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1
CREATING PORTAL EXPERIENCES
Die Arbeitswelt von morgen –
der Weg vom Schreibtisch zum
Digital Workplace
Fachartikel von Björn Adam, Head of Business Unit Intranet
Ein dynamisches Marktumfeld und ver­än-
derte Mitarbeitererwartungen an die Work-­
Life-Balance zwingen Unternehmen zur
flexiblen Anpassung der Arbeitsprozesse.
Intranets, Mit­­arbeiterportale und ein
ganz­­­­heitlicher „Digital Workplace“ tragen
dazu bei, den Informations- und Wissens­
austausch effizienter zu gestalten, die
Produktivität zu steigern und die Mit­­ar­
beiter­­­zufriedenheit zu stärken.
Unternehmen in einem hoch ­diversifi­­­­­-
zier­­ten, globalen Marktumfeld stehen vor
der Herausforderung, die Vernetzung
voran­zutreiben und als globales Kollektiv
aufzutreten, um Wettbewerbsvorteile
zu erzielen. Betrachtet man die globalen
Märkte näher, verliert der Ort, an dem
die Arbeitsleistung erbracht wird, mehr und
mehr an Bedeutung – insbesondere bei
wissensintensiven Tätigkeiten wie Inge­­­­­­­­­­­­-
n­­­ieurs- und Beratungsdienstleistungen
sowie Forschung und Entwicklung. Der
daraus resultierende Konkurrenz- und Inno­
vationsdruck ist für viele Unternehmen
zunehmend spürbar und zwingt zur Verän-
derung der gewohnten Arbeitsprozesse. Vor
diesem Hintergrund spielt der schnellere
Austausch von Informationen und Wissen
für das Wachstum eines Unternehmens
eine immer wichtigere Rolle.
Neue Aufgaben für Mitarbeiter erzeugen
neue Heraus­forderungen für Unternehmen
Die einzelnen Arbeitsprozesse von Mit­­
arbeitern waren bis dato häufig bestimmt
von Routine und statischen Prozessen,
wohingegen das Umfeld von Unternehmen
insgesamt zunehmend von Veränderung
und Anpassungsfähigkeit geprägt ist. Diese
neue Dynamik bricht nun mehr und mehr
zu den Mitarbeitern durch und erzeugt  stetig­
neue Aufgaben und Tätigkeiten. Mit wach­
senden Anforderungen steigen zudem auch
die Ansprüche der (potenziellen) Mitarbeiter
an die Unternehmen. Insbesondere Mitar-
bei­ter, die ihr Know-how explizit dem Unter­
nehmen zur Verfügung stellen, erwarten
besondere Arbeitsbedingungen und Service­­­
leistungen seitens des Arbeitgebers. Dies
wird zusätzlich durch Angebote und neue
Technologien im privaten Umfeld wie soziale
Netzwerke, Instant Messaging und Co.
verstärkt, die man räumlich und zeitlich
unabhängig nutzen kann.
Der Wunsch nach freier Gestaltung der
räumlichen und zeitlichen Arbeitsumge-
bung nimmt mehr und mehr Einfluss auf die
Leistungsfähigkeit, Motivation und das
Wohlbefinden der Mitarbeiter. Eine stärkere
Orientierung der Unternehmen an den
>
2
neuen Werten und Anforderungen der Mitarbeiter
hinsichtlich Ergonomie und Gestaltung des physischen
Arbeitsplatzes steigert die Kreativität, stärkt die
Innovationskraft und sorgt für höhere Leistung und
Produktivität. Diese Neuausrichtung wird aktiv von den
Mitarbeitern eingefordert. Unternehmen sollten dies
als Chance betrachten, motivierte, produktive und
zufriedene Mitarbeiter dauerhaft zu beschäftigen – ein
wettbewerbskritischer Faktor in Zeiten akuten Fach-
kräftemangels.
Vom stationären Arbeitsplatz zum vernetzten,
­autonomen Mitarbeiter
Aktuell findet eine spürbare Entwicklung innerhalb
der Privatwirtschaft mit enormen Auswirkungen auf
unternehmensinterne Organisationen und Prozesse
statt. Nach den Anfängen der organisierten Arbeit
wurden bis heute mehrere Entwicklungsstufen durch-
laufen – von den ersten Schreibarbeiten der Kon­tor­
verwalter im Mittelalter bis zur Verwendung von
­­­Schreibmaschinen und später von stationärer Computer-
technologie.
