den Nationalfonds (SNF) oderqualitatives Wachstum schaffen. die Förderagentur für Technologie und Innovation (KTI). Diese Abgrenzung greift jedoch zu kurz, weil sie die privatwirtschaftlichen Innovationsbemühungen jen- seits direkter staatlicher Unterstützung ausser Acht lässt. Es macht deshalb Sinn, Innovationspolitik in einem breiteren Kontext zu sehen. Im weiteren Sinne kann jedes politische Handeln, das optimale volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen Quelle: OECD Economic Outlook November 2011 schafft – von der Finanz- über die Arbeitsmarkt- bis hin zur Aussenpolitik –, als Innovationspolitik betrachtet werden. Von Ökonomen wird dafür oft der Begriff des qualitativen Wachstums herangezogen. Aktuelles politisches Thema 1 Das Hochpreisland Schweiz und der starke Franken Innovationspolitik in Zeiten der Finanzkrise Es war das wirtschaftspolitische Thema 2011: die massive Aufwertung des Schweizer Fran- Praktisch kein entwickeltes Land hat in seiner Wachstumspolitik der letzten kens gegenüber dem Euro, dem US-Dollar und dem britischen Pfund. Die Schweiz hat- Jahre nicht Innovation als Schwerpunkt gesetzt. Entsprechend ist eine Vielzahl te sich im Vergleich zu anderen Ländern in der Finanz- und Wirtschaftskrise relativ gut politischer Programme entstanden, um die eigene Volkswirtschaft in eine Füh- behaupten können. Als Folge der sich akzentuierenden europäischen Verschuldungskrise rungsposition für zukünftige Märkte zu bringen. Es sind gerade wirtschaftliche flüchteten viele Anleger in den Schweizer Franken, der dank einem soliden Staatshaushalt, Boomphasen – so etwa die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts –, in denen Politi- attraktiven Rahmenbedingungen und einer gut funktionierenden Wirtschaft und Gesell- ker grosszügig Milliarden für Forschungseinrichtungen und -projekte sprechen. schaft als sicherer Hafen betrachtet wurde. Der überbewertete Franken stellt Exportunter- Allerdings sind drei bis vier Jahre nach der Vertrauens- und Finanzkrise viele Län- nehmen vor grosse Herausforderungen. Die meisten Unternehmen gehen davon aus, dass der finanziell in einer derart miserablen Situation, dass ihre Regierungen etliche sich der Franken in Zukunft zwar vielleicht leicht abschwächt, aber weiterhin stark bleibt. Forschungsprojekte wieder gestoppt, Bildungsausgaben gekürzt und Steuern er- Die Frankenstärke hat damit die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Exporteure reduziert. höht haben, um den Haushalt konsolidieren zu können. Abbildung 1 verdeutlicht Sie reagieren darauf zum einen mit Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen. Zum dies sinnbildlich: Sie zeigt die Entwicklung der Verschuldungssituation ausge- anderen aber müssen sie ihre Innovationsanstrengungen verstärken. Tatsächlich gibt es wählter Länder innerhalb der letzten vier Jahre. für ein so hochentwickeltes Land wie die Schweiz keine Alternative, als durch Innovation und Produktivitätssteigerung den Wohlstand zu halten und zu mehren. Die HochpreisinselDer asiatische Raum gewinnt für Der internationale Kampf um die besten Standorte wird sich weiter akzentuie- Schweiz ist insgesamt gefordert: Um den Nachteil zu hoher Preise ausgleichen zu können,innovative Forscher und Unternehmer ren. Die Krise hat eine verstärkt multipolare Welt zurückgelassen, in welcher der sind Ideen, flexible Lösungen, kreative Ansätze gefragt. Erfolgreiche Wachstumsstrategienstark an Anziehungskraft. asiatische Raum massiv an Bedeutung gewonnen hat. Nationen wie Hongkong, einzelner Länder hängen entscheidend von ihrem Entwicklungsstand ab: Je höher techni- Singapur und China haben ihre wirtschaftliche Attraktivität weiter gesteigert. Sie siert eine Volkswirtschaft ist, umso dringender ist es, anders und besser zu sein. Das gilt sind die – teilweise neue – Konkurrenz der Schweiz, wenn es darum geht, hoch- insbesondere für die Schweiz. qualifizierte Arbeitnehmer, Forschungsinstitutionen und Unternehmen anzuzie- hen und zu fördern. 