SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
Normalisierung
Datenbankkonzeption
www.soprani.at
Am Anfang ist Chaos
CD_ID Album Jahr der Gründung Titelliste
4711 The Beatles – Help! 1960
{1. Help!, 2. The Night Before,
3. You've Got to Hide Your
Love Away}
4712
Pink Floyd – Wish You Were
Here
1964
{1. Shine On You Crazy
Diamond}
4713
The Beatles – Yellow
Submarine
1960 {1. Only a Northern Song}
Grundgedanken
 Redundanz vermeiden
 Anomalien vermeiden
 Aktualisierungen vereinfachen
 Konsistenz gewährleisten
 Wiederholungen trennen
 Primärschlüssel verwenden
1. Normalform
 Jede Spalte der Tabelle muss einen atomaren Wertebereich haben
 zusammengesetzte, mengenwertige oder geschachtelte Wertebereiche (relationenwertige
Attributwertebereiche) sind nicht erlaubt
 Die Tabelle muss frei von Wiederholungsgruppen sein
 Kein Spaltenwertebereich einer Tabelle in 1NF kann in weitere (sinnvolle)
Teilbereiche aufgespaltet werden
1. Normalform
 Beispiele:
 Die Adresse darf nicht als Attribut verwendet werden, sondern muss – sofern es der
zugrunde liegende Prozess erfordert – in PLZ, Ort, Straße und Hausnummer aufgeteilt
werden
 eine Spalte { Telefon }, die mehrere Telefonnummern enthält oder auch eine
Spaltengruppe { Telefon1, Telefon2, Telefon3 }
 Praktischer Nutzen
 Abfragen der Datenbank werden erleichtert bzw. überhaupt erst ermöglicht
1. Normalform
CD_ID Albumtitel Interpret
Jahr der
Gründung
Track Titel
4711 Help! The Beatles 1960 1 Help!
4711 Help! The Beatles 1960 2 The Night Before
4711 Help! The Beatles 1960 3
You've Got to Hide
Your Love Away
4712
Wish You Were
Here
Pink Floyd 1964 1
Shine On You
Crazy Diamond
4713 Yellow Submarine The Beatles 1960 1
Only a Northern
Song
2. Normalform
 die erste Normalform liegt vor
 kein Nichtschlüsselfeld ist funktional abhängig von einer echten Teilmenge
eines Schlüsselkandidaten
 Jedes nicht-primäre Feld (nicht Teil eines Schlüssels) ist jeweils von
allen ganzen Schlüsseln abhängig, nicht nur von einem Teil eines Schlüssels.
Wichtig ist hierbei, dass die Nichtschlüsselfelder wirklich von allen Schlüsseln
vollständig abhängen.
2. Normalform
 Praktischer Nutzen:
 Die 2NF erzwingt wesentlich „monothematische“ Tabellen in der Datenbank: jede Tabelle
modelliert nur einen Sachverhalt.
 Dadurch werden Redundanz und die damit einhergehende Gefahr von Inkonsistenzen
reduziert.
 Nur noch logisch/sachlich zusammengehörige Informationen finden sich in einer Tabelle.
 Dadurch fällt das Verständnis der Datenstrukturen leichter.
1. Normalform
CD_ID Albumtitel Interpret
Jahr der
Gründung
Track Titel
4711 Hilfe! The Beatles 1960 1 Help!
4711 Help! The Beatles 1960 2 The Night Before
4711 Help! The Beatles 1960 3
You've Got to Hide
Your Love Away
4712
Wish You Were
Here
Pink Floyd 1964 1
Shine On You
Crazy Diamond
4713 Yellow Submarine The Beatles 1960 1
Only a Northern
Song
2. Normalform
CD
CD_ID Albumtitel Interpret
Jahr der
Gründung
4711 Help! The Beatles 1960
4712 Wish You Were Here Pink Floyd 1964
4713 Yellow Submarine The Beatles 1960
Lied
CD_ID Track Titel
4711 1 Help!
4711 2 The Night Before
4711 3 You've Got to Hide Your Love Away
4712 1 Shine On You Crazy Diamond
4713 1 Only a Northern Song
3. Normalform
 die zweite Normalform liegt vor
 kein Nichtschlüsselattribut hängt von einem Schlüsselkandidaten transitiv ab
 Ein Nichtschlüsselattribut darf also nur direkt von einem Primärschlüssel (bzw.
