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1 von 46
Open Access Publikationen
Einführung & Überblick, Handlungsoptionen
Jan Lüth
GIGA German Institute of Global and Area Studies
Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien
Open Access Informations- und Austauschtag
Fachinformationsverbund Internationale Beziehungen und Länderkunde
Berlin, 04 Dezember 2018
Stiftung Wissenschaft und Politik
https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Agenda
 Definition von Open Access
 Argumente für Open Access
 Open Access Publizieren
 Farbenlehre, Lizenzen
 Institutionelle Handlungsoptionen
 Schriftenreihen transformieren
 Policy formulieren
 AutorInnen unterstützen
(OA Beauftragte, Mittel, Beraten, Zweitv.,…)
 Open Access anerkennen
2
Worum geht es nicht?
 Open Science (Öffnung des
Wissenschaftsprozesses)
 Open Source (Software)
 Open Data (z.B. Forschungsdaten, Daten der
amtlichen Statistik)
 Open Peer Review (Begutachtungsverfahren)
 Text & Data-Mining (Anwendung)
3
Das GIGA
 German Institute of Global and Area Studies
Leibniz-Institut für Globale und Regionale
Studien
 (Vergleichende) Forschung: Politische, soziale
und wirtschaftliche Entwicklungen in Afrika,
Asien, Lateinamerika und Nahost sowie zu
globalen Fragen
 Leibniz-Grundsatz: „Theoria cum Praxi“:
Wissenschaft zum Wohl und Nutzen des
Menschen 4
Definition Open Access
 Budapest Open Access Initiative (2002)
“Open access meint, dass diese Literatur kostenfrei
und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so
dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen,
kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie
verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare
legale Weise benutzen können, ohne finanzielle,
gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von
denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden
sind.”
5Budapest Open Access Initiative, German Translation 2002, https://www.budapestopenaccessinitiative.org/translations/german-translation
Definition Open Access
 Berliner Erklärung (2003)
“Open access contributions must satisfy two conditions:The
author(s) and right holder(s) of such contributions grant(s) to all
users a free, irrevocable, worldwide, right of access to, and a
license to copy, use, distribute, transmit and display the work
publicly and to make and distribute derivative works, in any
digital medium for any responsible purpose, subject to proper
attribution of authorship (community standards, will continue to
provide the mechanism for enforcement of proper attribution and
responsible use of the published work, as they do now), as well as
the right to make small numbers of printed copies for their personal
use.”
6Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and
Humanities), 2003, https://openaccess.mpg.de/Berliner-Erklaerung : 585 signatories (WGL, MPG, HGF, FhG, HRK, WR, DFG …)
Definition Open Access
 Veröffentlichte wissenschaftliche Texte
 Zugang kostenfrei
 Jedwede legale Nachnutzung ohne
gesetzliche… Barrieren
Unbenommen!
 Urheberrecht der Autorinnen
 Disziplinäre Qualitätsstandards
 Regeln guter wissenschaftlicher Praxis
7
Definition Open Access
Wie offen …?
 Ein beim Verlag frei zugänglicher Volltext?
 Ein auf einer persönlichen Website
veröffentlichter Volltext?
8
Definition Open Access
Wie offen …?
 Ein beim Verlag frei zugänglicher Volltext?
 Ein auf einer persönlichen Website
veröffentlichter Volltext?
Zugang 
Nutzung (beschränkt, Speichern, Drucken) 
The Open Definition
 https://opendefinition.org/od/2.1/en/
9
Definition Open Access
 Veröffentlichte wissenschaftliche Texte
 Zugang kostenfrei
 Jedwede legale Nachnutzung ohne
gesetzliche… Barrieren
 Autorin definiert Regelungen der Nachnutzung
durch offene Lizenzen
10
Open Access Perspektive
 Wiss. Institut Herausgeberschaft
 Autorin
 Verlage / Geschäftsmodelle
11
Argumente für Open Access
 Nutzungs/Verwertungsrechte verbleiben bei der
Autorin
 Bessere Möglichkeiten für kooperative
Forschung - weltweit
 Einfaches speichern, weiterverbreiten
 Höhere Verbreitung, bessere Sichtbarkeit, mehr
Zitationen
 Bessere Indexierung durch Suchmaschinen
12open-access.net : Gründe und Vorbehalte https://open-access.net/informationen-zu-open-access/gruende-und-vorbehalte/
Argumente für Open Access
 Zugang ermöglichen zu öffentlich finanzierten
Forschungsergebnissen vs. Wissen als Ware
 (Schnellerer) Zugang unabhängig von
vorhandenen finanziellen Möglichkeiten
 Open Access Mandate von
Forschungsförderern, Bsp. EU Horizon 2020
„Under Horizon 2020, each beneficiary must ensure open access to all
peer-reviewed scientific publications relating to its results.”