1 Der Begriff wird also so verstanden, dass Innovation erst durch die Durchsetzung einer technischen oder organisatorischen Neuerung entsteht und nicht bereits durch die entsprechende Erfindung.4 5
  6. 6. 1.  Innovation kann nicht geplant werdenDie Schweiz kann ihren Wohlstand nur Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was die Schweiz tun muss, um ihreerhalten, wenn sie ihre Innovations- Innovationsfähigkeit im globalen Vergleich zu behaupten oder sogar zu verbes-fähigkeit sicherstellt. sern. Für ein wissensintensives Land ohne natürliche Rohstoffe ist dies eine der zentralen Fragen, wenn es um die Erhaltung des hart erarbeiteten Wohlstands geht. Ebenso wichtig ist jedoch zu erkennen, welches die falschen Rezepte für ei- ne Stärkung des Innovationsstandorts sind. Das Argument der Verbesserung der Innovationskraft wird gerne für politische Vorstösse herangezogen, obwohl diese Wie kann der Innovationsstandort nicht selten kontraproduktive Auswirkungen haben. Denn eines ist klar festzuhal- Schweiz gestärkt werden? Do! ten: Innovation ist nicht mit einer spezifischen Lösungstechnologie gleichzuset- zen. Und per Katalog ist sie leider auch nicht bestellbar. In diesem Sinn sollen in der Folge die wichtigsten «Dos» und «Don’ts» einer er- folgreichen und nachhaltigen Innovationspolitik erläutert werden. Wir beschrän- ken uns dabei auf die vier wichtigsten Punkte beider Seiten. Damit soll der Poli- tik ein gangbarer und verständlicher Weg zur Stärkung des Innovationsstandorts Schweiz aufgezeigt werden. Vier wichtige Faktoren einer erfolgreichen Innovationspolitik6
  7. 7. 1 .1 Wettbewerbsfähigkeit stärken Die Basisder Innovationskraft eines Wirtschaftsstand-orts sind konkurrenzfähige Rahmenbedingun- Dass der Sammelindex durchaus auch repräsentativ für eine direkte Bewertung der Innovationsfähigkeit von Nationen ist, zeigt eine Gegenüberstellung der Wett-gen für Unternehmen. bewerbsfähigkeit mit der Innovationskraft der Länder. Abbildung 3 präsentiert den Innovationsindex des Innovation Union Scoreboard 2011, der aufgrund einer Initiative der Europäischen Kommission lanciert wurde. Auch hier ist die Schweiz topp platziert. Der Index beinhaltet nur europäische Länder. Mit Schweden, Finn- land, Dänemark und Deutschland sind diejenigen Nationen stark, die bereits be- züglich Wettbewerb an vorderster Front anzutreffen waren. Abbildung 3 Innovationsleistungen im internationalen Vergleich Der Blick auf den europäischenJe wettbewerbsfähiger die Wer von Innovationspolitik spricht, spricht gleichzeitig von Wettbewerbs- und Innovationsindex zeigt: Die 0.900Rahmenbedingungen an einem Standortpolitik.2 Sie sind voneinander kaum zu trennen. Sprechen wir in Schum- wettbewerbsfähigsten Länder belegenStandort ausgestaltet sind, desto peters Worten, so muss der «schöpferische Unternehmer» sich entfalten kön- auch hier die Spitzenplätze. 0.800besser können sich innovative nen. Die Schweiz hat diesbezüglich gute Arbeit geleistet. Sie hat dem politischen 0.700Unternehmen entfalten. Überaktivismus während der Krise getrotzt und bei staatlichen Interventionen in 0.600 den vergangenen Jahren stets bedacht gehandelt. Egal, welche internationalen Vergleiche man heute zur Hand nimmt: Die Schweiz ist sehr gut aufgestellt. 