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Digital Storytelling in der Basisbildung
von
Jutta Tomintz

Abschlussarbeit für den Diplomlehrgang „Training im Bereich Basisbildung“ veranstaltet vom
Bildungsnetzwerk Steiermark, 13. Mai 2013
Jede/r hat eine Geschichte
Geschichte des Digital Storytellings: Digital Storytelling hat seinen Ursprung in Amerika. Joe
Lambert hat im Jahre 1994 gemeinsam mit seiner Frau und einer Kollegin das „Center of
Digital Storytelling“ in San Franzisco ins Leben gerufen. Der gemeinnützige Verein „Digital
Story Vienna“, 2009 von Erwin Schmitzberger gegründet, ist die erste Digital Storytelling
Community im deutschsprachigen Raum und stellt laufend Filme online, mit bereits über
3000 Zugriffen. Der Verein arbeitet mittlerweile mit über 15 Partnerorganisationen
zusammen und bietet konstant Schulungen an. Die Kärntner Volkshochschulen sind eine
Partnerorganisation und haben nach einer Schulung im Jahr 2012 die Methode
übernommen. Seitdem arbeiten sie ebenfalls damit, seit 2013 auch in der Basisbildung.
Digital Storytelling bedeutet mit Hilfe von digitalen Medien eine Geschichte aus dem eigenen
Leben zu erzählen. Digital Storys sind biografisch und authentisch und sollten deshalb auch
in der Ich-Form erzählt werden. Die Tradition des Geschichtenerzählens ist so alt wie die
Menschheit selbst. Schon unsere Vorfahren versammelten sich vor tausenden von Jahren
rund um das Lagerfeuer und erzählten sich Geschichten. Sie gaben so ihr Wissen weiter oder
tauschten ihre Erfahrungen untereinander aus. Auch heute noch empfinden wir es als
angenehm, sogar gemütlich, wenn wir zusammen sitzen und uns Geschichten erzählen. Das
Wesentliche an dieser Form der Wissensweitergabe ist, dass nicht nur sachliche
Informationen weitergegeben werden, sondern auch unsere Gefühle, unsere Sicht der Dinge
können wir vermitteln, sie bekommen eine Bedeutung. Wir erschaffen Raum für das
Zuhören. Vielleicht hat der/die ZuhörerIn Ähnliches erlebt, vielleicht aber bestätigt er/sie
dem

Erzähler/der

Erzählerin

auch

Einzigartigkeit.

In

jedem

Fall

bietet

das

Geschichtenerzählen die Möglichkeit des gegenseitigen Verstehens. Manchmal können
sogar Vorurteile abgebaut und Respekt aufgebaut werden. Im digitalen Zeitalter, in dem
Zwischenmenschlichkeit leider immer weiter in den Hintergrund rückt – wer hört wem
wirklich

zu?

–

stellt

Geschichtenerzählens

Digital

dar.

Storytelling

Digitale

eine

Geschichten

durchaus
zu

geeignete

erzählen

bietet

Form
ganz

des
neue

Arbeitsmethoden mit dem Medium Computer/Internet. Aus Medienkonsumenten werden
Medienproduzenten. Digital Storytelling ist kreative Medienarbeit mit der eigenen Biografie.
Was brauche ich dafür?
1. Eine persönlich erlebte Geschichte
2. Fotos, Filme, Bilder, Erinnerungsstücke, Musik
3. Einen Computer, einfache PC-Programme und evtl. Internet
Bedeutung für die Basisbildung:

Was bedeutet dieses Wissen für die Basisbildung?

Digital Storytelling in der Basisbildung ermöglicht den TeilnehmerInnen in einem
geschützten Raum aus ihrem Leben zu erzählen, sich Gehör zu verschaffen. Oft sind in den
Basisbildungskursen Menschen mit einem schwierigen sozialen Hintergrund, oftmals
Menschen verschiedener Nationalitäten und Herkunft. Manche von ihnen haben schlechte
Erfahrungen im schulischen Bereich gemacht, trauen sich nur selten etwas zu. Jeder Mensch
hat eine Geschichte und beim Digital Storytelling geht es darum, diese mit Hilfe digitaler
Werkzeuge zu erstellen und via digitaler Medien zu präsentieren. Dabei spielt es keine große
Rolle, ob der/die TeilnehmerIn die deutsche Sprache gut beherrscht, denn es besteht die
Möglichkeit, die Geschichte mit Untertiteln darzustellen. Die Teilnehmer bekommen in
einem Digital Storytelling-Kurs die Chance, einen Kurzfilm über eine Geschichte aus ihrem
Leben zu produzieren, sie sind sozusagen Drehbuch-AutorIn, HauptdarstellerIn und
FilmproduzentIn

in

einer

Person!