Die heute verfügbaren Technologien gehen noch einen
Schritt weiter: Sie ermöglichen sowohl eine starke lokale
als auch globale digitale Vernetzung, während der
Einsatz von mobilen Endgeräten eine weitestgehend
selbstorganisierte räumliche und zeitliche Gestaltung
der Arbeitssituation erlaubt. Die strikte Trennung
von Arbeit und Freizeit wird damit aufgeweicht und in
Zukunft weiter abnehmen. Mitarbeiter werden zuneh-
mend erwarten, dass sie die zur Erfüllung der Aufgaben
im Unternehmen und zur Wissensarbeit notwendigen
Tools und Prozesse möglichst effizient, endgeräte­
unabhängig sowie räumlich und zeitlich flexibel nutzen
können. Die Mitarbeiter von morgen sind quasi immer
im Dienst und immer in der Freizeit, stark vernetzt und
autonom. Der typische Arbeitsort in Form eines Büros
innerhalb des Unternehmens steht in Konkurrenz zu
anderen, attraktiveren Orten. Der ursprüngliche Arbeits-
platz wird nun zu einem von vielen Orten, an denen
gearbeitet wird.
Mitarbeiter möchten in Zukunft selbst entscheiden,
wann, wo und wie sie arbeiten. Der Arbeitsplatz ist dort,
wo ein Laptop, Tablet-PC oder Smartphone greifbar ist.
Die Integration von Arbeit und Freizeit als Synergie aus
hoher schöpferischer Kraft im dienstlichen Umfeld und
der Verwirklichung persönlicher Lebensgestaltung formt
eine ganzheitliche „Work-­Life-Integration“ und ent­wi-
ckelt sich zum anerkannten Statussymbol.
„Die Mitarbeiter
von morgen sind quasi
immer im Dienst und immer
in der Freizeit, stark vernetzt und
autonom. Der typische Arbeitsort in Form
eines Büros innerhalb des Unternehmens steht
in Konkurrenz zu anderen, attraktiveren Orten.
Der ursprüngliche Arbeitsplatz wird nun zu
einem von vielen Orten, an denen
gearbeitet wird.“
3
Digital Workplace steigert Produktivität und Effizienz
Ein Weg, diese unternehmerische Herausforderung
als Chance zu nutzen, ist der Aufbau oder Ausbau
des bestehenden Intranets oder Mitarbeiterportals
zum Digital Workplace. Dieser stellt personalisiert
allen Mitarbeitern die notwendigen Informationen und
Prozesse in einer endgeräteunabhängigen Form
­stationär und mobil zur Verfügung.
Der Weg dorthin sollte – je nach dem Reifegrad eventuell
vorhandener Intranet- bzw. Portallösungen – Schritt
für Schritt in mehreren Evolutionsstufen erfolgen. Den
Anfang stellt eine ausführliche Analyse des Status
quo dar. Die Ergebnisse werden dazu genutzt, eine
detail­­­­­lie­r­te­ Vision bzw. eine individuelle Roadmap zu
ent­wickeln.
Ein vorhandenes traditionelles Intranet lässt sich
beispielsweise in der ersten Stufe um einfache zusätz-
liche soziale Funktionen und Personalisierungsmöglich-
keiten der Inhalte erweitern. Die nächste Ausbaustufe
kann bereits eine Vorstufe zum Digital Workplace bilden,
etwa durch umfassende Funktionen für Social Collabo-
ration, eine übergreifende Suche und die Integration
von Prozessen und Anwendungen. Der umfassende
(und weiterhin flexibel ausbaufähige) Digital Workplace
bietet dann einen ganzheitlichen Ansatz, der auf einer
veränderten Unternehmenskultur, einer flexibel anpass-
baren Organisationsstruktur und einer hohen Mitarbei-
terakzeptanz fußt.
