SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
1 von 23
Downloaden Sie, um offline zu lesen
Wer vertraut hier eigentlich wem?
– Verschiedene Nutzertypen beim
Privatsphäreschutz in
Facebook –
Prof. Dr. C. Bosau
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Privatsphäre und Facebook
2
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Privatsphäre und Facebook
3
Quelle: „Die Zeit“, No. 34, 14.08.2013
29 Personen
in einem kleinen Büro
im kleinen Portarlington
in „the middle of nowhere“ in Irland
à kontrollieren, ob Facebook
den – laschen irischen –
Datenschutzrichtlinien folgt
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Ziel der Studie
4
Hauptziel: Analyse des „paradoxen” Nutzerverhaltens in Facebook
Was wissen wir bereits über die Facebook-Nutzung:
•  SNS-Nutzer sind sich der Privatsphäre-Risiken bewusst (Bosau, Becks & Aelker, 2009;
Bosau, Fischer & Koll, 2008)
•  dennoch à Facebook ist meist genutzte Internet-Seite
•  SNS-Nutzer setzen verschiedene Strategien ein, um ihre Privatsphäre zu
schützen (Young & Quan-Haase, 2009)
Ø  sie schützen ihr Profil (Utz & Krämer, 2009) à jedoch meist nur zugangs-
beschränkt für ALLE ihre Freunde
Ø  sie versuchen, ihr Input-Verhalten (Hineinstellen von Informationen) zu
verändern und auch Informationen wieder herauszulöschen (Bosau, 2013b)
•  vor allem das Vertrauen in die ‚Freunde‘ (mehr als das Vertrauen in Facebook)
spielt eine Rolle für die angewandten Schutzstrategien (Bosau, 2013a & 2013b)
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Nutzer sind nicht gleich Nutzer
5
Offene Frage: Gibt es spezielle Nutzertypen hinsichtlich des
Privatsphäreschutz?
Spielt Erfahrung eine Rolle?
•  Nutzer lernen nach und nach, das Netzwerk „richtig“ und besser zu nutzen (Utz &
Krämer, 2009)
•  erst nach einer Eingewöhnungszeit kennen die Nutzer besser die Risiken
•  die zunehmende Berichterstattung führt zu einem größeren Risikobewusstsein
Oder ändert sich durch Erfahrung doch nichts?
•  trotz zahlreicher Medien-Kampagnen (z.B. NSA-Skandal) scheint kein
Aufbegehren der Nutzer zu entstehen
•  die Nutzungshäufigkeit geht nicht zurück
•  den Nutzern ist das Risiko egal?
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Die Studie
6
Frühere Studien:
§ getrennte Messung von
Privatsphäre-Bedenken,
Strategien zum Privatsphäre-
Schutz und Informationspreisgabe
Diese Studie:
§ Kombination der einzelnen
Aspekte in einer Gesamt-Studie
§ Unterscheidung von Nutzer-
Typen
Methode:
•  Online-Fragebogen (geposted via mailing-lists und persönlichen Emails,
z.T. snowball sampling) in 2012
•  N = 273
•  Alter: Mw= 24,8 StAbw = 5,4 Männer = 24%, Frauen = 76%
Forschungsfrage:
•  Gibt es überhaupt verschiedene Arten von Nutzern hinsichtlich der
Privatsphäre-Problematik?
•  Wenn ja, wie lassen sich diese Nutzergruppen genauer charakterisieren?
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Die erfassten Aspekte
7
Privatsphäre-Befürchtungen
(vgl. Boyd & Ellison, 2008)
Privatsphäre-Schutz-Verhalten
(vgl. Young & Quan-Haase, 2009)
Alter Geschlecht
Vertrauen in Facebook
(vgl. Joinson, Reips, Buchanan & Paine-Schofield, 2010)
Vertrauen in „Freunde“
(vgl. Bosau, 2013a)
Die aktiven Variablen:
Die passiven Variablen:
Art & Dauer der Nutzung, Anzahl
„Freunde“
Big 5 – Persönlichkeit
(BFI-S, vgl. Gerlitz & Schupp, 2005)
Profilfreigabe in Facebook
(vgl. Utz & Krämer, 2009)
Preisgabe von Infos in Facebook Preisgabe von Infos im Internet
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Die aktiven Variablen – Privatsphäre-Bedenken
8
Privatsphäre-Bedenken
•  basierend auf Boyd & Ellison (2008)
and Debatin, Lovejoy, Horn & Hughes
(2009)
•  Frage: „Welche der folgenden
Risiken sehen Sie in Facebook?“
•  Skala: 1 = kann nur schwer passieren
vs. 5 = kann sehr leicht passieren
•  Cronbach’s α = .85
•  14 Items, z.B.:
•  „Schädigung Ihres Rufs wegen
Gerüchten und Klatsch“
•  „Hacking Ihres Profils &
Identitätsdiebstahl“
•  „Phishing“
•  „Überwachung Ihres Online-Verhaltens
durch Backtracking-Funktionen“
2,13%
2,17%
2,25%
2,33%
2,37%
2,45%
2,51%
2,61%
2,67%
3,13%
3,18%
3,33%
3,37%
3,64%
1% 2% 3% 4%
Manipula(on*von*Fotos*
unbefugter*Zugriff*auf*Profil*
versehentliche*Preisgabe*von*Informa(onen*
Phishing*
Schädigung*des*Rufs*wg.*Gerüchten*
Stalking*/*unerwünschte*Kontakte*
Hacking*des*Profils*/*Iden(tätsdiebstahl*
Personen*sehen*nicht*für*sie*bes(mmte*Infos*
Erhalten*von*Spam*
Download*und*Weiterverbreitung*der*Fotos*
unerlaubte*Verwendung*personenbezogener*
Daten*
Einrichten*gefälschter*Nutzerprofile*
Überwachung*des*OnlinePVerhaltens*
(Backtracking)*
ConsumerPProfiling*
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Die aktiven Variablen – Privatsphäre-Schutz
9
Privatsphäre-Schutz
•  basierend auf Young & Quan-Haase
(2009), zusätzliche up-to-date
Aspekte wurden hinzugefügt
•  Skala: 1 = niemals vs. 5 = sehr oft
•  Cronbach’s α = .83
•  14 Items, z.B.:
•  „Ich habe falsche Informationen in
Facebook hinterlassen, damit Personen,
die ich nicht kenne, keine Informationen
über mich erhalten können.”
„Ich habe Personen von meiner
Freundesliste gelöscht.”
„Ich habe veranlasst, dass andere Fotos
aus ihrem Profil genommen haben, die
mir unangenehm waren.“
1,73%
1,76%
1,93%
1,98%
2,17%
2,38%
2,38%
2,44%
2,50%
2,51%
2,70%
2,72%
4,03%
4,37%
1% 2% 3% 4% 5%
unangenehme('Likes'(wieder(gelöscht(
falsche(Informa8onen(in(Facebook(eingefügt(
unangenehme(eigene(Kommentare(gelöscht(
andere(sollten(unangenehme(Bilder(von(mir(
löschen(
Informa8onen(über(mich(selbst(
(Kontaktdaten,(Schule)(wieder(gelöscht(
Freunde(in(Untergruppen(eingeteilt,(um(den(
Zugang(zu(beschränken(
Kommentare(von(anderen(auf(meinem(Profil(
gelöscht(
Informa8onen(über(meine(Interessen/
Hobbies(wieder(herausgelöscht(
Zugang(zu(Informa8onen(für(manche(
Personen(beschränkt(
unangenehme(Bilder(von(meinem(Profil(
wieder(gelöscht(
Personen(von(der(Freundesliste(gelöscht(
Verlinkungen(vom(eigenen(Namen(auf(Bildern(
löschen(lassen(
Informa8onen(weggelassen(
eher(Emails(staO(Pos8ngs(geschrieben(
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Die Nutzer-Typen
10
-­‐1	
  
