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Dr.Tobias Jenert
Viel Neues und doch keine Innovation!?
Fünf Thesen, warum es die Lehrentwicklung an Hochschulen schwer hat.
 Die Hochschullehre hat in den letzten Jahren viele (strukturelle)
Neuerungen erfahren, aber wenige systematische Innovationen auf der
Ebene des Lehr- und Lernhandelns.
 Neues wird meist entweder in Form von (a) Strukturveränderungen
oder (b) eng begrenzten Einzelprojekten in die Hochschulen getragen.
 Akteuren der Lehrentwicklung gelingt es selten, an ihren Hochschulen
einen kontinuierlichen und breit verankerten Dialog über die
Entwicklung der Lehre zu etablieren und damit Innovationen zu fördern.
Warum hat es die Lehrentwicklung im deutschsprachigen Raum bislang so
schwer Innovationen nachhaltig zu verankern?
Beobachtungen
Akteuren der Lehrentwicklung gelingt es zu selten, Bezüge zwischen
(a) den eigenen pädagogisch-didaktischen Zielen
(b) inhaltlich/disziplinären Zielen der Fächer und
(c) (strategischen) Zielen der Hochschule
auszuweisen und damit die Effektivität des eigenen Handelns
überzeugend aufzuzeigen.
These 1:
Akteuren der Lehrentwicklung gelingt es häufig nicht, extern
angestossene Veränderungen als positive Innovationsimpulse in die
eigene Hochschule zu tragen.
These 2:
(Hochschul-) didaktische Qualifizierungen gehen häufig zu wenig auf
die Spezifika akademischer Karriereentwicklung ein – auch weil vielen
Lehrentwicklern/-innen die aktive Partizipation an einer «scientific
community» fehlt.
These 3:
Die - auch aus dem Bereich der Lehrentwicklung beförderte -
Sichtweise eines Gegensatzes von Forschung und Lehre führt zu einem
wenig produktiven Antagonismus.
(«Wer gut forscht lehrt nicht gut» und vice versa.)
These 4:
Lehrentwicklung ist vielfach als zentrale (Service-)Stelle konzipiert,
somit fehlt einerseits die akademische Glaubwürdigkeit zur Wirkung in
die Fakultäten, andererseits die strategische Anbindung an das
Hochschulmanagement
These 5:
Die zentrale Herausforderung für eine effektive Lehrentwicklung
besteht darin, sich innerhalb des «schwierigen» Hochschulumfelds
effektiv zu bewegen, d.h.:
 Disziplinäre und organisationale Bezüge von Lehrentwicklung
(an-)erkennen  Förderung «guter Lehre» wo und für wen?
 Lehre und Forschung als zwei Seiten derselben Medaille verstehen
und in Entwicklungskonzepte integrieren.
 Wertbeiträge «guter Lehre» für Lehrende, Fächer/Fakultäten und
die Hochschule ausweisen und vermarkten.
Fazit
Institutionelle Ebene (Hochschulleitung)
Didaktische Ebene / Curriculum
(Programmverantwortliche)
• Lern- und Bildungsziele
• Lehrenden-Community
• Methoden-Portfolio
• Assessment-Strukturen
Ressourcen
Rechtfertigung
Commitment
Entwicklungs-
konzepte
Professionalität
Qualitätsausweis
pädagogische
Hochschul-
entwicklung
HochschulstrukturenundVerwaltung
Disziplinen/FächerakademischeEntwicklung
• Programmportfolio (Bildungsangebot,
Marktposition)
• Akkreditierung, Rankings (Reckognition)
EinVorschlag: Hochschulentwicklung als Mittler
Jenert,T.(2012):Service-Forscher-ChangeAgents?!RollenundStrategieneiner
gestaltungsorientiertenHochschulentwicklung:Keynote-VortragimRahmendesJungenForums
Hochschul-undMediendidaktik.JungesForumHochschul-undMediendidaktik.Hamburg.