Dieses stufenweise Vorgehen empfiehlt sich einerseits,
um die Mitarbeiter nach und nach an die neue Arbeits-
welt zu gewöhnen und nicht zu überfordern. Darüber
hinaus lassen sich die Investitionen und der Ressourcen­
bedarf zum Aufbau des Digital Workplace über einen
größeren Zeitraum verteilen und die Projektrisiken
minimieren.
*Parallel muss der mobile Zugriff ermöglicht werden.
Change-Prozess*
Potenziale des Digital Workplace
arbeiten, wo und
wann man möchte
freie Zeiteinteilung
Arbeit an fixem Ort,
zu fixer Zeit
räumliche
Flexibilität
4
>	Online-Konzeption
>	Design
>	Personalisierung
>	Cultural Change
>	Social Collaboration
>	Content
>	Schulung
>	…
>	strategische
Anforderungen
>	Unternehmens­­­­­­­-
anfor­derungen
>	Prozesse
>	Governance
>	Support & Training
>	Rollout
>	…
>	technologische
Anfor­derungen
>	Benutzerpflege
>	Migration
>	Entwicklung
>	Customizing
>	Betriebshandbuch
>	Infrastruktur
>	…
Dimensionen des Digital Workplace
Portalprojekt
Prozesse:
Business & Strategie
Creation: Mensch &
Unternehmenskultur
Technologie
5
Effiziente Einführung in drei Aktivitätenströmen
Neben einer klaren auch mehrstufig planbaren Einfüh-
rungsstrategie können alle notwendigen Aktivitäten bei
der projektbasierten Einführung eines Digital Workplace
(unabhängig von der Ausbaustufe) in drei logische
Ströme gruppiert werden:
Creation: Mensch & Unternehmenskultur
Hierzu zählen alle Aktivitäten und Maßnahmen, die
sich mit den Inhalten und dem Look & Feel des Systems
beschäftigen. Zu diesem Zweck werden die Aktivitäten
rund um die nutzerzentrierte Konzeption und Vorgehens­­
weise gebündelt. Das Design wird unter Berücksichti-
gung von Usability, intuitiver Anwendung und unter
Einflussnahme der vorliegenden unternehmensspezifi-
schen Corporate-Design-Richtlinien erstellt. Darüber
hinaus wird die Art und Weise der Informationsablage
definiert.
Des Weiteren gehören in diesen Bereich alle Aktivi­täten
und Maßnahmen, die mit den notwendigen Change-­
Prozessen innerhalb des Unternehmens zusammen-
hängen und eine hohe Akzeptanz des Digital Workplace
erzeugen. Dazu zählen unter anderem Kommunikations-
und Trainingskonzepte, Projekt- und Produktmanage-
ment, aber auch ein Erwartungs­manage­ment, das
den Mitarbeitern im Projektteam und generell im Unter-
nehmen die Ziele und Vorteile des neuen Ansatzes
vermittelt. Je nach Aktivität zeigt sich die Wirkung dieser
Maßnahmen kurz- bis mittelfristig.
Prozesse: Business & Strategie
Hier lassen sich sämtliche Maßnahmen nennen, die sich
auf Prozesse und Aktivitäten sowie auf die Anforde-
rungen und die Strategie des Unternehmens beziehen,
­z. B. die Definition funktionaler Anforderungen, Justie-
rungen an der Organisationsstruktur sowie die Einbezie-
hung und ggf. Anpassung der Strategie. Die Wirkung
dieser Aktivitäten tritt in der Regel erst nach längerer
Zeit zutage.
Technologie
Hierzu gehören sämtliche Aktivitäten und Maßnahmen,
die eine technische Realisierung der Lösung betreffen,
z. B. der Aufbau einer passenden IT-Infrastruktur, die
Realisierung und Einführung von Software usw. Die
Wirkung dieser Aktivitäten ist bereits nach kürzester
Zeit spürbar.
Während die technologischen Aspekte noch vergleichs-
weise einfach zu berücksichtigen und zu realisieren
sind, steigert sich die Komplexität der Aktivitäten in
den beiden anderen Strömen zunehmend. Sowohl das
Change Management im Bereich User Experience (UX)
als auch die Fein­justierung der Organisationsstruktur
und Unternehmens­strategie im Bereich Prozesse stellen
die höchste Herausforderung dar und erfordern eine
sehr hohe Expertise der durchführenden Personen.
