V.­Prof. Dr. Christian Swertz

Medienpädagogik
Institut für Bildungswissenschaft
Universität Wien

STEP  1b:  Ringvorlesun...
­> Anschauung (Exemplarisch, Vorwissen)
­> Mediendidaktik (Wie: Unterricht mit Medien)
­> Anschauung (Exemplarisch, Vorwissen)
­> Mediendidaktik (Wie: Unterricht mit Medien)
­> Medienkritik 
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Medienkompetenz
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Medienkritik
Medienbegriff
Medienbegriff
Medien sind die Relationen 
zwischen Menschen, 
materiellem Zeichenträger und 
Zeichen, in denen Materie von 
Menschen als...
STEOP - Ringvorlesung - Medienpaedagogik
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STEOP - Ringvorlesung - Medienpaedagogik

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Kurze Einführung in die Medienpädagogik für die Ringvorlesung in der Studieneingangsphase im Studium der Bildungswissenschaft an der Universität Wien

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  • {"16":"Die Medienkultur wird unter anderem bestimmt von Medienräumen. Es ist klar, dass Medienräume verändert werden, wenn andere Medien verwendet werden, um diese Räume zu konstituieren. \nMedien so zu denken, dass durch Medien Räume konstituiert werden, ist typisch für eine Analyse von Medien, oder Medienanalyse. Ein Beispiel ist die Veränderung des Lernarums im E-Learning: Der Lernraum institutioneller Lernarragements ist traditionell der gebaute Raum (Schule, Universität etc.). Diese Räume begrenzen zugleich die Möglichkeiten pädagogischer Kontrolle: eine Kontrolle im privaten Bereich ist nicht möglich. Das wird durch E-Learning verändert. Meine Möglichkeiten, ihr Lernen zu kontrollieren, wird in den privaten Bereich hinein ausgedehnt. \nDas ist gut sichtbar an Serverlogfiles. Der Screenshot zeigte einen Auszug aus den Logfiles, die der Lerndorf-Server erzeugt. \n","5":"Damit ist ein Bereich der Medienpädagogik angesprochen, der als Mediendidaktik bezeichnet wird. In der Mediendidaktik wird erforscht, wie welche Medien zu welchem Zweck im Unterricht eingesetzt werden und eingesetzt werden können.\n","22":"Mit dem Medienkompetenzbegriff geht es um Ziele eines Unterrichts über Medien. Hier ist wieder Unterscheidung wichtig: Der Unterricht über Medien und der Unterricht mit Medien. Jeder Unterricht erfolgt mit Medien. Unterricht über Medien, der die Vermittlung von Medienkompetenz zum Ziel hat, ist dagegen seltener.\nMit Medienkompentenz werden Ziele des Unterrichts über Medien bezeichnet – es geht also um eine Fachdidaktik der Medien, d.h. es geht um die Frage, was Menschen über Medien lernen sollten.\nAusangspunkt der Debatte im deutschsprachigen Raum ist der Medienkompetenzbegriff von Baacke, der folgende Aspekte unterscheidet:\nMedienkritik: Analytische Erfassung gesellschaftlicher Probleme, Reflexion über eigenes Medienhandeln, Ethische Beurteilung\nMedienkunde: Wissen über Medien und Mediensysteme (Programmgenres), Fähigkeit, Medien zu handhaben\nMediennutzung: Programmnutzungskompetenz (reflexiv), Interaktive Dienstenutzung (z.B. Online-Banking), Anbieten von Medienprodukten (z.B. eigene Homepage)\nMediengestaltung: Innovative Veränderung und Weiterentwicklung (im Mediensystem), Kreative Gestaltung (über das Mediensystem hinaus).\nEin Beispiel für Inhalte zum Bereich Medienkritik war die eben diskutierte Zeitschrift. Ziel bei dem, was ich hier gemacht habe, war also die Vermittlung der Fähigkeit zur Medienkritik; Inhalt war die Titelseite von Weekend und Methode ist der Vortrag mit Computerpräsentation.\nDiese Ziele sind bezogen auf die Theorie kommunikativen Handelns von Habmeras und die Sprachtheorie von Chomsky.