Sie

erlangen

durch

Medienarbeit

wiederum

Medienkompetenz. Hilfreich ist es, wenn vorher evtl. schon eine Beziehung zum Trainer / zur
Trainerin aufgebaut werden konnte, da dies den TeilnehmerInnen ein wenig die
Hemmungen, die dieses Thema durchaus bei ihnen auslösen kann, nimmt. Durch die Arbeit
mit der eigenen Biografie entsteht für die TeilnehmerInnen nicht selten auch ein Aufarbeiten
der eigenen Lebensgeschichte. Digital Storys berühren eigentlich immer. Umso mehr ist es
hier unbedingt notwendig, dass man aufpasst, keine Traumafässer zu öffnen, da dies nicht in
den Kompetenzbereich eines Trainers / einer Trainerin fällt.
Vorbereitungsarbeit: Die TeilnehmerInnen sollten ein paar wenige Computerkenntnisse
besitzen, da es die Arbeit im Allgemeinen erleichtert. Sie sollten mit der Maus umgehen,
Programme öffnen und Ordner anlegen können. Letzteres ist kein „Muss“, entlastet die
Trainerarbeit aber ein wenig. Die Kurse dürfen nicht zu groß gehalten sein, optimal sind 5
Pers. pro TrainerIn, 30 Unterrichtseinheiten sind ideal, wobei 10x3 Unterrichtseinheiten,
aber auch 2 Wochenendseminare gut geeignet sind. Die Unterlagen sollten in einfacher
Form zusammengestellt und gemeinsam besprochen werden. Für die Unterlagenerstellung
eignen sich Sreenshots zur Erklärung der Programme besonders gut, da sie für die meisten
TeilnehmerInnen leichter verständlich sind. Viele Leute können sich unter Digital Storytelling
nichts Konkretes vorstellen, daher ist es sinnvoll zu Beginn ein oder zwei Filme zu zeigen.
Falls die TeilnehmerInnen eigene Laptops zur Verfügung haben, können sie auf diesen
arbeiten. Wird an öffentlichen PCs gearbeitet, ist es wichtig einen mit Passwort versehenen
Ordner, bzw. ein eigenes Laufwerk für diesen Kurs benutzen zu können, da die Dateien, die
im Kurs erstellt werden, sehr persönliches Material enthalten.
Wie wird eine Geschichte zur Digital Story?
Der Storycircle
Nachdem der Trainer / die Trainerin ein paar Inputs zum Thema Digital Storytelling gegeben
hat, wird der „Storycircle“ aufgebaut. Hier kann man es sich richtig gemütlich machen,
vielleicht bringt jede/r etwas zu essen oder trinken mit und man setzt sich, evtl. in einem
Kreis zusammen und überlegt, welche Geschichte man erzählen möchte. Die Themen
können frei sein, es dürfen aber auch welche vorgegeben werden. Beispiele für Themen
können sein: Umzug, Abschied, neue Freunde, neue Möglichkeiten, Veränderungen,
Verlassen, Liebe, meine Lerngeschichte, neue Wege, walking in my shoes, usw. Jede/r
kommt an die Reihe, die anderen hören zu. Wertungen sollen unterlassen werden, dagegen
ist ermunternder Zuspruch erwünscht. Was ist das Wesentliche an der Geschichte? Wo gibt
es eine Veränderung? Gibt es eine Veränderung? Warum ist mir die Geschichte wichtig? Die
TeilnehmerInnen sollen sich überlegen, welche Fotos, Bilder oder Erinnerungsstücke zu ihrer
Geschichte passen und diese mitbringen.

