Die Alpenfestung gilt bis heute als ein Phantom, das gegen Ende des       Zweiten Weltkrieges von den amerikanischen Gehei...
MARKUS SCHMITZBERGER  WAS DIE US ARMYIN DER ALPENFESTUNG WIRKLICH SUCHTE   Eine Theorie zum Decknamen      der Anlage »Qua...
ÜBER DEN AUTOR:Dipl.-Ing. (FH) Markus Schmitzberger wurde 1977 in St. Polten geboren. Erabsolvierte die Höhere technische ...
InhaltVORWORT ................................................................................ 111. DAS ZIEL: BERLIN - ODE...
Stollen F.......................................................................    50      Stollen G .......................
Die Produktionskapazität .......................................................99Ungeklärte Fragen..........................
7. Mai 1945 ..................................................................     161     8. Mai 1945.......................
Ergebnis..................................................................................227Berechnung der Trennungsdurch...
VorwortEs ist nun weit über ein halbes Jahrhundert her, als der ZweiteWeltkrieg in Europa in seinen letzten Monat ging. Un...
12SS und Hitlerjugend. Heute behaupten die US-Militärs, das allesblind geglaubt zu haben, offenbar ohne eine einzigeLuftau...
1. Das Ziel: Berlin - oder doch nicht?Man schrieb Ende März 1945, der Rhein war längst überschrittenund die 3rd US Army be...
14Es war die Rede von riesigen Stollensystemen, neuen Waffen, gutausgebildeten, fanatischen Untergrundkämpfern und riesige...
15Der amerikanische Geheimdienst überschlug sich nun vor lauteraufgeblasener Berichte. So märchenhaft auch alles klang,Eis...
16Kuchen abschneiden wollen. Was Eisenhower also brauchte, umsein Abdrehen von Berlin ohne viel Aufsehen zu rechtfertigen,...
17tatsächlichen Weg jener Armee, die Berlin erobern sollte und nuneinen extrem weiten Marsch zurücklegen mußte, um dieAlpe...
18Die Go 229 besaß sogar schon Stealth-Eigenschaften. Dermoderne amerikanische Tarnkappenbomber B2 besitzt eineauffallende...
19                         Die Skoda-WerkeDer Vormarsch ging also weiter in Richtung Süden - über dieStadt Hof (am 18. Apr...
20Die amerikanischen Kampfverbände stießen hier im Sudetenlandnur noch selten auf Widerstand, daher war Pilsen und seineEn...
21bombengeschützten Unterbringung umzusehen. Während dieFertigung selbst in das von General der Waffen-SS HansKammler aufg...
22gesamt sieben große Kompressoren erzeugten 75 TonnenFlüssigsauerstoff pro Tag. Dieser diente aber nicht nur zurVersorgun...
23Abbildung 1: Die »Serbenhalle« in Wiener Neustadt- hier sollteeine V2-Fertigung untergebracht werden. (Foto: Verfasser)A...
24Abbildung 3: Appellplatz des Konzentrationslagers Mauthausen.(Foto: Verfasser) Abbildung 4: Krematorium im Konzentration...
25Aufgrund der katastrophalen Lage der deutschen Luftwaffehatten die Verantwortlichen im Sommer 1944 mit dem Bau einerunte...
26geologischen und topographischen Gegebenheiten, die dichteBewaldung, die gute Verkehrsanbindung und ein schonbestehender...
27tion von jeweils 20 Stück A4b/A9-Raketen und »Wasser-fall«-Flugabwehrraketen pro Monat30.Zement BDiese Stollenanlage war...
28 Abbildung 5: Die Stollenanlage »Zement« bei Ebensee heute. (Foto: Josef Buchhart)
29rückenden Ostfront waren viele Firmen gezwungen, ihreausgelagerten Produktionen zurück ins Reich zu verlegen. DieUnterbr...
30fohlen wartete, bis sie am 8. Mai 1945 mit der Roten Armeezusammentraf35.Betrachtet man die Geschehnisse jedoch genauer,...
2. Eine Fabrik unter der ErdeIm Frühjahr 1944 wurden tausende KZ-Häftlinge aus demKonzentrationslager Mauthausen in die ni...
32Abbildung 6: Die Ortschaft Roggendorf mit dem Wachberg beiMelk heute. (Foto: Verfasser)Lagerhallen, Schienenanschlüsse, ...
33Doch schon dieser Deckname ist der erste Anhaltspunkt dafür,daß mit der offiziellen Geschichte dieser Anlage, so wie sie...
34                 SS-Führer Kammler taucht aufSeit sich Mitte 1943 die Lage der deutschen Luftwaffe dra-matisch verschlec...
35Mieze               Wien, NeugebäudeNephrit             Schwarzach bei BregenzNorit               WöllersdorfObolus     ...
36von ca. 1.000 Decknamen bekannt - eine unvorstellbare Mengean Projekten, denen natürlich gewisse Dringlichkeitsstufenzug...
37Dieser »SS-Sonderinspektion IV« mit Sitz in Wien warenfolgende Stollenbauvorhaben unterstellt:42Deckname            Ort ...
38wohl dieses Werk also wesentlich größer und wichtiger als dieKugellagerfertigung der SDP war, wurde seine Verlagerung mi...
39Eine seiner weiteren Aufgaben war die Errichtung zahlreicherAbschußrampen für V-Waffen und schließlich auch dieÜberwachu...
40                        Abbildung 7: General der Waffen-SS Hans                                      Kammler. (Foto: unb...
41scheint weiterhin unlogisch, daß ein Mann, der offensichtlichsehr darauf bedacht war, nur die größten und wichtigstenGeh...
42geheimgehaltenen Werk eine noch viel geheimere und wichtigereProduktion zu suchen ...Schon von Anfang an war das Unterne...
3. Die Stollenanlage                  Die Probleme beim BauWegen immer wieder auftretender verschiedener Problemeverzögert...
44daß man in der geplanten Zeit nicht einmal die Hälfte des Sollserreichte?Werfen wir einfach einmal einen Blick auf die S...
45Abbildung 8: Trümmer einer Feldbahnbrücke über den FlußPielach, die zur Entsorgung von Aushubmaterial diente. (Foto:Verf...
46Abbildung 9: Plan der Stollenanlage 1984. (Plan: P. J. Eisenbauer,Melker Höhlenforscher)
47                            Stollen A(350/300/8/3) Hier war der unterirdische Bahnhof untergebracht.Die Westbahn zweigte...
48Abbildung 10: Der Hauptstollen B im Jahre 1988. (Fofo: MichaelWrobel, Wien)
49Beim Querstollen 14 sinkt die Stollenhöhe von zehn auf dreiMeter ab. Hier endet der betonierte Abschnitt. Geht manRichtu...
50                            Stollen D(380/220/8/3) Er hätte laut Originalplan mit Stollen E einengemeinsamen Zugang beko...
51Abbildung 11: Einfahrtsbereich von Stollen A mit Vortriebsstollen(?) im Rand des Sprengkraters. (Foto: Verfasser)Abbildu...
52serleitung, die nach über 50 Jahren noch immer Wasser führt.Westlich und östlich davon finden sich auch noch zwei alteGr...
53                Die obere Etage - Stollen HDas bisher Beschriebene ist die »offizielle Version« der Anlage.Daß das Proje...
54Akten »Tunnel entrence D« getauft. An der Stelle, an der sichdamals die Einfahrt befand, findet sich heute allerdings nu...
55nur die »offizielle« Stollenanlage geplant und errichtet worden,hätte sich eine Uberdeckung von über 50 Metern ergeben u...
56ge von 100 m, nicht fertiggestellt, was zu einer Gesamtfläche derdrei Stollen von exakt 7.500 m2 führt. Ihr geschätzterF...
57Abbildung 14: Plan der von der Steyr-Daimler-Puch AG belegtenProduktionsstollen. (Plan: P J. Eisenbauer, Melker Höhlenfo...
58jektes »Quarz« glaubt, »keine Verwendung«. Daraus ergibt sichauch, daß die vorderen Bereiche der Stollen 1-5 schon vorhe...
59große Lücke zwischen »offizieller« Geschichte und tatsächlichenGegebenheiten nicht schließen! Zum Vergleich: In derStoll...
Abbildung 15: »Quarz«-Plan des Ingenieurbüros Fiebinger in der    Gedenkstätte des KZ Melk. (Foto: Verfasser)
61                                            Abbildung 16                                            (links): Ein alter  ...
62gezeichneter Stollen, der ein Profil von ca. 2 x 2 Metern besitztund ca. 15 Meter in den Berg führt. Sein Verwendungszwe...
63mit einbezieht, an dessen Abbruch sich die Stollenreste befinden.          Die fehlenden KonzentrationslagerNoch etwas s...
64Abbildung 20: Die Gedenkstätte für die Opfer des KZ Melk - dasehemalige Krematorium. (Foto: Verfasser)Nur diese Leichen ...
65Woher kamen diese Häftlinge, die hier etwa vom 8. bis zum 10.Mai plünderten? Waren die ausgemergelten und unterernährten...
66wird diese Tatsache bestätigt. Es soll sich dabei aber vor allem umsowjetische Kriegsgefangene gehandelt haben.         ...
67Interessant wäre auch zu wissen, was aus all den Häftlingengeworden ist. Seltsam, daß von ihnen niemand nach dem Kriegzu...
68Eine wesentlich dramatischere Aktion hatte sogar schon am 8.Juli 1944 stattgefunden. An diesem Tag hatten 30 Jagdbomberd...
4. Die Suche nach der Verwendung      »Quarz« - wichtiger als die AmerikaraketeBei der Suche nach der wahren Verwendung de...
70jetzt sollte die HVA Peenemünde gleich die ganze Anlageabtreten, um die Produktion in »Quarz« unberührt zu lassen?Bleibt...
71Abbildung 22: Unterirdischer Teil des sogenannten »Traforaumes«im Stollen B. (Foto: Verfasser)Abbildung 23 und 24 (auf d...
72 Abbildung 25: Tanklager im Produktionsstollen 2. (Foto: Verfas- ser)
73Abbildung 26: Jahreszahl »1981« in der nachträglich eingezogenen Zwischendecke des Bunkers über            Stollen B. (F...
74Abbildung 27: Skizzierter Saigerriß des sogenannten »Trafo-raumes« in Stollen B. (Plan: Verfasser)
75Dieser auffälligste Bau in den Stollen ist zweifelsohne einTeilbereich, der auf dem Plan der Melker Höhlenforscher als»T...
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Schmitzberger  -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Schmitzberger -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)

7.962 Aufrufe

Veröffentlicht am

Veröffentlicht in: Bildung
0 Kommentare
3 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
7.962
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
9
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
56
Kommentare
0
Gefällt mir
3
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Schmitzberger -was_die_us_army_in_der_alpenfestung_wirklich_suchte_(quarz_as_nazi_atom_bomb_development_site)(2006)

  1. 1. Die Alpenfestung gilt bis heute als ein Phantom, das gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von den amerikanischen Geheimdiensten »materialisiert« wurde, die im Raum Oberösterreichs riesige Stollen und Vorratslager, fanatische Kämpfer und neue Waffen vermuteten - eine letzte Zufluchtsstätte des Dritten Reiches... Könnte es jedoch sein, daß sich die Alpenfestung in Wirklichkeit in den niederösterreichischen Voralpen, in der Umgebung der bis heute geheimnisumwitterten Anlage »Quarz« befand? Hierher gelangten die letzten deutschen Truppen, die letzten Flugzeuge und Panzer. Hier tobte die letzte Abwehrschlacht... »Quarz« ist die unterirdische Anlage Österreichs, deren Geschichte bis heute nicht aufgearbeitet wurde. Der Autor recherchierte in jahrelanger Arbeit unglaubliche Fakten, die dokumentieren, daß das Areal um diese Anlage nicht umsonst verbissen verteidigt wurde, weil hier der letzte verzweifelte Versuch lief, doch noch eine Waffe zu bauen, die den Kriegsausgang wenden sollte - die Atombombe. Was zunächst unglaublich klingen mag, wird Schritt für Schritt bewiesen. Anhand heute noch vorhandener baulicher Reste läßt sich aufzeigen, daß hier die Produktion Schweren Wassers erfolgte,bei dem das Verfahren der »Fraktionierten Destillation« zum Einsatz kam. Auch die Anwesenheit des Generals der Waffen-SS Hans Kammler und viele andere merkwürdige Umstände sprechen für die Behauptung, daß »Quarz« Zwecken diente, die bis heute verschleiert werden, Russen und Amerikaner aber zu einem Wettlauf veranlaßte, der wahrscheinlich der Eroberung unbezahlbarer Technologien diente. Nicht umsonst sprachen die Russen in bezug auf die Ereignisse in und um »Quarz« während der letzten Kriegstage vom »größten Verrat der Weltgeschichte«...