-­‐0,5	
  
0	
  
0,5	
  
1	
  
Privatsphäre-­‐Schutz	
  (Mw=2,55)	
  
Privatsphäre-­‐Bedenken	
  (Mw=2,72)	
  
Cluster-Analyse
•  2-step-Clusteranalyse
(Distanzmaß: Log-Likelihood; Kriterium: BIC)
•  Resultat: 4 Typen
1)  die „Unängstlichen“
wenig Bedenken
wenig Schutz
2)  die „Ängstlichen“
viel Bedenken
viel Schutz
3)  die „Absicherer“
wenig Bedenken
viel Schutz
4)  die „Ignoranten“
viele Bedenken
kaum Schutz
„Unängstliche“	
  
„Ängstliche“	
  
„Ignoranten“	
  
„Absicherer“	
  
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Die Nutzer-Typen
11
Cluster-Analyse
•  2-step-Clusteranalyse
(Distanzmaß: Log-Likelihood; Kriterium: BIC)
•  Resultat: 4 Typen
1)  die „Unängstlichen“
wenig Bedenken
wenig Schutz
2)  die „Ängstlichen“
viel Bedenken
viel Schutz
3)  die „Absicherer“
wenig Bedenken
viel Schutz
4)  die „Ignoranten“
mittlere Bedenken
kaum Schutz
23%	
  
24%	
  
32%	
  
21%	
  
„Unängstliche“	
  „Ängstliche“	
  
„Ignoranten“	
  
„Absicherer“	
  
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster
12
1)  Freigabe des Profils in
Facebook (vgl. Utz & Krämer, 2009)
14 Items, Cronbach’s α = .83
Frage nach: „Wem haben Sie die
folgenden Informationen
freigeschaltet?“; z.B. Bilder,
Kommentare, Beziehungsstatus,
Pinnwand, etc.
2,5	
  
3	
  
3,5	
  
Unängstliche	
   Absicherer	
   Ignoranten	
   Ängstliche	
  
Profilfreigabe	
  in	
  Facebook	
  
Skala:	
  1=„niemandem“	
  vs.	
  5=„allen“	
  
η2=.07 - sign.: a/c - b/d
4	
  
5	
  
6	
  
Unängstliche	
   Absicherer	
   Ignoranten	
   Ängstliche	
  
Preisgabe	
  von	
  Infos	
  in	
  Facebook	
  
Skala:	
  Anzahl	
  
η2=.08 - sign.: a – b/d
2)  Preisgabe von Informationen in
Facebook
11 Items
Frage nach: „Welche der folgenden
Aspekte haben Sie wahrheitsgemäß in
Facebook angegeben?“; z.B.
Geburtsdatum, Namen, Profilfoto,
Beziehungsstatus, etc.
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem?
Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster
13
1)  Preisgabe von Informationen
generell im Internet
16 Items, Cronbach’s α = .83
Frage nach: „Würden Sie folgende
Informationen allgemein im Internet
preisgeben?“; z.B. Tel.-Nr.,
Beziehungsstatus, Wohnort,
Geburtsdatum, etc.
2	
  
2,25	
  
2,5	
  
2,75	
  
Unängstliche	
   Absicherer	
   Ignoranten	
   Ängstliche	
  
Preisgabe	
  von	
  Infos	
  im	
  Internet	
  
Skala:	
  1=„geht	
  keinen	
  was	
  an“	
  vs.	
  5=„kann	
  jeder	
  wissen“	
  
η2=.06 - sign.: a/b - d
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 14
1)  Vertrauen in Facebook
(vgl. Joinson, Reips, Buchanan & Paine-
Schofield, 2010)
8 Items, Cronbach’s α = .83
Messung der Hauptaspekte von
Vertrauen: „Integrität“, „Kompetenz“,
„Verlässlichkeit“, „Ehrlichkeit“, etc.
2	
  
2,5	
  
3	
  
Unängstliche	
   Absicherer	
   Ignoranten	
   Ängstliche	
  
Vertrauen	
  in	
  Facebook	
  
Skala:	
  1=„kein	
  Vertrauen“	
  vs.	
  5=„Vertrauen“	
  
3	
  
3,5	
  
4	
  
Unängstliche	
   Absicherer	
   Ignoranten	
   Ängstliche	
  
Vertrauen	
  in	
  „Freunde“	
  
Skala:	
  1=„kein	
  Vertrauen“	
  vs.	
  5=„Vertrauen“	
  
Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster
η2=.06 - sign.: a - d
η2=.08 - sign.: a – b/c/d
2)  Vertrauen in „Freunde“
gleiche Skala wie bei 1), „Facebook“
ersetzt durch „Freunde“
8 Items, Cronbach’s α = .89
WichNg:	
  keine	
  Korr.	
  zwischen	
  
den	
  beiden	
  Faktoren	
  
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 15
1)  Soziodemographische Aspekte
Geschlecht & Alter
2	
  