0.500 0.400 Abbildung 2 zeigt eine Auflistung der wettbewerbsfähigsten Länder, erstellt durch das World Economic Forum (WEF).3 Die Schweiz steht auf Platz 1, noch vor 0.300 Singapur und Schweden. Der Index setzt sich aus verschiedensten Indikatoren wie 0.200 Gesundheitssystem und Grundbildung, makroökonomische Stabilität oder Infra- struktur zusammen. Er ist also einerseits eine Bewertung der nachhaltigen Ent- 0.100 wicklung der Länder. Andererseits integriert er zusätzliche Effizienzkriterien be- 0.000 züglich Arbeits- und Gütermärkte sowie Faktoren, die innovationsfördernd sind. Estland Norwegen Schweiz Türkei Lettland Bulgarien Mazedonien Litauen Rumänien Serbien Polen Slowakei Kroatien Malta Griechenland Ungarn Spanien Tschechien Italien Zypern Slowenien EU Frankreich Irland Luxemburg Österreich Niederlande Island UK Belgien Finnland Deutschland Dänemark Schweden PortugalAbbildung 2 Wettbewerbsfähigkeit: Top 20 aller Länder (2011–2012)Der WEF-Index bewertet dieWettbewerbsfähigkeit von Ländernanhand zahlreicher Faktoren wie 5.8 Quelle: Innovation Union Scoreboard 2011Bildung, Infrastruktur, Gesundheits­ 5.7system oder Ausgestaltung des 5.6Arbeitsmarkts. 5.5 Politische Ausgewogenheit und die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft gehen also Hand in Hand. Um den In- Einhaltung ordnungspolitischer novationsstandort Schweiz zu stärken, ist es deshalb von zentraler Bedeutung, 5.4 Grundsätze unterstützen die die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu erhöhen. Die gegenwärtigen Topleistun- 5.3 Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. gen der Schweiz sind Ausdruck einer ausgewogenen Politik, die im Verbund mit 5.2 der Wirtschaft Freiräume für Neuerungen und gute strukturelle Bedingungen für 5.1 Wettbewerb schafft. Grundsätzlich gilt, dass eine Politik, die sich an den klassi- 5.0 schen ordnungspolitischen Tugenden orientiert, die Wettbewerbsfähigkeit eines 4.9 Landes am besten fördert.4 4.8 4.7 Ein in jeder Hinsicht stabiles Umfeld Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei die makroökonomische, politische und hilft den Unternehmen, langfristig zu rechtliche Stabilität. Unternehmen müssen sich auf ein stabiles Umfeld verlassen Australien Saudi-Arabien Katar Norwegen Schweiz Österreich Frankreich Belgien Taiwan Kanada Hongkong UK Japan Dänemark Niederlande Deutschland USA Finnland Schweden Singapur planen und zu investieren. können. Nur so sind sie bereit, langfristige Investitionen zu tätigen. Auch der Bil- dungsstandard eines Landes hat grossen Einfluss auf dessen Wettbewerbsfähig- keit. Firmen brauchen gut ausgebildetes Personal, um erfolgreich sein zu können (siehe Kapitel 1.2). Quelle: WEF, Global Competitiveness Index 2011–2012 2 Es war Friedrich August Hayek, der bereits in den 1930er-Jahren erkannte, dass Wettbewerb immer zur Entdeckung von Wissen führt. Gerade diejenigen Anbieter von Produkten und Dienstleistungen werden belohnt, denen es gelingt, die Bedürfnisse der Kunden bestmöglich zu «entdecken». Die Ergebnisse des Wettbewerbs kann man nicht voraussagen, da man die Tatsachen, die der Wettbewerb hervorbringen soll, im Vorfeld nicht kennen kann. 3 World Economic Forum (WEF), 2011, Global Competitiveness Report 2011–2012. 4 Für Details vgl. WEF (2011).8 9