  2. 2. MARKUS SCHMITZBERGER WAS DIE US ARMYIN DER ALPENFESTUNG WIRKLICH SUCHTE Eine Theorie zum Decknamen der Anlage »Quarz« in Roggendorf bei Melk
  3. 3. ÜBER DEN AUTOR:Dipl.-Ing. (FH) Markus Schmitzberger wurde 1977 in St. Polten geboren. Erabsolvierte die Höhere technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt fürMaschinenbau-Betriebstechnik in St. Polten und studierte an der Fach-hochschule für Produktions- und Automatisierungstechnik in Wien. Er ist in derchemischen Industrie als Maschinenbauingenieur tätig. Kontakt:webmaster@geheimprojekte.at
  4. 4. InhaltVORWORT ................................................................................ 111. DAS ZIEL: BERLIN - ODER DOCH NICHT? . 13Die Alpenfestung taucht auf................................................... 13Alles nur eine Ausrede? ......................................................... 15Der Marsch beginnt ................................................................ 16 Gothaer Waggonfabrik ................................................. 17 Ohrdruf - Deckname »Olga«........................................ 18 Ein neues Ziel? ............................................................. 18 Die Skoda-Werke ......................................................... 19 Redl-Zipf- Deckname »Schlier«................................... 20 Linz - Deckname »Bergkristall« .................................. 22 Ebensee - Deckname »Zement« ................................... 25 Das Ende eines langen Marsches?................................. 292. EINE FABRIK UNTER DER ERDE ................................ 31»Quarz« - kein gewöhnlicher Deckname ............................... 33 SS-Führer Kammler taucht auf..................................... 34 Wer war Kammler?....................................................... 38 Ein Kammler-Bau für mehrere Betriebe? ... 413. DIE STOLLENANLAGE .................................................. 42Die Probleme beim Bau......................................................... 42Beschreibung der Stollen....................................................... 44Die Hauptstollen.................................................................... 45 Stollen A ...................................................................... 47 Stollen B ...................................................................... 47 Stollen C ...................................................................... 49 Stollen D ...................................................................... 50 Stollen E....................................................................... 50
  5. 5. Stollen F....................................................................... 50 Stollen G ...................................................................... 50Die Produktionsstollen........................................................... 52 Produktionsstollen 1 und 2 .......................................... 52Die obere Etage - Stollen H ................................................... 53Die Stollenflächen stimmen nicht .......................................... 55 Wo war das Kugellagerwerk? ...................................... 55 Welche Flächen scheinen nicht auf? ............................. 58 Fehlt etwas auf den Plänen?.......................................... 59Die fehlenden Konzentrationslager........................................ 63 Das Lager Roggendorf................................................. 65 Das Lager Loosdorf ..................................................... 65 Das Lager Markersdorf ................................................ 65 Das Lager Spielberg ..................................................... 66 Ein einzigartiger Luftangriff ........................................ 674. DIE SUCHE NACH DER VERWENDUNG . . 69»Quarz« - wichtiger als die Amerikarakete .... 69»Archäologischer Maschinenbau«......................................... 70 Der Traforaum, der keiner war..................................... 75 Ein Bewetterungsschacht?............................................ 77 Ein Triebwerksteststand? ............................................. 78 Ein Kraftwerk?............................................................. 79 Was war es dann? ......................................................... 81 Eine Anlage ohne Sinn................................................. 82 Donau oder Pielach? .................................................... 86Einem vergessenen Verfahren auf der Spur .... 89 Wasser besteht nicht nur aus Wasser ............................ 90 Fraktionierte Destillation des Wassers ....91Beschreibung des Verfahrens ................................................ 94 Die Wasseraufbereitung .............................................. 94 Die Destillation ........................................................... 95Der Beweis ............................................................................ 97
  6. 6. Die Produktionskapazität .......................................................99Ungeklärte Fragen..................................................................100 Nahm die Anlage jemals die Produktion auf?. . 100 Woher kam das Öl?......................................................104Die Konsequenzen .................................................................105Woran arbeitete man in »Quarz«?..........................................107Arbeiter-Städte .......................................................................108Ein unglaublicher Lageplan ...................................................1115. DIE INFRASTRUKTUR ...................................................116Luftwaffenstützpunkt Markersdorf ........................................116 Der Schutz der Anlagen ...............................................118Das Trägerflugzeug ................................................................126Die WNF ................................................................................126»Quarz II« ..............................................................................1296. DIE LETZTEN KRIEGSTAGE ........................................1331944 - Die Ostfront bricht zusammen....................................133»Geisterdivisionen« erwachen zu neuem Leben . . . 137Fünf Kilometer vor Markersdorf - die Front steht . . 140Wichtige Treffen ....................................................................147»Irgend etwas« bedroht die Rote Armee................................151Die manipulierte Geschichtsschreibung .................................152 15. April 1945 ..............................................................155 16. April 1945 ..............................................................155 17. April 1945 ..............................................................156 27. April 1945...............................................................156 29. April 1945 ..............................................................156 30. April 1945 ..............................................................156 1. Mai 1945 ..................................................................156 4. Mai 1945.................................................................. 156 5. Mai 1945.................................................................. 157 6. Mai 1945.................................................................. 158
  7. 7. 7. Mai 1945 .................................................................. 161 8. Mai 1945.................................................................. 164 9. Mai 1945.................................................................. 178Der Handel ist perfekt ............................................................ 183Das Geheimnis bleibt............................................................. 1897. DAS ENDE EINER NICHT EXISTENTENFABRIK ................................................................................. 191Was die alliierten Geheimdienste wirklich wußten . .192Spezialisten nach dem Krieg..................................................196Zustand heute .........................................................................1978. DIE GEHEIMAKTEN DER DEUTSCHENATOMBOMBENBAUER......................................................200Die fraktionierte Destillation in den Akten . . . .201Das deutsche Atombombenprogramm in den Akten . 204 Internationale Grundlagen............................................204 Die deutschen Forschungen ..................................206 Die Uranhombe ........................................................... 207 Die Reaktorbombe ...................................................... 208 Der Königsweg............................................................ 209 Kritische Reaktoren im Dritten Reich . . . .211 Die SS schaltet sich ein ............................................... 2159. DIE ALPENFESTUNG IN NEUEM LICHT . . 22010. 18 FRAGEN.................................................................... 223ANHANG - MASCHINENBAULICHEBERECHNUNG DER ANLAGE ......................................... 225Bestimmung des Ölvorrates .................................................. 225Bestimmung der benötigten Energie ..................................... 225Bestimmung des Heizwertes ................................................. 226
  8. 8. Ergebnis..................................................................................227Berechnung der Trennungsdurchgänge..................................228DANKSAGUNG....................................................................230QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS . 231Bibliographie ......................................................................... 231Archive .................................................................................. 235
  9. 9. VorwortEs ist nun weit über ein halbes Jahrhundert her, als der ZweiteWeltkrieg in Europa in seinen letzten Monat ging. UnsagbareVerwüstung und Leid waren über den Kontinent gekommen, unddas Großdeutsche Reich bestand nur noch aus einem schmalenStreifen Land, der sich von Norwegen über Dänemark bis in dieitalienischen Alpen zog. Alles, was Hitlers Reich noch zu bietenvermochte, waren Durchhalteparolen, die oft von neuen Waffenkündeten. Diese neuen Geheimwaffen, Vergeltungswaffen oderWunderwaffen, wie sie gerne genannt wurden, waren die letzteHoffnung eines Reiches, dem die letzte Stunde schon längst ge-schlagen hatte.Hitlers Feldzug war endgültig fehlgeschlagen und seine Erzfeindestanden kurz vor ihrem Sieg. Sowohl die Sowjets im Osten, alsauch die Amerikaner, Briten und Franzosen im Westen, hattenschon längst die deutschen Vorkriegsgrenzen überschritten undbereiteten sich mit ihren Armeen auf den finalen Todesstoß vor.Die Spitze der 3rd US Army unter General Patton stand nur nochetwa 300 Kilometer vor dem Ziel aller alliierten Soldaten: derverhaßten Reichshauptstadt Berlin. In diesen Tagen aber geschahetwas, das bis heute nicht geklärt ist: Die US Army drehte nachSüden ab. So kurz vor dem Ziel, das seit der Landung in derNormandie angestrebt wurde ...Der Grund hierfür war die »Alpenfestung« - ein Gespenst, dasangeblich durch die westalliierten Geheimdienste spukte. Vonriesigen Stollensystemen und Festungen in den österreichischenAlpen war da die Rede, von Vorräten für Jahre, neuenWunderwaffen und riesigen fanatischen Armeen der
  10. 10. 12SS und Hitlerjugend. Heute behaupten die US-Militärs, das allesblind geglaubt zu haben, offenbar ohne eine einzigeLuftaufnahme gemacht zu haben, denn sonst hätte man jagewußt, daß das alles eine riesige, teilweise selbstinszenierte Lügewar. Wie war es nur möglich, daß das Gespenst einerAlpenfestung für wichtiger als Berlin gehalten wurde? Odersteckten da vielleicht ganz andere Dinge dahinter? Tatsache ist,daß in diesen schicksalhaften Tagen der in der Geschichteeinzigartige Vormarsch einer US-Armee begann, deramerikanische Panzer über 700 Kilometer weit ins Herz derOstmark führen sollte, an einen Punkt, an dem sie offiziell nieankommen sollten.Die Ursache dieser seltsamen Vorkommnisse soll mit diesemBuch neu beleuchtet werden. Um diesen schwierigen und heftigumstrittenen Teilbereich der Geschichte neu zu bewerten, wurdeversucht nur wenige, aber umso glaubhaftere Quellen zuverwenden. Als wichtigster Ansatzpunkt dienten dabei diebaulichen Spuren, die der Zweite Weltkrieg in Österreichhinterlassen hat. Sie können im Gegensatz zu Dokumenten undZeugen kaum manipuliert werden.Mit diesen Ansätzen wird in dem vorliegenden Buch einemögliche Theorie aufgestellt, die viele unbeantwortete Fragendes Kriegsendes in Europa erstmals beantworten kann!
  11. 11. 1. Das Ziel: Berlin - oder doch nicht?Man schrieb Ende März 1945, der Rhein war längst überschrittenund die 3rd US Army bereitete sich auf ihren letzten Marsch vor.Diese US-Armee war erst am 1. August 1944, einige Wochennach der alliierten Landung in der Norman-die, aufgestelltworden und stand unter dem Kommando von General George S.Patton. Ihre erste Unternehmung war ein gewaltiger Ausbruchaus der Normandie, der sie bis vor die Tore von Paris bringensollte. Ihr unbestrittener Auftrag: die Eroberung von Berlin.Ende März 1945 trennten Pattons Panzerspitzen nur noch etwa300 Kilometer von der verhaßten Hauptstadt des Dritten Reiches.Auf diesen Kilometern lagen einzig die Reste der 12. DeutschenArmee - schon mehr eine »Geisterarmee«, als ein echter Gegner.Freie Bahn also für den wohl größten Triumph in der Geschichteder amerikanischen Streitkräfte! Die Alpenfestung taucht aufAm 1. April 1945 ergeht plötzlich ein neuer Befehl an die 3rd USArmy. General Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber deralliierten Expeditionsstreitkräfte in Europa, gibt ein neues Zielvor: die sogenannte »Alpenfestung«. Er bezeichnet die EroberungBerlins nur noch als »reines Theater, das man ruhig den Russenüberlassen kann«.1 Aber was war das für ein neues Ziel? Wasbedeutete »Alpenfestung?«Anfang September 1944 waren erste Gerüchte über gigantischedeutsche Befestigungsanlagen in den Alpen aufgetaucht.1 Vgl. Piekalkiewicz, Spione - Agenten - Soldaten, S. 508.
  12. 12. 14Es war die Rede von riesigen Stollensystemen, neuen Waffen, gutausgebildeten, fanatischen Untergrundkämpfern und riesigenVorratslagern. Um Luftangriffe zu verhindern, seien angeblichKriegsgefangenenlager errichtet worden, deren Häftlingepraktisch als Geiseln dienen sollten. Hochmoderne unterirdischeWaffenwerke sollten die benötigte Ausrüstung liefern. Alleswürde von Hitlers Führerhauptquartier am Obersalzberg ausgeleitet werden. Sämtliche noch vorhandenen deutschen Truppensollten sich in die Salzburger, Tiroler, Kärntner und SteirischenAlpentäler zurückziehen und von dort aus ihren Kampfweiterführen, bis die neuen Wunderwaffen fertiggestellt seien.2Was anfangs eine alliierte Falschmeldung war, entwickelte sichzu einer von Reichspropagandaminister Goebbels geschicktausgeschlachteten Propagandawaffe. Immer wunderbarer wurdendie Behauptungen, die man nun auch, zumindest teilweise, in dieWirklichkeit umzusetzen begann. Viele neue Befestigungenwurden jetzt geplant: »Grenzstellung«, »Guntherstellung« und»Voralpenstellung», die alle zum Schutz der »KernfestungAlpen« gedacht waren. Sie stellten zum Teil alte Befestigungenund Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg dar, die nun mit relativwenig Aufwand wieder hergestellt wurden. Die meisten dieserPlanungen waren aber reines Wunschdenken, das mit der Realitätnichts mehr zu tun hatte. Die sogenannte »Alpenfestung« existier-te an ihrer Nordflanke nicht einmal in Ansätzen ... Hinzu kamenphantastische Pläne zur Errichtung von unterirdischenHauptquartieren für Hitler, das Oberkommando der Wehrmacht,für das Oberkommando des Heeres und für den Reichsführer SSin der Umgebung des Obersalzberges in Bayern und Salzburg.32 Vgl. Piekalkiewicz, Spione - Agenten - Soldaten, S. 508ff.3 Vgl. Seidler, Phantom Alpenfestung?, S. 115ff.
  13. 13. 15Der amerikanische Geheimdienst überschlug sich nun vor lauteraufgeblasener Berichte. So märchenhaft auch alles klang,Eisenhower glaubte den Berichten - angeblich. Am 28. März1945 unterbreitete er Stalin seinen neuen Plan: »Zusätzlich soll,sobald die Situation es zuläßt, ein zweiter Vorstoß unternommenwerden, um [...] den Aufbau eines deutschen Widerstandes inSüddeutschland zu verhindern.«4 Damit überließ EisenhowerBerlin den Sowjets. Man muß sich wirklich die Frage stellen,was das sollte?! Weder die Briten noch die Sowjets schenktenden Behauptungen des amerikanischen Geheimdienstes Glauben,warum dann ausgerechnet Eisenhower? Wie konnte es überhauptgeschehen, daß ein derartiges Märchen so ernst genommenwurde? Wo blieb die hervorragende amerikanischeLuftaufklärung? Hätten nicht wenige Überflüge genügt, um dieGerüchte ein für alle mal vom Tisch zu wischen? Es gibt bisheute keine hinreichende Erklärung dafür, was Eisenhower mitdiesem Befehl tatsächlich erreichen wollte. Alles nur eine Ausrede?Um diese Fragen zu klären, soll hier eine neue Theorie aufstellenwerden: Angenommen, es gab im süddeutschen Raum etwas, dasbesonders wertvoll war - sei es Gold, Kunstgegenstände oderneue Technologien, also etwas, dessen Wert weit höher war alsder Wert Berlins. Weiter angenommen, Eisenhower hätte davongewußt. Was hätte er tun sollen? Seinen Verbündeten einfachsagen: »Da ist etwas sehr wertvolles, das ich mir holen will!«?Oh, nein! Jeder der Alliierten hätte sofort reagiert und sichebenfalls ein Stück vom4 Vgl. Kaltenegger, Operation Alpenfestung, S. 176.Böddeker, Der Untergang des Dritten Reiches.