2,5	
  
3	
  
Unängstliche	
   Absicherer	
   Ignoranten	
   Ängstliche	
  
Alter	
  bzw.	
  Geschlecht	
  
3	
  
3,5	
  
4	
  
Unängstliche	
   Absicherer	
   Ignoranten	
   Ängstliche	
  
Art	
  der	
  Facebook-­‐Nutzung	
  
Skala:	
  1=„sehr	
  selten“	
  vs.	
  5=„sehr	
  häufig“	
  
Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster
keine sign. Unterschiede
jeweils keine sign.
Unterschiede
2)  Art der Facebook-Nutzung
9 Items
Frage nach: „Welche Aspekte nutzen
Sie in Facebook?“; z.B. Fotos
einstellen, Kommentare schreiben,
Freundesliste, ‚Liken‘, Nachrichten
schreiben, etc.
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 16
1)  Dauer der Nutzung
Frage nach: „Wie lange nutzen Sie
Facebook im Schnitt pro Tag?“
1	
  
1,5	
  
2	
  
2,5	
  
Unängstliche	
   Absicherer	
   Ignoranten	
   Ängstliche	
  
Dauer	
  der	
  Nutzung	
  pro	
  Tag	
  
Skala:	
  1=„weniger	
  als	
  10	
  Min.“	
  vs.	
  6=„mehr	
  als	
  4	
  Stunden“	
  
180	
  
230	
  
280	
  
Unängstliche	
   Absicherer	
   Ignoranten	
   Ängstliche	
  
Anzahl	
  „Freunde“	
  
Skala:	
  Anzahl	
  
Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster
η2=.04 - sign.: b - c
η2=.04 - sign.: b - c
2)  Anzahl „Freunde“
Frage nach: „Wie viele Freunde haben
Sie auf Ihrer Freundesliste?“
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 17
1)  Persönlichkeit – Big 5
(BFI-S, vgl. Gerlitz & Schupp, 2005)
15 Items – jeweils 3 pro Aspekt
Extraversion:
... kommunikativ/gesprächig sein
... gesellig sein/aus sich herausgehen können
... nicht zurückhaltend sein
3,5	
  
4	
  
4,5	
  
Unängstliche	
   Absicherer	
   Ignoranten	
   Ängstliche	
  
Extraversion	
  
Skala:	
  1=„introverUert“	
  vs.	
  7=„extroverUert“	
  
3,5	
  
4	
  
4,5	
  
Unängstliche	
   Absicherer	
   Ignoranten	
   Ängstliche	
  
Offenheit	
  für	
  Neues	
  
Skala:	
  1=„nicht	
  offen“	
  vs.	
  7=„sehr	
  offen“	
  
Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster
η2=.04 - sign.: a/c - d
η2=.04 - sign.: b - d
Offenheit für Neues:
... originell sein/neue Ideen einbringen
... künstlerische Erfahrungen schätzen
... eine lebhafte Phantasie/Vorstellung haben
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 18
Ø  Bei der Betrachtung des „paradoxen“ Nutzerverhaltens hilft es nur bedingt weiter, reine
‚Haupteffekte‘ für die Gesamtpopulation zu betrachten.
Ø  Stattdessen müssen verschiedene Sub-Gruppen bzw. Typen von Nutzern unterschieden
werden.
ü  Ängstliche
ü  Absicherer
Ø  Vertrauen (in Facebook / in die ‚Freunde‘) kann einen Teil der Unterschiede erklären
à Ängstliche vs. Unängstliche
Ø  möglicherweise bieten Persönlichkeitsaspekte tiefergehende Erklärungsmöglichkeiten
Ø  Fokus für Aufklärungskampagnen (Stichwort: „Medienkompetenz“): Ignorante Nutzer
Ø  Verhalten lässt sich ggf. durch mangelnde Erfahrung erklären
(aber: KEIN reiner Alterseffekt)
Fazit
ü  Unängstliche
ü  Ignoranten
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 19
•  Bittner, J. & Scully D. (2013). Vertrauen ist besser. Die Zeit. Nr. 34, 14.08.2013.
•  Bosau, C. (2013a). Who do you trust: Facebook or your friends? – Analyzing predictors of privacy protection in social
networks. Conference GOR 13 (General Online Research) in Mannheim.
•  Bosau, C. (2013b). Privacy protection as a matter of trust – how trust in Facebook and trust in friends lead to different
behaviour in social networks, 8th Conference of the Media Psychology Division (German Psychological Society) in
Würzburg.
•  Bosau C., Becks, J. & Aelker, L. (2009). StudiVZ – Different gratifications for different types of users. 6th Conference of
the Media Psychology Division (German Psychological Society) in Duisburg-Essen.
•  Bosau, C., Fischer, O. & Koll, M. (2008). StudiVZ - Determinants of Social Networking and Dissemination of
Information among Students. XXIX Congress of Psychology in Berlin.
•  Boy, D. & Ellison, N. (2008). Social Network Sites: Definition, History, and Scholarship. Journal of Computer‐Mediated
Communication 13 (1), pp. 210‐230.
•  Debatin, B., Lovejoy, J. P., Horn, A., & Huges, B. N. (2009). Facebook and online privacy: Attitudes, behaviors, and
unintended consequences. Journal of Computer-Mediated Communication 15, 83–108.
•  Gerlitz, J.-Y. & Schupp, J. (2005). Zur Erhebung der Big-Five-basierten Persönlichkeitsmerkmale im SOEP. DIW
Research Notes 2005 (4).
•  Joinson A.N., Reips U.D., Buchanan T.B., & Paine-Schofield C.B. (2010). Privacy, Trust and Self-Disclosure Online.
Human-Computer Interaction. Vol. 25(1), pp. 1-24.
•  Utz, S., & Krämer, N. (2009). The privacy paradox on social network sites revisited: The role of individual
characteristics and group norms. Cyberpsychology: Journal of Psychosocial Research on Cyberspace, Vol. 3(2), article
2.
•  Young, A.L. & Quan-Haase, A. (2009). Information Revelation and Internet Privacy Concerns on Social Network Sites:
A Case Study of Facebook. C&T '09 - Proceedings of the fourth international conference on Communities and
technologies, pp. 265-274.
Literaturquellen
GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 20
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit
Kontaktdaten:
Rheinische Fachhochschule Köln
Prof. Dr. Christian Bosau, Dipl.-Psych. & Master of HRM & IR
Schaevenstraße 1a/b
50676 Köln
Tel.: +49 221 20302-0
e-mail: bosau@rfh-koeln.de
Wer vertraut hier eigentlich wem? - Verschiedene Nutzertypen beim Privatsphäreschutz in Facebook - Vortrag Kongress GWPs 2014
Wer vertraut hier eigentlich wem? - Verschiedene Nutzertypen beim Privatsphäreschutz in Facebook - Vortrag Kongress GWPs 2014
Wer vertraut hier eigentlich wem? - Verschiedene Nutzertypen beim Privatsphäreschutz in Facebook - Vortrag Kongress GWPs 2014