13EC Open access & Data management - H2020 Online Manual http://ec.europa.eu/research/participants/docs/h2020-funding-guide/cross-cutting-
issues/open-access-dissemination_en.htm
Vorbehalte gegenüber Open Access
 Diskussion z.T. Interessensgeleitet und wenig
trennscharf
 Open Access als Geschäftsmodell
(Gold/Hybrid), Finanzierbarkeit, Risiken
 Lizenzierung/Offene Lizenzen
 Zeitaufwand
14open-access.net : Gründe und Vorbehalte https://open-access.net/informationen-zu-open-access/gruende-und-vorbehalte/
Creative Commons Lizenzen
 CC BY – attribution (basic licence)
 -NC - non-commercial
 -ND - no derivates
 -SA – share alike
 CC BY; CC BY-NC; CC BY-ND; CC BY-SA;
CC BY-NC-SA; CC BY NC-ND
15Open Content – Ein Praxisleitfaden zu Creative-Commons-Lizenzen https://meta.wikimedia.org/wiki/File:Open_Content_-
_Ein_Praxisleitfaden_zur_Nutzung_von_Creative-Commons-Lizenzen.pdf
Creative Commons Lizenzen
 CC BY
 -NC Unklar: Was ist kommerzielle Nutzung?
 -ND z.B. Keine Übersetzungen
 -SA Virale Lizenz, schränkt re-mixing ein
 3.0
 4.0
16Open Content – Ein Praxisleitfaden zu Creative-Commons-Lizenzen https://meta.wikimedia.org/wiki/File:Open_Content_-
_Ein_Praxisleitfaden_zur_Nutzung_von_Creative-Commons-Lizenzen.pdf
Gold-Open-Access
 Erstveröffentlichung
 Aufsatz in Open Access Zeitschrift, Sammelband,
Konferenzband; Open Access Monografie
 Einräumung von Nutzungsrechten
 Verlag, i.d.R einfaches Nutzungsrecht
 Leserinnen, i.d.R. Offene Lizenz
 Finanzierung
 Autorin: Article Processing Charge (APC), Book
Processing Charge (BPC)
17
Gold-Open-Access Rahmenbedingungen
 Zeitschriften mit hohem Renommee in den
Händen kommerzieller Verlage
 Vergleichsweise wenige Open Access Zeitschriften
mit hohem Renommee
 Impact-Faktor zentriertes Entscheidungen (Anstellung,
Entfristung)
 APCs als Geschäftsmodell (Predatory Journals)
 Bsp. Begutachtungsverfahren findet, anders als
behauptet, nicht statt
 Falsche Angaben z.B. zum Editorial Board
18
Platin-Open-Access
 Autorinnen zahlen keine APC
 Trägerschaft Institutionell, z.B.
Forschungsinstitut oder Fachgesellschaft
19
Gold-Open-Access Rahmenbedingungen
 DOAJ: Gold Open Access Journals
+ double blind peer reviewed
(article processing charges)
 Social Sciences (353) http://t1p.de/doaj-socsc (APC: 46)
 Anthropology (58) http://t1p.de/doaj-anthro (APC: 1)
 Ethnology (49) http://t1p.de/doaj-ethno (APC: 1)
 Political Science (95) http://t1p.de/doaj-polsci (APC: 4)
 Stand 2018/12
20
Gold-Open-Access Rahmenbedingungen
 DOAJ: Gold Open Access Journals
+ double blind peer reviewed
(article processing charges)
 Social Sciences (274) http://t1p.de/doaj-socsc (APC: 26)
 Anthropology (49) http://t1p.de/doaj-anthro (APC: 0)
 Ethnology (35) http://t1p.de/doaj-ethno (APC: 2)
 Political Science (71) http://t1p.de/doaj-polsci (APC: 4)
 Stand 2017/10
21
Gold-Open-Access Rahmenbedingungen
 DOAJ: Gold Open Access Journals
+ double blind peer reviewed
(article processing charges)
 Social Sciences (353) http://t1p.de/doaj-socsc (APC: 46)
 Anthropology (58) http://t1p.de/doaj-anthro (APC: 1)
 Ethnology (49) http://t1p.de/doaj-ethno (APC: 1)
 Political Science (95) http://t1p.de/doaj-polsci (APC: 4)
 Stand 2018/12
 GIGA White-List (A/B/X): 107 (21 APC) (19/82/6)
22
Hybrid-Open-Access
 Erstveröffentlichung in kommerziellen,
subscriptionsbasierten Zeitchriften
 „Freikaufen“ des einzelnen Aufsatzes / APCs
CUP +- £ 1.870
OUP £1.000 - £2.500
Sage 3.000 $
T&F individuell
23
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
Elsevier APCs
Hybrid-Open-Access
 Mögliche Ziele
 Transformation zu OA / „Journal Flipping“
 Offsetting der Subscriptionskosten
 Vorbehalte
 „Double Dipping“ (Sage Statement) (CUP)
 Zu hohe Kosten - weiter steigende Preise
 Bsp. Elsevier, Taylor&Francis
 Sichtbarkeit nicht optimal
24
Hybrid-Open-Access
 Finanzierung
 Institutionell
 Kaum durch Drittmittelgeber – Tendenz sinkend
 Publish & Read Lizenzen
25
Grüner Open Access
 Zweitveröffentlichung / Selbst-Archivierung
 Preprint (eingereichte Version)
 Postprint (untersch. Definitionen, hier: akzeptierte
Manuskriptversion)
 Verlags-Version
 Institutionelles od. fachliches Repositorium/
Dokumentenserver, Website Institut / Autorin,
(kommerzielle) akademische soziale Netzwerke
(Researchgate, Academia.edu, Mendeley)
26
Grüner Open Access
 Verzögerung durch Embargo-Zeiten
(Post-Print, Verlags-Version)
 Rechtliche Grundlage
 Verlagsvertrag, Open-Access-Policy des Verlags/des
Journals
 Urheberrecht § 38 Abs. 4
 Lizenzverträge (insb. National- und Allianzlizenzen)
 Wer / Was / Wann / Wo / Warum
27
Grüner Open Access
 Urheberrecht § 38 Abs. 1
„(1) Gestattet der Urheber die Aufnahme des Werkes in eine periodisch
erscheinende Sammlung, so erwirbt der Verleger oder Herausgeber im
Zweifel ein ausschließliches Nutzungsrecht zur Vervielfältigung,
Verbreitung und öffentlichen Zugänglichmachung. Jedoch darf der
Urheber das Werk nach Ablauf eines Jahres seit Erscheinen
anderweit vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich
machen, wenn nichts anderes vereinbart ist.