einem Schlüsselkandidaten) abhängig sein.
2. Normalform
CD_ID Albumtitel Interpret Jahr der Gründung
4711 Help! The Beatles 1960
4712 Wish You Were Here Pink Floyd 1964
4713 Yellow Submarine The Beatles 1960
3. Normalform
CD
CD_ID Albumtitel Int_ID
4711 Help! 55
4712 Wish You Were Here 56
4713 Yellow Submarine 55
Interpret
Int_ID Interpret Jahr der Gründung
55 The Beatles 1960
56 Pink Floyd 1964
Boyce-Codd-Normalform (BCNF)
 die dritte Normalform liegt vor
 jede Determinante (Feldmenge, von der andere Felder funktional abhängen)
ist in der Tabelle eindeutig (ist ein „Superschlüssel“)
 oder die Abhängigkeit ist trivial
3. Normalform
 jeder Lehrer unterrichtet nur ein
Fach
 ein Schüler kann bei verschiedenen
Lehrern lernen, aber nur, wenn diese
Lehrer unterschiedliche Fächer
unterrichten.
Schüler Fach Lehrer
Anna Englisch Glaser
Benno Englisch Glaser
Benno Latein Sibrawa
 Das Feld Fach ist funktional abhängig
vom Feld Lehrer, d.h. Lehrer ist eine
Determinante.
 Jedoch ist Lehrer kein Schlüsselkandidat.
 Mögliche Schlüsselkandidaten sind
{Schüler, Lehrer} und {Schüler, Fach}.
 Jedes Feld kommt in einem
Schlüsselkandidaten vor  die Relation
ist in 3NF, allerdings nicht in BCNF.
BCNF
Schüler
Schüler Lehrer
Anna Glaser
Benno Glaser
Benno Sibrawa
Lehrer
Lehrer Fach
Glaser Englisch
Sibrawa Latein
BNCF
 Die BCNF-Normalform ist strenger hinsichtlich der erlaubten funktionalen
Abhängigkeiten:
 in Relationsschemata in 3NF können einige Informationen doppelt
vorkommen, in der BCNF jedoch nicht.
Merksatz 1., 2., 3. NF, BCNF
 “The key, the whole key, and nothing but the key. So help me Codd!”
 alle (impliziert: atomaren) Werte beziehen sich auf den Schlüssel – 1. NF
 bei zusammengesetzten Schlüsseln beziehen sie sich jeweils auf den gesamten Schlüssel
– 2. NF
 die Werte hängen nur vom Schlüssel ab, und nicht von weiteren Werten – 3. NF
4. Normalform
PNR Haustier Fahrzeug
1 Katze Fiat Multipla
1 Katze Mini
1 Schildkröte Fiat Multipla
1 Schildkröte Mini
2 Hund Aston Martin
PNR Haustier
1 Katze
1 Schildkröte
2 Hund
PNR Fahrzeug
1 Fiat Multipla
1 Mini
2 Aston Martin
5. Normalform
 Eine Tabelle ist in 5NF, wenn sie
 in der 4NF ist und
 sich nicht aus einfacheren Tabellen
(solche, die weniger Felder
enthalten) durch
Verbundoperationen rekonstruieren
lässt
Lieferant Teil Projekt
Müller Schraube Projekt 1
Müller Nagel Projekt 2
Maier Nagel Projekt 1
5. Normalform
Lieferant Teil
Müller Schraube
Müller Nagel
Maier Nagel
Teil Projekt
Schraube Projekt 1
Nagel Projekt 2
Nagel Projekt 1
Lieferant Projekt
Müller Projekt 1
Müller Projekt 2
Maier Projekt 1
5. Normalform
 Anders als bei der Umformung
zwischen den bisherigen
Normalformen wird durch diese
Umwandlung etwas anderes durch
die neuen Relationen ausgedrückt
als zuvor in der 4. Normalform.
 Die Überführung in 5NF ist also nur
dann möglich, wenn man die
Möglichkeiten der Verbindungen aus
drei Beziehungen ausdrücken
möchte und nicht eine konkrete
Verbindung zwischen den dreien
haben möchte.
Lieferant Teil Projekt
Müller Schraube Projekt 1
Müller Nagel Projekt 2
Müller Nagel Projekt 1
Maier Nagel Projekt 1
Darstellungsformen
 Die Erstellung eines normalisierten Schemas wird durch automatische
Ableitung aus einem konzeptuellen Datenmodell gestützt
 Entity-Relationship-Modell (ERM)
 Klassendiagramm der Unified Modeling Language (UML)
Darstellung
ERM Klassendiagramm UML

