Diese Präsentation wurde erfolgreich gemeldet.
Wir verwenden Ihre LinkedIn Profilangaben und Informationen zu Ihren Aktivitäten, um Anzeigen zu personalisieren und Ihnen relevantere Inhalte anzuzeigen. Sie können Ihre Anzeigeneinstellungen jederzeit ändern.

Lobbying auf Bundes- und Landesebene

Von Dr. Hans Bellstedt gehaltener Vortrag im Rahmen eines Verbändeseminars im Hotel Abion.
Datum: 9.12.2015

  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Lobbying auf Bundes- und Landesebene

  1. 1. Vortrag Verbändeseminar Dr. Hans Bellstedt, hbpa 9.12.2015, Berlin Lobbying auf Bundes- und Landesebene
  2. 2. Verbändeseminar Seite 2 I. Grundlagen der politischen Interessenvertretung II. So entstehen Gesetze III. Public Affairs in der Umsetzung IV. Erforderliche Qualifikationen V. Learnings und Ausblick
  3. 3. Seite 3 Was ist Public Affairs? Public Affairs ist ein… strategisch ausgerichteter Prozess zur Artikulation und Durchsetzung von Unternehmens- oder Organisationsinteressen gegenüber dem politischen und öffentlichen Umfeld Ausgangspunkt sind typischerweise ein oder mehrere „Issue(s)“, d.h. Themen mit strategischer Relevanz für den jeweiligen PA-Akteur (Unternehmen, Verband, NGO, wiss. Institution) Dieses „Issue“ wird durch Anwendung der spezifischen PA-Methodologie an die definierten Ansprechpartner (Stakeholder) herangetragen: Issue Management. Grundlagen der politischen Interessenvertretung Verbändeseminar
  4. 4. Seite 4 Warum Public Affairs? Politik beeinflusst zunehmend die Handlungsspielräume von Unternehmen und Institutionen Krise seit 2008 hat Regulierungsdrang der Politik massiv erhöht (Finanzmarkt, Verbraucherschutz, Steuerrecht, Arbeit + Soziales) Aktuelle Beispiele: Strommarkt 2.0, Wertstoffgesetz, Mietrechtspakete I/II, Erbschaftssteuerreform, Regulierung Leiharbeit/Werkverträge Passives Beobachten birgt Gefahr, übergangen oder benachteiligt zu werden. Public Affairs verfolgt den Anspruch, Rahmenbedingungen aktiv mitzugestalten. Geschäftsordnung des Dt. Bundestages: Ein Parlamentsausschuss kann „zur Information über einen Gegenstand seiner Beratung (…) öffentliche Anhörungen von Sachverständigen, Interessenvertretern und anderen Auskunftspersonen vornehmen“. Grundlagen der politischen Interessenvertretung Verbändeseminar
  5. 5. Seite 5 Wer betreibt Public Affairs? Unternehmen Verbände NGO Bürgerinitiativen Interessensplattformen/ Themenallianzen Gewerkschaften Wissenschaftsorganisationen Agenturen, Berater Kirchen Kanzleien Grundlagen der politischen Interessenvertretung Verbändeseminar
  6. 6. Seite 6 Public Affairs Wie ist ein Public Affairs-Prozess aufgebaut? Issue Definition Ökosystem PA-Strategie Ressourcen Issue Man- agement Identifizie- rung/Priori- sierung eines Themas 1. 2. 3. 4. 5. Entwicklung einer stakeholder- bezogenen PA- Strategie; Messaging Aufstellung eines PA- Teams/ Abteilung/ Task force Imple- mentierung von Maßnahmen Analyse der Stakeholder Grundlagen der politischen Interessenvertretung Verbändeseminar
  7. 7. Phase 1: Themendefinition Grundlagen der politischen Interessenvertretung Treiber Seite 7 Gesetzgeber Marktumfeld Wissenschaft/ Forschung Prio- Themen: 1. 2. 3. Regierung, Parlament (Politik) Öffentlichkeit Kritiker (NGOs, BIs) Themen Zielgruppen Verbändeseminar Gesellschaftl. Debatten Mediale Trends
  8. 8. Phase 2: Ökosystem/Stakeholder Grundlagen der politischen Interessenvertretung Seite 8 PA-Akteur Politik Markt Verbände Gesellschaft Medien NGOsBürger ParlamentRegierung Behörden Verbändeseminar