Ordner anlegen, Text schreiben und aufnehmen:
Jede/r TeilnehmerIn legt einen Ordner mit dem Namen des Filmes an. In diesem Ordner
werden vier Unterordner erstellt: Text – Fotos – Ton – Film. Die TeilnehmerInnen schreiben
ihre Geschichte zunächst einmal auf. Normalerweise sollte eine Digital Story auf die
Rückseite einer Postkarte passen. Da die BasisbildungsteilnehmerInnen aber oftmals sehr
groß schreiben, ist es hier sinnvoll, auf ein liniertes DIN A4 Papier zu schreiben, nach
Möglichkeit nicht mehr als 300 Wörter, denn die Geschichten sollten nicht länger als 2-5
Minuten sein. Der überarbeitete Text wird in Word eingegeben und im Ordner Text
gespeichert. Anschließend können die TeilnehmerInnen die Texte in Ruhe lesen und wenn
sie sich sicher fühlen, werden die Texte mit einem Audio-Aufnahmegerät aufgenommen. Ein
Extraraum ist hierfür notwendig, damit jede/r ungestört sprechen kann. Die gesprochene
Textdatei wird im Ordner Ton gespeichert.

Fotos auswählen, Bilder und Erinnerungsstücke fotografieren:
Manche TeilnehmerInnen haben ihre Fotos auf der Digitalkamera. Erzählen sie aber eine
Geschichte aus ihrem Leben, die weiter zurückliegt, dann haben sie vielleicht ältere Fotos
hierzu, die erst abfotografiert werden müssen. Auch Erinnerungsstücke, die in ihrer
Geschichte eine Rolle spielen, werden ebenfalls abfotografiert oder eingescannt und
digitalisiert. Auch können eigene Bilder gemalt oder neue Fotos aufgenommen werden.
Anschließend importiert man die Fotos von der Kamera in den Ordner Fotos.

Erstellen des Filmprojektes:
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit am Film. Das Programm Movie Maker von Windows
eignet sich hierfür recht gut. Falls es nicht auf dem PC installiert ist, kann man es sich
kostenlos aus dem Internet herunterladen. Jetzt wird ein so genanntes „Storyboard“ erstellt,
d.h. man importiert zunächst einmal die Fotos aus dem Ordner Fotos in Movie Maker und
setzt das Bild, mit dem man den Film beginnen möchte, an die erste Stelle. Dann spielt man
die Tondatei ein und ordnet dem Text die jeweiligen Bilder zu. Im Movie Maker hat man die
Möglichkeit, mit Hilfe der Videotools die Verweildauer der Fotos zu verlängern, sie zu
kopieren, mit Text, bzw. Untertiteln zu unterlegen, Animationen hinzuzufügen usw. Man
kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Hier ist der Trainer / die Trainerin gefragt, denn
er/sie wird sicher Hilfe leisten müssen und es ist gut, wenn er/sie sich vorher schon ein
wenig mit dem Programm auseinandergesetzt hat. Um sich gegenseitig nicht zu stören,
arbeiten die TeilnehmerInnen mit Kopfhörern. Wer möchte, kann seinen Film noch mit
Hintergrundmusik untermalen. Hier sei noch einmal auf die Urheberrechte für Bild und Ton
hingewiesen. Es gibt mittlerweile gute, freie Musikportale, von denen man sich Musik gratis
herunterladen kann, (siehe auch de.crativecommons.org). Die heruntergeladene Musik wird
dem Ordner Ton zugefügt.
Um den gesprochenen Text mit der ausgesuchten Musik zu mischen, benötigt man ein
Tonspurprogramm, z.B. Audacity, das ebenfalls gratis aus dem Internet heruntergeladen
werden kann und evtl. noch einen mp3-Umwandler. Die gemixte Datei spielt man wiederum
in Movie Maker ein und ersetzt damit die gesprochene Tondatei. Jetzt ist der Film auch
schon fertig und muss nur noch als Film unter dem Filmtitel im Ordner Film abgespeichert
werden. Wer möchte, kann seinen Film z.B. auf www.youtube.com veröffentlichen. Für die
Veröffentlichung ist es wichtig, dass der Trainer/ die Trainerin sich die Erlaubnis von den
TeilnehmerInnen schriftlich einholt.
Zum Schluss des Kurses macht es Freude, sich wieder in gemütlichem Kreis, evtl. mit
Freunden und Familie die Filme gemeinsam anzuschauen. Wer seinen Film nicht zeigen
möchte, muss das aber nicht.