(2) Absatz 1 Satz 2 gilt auch für einen Beitrag zu einer nicht
periodisch erscheinenden Sammlung, für dessen Überlassung dem
Urheber kein Anspruch auf Vergütung zusteht.“
28
Grüner Open Access
 Urheberrecht § 38 Abs. 4
„(4) Der Urheber eines wissenschaftlichen Beitrags, der im Rahmen
einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten
Forschungstätigkeit entstanden und in einer periodisch mindestens
zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen ist, hat auch
dann, wenn er dem Verleger oder Herausgeber ein ausschließliches
Nutzungsrecht eingeräumt hat, das Recht, den Beitrag nach Ablauf von
zwölf Monaten seit der Erstveröffentlichung in der akzeptierten
Manuskriptversion öffentlich zugänglich zu machen, soweit dies
keinem gewerblichen Zweck dient. Die Quelle der Erstveröffentlichung
ist anzugeben. Eine zum Nachteil des Urhebers abweichende
Vereinbarung ist unwirksam.“
29
Open Access Handlungsoptionen
 Herausgeberschaft – Transformation
Gold/Platin Open Access Zeitschrift
 Finanzierung, Offene Lizenzen, DOI Vergabe
 Retrodigitalisierung
 Z.B. via Fachinformationsdienst (Bsp. Korea Jahrbuch)
 Institutionelle Policy verabschieden
 E-Books
 Fachinformationsdienste (Bsp. Crossasia)
 Fonds Bsp. Leibniz-Gemeinschaft
30
Open Access Handlungsoptionen
 Gold/Hybrid Finanzierung
 Beraten / Informieren / Unterstützen
 Projektanträge: Drittmittel einwerben
 Finanzierungsmöglichkeiten, z.T. auch hybrid Open Access
Volkswagen Stiftung; DFG Projektmittel: Aufsätze 750 Euro
pro Jahr und projektinterne Publikationsmittel Monografien:
5.000 Euro pro Jahr + Verstärkung bei flexibilisierter
Förderung; BMBF post grants; EU FP7 (post grant); FWF
Österreich: Monographien
 Institutioneller Open Access Fonds
 Affiliation auch an Uni?  externe OA Fonds
31
Open Access Handlungsoptionen
 Gold/Hybrid - Lizenzen
 Konsortien, Bsp. Taylor & Francis FAK
 Read & Publish Beispiel Allianzlizenzen ab 2019:
Cambridge UP, Sage
 DEAL (Springer, Wiley, ggf. Elsevier, ggf.
Tayler&Francis)
 Auch Hybrid/Gold Open Access  Repositorium
32
Open Access Handlungsoptionen
 Grün
 Beraten / Informieren / Unterstützen
 Wer / Was / Wann / Wo / Warum
 Zweitveröffentlichen
 National- und Allianzlizenzen (Lüth, 2015, Handreichung)
 Verlagsverträge / Autoren-Addendum
 Verlags-Policies (Orientierung: SHERPA/RoMEO)
 UrhG §38 Abs. 4
33
Beispiel: Grün, Zeitschriftenaufsatz
 Aufsatz in Zeitschrift Democratization
 Grundlage: Verlags-Policy: SHERPA/RoMEO,
Journal
 Wer: Autorin
 Was: Postprint
 Wann: Embargo: 18 Monate
 Wo: Fachliches Repositorium, …
34
Beispiel: Grün, Zeitschriftenaufsatz
 Aufsatz in Zeitschrift Electoral Studies (Elsevier)
 Grundlage: Journal, Elsevier: …Publishing OA…
 Wer: Autorin
 Was: Postprint
 Wo: Institutionelles Repositorium
 Wann: Embargo: 24 Monate
 Wo: Persönliche Website
 Wann: Sofort „After Acceptance“
 Lizenz: „Posted accepted manuscripts need to have a
CC-BY-NC-ND user license.”
35
Beispiel: Grün, Zeitschriftenaufsatz
 Aufsatz in Zeitschrift Journal of Modern African
Studies.
 Grundlage: Allianz-Lizenz
 Wer: Institution
 Was: Verlags-PDF
 Wann: Embargo: 12 Monate
 Wo: Fachliches Repositorium (SSOAR)
  Deposit Lizenz!