Schlüsselfaktor Mitarbeiterakzeptanz
In einer idealisierten Welt könnte man mit wenigen
sequenziell ablaufenden Projekten einen Digital
­Workplace im Unternehmen einführen. Die benötigten
Technologien existieren bereits. Die Inhalte und
Prozesse, die im Workplace abgebildet werden sollen,
liegen zum Teil bereits vor oder könnten mit überschau-
barem Aufwand erarbeitet werden. In der Realität ist
dies jedoch häufig so nicht umsetzbar. Abseits techno-
logischer Herausforderungen lautet daher die Kernfrage:
Wird der Digital Workplace auch so konzipiert und
eingeführt, dass er von den Mitarbeitern akzeptiert
wird?
Der Erfolg einer solchen Initiative hängt – neben der
klaren Definition von Strategie und Zielen zu Beginn –
maßgeblich von der Akzeptanz der Benutzer ab, die
den Digital Workplace als zentralen Einstiegspunkt zu
den persönlich benötigten Tools und Prozessen
verwenden. Diese Akzeptanz wiederum basiert haupt-
sächlich auf weichen Faktoren wie der intuitiven
Nutzbarkeit, dem Look & Feel und der Erfüllung der
„wahren“ Anforderungen der späteren Benutzer. Anders
gesagt: Je leichter die Anwender den Digital Workplace
verstehen, je effizienter sie ihn bedienen können und
je besser er ihre Erwartungen und Anforderungen erfüllt,
umso höher ist die Akzeptanz und Motivation bei der
Nutzung. Das klingt nicht besonders schwierig, ist in
der Praxis jedoch alles andere als einfach.
Auch aus diesem Grund ist bei der Konzeption ein stark
nutzerzentriertes Vorgehen zu empfehlen, das alle
impliziten und expliziten Anforderungen der Mitarbeiter
berücksichtigt. Bei einem typischen Ansatz zum nutzer-
zentrierten Vorgehen werden wichtige Benutzergruppen
innerhalb des Unternehmens identifiziert und deren
Wünsche und Anforderungen an eine spätere Lösung
abstrakt erhoben und dokumentiert („Persona-­Analyse“).
Basierend auf dieser Analyse werden Anwendungsfälle
abgeleitet, die konkrete Anforderungen der Mitarbeiter
beschreiben und wiederum zur späteren Konzeption von
Oberflächen und Prozessen verwendet werden.
6
Umfassendes Change Management ist Pflicht
Hängt nun die Akzeptanz des digitalen Arbeitsplatzes
ausschließlich von der Beachtung der Wünsche der
Mitarbeiter und des Unternehmens ab? Nein. Zu einer
akzeptierten, effizienten und zielführenden Nutzung
des Digital Workplace trägt insbesondere auch ein
mittelfristiger Wandel im generellen Verhalten und in der
Mentalität aller Mitarbeiter im Unternehmen bei. Sämt-
liche Mitarbeiter müssen den vorher beschriebenen
Entwicklungsschritt zur Arbeitswelt der Zukunft bereits
gegangen oder zumindest dafür offen sein. Gehen sie
ihn nicht, werden sie die neuen Ansätze im Unternehmen
nicht akzeptieren und isoliert in ihrer alten Welt zurück-
bleiben.
Diese Veränderung der Unternehmenskultur muss
begleitend zu einem Einführungsprojekt in Form eines
strategischen Change-Management-Prozesses durch-
geführt werden. Es geht darum, allen Mitarbeitern im
Unternehmen den Sinn und Nutzen des Digital Workplace
bewusst zu machen. Darüber hinaus ergeben sich
weitere Herausforderungen, die im Rahmen des „Cultural
Change Managements“ angegangen werden müssen.
Wurde früher – und teilweise noch heute – von ein­zel­­nen
Mitarbeitern oder ganzen Abteilungen ein Herr­schafts­
wissen aufgebaut, um sich für die Organisation wert­
voll zu machen, so wird es aufgrund der vom Markt­
geforder­ten hohen Flexibilität der Unternehmen immer
wichtiger, Transparenz und Offenheit beim Umgang
mit Informationen und Wissen zu leben.
