Die Entwicklung des Selbst nach Daniel Stern © 2011, Dr. Willem Lammers, TSTA
<ul><li>Institut für angewandte Sozialwissenschaften </li></ul><ul><li>Bahnhofstrasse 17 </li></ul><ul><li>CH-7304 Maienfe...
Programm <ul><li>Die Entwicklung des Kleinkindes  </li></ul><ul><ul><li>Entwicklungspsychologie </li></ul></ul><ul><ul><ul...
Fragen <ul><li>Wie erfahren Babies die Welt? </li></ul><ul><li>Gibt es am Anfang ein Selbst? </li></ul><ul><li>Gibt es am ...
Ausgangspunkte <ul><li>Thema: Das Entstehen des Selbst  </li></ul><ul><ul><li>Das  Kleinkind ist eine eigenständige Person...
Das Selbst <ul><li>Das Selbst: </li></ul><ul><ul><li>ist einzigartig, anders, integriert </li></ul></ul><ul><ul><li>ist me...
Das Selbst <ul><li>Das Selbst ist eine einzigartige subjektive Organisation </li></ul>
Psychologische Entwicklung <ul><li>Entwicklungsphasen nach Piaget </li></ul><ul><ul><li>sensorimotorisch </li></ul></ul><u...
Psychoanalyse <ul><li>Vier Wellen </li></ul><ul><ul><li>Triebtheorie </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>früher Freud: Libido, ...
Psychoanalyse <ul><li>Aufgebaut auf ältere Einsichten über Entwicklung des Kindes </li></ul><ul><li>Kein präverbales subje...
Beispiel: Mahler <ul><li>Geburt – 6./8. W.:  autistische Phase </li></ul><ul><li>2. –  6. Monat:  symbiotische Phase </li>...
Die Theorie von Daniel Stern <ul><li>Gibt es ein Selbst vom Anfang an? </li></ul><ul><li>Gibt es die Anderen?  </li></ul><...
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Phasen, Bereiche <ul><li>Stern unterscheidet vier Phasen oder Bereiche des Selbstempfindens </li></ul><ul><li>Er beschreib...
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Selbstempfinden <ul><li>Fragen für jeden Selbstsinn: </li></ul><ul><ul><li>Wie entsteht er? </li></ul></ul><ul><ul><li>Wel...
I. Auftauchendes Selbst <ul><li>Entwicklung von der Geburt bis zu 2 – 3 Monaten </li></ul><ul><li>Keine Verschmelzung zwis...
I. Auftauchendes Selbst <ul><li>Selbstempfinden </li></ul><ul><ul><li>Zentral: Entstehende Selbstorganisation </li></ul></...
I. Auftauchendes Selbst <ul><li>Beziehungswahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Objekte im sensorischen Bereich werden getrenn...
II. Kernselbst <ul><li>Entwicklung von 2 – 3 bis 7 – 9 Monaten </li></ul><ul><li>Erfahrung eines Kernselbst wird gefestigt...
II. Kernselbst <ul><li>Selbstwahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Klare Erfahrung vom Getrennt-Sein </li></ul></ul><ul><ul><l...
II. Kernselbst <ul><li>Beziehungswahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Basales, integriertes Gefühl für selbst und andere </li...
III. Subjektives Selbst <ul><li>Das Empfinden eines subjektiven Selbst </li></ul><ul><li>Entwicklung von 7 – 9 bis 15 Mona...
III. Subjektives Selbst <ul><li>Selbstwahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Subjektivität schafft Erfahrung persönlicher Emoti...
<ul><li>Beziehungswahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Subjektive Erfahrungen, Bedeutungen, Absichten, und Gefühlszustände kö...
IV. Verbales Selbst <ul><li>Das Empfinden eines verbalen Selbst </li></ul><ul><ul><li>Entwicklung ab 15–18 Monaten </li></...
IV. Verbales Selbst <ul><li>Selbstwahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Nennen von Personen und Dinge ohne Anwesenheit </li></...
<ul><li>Beziehungswahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Persönliche Erfahrungen kriegen gemeinsame Bedeutung </li></ul></ul><u...
