Chemiehoch3

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Das Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften ist schon länger in der chemischen Industrie verankert. Und die Unternehmen der chemischen Industrie investieren viel Zeit und Ressourcen, um sich zukunftsfähig aufzustellen
– ökologisch, ökonomisch und sozial. Eine Veranstaltung in Rheinland-Pfalz gab einen praktischen Einblick in den Nachhaltigkeitscheck der Unternehmen.

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Chemiehoch3

  1. 1. Chemie³ – Mitmachen lohnt sich Das Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften ist schon länger in der chemischen Industrie verankert. Das war nicht immer so. Und aus dieser Zeit ist vielfach noch das Bild der Chemie in der Bevölkerung geprägt. Doch die Unternehmen der che- mischen Industrie investieren viel Zeit und Ressourcen, um sich zukunftsfähig auf- zustellen – ökologisch, ökonomisch und sozial. Daher haben die Chemieverbände und die Gewerkschaft einen Rahmen für die Bran- che geschaffen: Mit der Initiative Chemie³ sind der Verband der Chemischen Indus- trie, der Bundesarbeitgeberverband Chemie und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie eine Allianz eingegangen, um die Anstrengungen in der Chemie sichtbarer zu machen und um in der Gemeinschaft die Ziele besser zu erreichen. Ein wesentlicher Bestandteil dabei ist der Nachhaltigkeitscheck. Auf einer regionalen Chemie³-Veranstaltung der Chemieverbände und der IG BCE in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen wurden Best-Practice-Beispiele für diesen Check besprochen. Lesen Sie mehr dazu im vorliegenden festgehalten. Tobias Göpel | Chemieverbände Rheinland-Pfalz Der Schutz von Mensch und Umwelt sowie der Einsatz für gute und faire Arbeitsbedingungen sind Grund­ prinzipien der deutschen chemischen Industrie. INHALT Wir übernehmen Verantwortung Feste Ziele im Blick Der Nachhaltigkeitscheck Nachhaltigkeit in der CHT/BEZEMA­Gruppe Der Nachhaltigkeitskompass bei STO So.WIN festgehalten Die Veranstaltungen der Chemieverbände Rheinland­Pfalz 03 | 2016 
  2. 2. Nachhaltigkeit ist für die Chemie ein wichtiges Thema, da sich die Unter- nehmen wachsenden Herausforderungen stellen müssen. Dazu gehören globale Megatrends wie Wachstum und Alterung der Bevölkerung ebenso wie der Wertewandel und veränderte politische Rahmenbedingungen. So verlangen die Konsumenten zunehmend nachhaltige Produkte und mehr Transparenz in der Lieferkette. Die gesellschaftliche Verantwortung unter- nehmerischen Handelns wird immer wichtiger. Dies spiegelt sich auch in der Politik wieder, wie die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschen- rechte, die OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen oder aber die EU-CSR-Richtlinie beispielhaft verdeutlichen. Das gemeinsame Verständnis von Nachhaltigkeit in der chemischen Indus- trie zielt auf drei Dimensionen ab. Chemie³: Gleichwertige Berücksichtigung von Ökonomie, Ökologie und Sozialem Feste Ziele im Blick Bis 2017 haben sich die Allianzpartner erste Zwischenziele gesetzt. So soll die Initiative Chemie³ als glaubwürdiger Dialogpartner anerkannt und auf europäischer und internationaler Ebene vernetzt sein. Die gleichrangige Berücksichtigung der drei Dimensionen soll in der politischen Willens­ bildung gestärkt werden. Und der Erfolg von Chemie³ soll belegbar sein. Dazu wurde jüngst der erste Fortschrittsbericht veröffentlich. Nachzulesen ist dieser unter www.chemiehochdrei.de. Chemie³ – Mitmachen lohnt sich | Mannheim  Wettbewerbsfähigkeit  Investitions-und Innovationskraft  „...”  Gute Arbeit  Überdurchschnittliche Be- zahlung  InnovativeTarifverträge  Außertarifliche Sozialpart- nervereinbarungen zu The- men wie Chancengleich- heit oder Bildung  „...”  