36
Open Access – grün / Potenziale
 Zitationsverhalten in 71 Aufsätzen ausgewertet
(2013)
 1600 Zitate, 510 Zeitschriften
 Jahrgänge 1954 – 2014
37
0
20
40
60
80
100
120
140
160
1954
1956
1960
1961
1963
1964
1965
1967
1968
1970
1971
1973
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1982
1983
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Anzahl der Zitationen pro Jahr
Embargozeit 12 Monate
38
Beispiel: Integration OA-Infos in GIGA Whitelist
39
Potenzial
 Zeitschriftenaufsätze A/B/X
 2018: 58 Aufsätze, 43 Open Access (74 %)
40
2017 Articles (A/B/X) 100% 40
open access (gold/hybrid) 33% 13
embargoed (NL/AL) 10% 4
Verlagsversion 43% 17
potential (T&F, DEAL) 45% 13+5 33%
overall best case 2019 88% 35 76%
remaining / postprint 13% 5 10
Open Access Infrastrukturen
 DOAJ – Directory of Open Access Journals
 Open Access Scholarly Publishers Association
 Think-Check-Submit
 OpenDOAR -
Directory of Open Access Repositories
 Sherpa Romeo
 Projekt Deep Green
41
Open Access Infrastrukturen
 Open APC
 open-access.net
 Mailingliste ipoa-forum
 OA- Strategien für wiss. Einrichtungen
 DOAB - Directory of Open Access Books
 Base Suchmaschine
 Crossref API
https://api.crossref.org/works/10.1016/j.ejpoleco.2017.10.001
… URL "http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/" …
42
Open Access Infrastrukturen
 unpaywall.org
 API
https://api.unpaywall.org/v2/10.1016/j.ejpoleco.2017.10.001?email=
your@email.invalid
43
Predatory Publishing
 Geschäftsmodell: APCs (teilw. bereits für die Einreichung)
ohne adäquate Gegenleistung
 Open Access Gold Geschäftsmodell wird ausgenutzt
 Merkmale von „Raub-Verlagen“
 Weitestgehend keine Qualitätssicherung
 Unklare Kosten
 Irreführende oder falsche Angaben (Bspw. zu Impact Faktor,
Herausgebern, Editorial Board)
 Nachahmen erfolgreicher Journals (Aussehen der Website, Titel)
 Unrealistisch kurze Zeiten zw. Einreichung und Veröffentlichung
(wenige Tage)
44
Predatory Publishing
 Max-Planck-Gesellschaft Stellungnahme zu Predatory Publishing
 Predatory Publishers - Erfahrungen und Empfehlungen (Webinar)
 Predatory Publishing oder „Schwarze Schafe“ bei Open-Access-
Zeitschriften
45
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
46

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Open Access Publikationen - Einführung & Überblick, Handlungsoptionen

  • 1. Open Access Publikationen Einführung & Überblick, Handlungsoptionen Jan Lüth GIGA German Institute of Global and Area Studies Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien Open Access Informations- und Austauschtag Fachinformationsverbund Internationale Beziehungen und Länderkunde Berlin, 04 Dezember 2018 Stiftung Wissenschaft und Politik https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
  • 2. Agenda  Definition von Open Access  Argumente für Open Access  Open Access Publizieren  Farbenlehre, Lizenzen  Institutionelle Handlungsoptionen  Schriftenreihen transformieren  Policy formulieren  AutorInnen unterstützen (OA Beauftragte, Mittel, Beraten, Zweitv.,…)  Open Access anerkennen 2
  • 3. Worum geht es nicht?  Open Science (Öffnung des Wissenschaftsprozesses)  Open Source (Software)  Open Data (z.B. Forschungsdaten, Daten der amtlichen Statistik)  Open Peer Review (Begutachtungsverfahren)  Text & Data-Mining (Anwendung) 3
  • 4. Das GIGA  German Institute of Global and Area Studies Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien  (Vergleichende) Forschung: Politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost sowie zu globalen Fragen  Leibniz-Grundsatz: „Theoria cum Praxi“: Wissenschaft zum Wohl und Nutzen des Menschen 4
  • 5. Definition Open Access  Budapest Open Access Initiative (2002) “Open access meint, dass diese Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden sind.” 5Budapest Open Access Initiative, German Translation 2002, https://www.budapestopenaccessinitiative.org/translations/german-translation
  • 6. Definition Open Access  Berliner Erklärung (2003) “Open access contributions must satisfy two conditions:The author(s) and right holder(s) of such contributions grant(s) to all users a free, irrevocable, worldwide, right of access to, and a license to copy, use, distribute, transmit and display the work publicly and to make and distribute derivative works, in any digital medium for any responsible purpose, subject to proper attribution of authorship (community standards, will continue to provide the mechanism for enforcement of proper attribution and responsible use of the published work, as they do now), as well as the right to make small numbers of printed copies for their personal use.” 6Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities), 2003, https://openaccess.mpg.de/Berliner-Erklaerung : 585 signatories (WGL, MPG, HGF, FhG, HRK, WR, DFG …)