Weitere ähnliche Inhalte

Andere mochten auch

Bewerber-Pools: Sinnvoll rekrutieren oder doch eher Image schädigend? - Vortr...
Bewerber-Pools: Sinnvoll rekrutieren oder doch eher Image schädigend? - Vortr...Bewerber-Pools: Sinnvoll rekrutieren oder doch eher Image schädigend? - Vortr...
Bewerber-Pools: Sinnvoll rekrutieren oder doch eher Image schädigend? - Vortr...
Christian Bosau
 
Who do you trust: Facebook or your friends? - Analyzing predictors of privacy...
Who do you trust: Facebook or your friends? - Analyzing predictors of privacy...Who do you trust: Facebook or your friends? - Analyzing predictors of privacy...
Who do you trust: Facebook or your friends? - Analyzing predictors of privacy...
Christian Bosau
 
Immomarketing20130307 130307143132-phpapp01
Immomarketing20130307 130307143132-phpapp01Immomarketing20130307 130307143132-phpapp01
Immomarketing20130307 130307143132-phpapp01
Olaf Frankfurt
 
Job satisfaction cross-culturally: Is it just acquiescence what we measure? P...
Job satisfaction cross-culturally: Is it just acquiescence what we measure? P...Job satisfaction cross-culturally: Is it just acquiescence what we measure? P...
Job satisfaction cross-culturally: Is it just acquiescence what we measure? P...
Christian Bosau
 
Satisfaction measurements in a cross-cultural environment: How valid are subj...
Satisfaction measurements in a cross-cultural environment: How valid are subj...Satisfaction measurements in a cross-cultural environment: How valid are subj...
Satisfaction measurements in a cross-cultural environment: How valid are subj...
Christian Bosau
 
FoMO (Fear of Missing Out) - Kann die Angst, etwas zu verpassen, erklären, wa...
FoMO (Fear of Missing Out) - Kann die Angst, etwas zu verpassen, erklären, wa...FoMO (Fear of Missing Out) - Kann die Angst, etwas zu verpassen, erklären, wa...
FoMO (Fear of Missing Out) - Kann die Angst, etwas zu verpassen, erklären, wa...
Christian Bosau
 

Andere mochten auch (19)

Bewerber-Pools: Sinnvoll rekrutieren oder doch eher Image schädigend? - Vortr...
Bewerber-Pools: Sinnvoll rekrutieren oder doch eher Image schädigend? - Vortr...Bewerber-Pools: Sinnvoll rekrutieren oder doch eher Image schädigend? - Vortr...
Bewerber-Pools: Sinnvoll rekrutieren oder doch eher Image schädigend? - Vortr...
 
Who do you trust: Facebook or your friends? - Analyzing predictors of privacy...
Who do you trust: Facebook or your friends? - Analyzing predictors of privacy...Who do you trust: Facebook or your friends? - Analyzing predictors of privacy...
Who do you trust: Facebook or your friends? - Analyzing predictors of privacy...
 
FoMO (Fear of Missing Out) und die exzessive Smartphone-Nutzung - Tatsächlich...
FoMO (Fear of Missing Out) und die exzessive Smartphone-Nutzung - Tatsächlich...FoMO (Fear of Missing Out) und die exzessive Smartphone-Nutzung - Tatsächlich...
FoMO (Fear of Missing Out) und die exzessive Smartphone-Nutzung - Tatsächlich...
 
FoMO (Fear of Missing Out) beeinträchtigt Studienerfolg – Warum man in einer...
FoMO (Fear of Missing Out) beeinträchtigt Studienerfolg – Warum man in einer...FoMO (Fear of Missing Out) beeinträchtigt Studienerfolg – Warum man in einer...
FoMO (Fear of Missing Out) beeinträchtigt Studienerfolg – Warum man in einer...
 
"Who is affected by FoMO (Fear of Missing Out)? - presentation ecpa 2015
"Who is affected by FoMO (Fear of Missing Out)? - presentation ecpa 2015"Who is affected by FoMO (Fear of Missing Out)? - presentation ecpa 2015
"Who is affected by FoMO (Fear of Missing Out)? - presentation ecpa 2015
 
Social ratings as the new currency of marketeers? - Presentation GOR 2015
Social ratings as the new currency of marketeers? - Presentation GOR 2015Social ratings as the new currency of marketeers? - Presentation GOR 2015
Social ratings as the new currency of marketeers? - Presentation GOR 2015
 
How to explain phubbing - Presentation Media Psychology Conference 2015
How to explain phubbing - Presentation Media Psychology Conference 2015How to explain phubbing - Presentation Media Psychology Conference 2015
How to explain phubbing - Presentation Media Psychology Conference 2015
 
Immomarketing20130307 130307143132-phpapp01
Immomarketing20130307 130307143132-phpapp01Immomarketing20130307 130307143132-phpapp01
Immomarketing20130307 130307143132-phpapp01
 
"not hired, not bought" - presentation eawop 2015
"not hired, not bought" - presentation eawop 2015"not hired, not bought" - presentation eawop 2015
"not hired, not bought" - presentation eawop 2015
 
Kann Facebook-Nutzung glücklich machen? - Vortrag GWPs 2016
Kann Facebook-Nutzung glücklich machen? - Vortrag GWPs 2016Kann Facebook-Nutzung glücklich machen? - Vortrag GWPs 2016
Kann Facebook-Nutzung glücklich machen? - Vortrag GWPs 2016
 
„Ich darf nichts verpassen“ - „Fear of Missing Out (FoMO)“ als Prädiktor fü...
„Ich darf nichts verpassen“ - „Fear of Missing Out (FoMO)“ als Prädiktor fü...„Ich darf nichts verpassen“ - „Fear of Missing Out (FoMO)“ als Prädiktor fü...
„Ich darf nichts verpassen“ - „Fear of Missing Out (FoMO)“ als Prädiktor fü...
 
Job satisfaction cross-culturally: Is it just acquiescence what we measure? P...
Job satisfaction cross-culturally: Is it just acquiescence what we measure? P...Job satisfaction cross-culturally: Is it just acquiescence what we measure? P...
Job satisfaction cross-culturally: Is it just acquiescence what we measure? P...
 
"Phubbing" - only caused by "Fear of Missing Out"? - Presentation Media Psych...
"Phubbing" - only caused by "Fear of Missing Out"? - Presentation Media Psych..."Phubbing" - only caused by "Fear of Missing Out"? - Presentation Media Psych...
"Phubbing" - only caused by "Fear of Missing Out"? - Presentation Media Psych...
 