In der Arbeitswelt von morgen ist es wichtig, dass man
stark bilateral geprägte Kommunikationswege wie
Telefonate, E-Mail etc. erweitert und Wissen auf offenen
Plattformen zur Verfügung stellt. Dieses wird dann in
themenspezifischen Communitys abgelegt, diskutiert
und erweitert. Mitarbeiter, die sich für diese Informatio­
­nen interessieren, können aktiv in die Community
ein­treten und bedarfsgerecht Informationen und Wissen
abfragen (pull). Im Gegenzug werden sie nicht ungewollt
mit irrelevanten Informationen und Wissen belastet
(push).
Daraus resultiert eine erhöhte Transparenz der Kommu-
nikation und des Informations- und Wissensaustauschs
innerhalb des Unternehmens. Die Arbeit der einzelnen
Mitarbeiter wird produktiver und effizienter.
Dies erfordert Offenheit, Vertrauen und eine gewisse
Fehlertoleranz der Führungskräfte und des Manage-
ments. Diese Veränderung in der Unternehmenskultur ist
ein Erfolgsbaustein für eine funktionierende Arbeitswelt
der Zukunft – ebenso wie das Bedürfnis, räumlich und
zeitlich unabhängig zu arbeiten. Der Change-Prozess ist
zwar nicht ad hoc zu realisieren, er muss jedoch während
der Einführung des Digital Workplace vorgedacht und
initiiert werden.
Fazit
Der Digital Workplace als zentrale Kommunikations-
und Informationsdrehscheibe bietet gerade inter-
national aufgestellten Unternehmen mit verteilten
Standorten und Projektteams enorme Chancen,
die Zusammenarbeit, Produktivität und Effizienz zu
steigern. Um den Erfolg und eine hohe Akzeptanz
des Digital Workplace zu gewährleisten, sind bei der
Konzeption und Realisierung sowohl Strategien und
Prozesse als auch Technologien und Menschen
in einem ganzheitlichen Ansatz zu betrachten.
Darüber hinaus ist während der Einführung eine
aktive Begleitung durch ein umfassendes Change
Management unverzichtbar. Auf dieser Basis trägt
der Digital Workplace nicht nur dazu bei, Innovations­
potenziale besser auszuschöpfen, sondern auch
die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern.
7
Vom Intranet zum Digital Workplace
Die Grafik zeigt einen exemplarischen Ausbau eines
einfachen Intranets zum Digital Workplace über
vier Stufen. Die Anzahl und die Gestaltung der einzel­
­nen Stufen sind abhängig von der individuellen
Situation und den Anforderungen. Sie müssen an die
vorliegen­­den Rahmenbedingungen angepasst
werden. Wichtig ist, das Vorhaben in mehrere
Schritte zu unterteilen, um zum einen die Kom­ple-
xität beherrschbar zu hal­ten und zum anderen
die ­Mitarbeiter nicht zu überfordern.
Stufe 2
Extended Intranet
Stufe 3
Basic Digital
Workplace
Stufe 4 und höher
Full Digital
Workplace
Stufe 1
Basic Intranet
>	Unternehmens-
nachrichten
>	Informationen
>	Wissen
>	Abteilungs- und
Bereichs­­­präsen­­
tation
>	Suche
>	Unterstützung der
Zusammenarbeit im
Unternehmen
>	erste Integration
von Prozessen und
Anwendungen
>	Mitarbeiterprofile
>	Personalisierung
>	dynamische Inhalte
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>	erweiterte Kollabo-
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>	tiefe Integration
von Prozessen und
Anwendungen
>	übergreifende
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>	Social Media
>	zentraler Einstieg
zu allen Informati-
onen, Prozessen
und Applikationen
>	endgeräte- und
ortsunabhängige
Nutzung möglich
>	umfängliche
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Zusammenarbeit
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­Filterung von
Informationen
>	Integration von
Prozessen und
Applikationen
>	Bündelung aller
Benachrichtigungen
in einer zentralen
Inbox
Entwicklung
BusinessValue
Bereitstellen
von (statischen)
Informationen
Unterstützung der
Arbeitsprozesse
Business-
Transformation
Dynamisierung &
Integration
Fokus
8
Björn Adam
Head of Business Unit Intranet
Seit Beginn der New Economy in den späten
1990er-Jahren beschäftigt sich Björn Adam
mit Themen rund um die Bereiche Intranet
und Internet. Bereits neben Schule und
Studium beriet er auf selbstständiger Basis
Unternehmen hinsichtlich ihrer ersten
Schritte in die Online-Welt. Nach dem
Studium der Informatik und internationalen
Projekten und Einführungen von Unterneh-
mensportalen im Konzernumfeld verant-
wortet Björn Adam heute bei BTEXX den
Geschäfts­bereich Intranet. Er berät Kunden
bei der strategischen Ausrichtung und
Konzeption von Intranets, Unternehmens­
portalen, Social Collaboration sowie zu
Projekt­leitungsthemen.