  • 7. Definition Open Access  Veröffentlichte wissenschaftliche Texte  Zugang kostenfrei  Jedwede legale Nachnutzung ohne gesetzliche… Barrieren Unbenommen!  Urheberrecht der Autorinnen  Disziplinäre Qualitätsstandards  Regeln guter wissenschaftlicher Praxis 7
  • 8. Definition Open Access Wie offen …?  Ein beim Verlag frei zugänglicher Volltext?  Ein auf einer persönlichen Website veröffentlichter Volltext? 8
  • 9. Definition Open Access Wie offen …?  Ein beim Verlag frei zugänglicher Volltext?  Ein auf einer persönlichen Website veröffentlichter Volltext? Zugang  Nutzung (beschränkt, Speichern, Drucken)  The Open Definition  https://opendefinition.org/od/2.1/en/ 9
  • 10. Definition Open Access  Veröffentlichte wissenschaftliche Texte  Zugang kostenfrei  Jedwede legale Nachnutzung ohne gesetzliche… Barrieren  Autorin definiert Regelungen der Nachnutzung durch offene Lizenzen 10
  • 11. Open Access Perspektive  Wiss. Institut Herausgeberschaft  Autorin  Verlage / Geschäftsmodelle 11
  • 12. Argumente für Open Access  Nutzungs/Verwertungsrechte verbleiben bei der Autorin  Bessere Möglichkeiten für kooperative Forschung - weltweit  Einfaches speichern, weiterverbreiten  Höhere Verbreitung, bessere Sichtbarkeit, mehr Zitationen  Bessere Indexierung durch Suchmaschinen 12open-access.net : Gründe und Vorbehalte https://open-access.net/informationen-zu-open-access/gruende-und-vorbehalte/
  • 13. Argumente für Open Access  Zugang ermöglichen zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen vs. Wissen als Ware  (Schnellerer) Zugang unabhängig von vorhandenen finanziellen Möglichkeiten  Open Access Mandate von Forschungsförderern, Bsp. EU Horizon 2020 „Under Horizon 2020, each beneficiary must ensure open access to all peer-reviewed scientific publications relating to its results.” 13EC Open access & Data management - H2020 Online Manual http://ec.europa.eu/research/participants/docs/h2020-funding-guide/cross-cutting- issues/open-access-dissemination_en.htm
  • 14. Vorbehalte gegenüber Open Access  Diskussion z.T. Interessensgeleitet und wenig trennscharf  Open Access als Geschäftsmodell (Gold/Hybrid), Finanzierbarkeit, Risiken  Lizenzierung/Offene Lizenzen  Zeitaufwand 14open-access.net : Gründe und Vorbehalte https://open-access.net/informationen-zu-open-access/gruende-und-vorbehalte/
  • 15. Creative Commons Lizenzen  CC BY – attribution (basic licence)  -NC - non-commercial  -ND - no derivates  -SA – share alike  CC BY; CC BY-NC; CC BY-ND; CC BY-SA; CC BY-NC-SA; CC BY NC-ND 15Open Content – Ein Praxisleitfaden zu Creative-Commons-Lizenzen https://meta.wikimedia.org/wiki/File:Open_Content_- _Ein_Praxisleitfaden_zur_Nutzung_von_Creative-Commons-Lizenzen.pdf
  • 16. Creative Commons Lizenzen  CC BY  -NC Unklar: Was ist kommerzielle Nutzung?  -ND z.B. Keine Übersetzungen  -SA Virale Lizenz, schränkt re-mixing ein  3.0  4.0 16Open Content – Ein Praxisleitfaden zu Creative-Commons-Lizenzen https://meta.wikimedia.org/wiki/File:Open_Content_- _Ein_Praxisleitfaden_zur_Nutzung_von_Creative-Commons-Lizenzen.pdf
  • 17. Gold-Open-Access  Erstveröffentlichung  Aufsatz in Open Access Zeitschrift, Sammelband, Konferenzband; Open Access Monografie  Einräumung von Nutzungsrechten  Verlag, i.d.R einfaches Nutzungsrecht  Leserinnen, i.d.R. Offene Lizenz  Finanzierung  Autorin: Article Processing Charge (APC), Book Processing Charge (BPC) 17
  • 18. Gold-Open-Access Rahmenbedingungen  Zeitschriften mit hohem Renommee in den Händen kommerzieller Verlage  Vergleichsweise wenige Open Access Zeitschriften mit hohem Renommee  Impact-Faktor zentriertes Entscheidungen (Anstellung, Entfristung)  APCs als Geschäftsmodell (Predatory Journals)  Bsp. Begutachtungsverfahren findet, anders als behauptet, nicht statt  Falsche Angaben z.B. zum Editorial Board 18
  • 19. Platin-Open-Access  Autorinnen zahlen keine APC  Trägerschaft Institutionell, z.B. Forschungsinstitut oder Fachgesellschaft 19
  • 20. Gold-Open-Access Rahmenbedingungen  DOAJ: Gold Open Access Journals + double blind peer reviewed (article processing charges)  Social Sciences (353) http://t1p.de/doaj-socsc (APC: 46)  Anthropology (58) http://t1p.de/doaj-anthro (APC: 1)  Ethnology (49) http://t1p.de/doaj-ethno (APC: 1)  Political Science (95) http://t1p.de/doaj-polsci (APC: 4)  Stand 2018/12 20
  • 21. Gold-Open-Access Rahmenbedingungen  DOAJ: Gold Open Access Journals + double blind peer reviewed (article processing charges)  Social Sciences (274) http://t1p.de/doaj-socsc (APC: 26)  Anthropology (49) http://t1p.de/doaj-anthro (APC: 0)  Ethnology (35) http://t1p.de/doaj-ethno (APC: 2)  Political Science (71) http://t1p.de/doaj-polsci (APC: 4)  Stand 2017/10 21
