Laudatio Marco Bremm - Rheingauer Volksbankpreis 2009.doc

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Laudatio Marco Bremm - Rheingauer Volksbankpreis 2009.doc

  1. 1. Laudatio durch Dipl-Ing. Wolfgang PfeiferMarco Bremm:Thema:„Einfluss von physikalischer Traubensortierung auf die Traubenqualität und diesensorische Bewertung im Wein“ Die Traubenselektion ist von entscheidender Bedeutung für die Erzeugung großer Weinqualitäten. Das betrifft nicht nur die Rotweinbereitung, dort ist sie neben dem Ertragsniveau selbstverständlich das herausragende Qualitätskriterium für die Erzeugung hochwertiger Weine. In den südlichen Weinbauregionen und den dortigen Rebsorten ist die Problematik des Botrytispilzes (und den anderen Sekundärpilzen) bei den Weißweinen von ebensolcher Bedeutung. Ziel der maschinellem Selektion ist es, die sehr arbeitsintensive und qualitativ nicht immer befriedigende Selektion am Stock und später auf dem Sortierband oder dem Sortierbrett durch eine automatisierte Technik zu ersetzen und dadurch preisgünstiger und vielleicht auch konsequenter zu machen. Die sehr spannende Versuchsanstellung und der hohe Analysenaufwand haben hoch interessante Ergebnisse gebracht. Die optische Sortierung geht sehr gut, sie hat ihre Stärke bei der Sortierung von Weißweinbeeren. Hier funktioniert die Trennung von Gesund/krank besonders gut. Nicht so gut gelang das bei den Weißweinbeeren. Hier ist der farbliche Unterschied gesunder/befallender Beeren offensichtlich zu gering. Bei den physikalischen Verfahren ist der Selektionserfolg besonders von der Entrappungsqualität abhängig. Und die wiederum wird von der Rebsorte, dem Lesezeitpunkt, dem Gesundheitszustand der Trauben und nicht zuletzt von der Entrappungstechnik wesentlich beeinflusst. Da ist die Spannweite von sehr guter Selektion bis zum eher mäßigen Erfolg sehr groß. Das alles hat Herr Bremm sehr schön herausgearbeitet und dementsprechend argumentiert. Insgesamt eine sehr spannende und wegweisende Arbeit für die Praxis. Da wird sich schon in naher Zukunft (wohl eher bei der optischen Sortierung) noch sehr viel tun.Beurteilung Prof. Dr. Klaus Schaller Die Arbeit kann sehr wohl in das Vergabeschema des VB-Preises eingepasst werden, denn mit der Fragestellung befindet sich der Autor an der Übergangsstelle von der
  2. 2. Traubenerzeugung zur Weinbereitung. Er untersucht hier einen der wesentlichstenVorgänge in der Traubenverarbeitung, nämlich den Übergang der Beere zum Most.Eine wesentliches Credo der Weinbereitung besteht mittlerweile seit vielen darin, dassein wesentlicher Baustein der Weinqualität die Güte des eingesetzten Materials, sprichBeeren, sei.Er führt in seinen einleitenden Kapiteln sehr umfangreich aus, welche Faktoren dieQualität der Trauben bedingen: Erzeugungsbedingungen und mehr und mehr auch dereinsetzende Klimawandel. Letzterer bedingt, dass vermehrt „exotische“ Krankheitender Trauben speziell in ihrer Abreifephase die Beeren befallen können. DieAuswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind teilweise gar nicht abschätzbar.Um dem Konsumenten ein nach wie vor einwandfreies Produkt anbieten zu können,muss ausgeschlossen werden, dass „biologische“ Kontaminationen bewusst oderunbewusst in die Moste oder auch die Weine gelangen.In der Lebensmittelindustrie ist es schon lange Usus, dass Produkte, sie es frisch oderbearbeitet, bevor sie zum Verbraucher gelangen, sortiert werden.Dieser Ansatz wird auf die Traubenernte übertragen und mit diversen maschinellenAnsätzen wird versucht praktikable Lösungsansätze zu entwickeln.Neben dem rein physikalischen Sortierverfahren wird als Vergleich auch ein in derLebensmittelindustrie praktiziertes Verfahren der opto-elektronischen Sortierunggeprüft.Zum einen untersucht der Autor die Sortiereffizienz der einzelnen Verfahrensschritteim Vergleich zur Kontrolle und diskutiert stärken und Schwächen der einzelnenVerfahren. Einen größeren Rahmen nimmt dabei die Bewertung des vorgeschaltetenEntrappungssystems ein, welches u.U. bei Weiterentwicklungen gleichfalls vonKonstrukteuren mit beachtet werden muss.Die den Sortierergebnissen nachfolgenden Versuchsweinherstellungen ergeben bei derBetrachtung der Gärkurven nicht immer gleichgerichtete Entwicklungen.Die Parameter, welche die Gärung beeinflussen können im Rahmen einer solchenUntersuchung nicht immer eindeutig aufgedeckt werden, was aber den Wert der Arbeitnicht schmälert.Gleiches gilt für die sehr umfangreiche sensorische Bewertung der Versuchsweine.Die Untersuchungen dieser Verfahren stehen erst am Anfang, obwohl einigeGerätekombinationen bereits für die Praxis angeboten werden.
  3. 3. Der Wert der Arbeit liegt darin, dass eine Systemvergleich durchgeführt wird, derauch Entwicklern völlig neue Aspekte aufzeigen kann. Bei zunehmendenQualitätsstreben der Weinbranche werden solche Systeme in der Zukunft einunabdingbares Instrument der Weinbereitung sein.

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