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Stufenschleppen in den NL

    Referent: Jan Meerbeek
Jan Meerbeek
•   Gleitschirm und Segelflugzeug Pilot
•   Windenfahrer
•   Gleitschirm Instructor NVVV
•   Konstrukteur von Winden und Stufenschleppklinken
•   Verkauf von Dyneemaseilen
Schleppzentrum Toldijk
          Schleppgelände
          • Bewirtschaftete hindernissfreie
            Wiesenfläche (600 x 600 m)
          • Schleppstrecke 300 - 600 m
          • Geschleppt wird bei allen
            Windrichtungen
          Winde
          • Stationäre Eintrommelwinde
            (Honda Civic Hondamatic)
          • Stufenschlepp geeignet
            (Wenig Reibung, SLC-System)
          • Winde kann auch ausgeben
Wer fliegt in Toldijk?
Wir sind ein Club mit 14 Piloten
• Alle sind Windenfahrer
• Alle sind XC-Flieger
Wochenende/Feiertag und thermischen Tagen:
• 3 - 7 Piloten
• Schleppbeginn 13:00 Uhr (spät einsetzende Thermik)
Tandemflüge am Abend (5-8 m/s Wind  1.000 m)
Stufenschleppen
1.   Was ist Stufenschleppen?
2.   Welche Vorteile hat der Stufenschlepp?
3.   Nachteile des Stufenschlepps
4.   Risiken beim Stufenschlepp (NL)
5.   Was brauchen wir für (sicheren) Stufenschlepp?
Was ist Stufenschleppen?
Beim Stufenschleppen wir der Pilot an einer stationären (stufen-
schlepptauglichen) Winde ganz normal in die Luft gezogen.

Kurz vor der Winde klinkt der Pilot nicht aus, sondern fliegt -
nach einer 180 Grad Kurve - mit dem freigegebenen und noch
immer angehängten Seil von der Winde weg in Richtung
Ausgangspunkt (oder weiter).

Mit einer Mindesthöhe von 100 m dreht der Pilot wieder in
Richtung Winde und kann - wenn er wieder auf die Winde
zufliegt - abermals von der Winde angezogen werden.
Wie sieht das in der Praxis aus?
Welche Vorteile hat der Stufenschlepp?
• Größere Höhen als beim normalen Schlepp (500 – 1.000 m)
• Stufenschlepp kann länger dauern
  (in der Regel 10 Minuten)
                                                          TQ
• In dieser Phase kann der Pilot
  einen großen Bereich nach
  pulsierenden/festen Thermik-
  quellen absuchen
  (Abweichung von „Ideallinie“: ± 45°;
                                                               St
  Abstand zur Winde: 1.000 m)
                                                - 45°
• Windenfahrer kann den Piloten                   + 45°
                                            W                       ≈ 0,78 km2
  in einer Thermik absetzen
  Stufenschlepp ist die beste Methode
  für XC-Piloten sicheren Thermikanschluss zu finden.
Weitere Vorteile
• Kurze Schleppstrecken (min. 300 m bei Wind mit 6-8 m/s)
• Aktive Thermikzeit wird optimal genutzt
• „Biomechanischer Seilauszug“
  Seil wird per Hand ausgezogen und dann immer „am Startplatz abgelegt“.
  Weniger Zeitverlust!
• Gut für Windenfahrer!
  Der Windenfahrer geht nach 2 Stunden Kaffee trinken und kümmert sich
  anschließend um den Rücktransport der XC-Piloten.


