Medien gegen GEMA?

1.216 Aufrufe

Veröffentlicht am

Die Tarifreform der GEMA ist stark in der Kritik. blätterwald hat die Meldungen der deutschen Leitmedien 4 Monate nach Bekanntgabe untersucht.

Veröffentlicht in: News & Politik
0 Kommentare
1 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
1.216
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
3
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
8
Kommentare
0
Gefällt mir
1
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Medien gegen GEMA?

  1. 1. „Aktuell kann die GEMA ihre Unbeliebtheit wohl nur noch durch das öffentliche Ertränken von Katzenbabys vor der Geschäftsstelle steigern.“ am 03.07.2012 Medien gegen GEMA?Eine Tarifreform wird zum PR-Desaster für den Musikrechteverwerter Oranienburger Str. 27 | 10117 Berlin-Mitte | Germany www.blaetterwald.org | info@blaetterwald.org 1 1
  2. 2. Die GEMA-Tarifreform1. Summary2. Hintergrund & Methodik3. GEMA-Tarifstreit Demo-Aufruf von Cartoonist Gerhard Seyfried 2 2
  3. 3. Summary 62% der Meldungen in deutschen Leitmedien zur Tarifreform der „Ganz Berlin hat einen Gegner: dieGEMA haben eine implizit oder explizit negative Tendenz. Gema. Der Bürokratenhaufen aus der Zeit der Schellackplatte, der sich Über die Tarifreform hinaus wurde in 27% der Meldungen auch die einschläfernd-harmlos >Gesellschaft fürinnere Struktur der GEMA kritisiert. musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte< Von den 124 untersuchten Zitaten waren 86 negativ: 69% aller nennt, geriert sich als gefräßigerAkteure äußerten sich gegen die Tarifreform der GEMA. Clubbesitzer Clubkiller.“ 30.06.12wurden mit 53 Wortmeldungen am häufigsten zitiert und sprachensich zu 91% negativ im Bezug auf die Tarifreform aus. Auch unter „Die Gema, die bis in die kleinstenPolitikern war man sich parteiübergreifend einig: 28 der 31 zitierten Ritzen unseres von Musik beherrschtenPolitiker traten mit negativen Statements zur GEMA-Tarifreform auf. Alltags vorgedrungen ist und in deren Kasse es praktisch andauernd klingelt, In 42% der untersuchten Meldungen tauchten die Argumente war bis vor kurzem eine Angelegenheitbeider Seiten auf, 45% der Artikel enthielten keine Argumente der für Profis, Buchhalter und Spezialisten.GEMA, sondern ausschließlich die der Gegenseite. Lediglich 4% der Die nicht-komponierende BevölkerungMeldungen verzichteten auf Argumente gegen die Tarifreform. nahm von ihrem Wirken ähnlich Notiz wie von anderen Einrichtungen auch, In den untersuchten Imagedimensionen schnitt die GEMA deren Undurchschaubarkeit nicht dasdurchweg eher negativ ab. So wurde die GEMA z. B. in 48% der Artikel Bedürfnis weckt, es sonderlich genauals kulturzerstörend dargestellt, in 33% der Meldungen als ungerecht wissen zu wollen.“und intransparent. 26.06.12 3 3
  4. 4. Die GEMA-Tarifreform1. Summary2. Hintergrund & Methodik3. GEMA-Tarifstreit 4 4
  5. 5. Hintergrund & Methodik (1)Wenn an einem öffentlichen Ort in Deutschland urheberrechtlich geschützte Musik gespielt wird, steht dieVerwertungsgesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz GEMA,bereit, um Lizenzgebühren einzufordern, die sie an Musiker, Komponisten und Musikindustrie weiterleitet.Natürlich nicht, ohne einen Anteil von 14% für die eigene Verwaltung abzuziehen.Bisher hatten Diskotheken und Clubs Pauschalverträge mit der GEMA, doch diese laufen zum Jahresende 2012 aus.Nach einem erfolglosen Einigungsversuch mit den Vertretern der Gaststätteninnung stellt die GEMA am 2. April2012 eine neue Tarifstruktur für den Veranstaltungsbereich vor.Die neuen Tarife sehen vor, dass…  die bisher 10 Tarife auf 2 reduziert werden: Live-Musik oder Tonträgerwiedergabe,  die Abgabe in Abhängigkeit von Raumgröße und Höhe des Eintrittsgelds berechnet wird,  Der Pauschaltarif entfällt und Gebühren für jede einzelne Veranstaltung fällig werden,  Zuschläge für Veranstaltungen erhoben werden, die länger als 8 Stunden dauern.