Sie haben Fragen?
Dann kontaktieren Sie uns:
BJÖRN ADAM
Head of Business Unit Intranet
Kontakt:
BTEXX GmbH
Rheinstraße 4 G / 55116 Mainz
T +49 6131 62228-0
info@btexx.de / www.btexx.de

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Die Arbeitswelt von morgen – der Weg vom Schreibtisch zum Digital Workplace

  • 1. 1 CREATING PORTAL EXPERIENCES Die Arbeitswelt von morgen – der Weg vom Schreibtisch zum Digital Workplace Fachartikel von Björn Adam, Head of Business Unit Intranet Ein dynamisches Marktumfeld und ver­än- derte Mitarbeitererwartungen an die Work-­ Life-Balance zwingen Unternehmen zur flexiblen Anpassung der Arbeitsprozesse. Intranets, Mit­­arbeiterportale und ein ganz­­­­heitlicher „Digital Workplace“ tragen dazu bei, den Informations- und Wissens­ austausch effizienter zu gestalten, die Produktivität zu steigern und die Mit­­ar­ beiter­­­zufriedenheit zu stärken. Unternehmen in einem hoch ­diversifi­­­­­- zier­­ten, globalen Marktumfeld stehen vor der Herausforderung, die Vernetzung voran­zutreiben und als globales Kollektiv aufzutreten, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Betrachtet man die globalen Märkte näher, verliert der Ort, an dem die Arbeitsleistung erbracht wird, mehr und mehr an Bedeutung – insbesondere bei wissensintensiven Tätigkeiten wie Inge­­­­­­­­­­­­- n­­­ieurs- und Beratungsdienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung. Der daraus resultierende Konkurrenz- und Inno­ vationsdruck ist für viele Unternehmen zunehmend spürbar und zwingt zur Verän- derung der gewohnten Arbeitsprozesse. Vor diesem Hintergrund spielt der schnellere Austausch von Informationen und Wissen für das Wachstum eines Unternehmens eine immer wichtigere Rolle. Neue Aufgaben für Mitarbeiter erzeugen neue Heraus­forderungen für Unternehmen Die einzelnen Arbeitsprozesse von Mit­­ arbeitern waren bis dato häufig bestimmt von Routine und statischen Prozessen, wohingegen das Umfeld von Unternehmen insgesamt zunehmend von Veränderung und Anpassungsfähigkeit geprägt ist. Diese neue Dynamik bricht nun mehr und mehr zu den Mitarbeitern durch und erzeugt  stetig­ neue Aufgaben und Tätigkeiten. Mit wach­ senden Anforderungen steigen zudem auch die Ansprüche der (potenziellen) Mitarbeiter an die Unternehmen. Insbesondere Mitar- bei­ter, die ihr Know-how explizit dem Unter­ nehmen zur Verfügung stellen, erwarten besondere Arbeitsbedingungen und Service­­­ leistungen seitens des Arbeitgebers. Dies wird zusätzlich durch Angebote und neue Technologien im privaten Umfeld wie soziale Netzwerke, Instant Messaging und Co. verstärkt, die man räumlich und zeitlich unabhängig nutzen kann. Der Wunsch nach freier Gestaltung der räumlichen und zeitlichen Arbeitsumge- bung nimmt mehr und mehr Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, Motivation und das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Eine stärkere Orientierung der Unternehmen an den >