  9. 9. Public Affairs-Strategie Phase 3: Strategieentwicklung Grundlagen der politischen Interessenvertretung Seite 9 Ziel Zielgruppen Messaging Was soll erreicht werden? 3. § 2.1. Maßnahmen 4. Politik: EU, Bund, Länder Gesellschaft: NGO‘s, Bürger Über welche Botschaften kann das Thema kommuniziert werden? Dialogformate Infomaterial Veranstaltun- gen Social Media Thema Verbändeseminar
  10. 10. Phase 4: Ressourcen Seite 10 Aufstellung eines eigenen PA- Teams/Abteilung/Task Force Bedarfsdefinition und Planung Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen (Personal, Budget) explizites Commitment der Leitung/Geschäftsführung o.ä. Entscheidung über externen Support (Dach-) Verband, Verein Agentur Unabhängige Einzelberater/Experten Grundlagen der politischen Interessenvertretung Eine Kombination aus internen und externen Ressourcen gewährleistet die effiziente Umsetzung der definierten Strategie. Verbändeseminar
  11. 11. Phase 5: Maßnahmen-Mix Grundlagen der politischen Interessenvertretung Seite 11 Analyse Strategie Dialog Public Affairs-Strategie Events Publishing Strategie- Workshops Themen- priorisierung Maßnahmen- pläne Allianzen und Kooperationen Stakeholder- Mapping 1:1-Gespräche Networking- Formate, Foren etc. Standort- besuche Brüssel-Tage Politik- frühstücke Themen- Roundtables Panel Debates Preis- verleihungen Parlamentarische Abende Publikationen (Positions- papiere, Newsletter) Themen- papiere Media Relations Social Media Monitoring/ Informations- beschaffung Social Media- Screening Politische Analysen und Szenarien Auftrags- studien Verbändeseminar
  12. 12. Verbändeseminar Seite 12 I. Grundlagen der politischen Interessenvertretung II. So entstehen Gesetze III. Public Affairs in der Umsetzung IV. Erforderliche Qualifikationen V. Learnings und Ausblick
  13. 13. Gesetzgebung (Bund) So entstehen Gesetze Bundesregierung, Bundesrat oder Bundestagsabgeordnete* können Gesetzesentwürfe einbringen Mehrheit der Initiativen geht von BReg aus: Bundesministerium erarbeitet Entwurf auf Anweisung des Ministers holt dazu Stellungnahmen von Interessenverbänden ein = Ansatzpunkt für Public Affairs! nach Kabinettsbeschluss weiter an Bundesrat mit Stellungnahme des Bundesrats weiter an Bundestag * Gesetzentwürfe von mind. einer Fraktion oder mind. fünf Prozent der Mitglieder des Bundestages (derzeit 31 MdBs) Seite 13Verbändeseminar
  14. 14. Gesetzgebungsprozess (Bund) So entstehen Gesetze Drei Wege der Gesetzesinitiativen Einbringung Bundestag: 1. Lesung; Beratung in zuständ. Ausschüssen, 2. Lesung, 3. Lesung Beratung im Bundesrat (falls nötig: Vermittlungs- ausschuss) Bundesregierung Bundespräsident Veröff. im Bundesgesetzblatt Seite 14Verbändeseminar
  15. 15. Das Wertstoffgesetz in seiner Entstehung… So entstehen Gesetze Verbändeseminar Seite 15 Eckpunkte- papier Arbeits- entwurf 1. Konsul- tations- runde 12.6.2015 22.10.2015 läuft Referenten- entwurf Ressortab- stimmung Kabinett Jahres- wechsel vorauss. Q1 an- schließend vorauss. Q2 BT, 1. Lesung Ausschuss- beratung Anhörung 2./3. Lesung Bundesrat Bundes- gesetzblatt … … … … … … Evtl. Vermitt- lungsauschuss Bundes- rat …
  16. 16. … und wo der PA-Akteur einhaken kann: So entstehen Gesetze Verbändeseminar Seite 16 Eckpunkte- papier Arbeits- entwurf 1. Konsul- tations- runde 12.6.2015 22.10.2015 läuft Referenten- entwurf Ressortab- stimmung Kabinett Jahres- wechsel vorauss. Q1 an- schließend vorauss. Q2 BT, 1. Lesung Ausschuss- beratung Anhörung 2./3. Lesung Bundesrat Bundes- gesetzblatt … … … … … … Evtl. Vermitt- lungsauschuss Bundes- rat …