Die Nutzung von Smartphones in Partnerschaften - Vortrag DGPs 2016
Die Nutzung von Smartphones in Partnerschaften - Vortrag DGPs 2016Die Nutzung von Smartphones in Partnerschaften - Vortrag DGPs 2016
Die Nutzung von Smartphones in Partnerschaften - Vortrag DGPs 2016
 
Satisfaction measurements in a cross-cultural environment: How valid are subj...
Satisfaction measurements in a cross-cultural environment: How valid are subj...Satisfaction measurements in a cross-cultural environment: How valid are subj...
Satisfaction measurements in a cross-cultural environment: How valid are subj...
 
Phubbing because of FoMO? - presentation GOR 2015
Phubbing because of FoMO? - presentation GOR 2015Phubbing because of FoMO? - presentation GOR 2015
Phubbing because of FoMO? - presentation GOR 2015
 
FoMO (Fear of Missing Out) - Kann die Angst, etwas zu verpassen, erklären, wa...
FoMO (Fear of Missing Out) - Kann die Angst, etwas zu verpassen, erklären, wa...FoMO (Fear of Missing Out) - Kann die Angst, etwas zu verpassen, erklären, wa...
FoMO (Fear of Missing Out) - Kann die Angst, etwas zu verpassen, erklären, wa...
 
The two sides of social media friendship - Presentation at GOR 2016
The two sides of social media friendship - Presentation at GOR 2016The two sides of social media friendship - Presentation at GOR 2016
The two sides of social media friendship - Presentation at GOR 2016
 
Passau privatheit 2010_print
Passau privatheit 2010_printPassau privatheit 2010_print
Passau privatheit 2010_print
 

Ähnlich wie Wer vertraut hier eigentlich wem? - Verschiedene Nutzertypen beim Privatsphäreschutz in Facebook - Vortrag Kongress GWPs 2014

Studium plus-kurs online reputation
Studium plus-kurs online reputationStudium plus-kurs online reputation
Studium plus-kurs online reputation
ASteffes1810
 
Quantität vor Qualität? Big Data im Kontext von Social Media Daten
Quantität vor Qualität? Big Data im Kontext von Social Media DatenQuantität vor Qualität? Big Data im Kontext von Social Media Daten
Quantität vor Qualität? Big Data im Kontext von Social Media Daten
Katrin Weller
 
Social Media Mentoring Teil 2
Social Media Mentoring Teil 2Social Media Mentoring Teil 2
Social Media Mentoring Teil 2
SchauBar
 
Social Media im pädagogischen Alltag
Social Media im pädagogischen AlltagSocial Media im pädagogischen Alltag
Social Media im pädagogischen Alltag
Jakob Steinschaden
 
EDINGER KLAMMER Impulsseminar: Rezipieren, Ausprobieren, Reflektieren (Social...
EDINGER KLAMMER Impulsseminar: Rezipieren, Ausprobieren, Reflektieren (Social...EDINGER KLAMMER Impulsseminar: Rezipieren, Ausprobieren, Reflektieren (Social...
EDINGER KLAMMER Impulsseminar: Rezipieren, Ausprobieren, Reflektieren (Social...
Eva-Christina Edinger
 
Social Media in Lehr- und Lernszenarien - Ist-Analyse
Social Media in Lehr- und Lernszenarien - Ist-AnalyseSocial Media in Lehr- und Lernszenarien - Ist-Analyse
Social Media in Lehr- und Lernszenarien - Ist-Analyse
Eva-Christina Edinger
 

Ähnlich wie Wer vertraut hier eigentlich wem? - Verschiedene Nutzertypen beim Privatsphäreschutz in Facebook - Vortrag Kongress GWPs 2014 (20)

Was ist der Reiz am neuen Netz?
Was ist der Reiz am neuen Netz?Was ist der Reiz am neuen Netz?
Was ist der Reiz am neuen Netz?
 
Studium plus-kurs online reputation
Studium plus-kurs online reputationStudium plus-kurs online reputation
Studium plus-kurs online reputation
 
Vernetzte Öffentlichkeiten 2013, Sitzung 6, "Vernetzte Identitäten"
Vernetzte Öffentlichkeiten 2013, Sitzung 6, "Vernetzte Identitäten"Vernetzte Öffentlichkeiten 2013, Sitzung 6, "Vernetzte Identitäten"
Vernetzte Öffentlichkeiten 2013, Sitzung 6, "Vernetzte Identitäten"
 
Internet - Entwicklung, Praktiken, Konsequenzen
Internet - Entwicklung, Praktiken, KonsequenzenInternet - Entwicklung, Praktiken, Konsequenzen
Internet - Entwicklung, Praktiken, Konsequenzen
 
Netparty: Medenpädagogische Ansätze in Social Software
Netparty: Medenpädagogische Ansätze in Social SoftwareNetparty: Medenpädagogische Ansätze in Social Software
Netparty: Medenpädagogische Ansätze in Social Software
 
Du hast eine neue Freundschaftsanfrage!
Du hast eine neue Freundschaftsanfrage!Du hast eine neue Freundschaftsanfrage!
Du hast eine neue Freundschaftsanfrage!
 
Quantität vor Qualität? Big Data im Kontext von Social Media Daten
Quantität vor Qualität? Big Data im Kontext von Social Media DatenQuantität vor Qualität? Big Data im Kontext von Social Media Daten
Quantität vor Qualität? Big Data im Kontext von Social Media Daten
 
Social Media Mentoring Teil 2
Social Media Mentoring Teil 2Social Media Mentoring Teil 2
Social Media Mentoring Teil 2
 
Die Jugend und das Netz
Die Jugend und das NetzDie Jugend und das Netz
Die Jugend und das Netz
 
Die Umfeldanalyse in der Berufs- und Studienorientierung als Online-Beratung
Die Umfeldanalyse in der Berufs- und Studienorientierung als Online-BeratungDie Umfeldanalyse in der Berufs- und Studienorientierung als Online-Beratung
Die Umfeldanalyse in der Berufs- und Studienorientierung als Online-Beratung
 
Facebook Sicherheit
Facebook SicherheitFacebook Sicherheit
Facebook Sicherheit
 
"Fomotiker" und ihr starkes soziales Bedürfnis - Vortrag GWPs 2018
"Fomotiker" und ihr starkes soziales Bedürfnis - Vortrag GWPs 2018"Fomotiker" und ihr starkes soziales Bedürfnis - Vortrag GWPs 2018
"Fomotiker" und ihr starkes soziales Bedürfnis - Vortrag GWPs 2018
 
Social Media Workshop für EinsteigerInnen Teil 1
Social Media Workshop für EinsteigerInnen Teil 1Social Media Workshop für EinsteigerInnen Teil 1
Social Media Workshop für EinsteigerInnen Teil 1
 
Facebook Funktionsweise, Nutzen und Risiken für Jugendliche
Facebook Funktionsweise, Nutzen und Risiken für JugendlicheFacebook Funktionsweise, Nutzen und Risiken für Jugendliche
Facebook Funktionsweise, Nutzen und Risiken für Jugendliche
 
Social Media im pädagogischen Alltag
Social Media im pädagogischen AlltagSocial Media im pädagogischen Alltag
Social Media im pädagogischen Alltag
 
Hier bekommt Facebook ein Gesicht!
Hier bekommt Facebook ein Gesicht! Hier bekommt Facebook ein Gesicht!
Hier bekommt Facebook ein Gesicht!
 