  14. 14. 16Kuchen abschneiden wollen. Was Eisenhower also brauchte, umsein Abdrehen von Berlin ohne viel Aufsehen zu rechtfertigen,war eine gute Ausrede. Die Gerüchte von der Alpenfestungwären ihm wie gerufen gekommen. Er hätte so tun können, alswären die Berichte glaubhaft, vielleicht hätte er sie selbst sogarnoch unterstützt - bis das Phantom so groß war, daß es scheinbardas Abweichen vom Marsch nach Berlin erklärte.Diese Theorie ist sicherlich gewagt, denn Eisenhower wußteohne Zweifel, daß Berlin auch für ihn einen nicht zu un-terschätzenden Wert hatte. Er war sich dessen bewußt, daß dieEroberung der Reichshauptstadt auf die politische Ausgangslageder USA eine entsprechende Wirkung haben mußte. Immerhin warklar absehbar, daß das Bündnis mit den Sowjets in Gefahr war.Und schon in Kürze sollte sich bei der Berlin-Blockade zeigen,welche strategischen Nachteile Eisenhower in Kauf genommenhatte. Auswirkungen gab es sicherlich auch auf die Moral der Sol-daten. Immerhin war der Krieg mit Japan noch in vollem Gange.Was hätte sich ein Armeekommandant mehr wünschen können,als eine Siegesparade in der Hauptstadt des geschlagenenFeindes?Stimmt die Theorie aber, daß Eisenhower ein ganz anderes Zielverfolgte, so müßte man nur betrachten, wohin die 3rd US Armynun tatsächlich zog. Die alles entscheidende Frage lautet also:Marschierte diese Armee in die Alpenfestung, oder hatte sie einanderes Ziel? Der Marsch beginntUm diese Frage zu klären, begeben wir uns in der Ereignisskalazurück an die deutsche Westfront und beobachten den
  15. 15. 17tatsächlichen Weg jener Armee, die Berlin erobern sollte und nuneinen extrem weiten Marsch zurücklegen mußte, um dieAlpenfestung zu erreichen: den Weg der 3rd US Army. Es warder 1. April 1945, als General Patton den Befehl erhielt, mitseiner Armee das Ziel Berlin aufzugeben5. Keiner der Soldatenverstand es, aber Befehl war Befehl ... Gothaer WaggonfabrikDer Vormarsch sollte nun nach Süden gehen - in RichtungAlpenfestung. Man drehte also vom Ziel Berlin ab und mar-schierte in den Bereich von Erfurt (Thüringen), wo manschließlich am 4. April 1945 Gotha erreichte6. Hier in derGothaer Waggonfabrik erbeuteten die Amerikaner einenFlugzeug-Prototyp, dessen Eigenschaften schon fast legendärsind. Der Name: Go 229, auch bekannt als Ho IX - einzweistrahliger Nurflügler, gebaut von den Gebrüdern Horten.Schon 1943 hatten Reimar und Walter Horten damit begonnen,dieses neue Jagdflugzeug auf eigene Faust zu entwickeln. Erstspäter hatten sie die Unterstützung desReichsluftfahrtministeriums gewinnen können, das nun eineschnelle Fertigstellung des revolutionären Flugzeuges forderte.Nun, Anfang April 1945, waren schon zwei Prototypen diesesDüsenjägers fertiggestellt worden, und der dritte stand hier inGotha kurz vor seiner Vollendung. Die ersten Flugversuche mitdem zweiten Prototypen in Oranienburg hatten so hervorragendeFlugeigenschaften gezeigt, daß Göring sofort den Start einerKleinserienproduktion befohlen hatte.75 Vgl. Piekalkicwicz, Spione - Agenten - Soldaten, S. 508.6 Der große Atlas zum II. Weltkrieg, S. 249.7 Vgl. Nowarra, Die deutsche Luftrüstung 1933-1945, Teil 3, S.42ff.
  16. 16. 18Die Go 229 besaß sogar schon Stealth-Eigenschaften. Dermoderne amerikanische Tarnkappenbomber B2 besitzt eineauffallende Ähnlichkeit mit der Go 229, was darauf schließenläßt, daß die deutsche Entwicklung in weiten Teilen kopiertwurde, nachdem der Prototyp verpackt und in die USAverschickt wurde. Ohrdruf- Deckname »Olga«Am Nachmittag des selben Tages marschierte ein Teil der 4.Panzerdivision der 3rd Army weiter in den Ort Ohrdruf. Imnahegelegenen Jonastal sollte unter dem Decknamen »Olga« undunter dem Kommando des Generals der Waffen-SS HansKammler ein unterirdisches Führerhauptquartier entstehen8. Inden letzten Kriegsmonaten hatten KZ-Häftlinge desKonzentrationslagers Ohrdruf mindestens 25 Stollen in dieAbhänge des Jonastals getrieben. Noch heute ranken sich vieleGerüchte um die angebliche Produktion von Geheimwaffen inden weitläufigen Stollenanlagen, die von einem gewissenIngenieurbüro Fiebinger geplant wurden. Ein neues Ziel?Am 15. April 1945 geschieht dann etwas, das heute vonHistorikern kaum beachtet wird: General Eisenhower definiertedas Ziel der 3rd US-Army erstmals genauer. Es lautete nun:Vereinigung mit den Russen in Österreich9. Nur zwei Wochenzuvor hatte man die Eroberung Berlins zugunsten der»Kernfestung Alpen« fallengelassen, und nun will man sich nurnoch mit den Sowjets im Alpenvorland treffen!8 Vgl. Rainer Fröbe in: Smelser/Syring, Die SS - Elite unter dem Totenkopf, S. 3159 Vgl. Rauchensteiner, Der Krieg in Osterreich 45, S. 303.
  17. 17. 19 Die Skoda-WerkeDer Vormarsch ging also weiter in Richtung Süden - über dieStadt Hof (am 18. April) hin zur Donau. Im Böhmerwald spaltetesich die 3rd US Army, und ein Teil der Truppe stieß in RichtungOsten vor. Wie schon im Fall des thüringischen GebietesOhrdruf/Arnstadt/Jonastal bereitete es auch hier den US-Befehlshabern kein Kopfzerbrechen, mitten in die vereinbartesowjetische Besatzungszone vorzustoßen. Die US-Panzerverbände überschritten die tschechoslowakische Grenzeund erreichten ihr Ziel Pilsen am 5. Mai 194510.Das »warum« dieser Aktion ist schnell geklärt. In Pilsen warendie Skodawerke beheimatet, ein riesiger Industriekomplex, der inder Österreichisch-Ungarischen Monarchie entstanden war. SeineGeschützgießerei und Getriebefertigungen waren berühmt.Doch eine einfache Geschützfabrik war den US-Streitkräftennicht genug. Die Skoda-Werke stellten auch eine bedeutendenEntwicklungsstätte dar, in der sogar Forschungsarbeiten zuÜberschallflugzeugen liefen. Auch mit diesen Produktions- undEntwicklungsstätten hatte der General der Waffen-SS HansKammler zu tun.Noch in den letzten Kriegstagen arbeiteten hier über hundertKonstrukteure11 an einem Überschalljäger, der eineHöchstgeschwindigkeit von 3.200 km/h erreichen sollte. EugenSänger hatte die Konstruktion geplant, die die BezeichnungSkoda-Kauba Sk P.14-01 trug. Wie weit die Konstruktionfortgeschritten war, ist nicht mehr feststellbar, aber zumindesteine 1:1-Attrappe war angeblich schon fertiggestellt12.10 Vgl. Chronik des Zweiten Weltkrieges, S. 421.11 Vgl.Nowarra, Die deutsche Luftrüstung 1933-1945, Teil5,S. 35.12 Vgl. Dressel/Griehl, Die deutschen Raketenflugzeuge, S.105ff.
  18. 18. 20Die amerikanischen Kampfverbände stießen hier im Sudetenlandnur noch selten auf Widerstand, daher war Pilsen und seineEntwicklungsstätte innerhalb kurzer Zeit erreicht. Die Sowjetshingegen schafften östlich von Prag erst am 12. Mai - drei Tagenach der gesamtdeutschen Kapitulation - den Durchbruch.Es kann wohl niemand von einem Zufall sprechen, daß die 3rd USArmy gerade diese kleine Stadt befreite! Alles war vielmehr einegenau geplante Aktion, um in den Besitz deutscher Technologiezu kommen. Redl-Zipf- Deckname »Schlier«Während also der eine Teil der 3. US-Armee nach Pilsenmarschierte, wich der andere Teil noch nicht von seinem Südkursab. Schließlich überschritten am 26. April 1945 die ersten Panzervon Pattons Armee die österreichische Grenze13.Am 4-Mai erreichte die 80. Infanterie Division der 3rd US Armyein weiteres wichtiges Ziel: Redl-Zipf in Oberösterreich14.Ab Sommer 1943 sollte im »Rax Werk« in Wiener Neustadt inder sogenannten »Serbenhalle«15 eine Serienfertigung vonV2/A4-Raketen aufgebaut werden. In der näheren Umgebungwar auch die Errichtung von Triebwerkstestständen und einezugehörige Flüssigsauerstoffproduktion vorgesehen.Nachdem aber 1943 die ersten Bomben auf das Werk gefallenwaren, war man gezwungen, sich sehr schnell nach einer13 Vgl. Rauchensteiner, Der Krieg in Österreich 45, S. 346. Studie Wagner, 487. Divison, Third Army Operations und Patton, Krieg.14 Vgl. Rauchensteiner, 1945 - Entscheidung für Österreich, S. 37.15 Der Name stammte daher, daß die Halle in Serbien demontiert und in Wr. Neustadt wieder errichtet worden war.
  19. 19. 21bombengeschützten Unterbringung umzusehen. Während dieFertigung selbst in das von General der Waffen-SS HansKammler aufgebaute »Mittelwerk« bei Nordhausen/Thüringenausgelagert wurde, sollten die Triebwerksteststände und dieFlüssigsauerstoffproduktion nach Oberösterreich verlegt werden.In den Naturkellern einer in Zipf ansässigen Brauerei fand maneinen geeigneten Standort16. Unter strengster Geheimhaltungwurde hier am 11.10.1943 mit der Einrichtung eines KZ-Außenlagers begonnen17. Kurz darauf begann man mit dem Bauder neuen unterirdischen Fabrik, die den Decknamen »Schlier«erhielt. Die Naturkeller der Brauerei wurden großzügig und mitriesigem Aufwand ausgebaut. So erhielten die Triebwerkstest-stände eine drei Meter starke Stahlbetondecke18, um sie voralliierten Bombern zu schützen. Ein eigens errichteter Be-wetterungsschacht versorgte die Stollenanlage mit extrem großenFrischluftmengen, um den Luftanteil des hoch-ex-plosionsfördernden Reinsauerstoffes möglichst niedrig zu halten.Diese großen Frischluftmengen wurden im Winter auf 19°Cerwärmt, um das Stollensystem zu beheizen. Trotz des großenAufwands konnte alle Anlagen schon im Mai 1944 den Betriebaufnehmen19.In der Nähe der Teststände installierte man auch die Flüs-sigsauerstofferzeugung zur Produktion von Treibstoff für die V2-Raketen20, die den Decknamen »Rella X« trug21. Ins-16 Vgl. Freund, Arbeitslager Zement, S. 58.17 Vgl. Woelfl, Gedenkstätte Konzentrationslager Mauthausen.18 Vgl. Portisch/Riff, Die Wiedergeburt unseres Staates, S. 212ff.19 Vgl. German Underground installations, Part two of three, »ad- aptations of existing facilities«, CIOS Section, intelligence divi- sion office, chief engineer, USFET, Washington September 1945, Section III »Liquid oxygen plant«.20 Vgl. Freund, Arbeitslager Zement, S. 58.21 Vgl. Woelfl, Gedenkstätte Konzentrationslager Mauthausen.
  20. 20. 22gesamt sieben große Kompressoren erzeugten 75 TonnenFlüssigsauerstoff pro Tag. Dieser diente aber nicht nur zurVersorgung der Triebwerksteststände - mit Spezialeisen-bahnwaggons wurde der hochbrisante Treibstoff auch zu den V2-Abschußbasen an der Kanalküste bzw. an der Westfronttransportiert22.Die aufwendigen Anlagen, die im Projekt »Schlier« unter-gebracht waren, hatten einen entsprechend hohen Energiebedarf.Man errichtete auf einem nahen Feld einen großenStahlbetonbunker, um den tonnenschweren Trafo der Anlage zuschützen. Weiterhin wurde am Redlbach eine eigene Pumpstationgebaut, um den enormen Wasserverbrauch von etwa 250.000Litern pro Stunde decken zu können23. Der Baukommandant derAnlagen hieß auch hier SS-General Hans Kammler. Und auchdas Planungsbüro ist uns bereits bekannt: es handelte sich um dasIngenieurbüro Fiebinger24. Linz - Deckname »Bergkristall«Am 5. Mai erreichte die 11. Panzerdivision der 3rd US-Army dieGauhauptstadt von Oberdonau (Oberösterreich): Linz, welchekampflos übergeben wurde25. Auch hier gab es etwas, für das essich lohnte, in die sowjetische Zone vorzustoßen: die riesigenunterirdischen Messerschmitt-Werke in St. Georgen a. d. Gusen.22 Vgl. German Underground installations, Part two of three, »ad-aptations of existing facilities«, CIOS Section, intelligence divi-sion office, chief engineer, USFET, Washington September 1945, Section III »Liquid oxygen plant«.23 Ebenda.24 Vgl. Freund, Arbeitslager Zement, S. 58. Bundesarchiv Koblenz, Schreiben Kammler an das Ingenieurbüro Karl Fiebinger vom 28. September 1943.25 Vgl. Rauchensteiner, Der Krieg in Österreich 45, S. 352.