Fazit: Digital storytelling ist ein kreatives Instrument der Medienpädagogik, um die
TeilnehmerInnen der Basisbildung selbst Geschichten – ihre Geschichten – erzählen zu
lassen. Oft bewirken ihre Geschichten für sie einen heilenden Prozess, immer aber
bekommen sie Lob und Anerkennung für ihr Werk. Durch die intensive Medienarbeit
erhalten sie wiederum Medienkompetenz und das stärkt das Selbstbewusstsein enorm. Für
manche ist es sogar das erste Mal, dass sich jemand ihre Geschichte anhört, ihnen zuhört.
Viele können sich durch ihre Geschichte selbst erklären, was für das Verständnis
untereinander positiv beiträgt.
Am Ende steht immer Freude: Freude des Trainers / der Trainerin, dass eine Vielfalt an
gelungenen Geschichten entstanden ist, aber vor allem die Freude der TeilnehmerInnen
über ihr Werk, das sie sogar, wenn sie es wollen, im World Wide Web mit anderen teilen
können.
Digital Storytelling bietet eine künstlerische und überzeugende Ergänzung zum LeseSchreib- und Rechenunterricht in der Basisbildung, EDV-Unterricht einmal anders. Die
TeilnehmerInnen können bereits Gelerntes einsetzen. Für den Trainer / die Trainerin
bedeutet dies ebenfalls eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen Computer,
Software und Internet. Eine gute Einschulung versteht sich von selbst.
Mit Digital Storytelling geht die Basisbildung einen weiteren Schritt in Richtung
Selbstbewusstsein und Wertschätzung.
Checkliste TrainerIn:
PC mit Internetzugang, Audio-, Video- und Bildbearbeitungssoftware
Kopfhörer
Digitalkamera oder Handy
Audio-Aufnahmegeräte (Diktiergerät oder Handy)
Evtl. ein Scanner
Ein ruhiger Extra-Raum
Evtl. lizenzfreie Musik (kann aber auch aus dem Internet heruntergeladen werden)
Einfach aufbereitete Kursunterlagen

Links zu Digital Storys:
www.youtube.com/digitalstoryvhs
www.youtube.com/digitalstoryvienna
www.digitalstory.at
www.storycenter.org