Entwicklung
Neue Fragen <ul><li>Wie sieht Daniel Stern spätere Phasen in der Entwicklung des Kindes? </li></ul><ul><li>Wie sähe eine P...
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Entwicklungsphasen nach Daniel Stern

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Die Entwicklungsphasen nach Daniel Stern. Ein Vortrag für die Ärztefortbildung in der Psychiatrischen Klinik Pfäfers, gehalten 1999.

Veröffentlicht in: Bildung
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Entwicklungsphasen nach Daniel Stern

  1. 1. Die Entwicklung des Selbst nach Daniel Stern © 2011, Dr. Willem Lammers, TSTA
  2. 2. <ul><li>Institut für angewandte Sozialwissenschaften </li></ul><ul><li>Bahnhofstrasse 17 </li></ul><ul><li>CH-7304 Maienfeld </li></ul><ul><li>Fon +41 81 302 77 03 Fax +41 81 302 77 04 </li></ul><ul><li>www.iasag.ch [email_address] </li></ul><ul><li>Diese Unterlagen sind ausschliesslich für den persönlichen Gebrauch der Teilnehmenden an IAS Lernveranstaltungen bestimmt und dürfen nicht kopiert oder weitergegeben werden </li></ul>
  3. 3. Programm <ul><li>Die Entwicklung des Kleinkindes </li></ul><ul><ul><li>Entwicklungspsychologie </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>Piaget </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Psychoanalyse </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>Freud I, Freud II, Klein, Mahler </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Daniel Stern </li></ul></ul><ul><li>Leitfrage: </li></ul><ul><ul><li>Was ändert sich, wenn wir aus diesen Perspektiven über Psychopathologie denken? </li></ul></ul>
  4. 4. Fragen <ul><li>Wie erfahren Babies die Welt? </li></ul><ul><li>Gibt es am Anfang ein Selbst? </li></ul><ul><li>Gibt es am Anfang ein Du? </li></ul><ul><li>Wie bringt das Kind visuelle, auditive, kinästhetische und Geruchs- / Geschmacks-empfindungen zusammen? </li></ul><ul><li>Wie lebt das Kind zusammen mit anderen? </li></ul><ul><li>Wie verändern sich Beziehungen im Laufe der Entwicklung? </li></ul><ul><li>Was sind die Konsequenzen der frühen Erfahrung für das spätere Leben? </li></ul>
  5. 5. Ausgangspunkte <ul><li>Thema: Das Entstehen des Selbst </li></ul><ul><ul><li>Das Kleinkind ist eine eigenständige Person in Beziehung </li></ul></ul><ul><ul><li>Frühe Entwicklung ist Basis von Eigenschaften des späteren Selbst </li></ul></ul><ul><li>Gegensatz zur Kinderpsychologie </li></ul><ul><li>Gegensatz zur Psychoanalyse </li></ul><ul><li>Akzentverschiebung: </li></ul><ul><ul><li>von Vertrauen und Autonomie in Richtung Organisation vom Selbst in Beziehung </li></ul></ul><ul><li>Integration aufgrund neuer Entwicklungen </li></ul>
  6. 6. Das Selbst <ul><li>Das Selbst: </li></ul><ul><ul><li>ist einzigartig, anders, integriert </li></ul></ul><ul><ul><li>ist meistens nicht bewusst </li></ul></ul><ul><ul><li>kann ins Bewusstsein gebracht werden </li></ul></ul><ul><ul><li>ist Quelle des Handelns </li></ul></ul><ul><ul><li>erfährt Gefühle </li></ul></ul><ul><ul><li>setzt Erfahrung in Sprache um </li></ul></ul><ul><ul><li>kommuniziert und teilt persönliches Wissen mit </li></ul></ul><ul><ul><li>macht Pläne </li></ul></ul><ul><ul><li>führt Pläne aus </li></ul></ul>
  7. 7. Das Selbst <ul><li>Das Selbst ist eine einzigartige subjektive Organisation </li></ul>