SocialeNetwork
SocialeNetworkSocialeNetwork
SocialeNetwork
 
EDINGER KLAMMER Impulsseminar: Rezipieren, Ausprobieren, Reflektieren (Social...
EDINGER KLAMMER Impulsseminar: Rezipieren, Ausprobieren, Reflektieren (Social...EDINGER KLAMMER Impulsseminar: Rezipieren, Ausprobieren, Reflektieren (Social...
EDINGER KLAMMER Impulsseminar: Rezipieren, Ausprobieren, Reflektieren (Social...
 
Soziale Netzwerke 2008
Soziale Netzwerke 2008Soziale Netzwerke 2008
Soziale Netzwerke 2008
 
Social Media in Lehr- und Lernszenarien - Ist-Analyse
Social Media in Lehr- und Lernszenarien - Ist-AnalyseSocial Media in Lehr- und Lernszenarien - Ist-Analyse
Social Media in Lehr- und Lernszenarien - Ist-Analyse
 

Wer vertraut hier eigentlich wem? - Verschiedene Nutzertypen beim Privatsphäreschutz in Facebook - Vortrag Kongress GWPs 2014

  • 1. Wer vertraut hier eigentlich wem? – Verschiedene Nutzertypen beim Privatsphäreschutz in Facebook – Prof. Dr. C. Bosau
  • 2. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Privatsphäre und Facebook 2
  • 3. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Privatsphäre und Facebook 3 Quelle: „Die Zeit“, No. 34, 14.08.2013 29 Personen in einem kleinen Büro im kleinen Portarlington in „the middle of nowhere“ in Irland à kontrollieren, ob Facebook den – laschen irischen – Datenschutzrichtlinien folgt
  • 4. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Ziel der Studie 4 Hauptziel: Analyse des „paradoxen” Nutzerverhaltens in Facebook Was wissen wir bereits über die Facebook-Nutzung: •  SNS-Nutzer sind sich der Privatsphäre-Risiken bewusst (Bosau, Becks & Aelker, 2009; Bosau, Fischer & Koll, 2008) •  dennoch à Facebook ist meist genutzte Internet-Seite •  SNS-Nutzer setzen verschiedene Strategien ein, um ihre Privatsphäre zu schützen (Young & Quan-Haase, 2009) Ø  sie schützen ihr Profil (Utz & Krämer, 2009) à jedoch meist nur zugangs- beschränkt für ALLE ihre Freunde Ø  sie versuchen, ihr Input-Verhalten (Hineinstellen von Informationen) zu verändern und auch Informationen wieder herauszulöschen (Bosau, 2013b) •  vor allem das Vertrauen in die ‚Freunde‘ (mehr als das Vertrauen in Facebook) spielt eine Rolle für die angewandten Schutzstrategien (Bosau, 2013a & 2013b)
  • 5. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Nutzer sind nicht gleich Nutzer 5 Offene Frage: Gibt es spezielle Nutzertypen hinsichtlich des Privatsphäreschutz? Spielt Erfahrung eine Rolle? •  Nutzer lernen nach und nach, das Netzwerk „richtig“ und besser zu nutzen (Utz & Krämer, 2009) •  erst nach einer Eingewöhnungszeit kennen die Nutzer besser die Risiken •  die zunehmende Berichterstattung führt zu einem größeren Risikobewusstsein Oder ändert sich durch Erfahrung doch nichts? •  trotz zahlreicher Medien-Kampagnen (z.B. NSA-Skandal) scheint kein Aufbegehren der Nutzer zu entstehen •  die Nutzungshäufigkeit geht nicht zurück •  den Nutzern ist das Risiko egal?
  • 6. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Die Studie 6 Frühere Studien: § getrennte Messung von Privatsphäre-Bedenken, Strategien zum Privatsphäre- Schutz und Informationspreisgabe Diese Studie: § Kombination der einzelnen Aspekte in einer Gesamt-Studie § Unterscheidung von Nutzer- Typen Methode: •  Online-Fragebogen (geposted via mailing-lists und persönlichen Emails, z.T. snowball sampling) in 2012 •  N = 273 •  Alter: Mw= 24,8 StAbw = 5,4 Männer = 24%, Frauen = 76% Forschungsfrage: •  Gibt es überhaupt verschiedene Arten von Nutzern hinsichtlich der Privatsphäre-Problematik? •  Wenn ja, wie lassen sich diese Nutzergruppen genauer charakterisieren?
  • 7. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Die erfassten Aspekte 7 Privatsphäre-Befürchtungen (vgl. Boyd & Ellison, 2008) Privatsphäre-Schutz-Verhalten (vgl. Young & Quan-Haase, 2009) Alter Geschlecht Vertrauen in Facebook (vgl. Joinson, Reips, Buchanan & Paine-Schofield, 2010) Vertrauen in „Freunde“ (vgl. Bosau, 2013a) Die aktiven Variablen: Die passiven Variablen: Art & Dauer der Nutzung, Anzahl „Freunde“ Big 5 – Persönlichkeit (BFI-S, vgl. Gerlitz & Schupp, 2005) Profilfreigabe in Facebook (vgl. Utz & Krämer, 2009) Preisgabe von Infos in Facebook Preisgabe von Infos im Internet
  • 8. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Die aktiven Variablen – Privatsphäre-Bedenken 8 Privatsphäre-Bedenken •  basierend auf Boyd & Ellison (2008) and Debatin, Lovejoy, Horn & Hughes (2009) •  Frage: „Welche der folgenden Risiken sehen Sie in Facebook?“ •  Skala: 1 = kann nur schwer passieren vs. 5 = kann sehr leicht passieren •  Cronbach’s α = .85 •  14 Items, z.B.: •  „Schädigung Ihres Rufs wegen Gerüchten und Klatsch“ •  „Hacking Ihres Profils & Identitätsdiebstahl“ •  „Phishing“ •  „Überwachung Ihres Online-Verhaltens durch Backtracking-Funktionen“ 2,13% 2,17% 2,25% 2,33% 2,37% 2,45% 2,51% 2,61% 2,67% 3,13% 3,18% 3,33% 3,37% 3,64% 1% 2% 3% 4% Manipula(on*von*Fotos* unbefugter*Zugriff*auf*Profil* versehentliche*Preisgabe*von*Informa(onen* Phishing* Schädigung*des*Rufs*wg.*Gerüchten* Stalking*/*unerwünschte*Kontakte* Hacking*des*Profils*/*Iden(tätsdiebstahl* Personen*sehen*nicht*für*sie*bes(mmte*Infos* Erhalten*von*Spam* Download*und*Weiterverbreitung*der*Fotos* unerlaubte*Verwendung*personenbezogener* Daten* Einrichten*gefälschter*Nutzerprofile* Überwachung*des*OnlinePVerhaltens* (Backtracking)* ConsumerPProfiling*