  • 22. Gold-Open-Access Rahmenbedingungen  DOAJ: Gold Open Access Journals + double blind peer reviewed (article processing charges)  Social Sciences (353) http://t1p.de/doaj-socsc (APC: 46)  Anthropology (58) http://t1p.de/doaj-anthro (APC: 1)  Ethnology (49) http://t1p.de/doaj-ethno (APC: 1)  Political Science (95) http://t1p.de/doaj-polsci (APC: 4)  Stand 2018/12  GIGA White-List (A/B/X): 107 (21 APC) (19/82/6) 22
  • 23. Hybrid-Open-Access  Erstveröffentlichung in kommerziellen, subscriptionsbasierten Zeitchriften  „Freikaufen“ des einzelnen Aufsatzes / APCs CUP +- £ 1.870 OUP £1.000 - £2.500 Sage 3.000 $ T&F individuell 23 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 Elsevier APCs
  • 24. Hybrid-Open-Access  Mögliche Ziele  Transformation zu OA / „Journal Flipping“  Offsetting der Subscriptionskosten  Vorbehalte  „Double Dipping“ (Sage Statement) (CUP)  Zu hohe Kosten - weiter steigende Preise  Bsp. Elsevier, Taylor&Francis  Sichtbarkeit nicht optimal 24
  • 25. Hybrid-Open-Access  Finanzierung  Institutionell  Kaum durch Drittmittelgeber – Tendenz sinkend  Publish & Read Lizenzen 25
  • 26. Grüner Open Access  Zweitveröffentlichung / Selbst-Archivierung  Preprint (eingereichte Version)  Postprint (untersch. Definitionen, hier: akzeptierte Manuskriptversion)  Verlags-Version  Institutionelles od. fachliches Repositorium/ Dokumentenserver, Website Institut / Autorin, (kommerzielle) akademische soziale Netzwerke (Researchgate, Academia.edu, Mendeley) 26
  • 27. Grüner Open Access  Verzögerung durch Embargo-Zeiten (Post-Print, Verlags-Version)  Rechtliche Grundlage  Verlagsvertrag, Open-Access-Policy des Verlags/des Journals  Urheberrecht § 38 Abs. 4  Lizenzverträge (insb. National- und Allianzlizenzen)  Wer / Was / Wann / Wo / Warum 27
  • 28. Grüner Open Access  Urheberrecht § 38 Abs. 1 „(1) Gestattet der Urheber die Aufnahme des Werkes in eine periodisch erscheinende Sammlung, so erwirbt der Verleger oder Herausgeber im Zweifel ein ausschließliches Nutzungsrecht zur Vervielfältigung, Verbreitung und öffentlichen Zugänglichmachung. Jedoch darf der Urheber das Werk nach Ablauf eines Jahres seit Erscheinen anderweit vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen, wenn nichts anderes vereinbart ist. (2) Absatz 1 Satz 2 gilt auch für einen Beitrag zu einer nicht periodisch erscheinenden Sammlung, für dessen Überlassung dem Urheber kein Anspruch auf Vergütung zusteht.“ 28
  • 29. Grüner Open Access  Urheberrecht § 38 Abs. 4 „(4) Der Urheber eines wissenschaftlichen Beitrags, der im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschungstätigkeit entstanden und in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen ist, hat auch dann, wenn er dem Verleger oder Herausgeber ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt hat, das Recht, den Beitrag nach Ablauf von zwölf Monaten seit der Erstveröffentlichung in der akzeptierten Manuskriptversion öffentlich zugänglich zu machen, soweit dies keinem gewerblichen Zweck dient. Die Quelle der Erstveröffentlichung ist anzugeben. Eine zum Nachteil des Urhebers abweichende Vereinbarung ist unwirksam.“ 29
  • 30. Open Access Handlungsoptionen  Herausgeberschaft – Transformation Gold/Platin Open Access Zeitschrift  Finanzierung, Offene Lizenzen, DOI Vergabe  Retrodigitalisierung  Z.B. via Fachinformationsdienst (Bsp. Korea Jahrbuch)  Institutionelle Policy verabschieden  E-Books  Fachinformationsdienste (Bsp. Crossasia)  Fonds Bsp. Leibniz-Gemeinschaft 30
  • 31. Open Access Handlungsoptionen  Gold/Hybrid Finanzierung  Beraten / Informieren / Unterstützen  Projektanträge: Drittmittel einwerben  Finanzierungsmöglichkeiten, z.T. auch hybrid Open Access Volkswagen Stiftung; DFG Projektmittel: Aufsätze 750 Euro pro Jahr und projektinterne Publikationsmittel Monografien: 5.000 Euro pro Jahr + Verstärkung bei flexibilisierter Förderung; BMBF post grants; EU FP7 (post grant); FWF Österreich: Monographien  Institutioneller Open Access Fonds  Affiliation auch an Uni?  externe OA Fonds 31
  • 32. Open Access Handlungsoptionen  Gold/Hybrid - Lizenzen  Konsortien, Bsp. Taylor & Francis FAK  Read & Publish Beispiel Allianzlizenzen ab 2019: Cambridge UP, Sage  DEAL (Springer, Wiley, ggf. Elsevier, ggf. Tayler&Francis)  Auch Hybrid/Gold Open Access  Repositorium 32
  • 33. Open Access Handlungsoptionen  Grün  Beraten / Informieren / Unterstützen  Wer / Was / Wann / Wo / Warum  Zweitveröffentlichen  National- und Allianzlizenzen (Lüth, 2015, Handreichung)  Verlagsverträge / Autoren-Addendum  Verlags-Policies (Orientierung: SHERPA/RoMEO)  UrhG §38 Abs. 4 33
  • 34. Beispiel: Grün, Zeitschriftenaufsatz  Aufsatz in Zeitschrift Democratization  Grundlage: Verlags-Policy: SHERPA/RoMEO, Journal  Wer: Autorin  Was: Postprint  Wann: Embargo: 18 Monate  Wo: Fachliches Repositorium, … 34
