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Intersektionalität

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Intersektionalität, Praxeologischer Ansatz und darstellung einer Studie von Anja Gottburgsen und Christiane Gross

Veröffentlicht in: Bildung
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Intersektionalität

  1. 1. INTERSEKTIONALITÄTSANALYSE MARINA LJULJOVIC & DANIELA GADANJI
  2. 2. KIMBERLE WILLIAMS CRENSHAW geboren (1959) ist eine prominente Figur der Critical Race Theory ( CRT ) Rechtswissenschaft- Professorin in UCLA School of Law und Columbia Law School. Spezialisiert im Bereich Rasse und Gender.
  3. 3. ENTSTEHUNG DER INTERSEKTIONALITÄT „Die Intersektion von ‚Rasse‘ und Geschlecht demarginalisieren: Eine Schwarze feministische Kritik am Antidiskriminierungsrecht, der feministischen Theorie und der antirassistischen Politik“ - Aufsatz (1989) Kimberle Crenshaw
  4. 4. URSPRUNG DES BEGRIFFS „Wie dieser Verkehr, kann auch Diskriminierung in mehreren Richtungen verlaufen.“ (Crenshaw 2010: 38)
  5. 5. AUSWAHL UND GEWICHTUNG VON KATEGORIEN
  6. 6. AUSWAHL UND GEWICHTUNGEN VON KATEGORIEN (DEGELE/ WINKER 2009: 18-62). - Kategorien der analysebene: Strukturebene, Repräsentationsebene und Identitätsebene - Kategorien der Strukturebene: Geschlecht Klasse Rasse Körper
  7. 7. AUSWAHL UND GEWICHTUNGEN VON KATEGORIEN
  8. 8. INTERSEKTIONALITÄTS- PARADIGMA Nach Leslie Mc Call: Anti-kategoriale Komplexität • Soziale Kategorien bzw. Identitäten werden als Effekt von Macht-Wissens Komplexen zurückgewiesen Intra-kategoriale Komplexität • Differenzen bzw. Ungleichheiten innerhalb einer Kategorie bzw. Gruppe Inter-kategoriale Komplexität • Ungleichheitsrelationen zwischen sozialen Kategorien
  9. 9. PRAXEOLOGISCHER ANSATZ Schritt 1: Identitätskonstruktionen beschreiben Schritt 2: Symbolische Repräsentation identifizieren Schritt 3: Bezüge zu Sozialstrukturen finden Schritt 4: Wechselwirkungen zentraler Identitätskategorien auf drei Ebenen benennen Schritt 5: Identitätskonstruktionen vergleichen und clustern Schritt 6: Strukturdaten ergänzen und Herrschaftsverhältnisse analysieren Schritt 7: Analyse von benannten Repräsentationen vertiefen Schritt 8: Wechselwirkungen in der Gesamtschau herausarbeiten
  10. 10. DARSTELLUNG EINER STUDIE • Welchen Beitrag leistet „Intersektionalität“ zur Klärung von Kompetenzunterschieden bei Jugendlichen? • Anja Gottburgsen und Christiane Gross • „Ob und inwiefern das Paradigma der Intersektionalität zur Erklärung von Bildungsungleichheiten bei Jugendlichen beitragen kann.“ • Lese- und Mathematikkompetenzen
  11. 11. DARSTELLUNG EINER STUDIE Soziale Ungleichheiten im deutschem Bildungssystem • Soziostrukturelle Benachteiligungen • Sozioökonomischer Status • Regionale Herkunft • Konfession • Migrationsstatus
  12. 12. INTERSEKTIONALITÄTSPARADIGMA • Multidimensionalität relevanter soz. Kategorien • Gender/Class/ Race vs. sex. Orientierung/Alter/Migrationsstatus… • Kombination soz. Merkmale wirkt sich unterschiedlich aus (Schule, Arbeit, Familie…) • Genderforschung und Bildungsforschung (empirisch qualitativ) • Ziel- auch in den quantitativen Analysen zu nutzen
  13. 13. STAND DER FORSCHUNG • Soziale Herkunft beeinflusst die Bildung • ♂ - Risikogruppe • Migrationshintergrund – Benachteiligung in Bildung und Kompetenzerwerb • ♀ - bessere Resultate in der Bildung • Soz. Zusammensetzung entscheidend für den Lernerfolg (Migrantenanteil)
  14. 14. MULTIDIMENSIONALITÄTSANNAHME SOZIALER UNGLEICHHEIT - HYPOTHESEN • Jungen erreichen im Vergleich zu Mädchen niedrigere Kompetenzwerte im Bereich Lesen (Hypothese H-1a) und höhere im Bereich Mathematik (Hypothese H-1b). • Je niedriger der soziale Status ist, desto niedriger sind auch die erzielten Werte in beiden Kompetenzbereichen (Hypothese H-2). • Das Vorhandensein eines Migrationshintergrundes wirkt sich nachteilig auf die erzielten Kompetenzwerte in beiden Leistungsbereichen aus (Hypothese H-3).
