Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV)und seine Auswirkungenauf die JugendarbeitInformationen & EinschätzungenStand:...
Wesentliche allgemeineInformationen zum JMStV
Was ist der JMStV?14. Änderung des Rundfunk-StaatsvertragsZiel: Schutz von jungen Menschen vorjugendgefährdenden Inhalten ...
Wer ist betroffen? „Medienanbieter”: Fernseh- und Radiosender, Filmproduzenten, Spieleentwickler Anbieter im Internet: All...
Was ist neu?Schutzregeln werden von Fernsehen & Radio auf dasInternet übertragenKategorisierung der Inhalte nach Altersstu...
Wie erfüllt man die Auflagen?Kennzeichnung der Inhalte mit einer entsprechendenAltersfreigabe (entweder pauschal für die ga...
Ist die Kennzeichnung Pflicht? Nein, aber ungekennzeichnete Webseiten werden von den Schutzprogrammen als ”ab 18” gefiltert ...
Kriterien für Klassifizierung? „Grad der Entwicklungsbeeinträchtigung”; zu berücksichtigen sind:   die Reiz- und Nachwirkun...
Wer klassifiziert? der Anbieter selber oder über die „Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia- Dienstanbieter” (FSM) Problem...
Umgang mit„user generated content”? der Anbieter haftet und muss das Einbinden von gefährdenden Inhalten verhindern oder d...
Braucht manJugendschutzbeauftragte? nein, nur bei gewerbsmäßiger Nutzung Hinweis: strittig ist, ob eingebundene Bannerwerb...
Einschätzung aus Sichtder Jugendarbeit
„Schutzmechanismen”statt MedienpädagogikDie Jugendschutzprogramme müssen auf PCs,Smartphones,... installiert werden. Dies ...
„sex sells” Allein die Altersklassifizierung genügt demnächst, um z.B. den Zugriff auf pornografische Inhalte zu beschränken...
„Jugendarbeit online” im „off” Angebote der Jugendarbeit sind auf PCs mit Schutzprogrammen nur aufrufbar, wenn eine Alters...
Partizipation wird erschwert partizipative Angebote der Jugendarbeit (z.B. Web2.0- Angebote der Jugendgruppen, Jugendserve...
Medienpädagogikbraucht Freiräume Der verantwortungsbewusste und umfassende Umgang mit dem Internet ist heute eine Kernkomp...
Medienpädagogikbraucht Freiräume Die Kennzeichnungspflicht wird zu einer Bevorzugung großer, kommerzieller Angebote führen,...
Aktuelle Empfehlungen
Aktuelle EmpfehlungenDa zurzeit viele Fragen noch nicht abschließend geklärtsind, empfiehlt es sich, nicht voreilig oder üb...
Aktuelle EmpfehlungenSobald geeignete Instrumente zur Verfügung stehenerscheinen folgende Punkte als wichtig:  Jede Websei...
Aktuelle EmpfehlungenAktuelle Infos zur weiteren Entwicklung aufwww.myjuleica.de/jmstv.html
Landesjugendring Niedersachsen e.V.Björn BertramZeißstraße 1330519 Hannoverwww.ljr.dewww.myjuleica.de/jmstvinfo@ljr.deStan...
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Jugendmedienschutz-Staatsvertrag und die Jugendarbeit

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Die Keynote beschreibt die Grundzüge des JMStV, die Auswirkungen auf die Jugendarbeit, medienpädagogische Aspekte und Handlungsansätze