** Hauptsitz der GEMA in Berlin *Bildquelle: www.wikipedia.de von Jivee Blau ** Die GEMA weißt uns in einer Mail vom 19.9.12 darauf hin, dass die 5 Kosten auf 10% der tatsächlichen Eintrittseinnahmen inklusive aller Zuschläge gedeckelt sind. 5
  6. 6. Hintergrund & Methodik (2) Für diese Analyse angewendet wurde die Methode der quantitativen Inhaltsanalyse. Untersucht wurden 89 Meldungen in den Hauptausgaben deutscher Leitmedien (Print und Online). Untersuchungszeitraum sind die vier Monate nach Ankündigung der Tarifumstellung auf der GEMA-Pressekonferenz am 29. März 2012.MedienauswahlIn das Panel aufgenommen wurden die wichtigsten deutschen Leitmedien, deren Berichterstattungen aufgrundihrer Reichweite und Bedeutung überproportionalen Einfluss auf die öffentliche Debatte haben, und derenMeldungen mithilfe digitaler Mediendatenbanken retrospektiv verfügbar sind.HinweisDie vorliegende Studie entstand ohne Kundenauftrag.Ausprägungsskala des Merkmals TonalitätDie Tonalität sei explizit positiv, wenn die GEMA für ihr Handeln oder ihr Vorhaben gelobt wurde, implizit positiv,wenn im Zusammenhang mit der GEMA positive Attribute genannt wurden oder generell eine eher positiveGrundeinstellung gegenüber der GEMA durchklang. Als explizit negativ wurde die Tonalität codiert, wenn über dieGEMA mit scharfer Kritik berichtet wurde und negative Begriffe auf sie bezogen wurden. Implizit negativ bedeutet,dass im Zusammenhang mit der GEMA eher negativ konnotierte Begriffe verwendet wurden. Als ambivalent wurdeeine Meldung codiert, wenn der Konflikt betont wurde und Argumente beider Seiten zur Sprache kamen.Besonders objektiv formulierte Faktenberichte ohne implizite oder explizite Tendenz wurden als neutral eingestuft. 6 6
  7. 7. Hintergrund & Methodik (3)Betrachtet wurden außerdem: die auftretenden Akteure, wobei jemand dann Akteur ist, wenn eine Person direkt oder indirekt zitiert wurdeund sich zur Tarifreform der GEMA äußerte (positiv, negativ oder neutral).Hier wurde unterschieden zwischen folgenden GEMA-Sprecher und –Sprecherinnen: Künstlern, die ordentliches GEMA-Mitglied sind Künstlern, die außerordentliches oder nur angeschlossenes Mitglied sind Künstlern, die nicht der GEMA angehören Künstlern, dessen Position innerhalb der GEMA unklar ist Politikern Clubbetreibern, wozu alle zählen, die direkt von der Tarifreform betroffen sind wie Veranstalter, Barbesitzer sowie der Hotel und Gaststättenverband DEHOGA, der häufig im Namen der Clubs auftritt Konsumenten, also privaten Nutzern von Musik Dritte, wie Rechtsexperten und Anwälte die Argumente für und gegen die GEMA. Diese wurden in einer explorativen Vorstudie aus Pressemitteilungenund Meldungen zum Tarifstreit aggregiert und überschneidungsfrei definiert. das Image der GEMA im Bezug auf ihre Gerechtigkeit und Transparenz, ihre Zeitgemäßheit, ihre Funktion alsKulturschützer und ihrer Darstellung als gemeinnütziger Verein, der die Interessen der Künstler vertritt. 7 7