  15. 15. INTERSEKTIONALE VERWOBENHEIT- HYPOTHESE • Gender und soziale Herkunft: Jungen mit niedriger sozialer Herkunft erreichen besonders niedrige Kompetenzwerte im Lesen (Hypothese I-1a), Mädchen mit niedriger sozialer Herkunft besonders niedrige in Mathematik (Hypothese I-1b). • Gender und Migrationsstatus: Jungen mit Migrationshintergrund erreichen besonders niedrige Kompetenzwerte im Lesen (Hypothese I-2a), Mädchen mit Migrationshintergrund besonders niedrige Kompetenzwerte in Mathematik (Hypothese I-2b). • Soziale Herkunft und Migrationsstatus: Jugendliche mit Migrationshintergrund und niedriger sozialer Herkunft erzielen besonders niedrige Werte in beiden Kompetenzbereichen (Hypothese I-3). • Gender, soziale Herkunft und Migrationsstatus: Jungen mit Migrationshintergrund und niedriger sozialer Herkunft erreichen besonders niedrige Kompetenzwerte im Lesen (Hypothese I-4a), während Mädchen mit Migrationshintergrund und niedriger sozialer Herkunft besonders niedrige Kompetenzwerte in Mathematik erzielen (Hypothese I-4b).
  16. 16. KONTEXTABHÄNGIGKEIT - HYPOTHESE • für den Kontext Bildung- ob sich die individuellen Einflüsse von Gender, Migrationsstatus und sozialer Herkunft je nach Schul- und Länderkontext unterscheiden? • Jugendliche mit Migrationshintergrund sollten in Schulen mit zunehmendem Migrantenanteil signifikant schlechter abschneiden (Hypothese K-1). • Der Gendereffekt sollte in Ländern mit geringerer Gleichstellung größer sein. Daher sind größere Kompetenzunterschiede zwischen Jungen und Mädchen in beiden Leistungsbereichen in Ländern mit mehr Geschlechtergleichheit zu erwarten (Hypothese K-2). • Die Schichtzugehörigkeit sollte in Ländern mit hoher Einkommensungleichheit einen stärkeren Einfluss auf den Lernerfolg der Kinder aus sozial schwachen Familien haben als in Ländern mit geringerer Einkommensungleichheit (Hypothese K-3).
  17. 17. DATEN UND METHODEN • Individual- und Schulebene -> PISA-Daten aus 2006 • Deskriptive Darstellung -> Gewichtungsfaktor • Hypothesen -> Mehrebenenanalysen (ungewichtet) • Abhängige & Unabhängige Variablen • Mathematik und Lesen • Gender, Migrationsstatus, Bildungsabschluss der Eltern (ISCED)… • Schulebene • Migrantenanteil • Länderebene • GINI-Index und Gender Empowerment Measure • Kontrollvariablen • Alter und Testsprache • Wohnortgröße • Wohlstandsniveau des Landes
  18. 18. EMPIRISCHE ANALYSEN • Modell 1 die Hypothesen zur Multidimensionalität sozialer Ungleichheiten im Kompetenzerwerb • Modell 2 die Hypothesen zur intersektionalen Verwobenheit • Modell 3 die Hypothesen zur Kontextabhängigkeit der Einflüsse der Gruppenzugehörigkeiten.
