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1 von 61
Blind auf Facebook
Barrierefreiheit im Web 2.0
Ein Workshop von Domingos de Oliveira
Für die Social Media Week Hamburg 2018
#smwhh
Überblick

Um wen und um was geht s?

barrierefreie Inhalte

Tipps zu einzelnen Netzwerken
Blind auf Facebook 2
Um wen und um was geht es?
Blind auf Facebook 3
Behinderte Menschen (bM) im
Web 2.0
Blind auf Facebook 4
5
 Sinnes- und
Körperbehinderungen
 Wahrnehmen oder Verarbeiten
von Informationen
 Eingeschränkte Fähigkeiten:
mangelnde Technik-Kenntnis,
Analphabetismus
Drei Formen von Einschränkungen
Sinnes- und Körperbehinderungen
 Blinde und Sehbehinderte
können visuelle Inhalte
schlecht wahrnehmen.
 Schwerhörige und Gehörlose
haben Probleme bei Audio-
Inhalten.
 Motorisch Behinderte haben
Probleme bei der Nutzung
von Maus und Tastatur.
6Blind auf Facebook
Kognitive Verarbeitung
 Menschen mit Down-
Syndrom sind mit komplexen
Inhalten überfordert.
 Autisten und Epileptiker
reagieren empfindlich auf
starke Reize.
 Personen mit Lernstörung
oder Demenz können sich
schlecht konzentrieren oder
Inhalte merken.
7Blind auf Facebook
Verstehen und merken
 7,5 Mio. Menschen in Deutschland
können nicht oder nur schlecht lesen.
 Viele oft ältere Menschen können
nicht mit Webseiten umgehen.
8Blind auf Facebook
Ältere im Internet
 Ältere Menschen sind die am
schnellsten wachsende Gruppe der
Internet- und Facebook-Nutzer.
 Warum ist diese Gruppe für Das
Thema Barrierefreiheit besonders
wichtig?
9Blind auf Facebook
Ältere im Internet
 Ältere Menschen haben häufig latente
Behinderungen bei Motorik, Sehen,
Hören und Gedächtnis.
 Sie haben anders als Geburts-
Behinderte keine Strategien, um mit
diesen Hemmnissen umzugehen.
10Blind auf Facebook
Nicht jeder hat eine Behinderung…
… aber fast jeder profitiert von
Barrierefreiheit.
11
Warum bM ins Web 2.0 strömen
 Senioren sind die am schnellsten
wachsende Gruppe der Internet-
Nutzer
 Tablets und Smartphones
erleichtern über Apps den
Zugang und die Nutzung der
Netzwerke
Blind auf Facebook 12
… und was sie dort machen
 Das Gleiche wie ihr:
 Freundschaften pflegen
 Kontakte knüpfen
 sich austauschen/Zeit tot schlagen
 gegenseitige Hilfe und Engagement
 Facebook ist die größte
Selbsthilfeplattformen im Internet.
Blind auf Facebook 13
Anastasia Umrik/Twitter
Blind auf Facebook 14
Y/YouTube
Blind auf Facebook 15
Raul Krauthausen/Facebook
Blind auf Facebook 16
Schwerbehinderte in Deutschland