  • 35. Beispiel: Grün, Zeitschriftenaufsatz  Aufsatz in Zeitschrift Electoral Studies (Elsevier)  Grundlage: Journal, Elsevier: …Publishing OA…  Wer: Autorin  Was: Postprint  Wo: Institutionelles Repositorium  Wann: Embargo: 24 Monate  Wo: Persönliche Website  Wann: Sofort „After Acceptance“  Lizenz: „Posted accepted manuscripts need to have a CC-BY-NC-ND user license.” 35
  • 36. Beispiel: Grün, Zeitschriftenaufsatz  Aufsatz in Zeitschrift Journal of Modern African Studies.  Grundlage: Allianz-Lizenz  Wer: Institution  Was: Verlags-PDF  Wann: Embargo: 12 Monate  Wo: Fachliches Repositorium (SSOAR)   Deposit Lizenz! 36
  • 37. Open Access – grün / Potenziale  Zitationsverhalten in 71 Aufsätzen ausgewertet (2013)  1600 Zitate, 510 Zeitschriften  Jahrgänge 1954 – 2014 37 0 20 40 60 80 100 120 140 160 1954 1956 1960 1961 1963 1964 1965 1967 1968 1970 1971 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Anzahl der Zitationen pro Jahr
  • 39. Beispiel: Integration OA-Infos in GIGA Whitelist 39
  • 40. Potenzial  Zeitschriftenaufsätze A/B/X  2018: 58 Aufsätze, 43 Open Access (74 %) 40 2017 Articles (A/B/X) 100% 40 open access (gold/hybrid) 33% 13 embargoed (NL/AL) 10% 4 Verlagsversion 43% 17 potential (T&F, DEAL) 45% 13+5 33% overall best case 2019 88% 35 76% remaining / postprint 13% 5 10
  • 41. Open Access Infrastrukturen  DOAJ – Directory of Open Access Journals  Open Access Scholarly Publishers Association  Think-Check-Submit  OpenDOAR - Directory of Open Access Repositories  Sherpa Romeo  Projekt Deep Green 41
  • 42. Open Access Infrastrukturen  Open APC  open-access.net  Mailingliste ipoa-forum  OA- Strategien für wiss. Einrichtungen  DOAB - Directory of Open Access Books  Base Suchmaschine  Crossref API https://api.crossref.org/works/10.1016/j.ejpoleco.2017.10.001 … URL "http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/" … 42
  • 43. Open Access Infrastrukturen  unpaywall.org  API https://api.unpaywall.org/v2/10.1016/j.ejpoleco.2017.10.001?email= your@email.invalid 43
  • 44. Predatory Publishing  Geschäftsmodell: APCs (teilw. bereits für die Einreichung) ohne adäquate Gegenleistung  Open Access Gold Geschäftsmodell wird ausgenutzt  Merkmale von „Raub-Verlagen“  Weitestgehend keine Qualitätssicherung  Unklare Kosten  Irreführende oder falsche Angaben (Bspw. zu Impact Faktor, Herausgebern, Editorial Board)  Nachahmen erfolgreicher Journals (Aussehen der Website, Titel)  Unrealistisch kurze Zeiten zw. Einreichung und Veröffentlichung (wenige Tage) 44
  • 45. Predatory Publishing  Max-Planck-Gesellschaft Stellungnahme zu Predatory Publishing  Predatory Publishers - Erfahrungen und Empfehlungen (Webinar)  Predatory Publishing oder „Schwarze Schafe“ bei Open-Access- Zeitschriften 45
  • 46. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit 46

Hinweis der Redaktion

  1. Zielgruppen führen zwangsläufig zu Rahmenbedingungen: Unter welchen Bedingungen findet Wissenschaft statt? WissenschaftlerInnen als handelnde Akteure! Wie erreichen wir WissenschaftlerInnen weltweit?
  2. Wir sprechen heute über Publikationen nicht über Open Data. Jedwede Nutzung  Urheberrecht und Nutzungsrechte Nutzungs- und Verwertungsrechte können bei den Autoren verbleiben . Die Art des Zugangs, also ob hinter einer Bezahlschranke oder frei hat zunächst rein gar nichts mit Qualitätsstandards zu tun. Regeln… Kennzeichnung der Urheberschaft, z.B. durch Zitierpraxis in der Wissenschaft
  3. Wir sprechen heute über Publikationen nicht über Open Data. Jedwede Nutzung  Urheberrecht und Nutzungsrechte
  4. Zugang ist möglich – fraglich ist, ob dieser dauerhaft möglich ist Die Nutzung ist durch Gesetze wie dem Urheberrecht geregelt. Wir können davon ausgehen, dass wir ein einfaches Nutzungsrecht haben: Herunterladen, lesen, zitieren
  5. Normalerweise: Verlag sichert sich ausschließliches Nutzungsrecht zur Vervielfältigung, Verbreitung und öffentlichen Zugänglichmachung Das ist aus meiner Sicht stärkste Argument. Im klassischen Modell sichert sich der Verlag sämtliche Nutzungsrechte mit dem Ziel des größtmöglichen Gewinns. Dann erfolgt eine Veröffentlichung – hinter einer Bezahlschranke! Kooperatives Arbeiten unter digital vernetzten Bedingungen - Dokumente dürfen legal gemeinsam genutzt werden Teils auch schnellere Verbreitung möglich. Sichtbarkeit und Zitationen erhöhen: Bei minimierten Barrieren des Zugangs, Steigerung der Nutzung Dokumentenserver vernetzt, Schnittstellen, Metadaten-Standards
  6. Finanzierung: 1. Forschung, 2. Begutachtung, 3. Zugang/Lizenzen  OA Gold Finanzierung der Verbreitung nicht des Zugangs mit dem Ziel die Kosten(steigerungen) zu reduzieren. Ggf. sehr einfach und günstige Verbreitungsmöglichkeiten über Dokumentenserver.