Unsere Erfahrung: Funktioniert nur bei guten thermischen
Bedingungen und guten Piloten!
Nachteile des Stufenschlepps
• Theoretische und praktische Einweisung für Pilot (1 Tag) und
  Windenfahrer (1-2 Tage)
• Anspruchsvollere und komplexere Bewegungsabläufe!
• Wesentlich höhere Anforderungen an den Windenfahrer
  wegen manuellem Einsatz der Bremse
• Die Winde sollte mit einem automatische Seilzugbremse
  (SLC-System) ausgerüstet sein (Machbarkeit und Kosten!)
• Schleppgelände möglichst hindernissfrei
• Längere Schleppzeiten (in der Regel 10 Minuten)
• Höhere Schleppgebühren und einmalige Kosten für
  Stufenschleppklinke und Funkgerät
Risiken beim Stufenschlepp (NL)
• Der Windenfahrer zieht das Seil zu früh oder mit voller Zugkraft
  an, bevor der Pilot vollständig zur Winde zurück gedreht hat.
• Der Windenfahrer kuppelt nicht aus bevor der Pilot von der
  Winde wegdreht
• Der Pilot dreht in die falsche Richtung zur Winde zurück
• Der Pilot fliegt zu weit von der Winde weeegggggg …
• Schirm bricht aus (Lockout)
• Seilriss in der ersten Stufe
• Das Seil verhängt sich an einem Hinderniss (Baum, gefrorener
  Maulwurfshügel) oder der Winde (Seilüberwurf)
• Kein Funkkontakt zwischen Pilot und Windenfahrer
Was brauchen wir für (sicheren)
                Stufenschlepp?
• Funkgerät (Betriebsfunk, Flugfunk)
  Windenfahrer und Pilot müssen während des
  gesamten Schleppvorgangs in Funkkontakt
  stehen, ansonsten wir der Schlepp beendet.
• Stufenschleppklinke
  Klinkt bei seitlichen Belastung auto-
  matisch aus. Ohne diese Klinke ist
  der Stufenschlepp lebensgefährlich!
• Winde mit automatischer Seilbremse
  Beim SLC-System* wird mit einer zweiten
  (luftdruckgesteuerten) Bremse dafür gesorgt,
  dass das Seil beim Ausgeben immer definiert
  auf Spannung gehalten wird.
  *SLC   = Slappe Lijn Constructie
Stufenschleppklinke (I)
Erfahrungswert:
Seitliche Auslösekraft = ½ Körpergewicht
Stufenschleppklinke (II)
• Breiter als normale Klinken (40 cm)
   – Beim Schleppen werden die Karabiner
     nicht zusammen gezogen.
   – Kein Rückschlag bei Seilriss.

• Abstand Klinke/Karabiner max. 8 cm
  Beim Zurückfliegen von der Winde wird die
  Klinke kaum zur Seite gezogen.

• Auslösegriff mit Gummischlauch
  Verhindert effektiv, dass sich das Schleppseil
  hinter den Auslösegriff legt.
Automatische Seilbremse (SLC-System*)


  Luftdruck                Kompressor
  Regelventil
                           Kompressor




                  Zweite
                 Bremse     „Tänzer“ mit Kontaktgeber


   Seiltrommel                                  Azimutrollensystem
Automatische Seilbremse (SLC-System*)
• Muss nicht manuell zugeschaltet werden
• Bremskraft einfach einstellbar
• Einfache und robuste Bauweise
   – Kostengünstige Standard-Bauteile (ca. 300 €)
   – 20 l Kompressor mit 12 V ausreichend
   – Keine elektronischen Bauteile

• Einsetzbar für Seiltrommeln bis zu 600 mm Durchmesser
• Eine Kompressorfüllung reicht für mindestens einen Schlepptag
Praxis Stufenschleppen in den NL
1.    Startvorbereitungen und Start
2.    In der ersten Stufe
3.    Wegfliegen von der Winde
4.    Zurückfliegen zur Winde
5.    Wann klinkt man aus?
6.    Die Rolle des Windenfahrers
Startprozedur in Toldijk




                                                                 http://vimeo.com/15131010

Am 18.07.2010 flog Ardy Brouwer (Niviuk IcePeak XP) 146 km von Toldijk (NL) nach Bersenbruck (D)
Die vier Phasen des Stufenschlepp


 W                                            St

              3. Wegfliegen
             von der Winde    4. Zurückfliegen
                                 zur Winde




                 2. In der
               ersten Stufe
                                   1. Start
 W                                            St
1. Startvorbereitungen und Start
• Pilot macht sich startbereit
  Schirm sauber ausgelegt, Gurtzeug geschlossen, Funk, …