\nJetzt habe ich viel über Medien geredet, Ihnen aber nicht gesagt, was Medien sind. Hier also jetzt eine Definition von Medien:\n","11":"Die Universität gewinnt diese Macht wie jede pädagogische Institution, weil die Universität die Teilnahme an der kulturellen Überlieferung kontrolliert. Sie müssen als Mensch lernen, erzogen werden und sich bilden, um überhaupt zu Menschen werden zu können. Sie sind existentiell auf diese Teilhabe an der kulturellen Überlieferung, an der Tradierung kultureller Gehalte angewiesen. Markant dafür ist das Sprechen lernen – Sie können nicht zum Mensch werden, ohne eine Sprache zu erlernen, wobei Sprache selbstverständlich weit zu verstehen ist und z.B. auch Gebärdensprachen einschließt, also im Sinne symbolischer Operationen gemeint ist. Nur nebenbei bemerkt müssen Sie dazu auch das Gehirn verwenden, womit das Gehirn als Medium des Denkens zu sehen ist. Und aus dieser Sicht ist wiederum sofort der Unsinn der sogenannten Neurodidaktik klar, die eigentlich gar keine Didaktik, sondern bestenfalls eine Polemik ist. \nIn diesen Prozess der Tradierung kultureller Gehalte reklamieren sich nun Pädagoginnen und Pädagogen hinein. Das merken Sie z.B. daran, dass Sie Sprechen zwar noch von Ihren Eltern lernen durften; Lesen, Schreiben und Rechnen aber nicht mehr - das steht unter pädagogischer Kontrolle.\nIndem Pädagoginnen und Pädagogen sich in diesen Prozess einschieben gewinnen sie Einfluss darüber, wie sich Menschen zu diesem Wissen in ein Verhältnis setzen können - eine Idee die bis hier hin von Jean Baudrillard begründet worden ist.\nEs geht dabei um ein existentielles Verhältnis, dass sich in den genannten Phänomenen zeigt. Solche Phänomene in ihrem kulturhistorischen Kontext zu analysieren ist Gegenstand der phänomenologischen Medienpädagogik.\n","17":"Hebt man einen Eintrag hervor, dann wird hier sichtbar, dass Lernen jederzeit und an jedem Ort nicht nur möglich, sondern auch überwachbar ist. \nDiese Ausdehnung des Lernraumes in den privaten Bereich hinein ist auf eine Eigenschaft des Mediums (hier genauer: der Serversoftware „Apache“) zurückzuführen. Diese Veränderung ist daher als Medienanalyse zu verstehen. Neben der Medienanalyse ist ein weiterer Bereich der Medienpädagogik die Analyse medialer Inhalte, oder Inhaltsanalyse.\n","6":"Nicht vergessen: Zuhören - Denken – Aufschreiben.\nWenn Sie den projizierten Text jetzt aufgeschrieben haben, dann wird daran, wie auch am ersten Beispiel, ein zweites Teilgebiet der Medienpädagogik sichtbar. Dieser zweite Bereich ist die Medienkritik, zu der die Analyse von Medienmacht gehört. \nWie wird hier Medienmacht sichtbar? Ganz einfach: Mir ist es gelungen, ihr mediales Handeln zu bestimmen und damit ihr Denken in eine bestimmte Richtung zu lenken, Ihr Denken also zu kontrollieren und durch die Wortwahl zu disziplinieren. Darin zeigt sich die Ausübung von Macht mittels Medien. Ich habe den Computer mit Beamer dazu benutzt, Macht auszuüben. Solche Macht- und Kontrollstrukturen zu analysieren ist ein Thema der Medienpädagogik: Es geht in der Medienpädagogik auch um die Analyse und das Verständnis der Macht von Medien. \nUm das noch einmal praktisch zu demonstrieren: Sie notieren jetzt bitte das Folgende:\n","23":"Medien sind die Relationen zwischen Menschen, materiellem Zeichenträger und Zeichen, in denen Materie von Menschen als Zeichen verwendet wird. Was heißt das?\n1.) Es gibt keine Verständigung zwischen Menschen, ohne dass dabei ein materieller Zeichenträger involviert ist. Die gesprochene Sprache verwendet z.B. Luft. Gegen die Eigenschaften dieses Zeichenträger kann Kommunikation nicht stattfinden. Sie können z.B. am Telefon nicht nicken.