rund 1 Million

rund 3 Millionen

rund 5 Millionen

rund 7 Millionen
17
Was glaubt ihr: Wie viele Schwerbehinderte
gibt es in Deutschland?
Schwerbehinderte in Deutschland
Ende 2015 lebten
laut statistischem Bundesamt 7,6
Millionen Schwerbehinderte in
Deutschland. Ende 2013 waren es
7,5 Millionen.
Als schwerbehindert gilt, wer
einen Grad der Behinderung von
50 oder höher hat.
18
Was heißt Barrierefreiheit?
19Blind auf Facebook
20
Das anzustrebende Ziel ist, dass
behinderten und nicht-behinderten
Menschen das Webangebot in der
gleichen Qualität zur Verfügung
gestellt wird. Sie sollen die gleichen
Informationen erhalten, die Website
im gleichen Maße bedienen und mit
ihr interagieren können.
Qualität
21
 Die Website ist gut bedienbar. Das ist
unabhängig davon, welches Gerät der
Nutzer verwendet.
 Dazu gehören zum Beispiel:
Bedienbarkeit per Tastatur, große
Schaltflächen, Nutzbarkeit auf
Smartphones…
Bedienbarkeit
22
 Die Website ist leicht bedienbar.
 Navigation, Struktur und
Bedienung der Website sind
intuitiv.
 Fehlbedienungen werden
vermieden.
Usability
23
 Alle Bedien-Elemente sollen gut
erkennbar sein.
 Alle Inhalte sind gut erkennbar.
 Die Website funktioniert auch
mit anderen Farben oder bei
Graustufen.
Erkennbarkeit
24
 Sind die Texte gut verständlich?
 Werden Bilder für Blinde erklärt?
 Gibt es Untertitel für Videos?
 Gibt es Inhalte in
Gebärdensprache?
Verständlichkeit
Blind auf Facebook 25
Barrierefreie Inhalte?
Text
Blind auf Facebook 26
Verständlichkeit von Inhalten
Hamburger Verständlichkeitsmodell
Einfachheit: Inhalte sollen in der
einfachsten Sprache angeboten
werden.
Gliederung: Ein Gedanke pro Satz, die
Inhalte sind gut strukturiert.
Prägnanz: Konkret statt abstrakt,
anschaulich und lebensnah
Anregung: Erklärende Illustrationen
ergänzen den Text-Inhalt
 Das gängigste Modell für
Textverständlichkeit ist das
Hamburger Verständlichkeitsmodell.
Die Anforderungen sehen Sie in der
Tabelle.
 Übrigens sind das auch wichtige
Kriterien der einfachen und Leichten
Sprache.
27
Einfache Sprache
 Die einfache Sprache richtet sich an
Wenig-Leser und Lese-Unerfahrene.
 Das Regelwerk definiert etwa den
Umgang mit Fremdworten,
Satzzeichen oder langen Sätzen.
 Die einfache Sprache kommt aus
den USA. Dort heißt sie „Plain
Language“. Von der US-Regierung
gibt es ein ausführliches Regelwerk.
28Blind auf Facebook
Beispiel: Text in einfacher Sprache
29
Sie haben das Recht sich Ihren Arzt oder ihre Ärztin auszusuchen. Das
nennt man „das Recht auf freie Arztwahl“. Das steht sogar im Gesetz (in
Paragraf 76, Sozialgesetzbuch 5).
Sie dürfen Ihren Arzt auch wechseln.
Allerdings können Sie einen bestimmten Arzt nicht zwingen, dass er Sie
behandelt. Aber wenn es einen Notfall gibt, muss der Arzt Sie behandeln.
Wenn er Sie nicht behandelt, wenn es Ihnen plötzlich sehr schlecht geht
und Sie sofort behandelt werden müssen, können Sie sich beschweren.
Quelle ist die Broschüre „Patientenrechte einfach erklärt“ der Patienteninitiative.
Blind auf Facebook
Leichte Sprache
 Die Leichte Sprache richtet sich an
lernbehinderte Menschen.
 Sätze sind kurz und enthalten jeweils
nur eine Information.
 Aussagen werden von Illustrationen
begleitet.
 Alle Regeln findet ihr beim Netzwerk
Leichte Sprache.
 Die Übersetzung wird IDR von
speziellen Agenturen übernommen.
30Blind auf Facebook
Beispiel Leichte Sprache vs.
Alltagssprache
Alltagssprache
Leitgedanke der UN-Konvention ist
die Idee der Inklusion. Inklusion
bedeutet, dass niemand in der
Gesellschaft ausgegrenzt werden
darf. Staat und Gesellschaft müssen
dafür sorgen, dass Menschen mit
Behinderung nicht diskriminiert und
aufgrund ihrer Behinderung
benachteiligt werden.
Leichte Sprache
Die UN-BRK ist ein Vertrag.
In dem Vertrag stehen die Rechte
von Menschen mit Behinderung.
In dem Vertrag steht zum Beispiel:
Menschen mit Behinderung haben
die gleichen Rechte,
wie Menschen ohne Behinderung.
31Blind auf Facebook
Übung: Was fehlt zur Leichten Sprache?
Blind auf Facebook 32
In Deutschland lebten im Jahr 2013 7,5 Millionen Menschen mit einer
Schwerbehinderung (Angabe: Statistisches Bundesamt, 2015).
2013 waren somit 9,4 Prozent der gesamten Bevölkerung in Deutschland
schwerbehindert. Die Mehrzahl der Behinderungen tritt erst im Laufe des
Lebens auf. Lediglich vier bis fünf Prozent der Behinderungen stellen sich bereits
bei der Geburt ein beziehungsweise treten im ersten Lebensjahr auf.
Knapp die Hälfte (45 Prozent) der Menschen mit Schwerbehinderung ist
zwischen 55 und 75 Jahre alt.
31 Prozent sind 75 Jahre und älter. 2 Prozent der Schwerbehinderungen sind auf
einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen.
Der Text stammt aus dem Bereich Schwerbehinderung des Familienratgebers.
Lösung: Der Text in Leichter Sprache
In Deutschland leben viele
Menschen mit einer Behinderung.
Viele Menschen haben die
Behinderung erst in ihrem Leben
bekommen.
Manche Menschen habe die
Behinderung schon seit der
Geburt.
Blind auf Facebook 33
Der Text und das Bild stammt aus dem Bereich Schwerbehinderung in Leichter
Sprache aus dem Familienratgeber.
Bilder
Blind auf Facebook 34
Was sind dekorative Bilder?

