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Strommix

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Das sind die Stärken des heutigen
Schweizer Strommix
Im Gegensatz zu anderen Ländern hat die Schweiz früh die richtigen Weichen gestellt und verfügt
heute über einen vielfältigen Strommix aus 60 Prozent erneuerbaren Energien und 40 Prozent
Kernenergie. Für die Schweiz ergeben sich aus dem heutigen Strommix wichtige Vorteile:

Zuverlässige Versorgung ist ein wichtiger Standortvorteil
Die Schweiz verfügt seit Jahrzehnten über eine ausserordentlich zuverlässige Stromversorgung. Im
internationalen Vergleich werden in der Schweiz sehr wenige Versorgungsunterbrüche registriert.
Möglich macht dies der bewährte Strommix aus Wasserkraft, Kernkraft und neuen erneuerbaren
Energien. Diese Zuverlässigkeit ist ein wichtiger Standortvorteil der Schweiz. Arbeitsplätze und
Wohlstand hängen von der sicheren und unterbruchsfreien Stromversorgung ab. Vor allem
hochentwickelte industrielle Prozesse, Informatik und Telekommunikation sind auf einen hohen
Standard der Versorgungssicherheit angewiesen. Laut einer neueren Studie des Bundes verursacht
ein 30-minütiger Stromausfall Kosten von 250 bis 900 Millionen Franken.

Wettbewerbsfähige Preise sind wichtig für die Schweizer Wirtschaft
Der bestehende Strommix in der Schweiz hat im internationalen Vergleich zu tiefen Preisen geführt.
Der Energieanteil (ohne Netz und Abgaben) beläuft sich beim Kunden auf sechs bis acht Rappen pro
kWh. Die Gestehungskosten für neue Anlagen mit erneuerbaren Energieträgern liegen deutlich höher:
Biomassekraftwerk 15 bis 40 Rappen pro kWh, Windanlage 17 bis 20 Rappen pro kWh, Kleinwasser-
kraftwerk bis 35 Rappen pro kWh und Fotovoltaik 55 bis 70 Rappen pro kWh (für die häufigen
mittleren und kleinen Anlagen; für Grossanlagen können sie auf bis 30 Rappen pro Kilowattstunde
sinken). Bei diesen Preisen sind die bei einem relevanten Anteil zwingend nötigen Netzausbauten und
Speicher (oder Reservekraftwerke) noch nicht eingerechnet. Mit den heutigen Kostenvorteilen wäre es
bei einem Umbau der Schweizer Stromversorgung vorbei. Alle heute zum Thema «Stromversorgung
ohne Grosskraftwerke» vorliegenden Studien fordern drastische Massnahmen zur Reduktion des
Stromverbrauchs. In einer aktuellen Publikation plädiert etwa die Beratungsfirma Infras dafür, den
Strompreis möglichst rasch (bis 2018) zu verdoppeln und zwingende Ziele zur Senkung des
Verbrauchs festzulegen. Diese Forderung bestätigt zwar die früher vom Bund durchgeführten Studien
(Szenario 3 und 4 der Energieperspektiven 2035). Sie ist aber politisch unrealistisch und wirtschaftlich
schädlich. Als Folge würden die Stromrechnungen für Konsumentinnen und Konsumenten explodieren
und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen – und damit die Beschäftigung – erheblich
geschwächt, weil nicht damit zu rechnen ist, dass andere Länder ebenfalls diesen Weg gehen werden.
Besonders betroffen wären energieintensive Branchen mit hohem Stromverbrauch. Zudem würde die
Verteuerung des Stroms mittels einer Steuer den Verbrauch kaum bremsen, da es keine Alternativen
zu Strom gibt. Es macht auch keinen Sinn, klimafreundlich erzeugten Strom zu verteuern, weil
dadurch vor allem der Umstieg auf kostengünstigere fossile Energieträger wie Öl und Erdgas
erleichtert würde.
Klimafreundlicher Mix ist ein Trumpf
Die bestehende Stromerzeugung in der Schweiz ist sehr klimafreundlich. Über die gesamte
Lebensdauer entstehen pro Technologie unter gängigen Annahmen die folgenden CO2-Emissionen:
Kernkraft acht Gramm CO2/kWh, Wasserkraft vier Gramm CO2/kWh, Fotovoltaik 78 Gramm CO2/kWh,
Windkraft 17 Gramm CO2/kWh. Dies ist zu vergleichen mit rund 400 Gramm CO2/kWh bei
Gaskombikraftwerken und zwischen 800 bis 1200 Gramm CO2/kWh bei Stein- und Braunkohle-
kraftwerken. Wie klimafreundlich der Schweizer Strom ist, zeigt ein Blick über die Schweizer Grenze:
Deutschland etwa bezieht über 61 Prozent seines Stroms aus fossilen Kraftwerken (Gas und Kohle),
Italien sogar 82 Prozent und Polen gar 98 Prozent. Der Schweizer Strommix ist daher ein wichtiger
Trumpf beim Erreichen der nationalen Klimaschutzziele.