\n2.) Die Bedeutung des Mitgeteilten ist nicht identisch mit dem physikalischen Zeichenträgern. Das gesprochene Wort Baum ist kein Baum, sondern Schallwellen in der Luft, es bezeichnet aber einen Baum. Hier kommen Zeichentheorien ins Spiel.\n3.) Medien produzieren sich nicht selbst. Dazu mangelt es ihnen an Willen. Es ist immer ein Mensch, der einen freien Willen hat, der Medien erzeugt – und zwar auf der physikalischen oder der semiotischen Ebene.\nJetzt ist nach McLuhan der Inhalt eines Mediums ein Medium. Was heißt das?\n","12":"Sie sitzen hier also in einer Institution, die Sie beeinflusst, und werden mit Medien manipuliert. Und genau darüber spreche ich jetzt. Das macht auf eine interessante Denkfigur aufmerksam, die für das Verständnis von Medien wichtig ist: Sie werden beeinflusst, können gleichzeitig wissen, dass das so ist – und werden trotzdem beeinflusst. Das zeigt zum einen die Möglichkeit des reflektierten Umgangs mit Macht und begrenzt dies zugleich. Diese Gleichzeitigkeit führt zu dem Ziel, dass Sie diese Struktur verstehen und dadurch damit umzugehen lernen. Weil Sie Macht nicht vermeiden können geht es darum, dass Sie Medien als Pädagoginnen und Pädagogen auch machtvoll gestalten können; allerdings so, dass Sie dabei nicht unreflektiert die Machtansprüche des Staates, der Kirche, der Wirtschaft oder von Ihnen selbst reproduzieren. Dazu benötigen Sie zunächst einen bildungstheoretisch fundierten Standpunkt. Von diesem Standpunkt aus können Sie dann durch Medien Bildungsanlässe schaffen.\nDabei müssen Sie als Pädagoginnen und Pädagogen Macht ausüben – Sie können das aber vernünftig zu tun, und die Antwort au die Frage, was Vernunft heißen kann, steht im Mittelpunkt unseres Studienprogramms. Wenn Sie bei dieser Machtausübung nicht einfach nur religiöse, wirtschaftliche oder politische Interessen reproduzieren wollen, sondern sich vernünftigerweise dem Menschen würdig erweisen wollen, genügt es nicht, wenn Sie ironisch über ihre Tätigkeit nachdenken. Wenn Sie vernünftig pädagogisch Arbeiten wollen brauchen Sie Wissenschaft, und zwar insbesondere wissenschaftliche Begriffe.\n","1":"Heute geht es um die Medienpädagogik, die allerdings keinen Schwerpunkt im Bachelorprogramm darstellt.\n","18":"Ein Beispiel für eine Inhaltsanalyse liefert die Titelseite dieser vor einigen Jahren in Wien verteilten Gratiszeitschrift\n. \nZunächst fällt auf, dass hier ein Widerspruch zwischen Text und Bild besteht, denn die gezeigte Dame ist offensichtlich nicht zu dick. Allerdings ist klar, worauf abgezielt wird: Auf eine Disziplinierung des Körpers, hier veranschaulicht durch das Maßband, das zugleich die Funktion der Mode, den Körper zu disziplinieren, demonstriert.\nDie Interpretation der gezeigten Bekleidung wird einfacher, wenn die Rückseite der Zeitschrift herangezogen wird, d.h. eine werkimmanente Interpretation vorgenommen wird:\n","7":"Haben Sie das alle notiert? Falls nicht, darf ich mir erlauben daran zu erinnern, dass Sie am Ende des Semesters eine Klausur schreiben werden. In der Klausur werden Fragen zu der heutigen Vorlesung enthalten sein (nebenbei: für Medienpädagogik nur zu der Vorlesung). Es könnte also gut sein, dass das, was Sie jetzt projiziert sehen, in der Klausur gefragt wird, also eine Frage vorkommt wie: Nennen Sie zwei Begriffe, mit denen Medienmacht in der Medienpädagogik reflektiert wird.\nGut - darf ich noch einmal fragen, ob sich das jetzt alle notiert haben? \nWenn sich das jetzt alle notiert haben, dann ist hier ein drittes Teilgebiet sichtbar geworden, das in der Medienpädagogik behandelt wird, und das ist die Funktion von Medien für Institutionen; im konkreten Fall die Universität als Institution, in der Medien verwendet werden, und in der bestimmte Riten, Sitten und Gebräuche entlang von Medien etabliert werden.