  17. 17. Verbändeseminar Seite 17 I. Grundlagen der politischen Interessenvertretung II. So entstehen Gesetze III. Public Affairs in der Umsetzung a) Basisformate b) Optionen c) digitale Public Affairs IV. Erforderliche Qualifikationen V. Learnings und Ausblick
  18. 18. Basisformate der Public Affairs PA in der Umsetzung: Basisformate Verbändeseminar Seite 18 PA- Akteur Maßnahmen  Monitoring  Stakeholder Mapping  1:1 Gespräche  Themen- & Positionspapiere Veranstaltungen Kanzler- amt Bundes- tag Bundes- rat Minis- terien
  19. 19. Weitere Optionen und Aktionen Verbändeseminar Seite 19 Unternehmens- oder Standortbesuche Ausschreibungen, Wettbewerbe, Preisverleihungen Auftragsstudien und deren Präsentation Themenbezogene Allianzen o. Plattformen Adressierung des jew. Issues über die Medien Klass. Werbung („Campaigning“), um größere Resonanz zu erzielen. Guerilla-Aktionen und Happenings PA in der Umsetzung: Optionen Ein MdB zu Besuch bei einem Kunststoffrohrhersteller in seinem Wahlkreis, geposted vom besuchten Unternehmen auf Facebook.
  20. 20. Verbändeseminar Seite 20 I. Grundlagen der politischen Interessenvertretung II. So entstehen Gesetze III. Public Affairs in der Umsetzung a) Basisformate b) Optionen c) Digital Public Affairs IV. Erforderliche Qualifikationen V. Learnings und Ausblick
  21. 21. Die Social Media-Revolution … Digital Public Affairs Seite 21 Maximale Vernetzung verschiedener Akteure untereinander Völlig neuartige Möglichkeiten, eigene Botschaften abzusenden -> Demokratisierung/Popularisierung der Kommunikation Multiple Response-Möglichkeiten (Empfänger wird zum Sender) -> Rückkoppelungs- und Bindungseffekte Neue Möglichkeiten, definierte Zielgruppen passgenau zu adressieren („targeting“) und zu mobilisieren („activating“) Prinzip der Plattform-Ökonomie: Netzwerk mit der größten Nutzerzahl zieht weitere Nutzer an („winner takes all“).  Auch Politiker sind zunehmend in Social Media aktiv: Verbändeseminar
  22. 22. …erfasst auch den politischen Raum: Seite 22 Im Bundestag der 18. Wahlperiode sind rund 75 Prozent der Abgeordneten in Social Media aktiv: 50 Prozent haben einen Twitter-Account 25 Prozent ein Facebook-Profil „Digital Natives“ bilden wichtige Gruppe im Parlament, bauen gezielt Communities auf und schaffen dauerhaft Bindung zu ihren Wählern, verlagern Auseinandersetzungen mit politischem Gegner zunehmend auf die SM- Ebene (twitter-„Duelle“), schaffen Transparenz über ihr Handeln, nicht zuletzt über ihre Kontakte zur Wirtschaft. Digital Public Affairs Familienministerin Manuela Schwesig (SPD): eine von vielen Politikerinnen und Politikern im Bundestag, die intensiv Twitter nutzen. Verbändeseminar
  23. 23. Früher Hinterzimmer, heute facebook: Digital Public Affairs Seite 23 Keine Geheimnisse: FDP-Präsidium im Gespräch mit der Chemieindustrie, CDU-Generalsekretär Peter Tauber mit Venture Capitalist. Verbändeseminar
  24. 24. Vorteile digitaler Public Affairs Verbändeseminar Seite 24 Die Nutzung von Social Media-Kanälen erlaubt es dem PA-Akteur,…  die eigene Sichtbarkeit bei den Zielgruppen im digitalen Raum zu erhöhen  den eigenen „Content“ effizient & multiple zu vermarkten  eigene Produkte und Anliegen noch kunden- & bürgernäher darzustellen  eine themenbezogene Community aufzubauen Digital Public Affairs Über Social Media kann der PA- Akteur unterschiedliche Zielgruppen noch passgenauer ansprechen.