  • 9. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Die aktiven Variablen – Privatsphäre-Schutz 9 Privatsphäre-Schutz •  basierend auf Young & Quan-Haase (2009), zusätzliche up-to-date Aspekte wurden hinzugefügt •  Skala: 1 = niemals vs. 5 = sehr oft •  Cronbach’s α = .83 •  14 Items, z.B.: •  „Ich habe falsche Informationen in Facebook hinterlassen, damit Personen, die ich nicht kenne, keine Informationen über mich erhalten können.” „Ich habe Personen von meiner Freundesliste gelöscht.” „Ich habe veranlasst, dass andere Fotos aus ihrem Profil genommen haben, die mir unangenehm waren.“ 1,73% 1,76% 1,93% 1,98% 2,17% 2,38% 2,38% 2,44% 2,50% 2,51% 2,70% 2,72% 4,03% 4,37% 1% 2% 3% 4% 5% unangenehme('Likes'(wieder(gelöscht( falsche(Informa8onen(in(Facebook(eingefügt( unangenehme(eigene(Kommentare(gelöscht( andere(sollten(unangenehme(Bilder(von(mir( löschen( Informa8onen(über(mich(selbst( (Kontaktdaten,(Schule)(wieder(gelöscht( Freunde(in(Untergruppen(eingeteilt,(um(den( Zugang(zu(beschränken( Kommentare(von(anderen(auf(meinem(Profil( gelöscht( Informa8onen(über(meine(Interessen/ Hobbies(wieder(herausgelöscht( Zugang(zu(Informa8onen(für(manche( Personen(beschränkt( unangenehme(Bilder(von(meinem(Profil( wieder(gelöscht( Personen(von(der(Freundesliste(gelöscht( Verlinkungen(vom(eigenen(Namen(auf(Bildern( löschen(lassen( Informa8onen(weggelassen( eher(Emails(staO(Pos8ngs(geschrieben(
  • 10. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Die Nutzer-Typen 10 -­‐1   -­‐0,5   0   0,5   1   Privatsphäre-­‐Schutz  (Mw=2,55)   Privatsphäre-­‐Bedenken  (Mw=2,72)   Cluster-Analyse •  2-step-Clusteranalyse (Distanzmaß: Log-Likelihood; Kriterium: BIC) •  Resultat: 4 Typen 1)  die „Unängstlichen“ wenig Bedenken wenig Schutz 2)  die „Ängstlichen“ viel Bedenken viel Schutz 3)  die „Absicherer“ wenig Bedenken viel Schutz 4)  die „Ignoranten“ viele Bedenken kaum Schutz „Unängstliche“   „Ängstliche“   „Ignoranten“   „Absicherer“  
  • 11. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Die Nutzer-Typen 11 Cluster-Analyse •  2-step-Clusteranalyse (Distanzmaß: Log-Likelihood; Kriterium: BIC) •  Resultat: 4 Typen 1)  die „Unängstlichen“ wenig Bedenken wenig Schutz 2)  die „Ängstlichen“ viel Bedenken viel Schutz 3)  die „Absicherer“ wenig Bedenken viel Schutz 4)  die „Ignoranten“ mittlere Bedenken kaum Schutz 23%   24%   32%   21%   „Unängstliche“  „Ängstliche“   „Ignoranten“   „Absicherer“  
  • 12. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster 12 1)  Freigabe des Profils in Facebook (vgl. Utz & Krämer, 2009) 14 Items, Cronbach’s α = .83 Frage nach: „Wem haben Sie die folgenden Informationen freigeschaltet?“; z.B. Bilder, Kommentare, Beziehungsstatus, Pinnwand, etc. 2,5   3   3,5   Unängstliche   Absicherer   Ignoranten   Ängstliche   Profilfreigabe  in  Facebook   Skala:  1=„niemandem“  vs.  5=„allen“   η2=.07 - sign.: a/c - b/d 4   5   6   Unängstliche   Absicherer   Ignoranten   Ängstliche   Preisgabe  von  Infos  in  Facebook   Skala:  Anzahl   η2=.08 - sign.: a – b/d 2)  Preisgabe von Informationen in Facebook 11 Items Frage nach: „Welche der folgenden Aspekte haben Sie wahrheitsgemäß in Facebook angegeben?“; z.B. Geburtsdatum, Namen, Profilfoto, Beziehungsstatus, etc.
  • 13. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster 13 1)  Preisgabe von Informationen generell im Internet 16 Items, Cronbach’s α = .83 Frage nach: „Würden Sie folgende Informationen allgemein im Internet preisgeben?“; z.B. Tel.-Nr., Beziehungsstatus, Wohnort, Geburtsdatum, etc. 2   2,25   2,5   2,75   Unängstliche   Absicherer   Ignoranten   Ängstliche   Preisgabe  von  Infos  im  Internet   Skala:  1=„geht  keinen  was  an“  vs.  5=„kann  jeder  wissen“   η2=.06 - sign.: a/b - d
  • 14. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 14 1)  Vertrauen in Facebook (vgl. Joinson, Reips, Buchanan & Paine- Schofield, 2010) 8 Items, Cronbach’s α = .83 Messung der Hauptaspekte von Vertrauen: „Integrität“, „Kompetenz“, „Verlässlichkeit“, „Ehrlichkeit“, etc. 2   2,5   3   Unängstliche   Absicherer   Ignoranten   Ängstliche   Vertrauen  in  Facebook   Skala:  1=„kein  Vertrauen“  vs.  5=„Vertrauen“   3   3,5   4   Unängstliche   Absicherer   Ignoranten   Ängstliche   Vertrauen  in  „Freunde“   Skala:  1=„kein  Vertrauen“  vs.  5=„Vertrauen“   Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster η2=.06 - sign.: a - d η2=.08 - sign.: a – b/c/d 2)  Vertrauen in „Freunde“ gleiche Skala wie bei 1), „Facebook“ ersetzt durch „Freunde“ 8 Items, Cronbach’s α = .89 WichNg:  keine  Korr.  zwischen   den  beiden  Faktoren  