  8. 8. 1 .2 Mathematik und Naturwissenschaften in den Schulen und an den Universitäten stärken Aktuelles politisches Thema 2 Exzellente Ausbildungsmöglichkeiten ziehen Forschung und Produktion gehören zusammen kreative Köpfe an und helfen diesen, ihr Schon seit einigen Jahren verlagern viele Unternehmen ihre Produktionsstätten aus der Schweiz ins Ausland. Hauptgrund für diese Entscheidung ist meist der gestiegene Kosten- Potenzial voll zu entfalten. druck. Dies ist eine gefährliche Tendenz, auch für den Forschungsplatz Schweiz. Zwischen Forschung und Produktion gibt es einen oft unterschätzten Zusammenhang. Denn als Teil des Forschungsprozesses müssen insbesondere in der chemischen und pharmazeutischen Industrie die Herstellungsverfahren vom Gramm-Massstab oft rasch auf grössere Mengen ausgedehnt werden können.5 Dies gilt analog auch in anderen Branchen und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschern und Produktionsexperten. Fehlt die Produkti- onsplattform am Standort der Forschung, so wandert langfristig die Forschung ebenfalls Das Bildungsniveau einer Es ist erstaunlich, wie wenig der Mensch und sein Humankapital bei den meisten ab. Zudem benötigt die Forschung erhebliche Ressourcen. Diese erhält sie durch den Ver- Gesellschaft sollte sich im Untersuchungen rund um Wachstum, Innovation und Fortschritt im Blickpunkt kauf der von den Firmen geschaffenen Produkte. Sind die Einnahmen- und Ausgabenquel- gleichen Tempo wie der tech- stehen. Die vom Staat geschaffenen Rahmenbedingungen sind ein wichtiges Hilfs- len aber an unterschiedlichen Orten, können rechtliche und steuerliche Begrenzungen des mittel, dass die Bürger sich frei entfalten können. Sie kommen aber schliesslich nische Fortschritt entwickeln. internationalen Kapitaltransfers zu hohen Kosten führen. Deshalb sind insbesondere für nur zum Tragen, wenn die betroffenen Menschen diese Freiräume auch optimal multinationale Unternehmen steuerliche Massnahmen wichtig, die einen Anreiz zur Be- nutzen können. steuerung mobiler Erträge – wie zum Beispiel aus Lizenzen zur Benutzung von Ergebnissen aus ihrer Forschung und Entwicklung (FE) – in der Schweiz setzen. Das ändert aber nichts Bildung ist heutzutage eines der entscheidendsten Komplementäre des techni- an der generellen Bedeutung der Erhaltung von Produktionsstätten für FE-Aktivitäten schen Fortschritts und der Innovation.7 Entsprechend sollte sich auch das Bil- in der Schweiz. Auch wenn die Schweiz eine Wissensnation ist: Dem Produktionsstandort dungsniveau parallel zum technischen Fortschritt entwickeln. Es besteht eine muss Sorge getragen werden – gerade auch im Interesse der Innovation. fundamentale Wechselwirkung zwischen Bildung8 einerseits und Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen andererseits, wenn es darum geht, Forschungs- kapazitäten zu generieren. Eine unverzichtbare Voraussetzung für den sinnvollenEine mögliche Strategie: die Nicht zu unterschätzen sind die regulatorischen Vorgaben eines Landes. Je höher Einsatz öffentlicher und privater Beiträge ist das Vorhandensein eines genügen-steuerlich privilegierte die Regulierungsdichte (z.B. übertriebener Kündigungsschutz), desto tiefer die den Angebots an Hochqualifizierten und gut ausgebildeten Fachkräften.Behandlung von Aufwendun- Wettbewerbsfähigkeit. Von starken Eingriffen des Staates in den Markt ist daher abzusehen. Dazu gehört auch, die Steuerbelastung tief zu halten. Zur Reduktiongen für Forschung und der Durchschnittssteuerbelastung können unter anderem privilegierte Steuer-Entwicklung (FE). abzüge für FE-Aufwendungen beitragen, auch wenn solche Massnahmen hin- Topuniversitäten machen den Unterschied sichtlich Wirksamkeit und Administrativkosten unterschiedlich