Dekorative Bilder dienen vor allem als
visuelle Teaser. Sie tragen selbst keine
Information, sondern sollen das
Interesse am Inhalt wecken.

Ausnahme sind etwa Banner: Sie
informieren über das Thema einer
Website.
35
Bildobjekt

Das Bildobjekt wird idealerweise
etwas oberhalb des eigentlichen
Bildmittelpunktes positioniert. Bei
Abbildungen von Menschen befindet
sich an diesem Punkt typischerweise
das Gesicht.

Für Sehbehinderte ist das Erkennen
des Bild-Inhalts einfacher, wenn sie
wissen, was darauf zu sehen ist.
36
Kontrast
37

Bei komplexen Bildern können Sehbehinderte Probleme haben, das Bildobjekt zu
erkennen oder vom Hintergrund zu unterscheiden.

Sorgen Sie für ausreichend Kontrast zwischen Bildobjekt und Hintergrund.

Idealerweise wird das Foto gleich entsprechend aufgenommen bzw. ausgewählt.
Ansonsten kann mit der Bildbearbeitung nachgeholfen werden.
Blind auf Facebook
Text in Bildern

Text in Grafiken ist für Blinde
unsichtbar.

Text in Bildern ist für Seh-/Lese-
Behinderte schlecht lesbar, da er bei
Vergrößerung verpixelt.

Vermeiden Sie Text in Bildern.
Schreiben Sie ansonsten den Inhalt
des Textes in den Alternativtext. Zum
Beispiel: „ Blinde am Bildschirm.
Blinde benutzen Hilfsmittel um ihre
Computer bedienen zu können ...“
38
Infografiken

Infografiken sollten auf Erkennbarkeit
optimiert werden, nicht auf Ästhetik.
Das heißt:

keine Info nur über Farbe vermitteln

eingebetteter Text ist lesbar

die Grafik und ihre Bestandteile sind
möglichst einfach gehalten
39
Verkaufte Mittagessen
Bildbeschreibung
 Blinde brauchen einen Alternativtext.
Er beschreibt, was auf dem Bild zu
sehen ist.
 Twitter und Facebook erlauben das
Erstellen solcher Bildbeschreibungen.
Workshop: Barrierefreiheit im Internet 40
Älteres Modell einer Schreibmaschine für
Blindenschrift
Beispiel für dekorative Alternativtexte
 Für dekorative Bilder reichen einfache
Alternativtexte, die das Bildobjekt
beschreiben.
 Beispiel: „Ein antikes Segelboot vor
einer Insel“
41
Beispiel für informative Alternativtexte
Bei informativen Grafiken sind die
Anforderungen höher: „Das Diagramm
zeigt die Entwicklung der versendeten
SMS in den letzten 10 Jahren. Ab dem
Jahr 2005 bis 2012 steigt die Zahl der
versendeten SMS von 20,3 auf 59,8
Mrd. und fällt bis 2015 steil auf 16,6
Mrd. ab.“
42
Quelle: https://de.statista.com/infografik/2208/pro-jahr-in-deutschland-
verschickte-sms/
Übung: Alternativtext formulieren
43Blind auf Facebook
Lösung: Alternativtext formulieren
Beispiel Alternativtext:
Ein Elefant steht auf den Hinterbeinen
mit einem Ball im Rüssel vor einem
Basketballkorb.
44
Sticker und Emojis
 Die Sticker von Facebook sind
für Blinde aktuell unsichtbar.
 Die Emojis, die vom UTF-
Consortiums aufgenommen
sind, werden ausführlich
beschrieben.
 Eine Häufung von Emojis und
Emoticons nervt Blinde und
verwirren eher.
45
Ist KI die Zukunft?
 Alle großen Konzerne entwickeln
künstliche Intelligenzen, um Bild-
Inhalte automatisch zu erkennen
und zu beschreiben. Facebook
setzt sie bereits ein.
 Derzeit sind die automatischen
Beschreibungen von Facebook
unzureichend. Das kann sich
aber in naher Zukunft ändern.
46
Quelle: https://www.flickr.com/photos/taymazvalley/6405801675
Audio und Video
Blind auf Facebook 47
48
Transkript des Podcasts „Alternativlos“

Frank Rieger: Herzlich willkommen zu
alternativlos, die Folge Numero 20 …

Fefe: … über den politischen Diskurs
diesmal, und wir sind sehr stolz, einen
besonderen Gast zu haben, diesmal,
nämlich Herrn Schirrmacher von der
FAZ.

Frank Schirrmacher: Hallo.

Frank Rieger: Guten Tag.

Frank Schirrmacher: Guten Tag.

Schwerhörige und Gehörlose
profitieren von
Verschriftlichungen von Audio-
Inhalten, den Text-Transkripten.