  • 2. 2 neuen Werten und Anforderungen der Mitarbeiter hinsichtlich Ergonomie und Gestaltung des physischen Arbeitsplatzes steigert die Kreativität, stärkt die Innovationskraft und sorgt für höhere Leistung und Produktivität. Diese Neuausrichtung wird aktiv von den Mitarbeitern eingefordert. Unternehmen sollten dies als Chance betrachten, motivierte, produktive und zufriedene Mitarbeiter dauerhaft zu beschäftigen – ein wettbewerbskritischer Faktor in Zeiten akuten Fach- kräftemangels. Vom stationären Arbeitsplatz zum vernetzten, ­autonomen Mitarbeiter Aktuell findet eine spürbare Entwicklung innerhalb der Privatwirtschaft mit enormen Auswirkungen auf unternehmensinterne Organisationen und Prozesse statt. Nach den Anfängen der organisierten Arbeit wurden bis heute mehrere Entwicklungsstufen durch- laufen – von den ersten Schreibarbeiten der Kon­tor­ verwalter im Mittelalter bis zur Verwendung von ­­­Schreibmaschinen und später von stationärer Computer- technologie. Die heute verfügbaren Technologien gehen noch einen Schritt weiter: Sie ermöglichen sowohl eine starke lokale als auch globale digitale Vernetzung, während der Einsatz von mobilen Endgeräten eine weitestgehend selbstorganisierte räumliche und zeitliche Gestaltung der Arbeitssituation erlaubt. Die strikte Trennung von Arbeit und Freizeit wird damit aufgeweicht und in Zukunft weiter abnehmen. Mitarbeiter werden zuneh- mend erwarten, dass sie die zur Erfüllung der Aufgaben im Unternehmen und zur Wissensarbeit notwendigen Tools und Prozesse möglichst effizient, endgeräte­ unabhängig sowie räumlich und zeitlich flexibel nutzen können. Die Mitarbeiter von morgen sind quasi immer im Dienst und immer in der Freizeit, stark vernetzt und autonom. Der typische Arbeitsort in Form eines Büros innerhalb des Unternehmens steht in Konkurrenz zu anderen, attraktiveren Orten. Der ursprüngliche Arbeits- platz wird nun zu einem von vielen Orten, an denen gearbeitet wird. Mitarbeiter möchten in Zukunft selbst entscheiden, wann, wo und wie sie arbeiten. Der Arbeitsplatz ist dort, wo ein Laptop, Tablet-PC oder Smartphone greifbar ist. Die Integration von Arbeit und Freizeit als Synergie aus hoher schöpferischer Kraft im dienstlichen Umfeld und der Verwirklichung persönlicher Lebensgestaltung formt eine ganzheitliche „Work-­Life-Integration“ und ent­wi- ckelt sich zum anerkannten Statussymbol. „Die Mitarbeiter von morgen sind quasi immer im Dienst und immer in der Freizeit, stark vernetzt und autonom. Der typische Arbeitsort in Form eines Büros innerhalb des Unternehmens steht in Konkurrenz zu anderen, attraktiveren Orten. Der ursprüngliche Arbeitsplatz wird nun zu einem von vielen Orten, an denen gearbeitet wird.“
  • 3. 3 Digital Workplace steigert Produktivität und Effizienz Ein Weg, diese unternehmerische Herausforderung als Chance zu nutzen, ist der Aufbau oder Ausbau des bestehenden Intranets oder Mitarbeiterportals zum Digital Workplace. Dieser stellt personalisiert allen Mitarbeitern die notwendigen Informationen und Prozesse in einer endgeräteunabhängigen Form ­stationär und mobil zur Verfügung. Der Weg dorthin sollte – je nach dem Reifegrad eventuell vorhandener Intranet- bzw. Portallösungen – Schritt für Schritt in mehreren Evolutionsstufen erfolgen. Den Anfang stellt eine ausführliche Analyse des Status quo dar. Die Ergebnisse werden dazu genutzt, eine detail­­­­­lie­r­te­ Vision bzw. eine individuelle Roadmap zu ent­wickeln. Ein vorhandenes traditionelles Intranet lässt sich beispielsweise in der ersten Stufe um einfache zusätz- liche soziale Funktionen und Personalisierungsmöglich- keiten der Inhalte erweitern. Die nächste Ausbaustufe kann bereits eine Vorstufe zum Digital Workplace bilden, etwa durch umfassende Funktionen für Social Collabo- ration, eine übergreifende Suche und die Integration von Prozessen und Anwendungen. Der