\nDazu möchte ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen, und die Geschichte hat mit diesem Gebäude zu tun:\n","24":"Dabei ist nach McLuhan der Inhalt eines Mediums ein Medium. Dazu zwei Beispiele und eine Bagrenzung:\n1.) Der Gesang wird zum Inhalt der Sprache in der Sprachmelodie.\n2.) Der Webbrowser wird zum Inhalt der Computertechnologie. Damit wird die Computertechnologie der Aufmerksamkeit entzogen. Oder hätten Sie gewusst, das Computer digital- elektrische universelle Turingautomaten sind?\nEine Abgrenzung ist zum Begriff des Mediums interessant, der noch Ende des 19. Jahrhunderts für parapsychische Phänomene verwendet wurde. Der Umstand, dass Medien sich zumindest zum Teil der Wahnehmung entziehen und im Gebrauch unsichtbar werden, weil es eben nicht um das Medium geht, ist der Diskussion um den Medienbegriff immer noch präsent.\nZuletzt möchte ich noch auf Darstellungsebenen aufmerksam machen:\n","13":"Indem Sie Worte und deren Bedeutung für solche Prozesse, wie ich Sie eben gezeigt habe, kennen lernen, können Sie sich auch von den Vorgängen distanzieren, darüber nachdenken und pädagogische Prozesse damit der Gestaltung zugänglich machen. Sie können verantwortlich und vernünftig pädagogisch Handeln. Daher sind Begriffe ein wichtiges Mittel wissenschaftlichen Arbeitens. \nBevor ich fortfahre darf ich mir erlauben, eine Bemerkung zum Verhältnis von Religion und Pädagogik einzuschieben. Anlass dieser Bemerkung ist eine Forderung, die die hessische Kultusministerin Karin Wolff 2007 in Deutschland aufgestellt hat. Die ehemalige evangelische Religionslehrerin Wolff forderte, die biblische Schöpfungsgeschichte gleichberechtigt mit der Evolutionstheorie in den Biologieunterricht einzuführen. Das Ziel: Schüler dürften nicht allein mit der Evolutionslehre im Biologieunterricht konfrontiert werden, Darwin und seine Kollegen nicht getrennt werden von der "Schöpfungslehre der Bibel". Schließlich sei auch "noch eine andere Sicht" notwendig als nur die der Naturwissenschaft. \nÄhnliche Forderungen finden sich beim Wiener Erzbischof Schönborn (http://stephansdom.at/edw/katechesen/0/articles/2006/07/11/a11132/). In dem Beitrag ist auch gut zu erkennen, dass Schönborn Religion und Wissenschaft nicht unterscheiden will, ohne allerdings die erkenntnistheoretische, methodische und historisierende Dimensionen wissenschaftlichen Denkens auch nur zur Kenntnis zu nehmen. \nDas macht es erforderlich, wieder deutlicher daran zu erinnern, dass religiöse Wahrheiten keine Wahrheiten sind, sondern Glauben, und zwar ein Glauben, der ohne den Begriff des Glaubens auskommt. Wenn Wahrheiten mit wissenschaftlichen Methoden festgestellt werden, hält dem keine Religion in irgend einer Weise stand. Und Religion wird, das aber nur nebenbei, auch nicht als ethischer oder moralischer Maßstab benötigt – da sind Ethiken doch deutlich leistungsfähiger. Und Demokratien erst recht: Die Politikwissenschaften haben gezeigt, dass demokratische Staaten keinen Krieg untereinander führen; ein Phänomen, dass als demokratischer Frieden bezeichnet wird. Religiöse Staaten taten und tun das aber sehr häufig. Schon aus dieser Sicht gibt es keinen Grund einer Religion zu glauben, wenn sie von Frieden spricht.\nWissenschaftliche Wahrheit, und das heißt hier für uns: bildungstheoretisch fundierte wissenschaftliche Wahrheit, ist ein relevantes Fundament für Schule; religiöser Glauben oder gar Fanatismus - egal welcher Colouer - ist es nicht.