• Pilot hängt sich ins Seil ein und ist startbereit (Luftraum frei, …)
   – Pilot an Windenfahrer:
      „Voorspanning für Pilot“ bei einem Vorwärtsstart
      „Achterspanning für Pilot“ bei einem Rückwärtsstart
   – Windenfahrer an Pilot:
      „Voorspanning“ oder „Achterspanning vor Piloten kommt“
   – Pilot an Windenfahrer:
      „Voorspanning...“ oder „Achterspanning ist da“

• Der Pilot startet wenn die Bedingungen für ihn gut sind.
2. In der ersten Stufe
Der Pilot befindet sich in der ersten Stufe und fliegt auf die
Winde zu.
10-20 Sekunden bevor der Pilot über der Winde ist:
   – Windenfahrer an Pilot:
      „Du kannst nach rechts...“ oder „links wegdrehen.“

   – Der Pilot erwidert dies.
      Er legt deutlich sichtbar beide Beine rechts oder links neben das Seil.
3. Wegfliegen von der Winde (I)
Windenfahrer nimmt Gas weg (stationäre Zugkraft 35 kg)
   – Windenfahrer an Pilot:
      „Dreh nach rechts...“ oder „links weg.“

Pilot fliegt langsame (flache) 180 Grad Kurve nach rechts oder links
Windenfahrer kuppelt aus wenn der Pilot 45-90° von der Winde
weggedreht hat (SLC aktiv!)
3. Wegfliegen von der Winde (II)
Pilot fliegt mit dem freigegebene, angehängten Seil von der
Winde weg in Richtung Ausgangspunkt.
Beim Wegfliegen wird das Seil - rechts oder links am Körper
vorbei - von der Winde abgerollt (Auszugskraft 5-10 kg).
Die Seilführung gibt automatisch die Drehrichtung beim
Zurückfliegen zur Winde an:
   – Seil rechts vom Körper:
     Pilot dreht nach rechts zur Winde zurück
   – Seil links vom Körper:
     Pilot dreht nach links zur Winde zurück
4. Zurückfliegen zur Winde (I)
Der Pilot kann/darf jederzeit (zur richtigen Seite) zur Winde
zurückdrehen.
Er dreht auf jeden Fall, wenn
    – in der ersten Stufen die Sicherheitshöhe von 100 m
      unterschritten wird
    – z.B. der Startplatz überflogen wird
    – Windenfahrer ihn aus Sicherheitsgründen dazu auffordert
Der Pilot fliegt eine langsame flache 180 Grad Kurve in die
Richtung, auf der das Seil an seinem Körper vorbei läuft
Seil links - Linke Kurve; Seil rechts - Rechte Kurve
4. Zurückfliegen zur Winde (II)
Die automatische Seilbremse (SLC-System) sorgt währende des
gesamten „Auskuppelvorgangs“ dafür, das das Schleppseil
immer auf Spannung gehalten wird und die Trommel beim
zurückdrehen zur Winde abgebremst wird.
Vorteil: Der Windenfahrer muss in dieser Phase nicht aktiv in