Die Schweiz ist weitgehend unabhängig vom Ausland
Dank 56 Prozent Wasserkraft produzieren wir heute einen Grossteil unseres Stroms unabhängig vom
Ausland. Und auch bei der Kernkraft ist die Abhängigkeit wesentlich geringer als bei anderen
Produktionsformen. Gemäss der OECD reichen die bekannten und zum heutigen Preis abbaubaren
Uranreserven für mehr als 100 Jahre. Bei steigendem Uranpreis werden weitere Uranlager
erschlossen und die Reichweite steigt entsprechend an – je nach Verfahren auf Hunderte bis
Tausende von Jahren. Zudem machen die Uranpreise nur rund fünf Prozent des Energiepreises aus
und die Strompreise reagieren dadurch nur sehr schwach auf Preiserhöhungen. Ausserdem lagert
jedes Kernkraftwerk Brennstoff für zwei bis drei Jahre, und diese Zeitspanne lässt sich mit geringen
Kosten noch weiter ausdehnen. Im Vergleich dazu sind die Brennstoffkosten beispielsweise bei
Gaskombikraftwerken für rund 70 Prozent der Stromkosten verantwortlich. Zudem hat die Schweiz
keine Erdgasspeicher und ist daher direkt von der ausländischen Gaslieferung abhängig.

Kommt hinzu, dass die Möglichkeiten für Stromimporte unter anderem wegen der Stromlücken im
Ausland und der Schwierigkeiten beim Netzausbau generell unsicherer werden. Kurz: Wenn die
Schweiz nicht selbst genügend Strom produziert, wird unsere Versorgungssicherheit darunter leiden
und die Preise werden anziehen. Was das heissen kann, zeigt das Beispiel Italien: Das Land muss
seit Jahrzehnten mehr als einen Sechstel des Strombedarfs aus Importen decken und verzeichnet fast
doppelt so hohe Strompreise wie die Schweiz und eine sehr instabile Stromversorgung.