beurteilt werden. Neben einer höheren Flexibilität bei Rückstellungen im FE-Bereich sind auch Unsere Gesellschaft wird stark geprägt Wenn Bildung im Kontext von Innovation betrachtet wird, kann die Bedeutung von Modelle wie die per Anfang 2011 im Kanton Nidwalden eingeführte Lizenzbox zu von Innovatoren, die an den weltbesten Exzellenz nicht stark genug betont werden. Innovatoren wie Larry Page und Sergei unterstützen. Diese sieht eine privilegierte Besteuerung von Erträgen aus Lizenz- Hochschulen studiert haben. Brin (Stanford), Gordon Moore (Berkeley), Jeffrey Bezos (Princeton), Tim Berners- einnahmen, also aus der Vermarktung von FE-Ergebnissen, vor. Lee (MIT, CERN) oder Daniel Borel (EPFL) und Michael Näf (ETH) stellen nur eine kleine Auswahl derjenigen kreativen Köpfe dar, die in den letzten Jahren durch Schliesslich ist der Zugang zu den weltweiten Märkten ein äusserst relevanter kommerzialisierte Ideen diese Welt geprägt und verändert haben. Ein gemeinsa- Faktor – insbesondere für die Schweiz als vergleichsweise kleine, offene Volks- mer Nenner ist ihr Studium an einer der weltbesten Universitäten. wirtschaft. Für viele Unternehmen ist der lokale Binnenmarkt schlicht zu klein, um erfolgreich sein zu können. Entsprechende politische Vorstösse wie Freihan- Selbstverständlich stellt sich hier sofort die Frage, ob die Spitzenuniversitäten delsabkommen oder multilaterale Übereinkünfte zum Abbau von Handelshemm- ihre Studenten tatsächlich zu Spitzenleistungen treiben können oder ob diese nissen sind deshalb unbedingt zu unterstützen. Institutionen nicht einfach besonders kreative Köpfe anziehen, die Selektion der Studierenden also aussergewöhnlich ist. Vieles deutet darauf hin, dass vor allemTrotz guter Ausgangslage: In der Eine Politik zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit orientiert sich an den Grund- die Selektion den Unterschied ausmacht. Grundsätzlich spielt dies aber nicht soSchweiz sind weitere Anstrengungen prinzipien der freien Marktwirtschaft. Ein attraktives Steuerumfeld und flexible sehr eine Rolle. Denn auch in diesem Fall nehmen diese Hochschulen eine wich-nötig, um die Standortattraktivität auf rechtliche Rahmenbedingungen, griffiger Schutz des geistigen Eigentums, wenige tige Aufgabe wahr; nämlich kluge Köpfe zusammenzubringen. Gerade die USAhohem Niveau zu halten. regulatorische Hindernisse, gute Infrastruktur und auf hohem Niveau ausgebil- mit ihren Eliteuniversitäten haben dadurch eine internationale Signalwirkung, die dete Leute sowie freie Marktzugänge stehen dabei im Zentrum.6 Anstrengungen sich auch in der Wirtschaftsleistung niederschlägt. Abbildung 4 auf Seite 12 oben in diesem Bereich sind weiterhin nötig, will die Schweiz ihre internationale Top- veranschaulicht deskriptiv den Zusammenhang zwischen Topuniversitäten und stellung in Sachen Wettbewerbsfähigkeit behalten. Nur in einem solchen Umfeld der Innovationskraft der Länder. Unabhängig von der Kausalität ist offensichtlich, lohnt es sich für Unternehmer und Unternehmen, nach neuen Ideen zu suchen, in dass hier eine Wechselwirkung besteht. die Forschung zu investieren und so die Innovationskraft der Schweiz zu stärken. 7 Siehe z.B. Eric A. Hanushek, Dean T. Jamison, Eliot A. Jamison und Ludger Woessmann, 2008, Education 5 scienceindustries, 2011, Forschung und Produktion: Die Schweiz als Plattform für globale Innovationen, and Economic Growth: It’s Not Just Going to School but Learning Something While There That Matters, 5. Dezember 2011. Education Next 8 (2), 2008, 62–70; Nelson, R. und E. Phelps, 1966, Investment in humans, technological 6 Langfristig sind vor allem auch Rechtsstaatlichkeit und sozialer Frieden elementare Grundpfeiler eines diffusion, and economic growth, American Economic Review 56(1/2), 65–75. gut funktionierenden Wettbewerbs. Siehe. z.B. The Global Competitiveness Report 2010–2011, World 8 Bildung ist hier im weiteren Sinne zu verstehen und beschränkt sich nicht einzig auf die akademische Economic Forum 2011. Bildung.10 11