  8. 8. Einbezogene Printmedien Financial Times Deutschland Meldungen 2Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Zeit, Die 1 Welt, Die Frankfurter Rundschau Welt am Sonntag 16 tageszeitung, die taz Handelsblatt 2 Tagesspiegel, Der Süddeutsche Süddeutsche Zeitung Zeitung 5 Stern Der Tagesspiegel 11 Spiegel, Der Meldungen Heise Die Welt 4 Handelsblatt Frankfurter Rundschau Die Welt kompakt 4Frankfurter Allgemeine Zeitung Welt am Sonntag überregional 2 Focus Financial Times Deutschland Die Zeit 1 BILD 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 0 5 10 15 20 25 Anzahl der Meldungen je Medium * Hauptausgaben deutscher Leitmedien in der Zeit vom 29.03.2012 bis 29.07.2012 8 8
  9. 9. Einbezogene Onlinemedien bild.de Meldungen 5 faz.net Die Zeit, 1 Welt, Die focus.de 2 Welt am Sonntag fr-online.de taz tageszeitung, die 5 Tagesspiegel, Der ftd.de 1 Süddeutsche Zeitung handelsblatt.comStern 1 Spiegel, Der heise.de 5 Meldungen Heise jetzt.de Handelsblatt 3 Frankfurter Rundschau stern.de 2Frankfurter Allgemeine Zeitung taz.de Focus 3 Financial Times Deutschland welt.de 3 BILD 0 0 1 5 2 10 3 15 4 20 5 25 6 Anzahl der Meldungen je Medium *Deutsche Leitmedien im Online-Bereich in der Zeit vom 29.03.1012 bis 29.07.2012 9 9
  10. 10. Die GEMA-Tarifreform1. Summary2. Hintergrund & Methodik3. GEMA-Tarifstreit 10 10
  11. 11. Anzahl der Meldungen Meldungsaufkommen nach Tonalität 25 Mitgliederver- sammlung der GEMA ambivalent 18% 12% 20 explizit negativ 15 8% implizit negativ 36% 10 implizit 26% positiv (n=89) 5 neutral ambivalent explizit negativ (n=89) implizit negativ implizit positiv 0 14 16 18 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Kalenderwochen neutral Kurz nach der Vorstellung der neuen GEMA-Tarife war die Berichterstattung in den deutschen Leitmedien noch ausgeglichen: In der 14. KW stehen 3 neutrale oder leicht positive Meldungen 2 ambivalenten oder leicht negativen Meldungen gegenüber. Dieses Verhältnis kippt schon in der 16. KW und verschlechtert sich in den folgenden Wochen deutlich. Auf dem Höhepunkt der Berichterstattung, mit der GEMA-Mitgliederversammlung vom 25.- 27.06.2012 in Berlin, sind in der 26. Kalenderwoche von 22 Artikeln 13 eher negativ, 4 neutral und 3 eher positiv. In der darauffolgenden Woche gibt es weder positive noch neutrale Meldungen. In insgesamt 62% der Meldungen wird mit explizit oder implizit negativer Tendenz über die GEMA berichtet. In nur 8% der Artikel wird sich für die GEMA-Tarifreform ausgesprochen. 11 11
  12. 12. Argumente pro GEMA-TarifeFolgende Argumente wurden genannt… Vereinfachung 16 mehr Gerechtigkeit 15 Entlastung für kleine Clubs 25 Preise waren vorher einfach zu günstig 11 Internationaler Standard 8Schutz von geistigem Eigentum/faire Bezahlung für Anzahl genannter Argumente 10 Musiker 0 5 10 15 20 25 30Die am häufigsten aufgegriffenen Argumente der GEMA waren: Vereinfachung der Tariflandschaft, mehrGerechtigkeit, bisher zu niedrige Preise, Anpassung an internationale Standards, der Schutz von geistigem Eigentumund eine faire Entlohnung für Künstler. Am häufigsten wurde das Argument der GEMA genannt, nachdem kleinereClubs durch die Reform entlastet würden: Dieses tauchte in 28% der untersuchten Meldungen auf. * Analyseebene ist hier nicht der Artikel, sondern das einzelne Argument, d.h. pro Artikel können mehrere 12 Argumente vorkommen 12