  21. 21. 23Abbildung 1: Die »Serbenhalle« in Wiener Neustadt- hier sollteeine V2-Fertigung untergebracht werden. (Foto: Verfasser)Abbildung 2: Der Stahlbetonbunker in Redl-Zipf zum Schutz desTrafos für die Stromversorgung der Flüssigsauerstoffproduktion.(Foto: Josef Buchhart)
  22. 22. 24Abbildung 3: Appellplatz des Konzentrationslagers Mauthausen.(Foto: Verfasser) Abbildung 4: Krematorium im Konzentrationslager Mauthausen. (Foto: Verfasser)
  23. 23. 25Aufgrund der katastrophalen Lage der deutschen Luftwaffehatten die Verantwortlichen im Sommer 1944 mit dem Bau einerunterirdischen Flugzeugfabrik begonnen. Etwa zehn KilometerStollen sollten auf 50.000 m2 Platz für ein komplettesMesserschmitt-Düsenjägerwerk bieten. 20.000 KZ-Häftlinge ausdem nahen Konzentrationslager Mauthausen mußten ihr Lebenlassen, um dieses Vorhaben zu verwirklichen26.Der Baukommandant: SS-General Hans Kammler. Das Pla-nungsbüro: Ingenieurbüro Fiebinger. Geplant war eine Groß-Fertigung von Me-262-Düsenjägern - die letzte Hoffnung derdeutschen Luftwaffe. Laut alliierten Geheimdienstberichtenwurden bis zum Eintreffen der US-Truppen 987 Flugzeugrümpfefertiggstellt27. Die US-Amerikaner hatten also ein weiteresdeutsches Hochtechnologiezentrum erobert! Ebensee - Deckname »Zement«Am 6. Mai 1945 erreichte die 3rd Cavalry der 3. US-Armee dasAußenlager von Mauthausen in Ebensee im Salzkammergut.Hier, südlich des Traunsees, sollte ein weiteres unterirdischesGeheimwaffenzentrum entstehen. Nach dem ersten verheerendenBombenangriff auf Peene-münde am 3. Oktober 1942 hatte manbegonnen, die Heeresversuchsanstalt systematisch unter die Erdezu verlegen. Während die Produktion der V1 und der A4/V2-Raketen ebenfalls in Kammlers »Mittelwerk« bei Nordhausenverlegt wurden, entschloß man sich, die Entwicklungsabteilung ineiner völlig neuen Stollenanlage in Ebensee am Traunseeunterzubringen. Ausschlaggebend für die Standortwahl waren diegünstigen26 Vgl. Haunschmied, B8 »Bergkristall« (KL Gusen II).27 Ebenda.
  24. 24. 26geologischen und topographischen Gegebenheiten, die dichteBewaldung, die gute Verkehrsanbindung und ein schonbestehender Steinbruch, der als Tarnung sehr willkommen war.Im September 1943 wurde vom Heereswaffenamt des Rü-stungsministers Albert Speer der Auftrag zur Durchführung desProjektes erteilt. Es erhielt den Decknamen »Zement«, wurde SS-Führer Kammler unterstellt und bekam die Nummer »B1«.Schon kurz darauf begann die SS unter Verwendung tausen-derKZ-Häftlinge zwei gigantische Stollensysteme in die Berge desSalzkammerguts zu treiben. Dazu wurde im Herbst des selbenJahres ein Arbeitslager für 18.000 Personen eingerichtet. Vonihnen sollten bis 1945 8.500 den Tod finden28. Bemerkenswertist, daß beim hiesigen Stollenausbau erstmals Betonfertigteile zurAnwendung gelangten. Diese standen bei ihrer Montage nicht mitdem Fels in Verbindung und konnten sehr einfach gegeneindringendes Wasser abgedichtet werden. Dieses neuartigeVerfahren führte zu einem sehr beschleunigten Baufortschritt. ImGegensatz zu den meisten anderen Anlagen arbeitete man hier anzwei getrennten Systemen:Zement AFür diesen Abschnitt war ein Gesamtbauvolumen von 220.000m3 vorgesehen29. Er sollte alle wesentlichen Teile der geplantenRaketenforschungsstelle, also die Entwicklungsabteilung für dieA9/10-Rakete (auch »Amerikarakete« genannt) aufnehmen. Dazuzählten auch eine Versuchsproduk-28 Vgl. Freund, Arbeitslager Zement, S. 61ff.29 Vgl. Freund, Arbeitslager Zement, S. 71. Besprechungsnieder- schrift am 15.01.44, Verlagerungsort Vorhaben Zement, Bun- desarchiv Militärarchiv Freiburg/Br.
  25. 25. 27tion von jeweils 20 Stück A4b/A9-Raketen und »Wasser-fall«-Flugabwehrraketen pro Monat30.Zement BDiese Stollenanlage war für die Raketen-Testabteilung gedacht.Mit einem Bauvolumen von etwa 70.000 m3 31 sollten hier auf20.000 m2 die Raketenteststände untergebracht werden. Ähnlichwie in »Schlier« war geplant, unterirdisch und völlig vor denalliierten Bomberverbänden geschützt, die Triebwerke derV2/A4-Raketen zu testen. Erstaunlich ist, daß trotz desumfangreichen Vorhabens der Zweck der Anlage sogar denHäftlingen vorenthalten werden konnte. Sie erkannten erst nachihrer Befreiung, daß sie an den deutschen Vergeltungswaffengearbeitet hatten. Der Fertigstellungstermin für Zement war Ende1944. Technische Probleme und die immer dramatischerwerdende Lage anderer Rüstungszweige der deutschen Industrieführten zu mehrfachen Umplanungen.Nach den schwerwiegenden Bombenangriffen auf die deutscheErdölindustrie wurden Teile von »Zement A« ab Sommer 1944für die Treibstoffproduktion genutzt. In den Stollen wurdenmehrere Anlagen des sogenannten »Geilenberg-Programms«untergebracht: »Dachs II«, »Taube I« und »Ofen XXIII bisXXX«.32Schließlich wurde der Plan, »Zement B« zu vergrößern und darindoch noch die Heeresversuchsanstalt Peenemünde un-terzubringen, fallengelassen. Aufgrund der immer näher30 Vgl. Freund, Arbeitslager Zement, S. 68. Deutsches Museum, Sammlung Peenemünde, Betr. Verlagerung, 21.10.4331 Vgl. Freund, Arbeitslager Zement, S. 71. Besprechungsniederschrift am 15.01.44, Verlagerungsort Vorhaben Zement, Bundesarchiv Militärarchiv Freiburg/Br.32 Vgl. Freund, Arbeitslager Zement, S. 88ff.
  26. 26. 28 Abbildung 5: Die Stollenanlage »Zement« bei Ebensee heute. (Foto: Josef Buchhart)
  27. 27. 29rückenden Ostfront waren viele Firmen gezwungen, ihreausgelagerten Produktionen zurück ins Reich zu verlegen. DieUnterbringung eines Teils der Produktion der Steyr-Daimler-Puch AG (Panzerfertigung) in »Zement B« besiegelte dasvorzeitige Ende der Versuchsanstalt Ebensee.33 Das Ingenieurbüround der Baukommandant waren auch hier, wie nicht anders zuerwarten war, das Ingenieurbüro Fiebinger und SS-General HansKammler. Letzterer war sogar noch im Mai 1945 vor Ort undführte Rüstungsbesprechungen durch34. Das Ende eines langen Marsches?Am 6. Mai 1945 schließlich erreichte eine Vorausabteilung der 3rdUS Army bei Bad Ischl die Grenze zur Steiermark. Damit endeteder Vormarsch in die Alpenfestung in Oberösterreich. Vorbei wares mit der riesigen Bedeutung des Phantoms - und das, obwohlsich noch immer zahlreiche deutsche Kampfverbände in denAlpen aufhielten. Warum hat sich noch kein Historiker gefragt,was das Ganze sollte? Marschierte man 700 Kilometer weit, nurum dann einfach halt zu machen? Die Theorie, die Alpenfestungsei gar nicht das Ziel der Aktion gewesen, sondern nur eine Aus-rede für etwas anderes, scheint sich nun zu bestätigen. Doch waswar nun das eigentliche Ziel dieses gewaltigen Vormarsches? Dieoffizielle Geschichtsschreibung gibt hierüber leider keineAuskunft ...Im Süden machte Patton also in Bad Ischl Halt. Doch was war imOsten? Die offizielle Darstellung lautet, daß die US Army am 5.Mai 1945 den Fluß Enns, die mit den Sowjets vereinbarteZonengrenze, erreichte und dort wie be-33 Vgl. Freund, Arbeitslager Zement, S. 108ff.34 Vgl. Fröbe in: Smelser/Syring, Die SS - Elite unter dem Totenkopf, S. 316.
  28. 28. 30fohlen wartete, bis sie am 8. Mai 1945 mit der Roten Armeezusammentraf35.Betrachtet man die Geschehnisse jedoch genauer, wird schnellklar, daß an der Enns längst nicht halt gemacht wurde. DerMarsch ging weiter, nur nicht in die »Kernfestung Alpen«,sondern nach Osten - tief in die sowjetische Besatzungszonehinein!Im bisherigen Verlauf des Vorstoßes gab es für Patton nur einenGrund in sowjetisches Gebiet vorzustoßen: deutscheHochtechnologie. Warum sollte es jetzt also anders sein?35 Vgl. Die Chronik Österreichs, S. 538.
  29. 29. 2. Eine Fabrik unter der ErdeIm Frühjahr 1944 wurden tausende KZ-Häftlinge aus demKonzentrationslager Mauthausen in die niederösterreichischeStadt Melk gebracht. Die Zeit drängte, alles mußte so schnellgehen, daß nicht einmal für die Errichtung eines eigenenKonzentrationslagers Zeit blieb. Die Melker Pionierkasernewurde umfunktioniert - wo noch kurz zuvor Wehr-machtseinheiten untergebracht waren, fand man jetzt Sta-cheldraht und Wachtürme. Jeden Tag, früh am Morgen, mußtendie Häftlinge von dort zum Bahnhof marschieren und oftstundenlang in Kälte und Regen auf den Zug warten, der sieeinige Kilometer weit in die kleine Ortschaft Roggendorf am Fußdes Wachberges brachte.36 Hier arbeiteten die Häftlinge an einemder geheimsten Projekte des Dritten Reiches - einer vollständigenunterirdischen Fabrik. Die Stollen waren im sandartigenQuarzgestein des Wachberges optimal gegen Bombenangriffegeschützt. Die Anlage erhielt auch ein Notstromaggregat, umnötigenfalls vom Netz völlig unabhängig zu sein. Als Schirmherrder Arbeiten trat die Steyr-Daimler-Puch AG (SDP) auf, einer dergrößten österreichischen Fahrzeug- und Waffenproduzenten, derhier seine eigene Kugellagerproduktion unter die Erde verlegenwollte, um sie vor alliierten Bombenangriffen zu schützen.Im Zeitraum März 1944 bis März 1945 entstanden so mindestenssieben Kilometer Stollen. Weiterhin wurden umfangreicheoberirdische Anlagen errichtet, für deren Tarnung man nichtweniger als 40.000 m2 Tarnmatten verwendete37. Zu denoberirdischen Anlagen gehörten ein Stahlbetonbunker,36 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 377ff.
  30. 30. 32Abbildung 6: Die Ortschaft Roggendorf mit dem Wachberg beiMelk heute. (Foto: Verfasser)Lagerhallen, Schienenanschlüsse, Eisenbahnbrücken, Bahnsteige,Straßenverbindungen, Baracken, Arbeitersiedlungen, Unterkünftefür die Wachmannschaften, umfangreiche Abzäunungen undMG-Stellungen.Um die Arbeiten so rasch wie möglich voranzutreiben, war esvon Anfang an geplant, KZ-Häftlinge einzusetzen. Da das KZMelk kein Vernichtungslager wie Mauthausen oder Auschwitz,sondern ein Arbeitslager war, sollten die Häftlinge ihre Kräftebeim Bau der Stollen verlieren - was natürlich für die Betroffenenkaum einen Vorteil darstellte. Unter furchtbarstenArbeitsbedingungen verloren so tausende Menschen ihr Leben.Das Projekt erhielt den Decknamen »Quarz«, was eine sehr guteTarnung war, da der gesamte Berg aus diesem Material bestand.Offenbar sollte der Eindruck erweckt werden, es handle sich umeine harmlose Sandgrube.37 Vgl. Perz, Projekt Quarz, Seite 404. Hauptbesprechung Quarz vom 15.7.1944, Archiv Steyr-Daimler-Puch AG, Ordner: Ver- lagerung Quarz.
  31. 31. 33Doch schon dieser Deckname ist der erste Anhaltspunkt dafür,daß mit der offiziellen Geschichte dieser Anlage, so wie sie bisherdargestellt wurde, etwas nicht stimmt. Es beginnt eine langeReihe von Tatsachen, die »Quarz« zu einer dergeheimnisvollsten Bunkeranlage Österreichs machen. »Quarz« - kein gewöhnlicher DecknameAus Tarnungsgründen erhielten alle deutschen RüstungsprojekteDecknamen. Sie sollten den alliierten Geheimdiensten ihre Arbeiterschweren und die wahre Produktion verschleiern. Es existiertedabei ein System, welches Projekt welchen Namen erhielt (miteinigen Ausnahmen):38Alte Stollenanlagen: Fischnamen z. B. Lachs, LangusteAlte Schachtanlagen: Tiernamen z. B. Schneehase, GemseEisenbahn- und Vogelnamen z. B.Amsel, DrosselStraßentunnel:Festungswerke: Pflanzennamen z. B. Kastanie, TanneHöhlen: Münznamen z.B. Dollar, HellerBunker: Männernamen z. B. Siegfried, PeterBleibt nur noch eine große Gruppe von Decknamen: Gesteine.Sie hatten eine besondere Bedeutung: praktisch alle Bauten mitGesteinsdecknamen unterstanden ein und dem selben Bauherren:General der Waffen-SS Hans Kammler39.38 Vgl. Wichert, Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten, S. 153ff.39 Vgl. Bornemann, Geheimprojekt Mittelbau, S. 87.