Du kannst zum Beispiel ein Skript
oder eine
Spracherkennungssoftware wie
Dragon Dictate als Hilfsmittel
einsetzen.
Text-Transkripte für Audio und Video
49
Quelle: Youtube Video – Das erste Mal von Aktion Mensch

In Untertiteln wird das Gesprochene
verschriftlicht, außerdem werden
wichtige Geräusche vermittelt, die
zum Verständnis des Clips wichtig
sind.

Es gibt offene und geschlossene
Untertitel (closed captions). Closed
Captions können ein- bzw.
ausgeblendet werden und sind
deshalb besser.
Untertitel
50
Quelle: http://www.opensubtitles.org/
 In YouTube können Untertitel
erstellt und für andere
Anwendungen wie Facebook
exportiert werden. Die
automatische Untertitelung von
YouTube kann als Hilfe genutzt
werden.
 Frag einen Gehörlosen, ob die
Untertitel so ausreichend sind.
Hilfsmittel für Untertitel
51
 Die Audio-Deskription (AD) ist
eine Beschreibung von
visuellen Video-Inhalten für
blinde und sehbehinderte
Menschen.
 Sie ist vor allem für Videos mit
geringem Sprachanteil wichtig,
da Blinde sonst nicht
verstehen, worum es geht.
Was ist Audio-Deskription
52
 Die Texte werden eingesprochen und
anschließend mit dem Film
synchronisiert.
 Hör dir den Film ohne Bild an, welche
visuellen Infos sind für Nicht-Sehende
wichtig?
 Die AD muss knapp sein. Es kann nur die
Zeit genutzt werden, in der nicht
gesprochen wird. Frag einen Blinden, ob
die AD so in Ordnung ist.
Wie wird Audio-Deskription erstellt?
53
 Eine Alternative zu einer AD
besteht darin, die
wesentlichen visuellen Infos in
die Moderation einzubauen.
 Überlege, welche Infos für den
Blinden wichtig sind und fasse
sie im Moderationstext
zusammen.
Alternative zur Audio-Deskription
54
 Blinde natürlich
 Mit einer AD wird aus deinem
Film ein Hörspiel. Dein
Zuschauer kann sich das Video
reinziehen, ohne die ganze Zeit
auf den Screen zu gucken.
 Man kann sich deinen Film zum
Beispiel beim Joggen anhören
und kriegt trotzdem fast alles
mit.
Wer freut sich über AudioDescription?
55
 Manche Gehörlose verstehen
die Alltagssprache nicht.
 Sie brauchen den Inhalt in
Gebärdensprache.
 Du brauchst also einen
Gebärdendolmetscher oder
Gehörlosen, der die
Gebärdensprach-Videos
aufnimmt.
Gebärdensprache
56
Tipps zu einzelnen Kanälen
56Blind auf Facebook
Facebook

Facebook-Postings sollten kurz und
sprachlich einfach gehalten werden.

Angehängte Bilder oder Videos sollten
textlich beschrieben bzw. angeteasert
werden. Das Gleiche gilt für verlinkte
Inhalte. Das Ziel eines Links sollte aus
dem Posting eindeutig hervorgehen.
Weisen Sie auch darauf hin, wenn das
Linkziel etwas anderes als eine andere
Webseite ist.

Weitere Infos zur Barrierefreiheit gibt es
bei Facebook
57 57Blind auf Facebook
Twitter

Twitter-Postings sollten nicht mit Hash-Tags
gepflastert werden. Für Blinde liest sich das so:
Hashtag Bonn Hashtag wird Hashtag grün.

Gehen Sie auch mit Emoticons sparsam um, diese
werden Blinden teils ausführlich beschrieben, was
den Lesefluss stört (z.B. klatschende Hände mit
heller Hautfarbe).

Auch bei Tweets sollte auf Jargon verzichtet
werden, der Tweet sollte auch für Outsider
verständlich sein.

Getwitterte Bilder sollten eine alternative
Beschreibung für Blinde enthalten.

Weitere Infos zur Barrierefreiheit der Plattform gibt
es bei Twitter.
58 58Blind auf Facebook
Twitter

Twitter-Postings sollten nicht mit Hash-Tags
gepflastert werden. Für Blinde liest sich das so:
Hashtag Bonn Hashtag wird Hashtag grün.

Gehen Sie auch mit Emoticons sparsam um, diese
werden Blinden teils ausführlich beschrieben, was
den Lesefluss stört (z.B. klatschende Hände mit
heller Hautfarbe).

Auch bei Tweets sollte auf Jargon verzichtet
werden, der Tweet sollte auch für Outsider
verständlich sein.

Getwitterte Bilder sollten eine alternative
Beschreibung für Blinde enthalten.

Weitere Infos zur Barrierefreiheit der Plattform gibt
es bei Twitter.
59 59Blind auf Facebook
YouTube

YouTube unterstützt zuschaltbare
Untertitel, nicht aber AudioDeskription.
AD muss ggf. in einem separaten Video
angeboten werden.

Die automatische Untertitelung von
YouTube ist aktuell unbrauchbar. Sie
können als Grundlage für eigene
Untertitel genommen werden.