  9. 9. Abbildung 4 Länder mit einer Top-500-Universität im Vergleich zu ihrer Innovation richtungen eine kleinere Rolle, insbesondere im Vergleich zu den sprachlichenVergleicht man die Dichte an Fächern. Und auch die Anzahl der MINT-Studenten an Universitäten und techni-Topuniversitäten mit der Innovations- schen Hochschulen ist relativ zu den Geistes- und Sozialwissenschaften kleiner 6kraft eines Landes, ergibt sich ein klarer Schweden Schweiz geworden. Dies ist aus Sicht der Innovationspolitik äusserst problematisch. Ein Innovationsindex (WEF) Japan USAZusammenhang. 5.5 Holland Finnland ausreichender Pool an in den MINT-Fächern ausgebildeten Personen ist für die Deutschland Kanada Dänemark 5 Erhaltung der Innovationskraft und den technischen Fortschritt unabdingbar. Israel UK Norwegen 4.5 Frankreich Australien 4 Eine Trendumkehr tut Not. Die Schweiz muss massiv in die Ausbildung in den MINT-Fächern investieren, sei es durch eine bessere Lehrerausbildung oder einer 3.5 Russland grösseren Attraktivität der MINT-Lehrberufe. Die Gewichtung in den Schulen muss 3 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 ebenfalls angepasst werden, nur so wird die gesellschaftliche Verankerung der Top-500-Universitäten pro 1 Milliarde Einwohner MINT-Berufe gestärkt. Interesse und Verständnis für Technik und die Naturwis- senschaften müssen frühzeitig geweckt werden – gerade auch, weil die Ausbildung Quelle: WEF 2011 (verwendet wurde der Sub-Index «Efficency Enhancers»), Shanghai Ranking 2011 bzw. das Studium in diesen Fachbereichen als strenger und entbehrungsreicher gilt als in den Sozial- und Geisteswissenschaften. In den heutigen Lehrplänen ist das sprachliche Talent für das schulische Weiterkommen wichtiger als mathema-ETH, EPFL und die Universitäten Basel Die Schweiz hat von allen Ländern die höchste Pro-Kopf-Dichte an Top-500-Uni- tisch-technische Fähigkeiten. Eine Angleichung ist dringend nötig. Insbesondereund Zürich zählen in bestimmten versitäten. Aufgesplittet nach Fachbereichen ergibt sich jedoch ein differenziertes muss das Fach Informatik auf der Sekundarstufe I und II aufgewertet werden.10Bereichen zur absoluten Weltspitze. Bild: Vier Universitäten haben mindestens eine Disziplin, in der sie mit den besten Hochschulen dieser Welt auf Augenhöhe sind. Die ETH Zürich ist in den Bereichen Grosses Potenzial besteht nach wie vor bei den Frauen. So beträgt beispielswei- Naturwissenschaften/Mathematik, Ingenieurwissenschaften/IT sowie im Bereich se ihr Anteil an der Gesamtzahl aller Absolventen von Schweizer Studiengängen Life Science/Agrarwissenschaften unter den Top 50 anzutreffen.9 Im Life-Science- der Informatik und der Ingenieurwissenschaften nur 16,3 Prozent und ist damit Bereich sowie in der Klinischen Medizin/Pharmazie gehören auch die Universitä- auch im internationalen Vergleich äusserst tief. Unter den OECD-Ländern weisen ten Basel und Zürich zu den Weltbesten. Schliesslich zählt die EPFL bei der In- nur gerade die Niederlande und Japan einen noch tieferen Frauenanteil aus.11 Die genieursausbildung sowie in der Informatik zu den besten 15 