  • 15. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 15 1)  Soziodemographische Aspekte Geschlecht & Alter 2   2,5   3   Unängstliche   Absicherer   Ignoranten   Ängstliche   Alter  bzw.  Geschlecht   3   3,5   4   Unängstliche   Absicherer   Ignoranten   Ängstliche   Art  der  Facebook-­‐Nutzung   Skala:  1=„sehr  selten“  vs.  5=„sehr  häufig“   Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster keine sign. Unterschiede jeweils keine sign. Unterschiede 2)  Art der Facebook-Nutzung 9 Items Frage nach: „Welche Aspekte nutzen Sie in Facebook?“; z.B. Fotos einstellen, Kommentare schreiben, Freundesliste, ‚Liken‘, Nachrichten schreiben, etc.
  • 16. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 16 1)  Dauer der Nutzung Frage nach: „Wie lange nutzen Sie Facebook im Schnitt pro Tag?“ 1   1,5   2   2,5   Unängstliche   Absicherer   Ignoranten   Ängstliche   Dauer  der  Nutzung  pro  Tag   Skala:  1=„weniger  als  10  Min.“  vs.  6=„mehr  als  4  Stunden“   180   230   280   Unängstliche   Absicherer   Ignoranten   Ängstliche   Anzahl  „Freunde“   Skala:  Anzahl   Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster η2=.04 - sign.: b - c η2=.04 - sign.: b - c 2)  Anzahl „Freunde“ Frage nach: „Wie viele Freunde haben Sie auf Ihrer Freundesliste?“
  • 17. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 17 1)  Persönlichkeit – Big 5 (BFI-S, vgl. Gerlitz & Schupp, 2005) 15 Items – jeweils 3 pro Aspekt Extraversion: ... kommunikativ/gesprächig sein ... gesellig sein/aus sich herausgehen können ... nicht zurückhaltend sein 3,5   4   4,5   Unängstliche   Absicherer   Ignoranten   Ängstliche   Extraversion   Skala:  1=„introverUert“  vs.  7=„extroverUert“   3,5   4   4,5   Unängstliche   Absicherer   Ignoranten   Ängstliche   Offenheit  für  Neues   Skala:  1=„nicht  offen“  vs.  7=„sehr  offen“   Die Nutzer-Typen – Beschreibung der Cluster η2=.04 - sign.: a/c - d η2=.04 - sign.: b - d Offenheit für Neues: ... originell sein/neue Ideen einbringen ... künstlerische Erfahrungen schätzen ... eine lebhafte Phantasie/Vorstellung haben
  • 18. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 18 Ø  Bei der Betrachtung des „paradoxen“ Nutzerverhaltens hilft es nur bedingt weiter, reine ‚Haupteffekte‘ für die Gesamtpopulation zu betrachten. Ø  Stattdessen müssen verschiedene Sub-Gruppen bzw. Typen von Nutzern unterschieden werden. ü  Ängstliche ü  Absicherer Ø  Vertrauen (in Facebook / in die ‚Freunde‘) kann einen Teil der Unterschiede erklären à Ängstliche vs. Unängstliche Ø  möglicherweise bieten Persönlichkeitsaspekte tiefergehende Erklärungsmöglichkeiten Ø  Fokus für Aufklärungskampagnen (Stichwort: „Medienkompetenz“): Ignorante Nutzer Ø  Verhalten lässt sich ggf. durch mangelnde Erfahrung erklären (aber: KEIN reiner Alterseffekt) Fazit ü  Unängstliche ü  Ignoranten
  • 19. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 19 •  Bittner, J. & Scully D. (2013). Vertrauen ist besser. Die Zeit. Nr. 34, 14.08.2013. •  Bosau, C. (2013a). Who do you trust: Facebook or your friends? – Analyzing predictors of privacy protection in social networks. Conference GOR 13 (General Online Research) in Mannheim. •  Bosau, C. (2013b). Privacy protection as a matter of trust – how trust in Facebook and trust in friends lead to different behaviour in social networks, 8th Conference of the Media Psychology Division (German Psychological Society) in Würzburg. •  Bosau C., Becks, J. & Aelker, L. (2009). StudiVZ – Different gratifications for different types of users. 6th Conference of the Media Psychology Division (German Psychological Society) in Duisburg-Essen. •  Bosau, C., Fischer, O. & Koll, M. (2008). StudiVZ - Determinants of Social Networking and Dissemination of Information among Students. XXIX Congress of Psychology in Berlin. •  Boy, D. & Ellison, N. (2008). Social Network Sites: Definition, History, and Scholarship. Journal of Computer‐Mediated Communication 13 (1), pp. 210‐230. •  Debatin, B., Lovejoy, J. P., Horn, A., & Huges, B. N. (2009). Facebook and online privacy: Attitudes, behaviors, and unintended consequences. Journal of Computer-Mediated Communication 15, 83–108. •  Gerlitz, J.-Y. & Schupp, J. (2005). Zur Erhebung der Big-Five-basierten Persönlichkeitsmerkmale im SOEP. DIW Research Notes 2005 (4). •  Joinson A.N., Reips U.D., Buchanan T.B., & Paine-Schofield C.B. (2010). Privacy, Trust and Self-Disclosure Online. Human-Computer Interaction. Vol. 25(1), pp. 1-24. •  Utz, S., & Krämer, N. (2009). The privacy paradox on social network sites revisited: The role of individual characteristics and group norms. Cyberpsychology: Journal of Psychosocial Research on Cyberspace, Vol. 3(2), article 2. •  Young, A.L. & Quan-Haase, A. (2009). Information Revelation and Internet Privacy Concerns on Social Network Sites: A Case Study of Facebook. C&T '09 - Proceedings of the fourth international conference on Communities and technologies, pp. 265-274. Literaturquellen
  • 20. GWPs-Tagung 2014C. Bosau: Wer vertraut hier eigentlich wem? 20 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Kontaktdaten: Rheinische Fachhochschule Köln Prof. Dr. Christian Bosau, Dipl.-Psych. & Master of HRM & IR Schaevenstraße 1a/b 50676 Köln Tel.: +49 221 20302-0 e-mail: bosau@rfh-koeln.de