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Digital oder analog schreiben

Präsentation von Philippe Wampfler

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Digital oder analog schreiben?
Ergebnisse aus der Forschung
Philippe Wampfler



phwa.ch/digitalanalog



CC BY 4.0



Bild: New Yorker Cartoon
Teil 1 Schreiben verändert sich
Teil 3 Notizen machen
Teil 2 Formale Kompetenzen
Teil 4 Informelles Schreiben
Teil 1

Schreiben verändert sich
Schreiben ist eine immer primär eine
Technologie, ein Weg, Materialien
anzuordnen um ein Ziel zu erreichen.
Damit sind Vorstellungen verbunden, die
mit Werten aufgeladen sind: Literacy,
Kunst, Wissenschaft, Geschichte und
Psychologie, Erziehung, Theorie und
Praxis. Wir vergessen, dass Schreiben
eine Technologie ist, bis es sich wandelt:
Zum Beispiel durch den Computer.
«
Dennis Baron

phwa.ch/baron
faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/-13085701.html

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Digital oder analog schreiben

  • 1. Digital oder analog schreiben? Ergebnisse aus der Forschung Philippe Wampfler
 
 phwa.ch/digitalanalog
 
 CC BY 4.0
 

  • 3. Teil 1 Schreiben verändert sich Teil 3 Notizen machen Teil 2 Formale Kompetenzen Teil 4 Informelles Schreiben
  • 5. Schreiben ist eine immer primär eine Technologie, ein Weg, Materialien anzuordnen um ein Ziel zu erreichen. Damit sind Vorstellungen verbunden, die mit Werten aufgeladen sind: Literacy, Kunst, Wissenschaft, Geschichte und Psychologie, Erziehung, Theorie und Praxis. Wir vergessen, dass Schreiben eine Technologie ist, bis es sich wandelt: Zum Beispiel durch den Computer. « Dennis Baron
 phwa.ch/baron
  • 7. Unsere Schülerinnen und Schüler 
 schreiben so viel wie nie zuvor in 
 der Geschichte der Menschheit. 
 Unser Schreiben verändert sich massiv. Die Herausforderung für die Schule besteht darin, herauszufinden, was seine Bedeutung ist, um für die nützlich zu sein, die ihre Erfahrung in Kompetenzen ummünzen möchten. « Jeff Grabill
 phwa.ch/grabilletal
  • 8. Soziale Netzwerke haben die Funktionsweise des Schreibens revolutioniert - außer in der Bildung. In der Schule wird Schreiben vernachlässigt. Wir nutzen Methoden, die 100 Jahre alt sind. « Jeff Grabill
 phwa.ch/grabilletal
  • 9. Writing as an ongoing multimodal text production
 Hicks/Perrin: phwa.ch/perrin die folgenden Aussagen stammen aus diesem Text
  • 10. writing by the way
 mobil, spontan, sozial focused writing
 Ziel, Überarbeitung auf Wikipedia sind zwei Schreibformen erkennbar und unterscheidbar
  • 11. Das Nebeneinander dieser beiden Schreibmodi ist Gegenstand der Forschung, weil da Verschiebungen ablaufen. Hicks/Perrin schlagen die fünf Kategorien auf der nächsten Slide vor, um heutige Schreibprozesse zu untersuchen.
  • 12. deliberate - inclusive
 connected - versatile - open bewusst - multimedial 
 intertextuell - veränderbar - offen
  • 13. Schreiben ist komplex, bedeutsam und schafft Unterscheidungen. Es erfordert Entscheidungen, ist keine oberflächliche, spontane Sammlung von Wortmaterial. Wir wissen, dass Schreiben uns erlaubt, mit unseren Gedanken, Gefühlen und Fragen bewusst und sinnhaft umzugehen. Wir schrieben, um zu erkennen, wer wir sind und wofür wir einstehen - und die fünf Dimensionen erfassen dieses Prinzip. « Hicks/Perrin
 phwa.ch/perrin
  • 14. Fazit Hicks/Perrin Schreiben ist ein bewusster Prozess, der Verbindungen schafft. Dabei bezieht er andere sprachliche und ästhetische Verfahren mit ein und vollzieht sich in verschiedenen Medien. Das Schreiben von Texten verweist immer auf andere Texte und spricht eine schwer zu definierendes Publikum an.
  • 16. Formale Fehler nehmen im Schreiben von Kindern und Jugendlichen zu. Das zeigt eine Studie zu Texten, die in vergleichbaren Settings in der 4. Klasse geschrieben worden sind.
  • 20. Steinig und Betzel erklären die Zunahme über das veränderte Verhältnis von schulisch- formalem und privat-informellem Schreiben.
  • 21. Steinig und Betzel
 phwa.ch/steinig Dieses Verhalten beruht, wie wir vermuten, auf einer zunehmenden Individualisierung und Differenzierung im Grundschulunterricht. Das Schreiben in der von uns vorgegebenen […] Situation wurde von vielen offenbar nicht als schulisch-normatives Schreiben gewertet, sondern als ein ‚freies‘, von der Institution Schule unabhängiges Schreiben. Die Situation Unterricht, in [die] unser Schreibexperiment eingebettet war, garantiert offenbar nicht mehr automatisch, dass in dieser Situation die normativen Erwartungen an Textsorten, die im Deutschunterricht üblich sind, erfüllt werden. »
  • 22. Auch die Schweizer Professorin Christa Dürscheid konstatiert diese Verschiebung, wenn Sie über Texte von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten schreibt.
  • 23. Christa Dürscheid
 phwa.ch/parlando Die beiden Studenten schreiben, wie sie miteinander sprechen würden. Der Grund liegt auf der Hand: Ihr Schreiben ist dialogisch, sie sind miteinander vertraut, der Schreibanlass ist privater Natur. Ein Gespräch ist es dennoch nicht, der eine kann den anderen nicht unterbrechen, die Kommunikation erfolgt schriftlich, nicht (medial) mündlich, die Beiträge werden aufgezeichnet und sind, solange der Nachrichtenaustausch andauert, jederzeit nachlesbar. »
  • 24. Christa Dürscheid
 phwa.ch/parlando Es gibt keine Evidenz dafür, dass das private, dialogische Schreiben in den neuen Medien einen Niederschlag in den Schultexten findet. Zwar kann es vereinzelt vorkommen, dass ein Smiley gesetzt wird, doch die meisten Merkmale, die typisch für das Schreiben in den neuen Medien sind und weiter oben erwähnt wurden, finden sich in den Schultexten nicht. Die Schülerinnen und Schüler wissen die beiden Schreibwelten, die private und die schulische, zu trennen. »
  • 25. Zusammenfassung Teil 1 und 2 Schreiben hat für Jugendliche eine große Bedeutung es wird zunehmend zu beiläufigem und informellem Schreiben deshalb machen Schreibende mehr formale Fehler Schreibprozesse können mit den 5 Kategorien von Hicks/Perrin untersucht werden
  • 27. Einschlägig ist eine Studie, welche die Überlegenheit analoger Notizen gegenüber digitaler nachweist: 
 »The Pen Is Mightier Than the Keyboard«
  • 28. Studierende in den USA; 
 verschiedene Universitäten
 abrufbar: phwa.ch/penkeyboard
  • 29. Wer digital Notizen macht, schreibt mehr auf.
  • 30. Dabei wird mehr vom Gesagten wörtlich notiert.
  • 31. Wiedergabe von Fakten unterscheidet sich kaum, bei konzeptuellem Wissen gibt es große Unterschiede.
  • 32. Daran ändern auch Hilfestellungen (»intervention«) in Bezug auf digitale Notizen wenig.
  • 33. Die Vorgabe, Notizen vor Tests noch einmal zu studieren, vergrößert die Unterschiede.
  • 34. Fazit der Pen-Keyboard-Studie (2014) handschriftliche Notizen korrelieren mit besseren Testresultaten Grund dafür ist vermutlich die mangelnde Verdichtung beim Anlegen von Notizen einfache Hilfestellungen ändern wenig
  • 35. Bleistift oder Laptop? Clive Thompson, Inbound Bold Talk 2015