Universitäten. Genf nötigen Voraussetzungen und die Infrastruktur, dies zu ändern, wären mit den ist im Bereich Life Science immerhin noch unter den ersten 100 platziert. Bern, hervorragenden Ausbildungsprogrammen an ETH/EPFL, Universitäten und Fach- Lausanne und Fribourg gehören alle zu den besten 500 Universitäten dieser Welt; hochschulen auf jeden Fall gegeben. Jetzt gilt es, sie richtig zu nutzen. in keinem Fachbereich schaffen sie es aber unter die Top 100. Aktuelles politisches Thema 3Abbildung 5 Veränderung der Anteile öffentlicher Bildungsgelder für ausgewählteDie Budgetkürzungen für viele wichtige Studiengänge (2007–2009, in Prozent) Initiative gegen den MINT-FachkräftemangelFächer gefährden die gute Position derSchweizer Hochschulen. Die Bedeutung von MINT-Fachkräften für eine Volkswirtschaft ist fundamental. In der 4 2 Schweiz fehlen beispielsweise rund 14 000 bis 15 000 Ingenieurinnen und Ingenieure. Der 0 -2 direkte Wertschöpfungsverlust pro Jahr beläuft sich auf zwei bis drei Milliarden Franken. -4 Gegenmassnahmen müssen auf drei Ebenen möglichst rasch eingeleitet werden: -6 -8 -10 -12 1. In der Volksschule muss der Lehrplan verstärkt auf Naturwissenschaften und Technik -14 ausgerichtet werden; dies auch in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. -16 UH: Maschinen-/ Elektroingenieur FH: Chemie und FH: Architektur, Wissenschaften wissenschaften 2. Bei Berufsmatura und Gymnasien muss der Eintritt für ausgeprägt mathematisch-natur- Forstwirtschaft UH: Bauwesen FH: Land- und und Geodäsie Bau, Planung Life Sciences Forstwissen wissenschaftlich Begabte erleichtert werden. Die gegenwärtige Dominanz der sprachlichen FH: Technik UH: Agrar-, UH: Natur- UH: Exakte Fächer muss entsprechend reduziert werden. und IT 3. Die BFI-Botschaft 2013–2016 muss einen Schwerpunkt bei der MINT-Ausbildung und MINT-Forschung auf Stufe ETH, Universitäten und Fachhochschulen setzen. Zudem müs- Quelle: BfS. UH = Universitäten, FH = Fachhochschulen sen die Mittel für den Bereich Bildung, Forschung und Innovation stark erhöht werden.12 So gut das Bildungssystem in der Schweiz in diesen Vergleichen dasteht, so fragil 10 Es gilt zu erwähnen, dass die Schweiz gemessen an den PISA-Ergebnissen in den MINT-Fächern im ist jedoch der Vorsprung auf die anderen Länder. Leider muss festgestellt werden, Schnitt grundsätzlich gut dasteht. Verbesserungspotenzial gibt es vor allem an den beiden Leistungs- dass die Stellung der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Natur- rändern: Die Gruppe der Risikoschüler/innen mit PISA-Niveau 2 ist zu gross, die Gruppe der Leistungs- stärksten mit PISA-Niveau 5 und 6 ist hingegen zu klein. Entsprechend sind zwei Initiativen ins Leben wissenschaften und Technik) auf gymnasialer Stufe in den letzten Jahren schwä- gerufen worden, die Stiftung MINT education und das schweizweite SWiSE Schule-Netzwerk. cher geworden ist. In den Stundenplänen der Gymnasien spielen diese Fach- 11 Gehrig und Fritschi (2008): Ingenieurmangel in der Schweiz und im Kanton Graubünden – Ausmass, Ursa- chen und Auswirkungen, BASS, im Auftrag des Kantons Graubünden / economiesuisse, dossierpolitik, 2011, Ingenieure braucht das Land, 5. September 2011, Nummer 12. 12 Zudem hat die Wirtschaft hier auch eine gewisse Bringschuld: Attraktivere Arbeitsbedingungen und eine 9 Siehe die Field Rankings des Academic Ranking of World Universities, Shanghai Ranking 2011. aktive Lehrlingsausbildung sind zwingend, um das MINT-Problem langfristig lösen zu können.12 13

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