  32. 32. 34 SS-Führer Kammler taucht aufSeit sich Mitte 1943 die Lage der deutschen Luftwaffe dra-matisch verschlechtert hatte und die Lufthoheit nicht mehraufrechterhalten werden konnte, begann die Rüstungsindustrie inverzweifelten Versuchen, ihre Betriebe unter die Erde zuverlegen, um sie dem alliierten Bombardement zu entziehen. Umeinen kleinen Überblick zu bieten, in welchem gigantischenAusmaß diese Verlagerung unter die Erde vor sich ging, seien andieser Stelle einige der bekannten österreichischen Anlagengenannt:40Deckname StandortAnna GrazAlice Wien, St. MarxBaldrian Wien, Flakturm ArenbergparkBergkristall St. Georgen a. d. GusenButt AnnabergtunnelChlorit St. PöltenDazit Gaaden bei MödlingGloria WienHeilbutt Zentralkeller LinzJulius Wien, FloridsdorfKalzit Weiz, SteiermarkKarpfen Wien, Tiefkeller SchwechatKellerbau St. Georgen a. d. GusenKiesel HalleinLanguste Seegrotte bei MödlingLuise Wien, LinzerstraßeMaräne Brauereikeller, LinzMaria Wien, Schlachthausgasse40 Vgl. Wichert, Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten, S. 114ff.
  33. 33. 35Mieze Wien, NeugebäudeNephrit Schwarzach bei BregenzNorit WöllersdorfObolus Adlitzgraben am SemmeringPeter Wien, Flakturm AugartenQuarz MelkQuarz II MelkRenke Wien, Liesing-SchwechatReseda Krems-FurthRosmarin Krems-AigenSchlier Redl-ZipfSeelachs Keniaten bei InnsbruckSelma Wien, Brauereikeller SelmaSenta Wien, Brauereikeller SchwechatSiderit Wattens, TirolSpinell InnsbruckSteinkauz KatschbergtunnelStichling Schwaz, TirolSeeigel SteyrSerpentin (Reichs-)Autobahntunnel bei GollingSophie Wien, SchellenhofSyenit Kapfenberg-BöhlerwerkWilhelmine Wien, LeopoldstadtZarah Bludenz-FohrenburgZaunkönig (Reichs-)Bahntunnel LandeckZement A + B EbenseeZitteraal ÖtztalZitterrochen StubachtalDiese Liste erhebt in keinster Weise Anspruch auf Voll-ständigkeit. Es ist auch nur teilweise bekannt, inwieweit dieeinzelnen Projekte noch begonnen bzw. fertiggestellt wurden. Fürdas gesamte deutsche Reichsgebiet ist eine Liste
  34. 34. 36von ca. 1.000 Decknamen bekannt - eine unvorstellbare Mengean Projekten, denen natürlich gewisse Dringlichkeitsstufenzugeteilt wurden, um etwas Ordnung in das Chaos zu bringen.Um die wichtigsten Bunkerbauten der deutschen Flugzeug-industrie möglichst schnell voranzutreiben, hatten derReichsführer SS Heinrich Himmler und der ReichsmarschallHermann Göring im März 1944 vereinbart, die wichtigsten undaufwendigsten Arbeiten der SS zu übertragen. Himmler war überdiese Entscheidung sehr erfreut, da die SS damit Einfluß auf diemodernsten Flugzeugproduktionen des Dritten Reiches gewinnenkonnte. Mit der Durchführung der anstehenden Maßnahmenwurde niemand anderer als SS-Brigadeführer und General derWaffen-SS Dr. Ing. Hans Kammler (1901-1945?) beauftragt, dernoch im selben Monat den »Sonderstab Kammler« mit Sitz inBerlin gründete.41 Seine Aufgaben wurden »Sonderbauvorhaben«genannt, welche sich in die bis heute geheimnisumwitterten»Sonderinspektionen« aufgliederten: »S I« bis »S IV«. DiesenSonderinspektionen unterstanden jeweils verschiedene »A«- und»B«- Projekte, die unter dem Decknamen Aktion »Sonderelbe-Jasmin A-B« zusammengefaßt waren. Bei A-Projekten handeltees sich um vorhandene unterirdische Räume, die für dieVerlagerung von Fertigungen nur erweitert werden mußten. B-Projekte stellten meist völlige Neubauten dar.Es ist aber sehr seltsam, daß unter diesen wichtigsten Son-derbauten, zu denen z. B. auch verschiedene Führerhaupt-quartiere, das »Mittelwerk« und die geheimnisumwittertenStollen im deutschen Jonastal (»S III«, Deckname »Olga«)gehörten, nun auf einmal unter »SS-Sonderinspektion IV« auch»Quarz« mit der Nummer »B9« aufscheint.41 Vgl. Bornemann, Geheimprojekt Mittelbau, Seite 86.
  35. 35. 37Dieser »SS-Sonderinspektion IV« mit Sitz in Wien warenfolgende Stollenbauvorhaben unterstellt:42Deckname Ort Geplante FertigungB1 »Zement« Ebensee A9/10-AmerikaraketeB8 »Bergkristall« St. Georgen a.d. Me 262 Düsenjäger Gusen43B9 »Quarz« Roggendorf KugellagerBIO »Quarz II« Winzendorf Me 262 DüsenjägerInterkontinentalraketen, Me-262-Düsenjäger - Kugellager?»Quarz« paßt schon auf den ersten Blick nicht in diese Auf-zählung! War eine kleine44 Kugellagerfabrik, die etwa 13%45 derdeutschen Kugellagerfertigung ausmachte, wirklich sobedeutend, um ihre Stollenanlage zu den wichtigsten Bau-vorhaben des Dritten Reiches zu erklären? Oder steckte da etwasganz anderes dahinter? Zum Vergleich: Der bekannte deutscheKugellagerhersteller VKF aus Schweinfurt, der 1944 etwa 32%(!) der deutschen Kugellagerproduktion innehatte46, sollteebenfalls geschützt untergebracht werden. Ob-42 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 149. Schreiben von Kammler an OBH Gabel im RWM vom 16.8.1944, Aufstellung der A- und B- Vorhaben und der Sonderinspektionen, Bundesarchiv Koblenz. Warum in dieser Auflistung auf B1 »Zement« vergessen wurde, ist unklar. Vgl. Freund, Arbeitslager Zement, S. 74. Brief Verbindungsstab AW an SS-Führungsstab, 14.2.1944, Deutsches Museum, Sammlung Peenemünde.43 Ursprünglich war auch die Stollenanlage B7 enthalten, die aber statt in St. Georgen a. d. Gusen, in Hersbruck (Deutschland) unter dem Decknamen »Dogger« errichtet wurde.44 Klein in bezug auf die Werke VKF und FAG, die zusammen fast 75% der deutschen Kugellagerproduktion ausmachten.45 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 75. United States Strategic Bom- bing Survey.
  36. 36. 38wohl dieses Werk also wesentlich größer und wichtiger als dieKugellagerfertigung der SDP war, wurde seine Verlagerung mitdem Decknamen »Neustadt« geplant47, die nicht Hans Kammlerunterstellt war. Wer war Kammler?Der mächtige Mann, der hinter all diesen Stollenbauten stand,war General der Waffen-SS Dr. Ing. Hans Kammler, Leiter derSS-Amtsgruppe C (Bauwesen).Der 1901 in Stettin geborene Kammler besuchte die TechnischeHochschule in Danzig, die er als Diplom-Ingenieur fürArchitektur abschloß. 1932 erwarb er den Doktortitel an derTechnischen Hochschule in Hannover. Schon 1931 wurde erMitglied der NSDAP und zwei Jahre später der SS. Über dasReichsernährungsministerium und das Luftfahrtministeriumführte Kammlers berufliche Karriere mehr und mehr in die SS, inder er schließlich 1942 die Amtsgruppe C übernahm48.Als nunmehriger Herrscher über 175.000 KZ Häftlinge49 war erfür eine schnelle und rücksichtslose Durchführung der ihmübergebenen Aufgaben bekannt. Kammler war beispielsweisemaßgeblich an der Planung und Errichtung von vier Krematorienim Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau beteiligt50, wodurchdort die Zahl der Tötungen um ein Vielfaches gesteigert werdenkonnte.46 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 75. United States Strategic Bom- bing Survey.47 Vgl. Wichert, Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten des Zweiten Weltkrieges, S. 186.48 Vgl. Fröbe in: Smelser/Syring, Die SS - Elite unter dem Toten- kopf, S. 306f.49 Vgl. Williamson, Die SS - Hitlers Instrument der Macht, S. 100.50 Vgl. Fröbe in: Smelser/Syring, Die SS - Elite unter dem Toten- kopf, S. 310ff.
  37. 37. 39Eine seiner weiteren Aufgaben war die Errichtung zahlreicherAbschußrampen für V-Waffen und schließlich auch dieÜberwachung der Raketen- und Flugbombenstarts51. Aufgrundseines zweifellos vorhandenen Organisationstalents, das er beider Realisierung wichtiger Aufgaben und Projekte im DrittenReich immer wieder bewies, hatte er schnell Karriere gemachtund bekam nun die geheimsten und wichtigsten deutschenBunkerprojekte übertragen. Darunter befanden sich die schonerwähnten Raketenwerke in Ebensee, die V2-Triebwerksteststände in Redl-Zipf, das Projekt »Riese« imheutigen Polen, die Stollenanlage »Olga« im Jonastal und allenvoran die V-Waffen-Fertigung in Nordhausen.Die riesige V1- und V2-Fertigung im Berg Kohnstein beiNordhausen war sozusagen Kammlers »Meisterstück«. Was vonallen für unmöglich gehalten wurde, machte er in kürzester Zeitmöglich: Er verwandelte die vorhandenen Stollenanlagen in derunglaublichen Zeit von nur etwa zwei Monaten in das größteunterirdische Raketenwerk des Zweiten Weltkrieges52. Dergnadenlose Einsatz von KZ-Häftlingen machte sich für Kammlerbezahlt. Von nun an galt er bei Hitler endgültig als ein Mann derTat. In weiterer Folge wurde er zum »Beauftragten für Baufragender Fertigung« im »Sonderausschuß A4« bestellt; im Herbst 1944avancierte er zum Chef der Heeresbauwesens53, und im März1945 bestellte ihn Hitler schließlich zum »Ge- 54neralbevollmächtigten des Führers für Strahlflugzeuge« .51 Vgl. Fröbe in: Smelser/Syring, Die SS - Elite unter dem Totenkopf, S. 314.52 Vgl. Bode/Kaiser, Raketenspuren, S. 92.53 Vgl. Fröbe in: Smelser/Syring, Die SS - Elite unter dem Totenkopf, S. 315.54 Ebenda, S. 317.
  38. 38. 40 Abbildung 7: General der Waffen-SS Hans Kammler. (Foto: unbekannt)Besonders beachtenswert aber ist, daß Kammler am 31. Januar1945 zum »Bevollmächtigten des Führers für Strah-lenforschung«55 ernannt wurde!!!Er war also Befehlshaber über einen gesamten Forschungszweig,dessen Existenz im Dritten Reich heute als praktisch nichtvorhanden dargestellt wird. Im Zusammenhang damit ist zuberücksichtigen, daß zu diesem Zeitpunkt (drei Monate vorKriegsende) eine Ernennung zum Verantwortlichen für einenForschungszweig sicher nur noch dann erfolgte, wenn dadurchinnerhalb kürzester Zeit die Fertigstellung einerdurchschlagenden Waffe zu erwarten war. Auf all denvorgenannten Gebieten hatten weder Reichsmarschall Göringnoch Rüstungsminister Speer gegenüber Kammler eineWeisungsbefugnis. Noch nie hatte Hitler so viel Macht auf eineeinzelne Person konzentriert. Es ist daher in keinster Weiselogisch anzunehmen, daß einerseits einem solchen Mann dieUntertage-Verbringung eines eher unwichtigen Kugellagerwerksübertragen wurde, wodurch sich andererseits all die anderen als»kriegsentscheidend« gewerteten Bauvorhaben verzögert hätten!Es er-55 Vgl. Naasner, SS-Wirtschaft und SS-Verwaltung, S. 341.
  39. 39. 41scheint weiterhin unlogisch, daß ein Mann, der offensichtlichsehr darauf bedacht war, nur die größten und wichtigstenGeheimprojekte zu übernehmen, sich plötzlich mit einerKugellagerfabrik zufrieden geben sollte. Was aber ist, wennetwas viel wichtigeres hinter dem Decknamen »Quarz« steckte?Etwas, das als absolut »kriegsentscheidend« betrachtet wurdeund genauso bedeutend war wie die Düsenjäger- oderRaketenproduktion? Ein Kammler-Bau für mehrere Betriebe?Bei vielen Untertage-Verlagerungen hatten sowohl die Stol-lenanlagen selbst, als auch die verschiedenen darin unterge-brachten Fertigungen eigene Decknamen - dies war auch bei»Quarz« der Fall. Während die Stollenanlage den schonbekannten Namen »Quarz« trug, hatte die darin untergebrachteKugellagerfertigung der SDP-AG den Decknamen »Erle«56.Man kann aber nicht von vornherein sagen, daß es in einerStollenanlage nur eine Fertigung gab. Als Beispiel sei hier wiederdie Stollenanlage »Zement« in Ebensee genannt. In der dortigenUntergrundverlagerung waren z. B. die Anlagen »Dachs II«,»Taube I« und »Ofen XXIII bis XXX« untergebracht worden, d.h. zehn Betriebe in einer Stollenanlage!Warum sollte es ausgerechnet in »Quarz« anders gewesen sein?Warum sollten nicht auch hier mehrere völlig verschiedeneBetriebe Unterschlupf gefunden haben? Es hätte gute Gründedafür gegeben - z. B. die Geheimhaltung. Hatte Kammlervielleicht die Steyr-Kugellagerwerke als Tarnung benutzt?Zugegeben ein genialer Einfall, um etwas weit wichtigereswirkungsvoll zu verbergen! Kein Mensch würde auf die Ideekommen, in einem ohnehin schon56 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 189.