  7. -NC : Nicht, kommerzielle Nutzung
  8. NC – auch kommerzieller Sektor kann berechtigtes Interesse an Nachnutzung haben “Das Urheberrecht bleibt erhalten – es werden nur bestimmte Nutzungen erlaubt. So kann der Urheber u.A. weiterhin rufschädigende Nutzung oder Entstellung seines Werkes verbieten. Z.B. die Nutzung seiner Bilder auf einer Naziseite untersagen.“ 3.0 ist eine sog. Ported Version – sie wurde in Landesrecht übertragen 4.0 ist noch unported
  9. Finanzierung: „Autor zahlt“ statt Lizenzen durch Bibliotheken Nachteile evtl. für publikations-starke Einrichtungen Wirtschaft und Industrie liest „kostenlos“ mit
  10. Finanzierung: „Autor zahlt“ statt Lizenzen durch Bibliotheken Nachteile evtl. für publikations-starke Einrichtungen Wirtschaft und Industrie liest „kostenlos“ mit
  11. Von 19 A-Journals im Prinzip 0 relevant (23 Medizin, Gesundheit)
  12. Ab 2020 keine hybrid-Förderung mehr bei EU Projekten
  13. Preprint – vor Peer Review, eingereichte Version Postprint – nach Begutachtungsverfahren und evtl. Änderungen Postprint – Inhalt entspricht der Verlagsversion; Layout, Formatierung, Paginierung meist nicht Social Sciences Open Access Repositorium SSOAR Betreiber: GESIS EconStor: Betreiber: ZBW Weitere?
  14. Grundlage und Rechte zu prüfen, Aufwand vergleichsweise hoch, Post-Print eingeschränkt nutzbar
  15. Hier also Aufsätze aus Sammelbänden Problematik Urheberrecht vs. Recht nach dem der Vertrag geschlossen wurde (Alexandra)
  16. Problematik Urheberrecht vs. Recht nach dem der Vertrag geschlossen wurde
  17. Policy: Bsp. Empfehlungscharakter, Unterstützung/Verantwortlichkeiten, Finanzierung anbieten, Marketing: Aufmerksamkeit auf das Thema lenken Maßnahmen: a) Anreize setzen, b) Beraten und aufklären, c) Aktiv umsetzen, Fachinformationsdienst Asien (CrossAsia) Stabi Berlin, UB Heidelberg Rechteklärung; Digitalisierung; Hosting; Katalogisierung (IZ, Sacherschließung) FID – Hosting, Bsp. Asien, Afrika, Ethnologie
  18. Policy: Bsp. Empfehlungscharakter, Unterstützung/Verantwortlichkeiten, Finanzierung anbieten, Marketing: Aufmerksamkeit auf das Thema lenken Maßnahmen: a) Anreize setzen, b) Beraten und aufklären, c) Aktiv umsetzen, Open-Access-Fonds an Universitäten, DFG Anschubfinanzierung, Kriterien: Gold OA Zeitschrift, max. 2.000 Euro (inkl. MWSt.), submitting/corresponding author, kein hybrid open access T&F FAK-Lizenz: auf 25% reduzierte APC
  19. T&F FAK-Lizenz: auf 25% reduzierte APC Wenn Gold/Hybrid Open Access – dann trotzdem Fachliches Repositorium bedienen
  20. NL/AL Institut und/oder AutorIn berechtigt, auch Verlagsversion Addendum – Ergänzung zum Verlagsvertrag
  21. SHERPA/RoMEO – Verzeichnis von Open Access Policies von Verlagen – Meist sind Abweichungen der Policies einzelner Journals möglich
  22. Affiliation zur Institution relevant!
  23. 69 referierte Aufsätze in 2013 veröffentlicht Zitationen erstrecken sich über die letzten rund 60 Jahre Der Großteil konzentriert sich auf die seit den 90er Jahren erschienene Literatur Warum engagieren wir uns für den grünen Weg?
  24. Predatory Publishing ist nicht automatisch „Fake Science“ Nachteile: Keine Qualitätssicherung, Schaden der wissenschaftlichen Reputation, dauerhafte Verfügbarkeit ist nicht gewährleistet, Sichtbarkeit ist reduziert (keine Vernetzung, Indexierung) Wissentliche Nutzung: Einfache Art eine für Laien zunächst wissenschaftlich wirkende Publikation zu veröffentlichen Druck zu publizieren, ggf. Ablehnung in etablierten Zeitschriften Unwissentliche Nutzung – teils erst auf den zweiten Blick erkennbar