  13. 13. Argumente contra GEMA-TarifeFolgende Argumente wurden genannt… Existenzgefährdung 63 Steigende Preise für die Clubbesucher 12 Clubs sind Kulturgut/wichtig für Tourismus 11 Musikfolgen sind auf den Elektro-Bereich kaum… 14 Ungerechte innere Struktur 24 GEMA stellt Tatsachen falsch dar 12 Anzahl genannter Argumente Wegfall von Arbeitsplätzen 5 0 10 20 30 40 50 60 70Ein überragender Anteil der Meldungen enthielt das Argument, dass die Tariferhöhung explizit existenzgefährdendsei: 63 Mal und somit in 71% der untersuchten Meldungen zum Tarifstreit tauchte dieses Argument auf. Insgesamt14 Mal wurde kritisiert, dass das Verlangen der sogenannten „Musikfolgen“ zum Nachweis, dass keine GEMA-pflichtige Musik gespielt wurde, gerade für den Elektro-Bereich nicht umsetzbar ist. Das Angeben vor Klarnamen aufder Musikfolge ist praktisch nicht möglich, da viele Platten unter „white labels“ veröffentlicht werden und der Namedes Künstlers zum Teil unbekannt ist.Das Argument die GEMA habe eine ungerechte innere Struktur tauchte in 27% der Meldungen auf. Hier wurdekritisiert, dass die GEMA nur ihre ordentlichen Mitglieder profitieren lasse, es zum Teil zu hohe Verwaltungskostengäbe und das Geld nicht voll bei den Künstlern ankommt. Dies zeigt insbesondere, dass es nicht nur um denTarifstreit geht, sondern die GEMA auch als Ganzes kritisiert wird und somit ein generelles Rechtfertigungsproblemhat. * Analyseebene ist hier nicht der Artikel, sondern das einzelne Argument, d.h. pro Artikel können mehrere 13 Argumente vorkommen 13
  14. 14. Argumente der GEMA können sich nicht durchsetzen Ausschließlich Argumente der Gegenseite Ausschließlich Argumente der GEMA bild.de 3 keine Argumente genannt Der Tagesspiegel 7 Argumente beider Seiten Die Tageszeitung 3 Die Welt 1 Die Welt kompakt 2 Financial Times… 1 42% 45% 89 Meldungen Frankfurter Allgemeine… 1 zum Thema Frankfurter Rundschau Tarifstreit 9 fr-online.de 2 9% 4% (n=89) Handelsblatt 1 handelsblatt.com 1 heise.de 1Lediglich in 4 Meldungen sind ausschließlich Argumente für jetzt.de 1die GEMA-Tarifreform enthalten, 8 zitieren weder stern.de 2Argumente der einen, noch der anderen Seite und in 37 Süddeutsche Zeitung 2Artikeln werden beide Seiten beleuchtet. Die meisten der taz.de 2untersuchten Artikel (40) argumentieren ausschließlich Welt am Sonntag 1gegen die Tarifreform. Das Balkendiagramm rechts zeigt, inwelchen Medien Meldungen erschienen, in denen keine 0 2 4 6 8 10GEMA-Argumente aufgegriffen wurden. Anzahl der Meldungen je Medium 14 14
  15. 15. Einstellung der Akteure GEMA-Sprecher/in 24 Ordentliche Mitglieder 1 Angeschlossene Mitglieder 3 Nicht-Mitglieder 1 1 GEMA-Position unklar 2 5 neutral Politker 2 1 28 positiv Clubbetreiber 3 2 48 negativ Konsumenten 1 1 Dritte(Rechtsvertreter,… 1 0 10 20 30 40 50 Anzahl der Zitate (n=124)Clubbetreiber und ihre Interessensvertreter werden mit insgesamt 53 Statements am häufigsten zitiert. Amzweithäufigsten mit 31 Statements kommen Politiker zu Wort. GEMA-Sprecher werden in den untersuchten Artikeln24 Mal zitiert, erwartungsgemäß die Tarifreform verteidigend. Die Clubbetreiber äußern sich dagegen in 48Statements negativ, dabei sind darunter auch Besitzer kleinerer Clubs, die laut GEMA von der Reform profitierensollen. Auch alle anderen Akteure wie Mitglieder, Nicht-Mitglieder, Politiker, Konsumenten, Rechtsexperten undsonstige Künstler sprechen sich insgesamt 38 Mal gegen die Tarifreform aus und nur 3 Mal dafür. 90% der zitiertenPolitiker (insgesamt 31 Statements) äußern sich negativ zur Tarifreform – und das unabhängig von ihrerparteipolitischen Zugehörigkeit. *n=124, Codierung auf Zitateebene 15 15