  25. 25. Aufbau einer SM-Aktivität Verbändeseminar Seite 25 Priorisierung der Kanäle (z.B. „zuerst fb, dann t“) Definition der Arbeitsteilung Aufbau eines Themenspeichers Terminplanung: Wann posten wir was und wo? Regelmäßige Evaluation des Status-quo des SM-Auftritts: - Wie viele Likes insgesamt? - Wie viele Likes/Shares/Retweets pro Post? - Wer sind meine Follower? Digital Public Affairs Aus der Fülle an Kanälen gilt es, die für die Ziele der digitalen PA-Arbeit am besten geeigneten auszuwählen.
  26. 26. Ambivalenzen digitaler PA Digital Public Affairs Seite 26 Neue, digitale Transparenz schließt Beibehalt von Vertraulichkeitssphären keineswegs aus  SM treten neben herkömmliche PA, ersetzen sie aber nicht. Gefahr von Imageschäden durch unüberlegte Schnellschüsse Provokation von „shitstorms“ (Aber: wie ernst zu nehmen ist ein „shitstorm?“) Ablenkung vom Wesentlichen? Befüllen der SM mit ständig neuen Inhalten ist sehr zeitintensiv… Verbändeseminar
  27. 27. Verbändeseminar Seite 27 I. Grundlagen der politischen Interessenvertretung II. So entstehen Gesetze III. Public Affairs in der Umsetzung IV. Erforderliche Qualifikationen V. Learnings und Ausblick
  28. 28. Der PA-Manager: Qualifikationsprofil Vorbereitung im Verband Verbändeseminar Seite 28 Detaillierte Kenntnis der Prozesse und Akteure des Politikbetriebs  Vernetzung in Bundestag, Ministerien, Medien… Sachkompetenz in bezug auf die vertretene Branche  Übersetzerqualitäten (Wissenstransfer Industrie – Politik) Durchhaltevermögen und langer Atem („dicke Bretter“)  Fingerspitzengefühl Kreativität Formulierungsgabe  Sensibilität für Konsequenzen des eigenen Handelns Blick auf die Gesamtwirtschaft/Gesellschaft (statt nur „partikular“) Hard Skills: Soft Skills:
  29. 29. Verbändeseminar Seite 29 I. Grundlagen der politischen Interessenvertretung II. So entstehen Gesetze III. Public Affairs in der Umsetzung IV. Erforderliche Qualifikationen V. Learnings und Ausblick
  30. 30. Seite 30 Public Affairs in der Praxis: Learnings Ausgangspunkt ist stets die Erkennung/Definition des eigenen Themas Belastbare Gesprächsbeziehungen sind das A und O: „Verschaffe dir Freunde, bevor du sie brauchst“. Große Namen öffnen Türen, sind aber nicht zwingend erfolgsversprechend; auch ein vermeintlicher „no-name“ kann sich über ein relevantes Thema Zugang verschaffen. Entscheidend sind: Konstruktives und vertrauensstiftendes Auftreten Konkretes Anliegen (statt: „Plauderstunde“) Nachweis eines Wertbeitrages für Gesellschaft, Umwelt und Volkswirtschaft Learnings Verbändeseminar
  31. 31. Seite 31 Fragen an Public Affairs Welches Maß an Einflussnahme ist legitim, wo beginnen Grauzonen? Spielt Geld eine Rolle? Wo liegt die Grenze zwischen Allgemein- und Partikularinteresse? Wie viel Transparenz ist möglich, wie viel Vertraulichkeit nötig? Welche Rolle spielen NGOs? Welche Zusagen machen Politiker? etc. pp… Learnings Verbändeseminar
  32. 32. Kontakt: Kontakt Seite 32 Dr. Hans Bellstedt Hans Bellstedt Public Affairs GmbH Französische Straße 14 10117 Berlin Telefon +49 (0) 30 / 83 21 680-50 hb@hbpa.eu www.hbpa.eu https://www.facebook.com/hbpathehouseofpublicaffairs https://twitter.com/HansBellstedtPA Verbändeseminar

×