Veröffentlicht in: Bildung
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    1. 1. Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV)und seine Auswirkungenauf die JugendarbeitInformationen & EinschätzungenStand: 10.12.2010
    2. 2. Wesentliche allgemeineInformationen zum JMStV
    3. 3. Was ist der JMStV?14. Änderung des Rundfunk-StaatsvertragsZiel: Schutz von jungen Menschen vorjugendgefährdenden Inhalten in den Medien (z.B. TV,Radio, Kino, Spiele, Internetdienste)Neufassung soll zum 01.01.2011 in Kraft treten, derJMStV wurde aber noch nicht von allenLandesparlamenten ratifiziert; Erstfassung gilt bereitsseit 2003
    4. 4. Wer ist betroffen? „Medienanbieter”: Fernseh- und Radiosender, Filmproduzenten, Spieleentwickler Anbieter im Internet: Alle Betreiber von Webseiten, Blogs, Chats, Foren, Communities, Onlinespielen unabhängig von einer Gewinnerzielungsabsicht Internet-Service-Provider müssen Jugendschutzprogramme zur Verfügung stellen aber: der JMStV trifft nur deutsche Anbieter
    5. 5. Was ist neu?Schutzregeln werden von Fernsehen & Radio auf dasInternet übertragenKategorisierung der Inhalte nach Altersstufen(ab 0 | ab 6 | ab 12 | ab 16 | ab 18)Verpflichtung dafür zu sorgen, dass Kinder/Jugendlichenur die für sie geeigneten Angebote nutzen könnenJugendschutzbeauftragte-r muss im Impressumbenannt werden
    6. 6. Wie erfüllt man die Auflagen?Kennzeichnung der Inhalte mit einer entsprechendenAltersfreigabe (entweder pauschal für die ganzeWebseite oder für jeden einzelnen Inhalt); dieseKennzeichnung muss von den Schutzprogrammenausgelesen werden können.Problem 1: Schutzprogramme gibt es noch nichtProblem 2: Kennzeichnung muss in Quellcodeeingebunden werden„Sendezeitbegrenzung” von jugendgefährdendenInhaltenandere technische Sperren
    7. 7. Ist die Kennzeichnung Pflicht? Nein, aber ungekennzeichnete Webseiten werden von den Schutzprogrammen als ”ab 18” gefiltert Problem: Es ist davon auszugehen, dass in Schulen, Jugendzentren usw. i.d.R. Filter installiert werden. Dadurch wären Webangebote von Trägern der Jugendarbeit für die Hauptzielgruppe nicht erreichbar. Dadurch ist eine Kennzeichnung für Webseiten, die sich an Kinder und Jugendliche richten, quasi Pflicht.
    8. 8. Kriterien für Klassifizierung? „Grad der Entwicklungsbeeinträchtigung”; zu berücksichtigen sind: die Reiz- und Nachwirkung von Inhalten der Kontext die Verständlichkeit die Kontaktmöglichkeiten Problem: Wer kann diese Klassifizierung leisten? Medienpädagogische & -rechtliche Kenntnisse notwendig helfen soll altersklassifizierung.de
    9. 9. Wer klassifiziert? der Anbieter selber oder über die „Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia- Dienstanbieter” (FSM) Problem: Mitgliedschaft in der FSM ab 2.000 €/Jahr Problem: Funktiuonalität von altersklassifizierung.de noch unbekannt. Hohe Fehlerquote bei der Selbst- klassifizierung > Gefahr von Bußgeld bei wiederholter Fehleinschätzung bis 500.000€
    10. 10. Umgang mit„user generated content”? der Anbieter haftet und muss das Einbinden von gefährdenden Inhalten verhindern oder diese Inhalte umgehend entfernen (wenn er davon Kenntnis erhält) Hinweis: Button zum Melden von Inhalten sollte vorhanden sein! Problem 1: Zeitnahes Entfernen von gefährdenden Inhalten muss (technisch oder personell) gewährleistet werden Problem 2: Partizipation wird verhindert/erschwert
    11. 11. Braucht manJugendschutzbeauftragte? nein, nur bei gewerbsmäßiger Nutzung Hinweis: strittig ist, ob eingebundene Bannerwerbung, die zur Finanzierung des Angebots dient, bereits diesen Tatbestand erfüllt.
    12. 12. Einschätzung aus Sichtder Jugendarbeit
    13. 13. „Schutzmechanismen”statt MedienpädagogikDie Jugendschutzprogramme müssen auf PCs,Smartphones,... installiert werden. Dies setzt einetechnische und fachliche Kompetenz bei den Elternvoraus.Erreicht werden also vor allem die Familien, die bereitsjetzt medienpädagogisch interessierter sind.Technische Filter wiegen in falscher Sicherheit
    14. 14. „sex sells” Allein die Altersklassifizierung genügt demnächst, um z.B. den Zugriff auf pornografische Inhalte zu beschränken Porno-Anbieter brauchen keine zusätzlichen Schutzprogramme mehr > Zugriff wird erleichtert
    15. 15. „Jugendarbeit online” im „off” Angebote der Jugendarbeit sind auf PCs mit Schutzprogrammen nur aufrufbar, wenn eine Altersklassifizierung erfolgt ist. Problem 1: Wer macht die Klassifizierung? Problem 2: Wer verfügt über die technische Kompetenz & Möglichkeit, die technischen Anforderungen umzusetzen?
    16. 16. Partizipation wird erschwert partizipative Angebote der Jugendarbeit (z.B. Web2.0- Angebote der Jugendgruppen, Jugendserver Niedersachsen, myjuleica.de, neXTvote.de,...) müssen tlw. Inhalte der Mitwirkenden prüfen Problem: Welche-r Ehrenamtliche-r kann Webseiten jederzeit zeitnah prüfen?
    17. 17. Medienpädagogikbraucht Freiräume Der verantwortungsbewusste und umfassende Umgang mit dem Internet ist heute eine Kernkompetenz: Medienkritik als Teil von Medienkompetenz braucht keine Regulierung, sondern begleitete Auseinandersetzung Der JMStV sorgt nicht für die Förderung der Medienkompetenz junger Menschen; er sorgt im Gegenteil für ihre erhebliche Behinderung.
    18. 18. Medienpädagogikbraucht Freiräume Die Kennzeichnungspflicht wird zu einer Bevorzugung großer, kommerzieller Angebote führen, die häufig aus datenschutzrechtlicher Sicht problematisch sind. Technik kann Erziehung nicht ersetzen
    19. 19. Aktuelle Empfehlungen
    20. 20. Aktuelle EmpfehlungenDa zurzeit viele Fragen noch nicht abschließend geklärtsind, empfiehlt es sich, nicht voreilig oder übertriebenzu reagieren.Die weitere Entwicklung sollte aber aufmerksamverfolgt werden.
    21. 21. Aktuelle EmpfehlungenSobald geeignete Instrumente zur Verfügung stehenerscheinen folgende Punkte als wichtig: Jede Webseite sollte mit einer Altersfreigabe gekennzeichnet werden Wenn es die Möglichkeit gibt, „user generated content" auf der Webseite einzubinden, sollte ein „Melde-Button” vorhanden sein Technische Realisierbarkeit der Einbindung der Altersschutzkennzeichnung in das CMS/die Webseite prüfen.
    22. 22. Aktuelle EmpfehlungenAktuelle Infos zur weiteren Entwicklung aufwww.myjuleica.de/jmstv.html
    23. 23. Landesjugendring Niedersachsen e.V.Björn BertramZeißstraße 1330519 Hannoverwww.ljr.dewww.myjuleica.de/jmstvinfo@ljr.deStand: 10.12.2010

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