  16. 16. GEMA - gerecht und transparent? (1) Meldungen GEMA ist eher gerecht & transparent GEMA ist eher nicht gerecht & transparent neutral/Argumente heben sich auf 24.07.2012: Einigung mitMeldungen 20 dem Karnevalsbund 10 0 14 16 18 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Kalenderwochen Am Anfang des Untersuchungszeitraumes wird die GEMA-Tarifreform „Gema-Bezirksdirektor Lorenz Schmid eher als gerecht und transparent dargestellt: Die Medien nehmen die warf am Freitag in München den von der GEMA emittierten Informationen neutral auf. Ab der 24. KW Diskotheken-Inhabern eine >sture nimmt der Anteil der Meldungen zu, in denen die GEMA als deutlich Verhandlungsverweigerung< vor. >Das ungerechter dargestellt wird. Höhepunkt ist die 26. KW: In 32,6% der macht mich in gewisser Weise Meldungen wird GEMA als eher nicht gerecht & transparent eingestuft. fassungslos<, sagte Schmid. Die Erst in der 30. KW, am Ende des Untersuchungszeitraumes, steigt die Tarifeinigung mit dem Bund Deutscher Zahl der Meldungen, in denen die GEMA als eher gerecht und Karneval habe bewiesen, dass die transparent dargestellt wurde. Die Hälfte der Artikel in dieser Woche Gema gesprächsbereit sei.“ bezogen sich auf eine GEMA-Pressemitteilung, in der eine Einigung mit dem Karnevalsverband mitgeteilt wurde. In diesem Zusammenhang wurde die GEMA häufiger als verhandlungsbereit dargestellt. 28.07.12 18 18
  17. 17. GEMA - gerecht und transparent? (2)100% Als eher gerecht und transparent wurde die GEMA z.B. dann dargestellt, wenn hervorgehoben wurde, dass die Reform eine keine Aussage deutliche Vereinfachung ist und für eine Umverteilung90% zugunsten kleinerer Veranstalter sorgt: „Die Gema lichtet ihre80% Tarifstruktur und stellt Veranstalter von kleineren Musik-Events 48,3 besser.“ 03.04.12,70% GEMA ist eher oder wenn geschildert wurde, dass die GEMA versucht auf die nicht gerecht Clubbetreiber zuzugehen: „Im Streit um eine neue Tarifstruktur60% & transparent hat die Verwertungsgesellschaft Gema angekündigt, eine50% Einigung mit der Bundesvereinigung der Musikveranstalter anzustreben.“ 17.04.12 GEMA ist eher40% gerecht & 32,6 In den Meldungen, in denen die GEMA als ungerecht beurteilt transparent30% wurde, wurde genau das Gegenteil behauptet: „Zur Überlebensfähigkeit der Berliner Clublandschaft gehören ein20% neutral/Argum fairer Umgang und faire Rahmenbedingungen. Dazu gehört, 9 ente heben dass ein Verein mit einer Monopolstellung wie die Gema sich10% sich auf an Regeln hält und neue Tarife mit ihren Mitgliedern 10,1 aushandelt. Dies ist mit der Tarifreform 2013 nicht geschehen.“ 0% 14.07.12 Meldungen (n=89) 19 19
  18. 18. Wird GEMA als zeitgemäß wahrgenommen?100% „Das bestehende Urheberrecht muss dringend reformiert werden. Aber genauso muss die GEMA90% dringend reformiert werden. Wir haben allerorten für Großverdiener und Verwertungsindustrie bequeme80% Strukturen, die aber mit den digitalen Realitäten des 21. Jahrhunderts nichts mehr zu tun haben und70% letztlich den Geringverdienern und den Konsumenten keine Aussage schaden.