\nDamit zur nächsten medienpädagogischen Perspektive:\n","2":"Zum Einstieg ein Beispiel:\nVermutlich ist Ihnen schon aufgefallen, dass ein wichtiges Studien- und Bildungsziel und zugleich zentrales Erfolgskriterium für das Studium der Bildungswissenschaft an der Universität etwas ist, das nicht im Studienplan steht: Bürokratische Kompetenz. Sie lernen den Umgang mit bürokratischen Strukturen: Wenn Sie das Studium erfolgreich absolviert haben, können Sie mit komplexen Verwaltungsstrukturen souverän umgehen. \n","19":"Offenkundig wird hier die gesellschaftliche Rolle von Frauen auf eine bestimmte Art und Weise dargestellt. Zentral ist dabei der männliche Blick und die männliche Machtausübung. Das wird ganz besonders an einem Blick in die Zeitschrift deutlich:\n","8":"Dieses Gebäude befindet sich in der ostwestfälischen Stadt Gütersloh, und was dort passiert, bestimmt derzeit wesentliche Teile ihre Lebens. Und das kommt so:\nMeistens stehen in der Medienpädagogik Institutionen im Bereich der Massenmedien im Mittelpunkt, wie der ORF oder die Bertelsmann AG. Die Bertelsmann Aktiengesellschaft ist hier ein interessantes Beispiel: Die Bertelsmann AG hält 90,% der Anteile einer Luxemburger Firma, die Radio Television Luxemburg heißt. Diese Firma mit Sitz in Luxemburg besitzt wiederum 100% der Anteile an einer Firma in Köln, der RTL Television. Diese Firm hält wiederum 100% der Anteile an den Fernsehsendern Super RTL, RTL II, ntv und VOX. \nSolche Analysen sind relevant, weil hier sichtbar wird, dass sie sich angesichts solcher Strukturen, in in engem Zusammenhang mit der staatlichen Lizenzvergabepolitik stehen, nicht darüber wundern müssen, dass Sie auf vielen Fernsehsendern kein innovatives und politisch relevantes Programm zu sehen bekommen. Interessant ist auch, dass Sie die gezeigte Konstellation in ihrem Studium betrifft: Es gibt nicht nur eine Bertelsmann AG, sondern auch eine Bertelsmann Stiftung (deren Sitz Sie auf dem Foto gesehen haben), die unter anderem das Centrum für Hochschulentwicklung betreibt, mit der irritierenden Abkürzung CHE. Die Absicht dieses Zentrums ist durchaus eine revolutionäre: Es geht darum, die Kontrolle der Wirtschaft über die Universitäten auszubauen - eine Absicht, die derzeit sehr erfolgreich ist; unter anderem macht sich das in der Durchsetzung von Kennziffern zur Steuerung der Wissenschaft und der Einführung von Bachelor- und Masterstudienprogrammen bemerkbar, was den Nebeneffekt hat, dass es durchaus Tendenzen gibt, die verfassungsmäßig garantierten Freiheit der Wissenschaft ebenso wie ihre Lehre der wirtschaftlichen Effizienzideologie unterzuordnen.\nWeil es bei einer Form der Analyse von Medienmacht um die Analyse von Ideologien wie der Effizienzideologie geht, wird diese Richtung der Medienpädagogik auch als ideologiekritische Medienpädagogik und die entsprechende Forschungsmethode als ideologiekritische Methode bezeichnet.\n","25":"Das ist eine symbolische Repräsentation, wogegen vorher eine ikonische Darstellung verwendet worden ist. Diese Unterscheidung geht zurück auf Peirce.\n","14":"Neben einer Allgemeinen Medienpädagogik, in der mit meist systematischen Forschungsmethoden die theoretischen Grundlagen der Medienpädagogik im Rahmen bildungstheoretischer Konzepte formuliert werden, ist die Mediennutzungsforschung ein wichtiger Bereich der Medienpädagogik. In der Mediennutzungsforschung sind empirische Forschungsmethoden vorherrschend. \nDas gilt für die schon genannte Marktforschung ebenso wie für die Evaluation des pädagogischen Medieneinsatzes. Ein Beispiel dafür ist das E-Learning. So gibt es z.B. die Vermutung, dass Eigenschaften von Lernerinnen und Lernern (z.B. Lernstil, Geschlecht o.