Weitere ähnliche Inhalte

Andere mochten auch

Dr. Susanne Keuchel: Kulturmarketing für ältere Zielgruppen
Dr. Susanne Keuchel: Kulturmarketing für ältere ZielgruppenDr. Susanne Keuchel: Kulturmarketing für ältere Zielgruppen
Dr. Susanne Keuchel: Kulturmarketing für ältere ZielgruppenRaabe Verlag
 
Urban Mining - Definition, Potenzial, Aufgaben
Urban Mining - Definition, Potenzial, AufgabenUrban Mining - Definition, Potenzial, Aufgaben
Urban Mining - Definition, Potenzial, Aufgaben
UrbanMiningAT
 
Ausgewählte Hochschulstrategien und Kennzahlen
Ausgewählte Hochschulstrategien und KennzahlenAusgewählte Hochschulstrategien und Kennzahlen
Ausgewählte Hochschulstrategien und Kennzahlen
Dr. Ingo Dahm
 
Brox, Lenke: Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts – Teil 1. Gesetzlicher Rahm...
Brox, Lenke: Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts – Teil 1. Gesetzlicher Rahm...Brox, Lenke: Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts – Teil 1. Gesetzlicher Rahm...
Brox, Lenke: Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts – Teil 1. Gesetzlicher Rahm...Raabe Verlag
 
Seo Basics - Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung
Seo Basics - Grundlagen der SuchmaschinenoptimierungSeo Basics - Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung
Seo Basics - Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung
Aye Stephen
 
spot
spotspot
spot
ire7
 
Geschäftsjahrergebnisse 2010 von Faurecia
Geschäftsjahrergebnisse 2010 von FaureciaGeschäftsjahrergebnisse 2010 von Faurecia
Geschäftsjahrergebnisse 2010 von FaureciaFaurecia Deutschland
 
Darren Grundorf: Was tut der Bund für die Kulturwirtschaft?
Darren Grundorf: Was tut der Bund für die Kulturwirtschaft?Darren Grundorf: Was tut der Bund für die Kulturwirtschaft?
Darren Grundorf: Was tut der Bund für die Kulturwirtschaft?Raabe Verlag
 
Hebräer-Brief - Das einmalige Opfer von Jesus Christus
Hebräer-Brief - Das einmalige Opfer von Jesus ChristusHebräer-Brief - Das einmalige Opfer von Jesus Christus
Hebräer-Brief - Das einmalige Opfer von Jesus Christus
Hans Rudolf Tremp
 
Migration zu visual basic
Migration zu visual basicMigration zu visual basic
Migration zu visual basicMichael Konzett
 
MexxBooks Überblick
MexxBooks ÜberblickMexxBooks Überblick
MexxBooks Überblick
MexxBooks Ltd
 

Andere mochten auch (14)

Dr. Susanne Keuchel: Kulturmarketing für ältere Zielgruppen
Dr. Susanne Keuchel: Kulturmarketing für ältere ZielgruppenDr. Susanne Keuchel: Kulturmarketing für ältere Zielgruppen
Dr. Susanne Keuchel: Kulturmarketing für ältere Zielgruppen
 
Urban Mining - Definition, Potenzial, Aufgaben
Urban Mining - Definition, Potenzial, AufgabenUrban Mining - Definition, Potenzial, Aufgaben
Urban Mining - Definition, Potenzial, Aufgaben
 
Ausgewählte Hochschulstrategien und Kennzahlen
Ausgewählte Hochschulstrategien und KennzahlenAusgewählte Hochschulstrategien und Kennzahlen
Ausgewählte Hochschulstrategien und Kennzahlen
 
Volkswagen history
Volkswagen historyVolkswagen history
Volkswagen history
 
SE Beispiele
SE BeispieleSE Beispiele
SE Beispiele
 
Brox, Lenke: Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts – Teil 1. Gesetzlicher Rahm...
Brox, Lenke: Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts – Teil 1. Gesetzlicher Rahm...Brox, Lenke: Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts – Teil 1. Gesetzlicher Rahm...
Brox, Lenke: Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts – Teil 1. Gesetzlicher Rahm...
 