den Schleppvorgang eingreifen. Er sorgt nur dafür das der Pilot
im richtigen Moment (sicher und effektiv) zur Winde zurückdreht
Windenfahrer kuppelt den Antrieb wieder ein, wenn der Pilot
auf die Winde zufliegt und erhöht langsam die Zugkraft.
Wann klinkt man aus?
Wenn kein Funkkontakt zwischen Pilot und Windenfahrer besteht.
Das Steigen am Seil nimmt von 3 m/s auf 5-6 m/s zu. Aber das kann
zwei Gründe haben!
• Windenfahrer hat die Zugkraft erhöht
• Pilot befindet sich in einer Thermik
Der Windenfahrer kann dies sicher erkennen (Veränderung der
Zugkraft) und dem Piloten mitteilen, wenn er in eine Thermik
eingeflogen ist bzw. wenn er sie verlassen hat.
Wichtig: Der Pilot darf nur ausklinken, wenn er auf die Winde
zufliegt!
Rolle des Windenfahrers (I)
In Toldijk gibt der Windenfahrer die Kommandos! Er steht in
ständigem Funkkontakt mit dem Piloten und entscheidet was der
Pilot am besten macht:
   – Ausklinken
   – Schnell zur Thermik zurückfliegen
   – Gelände an einer anderen Stelle nach Thermik absuchen
Der Pilot kann sich jederzeit bei Problemen/Notfällen – ohne
Rücksprache mit dem Windenfahrer – vom Seil trennen
(klinken).
Rolle des Windenfahrers (II)
• Der Windenfahrer steht nicht so unter „Stress“ wie der
  startende Pilot.
• Der Windenfahrer hat eine Position mit guter Übersicht und
  kann mögliche Gefahren am Boden und in der Luft gut
  erkennen.
• Der Windenfahrer kann Thermikanzeiger gut erkennen
  (Wolken, Vögel, Wind etc.)
• Der Windenfahrer kann den Piloten in Richtung vermuteter
  Thermik leiten.
Zeitaufwand für die Einweisung
In Toldijk benötigen wir im Normalfall
• 1 (langen) Tag für erfahrene Pilot mit Winden-
  schleppberechtigung (max. 5 Personen)
• 2 Tage Theorie und Praxis für Windenfahrer (max. 2
  Personen)
• ½ Tag für Fluglehrer/EWF
Warum machen wir das eigentlich?
• An einem guten Thermiktag finden unsere Piloten
  mit fast 100%iger Garantie beim ersten Schlepp
  direkt Thermikanschluss
• Einfache Möglichkeit für Piloten in das XC-Fliegen
  einzusteigen
• Wir brauchen keine langen Schleppstrecken
• Bei unterschiedlichsten Windbedingungen schleppen
• Viele XC-Flüge sammeln
• Glückliche Piloten
Beispiele für Stufenschlepps
• Ohne Stufen: 854JAME1.igc
• Beim wegfliegen Thermik gefunden:
  847_RemkoBolt.igc
• Nach 6 Stufen immer noch nichts gefunden:
  05NJAME1.igc
• Klassiker
Dank u
voor uw
aandacht