ä.) das Lernverhalten beeinflussen. Daher sollte z.B. ein Zusammenhang zwischen Personen und Navigationsstrategien, also dem Online – Lernverhalten bestehen. Die obige Grafik zeigt jedoch, dass der Zusammenhang zwischen Lernenden und Navigationsstrategie im Lerndorf (Daten aus dem WS 06/07) eine Korrelation von -0,02 ergibt. Das heißt, dass es keinen Zusammenhang gibt. Anders gesagt: Die Art zu Lernen hängt in der untersuchten angefallenen Stichprobe nicht vom Lernstil, von Geschlecht oder anderen Eigenschaften der Person ab. \n","3":"Um das Bildungsziel “Bürokratische Kompetenz” in dieser Vorlesung zu erreichen, haben wir uns z.B. einen Online-Kurs ausgedacht. Dabei setzen wir auf selbstgesteuertes und eigenverantwortliches Lernen mit hoher Effizienz und hohem Praxisbezug. Das heißt, dass Sie die Regeln Online selbst nachlesen und sich dann danach richten dürfen; ich muss Ihnen die Regeln also hier nicht erklären. Kontrolliert werden sie trotzdem.\nWas zeigt dieses Beispiel?\nDie Struktur des Beispiels ist typisch für die in hohem Maße durch Medien geprägte moderne Kontrollgesellschaft, in der Sie leben – ein Begriff, mit dem Gilles Deleuze die heutige Gesellschaft charakterisiert hat. Wenn aber unsere Gesellschaft eine Kontrollgesellschaft ist und von öffentlichen Bildungsinstitutionen erwartet wird, Sie auf das Berufsleben vorzubereiten, dann gilt es vor allem, Sie an das Leben in einer Kontrollgesellschaft zu gewöhnen. Wie gut Schulen und Universitäten darin sind wird schon daran sichtbar, dass es kaum Aufregung über die unlängst bekannt gewordene ausgedehnte Online – Überwachung gibt. Sie glauben einfach, dass es keinen Zweck hat, etwas zu unernehmen, und Sie glauben, dass Sie eh nichts zu befürchten haben – und genau dieser Glauben wurde Ihnen im Zuge ihrer Ausbildung vermittelte, ohne dass Sie es gemerkt hätten. Nietzsche hat das mal als Sklavenmoral bezeichnet.\nDie Gewöhnung an diese Struktur ist jedenfalls auch berufsqualifizierend, und daher wird das, auch wenn Sie dadurch zu Sklaven gemacht werden, in unserer Gesellschaft toleriert.\nWas hat das mit Medienpädagogik zu tun?\nIn der Medienpädagogik geht es unter anderem um das Verständnis des Medieneinsatzes für den Unterricht, wie z.B. die Kontrolle von Studierenden durch Lernplattformen. Das ist eines der Themen, mit denen wir uns in der Wiener Medienpädagogik beschäftigen.\n","20":"Die Inszenierung und Ästhetik der Darstellung ist an die Darstellung im Männermagazin „Playboy“ angelehnt. Dass diese Form der Inszenierung in einem frei verteilten und damit öffentlich zugänglichen Magazin gesellschaftlich akzeptiert wird zeigt, dass die Kommunikation des hier demonstrierten Frauenbildes (Frauen als dem männlichen Blick untergeordnete Sexobjekte) recht erfolgreich war. \nDiese Pornographisierung der öffentlichen Darstellung von Frauen und des Frauebildes in der Gesellschaft ist mediengeschichtlich unter anderem durch die Fotografien von Helmut Newton vorbereitet worden\n","9":"Zurück zum Fernsehen. Interessant ist die Frage, ob das abwechlungsreiche und ästhetisch anspruchsvolle Programm gesehen wird. Dazu als Beispiel Nutzungsdaten aus Österreich. Sie sehen, dass die durchschnitteliche Fernsehdauer pro Tag 2012 bei 160 Minuten lag und damit leicht rückläufig ist; bei Haushalten mit Kabel oder Satellit etwas höher. Nur nebenbei bemerkt zeigt die Grafik auch, dass Fernsehen inzwischen zum Seniorenmedium geworden ist. Die Seniorinnen und Senioren müssen wohl durchwegs als Fernsehsüchtig beschrieben werden. Möglicherweise kann das – aber das ist eher ironisch als fundiert – die Zunahme von Alzheimererkrankungen im hohen Alter erklären. Jedenfalls sehen jüngere Menschen sehr viel weniger fern – die Gründe dafür muss ich Ihnen nicht nennen. Klar ist aber, dass etwa der politische Einfluss der Fernsehanstalten, der noch auf die kürzlich noch vorhandene Zeit des Zweikanalfernsehens zurückgeht, wohl nebst den Fernsehanstalten verschwinden wird. Wenn Sie also eine Karriere anstreben – versuchen Sie es nicht im Fersehen. Damit zurück zur Forschung:\nDiese Form der Forschung wird als Mediennutzungsforschung bezeichnet, hier in Form der Marktforschung, die den häufigsten und wissenschaftlich meist irrelevanten Teil der Mediennutzungsforschungs darstellt.