Seo Basics - Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung
Seo Basics - Grundlagen der SuchmaschinenoptimierungSeo Basics - Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung
Seo Basics - Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung
 
spot
spotspot
spot
 
Geschäftsjahrergebnisse 2010 von Faurecia
Geschäftsjahrergebnisse 2010 von FaureciaGeschäftsjahrergebnisse 2010 von Faurecia
Geschäftsjahrergebnisse 2010 von Faurecia
 
Darren Grundorf: Was tut der Bund für die Kulturwirtschaft?
Darren Grundorf: Was tut der Bund für die Kulturwirtschaft?Darren Grundorf: Was tut der Bund für die Kulturwirtschaft?
Darren Grundorf: Was tut der Bund für die Kulturwirtschaft?
 
Hebräer-Brief - Das einmalige Opfer von Jesus Christus
Hebräer-Brief - Das einmalige Opfer von Jesus ChristusHebräer-Brief - Das einmalige Opfer von Jesus Christus
Hebräer-Brief - Das einmalige Opfer von Jesus Christus
 
Fito
FitoFito
Fito
 
Migration zu visual basic
Migration zu visual basicMigration zu visual basic
Migration zu visual basic
 
MexxBooks Überblick
MexxBooks ÜberblickMexxBooks Überblick
MexxBooks Überblick
 

Mehr von Katharina Schwarzer

Business Presentation
Business PresentationBusiness Presentation
Business Presentation
Katharina Schwarzer
 
Office365
Office365Office365
Office 2010 umstieg kompakt
Office 2010 umstieg kompaktOffice 2010 umstieg kompakt
Office 2010 umstieg kompakt
Katharina Schwarzer
 
Mengen
MengenMengen
UML - Unified Modeling Language
UML - Unified Modeling LanguageUML - Unified Modeling Language
UML - Unified Modeling Language
Katharina Schwarzer
 
CISV Austria, Chapter Vienna
CISV Austria, Chapter ViennaCISV Austria, Chapter Vienna
CISV Austria, Chapter Vienna
Katharina Schwarzer
 
Beziehungen in Datenbanken
Beziehungen in DatenbankenBeziehungen in Datenbanken
Beziehungen in Datenbanken
Katharina Schwarzer
 
Vergleich Office 2003 2007 2010
Vergleich Office 2003 2007 2010Vergleich Office 2003 2007 2010
Vergleich Office 2003 2007 2010
Katharina Schwarzer
 

Mehr von Katharina Schwarzer (8)

Business Presentation
Business PresentationBusiness Presentation
Business Presentation
 
Office365
Office365Office365
Office365
 
Office 2010 umstieg kompakt
Office 2010 umstieg kompaktOffice 2010 umstieg kompakt
Office 2010 umstieg kompakt
 
Mengen
MengenMengen
Mengen
 
UML - Unified Modeling Language
UML - Unified Modeling LanguageUML - Unified Modeling Language
UML - Unified Modeling Language
 
CISV Austria, Chapter Vienna
CISV Austria, Chapter ViennaCISV Austria, Chapter Vienna
CISV Austria, Chapter Vienna
 
Beziehungen in Datenbanken
Beziehungen in DatenbankenBeziehungen in Datenbanken
Beziehungen in Datenbanken
 
Vergleich Office 2003 2007 2010
Vergleich Office 2003 2007 2010Vergleich Office 2003 2007 2010
Vergleich Office 2003 2007 2010
 

