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                 Berlin, 5. September 2011


                 Pflege: Eine demografische Herausforderung


                 In den 16 Jahren seit Einführung der Pflegeversicherung ist es gelungen
                 eine flächendeckende Pflegeinfrastruktur aufzubauen und zu etablieren.
                 Doch der demografische Wandel birgt erhebliche Herausforderungen.
                 Modellrechnungen gehen davon aus, dass es im Jahr 2050 voraussicht-
                 lich 3,8 bis 4,5 Mio. pflegebedürftige Menschen geben wird.


                 „Dieser Herausforderung muss sich die Politik stellen. In einer immer älter
                 werdenden Gesellschaft, steigt der Leistungsbedarf in der Pflegeversiche-
                 rung. So nimmt z. B. die Zahl der Menschen mit demenzieller Erkrankung
                 weiter zu. Noch ist nicht geklärt, wie diese steigenden Ausgaben finanziert
                 werden sollen. Daher begrüßen wir die Entscheidung des Bundesministe-
                 riums für Gesundheit, noch in diesem Monat die Eckpunkte für eine Pfle-
                 gereform vorzulegen, sehr“, erklärt Heinz Kaltenbach, Geschäftsführer
                 des BKK Bundesverbandes.


                 Leistungsausgaben im Bereich Pflege
                 Die Zahlen belegen es, die Kosten der Pflegeversicherung steigen weiter
                 an. Betrugen sie im Jahr 2009 noch 19,3 Mrd. Euro, stiegen sie 2010 bis
                 auf rund 20,4 Mrd. Euro an. Davon fielen 10,2 Mrd. Euro auf die ambulan-
                 te und 10,3 Mrd. Euro auf die stationäre Versorgung.
                 Die Leistungsausgaben der Pflegeversicherung gehen größtenteils an die
                 vollstationäre Pflege. Im Jahr 2010 betrugen die Ausgaben 9,6 Mrd. Euro.
                 Dazu kam die vollstationäre Pflege in Behindertenheimen mit 260 Mio.
                 Euro. Auf Platz zwei folgen die Geldleistungen mit 4,7 Mrd. Euro, z. B. für
                 die Pflege von Angehörigen.

                 Pflegesituation im häuslichen und stationären Umfeld
                 Der Großteil der 2,3 Mio. Pflegebedürftigen wurde 2009 zu Hause
                 (69 Prozent) versorgt. Meistens sind es Kinder, die einen pflegebedürfti-
                 gen Elternteil betreuen. 1,1 Mio. Menschen wurden durch ihre Angehöri-
                 gen betreut, davon wurden 555.000 durch oder zusammen mit ambulan-

 Ihre Ansprechpartnerin: Andrea Röder,
 BKK Bundesverband GbR, Büro Berlin, Albrechtstraße 10 c, 10117 Berlin
 Telefon: 030 22312-121, Telefax: 030 22312-129, E-Mail: presse@bkk-bv.de
 BKK Bundesverband GbR, Kronprinzenstr. 6, 45128 Essen, Internet-Adresse: www.bkk.de   Seite 1 von 2
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Information
                 ten Pflegediensten versorgt. Es gibt auch eine „neue“ Solidarität. Die Un-
                 terstützung durch Nachbarn, Freunde und Bekannte nimmt zu. Nur ein
                 geringer Teil der Pflegebedürftigen, die zu Hause leben, erhalten aus-
                 schließlich professionelle Hilfe.

                 Ländervergleich: Pflege im häuslichen und stationären Bereich
                 Am häufigsten wurden in Hessen (54 Prozent) die Pflegebedürftigen
                 durch ihre Angehörigen gepflegt. Das Schlusslicht bildet Schleswig-
                 Holstein. Mit knapp 38,4 Prozent ist hier die häusliche Pflege weniger ver-
                 breitet als in den restlichen Bundesländern. Dafür sind die meisten Pfle-
                 geheime in Schleswig-Holstein zu finden. Auf 100.000 Einwohner kom-
                 men gut 23 Pflegeeinrichtungen. Berlin (11 pro 100.000 Einwohner) und
                 Hamburg (10 pro 100.000 Einwohner) weisen die geringste Zahl an stati-
                 onären Einrichtungen auf. Wenn nicht durch entsprechende gesetzgeberi-
                 sche Maßnahmen (Stärkung ambulante Versorgung) gegengesteuert wird,
                 gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Pflegeheime in den
                 kommenden Jahren steigen und sich die Pflege Hilfsbedürftiger immer
                 weiter in die Heime verlagern wird.