  19. 19. MULTIDIMENSIONALITÄTSANNAHME SOZIALER UNGLEICHHEIT - HYPOTHESEN • Jungen erreichen im Vergleich zu Mädchen niedrigere Kompetenzwerte im Bereich Lesen (Hypothese H-1a) und höhere im Bereich Mathematik (Hypothese H-1b). BESTÄTIGT • Je niedriger der soziale Status ist, desto niedriger sind auch die erzielten Werte in beiden Kompetenzbereichen (Hypothese H-2). BESTÄTIGT • Das Vorhandensein eines Migrationshintergrundes wirkt sich nachteilig auf die erzielten Kompetenzwerte in beiden Leistungsbereichen aus (Hypothese H-3). BESTÄTIGT
  20. 20. INTERSEKTIONALE VERWOBENHEIT- HYPOTHESE • Gender und soziale Herkunft: Jungen mit niedriger sozialer Herkunft erreichen besonders niedrige Kompetenzwerte im Lesen (Hypothese I-1a), Mädchen mit niedriger sozialer Herkunft besonders niedrige in Mathematik (Hypothese I- 1b). BESTÄTIGT • Gender und Migrationsstatus: Jungen mit Migrationshintergrund erreichen besonders niedrige Kompetenzwerte im Lesen (Hypothese I-2a), Mädchen mit Migrationshintergrund besonders niedrige Kompetenzwerte in Mathematik (Hypothese I-2b). BESTÄTIGT • Soziale Herkunft und Migrationsstatus: Jugendliche mit Migrationshintergrund und niedriger sozialer Herkunft erzielen besonders niedrige Werte in beiden Kompetenzbereichen (Hypothese I-3). BESTÄTIGT (Mathematik) / KEIN EFFEKT (Lesen) • Gender, soziale Herkunft und Migrationsstatus: Jungen mit Migrationshintergrund und niedriger sozialer Herkunft erreichen besonders niedrige Kompetenzwerte im Lesen (Hypothese I-4a), während Mädchen mit Migrationshintergrund und niedriger sozialer Herkunft besonders niedrige Kompetenzwerte in Mathematik erzielen (Hypothese I-4b). Nicht signifikant
  21. 21. KONTEXTABHÄNGIGKEIT - HYPOTHESE • für den Kontext Bildung- ob sich die individuellen Einflüsse von Gender, Migrationsstatus und sozialer Herkunft je nach Schul- und Länderkontext unterscheiden? • Jugendliche mit Migrationshintergrund sollten in Schulen mit zunehmendem Migrantenanteil signifikant schlechter abschneiden (Hypothese K-1). BESTÄTIGT (Mathematik) / KEIN EFFEKT (Lesen) • Der Gendereffekt sollte in Ländern mit geringerer Gleichstellung größer sein. Daher sind größere Kompetenzunterschiede zwischen Jungen und Mädchen in beiden Leistungsbereichen in Ländern mit mehr Geschlechtergleichheit zu erwarten (Hypothese K-2). KEIN EFFEKT (Beide) • Die Schichtzugehörigkeit sollte in Ländern mit hoher Einkommensungleichheit einen stärkeren Einfluss auf den Lernerfolg der Kinder aus sozial schwachen Familien haben als in Ländern mit geringerer Einkommensungleichheit (Hypothese K-3). KEIN EFFEKT (Beide)
  22. 22. BIBLIOGRAPHIE • Bergische Unversität Wuppertal: Katharina Walgenbach. In: http://www.erziehungswissenschaft.uni-wuppertal.de/personen/gender-und-diversity/katharina- walgenbach/publikationen.html [17.12.2014] • Budde, Jürgen (2013): Intersektionalität als Herausforderung für eine erziehungswissenschaftliche soziale Ungleichheitsforschung In: Siebholz, Susanne [Hrsg.]: Prozesse sozialer Ungleichheit : Bildung im Diskurs Wiesbaden: Springer VS. 245-257. • Degele, Nina/Winker Gabriele (2008): Praxeologisch differenzieren. Ein Beitrag zur intersektionellen Gesellschaftsanalyse. In: Klinger, Cornelia/Knapp, Gudrun-Axeli (Hrsg.): ÜberKreuzungen. Fremdheit, Ungleichheit, Differenz. Münster: Westfälisches Dampfbott. 194- 209. • Gottburgsen, Anja/Gross, Christiane (2012): Welchen Beitrag leistet „Intersektionalität“ zur Klärung von Kompetenzunterschieden bei Jugendlichen? In: Soziologische Bildungsforschung. Sonderband der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Hg. Heike Solga/Rolf Becker. Wiesbaden: VS Verlag. S. 86-109. • Thema Intersektionalität: In: http://dissens.de/isgp/docs/literaturliste- intersektionalitaet.pdf[19.12.2014] • Walgenbach, Katharina ( 2012): Intersektionalität- Eine Einführung. URL: www.portal- intersektionalität.de[17.12.2014]

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