Normalisierung

  • 2. Am Anfang ist Chaos CD_ID Album Jahr der Gründung Titelliste 4711 The Beatles – Help! 1960 {1. Help!, 2. The Night Before, 3. You've Got to Hide Your Love Away} 4712 Pink Floyd – Wish You Were Here 1964 {1. Shine On You Crazy Diamond} 4713 The Beatles – Yellow Submarine 1960 {1. Only a Northern Song}
  • 3. Grundgedanken  Redundanz vermeiden  Anomalien vermeiden  Aktualisierungen vereinfachen  Konsistenz gewährleisten  Wiederholungen trennen  Primärschlüssel verwenden
  • 4. 1. Normalform  Jede Spalte der Tabelle muss einen atomaren Wertebereich haben  zusammengesetzte, mengenwertige oder geschachtelte Wertebereiche (relationenwertige Attributwertebereiche) sind nicht erlaubt  Die Tabelle muss frei von Wiederholungsgruppen sein  Kein Spaltenwertebereich einer Tabelle in 1NF kann in weitere (sinnvolle) Teilbereiche aufgespaltet werden
  • 5. 1. Normalform  Beispiele:  Die Adresse darf nicht als Attribut verwendet werden, sondern muss – sofern es der zugrunde liegende Prozess erfordert – in PLZ, Ort, Straße und Hausnummer aufgeteilt werden  eine Spalte { Telefon }, die mehrere Telefonnummern enthält oder auch eine Spaltengruppe { Telefon1, Telefon2, Telefon3 }  Praktischer Nutzen  Abfragen der Datenbank werden erleichtert bzw. überhaupt erst ermöglicht
  • 6. 1. Normalform CD_ID Albumtitel Interpret Jahr der Gründung Track Titel 4711 Help! The Beatles 1960 1 Help! 4711 Help! The Beatles 1960 2 The Night Before 4711 Help! The Beatles 1960 3 You've Got to Hide Your Love Away 4712 Wish You Were Here Pink Floyd 1964 1 Shine On You Crazy Diamond 4713 Yellow Submarine The Beatles 1960 1 Only a Northern Song
  • 7. 2. Normalform  die erste Normalform liegt vor  kein Nichtschlüsselfeld ist funktional abhängig von einer echten Teilmenge eines Schlüsselkandidaten  Jedes nicht-primäre Feld (nicht Teil eines Schlüssels) ist jeweils von allen ganzen Schlüsseln abhängig, nicht nur von einem Teil eines Schlüssels. Wichtig ist hierbei, dass die Nichtschlüsselfelder wirklich von allen Schlüsseln vollständig abhängen.
  • 8. 2. Normalform  Praktischer Nutzen:  Die 2NF erzwingt wesentlich „monothematische“ Tabellen in der Datenbank: jede Tabelle modelliert nur einen Sachverhalt.  Dadurch werden Redundanz und die damit einhergehende Gefahr von Inkonsistenzen reduziert.  Nur noch logisch/sachlich zusammengehörige Informationen finden sich in einer Tabelle.  Dadurch fällt das Verständnis der Datenstrukturen leichter.
  • 9. 1. Normalform CD_ID Albumtitel Interpret Jahr der Gründung Track Titel 4711 Hilfe! The Beatles 1960 1 Help! 4711 Help! The Beatles 1960 2 The Night Before 4711 Help! The Beatles 1960 3 You've Got to Hide Your Love Away 4712 Wish You Were Here Pink Floyd 1964 1 Shine On You Crazy Diamond 4713 Yellow Submarine The Beatles 1960 1 Only a Northern Song
  • 10. 2. Normalform CD CD_ID Albumtitel Interpret Jahr der Gründung 4711 Help! The Beatles 1960 4712 Wish You Were Here Pink Floyd 1964 4713 Yellow Submarine The Beatles 1960 Lied CD_ID Track Titel 4711 1 Help! 4711 2 The Night Before 4711 3 You've Got to Hide Your Love Away 4712 1 Shine On You Crazy Diamond 4713 1 Only a Northern Song
  • 11. 3. Normalform  die zweite Normalform liegt vor  kein Nichtschlüsselattribut hängt von einem Schlüsselkandidaten transitiv ab  Ein Nichtschlüsselattribut darf also nur direkt von einem Primärschlüssel (bzw. einem Schlüsselkandidaten) abhängig sein.
  • 12. 2. Normalform CD_ID Albumtitel Interpret Jahr der Gründung 4711 Help! The Beatles 1960 4712 Wish You Were Here Pink Floyd 1964 4713 Yellow Submarine The Beatles 1960
  • 13. 3. Normalform CD CD_ID Albumtitel Int_ID 4711 Help! 55 4712 Wish You Were Here 56 4713 Yellow Submarine 55 Interpret Int_ID Interpret Jahr der Gründung 55 The Beatles 1960 56 Pink Floyd 1964
  • 14. Boyce-Codd-Normalform (BCNF)  die dritte Normalform liegt vor  jede Determinante (Feldmenge, von der andere Felder funktional abhängen) ist in der Tabelle eindeutig (ist ein „Superschlüssel“)  oder die Abhängigkeit ist trivial
  • 15. 3. Normalform  jeder Lehrer unterrichtet nur ein Fach  ein Schüler kann bei verschiedenen Lehrern lernen, aber nur, wenn diese Lehrer unterschiedliche Fächer unterrichten. Schüler Fach Lehrer Anna Englisch Glaser Benno Englisch Glaser Benno Latein Sibrawa  Das Feld Fach ist funktional abhängig vom Feld Lehrer, d.h. Lehrer ist eine Determinante.  Jedoch ist Lehrer kein Schlüsselkandidat.  Mögliche Schlüsselkandidaten sind {Schüler, Lehrer} und {Schüler, Fach}.  Jedes Feld kommt in einem Schlüsselkandidaten vor  die Relation ist in 3NF, allerdings nicht in BCNF.
  • 16. BCNF Schüler Schüler Lehrer Anna Glaser Benno Glaser Benno Sibrawa Lehrer Lehrer Fach Glaser Englisch Sibrawa Latein
  • 17. BNCF  Die BCNF-Normalform ist strenger hinsichtlich der erlaubten funktionalen Abhängigkeiten:  in Relationsschemata in 3NF können einige Informationen doppelt vorkommen, in der BCNF jedoch nicht.
  • 18. Merksatz 1., 2., 3. NF, BCNF  “The key, the whole key, and nothing but the key. So help me Codd!”  alle (impliziert: atomaren) Werte beziehen sich auf den Schlüssel – 1. NF  bei zusammengesetzten Schlüsseln beziehen sie sich jeweils auf den gesamten Schlüssel – 2. NF  die Werte hängen nur vom Schlüssel ab, und nicht von weiteren Werten – 3. NF
  • 19. 4. Normalform PNR Haustier Fahrzeug 1 Katze Fiat Multipla 1 Katze Mini 1 Schildkröte Fiat Multipla 1 Schildkröte Mini 2 Hund Aston Martin PNR Haustier 1 Katze 1 Schildkröte 2 Hund PNR Fahrzeug 1 Fiat Multipla 1 Mini 2 Aston Martin
  • 20. 5. Normalform  Eine Tabelle ist in 5NF, wenn sie  in der 4NF ist und  sich nicht aus einfacheren Tabellen (solche, die weniger Felder enthalten) durch Verbundoperationen rekonstruieren lässt Lieferant Teil Projekt Müller Schraube Projekt 1 Müller Nagel Projekt 2 Maier Nagel Projekt 1
  • 21. 5. Normalform Lieferant Teil Müller Schraube Müller Nagel Maier Nagel Teil Projekt Schraube Projekt 1 Nagel Projekt 2 Nagel Projekt 1 Lieferant Projekt Müller Projekt 1 Müller Projekt 2 Maier Projekt 1
  • 22. 5. Normalform  Anders als bei der Umformung zwischen den bisherigen Normalformen wird durch diese Umwandlung etwas anderes durch die neuen Relationen ausgedrückt als zuvor in der 4. Normalform.  Die Überführung in 5NF ist also nur dann möglich, wenn man die Möglichkeiten der Verbindungen aus drei Beziehungen ausdrücken möchte und nicht eine konkrete Verbindung zwischen den dreien haben möchte. Lieferant Teil Projekt Müller Schraube Projekt 1 Müller Nagel Projekt 2 Müller Nagel Projekt 1 Maier Nagel Projekt 1
  • 23. Darstellungsformen  Die Erstellung eines normalisierten Schemas wird durch automatische Ableitung aus einem konzeptuellen Datenmodell gestützt  Entity-Relationship-Modell (ERM)  Klassendiagramm der Unified Modeling Language (UML)