  8. 8. Psychologische Entwicklung <ul><li>Entwicklungsphasen nach Piaget </li></ul><ul><ul><li>sensorimotorisch </li></ul></ul><ul><ul><li>prä-operational </li></ul></ul><ul><ul><li>konkret-operational </li></ul></ul><ul><ul><li>formell-operational </li></ul></ul><ul><li>Kritik: </li></ul><ul><ul><li>Nur das Kind wird beobachtet </li></ul></ul><ul><ul><li>Forschung über Umgang mit der materiellen Welt </li></ul></ul><ul><ul><li>Beschreibt keine subjektive Erfahrung </li></ul></ul><ul><ul><li>Beschreibt keine Beziehungen </li></ul></ul>
  9. 9. Psychoanalyse <ul><li>Vier Wellen </li></ul><ul><ul><li>Triebtheorie </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>früher Freud: Libido, Eros, Thanatos </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Ich-Psychologie </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>späterer Freud: Ich, Es, Über-Ich </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Objektbeziehungstheorie </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>Mahler, Kohut, Kernberg </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Selbstpsychologie </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>Masterson, Johnson </li></ul></ul></ul>
  10. 10. Psychoanalyse <ul><li>Aufgebaut auf ältere Einsichten über Entwicklung des Kindes </li></ul><ul><li>Kein präverbales subjektives Leben </li></ul><ul><li>Symbiose </li></ul><ul><li>Infantiler Autismus </li></ul><ul><li>Das Selbst entwickelt sich an der Kontaktgrenze </li></ul><ul><li>Gute Beschreibungen erst nach der Entwicklung der Sprache </li></ul><ul><li>Konstruiert aus später verbalisierten Erinnerungen und Empfindungen </li></ul>
  11. 11. Beispiel: Mahler <ul><li>Geburt – 6./8. W.: autistische Phase </li></ul><ul><li>2. – 6. Monat: symbiotische Phase </li></ul><ul><li>6. – 24. Monat: Loslösung und Individuation </li></ul><ul><li>6. – 10. Monat: Differenzierungsphase </li></ul><ul><li>10. – 18. Monat: Übungsphase, «Liebesaffäre mit der Welt» </li></ul><ul><li>15. – 24. Monat: Wiederannäherungsphase </li></ul><ul><li>22. – 30. Monat: auf dem Weg zur Objektkonstanz </li></ul><ul><li>ab 3. Jahren: ödipale Phase </li></ul><ul><li>usw. </li></ul>
  12. 12. Die Theorie von Daniel Stern <ul><li>Gibt es ein Selbst vom Anfang an? </li></ul><ul><li>Gibt es die Anderen? </li></ul><ul><li>Daniel Stern: </li></ul><ul><li>Tagebuch eines Säuglings (1991) </li></ul><ul><li>Die Lebenserfahrung des Kleinkindes (1992) </li></ul>*
  13. 13. Stern <ul><li>Das Selbst ist ein unveränderliches Bewusstseinsmuster: </li></ul><ul><ul><li>ist da vor der Sprachentwicklung </li></ul></ul><ul><ul><li>besitzt Kontinuität </li></ul></ul><ul><ul><li>Die Entwicklung ist nicht kontinuierlich, zeigt grosse qualitative Verschiebungen </li></ul></ul><ul><ul><li>ist Quelle von Aktivität (agency) </li></ul></ul><ul><ul><li>hat körperlichen Zusammenhang (physical cohesion) </li></ul></ul><ul><ul><li>verfügt über Affektivität </li></ul></ul><ul><ul><li>ist subjektiv, mit der Fähigkeit zur Intersubjektivität </li></ul></ul><ul><ul><li>vermittelt Bedeutung </li></ul></ul><ul><ul><li>schafft Organisation </li></ul></ul>
  14. 14. Phasen, Bereiche <ul><li>Stern unterscheidet vier Phasen oder Bereiche des Selbstempfindens </li></ul><ul><li>Er beschreibt eine sensible Anfangsphase </li></ul><ul><li>In dieser Anfangsphase taucht allmählich eine Integration von Netzwerken auf </li></ul><ul><li>Entwicklungsübergänge bei </li></ul><ul><ul><li>2 – 3 Monate </li></ul></ul><ul><ul><li>9 – 12 Monate </li></ul></ul><ul><ul><li>15 – 18 Monate </li></ul></ul>