  • 36. Einsicht von Thompson Richtiges Schreibwerkzeug hängt von Kompetenzen und Situationen ab. Wer tippt, muss schnell tippen können. Schnelles Schreiben für kreative Prozesse und Niederschrift von Gedanken sinnvoll. Handschriftliche Notizen passen oft besser.
  • 37. Verbindung und Fazit Sollen Schülerinnen und Schüler zuhören und verdichten, schreiben sie besser von Hand. Müssen sie viel und Eigenes schreiben, sollten sie schnell tippen.
  • 38. Bild: Chaunchai Bundej Teil 4
 Informelles Schreiben
  • 39. Unsere Schülerinnen und Schüler schreiben so viel wie nie zuvor in 
 der Geschichte der Menschheit. 
 Unser Schreiben verändert sich massiv. Die Herausforderung für die Schule besteht darin, herauszufinden, was seine Bedeutung ist, um für die nützlich zu sein, die ihre Erfahrung in Kompetenzen ummünzen möchten. « Jeff Grabill
 phwa.ch/gabrill
  • 40. Soziale Netzwerke haben die Funktionsweise des Schreibens revolutioniert - außer in der Bildung. In der Schule wird Schreiben vernachlässigt. Wir nutzen Methoden, die 100 Jahre alt sind. « Jeff Grabill
 phwa.ch/gabrill
  • 41. Ein Lernzugang, der typischerweise nicht im Schulzimmer stattfindet, relativ unstruktriert ist und die Kontrolle über den Lernprozess (Bedürfnisse, Interessen etc.) dem Lerner überlässt. Informelles Lernen Jeff Grabill
 phwa.ch/grabill
  • 44. Zentrale Frage Wie können in informellen Lernumgebungen (auch) formale Kompetenzen entstehen?
  • 45. Ansatz 1
 Scaffolding
 Klare Aufgaben mit deutlichem Zweck und vorgegebenen Erwartungen geben.
  • 46. Beispiel zu Ansatz 1, 1. Klasse Kurzzeitgymnasium
 
 »Jugendliche unter 16 Jahren machen sich strafbar, wenn sie Nacktbilder von sich verschicken. Lesen Sie sich in die rechtlichen Grundlagen ein und formulieren Sie einen Text, in dem Sie sie ihrem 10-jährigen Bruder erklären.«
  • 47. Ansatz 2
 Coaching
 Inhaltsbezogene Kommunikation über Projekte in dialogischer Gesprächsführung, auch Lehrende lernen.
  • 48. Beispiel zu Ansatz 2, 8.-10. Klasse
 Schreibprojekte auf Wattpad (z.B. Fanfiction). S*S entwickeln eigenes Projekt, LP erfährt, wie die Community und Fanfiction funktioniert.
  • 49. Ansatz 3
 Dialektik 
 informelles/formelles Schreiben
 Informelles Schreiben zulassen, in formellen Settings reflektieren, auswerten, hinterfragen.
  • 50. Beispiel zu Ansatz 3, 10./11. Klasse
 Kommunikationstheorie/Pragmatik mit selbst gewählten Beispielen aus Instagram-Kommentaren.
  • 51. Gute Schreibprojekte für informelles Lernen lassen Schreiben mit eigenen digitalen Geräten zu können in der Freizeit weitergeführt werden haben für Lernende einen Sinn über die Schule hinaus präsentieren Texte einem Publikum