                 Noch ungelöst ist die Frage der Pflegestufen. Fachleute fordern die Wei-
                 terentwicklung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs, insbesondere aufgrund
                 der steigenden Zahl von betreuungsintensiven Demenzkranken. Der BKK
                 Bundesverband schließt sich der Forderung der Experten an, anstelle der
                 bisherigen drei Pflegestufen fünf Bedarfsgrade einzuführen, die nicht nur
                 die körperlichen Gebrechen der Hilfebedürftigen im Blick haben, sondern
                 auch die kognitiven Probleme in die Bewertung der Pflegestufe mit einbe-
                 ziehen.

                 Weitere Daten und Fakten finden Sie in der Anlage oder unter folgendem
                 Link: www.bkk.de/presse-politik/presse/bkk-faktenspiegel/

                 Seit über 200 Jahren versichern und versorgen Betriebskrankenkassen Mitarbei-
                 ter von Unternehmen – vom Pförtner und der Verkäuferin über den Facharbeiter
                 und kaufmännischen Angestellten bis zur Leitungsebene. 13 Millionen Men-
                 schen, einschließlich der Familienversicherten, werden heute von den 119 Be-
                 triebskrankenkassen versorgt. Damit ist die BKK mit einem Marktanteil von rund
                 18 Prozent die drittgrößte Kassenart.

 Ihre Ansprechpartnerin: Andrea Röder,
 BKK Bundesverband GbR, Büro Berlin, Albrechtstraße 10 c, 10117 Berlin
 Telefon: 030 22312-121, Telefax: 030 22312-129, E-Mail: presse@bkk-bv.de
 BKK Bundesverband GbR, Kronprinzenstr. 6, 45128 Essen, Internet-Adresse: www.bkk.de   Seite 2 von 2

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  • 2. Presse ® Information ten Pflegediensten versorgt. Es gibt auch eine „neue“ Solidarität. Die Un- terstützung durch Nachbarn, Freunde und Bekannte nimmt zu. Nur ein geringer Teil der Pflegebedürftigen, die zu Hause leben, erhalten aus- schließlich professionelle Hilfe. Ländervergleich: Pflege im häuslichen und stationären Bereich Am häufigsten wurden in Hessen (54 Prozent) die Pflegebedürftigen durch ihre Angehörigen gepflegt. Das Schlusslicht bildet Schleswig- Holstein. Mit knapp 38,4 Prozent ist hier die häusliche Pflege weniger ver- breitet als in den restlichen Bundesländern. Dafür sind die meisten Pfle- geheime in Schleswig-Holstein zu finden. Auf 100.000 Einwohner kom- men gut 23 Pflegeeinrichtungen. Berlin (11 pro 100.000 Einwohner) und Hamburg (10 pro 100.000 Einwohner) weisen die geringste Zahl an stati- onären Einrichtungen auf. Wenn nicht durch entsprechende gesetzgeberi- sche Maßnahmen (Stärkung ambulante Versorgung) gegengesteuert wird, gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Pflegeheime in den kommenden Jahren steigen und sich die Pflege Hilfsbedürftiger immer weiter in die Heime verlagern wird. Noch ungelöst ist die Frage der Pflegestufen. Fachleute fordern die Wei- terentwicklung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs, insbesondere aufgrund der steigenden Zahl von betreuungsintensiven Demenzkranken. Der BKK Bundesverband schließt sich der Forderung der Experten an, anstelle der bisherigen drei Pflegestufen fünf Bedarfsgrade einzuführen, die nicht nur die körperlichen Gebrechen der Hilfebedürftigen im Blick haben, sondern auch die kognitiven Probleme in die Bewertung der Pflegestufe mit einbe- ziehen. Weitere Daten und Fakten finden Sie in der Anlage oder unter folgendem Link: www.bkk.de/presse-politik/presse/bkk-faktenspiegel/ Seit über 200 Jahren versichern und versorgen Betriebskrankenkassen Mitarbei- ter von Unternehmen – vom Pförtner und der Verkäuferin über den Facharbeiter und kaufmännischen Angestellten bis zur Leitungsebene. 13 Millionen Men- schen, einschließlich der Familienversicherten, werden heute von den 119 Be- triebskrankenkassen versorgt. Damit ist die BKK mit einem Marktanteil von rund 18 Prozent die drittgrößte Kassenart. Ihre Ansprechpartnerin: Andrea Röder, BKK Bundesverband GbR, Büro Berlin, Albrechtstraße 10 c, 10117 Berlin Telefon: 030 22312-121, Telefax: 030 22312-129, E-Mail: presse@bkk-bv.de BKK Bundesverband GbR, Kronprinzenstr. 6, 45128 Essen, Internet-Adresse: www.bkk.de Seite 2 von 2