  15. 15. Phasen, Bereiche <ul><li>Themen einer Phase gelten für gesamte Lebensspanne: </li></ul><ul><ul><li>Kein Bereich geht verloren </li></ul></ul><ul><ul><li>Jeder Bereich bleibt als Form des sozialen Erlebens erhalten und entwickelt sich weiter </li></ul></ul><ul><li>Die Bereiche sind die Basis für die subjektive Erfahrung in der sozialen Entwicklung </li></ul>
  16. 16. Selbstempfinden <ul><li>Veränderungen </li></ul><ul><ul><li>zugenommene «Präsenz» </li></ul></ul><ul><ul><li>anderes social feel </li></ul></ul><ul><ul><li>anderes Empfinden der subjektiven Erfahrung </li></ul></ul><ul><ul><li>gegenseitig fördernd </li></ul></ul><ul><ul><li>Reifung erlaubt neue Organisationsprinzipien </li></ul></ul><ul><li>Bei jedem Schritt: </li></ul><ul><ul><li>Neues Selbstempfinden ( sense of self ) </li></ul></ul><ul><ul><li>Neue Typen der Interaktion </li></ul></ul>
  17. 17. Das Selbstempfinden ÿ/.ˇ‹N∫fltè nˇ‹ (H@=@ˇ˛n ÿ/.ˇ‹N∫fltè nˇ‹ (H@=@ˇ˛n 2 – 3 7 – 9 15 Auftauchendes Selbst Kernselbst Subjektives Selbst Verbales Selbst Alter in Monaten Empfinden des Selbst
  18. 18. Beziehungsfähigkeit ÿ/.ˇ‹N∫fltè nˇ‹ (H@=@ˇ˛n ÿ/.ˇ‹N∫fltè nˇ‹ (H@=@ˇ˛n 2 – 3 7 – 9 15 Auftauchende Beziehungsfähigkeit Kernbeziehungsfähigkeit Subjektive Beziehungsfähigkeit Verbale Beziehungsfähigkeit Alter in Monaten Beziehungsbereiche
  19. 19. Selbstempfinden / Selbstsinn <ul><li>Auftauchendes Selbstempfinden </li></ul><ul><li>Empfinden eines Kernselbst </li></ul><ul><li>Empfinden eines subjektiven Selbst </li></ul><ul><li>Empfinden eines verbalen Selbst </li></ul>
  20. 20. Selbstempfinden <ul><li>Fragen für jeden Selbstsinn: </li></ul><ul><ul><li>Wie entsteht er? </li></ul></ul><ul><ul><li>Welche Fähigkeiten macht er möglich? </li></ul></ul><ul><ul><li>Welche neue Perspektiven bietet er dem Menschen in seinem Weltbild? </li></ul></ul><ul><ul><li>Wie verändert sich die Beziehungsfähigkeit? </li></ul></ul>
  21. 21. I. Auftauchendes Selbst <ul><li>Entwicklung von der Geburt bis zu 2 – 3 Monaten </li></ul><ul><li>Keine Verschmelzung zwischen Selbst und anderen: </li></ul><ul><ul><li>Eigene Identität ist da von der Geburt an </li></ul></ul><ul><li>Keine Verwirrung zwischen Selbst und anderen </li></ul><ul><li>Das Baby reagiert von Anfang an auf soziale Ereignisse in der Aussenwelt </li></ul>
  22. 22. I. Auftauchendes Selbst <ul><li>Selbstempfinden </li></ul><ul><ul><li>Zentral: Entstehende Selbstorganisation </li></ul></ul><ul><ul><li>Wache Inaktivität </li></ul></ul><ul><ul><li>Wahrnehmung von Mustern und Anordnungen: Bewegung, Form, Intensität </li></ul></ul><ul><ul><li>Erfahrung von Mustern über Sinne hinweg </li></ul></ul><ul><ul><li>Erfahrungen sind klar und lebendig </li></ul></ul><ul><ul><li>Keine Zeitkonstanz </li></ul></ul><ul><ul><li>Keine Raumkonstanz </li></ul></ul><ul><ul><li>Erfahrungen sind nebeneinander da, ohne Verbindung </li></ul></ul><ul><ul><li>Emotionen existieren in Urform </li></ul></ul>