Der Videotitel sollte immer eindeutig
sein. Manche sind sonst schnell
verunsichert, ob sie das richtige Video
aufgerufen haben.
Blind auf Facebook 60 60
Danke für eure Aufmerksamkeit
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Fragen?

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Blind auf Facebook 61

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Blind auf Facebook - behinderte Menschen im Web 2.0

  • 1. Blind auf Facebook Barrierefreiheit im Web 2.0 Ein Workshop von Domingos de Oliveira Für die Social Media Week Hamburg 2018 #smwhh
  • 2. Überblick  Um wen und um was geht s?  barrierefreie Inhalte  Tipps zu einzelnen Netzwerken Blind auf Facebook 2
  • 3. Um wen und um was geht es? Blind auf Facebook 3
  • 4. Behinderte Menschen (bM) im Web 2.0 Blind auf Facebook 4
  • 5. 5  Sinnes- und Körperbehinderungen  Wahrnehmen oder Verarbeiten von Informationen  Eingeschränkte Fähigkeiten: mangelnde Technik-Kenntnis, Analphabetismus Drei Formen von Einschränkungen
  • 6. Sinnes- und Körperbehinderungen  Blinde und Sehbehinderte können visuelle Inhalte schlecht wahrnehmen.  Schwerhörige und Gehörlose haben Probleme bei Audio- Inhalten.  Motorisch Behinderte haben Probleme bei der Nutzung von Maus und Tastatur. 6Blind auf Facebook
  • 7. Kognitive Verarbeitung  Menschen mit Down- Syndrom sind mit komplexen Inhalten überfordert.  Autisten und Epileptiker reagieren empfindlich auf starke Reize.  Personen mit Lernstörung oder Demenz können sich schlecht konzentrieren oder Inhalte merken. 7Blind auf Facebook
  • 8. Verstehen und merken  7,5 Mio. Menschen in Deutschland können nicht oder nur schlecht lesen.  Viele oft ältere Menschen können nicht mit Webseiten umgehen. 8Blind auf Facebook
  • 9. Ältere im Internet  Ältere Menschen sind die am schnellsten wachsende Gruppe der Internet- und Facebook-Nutzer.  Warum ist diese Gruppe für Das Thema Barrierefreiheit besonders wichtig? 9Blind auf Facebook
  • 10. Ältere im Internet  Ältere Menschen haben häufig latente Behinderungen bei Motorik, Sehen, Hören und Gedächtnis.  Sie haben anders als Geburts- Behinderte keine Strategien, um mit diesen Hemmnissen umzugehen. 10Blind auf Facebook
  • 11. Nicht jeder hat eine Behinderung… … aber fast jeder profitiert von Barrierefreiheit. 11
  • 12. Warum bM ins Web 2.0 strömen  Senioren sind die am schnellsten wachsende Gruppe der Internet- Nutzer  Tablets und Smartphones erleichtern über Apps den Zugang und die Nutzung der Netzwerke Blind auf Facebook 12
  • 13. … und was sie dort machen  Das Gleiche wie ihr:  Freundschaften pflegen  Kontakte knüpfen  sich austauschen/Zeit tot schlagen  gegenseitige Hilfe und Engagement  Facebook ist die größte Selbsthilfeplattformen im Internet. Blind auf Facebook 13
  • 17. Schwerbehinderte in Deutschland  rund 1 Million  rund 3 Millionen  rund 5 Millionen  rund 7 Millionen 17 Was glaubt ihr: Wie viele Schwerbehinderte gibt es in Deutschland?
  • 18. Schwerbehinderte in Deutschland Ende 2015 lebten laut statistischem Bundesamt 7,6 Millionen Schwerbehinderte in Deutschland. Ende 2013 waren es 7,5 Millionen. Als schwerbehindert gilt, wer einen Grad der Behinderung von 50 oder höher hat. 18
  • 20. 20 Das anzustrebende Ziel ist, dass behinderten und nicht-behinderten Menschen das Webangebot in der gleichen Qualität zur Verfügung gestellt wird. Sie sollen die gleichen Informationen erhalten, die Website im gleichen Maße bedienen und mit ihr interagieren können. Qualität
  • 21. 21  Die Website ist gut bedienbar. Das ist unabhängig davon, welches Gerät der Nutzer verwendet.  Dazu gehören zum Beispiel: Bedienbarkeit per Tastatur, große Schaltflächen, Nutzbarkeit auf Smartphones… Bedienbarkeit
  • 22. 22  Die Website ist leicht bedienbar.  Navigation, Struktur und Bedienung der Website sind intuitiv.  Fehlbedienungen werden vermieden. Usability
  • 23. 23  Alle Bedien-Elemente sollen gut erkennbar sein.  Alle Inhalte sind gut erkennbar.  Die Website funktioniert auch mit anderen Farben oder bei Graustufen. Erkennbarkeit