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  • 1. Digital Storytelling in der Basisbildung von Jutta Tomintz Abschlussarbeit für den Diplomlehrgang „Training im Bereich Basisbildung“ veranstaltet vom Bildungsnetzwerk Steiermark, 13. Mai 2013
  • 2. Jede/r hat eine Geschichte Geschichte des Digital Storytellings: Digital Storytelling hat seinen Ursprung in Amerika. Joe Lambert hat im Jahre 1994 gemeinsam mit seiner Frau und einer Kollegin das „Center of Digital Storytelling“ in San Franzisco ins Leben gerufen. Der gemeinnützige Verein „Digital Story Vienna“, 2009 von Erwin Schmitzberger gegründet, ist die erste Digital Storytelling Community im deutschsprachigen Raum und stellt laufend Filme online, mit bereits über 3000 Zugriffen. Der Verein arbeitet mittlerweile mit über 15 Partnerorganisationen zusammen und bietet konstant Schulungen an. Die Kärntner Volkshochschulen sind eine Partnerorganisation und haben nach einer Schulung im Jahr 2012 die Methode übernommen. Seitdem arbeiten sie ebenfalls damit, seit 2013 auch in der Basisbildung. Digital Storytelling bedeutet mit Hilfe von digitalen Medien eine Geschichte aus dem eigenen Leben zu erzählen. Digital Storys sind biografisch und authentisch und sollten deshalb auch in der Ich-Form erzählt werden. Die Tradition des Geschichtenerzählens ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon unsere Vorfahren versammelten sich vor tausenden von Jahren rund um das Lagerfeuer und erzählten sich Geschichten. Sie gaben so ihr Wissen weiter oder tauschten ihre Erfahrungen untereinander aus. Auch heute noch empfinden wir es als angenehm, sogar gemütlich, wenn wir zusammen sitzen und uns Geschichten erzählen. Das Wesentliche an dieser Form der Wissensweitergabe ist, dass nicht nur sachliche Informationen weitergegeben werden, sondern auch unsere Gefühle, unsere Sicht der Dinge können wir vermitteln, sie bekommen eine Bedeutung. Wir erschaffen Raum für das Zuhören. Vielleicht hat der/die ZuhörerIn Ähnliches erlebt, vielleicht aber bestätigt er/sie dem Erzähler/der Erzählerin auch Einzigartigkeit. In jedem Fall bietet das Geschichtenerzählen die Möglichkeit des gegenseitigen Verstehens. Manchmal können sogar Vorurteile abgebaut und Respekt aufgebaut werden. Im digitalen Zeitalter, in dem Zwischenmenschlichkeit leider immer weiter in den Hintergrund rückt – wer hört wem wirklich zu? – stellt Geschichtenerzählens Digital dar. Storytelling Digitale eine Geschichten durchaus zu geeignete erzählen bietet Form ganz des neue Arbeitsmethoden mit dem Medium Computer/Internet. Aus Medienkonsumenten werden Medienproduzenten. Digital Storytelling ist kreative Medienarbeit mit der eigenen Biografie.
  • 3. Was brauche ich dafür? 1. Eine persönlich erlebte Geschichte 2. Fotos, Filme, Bilder, Erinnerungsstücke, Musik 3. Einen Computer, einfache PC-Programme und evtl. Internet Bedeutung für die Basisbildung: Was bedeutet dieses Wissen für die Basisbildung? Digital Storytelling in der Basisbildung ermöglicht den TeilnehmerInnen in einem geschützten Raum aus ihrem Leben zu erzählen, sich Gehör zu verschaffen. Oft sind in den Basisbildungskursen Menschen mit einem schwierigen sozialen Hintergrund, oftmals Menschen verschiedener Nationalitäten und Herkunft. Manche von ihnen haben schlechte Erfahrungen im schulischen Bereich gemacht, trauen sich nur selten etwas zu. Jeder Mensch hat eine Geschichte und beim Digital Storytelling geht es darum, diese mit Hilfe digitaler Werkzeuge zu erstellen und via digitaler Medien zu präsentieren. Dabei spielt es keine große Rolle, ob der/die TeilnehmerIn die deutsche Sprache gut beherrscht, denn es besteht die Möglichkeit, die Geschichte mit Untertiteln darzustellen. Die Teilnehmer bekommen in einem Digital Storytelling-Kurs die Chance, einen Kurzfilm über eine Geschichte aus ihrem Leben zu produzieren, sie sind sozusagen Drehbuch-AutorIn, HauptdarstellerIn und FilmproduzentIn in einer Person! Sie erlangen durch Medienarbeit wiederum Medienkompetenz. Hilfreich ist es, wenn vorher evtl. schon eine Beziehung zum Trainer / zur Trainerin aufgebaut werden konnte, da dies den TeilnehmerInnen ein wenig die Hemmungen, die dieses Thema