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Stufenschleppen in den Niederlanden

  • 1. Stufenschleppen in den NL Referent: Jan Meerbeek
  • 2. Jan Meerbeek • Gleitschirm und Segelflugzeug Pilot • Windenfahrer • Gleitschirm Instructor NVVV • Konstrukteur von Winden und Stufenschleppklinken • Verkauf von Dyneemaseilen
  • 3. Schleppzentrum Toldijk Schleppgelände • Bewirtschaftete hindernissfreie Wiesenfläche (600 x 600 m) • Schleppstrecke 300 - 600 m • Geschleppt wird bei allen Windrichtungen Winde • Stationäre Eintrommelwinde (Honda Civic Hondamatic) • Stufenschlepp geeignet (Wenig Reibung, SLC-System) • Winde kann auch ausgeben
  • 4. Wer fliegt in Toldijk? Wir sind ein Club mit 14 Piloten • Alle sind Windenfahrer • Alle sind XC-Flieger Wochenende/Feiertag und thermischen Tagen: • 3 - 7 Piloten • Schleppbeginn 13:00 Uhr (spät einsetzende Thermik) Tandemflüge am Abend (5-8 m/s Wind  1.000 m)
  • 5. Stufenschleppen 1. Was ist Stufenschleppen? 2. Welche Vorteile hat der Stufenschlepp? 3. Nachteile des Stufenschlepps 4. Risiken beim Stufenschlepp (NL) 5. Was brauchen wir für (sicheren) Stufenschlepp?
  • 6. Was ist Stufenschleppen? Beim Stufenschleppen wir der Pilot an einer stationären (stufen- schlepptauglichen) Winde ganz normal in die Luft gezogen. Kurz vor der Winde klinkt der Pilot nicht aus, sondern fliegt - nach einer 180 Grad Kurve - mit dem freigegebenen und noch immer angehängten Seil von der Winde weg in Richtung Ausgangspunkt (oder weiter). Mit einer Mindesthöhe von 100 m dreht der Pilot wieder in Richtung Winde und kann - wenn er wieder auf die Winde zufliegt - abermals von der Winde angezogen werden.
  • 7. Wie sieht das in der Praxis aus?
  • 8. Welche Vorteile hat der Stufenschlepp? • Größere Höhen als beim normalen Schlepp (500 – 1.000 m) • Stufenschlepp kann länger dauern (in der Regel 10 Minuten) TQ • In dieser Phase kann der Pilot einen großen Bereich nach pulsierenden/festen Thermik- quellen absuchen (Abweichung von „Ideallinie“: ± 45°; St Abstand zur Winde: 1.000 m) - 45° • Windenfahrer kann den Piloten + 45° W ≈ 0,78 km2 in einer Thermik absetzen Stufenschlepp ist die beste Methode für XC-Piloten sicheren Thermikanschluss zu finden.
  • 9. Weitere Vorteile • Kurze Schleppstrecken (min. 300 m bei Wind mit 6-8 m/s) • Aktive Thermikzeit wird optimal genutzt • „Biomechanischer Seilauszug“ Seil wird per Hand ausgezogen und dann immer „am Startplatz abgelegt“. Weniger Zeitverlust! • Gut für Windenfahrer! Der Windenfahrer geht nach 2 Stunden Kaffee trinken und kümmert sich anschließend um den Rücktransport der XC-Piloten. Unsere Erfahrung: Funktioniert nur bei guten thermischen Bedingungen und guten Piloten!
  • 10. Nachteile des Stufenschlepps • Theoretische und praktische Einweisung für Pilot (1 Tag) und Windenfahrer (1-2 Tage) • Anspruchsvollere und komplexere Bewegungsabläufe! • Wesentlich höhere Anforderungen an den Windenfahrer wegen manuellem Einsatz der Bremse • Die Winde sollte mit einem automatische Seilzugbremse (SLC-System) ausgerüstet sein (Machbarkeit und Kosten!) • Schleppgelände möglichst hindernissfrei • Längere Schleppzeiten (in der Regel 10 Minuten) • Höhere Schleppgebühren und einmalige Kosten für Stufenschleppklinke und Funkgerät
  • 11. Risiken beim Stufenschlepp (NL) • Der Windenfahrer zieht das Seil zu früh oder mit voller Zugkraft an, bevor der Pilot vollständig zur Winde zurück gedreht hat. • Der Windenfahrer kuppelt nicht aus bevor der Pilot von der Winde wegdreht • Der Pilot dreht in die falsche Richtung zur Winde zurück • Der Pilot fliegt zu weit von der Winde weeegggggg … • Schirm bricht aus (Lockout) • Seilriss in der ersten Stufe • Das Seil verhängt sich an einem Hinderniss (Baum, gefrorener Maulwurfshügel) oder der Winde (Seilüberwurf) • Kein Funkkontakt zwischen Pilot und Windenfahrer