  • 24. 24  Sind die Texte gut verständlich?  Werden Bilder für Blinde erklärt?  Gibt es Untertitel für Videos?  Gibt es Inhalte in Gebärdensprache? Verständlichkeit
  • 25. Blind auf Facebook 25 Barrierefreie Inhalte?
  • 27. Verständlichkeit von Inhalten Hamburger Verständlichkeitsmodell Einfachheit: Inhalte sollen in der einfachsten Sprache angeboten werden. Gliederung: Ein Gedanke pro Satz, die Inhalte sind gut strukturiert. Prägnanz: Konkret statt abstrakt, anschaulich und lebensnah Anregung: Erklärende Illustrationen ergänzen den Text-Inhalt  Das gängigste Modell für Textverständlichkeit ist das Hamburger Verständlichkeitsmodell. Die Anforderungen sehen Sie in der Tabelle.  Übrigens sind das auch wichtige Kriterien der einfachen und Leichten Sprache. 27
  • 28. Einfache Sprache  Die einfache Sprache richtet sich an Wenig-Leser und Lese-Unerfahrene.  Das Regelwerk definiert etwa den Umgang mit Fremdworten, Satzzeichen oder langen Sätzen.  Die einfache Sprache kommt aus den USA. Dort heißt sie „Plain Language“. Von der US-Regierung gibt es ein ausführliches Regelwerk. 28Blind auf Facebook
  • 29. Beispiel: Text in einfacher Sprache 29 Sie haben das Recht sich Ihren Arzt oder ihre Ärztin auszusuchen. Das nennt man „das Recht auf freie Arztwahl“. Das steht sogar im Gesetz (in Paragraf 76, Sozialgesetzbuch 5). Sie dürfen Ihren Arzt auch wechseln. Allerdings können Sie einen bestimmten Arzt nicht zwingen, dass er Sie behandelt. Aber wenn es einen Notfall gibt, muss der Arzt Sie behandeln. Wenn er Sie nicht behandelt, wenn es Ihnen plötzlich sehr schlecht geht und Sie sofort behandelt werden müssen, können Sie sich beschweren. Quelle ist die Broschüre „Patientenrechte einfach erklärt“ der Patienteninitiative. Blind auf Facebook
  • 30. Leichte Sprache  Die Leichte Sprache richtet sich an lernbehinderte Menschen.  Sätze sind kurz und enthalten jeweils nur eine Information.  Aussagen werden von Illustrationen begleitet.  Alle Regeln findet ihr beim Netzwerk Leichte Sprache.  Die Übersetzung wird IDR von speziellen Agenturen übernommen. 30Blind auf Facebook
  • 31. Beispiel Leichte Sprache vs. Alltagssprache Alltagssprache Leitgedanke der UN-Konvention ist die Idee der Inklusion. Inklusion bedeutet, dass niemand in der Gesellschaft ausgegrenzt werden darf. Staat und Gesellschaft müssen dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung nicht diskriminiert und aufgrund ihrer Behinderung benachteiligt werden. Leichte Sprache Die UN-BRK ist ein Vertrag. In dem Vertrag stehen die Rechte von Menschen mit Behinderung. In dem Vertrag steht zum Beispiel: Menschen mit Behinderung haben die gleichen Rechte, wie Menschen ohne Behinderung. 31Blind auf Facebook
  • 32. Übung: Was fehlt zur Leichten Sprache? Blind auf Facebook 32 In Deutschland lebten im Jahr 2013 7,5 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung (Angabe: Statistisches Bundesamt, 2015). 2013 waren somit 9,4 Prozent der gesamten Bevölkerung in Deutschland schwerbehindert. Die Mehrzahl der Behinderungen tritt erst im Laufe des Lebens auf. Lediglich vier bis fünf Prozent der Behinderungen stellen sich bereits bei der Geburt ein beziehungsweise treten im ersten Lebensjahr auf. Knapp die Hälfte (45 Prozent) der Menschen mit Schwerbehinderung ist zwischen 55 und 75 Jahre alt. 31 Prozent sind 75 Jahre und älter. 2 Prozent der Schwerbehinderungen sind auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen. Der Text stammt aus dem Bereich Schwerbehinderung des Familienratgebers.
  • 33. Lösung: Der Text in Leichter Sprache In Deutschland leben viele Menschen mit einer Behinderung. Viele Menschen haben die Behinderung erst in ihrem Leben bekommen. Manche Menschen habe die Behinderung schon seit der Geburt. Blind auf Facebook 33 Der Text und das Bild stammt aus dem Bereich Schwerbehinderung in Leichter Sprache aus dem Familienratgeber.
  • 35. Was sind dekorative Bilder?  Dekorative Bilder dienen vor allem als visuelle Teaser. Sie tragen selbst keine Information, sondern sollen das Interesse am Inhalt wecken.  Ausnahme sind etwa Banner: Sie informieren über das Thema einer Website. 35