  23. 23. I. Auftauchendes Selbst <ul><li>Beziehungswahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Objekte im sensorischen Bereich werden getrennt vom Selbst wahrgenommen </li></ul></ul><ul><ul><li>Interaktion dient physiologischer Regulierung </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>Stimulierung </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Beruhigung </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Faszination der Wahrnehmung </li></ul></ul><ul><ul><li>Kind hat Präferenzen </li></ul></ul><ul><ul><li>Wahrnehmungen organisieren sich mit der Zeit </li></ul></ul>
  24. 24. II. Kernselbst <ul><li>Entwicklung von 2 – 3 bis 7 – 9 Monaten </li></ul><ul><li>Erfahrung eines Kernselbst wird gefestigt </li></ul><ul><ul><li>getrennt </li></ul></ul><ul><ul><li>kohäsiv </li></ul></ul><ul><ul><li>initiativ </li></ul></ul><ul><ul><li>kontinuierlich </li></ul></ul><ul><ul><li>begrenzt </li></ul></ul><ul><ul><li>physisch </li></ul></ul><ul><li>Es gibt keine «symbiotische» Phase (Mahler) </li></ul><ul><li>Einheitserfahrungen sind das Resultat einer erfolgreichen Organisation des Selbst im Kontakt </li></ul>
  25. 25. II. Kernselbst <ul><li>Selbstwahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Klare Erfahrung vom Getrennt-Sein </li></ul></ul><ul><ul><li>Kohärente, von der Mutter getrennte Körperlichkeit </li></ul></ul><ul><ul><li>Kontrolle über eigenes Handeln </li></ul></ul><ul><ul><li>Urheberschaft </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>Eigene Intentionen und Handlungsimpulse </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Gefühl für </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>eigene Affekte </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Urheberschaft </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Kontinuität in der Zeit </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>eigene Geschichte </li></ul></ul></ul>
  26. 26. II. Kernselbst <ul><li>Beziehungswahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Basales, integriertes Gefühl für selbst und andere </li></ul></ul><ul><ul><li>Kind erlebt das Mit-Sein der anderen </li></ul></ul><ul><ul><li>Innere Repräsentationen der anderen bei Abwesenheit </li></ul></ul><ul><ul><li>Eigenes Wesen und Wesen der anderen werden wahrgenommen </li></ul></ul><ul><ul><li>Andere regulieren Erregungsniveau </li></ul></ul><ul><ul><li>Pathologie kann entstehen durch Unter- oder Überstimulierung </li></ul></ul>
  27. 27. III. Subjektives Selbst <ul><li>Das Empfinden eines subjektiven Selbst </li></ul><ul><li>Entwicklung von 7 – 9 bis 15 Monaten </li></ul><ul><li>Merkmale </li></ul><ul><ul><li>Entdeckung des Geistes </li></ul></ul><ul><ul><li>Subjektive Wahrnehmung </li></ul></ul><ul><ul><li>Subjektivität im Erleben </li></ul></ul><ul><ul><li>Intersubjektivität ist die Erfahrung von Gefühlen im Hier-und-jetzt </li></ul></ul><ul><ul><li>Fähigkeit zur Intimität, zu unwillkürlicher affektiver Abstimmung und zu sozialer Zeitgestaltung </li></ul></ul><ul><li>Dies bedeutet die Entwicklung autonomer Ich-Funktionen </li></ul>
  28. 28. III. Subjektives Selbst <ul><li>Selbstwahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Subjektivität schafft Erfahrung persönlicher Emotionen: </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>Angst, Wut, Trauer, Freude, Scham, Interesse, Überraschung </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Subjektive Erfahrung: </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>Ziel: «Ich möchte die Güetzli» </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Gefühle: «Das ist aufregend!» </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Fokussierung: «Schau Dir mal das an!» </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Psychisches Erleben differenziert vom Körper und von Vitalitätsaffekten </li></ul></ul>