Kontakt
Dr. Tobias Jenert
Hochschulentwicklung
Institut für Wirtschaftspädagogik
Universität St. Gallen
tobias.jenert@unisg.ch
www.hochschulentwicklung.ch

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2014 03 jenert-innovation_hochschule

  • 1. Dr.Tobias Jenert Viel Neues und doch keine Innovation!? Fünf Thesen, warum es die Lehrentwicklung an Hochschulen schwer hat.
  • 2.  Die Hochschullehre hat in den letzten Jahren viele (strukturelle) Neuerungen erfahren, aber wenige systematische Innovationen auf der Ebene des Lehr- und Lernhandelns.  Neues wird meist entweder in Form von (a) Strukturveränderungen oder (b) eng begrenzten Einzelprojekten in die Hochschulen getragen.  Akteuren der Lehrentwicklung gelingt es selten, an ihren Hochschulen einen kontinuierlichen und breit verankerten Dialog über die Entwicklung der Lehre zu etablieren und damit Innovationen zu fördern. Warum hat es die Lehrentwicklung im deutschsprachigen Raum bislang so schwer Innovationen nachhaltig zu verankern? Beobachtungen
  • 3. Akteuren der Lehrentwicklung gelingt es zu selten, Bezüge zwischen (a) den eigenen pädagogisch-didaktischen Zielen (b) inhaltlich/disziplinären Zielen der Fächer und (c) (strategischen) Zielen der Hochschule auszuweisen und damit die Effektivität des eigenen Handelns überzeugend aufzuzeigen. These 1:
  • 4. Akteuren der Lehrentwicklung gelingt es häufig nicht, extern angestossene Veränderungen als positive Innovationsimpulse in die eigene Hochschule zu tragen. These 2:
  • 5. (Hochschul-) didaktische Qualifizierungen gehen häufig zu wenig auf die Spezifika akademischer Karriereentwicklung ein – auch weil vielen Lehrentwicklern/-innen die aktive Partizipation an einer «scientific community» fehlt. These 3:
  • 6. Die - auch aus dem Bereich der Lehrentwicklung beförderte - Sichtweise eines Gegensatzes von Forschung und Lehre führt zu einem wenig produktiven Antagonismus. («Wer gut forscht lehrt nicht gut» und vice versa.) These 4:
  • 7. Lehrentwicklung ist vielfach als zentrale (Service-)Stelle konzipiert, somit fehlt einerseits die akademische Glaubwürdigkeit zur Wirkung in die Fakultäten, andererseits die strategische Anbindung an das Hochschulmanagement These 5:
  • 8. Die zentrale Herausforderung für eine effektive Lehrentwicklung besteht darin, sich innerhalb des «schwierigen» Hochschulumfelds effektiv zu bewegen, d.h.:  Disziplinäre und organisationale Bezüge von Lehrentwicklung (an-)erkennen  Förderung «guter Lehre» wo und für wen?  Lehre und Forschung als zwei Seiten derselben Medaille verstehen und in Entwicklungskonzepte integrieren.  Wertbeiträge «guter Lehre» für Lehrende, Fächer/Fakultäten und die Hochschule ausweisen und vermarkten. Fazit
  • 9. Institutionelle Ebene (Hochschulleitung) Didaktische Ebene / Curriculum (Programmverantwortliche) • Lern- und Bildungsziele • Lehrenden-Community • Methoden-Portfolio • Assessment-Strukturen Ressourcen Rechtfertigung Commitment Entwicklungs- konzepte Professionalität Qualitätsausweis pädagogische Hochschul- entwicklung HochschulstrukturenundVerwaltung Disziplinen/FächerakademischeEntwicklung • Programmportfolio (Bildungsangebot, Marktposition) • Akkreditierung, Rankings (Reckognition) EinVorschlag: Hochschulentwicklung als Mittler Jenert,T.(2012):Service-Forscher-ChangeAgents?!RollenundStrategieneiner gestaltungsorientiertenHochschulentwicklung:Keynote-VortragimRahmendesJungenForums Hochschul-undMediendidaktik.JungesForumHochschul-undMediendidaktik.Hamburg.
  • 10. Kontakt Dr. Tobias Jenert Hochschulentwicklung Institut für Wirtschaftspädagogik Universität St. Gallen tobias.jenert@unisg.ch www.hochschulentwicklung.ch