  40. 40. 42geheimgehaltenen Werk eine noch viel geheimere und wichtigereProduktion zu suchen ...Schon von Anfang an war das Unternehmen »Quarz« alsZusammenschluß mehrerer Unternehmen gedacht. Zu ihnengehörten das Steyr-Wälzlagerwerk, die FlugmotorenwerkeOstmark (in Wr. Neudorf bei Wien), Flumo Steyr (dasFlugzeugmotorenwerk in Steyr-Hinterberg) und dasNibelungenwerk (Panzerfertigung in St. Valentin).57 Nichts wärealso leichter gewesen, als in diesen Verband von Firmen, vondenen schließlich alle bis auf die Kugellagerfertigung eigeneVerlagerungs-Projekte starteten, einen »Kuk-kuck« einzunisten.Wunderbar von aller benötigter Infrastruktur versorgt und perfektverborgen! Eine wunderbare Tarnung, die vielleicht über einhalbes Jahrhundert lang funktioniert hat!57 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 155ff.
  41. 41. 3. Die Stollenanlage Die Probleme beim BauWegen immer wieder auftretender verschiedener Problemeverzögerte sich der Baufortschritt laufend. Dazu zählten ständigePannen mit den Bergbaumaschinen, da der feine Quarzsand desWachberges schnell zur Zerstörung von ungenügendabgedichteten Getrieben und Kugellagern führte. Deshalb mußteman wieder auf die händisch zu bedienenden Preßlufthämmerzurückgreifen. Dies führte wiederum zu einem Mangel an diesenGeräten. Auch das akute Defizit an gelernten Facharbeitern führtezu Verspätungen, die schließlich bewirkten, daß der SDP erst imNovember 1944 der erste Abschnitt von 2.700 m2 übergebenwurde58. Nachdem dieser erste Bauabschnitt fertiggestellt war,begann man sofort mit der Übersiedlung der Werkzeugmaschinender SDP. Insgesamt wurden bis zum März 1945 7.880 m2Fertigungsfläche der Kugellagerfertigung übergeben59. Kaumwurde die Fertigung richtig aufgenommen, mußten aber aufgrundder nahenden Front die Maschinen wieder abgebaut und nachSteyr und Linz verlagert werden. Ursprünglich war man davonausgegangen, daß in sechs bis sieben Monaten die ersten 6.000m2 bezugsfertig wären60. Waren die Probleme beim Bau wirklichso schwerwiegend,58 Vgl. Perz, Projekt Quarz, Seite 189. Plant report on Steyr-Daim- ler-Puch A, Wälzlagerwerk Steyr, Austria. United States Strate- gic Bombing Survey Records.59 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 190. Rechnungswesen Wälzlager- werk an Rechtsbüro vom 17.3.1945 betr. Übernahme der Stol- lenfläche Quarz durch Betriebsführung Erle, Archiv der Steyr- Daimler-Puch AG.
  42. 42. 44daß man in der geplanten Zeit nicht einmal die Hälfte des Sollserreichte?Werfen wir einfach einmal einen Blick auf die Stollenanlage undvergleichen dann, was wirklich vorhanden war und fertiggestelltworden ist. Beschreibung der StollenDie Stollenanlage war quadratisch aufgebaut, mit sechsHauptstollen (A - F) und 25 Produktionsstollen. Die Ge-samtfläche der 1. Ausbaustufe sollte etwa 60.000-75.000 m2betragen. Die Stollen A - F hatten jeweils eine Abstand von 100m, nur A und B wurden im Abstand von 50 m voneinandererrichtet. Die Höhe belief sich auf ca. 8-10 m. In denProduktionsstollen, die ca. 5-6 m hoch waren, sollten dieMaschinen untergebracht werden.Im Nordosten hatte die Anlage sechs Eingänge, davon war einerein Eisenbahnanschluß. Auch im Südwesten hätten später zweiEingänge folgen sollen. Ob dabei auch an einen Anschluß an diedirekt benachbarte Autobahn gedacht wurde, kann nur spekuliertwerden.Da die Stollenanlage immer wieder zugeschüttet worden ist unddie Befahrung schon vorher aufgrund der zahlreichenSprengstellen sehr mühsam und gefährlich war, soll hier eineausführlich Beschreibung erfolgen.Die nachfolgenden Werte in den Klammern sind in Meternangegeben und bedeuten jeweils: (ca. Länge/davonbetoniert/max. Höhe/min. Höhe)60 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 165. Fernschreiben Meindl an Roehrt vom 7.2.1944 und 10.2.1944, Roehrt an Meindl vom 7.2.1944, Imperial War Museum London.
  43. 43. 45Abbildung 8: Trümmer einer Feldbahnbrücke über den FlußPielach, die zur Entsorgung von Aushubmaterial diente. (Foto:Verfasser)Alle Angaben erfolgen in Meter. Die Stollenbezeichnungenbeziehen sich auf den Plan von P. J. Eisenbauer von 1983 undstimmen bei den Stollen D - G nicht mit den originalenBezeichnungen überein. Die HauptstollenSie stellen die größten Stollen des Systems dar. Sie sollten spätersämtliche Konstruktionsbüros, die Verwaltung, Garderoben,Waschräume und ähnliche Einrichtungen aufnehmen. Hierfür warzumindest abschnittsweise das Einziehen einer Zwischendeckegeplant.
  44. 44. 46Abbildung 9: Plan der Stollenanlage 1984. (Plan: P. J. Eisenbauer,Melker Höhlenforscher)
  45. 45. 47 Stollen A(350/300/8/3) Hier war der unterirdische Bahnhof untergebracht.Die Westbahn zweigte im Bahnhof Loosdorf ab und führte ineinem langen Bogen in die Tunnelanlage, wo sich die Geleise aufzwei Spuren aufspalteten. Zumindest im vorderen Drittel desGanges existiert ein darüber gelegener Lüftungsschacht, der überviele Löcher in der Decke des Stollens mit diesem verbunden war.Offensichtlich diente er dem Abzug der Dampflok-Rauchgase. Imhinteren Bereich des Stollens ist der noch nicht abgebauteGesteinskern stehengeblieben. Nach dem Krieg wurde vor allemdas erste Drittel durch Sprengungen praktisch komplett zerstört.Durch eine gewaltige Sprengladung im Einfahrtsbereich wurdeein Krater mit etwa 40 m Durchmesser in den Berghang gerissen,der den Stollen um gut 30 m verkürzte. Stollen B(600/270/10/0,5) Dieser ist der längste aller Hauptstollen. Da manim Verlauf der Bauarbeiten immer wieder auf Schotterbänke imBerg gestoßen war, beschloß man Stollen B als Sondierstollenvoranzutreiben, um auf weitere Störungen im Gestein vorbereitetzu sein61.Die ursprüngliche Einfahrt am Nordosthang des Wachbergeswurde nach dem Krieg durch Sprengung verschüttet. Gleichhinter dieser Sprengstelle liegt der sogenannte Traforaum. Einsehr seltsamer Abschnitt, auf den wir später noch genauer eingehenwerden.Im Bereich zwischen Querstollen 8 und 9 befinden sich betonierteUnterkellerungen, die auf die Aufstellung von Maschinenhindeuten - ein Faktum, das noch von großer Bedeutung seinwird.61 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 114. Hauptbesprechung Quarz vom 1.7.1944, Archiv der Steyr-Daimler-Puch AG.
  46. 46. 48Abbildung 10: Der Hauptstollen B im Jahre 1988. (Fofo: MichaelWrobel, Wien)
  47. 47. 49Beim Querstollen 14 sinkt die Stollenhöhe von zehn auf dreiMeter ab. Hier endet der betonierte Abschnitt. Geht manRichtung Südwesten weiter, folgen zwei Maueransätze unddazwischen zwei bemerkenswerte Nischen. Sie führen mit einerHöhe von einem Meter auf jeder Seite des Stollens etwa fünf Meterin den Berg. Dort enden sie mit je einem Raum mit ca. 1,5 x 1,5m Grundfläche. Auch hier können nur sehr kleine Menschenaufrecht stehen. Diese Art von Gang findet man auch noch in denStollen A, D und E. Es dürfte sich dabei um Sprengkammerngehandelt haben, die von der SS zur geplanten Vernichtung derStollenanlage angelegt wurden.Im hintersten Teil des Ganges sank die Höhe schließlich auf 0,5 mab. Angeblich konnte man in diesem hintersten Abschnitt schonFahrzeuge, die auf der Westautobahn fahren, hören.Durch den Bau einer Sandgrube nach dem Krieg wurden aberauch hier ca. 50 m Gang vernichtet. Hierdurch ergab sich fürviele Interessierte eine neue Einfahrtsmöglichkeit. Diese wurdeaber durch die völlige Wiederauffüllung der Sandgrube im Mai1998 zerstört. Bei einer Höhe von 2,5 m endet der Stollen heutemit einer Betonwand, die schon vor der Aufschüttung einenZutritt verhindern sollte. Stollen C(150/100/7/0,5) Dieser Gang hatte ursprünglich wahrscheinlichkeine Bezeichnung (siehe unten) und war der kürzeste von allenHauptstollen. Laut dem Originalplan von 1944 dürfte dieserStollen gar nicht existieren, er könnte aber sogar eine eigenekleine Einfahrt erhalten haben, da am nordöstlichen Ende etwasHumus von der Decke rutscht.
  48. 48. 50 Stollen D(380/220/8/3) Er hätte laut Originalplan mit Stollen E einengemeinsamen Zugang bekommen sollen, daß diese Pläne aberabgeändert wurden, zeigt ein amerikanisches Aufklärungsfotovom 16. August 194462. Darauf ist klar zu erkennen, daß StollenD und E eigene Einfahrten erhielten. Beide sind aber durchverschiedene Sprengungen nicht mehr befahrbar. Die Zufahrtender beiden Stollen sind heute an der Oberfläche durch zwei sehrtiefe und etwa 100 m lange Täler erkennbar. Am Talgrund liegennoch verschiedene Stahlbetontrümmer. Im Stollen selbst existiertim Bereich von Querstollen 1 und 2 eine ca. 1,5 m tiefe und 50 mlange Rinne in der Sohle63. Stollen E(400/200/7/2) Am nordöstlichen Ende machte dieser Stolleneinen Knick in Richtung Westen und führte dort an dieOberfläche. Der betonierte Teil ist durch Sprengungen totalzerstört, daher läßt sich die ursprünglich Höhe auch nicht mehrgenau feststellen. Stollen F(300/120/6/2) Stollen G(320/320/8/8) Dieser Stollen war bei den KZ-Häftlingen derunbeliebteste Teil der Anlage. Da er schon damals 0,5-1 m unterWasser stand, mußten sie unter furchtbarsten Bedingungenarbeiten. Auch dieser Gang machte einen Knick zur ehemaligenEinfahrt hin. Hier befindet sich auch eine Was-62 Vgl. Airforce Historical Research Agency. Microfilm Nr. A25193, Interpretation Report No. U. 27, Feb. 1945.63 Bergmännisch für den Boden eines Stollens.
  49. 49. 51Abbildung 11: Einfahrtsbereich von Stollen A mit Vortriebsstollen(?) im Rand des Sprengkraters. (Foto: Verfasser)Abbildung 12: Das durch die Sprengung von Stollen G entstandeneTal. (Foto: Verfasser)
  50. 50. 52serleitung, die nach über 50 Jahren noch immer Wasser führt.Westlich und östlich davon finden sich auch noch zwei alteGrubenloren, die etwa zur Hälfte in der Sohle versunken sind.Am südwestlichen Ende des Ganges, das tief unter Wasser steht,stehen auch noch einige Maschinen, deren ursprünglicheVerwendung aber nicht mehr eindeutig zu klären ist. Die ProduktionsstollenSie verbinden sämtliche Hauptstollen miteinander, und haben bisauf 1, 2, 3, 13, 14, 15 eine Länge von 450 m und eine Höhe von ca.6 m. Die Stollen 1-8 sind vollständig, Nr. 9-11 teilweise und 12-15 gar nicht betoniert, darum gewähren auch die Stollen Nr. 12-15 einen erschreckenden Einblick in den Häftlingsalltag. DieStollenhöhe sinkt dort auf ca. zwei Meter ab, in den Gängenstehen noch Baugerüste und an den Wanden sieht man nochdeutlich die Schaufelkratzer der Häftlinge. Produktionsstollen 1 und 2Sie stellen eine Besonderheit dar. Nur hier finden sich um-fangreiche Maschinenfundamente und Tanklager. Dies beweist,daß sie, obwohl sie nicht die volle Länge erreicht haben, schonlängst in Verwendung waren. Auffallend ist auch ihreunregelmäßige verwinkelte Struktur. Stollen 2 besitzt nochzusätzlich an seinem nordwestlichen Ende als Abschluß eineoffensichtlich gesprengte, doppelte Stahlwand. Links davonzweigt in einer Höhe von ca. drei Meter ein sehr schmaler undniederer Stollen ab, der steil nach oben führt und offensichtlicheinmal ein zweites Stockwerk erreichen sollte.
  51. 51. 53 Die obere Etage - Stollen HDas bisher Beschriebene ist die »offizielle Version« der Anlage.Daß das Projekt »Quarz« aber größer war, als bisherangenommen wurde, konnte erst nach vielen Monaten Forschungbewiesen werden.Zusätzlich zu all den genannten Stollen existiert nämlich noch einAbschnitt, der auf keinem veröffentlichten Plan aus dem ZweitenWeltkrieg verzeichnet ist. Es handelt sich dabei um einen Stollen,der eine Etage höher liegt als die übrige Anlage - nennen wir ihn»Stollen H«. Erreichbar ist dieser Abschnitt über denProduktionsstollen 8, welcher als Besonderheit einen seltsamen,über zehn Meter hohen Schacht zwischen den Hauptstollen Dund E aufweist. Offensichtlich stellte er eine Verbindung zur 2. Eta-ge dar. Leider wurde dieser Schacht durch eine gewaltigeSprengung völlig zerstört, so daß man über seine Verwendungnur noch spekulieren kann. Der Stahlrahmen an der Decke läßtauf einen Aufzug schließen, der die beiden Etagen verbindensollte.Aufgrund der Sprengung ist dieser Schacht aber extrem ge-fährlich, so daß man über das obere Stockwerk kaum Infor-mationen erhält. Anhand einer Handskizze und mehrererAussagen von »Besuchern« läßt sich erkennen, daß der dar-überliegende Gang eine Länge von etwa 200 m und drei kleineAbzweigungen besitzt. Zwei davon sind wiederumSprengkammern. Bemerkenswert ist auch, daß Stollen H zumGroßteil bereits mit Beton verkleidet ist! Daß diese Etage abersogar eine eigene Einfahrt hatte, belegten erst die Akten der USAirforce64. Schon am 16. August 1944 hatte die US-Luftaufklärung diesen Stollen erkannt und in ihren64 Airforce Historical Research Agency. Microfilm Nr. A25193, Interpretation Report No. U. 27 Feb. 1945.