  • 36. Bildobjekt  Das Bildobjekt wird idealerweise etwas oberhalb des eigentlichen Bildmittelpunktes positioniert. Bei Abbildungen von Menschen befindet sich an diesem Punkt typischerweise das Gesicht.  Für Sehbehinderte ist das Erkennen des Bild-Inhalts einfacher, wenn sie wissen, was darauf zu sehen ist. 36
  • 37. Kontrast 37  Bei komplexen Bildern können Sehbehinderte Probleme haben, das Bildobjekt zu erkennen oder vom Hintergrund zu unterscheiden.  Sorgen Sie für ausreichend Kontrast zwischen Bildobjekt und Hintergrund.  Idealerweise wird das Foto gleich entsprechend aufgenommen bzw. ausgewählt. Ansonsten kann mit der Bildbearbeitung nachgeholfen werden. Blind auf Facebook
  • 38. Text in Bildern  Text in Grafiken ist für Blinde unsichtbar.  Text in Bildern ist für Seh-/Lese- Behinderte schlecht lesbar, da er bei Vergrößerung verpixelt.  Vermeiden Sie Text in Bildern. Schreiben Sie ansonsten den Inhalt des Textes in den Alternativtext. Zum Beispiel: „ Blinde am Bildschirm. Blinde benutzen Hilfsmittel um ihre Computer bedienen zu können ...“ 38
  • 39. Infografiken  Infografiken sollten auf Erkennbarkeit optimiert werden, nicht auf Ästhetik. Das heißt:  keine Info nur über Farbe vermitteln  eingebetteter Text ist lesbar  die Grafik und ihre Bestandteile sind möglichst einfach gehalten 39 Verkaufte Mittagessen
  • 40. Bildbeschreibung  Blinde brauchen einen Alternativtext. Er beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist.  Twitter und Facebook erlauben das Erstellen solcher Bildbeschreibungen. Workshop: Barrierefreiheit im Internet 40 Älteres Modell einer Schreibmaschine für Blindenschrift
  • 41. Beispiel für dekorative Alternativtexte  Für dekorative Bilder reichen einfache Alternativtexte, die das Bildobjekt beschreiben.  Beispiel: „Ein antikes Segelboot vor einer Insel“ 41
  • 42. Beispiel für informative Alternativtexte Bei informativen Grafiken sind die Anforderungen höher: „Das Diagramm zeigt die Entwicklung der versendeten SMS in den letzten 10 Jahren. Ab dem Jahr 2005 bis 2012 steigt die Zahl der versendeten SMS von 20,3 auf 59,8 Mrd. und fällt bis 2015 steil auf 16,6 Mrd. ab.“ 42 Quelle: https://de.statista.com/infografik/2208/pro-jahr-in-deutschland- verschickte-sms/
  • 44. Lösung: Alternativtext formulieren Beispiel Alternativtext: Ein Elefant steht auf den Hinterbeinen mit einem Ball im Rüssel vor einem Basketballkorb. 44
  • 45. Sticker und Emojis  Die Sticker von Facebook sind für Blinde aktuell unsichtbar.  Die Emojis, die vom UTF- Consortiums aufgenommen sind, werden ausführlich beschrieben.  Eine Häufung von Emojis und Emoticons nervt Blinde und verwirren eher. 45
  • 46. Ist KI die Zukunft?  Alle großen Konzerne entwickeln künstliche Intelligenzen, um Bild- Inhalte automatisch zu erkennen und zu beschreiben. Facebook setzt sie bereits ein.  Derzeit sind die automatischen Beschreibungen von Facebook unzureichend. Das kann sich aber in naher Zukunft ändern. 46 Quelle: https://www.flickr.com/photos/taymazvalley/6405801675
  • 47. Audio und Video Blind auf Facebook 47
  • 48. 48 Transkript des Podcasts „Alternativlos“  Frank Rieger: Herzlich willkommen zu alternativlos, die Folge Numero 20 …  Fefe: … über den politischen Diskurs diesmal, und wir sind sehr stolz, einen besonderen Gast zu haben, diesmal, nämlich Herrn Schirrmacher von der FAZ.  Frank Schirrmacher: Hallo.  Frank Rieger: Guten Tag.  Frank Schirrmacher: Guten Tag.  Schwerhörige und Gehörlose profitieren von Verschriftlichungen von Audio- Inhalten, den Text-Transkripten.  Du kannst zum Beispiel ein Skript oder eine Spracherkennungssoftware wie Dragon Dictate als Hilfsmittel einsetzen. Text-Transkripte für Audio und Video
  • 49. 49 Quelle: Youtube Video – Das erste Mal von Aktion Mensch  In Untertiteln wird das Gesprochene verschriftlicht, außerdem werden wichtige Geräusche vermittelt, die zum Verständnis des Clips wichtig sind.  Es gibt offene und geschlossene Untertitel (closed captions). Closed Captions können ein- bzw. ausgeblendet werden und sind deshalb besser. Untertitel