  • 12. Was brauchen wir für (sicheren) Stufenschlepp? • Funkgerät (Betriebsfunk, Flugfunk) Windenfahrer und Pilot müssen während des gesamten Schleppvorgangs in Funkkontakt stehen, ansonsten wir der Schlepp beendet. • Stufenschleppklinke Klinkt bei seitlichen Belastung auto- matisch aus. Ohne diese Klinke ist der Stufenschlepp lebensgefährlich! • Winde mit automatischer Seilbremse Beim SLC-System* wird mit einer zweiten (luftdruckgesteuerten) Bremse dafür gesorgt, dass das Seil beim Ausgeben immer definiert auf Spannung gehalten wird. *SLC = Slappe Lijn Constructie
  • 14. Stufenschleppklinke (II) • Breiter als normale Klinken (40 cm) – Beim Schleppen werden die Karabiner nicht zusammen gezogen. – Kein Rückschlag bei Seilriss. • Abstand Klinke/Karabiner max. 8 cm Beim Zurückfliegen von der Winde wird die Klinke kaum zur Seite gezogen. • Auslösegriff mit Gummischlauch Verhindert effektiv, dass sich das Schleppseil hinter den Auslösegriff legt.
  • 15. Automatische Seilbremse (SLC-System*) Luftdruck Kompressor Regelventil Kompressor Zweite Bremse „Tänzer“ mit Kontaktgeber Seiltrommel Azimutrollensystem
  • 16. Automatische Seilbremse (SLC-System*) • Muss nicht manuell zugeschaltet werden • Bremskraft einfach einstellbar • Einfache und robuste Bauweise – Kostengünstige Standard-Bauteile (ca. 300 €) – 20 l Kompressor mit 12 V ausreichend – Keine elektronischen Bauteile • Einsetzbar für Seiltrommeln bis zu 600 mm Durchmesser • Eine Kompressorfüllung reicht für mindestens einen Schlepptag
  • 17. Praxis Stufenschleppen in den NL 1. Startvorbereitungen und Start 2. In der ersten Stufe 3. Wegfliegen von der Winde 4. Zurückfliegen zur Winde 5. Wann klinkt man aus? 6. Die Rolle des Windenfahrers
  • 18. Startprozedur in Toldijk http://vimeo.com/15131010 Am 18.07.2010 flog Ardy Brouwer (Niviuk IcePeak XP) 146 km von Toldijk (NL) nach Bersenbruck (D)
  • 19. Die vier Phasen des Stufenschlepp W St 3. Wegfliegen von der Winde 4. Zurückfliegen zur Winde 2. In der ersten Stufe 1. Start W St
  • 20. 1. Startvorbereitungen und Start • Pilot macht sich startbereit Schirm sauber ausgelegt, Gurtzeug geschlossen, Funk, … • Pilot hängt sich ins Seil ein und ist startbereit (Luftraum frei, …) – Pilot an Windenfahrer: „Voorspanning für Pilot“ bei einem Vorwärtsstart „Achterspanning für Pilot“ bei einem Rückwärtsstart – Windenfahrer an Pilot: „Voorspanning“ oder „Achterspanning vor Piloten kommt“ – Pilot an Windenfahrer: „Voorspanning...“ oder „Achterspanning ist da“ • Der Pilot startet wenn die Bedingungen für ihn gut sind.
  • 21. 2. In der ersten Stufe Der Pilot befindet sich in der ersten Stufe und fliegt auf die Winde zu. 10-20 Sekunden bevor der Pilot über der Winde ist: – Windenfahrer an Pilot: „Du kannst nach rechts...“ oder „links wegdrehen.“ – Der Pilot erwidert dies. Er legt deutlich sichtbar beide Beine rechts oder links neben das Seil.
  • 22. 3. Wegfliegen von der Winde (I) Windenfahrer nimmt Gas weg (stationäre Zugkraft 35 kg) – Windenfahrer an Pilot: „Dreh nach rechts...“ oder „links weg.“ Pilot fliegt langsame (flache) 180 Grad Kurve nach rechts oder links Windenfahrer kuppelt aus wenn der Pilot 45-90° von der Winde weggedreht hat (SLC aktiv!)