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  • 1. Das sind die Stärken des heutigen Schweizer Strommix Im Gegensatz zu anderen Ländern hat die Schweiz früh die richtigen Weichen gestellt und verfügt heute über einen vielfältigen Strommix aus 60 Prozent erneuerbaren Energien und 40 Prozent Kernenergie. Für die Schweiz ergeben sich aus dem heutigen Strommix wichtige Vorteile: Zuverlässige Versorgung ist ein wichtiger Standortvorteil Die Schweiz verfügt seit Jahrzehnten über eine ausserordentlich zuverlässige Stromversorgung. Im internationalen Vergleich werden in der Schweiz sehr wenige Versorgungsunterbrüche registriert. Möglich macht dies der bewährte Strommix aus Wasserkraft, Kernkraft und neuen erneuerbaren Energien. Diese Zuverlässigkeit ist ein wichtiger Standortvorteil der Schweiz. Arbeitsplätze und Wohlstand hängen von der sicheren und unterbruchsfreien Stromversorgung ab. Vor allem hochentwickelte industrielle Prozesse, Informatik und Telekommunikation sind auf einen hohen Standard der Versorgungssicherheit angewiesen. Laut einer neueren Studie des Bundes verursacht ein 30-minütiger Stromausfall Kosten von 250 bis 900 Millionen Franken. Wettbewerbsfähige Preise sind wichtig für die Schweizer Wirtschaft Der bestehende Strommix in der Schweiz hat im internationalen Vergleich zu tiefen Preisen geführt. Der Energieanteil (ohne Netz und Abgaben) beläuft sich beim Kunden auf sechs bis acht Rappen pro kWh. Die Gestehungskosten für neue Anlagen mit erneuerbaren Energieträgern liegen deutlich höher: Biomassekraftwerk 15 bis 40 Rappen pro kWh, Windanlage 17 bis 20 Rappen pro kWh, Kleinwasser- kraftwerk bis 35 Rappen pro kWh und Fotovoltaik 55 bis 70 Rappen pro kWh (für die häufigen mittleren und kleinen Anlagen; für Grossanlagen können sie auf bis 30 Rappen pro Kilowattstunde sinken). Bei diesen Preisen sind die bei einem relevanten Anteil zwingend nötigen Netzausbauten und Speicher (oder Reservekraftwerke) noch nicht eingerechnet. Mit den heutigen Kostenvorteilen wäre es bei einem Umbau der Schweizer Stromversorgung vorbei. Alle heute zum Thema «Stromversorgung ohne Grosskraftwerke» vorliegenden Studien fordern drastische Massnahmen zur Reduktion des Stromverbrauchs. In einer aktuellen Publikation plädiert etwa die Beratungsfirma Infras dafür, den Strompreis möglichst rasch (bis 2018) zu verdoppeln und zwingende Ziele zur Senkung des Verbrauchs festzulegen. Diese Forderung bestätigt zwar die früher vom Bund durchgeführten Studien (Szenario 3 und 4 der Energieperspektiven 2035). Sie ist aber politisch unrealistisch und wirtschaftlich schädlich. Als Folge würden die Stromrechnungen für Konsumentinnen und Konsumenten explodieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen – und damit die Beschäftigung – erheblich geschwächt, weil nicht damit zu rechnen ist, dass andere Länder ebenfalls diesen Weg gehen werden. Besonders betroffen wären energieintensive Branchen mit hohem Stromverbrauch. Zudem würde die Verteuerung des Stroms mittels einer Steuer den Verbrauch kaum bremsen, da es keine Alternativen zu Strom gibt. Es macht auch keinen Sinn, klimafreundlich erzeugten Strom zu verteuern, weil dadurch vor allem der Umstieg auf kostengünstigere fossile Energieträger wie Öl und Erdgas erleichtert würde.
  • 2. Klimafreundlicher Mix ist ein Trumpf Die bestehende Stromerzeugung in der Schweiz ist sehr klimafreundlich. Über die gesamte Lebensdauer entstehen pro Technologie unter gängigen Annahmen die folgenden CO2-Emissionen: Kernkraft acht Gramm CO2/kWh, Wasserkraft vier Gramm CO2/kWh, Fotovoltaik 78 Gramm CO2/kWh, Windkraft 17 Gramm CO2/kWh. Dies ist zu vergleichen mit rund 400 Gramm CO2/kWh bei Gaskombikraftwerken und zwischen 800 bis 1200 Gramm CO2/kWh bei Stein- und Braunkohle- kraftwerken. Wie klimafreundlich der Schweizer Strom ist, zeigt ein Blick über die Schweizer Grenze: Deutschland etwa bezieht über 61 Prozent seines Stroms aus fossilen Kraftwerken (Gas und Kohle), Italien sogar 82 Prozent und Polen gar 98 Prozent. Der Schweizer Strommix ist daher ein wichtiger Trumpf beim Erreichen der nationalen Klimaschutzziele. Die Schweiz ist weitgehend unabhängig vom Ausland Dank 56 Prozent Wasserkraft produzieren wir heute einen Grossteil unseres Stroms unabhängig vom Ausland. Und auch bei der Kernkraft ist die Abhängigkeit wesentlich geringer als bei anderen Produktionsformen. Gemäss der OECD reichen die bekannten und zum heutigen Preis abbaubaren Uranreserven für mehr als 100 Jahre. Bei steigendem Uranpreis werden weitere Uranlager erschlossen und die Reichweite steigt entsprechend an – je nach Verfahren auf Hunderte bis Tausende von Jahren. Zudem machen die Uranpreise nur rund fünf Prozent des Energiepreises aus und die Strompreise reagieren dadurch nur sehr schwach auf Preiserhöhungen. Ausserdem lagert jedes Kernkraftwerk Brennstoff für zwei bis drei Jahre, und diese Zeitspanne lässt sich mit geringen Kosten noch weiter ausdehnen. Im Vergleich dazu sind die Brennstoffkosten beispielsweise bei Gaskombikraftwerken für rund 70 Prozent der Stromkosten verantwortlich. Zudem hat die Schweiz keine Erdgasspeicher und ist daher direkt von der ausländischen Gaslieferung abhängig. Kommt hinzu, dass die Möglichkeiten für Stromimporte unter anderem wegen der Stromlücken im Ausland und der Schwierigkeiten beim Netzausbau generell unsicherer werden. Kurz: Wenn die Schweiz nicht selbst genügend Strom produziert, wird unsere Versorgungssicherheit darunter leiden und die Preise werden anziehen. Was das heissen kann, zeigt das Beispiel Italien: Das Land muss seit Jahrzehnten mehr als einen Sechstel des Strombedarfs aus Importen decken und verzeichnet fast doppelt so hohe Strompreise wie die Schweiz und eine sehr instabile Stromversorgung.