  • 50. 50 Quelle: http://www.opensubtitles.org/  In YouTube können Untertitel erstellt und für andere Anwendungen wie Facebook exportiert werden. Die automatische Untertitelung von YouTube kann als Hilfe genutzt werden.  Frag einen Gehörlosen, ob die Untertitel so ausreichend sind. Hilfsmittel für Untertitel
  • 51. 51  Die Audio-Deskription (AD) ist eine Beschreibung von visuellen Video-Inhalten für blinde und sehbehinderte Menschen.  Sie ist vor allem für Videos mit geringem Sprachanteil wichtig, da Blinde sonst nicht verstehen, worum es geht. Was ist Audio-Deskription
  • 52. 52  Die Texte werden eingesprochen und anschließend mit dem Film synchronisiert.  Hör dir den Film ohne Bild an, welche visuellen Infos sind für Nicht-Sehende wichtig?  Die AD muss knapp sein. Es kann nur die Zeit genutzt werden, in der nicht gesprochen wird. Frag einen Blinden, ob die AD so in Ordnung ist. Wie wird Audio-Deskription erstellt?
  • 53. 53  Eine Alternative zu einer AD besteht darin, die wesentlichen visuellen Infos in die Moderation einzubauen.  Überlege, welche Infos für den Blinden wichtig sind und fasse sie im Moderationstext zusammen. Alternative zur Audio-Deskription
  • 54. 54  Blinde natürlich  Mit einer AD wird aus deinem Film ein Hörspiel. Dein Zuschauer kann sich das Video reinziehen, ohne die ganze Zeit auf den Screen zu gucken.  Man kann sich deinen Film zum Beispiel beim Joggen anhören und kriegt trotzdem fast alles mit. Wer freut sich über AudioDescription?
  • 55. 55  Manche Gehörlose verstehen die Alltagssprache nicht.  Sie brauchen den Inhalt in Gebärdensprache.  Du brauchst also einen Gebärdendolmetscher oder Gehörlosen, der die Gebärdensprach-Videos aufnimmt. Gebärdensprache
  • 56. 56 Tipps zu einzelnen Kanälen 56Blind auf Facebook
  • 57. Facebook  Facebook-Postings sollten kurz und sprachlich einfach gehalten werden.  Angehängte Bilder oder Videos sollten textlich beschrieben bzw. angeteasert werden. Das Gleiche gilt für verlinkte Inhalte. Das Ziel eines Links sollte aus dem Posting eindeutig hervorgehen. Weisen Sie auch darauf hin, wenn das Linkziel etwas anderes als eine andere Webseite ist.  Weitere Infos zur Barrierefreiheit gibt es bei Facebook 57 57Blind auf Facebook
  • 58. Twitter  Twitter-Postings sollten nicht mit Hash-Tags gepflastert werden. Für Blinde liest sich das so: Hashtag Bonn Hashtag wird Hashtag grün.  Gehen Sie auch mit Emoticons sparsam um, diese werden Blinden teils ausführlich beschrieben, was den Lesefluss stört (z.B. klatschende Hände mit heller Hautfarbe).  Auch bei Tweets sollte auf Jargon verzichtet werden, der Tweet sollte auch für Outsider verständlich sein.  Getwitterte Bilder sollten eine alternative Beschreibung für Blinde enthalten.  Weitere Infos zur Barrierefreiheit der Plattform gibt es bei Twitter. 58 58Blind auf Facebook
  • 59. Twitter  Twitter-Postings sollten nicht mit Hash-Tags gepflastert werden. Für Blinde liest sich das so: Hashtag Bonn Hashtag wird Hashtag grün.  Gehen Sie auch mit Emoticons sparsam um, diese werden Blinden teils ausführlich beschrieben, was den Lesefluss stört (z.B. klatschende Hände mit heller Hautfarbe).  Auch bei Tweets sollte auf Jargon verzichtet werden, der Tweet sollte auch für Outsider verständlich sein.  Getwitterte Bilder sollten eine alternative Beschreibung für Blinde enthalten.  Weitere Infos zur Barrierefreiheit der Plattform gibt es bei Twitter. 59 59Blind auf Facebook
  • 60. YouTube  YouTube unterstützt zuschaltbare Untertitel, nicht aber AudioDeskription. AD muss ggf. in einem separaten Video angeboten werden.  Die automatische Untertitelung von YouTube ist aktuell unbrauchbar. Sie können als Grundlage für eigene Untertitel genommen werden.  Der Videotitel sollte immer eindeutig sein. Manche sind sonst schnell verunsichert, ob sie das richtige Video aufgerufen haben. Blind auf Facebook 60 60
  • 61. Danke für eure Aufmerksamkeit  Fragen?  Diskussionsbedarf? Blind auf Facebook 61