Seit 1991 ResponsibleCare  Umsetzung von REACH  Global Product­Strategy  „...” Ökonomie Soziales Ökologie Nachhaltigkeit Kundenanforderungen  Gestiegenes Käuferbe- wusstsein  „Konsum ohne Sorgen”  Effiziente & ressourcen- sparende Produktionspro- zesse Gesellschaftliche Erwartungen  Gesetzliche Verände- rungen  Ökologische Standards  Kampagnen von Medien und NGOs Imagebildung  Werte  Unternehmenskultur Beschaffungssicherheit  Ressourcenverknappung  Demografische Entwicklung  Globaler Wettbewerb Stärkung der Zukunfts­ fähigkeit unserer Unternehmensgruppe Ziele der Initiative  Position der chemischen Industrie als Schlüsselindustrie für nachhaltige Entwicklung weiter ausbauen  Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen in der chemischen Industrie weiter attraktiv gestalten  Durch einen offenen Dialog mit Politik, Wirtschaft und Gesell­ schaft ein Klima der Transparenz und des Vertrauens schaffen Wir übernehmen Verantwortung
  3. 3. Nachhaltigkeit in der CHT/ BEZEMA-Gruppe Die Unternehmensgruppe mit Stammsitz in Tübingen agiert global mit mehr als 20 Gesellschaften und knapp 2.000 Beschäftigten. Weltweit entwickelt und vertreibt das Unternehmen Spezialchemikalien unter anderem für die Textil-, Farben- und Baustoffindustrie. Das Nachhaltigkeitsengagement nimmt neben Innovation und Unternehmenswerten eine zentrale Bedeutung für das Unternehmen ein. Bei der Wesentlichkeitsanalyse, einem Teil des Nachhaltigkeitschecks, wurden wichtige Themen festgelegt, die in der un- teren Grafik ersichtlich sind. Die Teilnahme am Pilotprojekt und die Durchführung des Nachhaltigkeit- schecks in Form einer aktiven und moderierten Selbstbewertung half der CHT/BEZEMA-Gruppe bei der Identifikation der Nachhaltigkeitsthemen und der Definition der Handlungsfelder. Durch die strukturierte Vorgehensweise bekamen die Akteure im Betrieb schnell einen Überblick darüber, welche Lücken existieren und bei welchen Themen das Unternehmen gut aufge- stellt ist. In der Gesamtschau wurde von Annegret Vester die Empfehlung ausgesprochen, dass sich die Unternehmen in der Selbstbewertung mit allen 33 Themenmodulen auseinandersetzen sollten. 03/2016 Der Nachhaltigkeitscheck Der Nachhaltigkeits-Check ermöglicht den Unternehmen der chemischen Industrie in Deutschland, relevante Aktionsfelder zu identifizieren und Maßnahmen festzulegen. Mit diesem Tool können die Beauftragten in den Betrieben die Handlungsfelder strukturiert definieren, in denen das Unter- nehmen besser werden soll. Die häufig gestellte Frage ist der Nutzen. Der Check bindet Personal und setzt auch einen gewissen Ressourceneinsatz voraus. Besonders kleine, aber auch mittelständische Unternehmen empfinden dies zunächst als eine zusätzliche Belastung, die neben den gesetzlichen Vorgaben geschultert werden muss. Auf der anderen Seite bringt dieser Check aber einen effektiven Nutzen. Denn in der chemietypischen Wettbewerbssituation ist die Verbesserung zum Bei- spiel beim Ressourceneinsatz bereits ein finanzieller Vorteil für den Betrieb. Ähnlich verhält es sich bei der Betrachtung der Wertschöpfungskette. Zuneh- mend werden bei den Produkten nicht nur die Qualität und der Preis hinter- fragt, sondern auch die Umstände, unter denen die Waren produziert wurden. Die Ansprüche im B2B aber auch B2C-Bereich steigen ständig. Schlussendlich geht es um die Reputation des Unternehmens als guter Nachbar. Die Industrie sorgt maßgeblich für den Wohlstand im Land und war das Zugpferd auf dem Weg aus der schweren Finanzkrise 2008/09. Doch dieses Verständnis ist nicht selbstverständlich. Wir brauchen und suchen den Dialog. Nur so können industrielle und gesellschaftliche An- sprüche abgeglichen und gegenseitiges Verständnis geschaffen werden. Ein weiterer Aspekt ist die emotionale Bindung der Mitarbeiter. Durch den Check kann eine Identifikation der Mitarbeiter mit dem Betrieb gestiftet werden. Besonders bei qualifizierten Mitarbeitern ist dies eine wichtige In- vestition des Arbeitgebers, um wertvolles Know-how im Betrieb zu halten. 