durchaus bei ihnen auslösen kann, nimmt. Durch die Arbeit mit der eigenen Biografie entsteht für die TeilnehmerInnen nicht selten auch ein Aufarbeiten der eigenen Lebensgeschichte. Digital Storys berühren eigentlich immer. Umso mehr ist es hier unbedingt notwendig, dass man aufpasst, keine Traumafässer zu öffnen, da dies nicht in den Kompetenzbereich eines Trainers / einer Trainerin fällt. Vorbereitungsarbeit: Die TeilnehmerInnen sollten ein paar wenige Computerkenntnisse besitzen, da es die Arbeit im Allgemeinen erleichtert. Sie sollten mit der Maus umgehen, Programme öffnen und Ordner anlegen können. Letzteres ist kein „Muss“, entlastet die Trainerarbeit aber ein wenig. Die Kurse dürfen nicht zu groß gehalten sein, optimal sind 5 Pers. pro TrainerIn, 30 Unterrichtseinheiten sind ideal, wobei 10x3 Unterrichtseinheiten, aber auch 2 Wochenendseminare gut geeignet sind. Die Unterlagen sollten in einfacher Form zusammengestellt und gemeinsam besprochen werden. Für die Unterlagenerstellung
  • 4. eignen sich Sreenshots zur Erklärung der Programme besonders gut, da sie für die meisten TeilnehmerInnen leichter verständlich sind. Viele Leute können sich unter Digital Storytelling nichts Konkretes vorstellen, daher ist es sinnvoll zu Beginn ein oder zwei Filme zu zeigen. Falls die TeilnehmerInnen eigene Laptops zur Verfügung haben, können sie auf diesen arbeiten. Wird an öffentlichen PCs gearbeitet, ist es wichtig einen mit Passwort versehenen Ordner, bzw. ein eigenes Laufwerk für diesen Kurs benutzen zu können, da die Dateien, die im Kurs erstellt werden, sehr persönliches Material enthalten. Wie wird eine Geschichte zur Digital Story? Der Storycircle Nachdem der Trainer / die Trainerin ein paar Inputs zum Thema Digital Storytelling gegeben hat, wird der „Storycircle“ aufgebaut. Hier kann man es sich richtig gemütlich machen, vielleicht bringt jede/r etwas zu essen oder trinken mit und man setzt sich, evtl. in einem Kreis zusammen und überlegt, welche Geschichte man erzählen möchte. Die Themen können frei sein, es dürfen aber auch welche vorgegeben werden. Beispiele für Themen können sein: Umzug, Abschied, neue Freunde, neue Möglichkeiten, Veränderungen, Verlassen, Liebe, meine Lerngeschichte, neue Wege, walking in my shoes, usw. Jede/r kommt an die Reihe, die anderen hören zu. Wertungen sollen unterlassen werden, dagegen ist ermunternder Zuspruch erwünscht. Was ist das Wesentliche an der Geschichte? Wo gibt es eine Veränderung? Gibt es eine Veränderung? Warum ist mir die Geschichte wichtig? Die TeilnehmerInnen sollen sich überlegen, welche Fotos, Bilder oder Erinnerungsstücke zu ihrer Geschichte passen und diese mitbringen. Ordner anlegen, Text schreiben und aufnehmen: Jede/r TeilnehmerIn legt einen Ordner mit dem Namen des Filmes an. In diesem Ordner werden vier Unterordner erstellt: Text – Fotos – Ton – Film. Die TeilnehmerInnen schreiben ihre Geschichte zunächst einmal auf. Normalerweise sollte eine Digital Story auf die Rückseite einer Postkarte passen. Da die BasisbildungsteilnehmerInnen aber oftmals sehr groß schreiben, ist es hier sinnvoll, auf ein liniertes DIN A4 Papier zu schreiben, nach Möglichkeit nicht mehr als 300 Wörter, denn die Geschichten sollten nicht länger als 2-5 Minuten sein. Der überarbeitete Text wird in Word eingegeben und im Ordner Text gespeichert. Anschließend können die TeilnehmerInnen die Texte in Ruhe lesen und wenn
  • 5. sie sich sicher fühlen, werden die Texte mit einem Audio-Aufnahmegerät aufgenommen. Ein Extraraum ist hierfür notwendig, damit jede/r ungestört sprechen kann. Die gesprochene Textdatei wird im Ordner Ton gespeichert. Fotos auswählen, Bilder und Erinnerungsstücke fotografieren: Manche TeilnehmerInnen haben ihre Fotos auf der Digitalkamera. Erzählen sie aber eine Geschichte aus ihrem Leben, die weiter zurückliegt, dann haben sie vielleicht ältere Fotos hierzu, die erst abfotografiert werden müssen. Auch Erinnerungsstücke, die in ihrer Geschichte eine Rolle spielen, werden ebenfalls abfotografiert oder eingescannt und digitalisiert. Auch können eigene Bilder gemalt oder neue Fotos aufgenommen werden. Anschließend importiert man die Fotos von der