“ 01.06.1260% 85,450% Untersucht wurde, ob die GEMA als eher zeitgemäß oder als40% eher überholt eingestuft wurde. Als Indikatoren dafür, dass die GEMA eher zeitgemäß ist, wurden Aussagen gewertet , die z.B.30% GEMA eher darstellen, dass die GEMA gerade in Zeiten von Onlinehandel nicht und auch Internetpiraterie immer wichtiger wird und besonders20% zeitgemäß jetzt stark für ihre Mitglieder eintreten muss. Die GEMA wurde in keiner Meldung als modern oder zeitgemäß beschrieben.10% In 13 Meldungen werden Aussagen zur „Modernität“ gemacht. 14,6 Diese fielen durchweg negativ für die GEMA aus. So wurde z.B. 0% geschrieben, dass die GEMA angesichts der neuen Ansprüche an Meldungen (n=89) das Urheberrecht reformbedürftig sei. 21 21
  19. 19. GEMA als Bewahrer von Kulturgut?100% Knapp die Hälfte der Artikel (47%) stellt die GEMA als eher90% keine Aussage kultureinschränkend dar, was insbesondere daran liegt, dass sehr häufig die Schwierigkeiten von Clubbesitzern und die80% 39,3 Bedeutung der Tarifreform für die Partykultur beschrieben werden. So wird z.B. von einer "Verarmung der70% Veranstaltungskultur“ (Welt kompakt, 16.04.12) gesprochen GEMA oder Artikel werden betitelt mit „Tod der Tanzfläche“ zerstört eher60% (Tagesspiegel, 05.06.12). Nur in 3% der Artikel wurden Kultur Aussagen getroffen, die die GEMA als kulturfördernd oder50% kulturbewahrend verstehen, z. B. wird darauf aufmerksam GEMA fördert gemacht, dass es eine wichtige Errungenschaft unserer Zeit ist,40% eher Kultur von Kunst leben zu können und dass eine „Umsonstkultur“ 47,2 keinen Anreiz für die Künstler mehr darstellen würde.30%20% neutral/Argu „Ohne Gema wären die meisten Musiker gar keine mehr, mente heben jedenfalls nicht beruflich, sondern Müllwerker oder10% 3,4 sich auf Mathelehrer.“ 30.06.12 10,1 0% Meldungen (n=89) 22 22
  20. 20. GEMA: Verein oder Monopol?„Füllt aber mal eine Band den 100%Musikfolgebogen für ein Konzert falsch aus, keine Aussagedann wird sie es wohl nicht erleben, dass 80%die Verwertungsgesellschaft nachfragt.Formale Fehler, das bedeutet zumeist, dass 60% 72 GEMA eherdie Gelder unverteilbar sind, nicht eigennützigesausgeschüttet werden. Ganz einfach. […] Es 40% Unternehmenist noch nicht oft genug gesagt worden: DieGema ist keine Behörde, sondern ein GEMA eher 20% gemeinnütziger Vereinprivater Verein. Und trotz seines 24,7Jahresumsatzes von durchschnittlich 850 0% 3,3Millionen Euro untersteht er nur demPatent- und Markenamt. So kann die Gema Meldungen (n=89)intern tun, was sie will, zum Beispiel aufbasisdemokratische Entscheidungen Der Anspruch der GEMA ist es, ein gemeinnütziger Verein zu sein,pfeifen. Nach außen tritt sie wie eine der die Interessen seiner Mitglieder vertritt. Dennoch lässt sich inBehörde auf, wie jüngst beim Youtube- der Resonanz der Medien erkennen, dass die GEMA vielfach andersStreit. Es wird Zeit, dass die Politik die wahrgenommen wird: 25% der Meldungen beschrieben sie eher alsGema endlich zu dem zu macht, was sie sein eigennütziges Unternehmen mit Monopolstellung, das zu hohesollte – zu einer Behörde.“ Verwaltungskosten hat und einen Großteil seiner Mitglieder nicht 25.06.12 profitieren lässt. Nur in 3% der Meldungen werden Aussagen getroffen, die die GEMA als gemeinnützigen Verein darstellen, das heißt als ein Verein, der im Interesse seiner Mitglieder handelt. 23 23
  21. 21. Danke für Ihr Interesse. blätterwald GmbH Oranienburger Str. 27 10117 Berlin-Mitte numrich@blaetterwald.org Read our Blog: www.medienresonanzanalyse.wordpress.comBecome a fan: www.facebook.com/blaetterwald 25 25

×