\nFernsehen wird also viel gesehen (das zeigt die empirische Forschung, die auf die Beschreibung von Wirklichkeit abzielt), aber woran das liegt wissen wir damit noch nicht (das erklärt die systematische Forschung, die auf die Entwicklung von Theorien abzielt)?\nEine Erklärung für die hohe Einschaltquote ist das Geschäftsmodell der privaten Fernsehsender. Diese scheinen Werbung zu verkaufen. Das ist jedoch eine oberflächliche Betrachtung, bei der die Möglichkeiten theoretischer Distanz kaum genutzt werden. Bei leichter Vergrößerung der theoretischen Distanz wird sichtbar, dass es darum geht, die Zuschauerinnen und Zuschauer, also Sie, an die Werbekunden zu verkaufen. Brutal ausgedrückt also eine Art Menschenhandel. Zwar wird nicht mit dem Körper gehandelt, aber doch zumindest mit dem Leib in Form Ihrer Lebenszeit. Weil man Sie dabei nicht so einfach vertraglich binden kann - Sklavinnenhandel wird in Österreich derzeit nur bei Prostituierten toleriert -, wird die Zuschauerbindung mit anderen Mitteln erreicht.\n","26":"Zusammenfassung:\nGegenstand der Medienpädagogik ist die Relation von Medien zu der Tradierung kultureller Gehalte.\nzu den Gebieten der Medienpädagogik gehören:\nMediendidaktik\nMedienkritik\nIdeologiekritik\nMediennutzungsforschung (Marktforschung, Evaluationsforschung)\nMedienkulturanalyse\nMedienanalyse\nInhaltsanalyse\nAllgemeine Medienpädagogik\nMedienpädagogik ist unter anderem eng verbunden mit\nAllgemeiner Pädagogik\nSchulpädagogik\nGenderforschung\nForschungsmethoden der Medienpädagogik sind unter anderem:\nEmpirische Forschungsmethoden\nSystematische Forschungsmethoden\nPhänomenologische Forschungsmethoden\n","15":"Während der Zusammenhang der Navigationsstrategie mit den Persönlichkeitseigenschaften gering ist, zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang mit der Semesterwoche. Die Navigationsstrategie ändert sich am Semesterende. Grund dafür ist, wie andere Auswertungen zeigen, dass am Ende einige Aufgaben abgegeben werden müssen. Damit lässt sich zeigen, dass vor allem das unterrichtsmethodische Vorgehen über das Lernverhalten entscheidet und nicht psychologische Persönlichkeitsmerkmale (was theoretisch leicht erklärt werden kann: Sie lernen beim Lernen mit, wie man lernt).\nNeben der Mediennutzungsforschung ist die Analyse der Medienkultur ein weiterer Teilbereich der Medienpädagogik. \n","4":"An welchen weiteren Themen wir arbeiten und was Ihnen die Wiener Medienpädagogik im Studium der Bildungswissenschaft anbietet steht heute im Mittelpunkt. \nUm die Frage nach dem Studium der Medienpädagogik und unseren Forschungsarbeiten zu beantworten, ist unterrichtsmethodisch eine Anschauung sinnvoll. Eine Anschauung bezeichnet einen konkreten Fall, an dem sich zum einen exemplarisch die beabsichtigten Inhalte entwickeln lassen, und das zum Anderen den Anschluss an Vorwissen ermöglicht.