5 gute Gründe für den Check  Verbesserungspotentiale aufdecken  Ressourceneinsatz optimieren  Ansprüche von außen verstehen  Unternehmensziele nach innen transparent machen  Identifikation der Belegschaft mit dem Unternehmen fördern Dr. Annegret Vester Sozial Ökonomie Ökologie  Erhalt der Arbeitsplätze  Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter  Offene Kommunikation mit Mitarbeitern  Gesundheitsmanagement/Arbeitssicherheit  Flexible Arbeitszeitmodelle  Ausrichtung von Personalentwicklung/Ausbildung an demografischen Trends  Arbeitsbedingungen bei Lieferanten & Kunden  Wirtschaftliche Eigenständigkeit  Langfristiges Ertragsdenken  Finanzielle Unabhängigkeit  Mehrwert schaffen  Ressourcen effizient einsetzen  Minimierung von Umweltauswirkungen  Erhöhung des Anteils von nachhaltigen Rohstoffen und Produkten im Sortiment  Energiemanagement/KPI  Ökologie beim Lieferanten  Lebenszyklusbetrachtung von Produkten Werte basierte Unternehmens­ führung
  4. 4. Chemie³ – Mitmachen lohnt sich | Mannheim IMPRESSUM Herausgeber: Chemieverbände Rheinland-Pfalz – eine Dachmarke von Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz e.V. und Verband der Chemischen Industrie e.V. Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., Bahnhofstraße 48, 67059 Ludwigshafen, Telefon 06 21-520 56‑0, Telefax 06 21‑520 56‑20, info@chemie-rp.de, www.chemie-rp.de, Redaktion: Tobias Göpel, Fotos: Marcel Hasübert, mh-foto.de, Gestaltung: gestaltbar@netcologne.de, Köln, Druck: Chroma Druck & Verlag GmbH, Römerberg-Berghausen, Auflage: 400, Stand: März 2016. Die Veranstaltung fand am 30. November 2015 in Mannheim statt. Der Nachhaltigkeitskompass bei STO Das Sortiment des Unternehmens Sto umfasst Produkte und Systeme, die in den Bereichen Fassade, Innenraum, Bodenbeschichtung und Beton­ instandsetzung angewendet werden. Im eigenen Verständnis hängt der langfristige Erfolg eines Unternehmens auch von der nachhaltigen Produk- tion ab. Die Nachhaltigkeitsaktivitäten betreffen daher die Produkte als auch das Unternehmen selbst. Zur eigenen Orientierung wurde ein Nach- haltigkeitskompass entwickelt: Für die eigene Standortbestimmung diente auch der Nachhaltigkeits-Check der Initiative Chemie³. Basierend auf den Ergebnissen des Checks wurden Schwerpunkte festgelegt, Projekte identifiziert und Koordinatoren be- stimmt. Gleichzeitig fand ein regelmäßiger Abgleich statt und es wurde über die Projekte kommuniziert. Intern zum Beispiel über das Mitarbeiter- Magazin, Intranet sowie einem Nachhaltigkeitstag. Für die externe Kom- munikation dienen der Geschäftsbericht, die Webseite, Fachmagazine sowie Produktbroschüren. Ein Beispiel dazu gibt es im Internet unter http://www.sto.de/de/unternehmen/nachhaltigkeit/definition_ kompass_nachhaltigkeit.html So.WIN Ein junges Angebot mit bewährten Wurzeln ist So.WIN, die Sozialpartner- Werkstatt für Innovation und Nachhaltigkeit. Aus der Taufe gehoben wurde die Bildungseinrichtung der Sozialpartner im September 2015. Ziel ist es, dass sich Betriebsräte und das Management der Chemiebetriebe auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit stärker austauschen. Die Wurzeln liegen bei GIBUCI (Gesellschaft zur Information von Betriebsräten über Umweltschutz in der chemischen Industrie). Erhalten bleibt die bewährte Zusammenarbeit zwischen Verbänden, Gewerkschaft und Unternehmen. Neu ist die Aus­ weitung des Themenspektrums und des Adressatenkreises. Dr. Andreas Ogrinz, Bundesarbeitgeberverband Chemie „Mit So.WIN haben die Sozialpartner der chemischen Industrie ein Instru­ ment entwickelt, um die Mitarbeite­ rinnen und Mitarbeiter systematisch in die Nachhaltigkeitsaktivitäten unserer Branche einzubeziehen. Zukunfts­ fähigkeit entsteht in den Köpfen!” 1. Ökologie – eine intakte Umwelt ist Grundlage allen Lebens 2. Ökonomie – Wirtschaft­ lichkeit, Werterhaltung und lange Lebens­zyklen sind feste Bestandteile von Nachhaltigkeit 3. Soziales – Gerechtigkeit und Fairness stärken die Gesellschaft 4. Wohlbefinden – indi­ viduelle Werte sowie Ästhetik und Komfort erfüllen NAC H H A LTI G KEIT NAC HHALTIG KEIT Ökologie Ökonomie Soziales Wohlbefinden Dr. Eike Messow

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