  29. 29. <ul><li>Beziehungswahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Subjektive Erfahrungen, Bedeutungen, Absichten, und Gefühlszustände können geteilt werden </li></ul></ul><ul><ul><li>Es gibt Übereinstimmung und Unterschiede </li></ul></ul><ul><ul><li>präverbale Intersubjektivität </li></ul></ul><ul><ul><li>psychische Intimität </li></ul></ul><ul><ul><li>gemeinsamer Aufmerksamkeitsfokus </li></ul></ul><ul><ul><li>Kind teilt Gestimmtheit der Mutter und umgekehrt </li></ul></ul><ul><ul><li>Kernbeziehung existiert weiter </li></ul></ul><ul><ul><li>Pathologie entsteht durch falsche Abstimmung </li></ul></ul>III. Subjektives Selbst
  30. 30. IV. Verbales Selbst <ul><li>Das Empfinden eines verbalen Selbst </li></ul><ul><ul><li>Entwicklung ab 15–18 Monaten </li></ul></ul><ul><ul><li>Sprachentwicklung </li></ul></ul><ul><ul><li>Objekte werden mit Hilfe von Zeichen und Symbolen repräsentiert </li></ul></ul><ul><ul><li>Kind kann sich an Personen und Sachen erinnern, ohne dass sie anwesend sind </li></ul></ul><ul><ul><li>Sprache erweitert das «mit-anderen-Sein» </li></ul></ul><ul><ul><li>Symbolische Spiele sind möglich </li></ul></ul><ul><ul><li>Die Sprache verursacht eine Spaltung im Erleben </li></ul></ul>
  31. 31. IV. Verbales Selbst <ul><li>Selbstwahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Nennen von Personen und Dinge ohne Anwesenheit </li></ul></ul><ul><ul><li>Reflexion über materielle und Beziehungsobjekte </li></ul></ul><ul><ul><li>Reflexion über Selbst </li></ul></ul><ul><ul><li>Kind kann Geschichten über sich selbst erzählen </li></ul></ul><ul><ul><li>Objektrepräsentation mittels Zeichen und Symbolen </li></ul></ul><ul><ul><li>Negation wird möglich </li></ul></ul><ul><li>Aber auch: </li></ul><ul><ul><li>Diskrepanz zwischen Erlebnis und Gesprochenem </li></ul></ul><ul><ul><li>Erfahrungen im auftauchenden, Kern- oder subjektivem Selbst laufen weiter, </li></ul></ul><ul><ul><li>können nur teilweise in der verbalen Beziehung ausgedrückt werden </li></ul></ul>
  32. 32. <ul><li>Beziehungswahrnehmung </li></ul><ul><ul><li>Persönliche Erfahrungen kriegen gemeinsame Bedeutung </li></ul></ul><ul><ul><li>Jeder hat selbständige Kompetenzen im Kontakt </li></ul></ul><ul><ul><li>Verschiebung und Antizipation sind möglich </li></ul></ul><ul><ul><li>Divergenz verbaler–präverbaler Welt: Kontakt verliert Ganzheit </li></ul></ul><ul><ul><li>Affektive und körperliche präverbale Welt ist nicht mit Sprache abzubilden: </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>Krise im Selbstverständnis und in Beziehungen </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Pathologie entsteht durch Bestätigung der Divergenz </li></ul></ul>IV. Verbales Selbst
  33. 33. Entwicklung
  34. 34. Neue Fragen <ul><li>Wie sieht Daniel Stern spätere Phasen in der Entwicklung des Kindes? </li></ul><ul><li>Wie sähe eine Psychologie des Selbst für Erwachsene und Ältere aus? </li></ul><ul><li>Welche Konsequenzen hat die Theorie für die Psychopathologie? </li></ul><ul><li>Was ändert oder bestätigt sich in der therapeutischen Beziehung? </li></ul>

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