Hinweis der Redaktion

  1. Eine Information, die an mehreren Stellen benötigt wird, soll nur einmal gespeichert werden. Dadurch müssen auch sämtliche Änderungen, die solche Informationen betreffen, nur an einer Stelle erledigt werden. Im Beispiel waren das u. a. die Angaben zum Fahrzeughalter und zum Sachbearbeiter (mit seinen Telefonnummern), die bei jedem Vertrag angegeben werden. Die Zusammenfassung gleichartiger Informationen ist nicht sehr übersichtlich. Im vorigen Kapitel waren zunächst Festnetz- und Mobil-Rufnummer in einer Spalte untergebracht. Das ist praktisch, wenn man sich keine Gedanken darüber machen will, welche und wie viele Kontaktnummern es gibt. Es ist ziemlich unpraktisch, wenn man gezielt einzelne Nummern suchen will oder von einer Nummer auf den Sachbearbeiter schließen will. Sinnvoller ist es, Festnetz- und Mobilnummer in getrennten Spalten zu speichern. Jeder Datensatz muss eindeutig identifiziert werden, damit die Informationen verwendet werden können. In der ungenügenden Tabelle wurde wegen der Zeilennummern darauf verzichtet. Aber selbst wenn man die Suche in zigtausend Zeilen für machbar hielte, spätestens bei der Aufteilung in mehrere Tabellen braucht man Werte, um die Zusammenhänge eindeutig darzustellen.