  • 23. 3. Wegfliegen von der Winde (II) Pilot fliegt mit dem freigegebene, angehängten Seil von der Winde weg in Richtung Ausgangspunkt. Beim Wegfliegen wird das Seil - rechts oder links am Körper vorbei - von der Winde abgerollt (Auszugskraft 5-10 kg). Die Seilführung gibt automatisch die Drehrichtung beim Zurückfliegen zur Winde an: – Seil rechts vom Körper: Pilot dreht nach rechts zur Winde zurück – Seil links vom Körper: Pilot dreht nach links zur Winde zurück
  • 24. 4. Zurückfliegen zur Winde (I) Der Pilot kann/darf jederzeit (zur richtigen Seite) zur Winde zurückdrehen. Er dreht auf jeden Fall, wenn – in der ersten Stufen die Sicherheitshöhe von 100 m unterschritten wird – z.B. der Startplatz überflogen wird – Windenfahrer ihn aus Sicherheitsgründen dazu auffordert Der Pilot fliegt eine langsame flache 180 Grad Kurve in die Richtung, auf der das Seil an seinem Körper vorbei läuft Seil links - Linke Kurve; Seil rechts - Rechte Kurve
  • 25. 4. Zurückfliegen zur Winde (II) Die automatische Seilbremse (SLC-System) sorgt währende des gesamten „Auskuppelvorgangs“ dafür, das das Schleppseil immer auf Spannung gehalten wird und die Trommel beim zurückdrehen zur Winde abgebremst wird. Vorteil: Der Windenfahrer muss in dieser Phase nicht aktiv in den Schleppvorgang eingreifen. Er sorgt nur dafür das der Pilot im richtigen Moment (sicher und effektiv) zur Winde zurückdreht Windenfahrer kuppelt den Antrieb wieder ein, wenn der Pilot auf die Winde zufliegt und erhöht langsam die Zugkraft.
  • 26. Wann klinkt man aus? Wenn kein Funkkontakt zwischen Pilot und Windenfahrer besteht. Das Steigen am Seil nimmt von 3 m/s auf 5-6 m/s zu. Aber das kann zwei Gründe haben! • Windenfahrer hat die Zugkraft erhöht • Pilot befindet sich in einer Thermik Der Windenfahrer kann dies sicher erkennen (Veränderung der Zugkraft) und dem Piloten mitteilen, wenn er in eine Thermik eingeflogen ist bzw. wenn er sie verlassen hat. Wichtig: Der Pilot darf nur ausklinken, wenn er auf die Winde zufliegt!
  • 27. Rolle des Windenfahrers (I) In Toldijk gibt der Windenfahrer die Kommandos! Er steht in ständigem Funkkontakt mit dem Piloten und entscheidet was der Pilot am besten macht: – Ausklinken – Schnell zur Thermik zurückfliegen – Gelände an einer anderen Stelle nach Thermik absuchen Der Pilot kann sich jederzeit bei Problemen/Notfällen – ohne Rücksprache mit dem Windenfahrer – vom Seil trennen (klinken).
  • 28. Rolle des Windenfahrers (II) • Der Windenfahrer steht nicht so unter „Stress“ wie der startende Pilot. • Der Windenfahrer hat eine Position mit guter Übersicht und kann mögliche Gefahren am Boden und in der Luft gut erkennen. • Der Windenfahrer kann Thermikanzeiger gut erkennen (Wolken, Vögel, Wind etc.) • Der Windenfahrer kann den Piloten in Richtung vermuteter Thermik leiten.
  • 29. Zeitaufwand für die Einweisung In Toldijk benötigen wir im Normalfall • 1 (langen) Tag für erfahrene Pilot mit Winden- schleppberechtigung (max. 5 Personen) • 2 Tage Theorie und Praxis für Windenfahrer (max. 2 Personen) • ½ Tag für Fluglehrer/EWF
  • 30. Warum machen wir das eigentlich? • An einem guten Thermiktag finden unsere Piloten mit fast 100%iger Garantie beim ersten Schlepp direkt Thermikanschluss • Einfache Möglichkeit für Piloten in das XC-Fliegen einzusteigen • Wir brauchen keine langen Schleppstrecken • Bei unterschiedlichsten Windbedingungen schleppen • Viele XC-Flüge sammeln • Glückliche Piloten
  • 31. Beispiele für Stufenschlepps • Ohne Stufen: 854JAME1.igc • Beim wegfliegen Thermik gefunden: 847_RemkoBolt.igc • Nach 6 Stufen immer noch nichts gefunden: 05NJAME1.igc • Klassiker