  52. 52. 54Akten »Tunnel entrence D« getauft. An der Stelle, an der sichdamals die Einfahrt befand, findet sich heute allerdings nur nochein riesiger Krater.Abbildung 13: Sprengtrichter an der einstigen Stelle der Einfahrtzum oberen Stockwerk. (Foto: Verfasser)Damit kann auch eine weitere Unklarheit aufgeklärt werden:Als beim Vorantreiben von Stollen G (ex F) ein großer Was-sereinbruch erfolgte, überlegte man, das Niveau der Stollen umeinen Meter zu heben, um ständige Überflutungen zu vermeiden.Dies wurde aber schließlich wegen Befürchtungen abgelehnt, daßder Schutz vor Bombenangriffen dann nicht mehr ausreichendgegeben sei, da man die geforderte Felsüberdeckung von 30Metern unterschritten hätte65. Die Hauptstollen A - G liegen aufeiner Seehöhe von ca. 240 m, der Wachberg ist aber praktisch aufder gesamten Grundfläche der Stollenanlage über 300 m hoch.Wäre also65 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 114. Hauptbesprechung Quarz vom 6.5.1944, Archiv der Steyr-Daimler-Puch AG.
  53. 53. 55nur die »offizielle« Stollenanlage geplant und errichtet worden,hätte sich eine Uberdeckung von über 50 Metern ergeben und dieBefürchtungen wären völlig haltlos gewesen. War aber die obereEtage schon von Anfang an geplant, und zwar in der selbenGröße wie die untere Etage, dann wären die Bedenken berechtigt,was offensichtlich der Fall war. Bei geschickter Ausnutzung dergeographischen Gegebenheiten bleibt sogar Raum fürSpekulationen über eine mögliche dritte Etage! Die Stollenflächen stimmen nichtMit Hilfe dieser Daten ist sehr gut erkennbar, daß die Stol-lenanlage viel größer ist, als sie »offiziell« sein sollte. Wo war das Kugellagerwerk?Wie oben erwähnt, wurden der SDP im November des Jahres1944 2.700 m2 Stollenfläche übergeben. Insgesamt waren es bisMärz 1945 7.880 m2.Ein fertiger Produktionsstollen hatte eine Länge von 450 m undeine Breite von 6 m. Das ergibt genau 2.700 m2. Folglich wurdeim November 1944 genau ein Stollen übergeben. Insgesamterhielt die SDP 7.500 m2 an Produktionsstollen und 380 m2 anBürostollen66. Das heißt, daß nicht einmal drei volleProduktionsstollen übergeben wurden, da 3 x 2.700 = 8.100 m2sind.Für diese drei Stollen könnten Nr. 6 bis 8 in Frage kommen, dennbei Stollen 8 wurde der letzte Abschnitt, mit einer Län-66 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 218. Schreiben Rechnungswesen Wälzlagerwerk an Rechtsbüro SDP vom 17.3.1945 betr. Über- nahme der Stollenfläche Quarz durch Betriebsführung Erle. Archiv der Steyr-Daimler-Puch AG.
  54. 54. 56ge von 100 m, nicht fertiggestellt, was zu einer Gesamtfläche derdrei Stollen von exakt 7.500 m2 führt. Ihr geschätzterFertigstellungstermin stimmt auch mit der in den Aktenvermerkten Übergabe überein.Daß das Kugellagerwerk der SDP nur die hintersten drei Stollenbekam, ist natürlich bis jetzt reine Spekulation. Man kann z. B.einwenden, daß ein Kugellagerwerk niemals einen nochunfertigen Stollen bezogen hätte, alleine schon wegen desfürchterlichen Staubes, der sich mit Kugellagern ungefähr so gutverträgt wie Wasser mit Feuer. Aber wie so oft hilft hier derZufall weiter: Am 2. Februar 1945 brach im schon erwähntenSchacht im Produktionsstollen 8 ein Brand aus, welcherinsgesamt 41 Tote forderte. Wenn nun der Stollen 8 noch nicht andie SDP übergeben worden war, so dürfte bei dem Feuer ankeiner Maschine der SDP ein Schaden entstanden sein. Doch demist nicht so. Der »Betrieb Erle« (also das Kugellagerwerk, nichtdie Baustelle!) meldete Schäden an einem Elektromotor und zweiSchleifmaschinen67, wie die Akten zeigen. Unterstützt wird dieseThese auch durch die Tatsache, daß sich im Stollen BMaschinenfundamente befinden - im Bereich zwischenProduktionsstollen 8 und 9! Im Stollen 8 wurden sogar noch inden 1980er Jahren Dokumentenreste der Steyr-Daimler-Puch AGgefunden68. Das ist der Beweis: die SDP war im hintersten Teilder Anlage untergebracht, der vordere Teil hatte damit, wennman der bisherigen Darstellung des Pro-67 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 400. Rechtsabteilung Quarz an den Kommandeur der Sicherheitspolizei Wien, Außenstelle St. Pol- ten vom 19.3.1945 betr. Brandschaden im Stollen, bzw. Betriebs- führung Erle, Obering. Reiter an Ustuf. Zimmermann, Baustelle Quarz vom 19.3.1945 betr. Schadensmeldung Stollenbrand am 2.2.1945, Archiv der Steyr-Daimler-Puch AG.68 Quelle: Michael Wrobel, Wien.
  55. 55. 57Abbildung 14: Plan der von der Steyr-Daimler-Puch AG belegtenProduktionsstollen. (Plan: P J. Eisenbauer, Melker Höhlenforscher,editiert von Verfasser)
  56. 56. 58jektes »Quarz« glaubt, »keine Verwendung«. Daraus ergibt sichauch, daß die vorderen Bereiche der Stollen 1-5 schon vorher,also vor November 1944, fertiggestellt waren, da ja von derOstseite aus in den Berg hinein gearbeitet wurde. Welche Flächen scheinen nicht auf?So weit, so gut - nur was ist nun mit den Stollen 1-5 und denrestlichen Hauptstollen? Es fehlen in den Akten alsofertiggestellte Flächen, die nicht der SDP übergeben wurden.Fassen wir alle »nicht vorhandenen« Bereiche zusammen:Produktionsstollen 1 (120x6 + 30x8) 960 m2Produktionsstollen 2 (120x6) 720 m2Produktionsstollen 3-5 (450x6x3) 8.100 m2Stollen 1x (50x6) 300 m2Hauptstollen B (220x6) 1.320 m2Hauptstollen C (80 x 6) 480 m2Hauptstollen D (160x6) 960 m2Hauptstollen E (180x6) 1.080 m2Hauptstollen F (140x6) 840 m2Hauptstollen G (300x6) 1.800 m2Hauptstollen H (200 x 6) 1.200 m2SUMME: 17.760 m2Abzuziehen sind die 380 m2 an übergebenen Bürostollen, die inder Rechnung noch nicht berücksichtigt wurden. Damit ergibtsich, daß eine Fläche von fast 17.400 m2 nicht übergeben wurde.Kalkuliert man noch mit ein, daß in den Hauptstollen eine Deckeeingezogen und damit weiterer Platz geschaffen wurde, sokommt man sogar auf etwa 25.000 m2, die »vergessen« wurden!Selbst wenn sich einige der Stollen möglicherweise doch noch imBau befanden, läßt sich die
  57. 57. 59große Lücke zwischen »offizieller« Geschichte und tatsächlichenGegebenheiten nicht schließen! Zum Vergleich: In derStollenanlage »Zement B« in Ebensee sollte auf 20.000 m2 diegesamte Heeresversuchsanstalt Peenemünde untergebrachtwerden. Es ist also leicht vorstellbar, welch riesige Fabrik imvorderen Bereich von »Quarz« Platz gehabt hätte!Weiterhin ist es absolut unmöglich anzunehmen, daß dieserBereich einfach leer stand. Durch den gegen Ende des Kriegesherrschenden Mangel an unterirdischen Produktionsräumenwurde praktisch jeder freie Quadratmeter genutzt -dieseMöglichkeit scheidet also völlig aus. Dies ist also der Beweis,daß in den Stollenanlagen von Projekt »Quarz« zumindest eineweitere Fertigung untergebracht war. Diese war wichtiger als dasKugellagerwerk, da sie die vorderen Produktionsstollenzugewiesen bekam, und stand ebenso unter dem Kommando des»Reichssonderbe-vollmächtigten der Raketenwaffen«. Fehlt etwas auf den Plänen?Doch sind die nun bekannten Stollen wirklich alles, was mandamals gebaut hatte?Schon in der Anlage selbst ist mehr vorhanden, als auf denPlänen verzeichnet ist. Neben der Tatsache, daß auf den be-kannten Originalplänen69 der »Liftschacht« im Stollen 8 und der»Traforaum« im Stollen B »vergessen« wurden, ist auchauffallend, daß östlich von Stollen A offensichtlich ein weiteresStollensystem entstehen sollte. Dieses ist zwar nur noch durchseinen einstigen Notausgang befahrbar, läßt aber klar erkennen,daß hier an einem getrennten Stollensystem gearbeitet wurde.Das System besitzt einen eigenen Zufahrts-69 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 194. Ein weiterer Plan ist in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Melk ausgestellt.
  58. 58. Abbildung 15: »Quarz«-Plan des Ingenieurbüros Fiebinger in der Gedenkstätte des KZ Melk. (Foto: Verfasser)
  59. 59. 61 Abbildung 16 (links): Ein alter Keller tarnt die letzte Einfahrt des Stollensystems östlich des Hauptsystems. (Foto: Verfasser)Abbildung 17 und 18: Innenaufnahmen des selben Gangsystems.(Fotos: Verfasser)Stollen (Einfahrt gesprengt) und mehrere kleine Nebenstollen.Auch zwischen den Produktionsstollen B und C existiert einweiterer unfertiger Stollen. Bei einer Höhe von etwa zwei Meterbesitzt er noch heute die beachtliche Länge von 52 Metern. Dabei keinem der genannten Systeme eine Verbindung zumHauptsystem besteht und auch nicht bestand, ist feszustellen, daßder Wachberg nicht nur eine Stollenanlage beherbergt.Auch am östlichen Abhang des Wachberges, direkt neben derehemaligen Trasse der Feldbahn und in der Nähe der Westbahn,findet sich ein weiterer, nicht in den Plänen ein-
  60. 60. 62gezeichneter Stollen, der ein Profil von ca. 2 x 2 Metern besitztund ca. 15 Meter in den Berg führt. Sein Verwendungszweck istvöllig unklar - sollte hier eine dritte Stollenanlage entstehen?Abbildung 19: Verwachsener Stollen an der Westbahn. (Foto:Verfasser)Nirgends in Pläne eingetragen ist auch die einstige Ausdehnungeines kleinen Stollensystems zwischen den Hauptstollen A undB, von dem nach der Sprengung nur noch ein kümmerlicher Resterhalten geblieben ist. Seine Flächenausdehnung war sicher nichtsehr bedeutend, aber die Anlage ist um so interessanter, da derkleine Stollen einstmals bis in den Hauptstollen B führte. Ererreichte diesen nur wenige Meter neben der Schachtanlage, diespäter noch genauer behandelt wird.Ebenfalls nicht vorhanden sind Aufzeichnungen über die kleinenStollen, die über Stollen A liegen. Sie müssen einst viel längergewesen sein, wenn man den 30 m Sprengkrater
  61. 61. 63mit einbezieht, an dessen Abbruch sich die Stollenreste befinden. Die fehlenden KonzentrationslagerNoch etwas stimmt in Melk nicht mit der offiziellen Geschichteüberein - die Anzahl der Toten. Offiziell ist von etwa 5.000 Totenim KZ Melk die Rede. In einem Markers-dorfer70 Heimatbuchwird jedoch von 40.000 ums Leben Gekommenen71 gesprochen!Es ist bekannt, daß die Bevölkerung nach dem Krieg oft zuÜbertreibungen neigte, aber gleich um so viel?Erwähnt werden auch Massengräber auf Feldern, in denen jedeWoche ebenfalls Leichen verbrannt wurden. Nichts deutetebisher darauf hin, daß diese Angaben wahr sein könnten, dochwieder half der Zufall: Als am 19. November 1944 ein Flugzeugder 336 Photo Reconnaissance routinemäßig das KZ Melküberflog, schoß es zwei Aufnahmen. Auf diesen Fotos fand sichetwas, für das selbst die Amerikaner keine Erklärung hatten: 25Gräben auf einem Feld neben dem Konzentrationslager Melk72.Gibt es eine schönere Bestätigung für Gerüchte als eineLuftaufnahme? In den fotografierten Gräben wurden aberkeinesfalls Tote aus den erhaltenen Totenlisten verscharrt. Dennbis zur Errichtung des Krematoriums im Außenlager Melkwurden alle in Melk gestorbenen Häftlinge per LKW zu den Kre-matorien des Konzentrationslagers Mauthausen gebracht.7370 Die Ortschaft liegt etwa zehn Kilometer von »Quarz«entfernt.71 Vgl. Frais, Markersdorf - Haindorf, S. 209.72 Vgl. Airforce Historical Research Agency, Microfilm Nr. A25193, Special Report No. H. I. 261 (S).73 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 456, aus: Interview Mieczylaw Karczwinski.