Kamera in den Ordner Fotos. Erstellen des Filmprojektes: Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit am Film. Das Programm Movie Maker von Windows eignet sich hierfür recht gut. Falls es nicht auf dem PC installiert ist, kann man es sich kostenlos aus dem Internet herunterladen. Jetzt wird ein so genanntes „Storyboard“ erstellt, d.h. man importiert zunächst einmal die Fotos aus dem Ordner Fotos in Movie Maker und setzt das Bild, mit dem man den Film beginnen möchte, an die erste Stelle. Dann spielt man die Tondatei ein und ordnet dem Text die jeweiligen Bilder zu. Im Movie Maker hat man die Möglichkeit, mit Hilfe der Videotools die Verweildauer der Fotos zu verlängern, sie zu kopieren, mit Text, bzw. Untertiteln zu unterlegen, Animationen hinzuzufügen usw. Man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Hier ist der Trainer / die Trainerin gefragt, denn er/sie wird sicher Hilfe leisten müssen und es ist gut, wenn er/sie sich vorher schon ein wenig mit dem Programm auseinandergesetzt hat. Um sich gegenseitig nicht zu stören, arbeiten die TeilnehmerInnen mit Kopfhörern. Wer möchte, kann seinen Film noch mit Hintergrundmusik untermalen. Hier sei noch einmal auf die Urheberrechte für Bild und Ton hingewiesen. Es gibt mittlerweile gute, freie Musikportale, von denen man sich Musik gratis herunterladen kann, (siehe auch de.crativecommons.org). Die heruntergeladene Musik wird dem Ordner Ton zugefügt. Um den gesprochenen Text mit der ausgesuchten Musik zu mischen, benötigt man ein Tonspurprogramm, z.B. Audacity, das ebenfalls gratis aus dem Internet heruntergeladen werden kann und evtl. noch einen mp3-Umwandler. Die gemixte Datei spielt man wiederum
  • 6. in Movie Maker ein und ersetzt damit die gesprochene Tondatei. Jetzt ist der Film auch schon fertig und muss nur noch als Film unter dem Filmtitel im Ordner Film abgespeichert werden. Wer möchte, kann seinen Film z.B. auf www.youtube.com veröffentlichen. Für die Veröffentlichung ist es wichtig, dass der Trainer/ die Trainerin sich die Erlaubnis von den TeilnehmerInnen schriftlich einholt. Zum Schluss des Kurses macht es Freude, sich wieder in gemütlichem Kreis, evtl. mit Freunden und Familie die Filme gemeinsam anzuschauen. Wer seinen Film nicht zeigen möchte, muss das aber nicht. Fazit: Digital storytelling ist ein kreatives Instrument der Medienpädagogik, um die TeilnehmerInnen der Basisbildung selbst Geschichten – ihre Geschichten – erzählen zu lassen. Oft bewirken ihre Geschichten für sie einen heilenden Prozess, immer aber bekommen sie Lob und Anerkennung für ihr Werk. Durch die intensive Medienarbeit erhalten sie wiederum Medienkompetenz und das stärkt das Selbstbewusstsein enorm. Für manche ist es sogar das erste Mal, dass sich jemand ihre Geschichte anhört, ihnen zuhört. Viele können sich durch ihre Geschichte selbst erklären, was für das Verständnis untereinander positiv beiträgt. Am Ende steht immer Freude: Freude des Trainers / der Trainerin, dass eine Vielfalt an gelungenen Geschichten entstanden ist, aber vor allem die Freude der TeilnehmerInnen über ihr Werk, das sie sogar, wenn sie es wollen, im World Wide Web mit anderen teilen können. Digital Storytelling bietet eine künstlerische und überzeugende Ergänzung zum LeseSchreib- und Rechenunterricht in der Basisbildung, EDV-Unterricht einmal anders. Die TeilnehmerInnen können bereits Gelerntes einsetzen. Für den Trainer / die Trainerin bedeutet dies ebenfalls eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen Computer, Software und Internet. Eine gute Einschulung versteht sich von selbst. Mit Digital Storytelling geht die Basisbildung einen weiteren Schritt in Richtung Selbstbewusstsein und Wertschätzung.
  • 7. Checkliste TrainerIn: PC mit Internetzugang, Audio-, Video- und Bildbearbeitungssoftware Kopfhörer Digitalkamera oder Handy Audio-Aufnahmegeräte (Diktiergerät oder Handy) Evtl. ein Scanner Ein ruhiger Extra-Raum Evtl. lizenzfreie Musik (kann aber auch aus dem Internet heruntergeladen werden) Einfach aufbereitete Kursunterlagen Links zu Digital Storys: www.youtube.com/digitalstoryvhs www.youtube.com/digitalstoryvienna www.digitalstory.at www.storycenter.org