\nDamit, meine Damen und Herren, sind wir schon mittem im Thema, denn hier ist ihre Medienkompetenz gefragt: Sie haben etwas gehört, d.h. ich habe (1) etwas durch orale Kommunikation mitgeteilt (und setze damit voraus, dass Sie Sprache verstehen können). Was ich gesagt habe sollten Sie jetzt (2) verstehen, also das Gehirn als Medium des Denkens verwenden. Das Resultat sollte sich in einer (3) medialen Handlung ausdrücken, d.h. Sie sollten sich eine Notiz machen, also selbst ein Medium produzieren. Das Ergebnis könnte etwa so aussehen:\n","21":"Mit solchen Bildern, die in den 80er Jahren als künstlerische Fotos vermarktet worden sind, wurden starke Frauen (hier inszeniert durch die typisch männliche Sitzhaltung) in den Kontext verkaufter Körper gestellt (hier inszeniert durch die Bekleidung und die Sextelefonnummer im Hintergrund) und damit das herrschende männlich dominierte Verhältnis von Lust und Macht wieder hergestellt (vgl. dazu aus feministischer Sicht etwa: http://www.emma.de/grosse_themen_pornografie.html).\nDazu zu befähigen, über diese Momente medialer Inhalte nachzudenken, ist ein Aspekt von Medienkompetenz. Und Medienkompetenz ist ein Schlüsselbegriff der Medienpädagogik.\n","10":"Damit komme ich zur eingangs verwendeten Anschauung zurück: Die Universität hat die Macht, Ihnen einen Abschluss zu verleihen, der Zugang zu gesellschaftlich relevanten Positionen eröffnet. Weil Sie gerne Zugang zu solchen Positionen haben möchten, ordnen Sie sich der Struktur der Universität unter und folgen den bürokratischen Regeln, die wir aufgestellt haben. Das gelingt hier relativ einfach, weil Sie vorher schon in der Schule daran gewöhnt worden sind, sich solchen institutionellen Machtverhältnissen unterzuordnen; diese Disziplinierung ist eine gesellschaftlich relevante Funktion von Schule. \nNeben dieser relativ offensichtlichen Funktion der Machtausübung gibt es eine zweite, die hier auch eine Rolle spielt, und die etwas mehr unter die Haut geht, oder, um das phänomenologischer Auszudrücken, das existentielle Verhältnis von Leib und Körper betrifft. \n"}
  • STEOP - Ringvorlesung - Medienpaedagogik

    1. 1. V.­Prof. Dr. Christian Swertz Medienpädagogik Institut für Bildungswissenschaft Universität Wien STEP  1b:  Ringvorlesung:  Einführung  in  die  Forschungs­  und  Studienschwerpunkte.  Medienpädagogik christian.swertz@univie.ac.at http://medienüpaedagogik.univie.ac.at
    2. 2. ­> Anschauung (Exemplarisch, Vorwissen) ­> Mediendidaktik (Wie: Unterricht mit Medien)
    3. 3. ­> Anschauung (Exemplarisch, Vorwissen) ­> Mediendidaktik (Wie: Unterricht mit Medien) ­> Medienkritik 
    4. 4. ­> Anschauung (Exemplarisch, Vorwissen) ­> Mediendidaktik (Wie: Unterricht mit Medien) ­> Medienkritik ­> Medienmacht (Kontrolle, Disziplinierung)
    5. 5. Spearman-Rho Navigation/ Users 1 0.9 0.8 0.7 0.6 0.5 0.4 0.3 0.2 0.1 0 -0.1 -0.2 -0.3 -0.4 -0.5 -0.6 -0.7 -0.8 -0.9 -1 -,020(**), N = 168.597 (1.238 Users) (without technical navigation)
    6. 6. Navigation/ Datum 120 100 Teacher Directed Self Directed Percent 80 60 40 20 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Semesterwoche (WS06/07)
    7. 7. 143.50.248.43 ­ adfgankla [22/Oct/2007:08:14:53 +0200] "GET  /know/db/kennung/kennung.cgi?autor=ja&thema_id=­2& inhalt_script=kennung/kennung.cgi&modus=angemeldet  HTTP/1.1" 200 3394 "http://www.lerndorf.at/know/db/index.cgi? autor=ja&thema_id=­2&inhalt_script=kennung/kennung.cgi& modus=angemeldet" "Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1;  de; rv:1.8.1.1) Gecko/20061204 Firefox/2.0.0.1" 143.50.248.43:  VERA248043.KFUNIGRAZ.AC.AT  Windows NT 5.1; de; rv:1.8.1.1 Microsoft Security Bulletin MS05­017 Sicherheitsanfälligkeit in MSMQ kann Codeausführung  f ermöglichen (892944) Auswirkung der Sicherheitsanfälligkeit: Codeausführung von  Remotestandorten aus
    8. 8. Medienkompetenz ➔ Medienkunde ➔ Mediennutzung ➔ Mediengestaltung ➔ Medienkritik
    9. 9. Medienbegriff
    10. 10. Medienbegriff
    11. 11. Medien sind die Relationen  zwischen Menschen,  materiellem Zeichenträger und  Zeichen, in denen Materie von  Menschen als Zeichen  verwendet wird.

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