  62. 62. 64Abbildung 20: Die Gedenkstätte für die Opfer des KZ Melk - dasehemalige Krematorium. (Foto: Verfasser)Nur diese Leichen sind in den erhaltenen und ausgewertetenTotenlisten enthalten. Doch woher kamen die namenlosen Totenauf den Feldern?So wie auf die letzte Frage, bietet die bisherige Geschichts-forschung auch zum nächsten Problem keine Antworten: Das KZMelk wurde vom März bis zum 15. April 1945 endgültigaufgelöst, nachdem alle Häftlinge wegen der heranrückendenFront nach Ebensee evakuiert worden waren. Wie kann es dannaber sein, daß die Gemeinden Haindorf, Hürm, St. Margarethenund Gerasdorf74 (alle östlich von Roggendorf gelegen) nach derdeutschen Kapitulation von KZ-Häftlingen geplündert wurden?Beim größten der vier Plünderungszüge ist von etwa 8.000 Mann»der Lager Roggendorf und Loosdorf« die Rede.7574 Vgl. Frais, Markersdorf- Haindorf, S. 207.
  63. 63. 65Woher kamen diese Häftlinge, die hier etwa vom 8. bis zum 10.Mai plünderten? Waren die ausgemergelten und unterernährtenPersonen tatsächlich rund 200 Kilometer aus Ebensee bzw. rund100 km aus Mauthausen zurückmarschiert? Und wenn ja, warumtaten sie das? Plünderungen hätten sich sicher auch an anderenOrten ausgezahlt - warum sollten sie also freiwillig in dieBesatzungszone der Roten Armee zurückkehren?Eine weitere Möglichkeit besteht darin, daß es in der Umgebungder Stollenanlage in Roggendorf noch andere Konzentrationslagergab. Doch wo könnten diese Lager gewesen sein? Das Lager RoggendorfMit »Lager Roggendorf« waren wohl die umzäunten Barackenvor der Stollenanlage gemeint. Dies wird auch durch einen US-Bericht vom 20. Januar 1945 erwähnt. Daß auch hier Häftlingeuntergebracht waren, wird allerdings durch keineZeugenaussagen bestätigt. Das Lager LoosdorfLiegt die Lösung in einem Lager bei Loosdorf? Aber auch vondort sind keine nennenswerten Häftlingsunterkünfte bekannt. Das Lager MarkersdorfIn der Ortschaft Markersdorf befand sich im Krieg ein großerLuftwaffenstützpunkt. Auf Luftaufnahmen des Fliegerhorstesvom Juli 1944 kann man sehr gut ein weiteres großesGefangenenlager erkennen. Auf einem Plan des Stützpunktes, dervon einem Augenzeugen angefertigt wurde,75 Vgl. Frais, Markersdorf- Haindorf, S. 209.
  64. 64. 66wird diese Tatsache bestätigt. Es soll sich dabei aber vor allem umsowjetische Kriegsgefangene gehandelt haben. Das Lager SpielbergEtwas nördlich des Wachberges befindet sich die kleine OrtschaftSpielberg. Sie stand bisher in keinem Zusammenhang mit»Quarz«. In einem US-Geheimdienstbericht vom 5. November1944 wird aber erwähnt, daß die politischen Häftlinge derFestung Spielberg an Stollen im Wachberg arbeiten würden76. Eswird weiter beschrieben, daß die Festung ein altesMilitärgefängnis aus der Kaiserzeit sei. Aus dieser Beschreibungkönnte man schließen, daß es sich um das benachbarte SchloßAlbrechtsberg handelte. Tatsächlich waren dort aber nur etwa 20Zwangsarbeiter untergebracht77. Die unpassende Beschreibung der»Festung Spielberg« könnte aber auch darauf zurückzuführen sein,daß der kleine Ort bei den Stollenanlagen mit der alten »FestungSpielberg« bei Brünn verwechselt wurde. Eine Frage, die wohlnicht mehr zu beantworten sein wird.Bis heute hat sich niemand mit diesen Problemen beschäftigt. Esist nicht im entferntesten geklärt, ob es vielleicht weitere Lager gabbzw. woher all die Häftlinge kamen. Aber welchem Zweckdienten etwaige weitere Lager? Womit wir abermals beiAnzeichen dafür wären, daß bei Roggendorf mehr Stollenflächeexistierte, als allgemein bekannt ist. Über das Ausmaß dieserFläche kann nur spekuliert werden. 15.000 Häftlinge haben siebenKilometer Stollen gegraben. Was hätten die zehntausendenanderen Häftlinge dann vollbracht, die in den Totenlistenmöglicherweise fehlen?76 Vgl. Airforce Historical Research Agency, Microfilm Nr. A25193.77 Quelle: Mitteilung Schloß Albrechtsberg.
  65. 65. 67Interessant wäre auch zu wissen, was aus all den Häftlingengeworden ist. Seltsam, daß von ihnen niemand nach dem Kriegzu Wort gekommen ist, oder haben hier die Besatzungsmächteihren Teil zur Geheimhaltung beigetragen? Ein einzigartiger LuftangriffDaß die Alliierten in bezug auf die KZ-Häftlinge in »Quarz«äußerst skrupellos vorgingen, zeigt ein weiteres Detail derGeschichte, das viel zu wenig beachtet wird. Die US-Luftwaffehatte ohne Zweifel großes Interesse daran, den Bau der Anlagenzu verhindern. Am 23. August 1944 hatte die beachtliche Anzahlvon 50 Bombern die Baustelle vor den Stollenanlagen78, dieumliegenden Ortschaften und den nahegelegenen FliegerhorstMarkersdorf bombardiert. Dieser Angriff auf die Baustelle verliefallerdings bemerkenswert erfolglos, da die US-Pilotenoffensichtlich einige Keller der umliegenden Bauern amSüdwesthang des Wachberges mit der Stollenanlageverwechselten. Folglich warfen sie fast alle Bomben auf denmilitärisch uninteressanten Hang ab.Abbildung 21: Keller am Südwesthang des Wachberges. (Foto:Verfasser)
  66. 66. 68Eine wesentlich dramatischere Aktion hatte sogar schon am 8.Juli 1944 stattgefunden. An diesem Tag hatten 30 Jagdbomberder 15. US-Luftflotte das Konzentrationslager Melk angegriffen.Was heute als »großer Irrtum« dargestellt wird, da das KZ bis inden März als Kaserne genutzt worden war, kostete ca. 500Häftlingen das Leben!79 Auch bei diesem Angriff wurde der naheFliegerhorst Markersdorf angegriffen80.War der Angriff auf das Konzentrationslager wirklich ein Irrtum?Noch am Vortag des Angriffes hatte ein US-Flugzeug das Gebietgründlichst aufgeklart81. Hatte man die Wachtposten und Zäunetatsächlich übersehen? Gerade über die Konzentrations- undKriegsgefangenenlager wußten die Amerikaner in der Regel sehrgenau Bescheid. Es existieren genügend US-Luftaufnahmen ausdem Zweiten Weltkrieg, auf denen jeder einzelne Wachturm undStacheldrahtzaun eines Lagers genauestens eingezeichnet ist(auch vom KZ-Melk, allerdings auf einen späteren Zeitpunktdatiert82). Wenn es also kein Irrtum war - was war es dann? Wiewichtig war Projekt »Quarz«, wenn man zu seiner Bekämpfungsogar wehrlose KZ-Häftlinge tötete?78 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 404. Schutzpolizei-Dienstabteilung Melk an Verteiler vom 25.8.1944 betr. LS-Schlußmeldung, Be- zirkshauptmannschaft Melk.79 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 358ff.80 Vgl. Gutkas, Landeschronik Niederösterreich, S. 382.81 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 358. Pottier, Au seuil.82 Vgl. Airforce Historical Research Agency. Microfilm Nr. A6 544.
  67. 67. 4. Die Suche nach der Verwendung »Quarz« - wichtiger als die AmerikaraketeBei der Suche nach der wahren Verwendung der »vergessenen«Stollenfläche im Wachberg hilft ein Detail, das bisher nicht richtigbeachtet wurde: 1944 nahm das alliierte Bombardement derdeutschen Raffineriebetriebe dramatische Ausmaße an, und dieTreibstoffindustrie stand kurz vor dem Zusammenbruch. Es wurdeder »Stab Geilenberg« gegründet, dessen Aufgabe es sein sollte,neue bombensichere Produktionsstätten für erdölverarbeitendeBetriebe zu finden. Im Sommer 1944 versuchte dieser Stab einenTeil von »Quarz« für seine Raffinerieanlage »Dachs IV« zuerhalten83. Natürlich, so müßte man doch meinen, wenn man derklassischen Geschichtsschreibung folgt, waren Treibstoffewichtiger als Kugellager. Falsch gedacht! »Quarz« blieb un-berührt, statt dessen mußte die Heeresversuchsanstalt Pee-nemünde die gesamte Stollenanlage »Zement A« in Ebenseeabtreten, in der die Entwicklung der A9/10 erfolgen sollte. Hatdas noch keinem Historiker zu denken gegeben, daß ein Teileines Kugellagerwerkes wichtiger als das Raketenprogramm war?Es ist allgemein bekannt, wie fasziniert Hitler schon von der V2(A4) war. Nur widerstrebend hatte er am 10. Juli 1944 demDrängen des Rüstungsministers Albert Speers nachgegeben undeinen Teil von »Zement A« für die Fertigung vonPanzergetrieben freigegeben84. Und83 Vgl. Perz, Projekt Quarz, S. 188. Reichministerium für Rüstungsund Kriegsproduktion, Generalkomm. f. Sofortmaßnahmen, Bericht Nr. 44 - Neuanlagen - vom 3.8.1944; Niederschrift über die Besprechung in Luckenwalde am 3.8.1944 betr. Arbeitsstab Geilenberg, Bundesarchiv Koblenz.
  68. 68. 70jetzt sollte die HVA Peenemünde gleich die ganze Anlageabtreten, um die Produktion in »Quarz« unberührt zu lassen?Bleibt nur der Schluß, daß das geheime Werk im Wachbergwichtiger als Treibstoffe oder geplante Interkontinentalraketenwar! Man kann daraus sogar schließen, daß »Quarz« überhaupteines der wichtigsten deutschen Projekte des ZweitenWeltkrieges war. Was muß also im Wachberg vor sich gegangensein, das diese Vorgänge erklären könnte? Vielleicht etwas, dasdas Geilenberg-Programm unnötig gemacht hätte? Etwas, dasden Nutzen dieses Programmes bei weitem übertroffen hätte? »Archäologischer Maschinenbau«Bevor hier weitere Spekulationen angestellt werden, folgt dieRückkehr auf wissenschaftlich sicheren Boden. Da die»offiziellen« Dokumente, die in den öffentlichen Archiven zufinden sind, zu der hier dargestellten Theorie schweigen, gibt esnur noch eine Möglichkeit: die genaue Untersuchung derStollenanlagen, der noch darin vorhandenen Fundamente undaller erhaltenen oder dokumentierten oberirdischen Bauten.Archive und Dokumente können leicht manipuliert werden, dieAnlage selbst nur wesentlich schwerer. Alleinig ausFundamenten auf die einstmals darauf errichteten Maschinen zuschließen, ist aber praktisch unmöglich. Die einzig zielführendeMöglichkeit besteht darin, zuerst die auffälligsten Bauten und»abnormalen« Fundamente zu untersuchen und sie mit ihrerUmgebung in Verbindung zu setzen.84 Vgl. Freund, Arbeitslager Zement, S. 88 und 94.
  69. 69. 71Abbildung 22: Unterirdischer Teil des sogenannten »Traforaumes«im Stollen B. (Foto: Verfasser)Abbildung 23 und 24 (auf der folgenden Seite oben): Der Bunkerüber dem »Traforaum«. Gut zu erkennen sind die Bereiche mit denauf zwei Seiten fehlenden Wänden. (Fotos: Verfasser)
  70. 70. 72 Abbildung 25: Tanklager im Produktionsstollen 2. (Foto: Verfas- ser)
  71. 71. 73Abbildung 26: Jahreszahl »1981« in der nachträglich eingezogenen Zwischendecke des Bunkers über Stollen B. (Foto: Verfasser)
  72. 72. 74Abbildung 27: Skizzierter Saigerriß des sogenannten »Trafo-raumes« in Stollen B. (Plan: Verfasser)
  73. 73. 75Dieser auffälligste Bau in den Stollen ist zweifelsohne einTeilbereich, der auf dem Plan der Melker Höhlenforscher als»Traforaum?« eingetragen wurde. Der Traforaum, der keiner warDieser Raum liegt am Beginn des Stollens B und war während desKrieges über einen großen Schacht (Höhe 10-15 m, Grundflächeca. 12 x 5 m) mit einem oberirdischen Bunker verbunden, dernach zwei Seiten offen war. Wenn man nun annimmt, daß dieBezeichnung stimmt, dann müßte man dort die Relikte eines Trafosfinden - auf jeden Fall aber zumindest dessen Fundament. Abergerade das ist nicht der Fall. Transformatoren dieser Größe(schließlich muß die Größe des Schachtes ja einen Grund gehabthaben) wurden und werden auch heute noch praktisch immer aufSchienen aufgestellt. Damit können die extrem schweren Anlagenleicht positioniert und gegebenenfalls auch ausgetauscht werden.Doch in diesem »Traforaum« lassen sich keine Schienen finden.Nicht nur das: ein hier eingebauter Trafo würde niemals aufnormalem Wege aufgestellt oder ausgetauscht werden können.Man hätte über dem Schacht einen Kran mit extremerHebeleistung aufstellen müssen, um die Anlage zu positionieren -ein völlig unnötiger Aufwand, wenn man bedenkt, daß man einenetwaigen Transformator einfach auf Schienen waagrecht in den B-Stollen hätte schieben können. Im Jahre 1944 war es noch nichtmöglich, einfach einen Kranwagen mit der gewünschtenHebeleistung zu bestellen! Auch der Schacht und derBunkeraufbau können durch einen Trafo nicht begründet werden.Belüftung, Kühlung und Stromversorgung würden bei einerderartigen Anlage viel einfacher gelöst werden. Dazu bedarf esnicht des unnötigen Risikos eines Schachtes an der Oberfläche,der sicher das Ziel eines jeden Bombenangriffes gewesen wäre!Der

×