umfassende (und weiterhin flexibel ausbaufähige) Digital Workplace bietet dann einen ganzheitlichen Ansatz, der auf einer veränderten Unternehmenskultur, einer flexibel anpass- baren Organisationsstruktur und einer hohen Mitarbei- terakzeptanz fußt. Dieses stufenweise Vorgehen empfiehlt sich einerseits, um die Mitarbeiter nach und nach an die neue Arbeits- welt zu gewöhnen und nicht zu überfordern. Darüber hinaus lassen sich die Investitionen und der Ressourcen­ bedarf zum Aufbau des Digital Workplace über einen größeren Zeitraum verteilen und die Projektrisiken minimieren. *Parallel muss der mobile Zugriff ermöglicht werden. Change-Prozess* Potenziale des Digital Workplace arbeiten, wo und wann man möchte freie Zeiteinteilung Arbeit an fixem Ort, zu fixer Zeit räumliche Flexibilität
  • 4. 4 > Online-Konzeption > Design > Personalisierung > Cultural Change > Social Collaboration > Content > Schulung > … > strategische Anforderungen > Unternehmens­­­­­­­- anfor­derungen > Prozesse > Governance > Support & Training > Rollout > … > technologische Anfor­derungen > Benutzerpflege > Migration > Entwicklung > Customizing > Betriebshandbuch > Infrastruktur > … Dimensionen des Digital Workplace Portalprojekt Prozesse: Business & Strategie Creation: Mensch & Unternehmenskultur Technologie
  • 5. 5 Effiziente Einführung in drei Aktivitätenströmen Neben einer klaren auch mehrstufig planbaren Einfüh- rungsstrategie können alle notwendigen Aktivitäten bei der projektbasierten Einführung eines Digital Workplace (unabhängig von der Ausbaustufe) in drei logische Ströme gruppiert werden: Creation: Mensch & Unternehmenskultur Hierzu zählen alle Aktivitäten und Maßnahmen, die sich mit den Inhalten und dem Look & Feel des Systems beschäftigen. Zu diesem Zweck werden die Aktivitäten rund um die nutzerzentrierte Konzeption und Vorgehens­­ weise gebündelt. Das Design wird unter Berücksichti- gung von Usability, intuitiver Anwendung und unter Einflussnahme der vorliegenden unternehmensspezifi- schen Corporate-Design-Richtlinien erstellt. Darüber hinaus wird die Art und Weise der Informationsablage definiert. Des Weiteren gehören in diesen Bereich alle Aktivi­täten und Maßnahmen, die mit den notwendigen Change-­ Prozessen innerhalb des Unternehmens zusammen- hängen und eine hohe Akzeptanz des Digital Workplace erzeugen. Dazu zählen unter anderem Kommunikations- und Trainingskonzepte, Projekt- und Produktmanage- ment, aber auch ein Erwartungs­manage­ment, das den Mitarbeitern im Projektteam und generell im Unter- nehmen die Ziele und Vorteile des neuen Ansatzes vermittelt. Je nach Aktivität zeigt sich die Wirkung dieser Maßnahmen kurz- bis mittelfristig. Prozesse: Business & Strategie Hier lassen sich sämtliche Maßnahmen nennen, die sich auf Prozesse und Aktivitäten sowie auf die Anforde- rungen und die Strategie des Unternehmens beziehen, ­z. B. die Definition funktionaler Anforderungen, Justie- rungen an der Organisationsstruktur sowie die Einbezie- hung und ggf. Anpassung der Strategie. Die Wirkung dieser Aktivitäten tritt in der Regel erst nach längerer Zeit zutage. Technologie Hierzu gehören sämtliche Aktivitäten und Maßnahmen, die eine technische Realisierung der Lösung betreffen, z. B. der Aufbau einer passenden IT-Infrastruktur, die Realisierung und Einführung von Software usw. Die Wirkung dieser Aktivitäten ist bereits nach kürzester Zeit spürbar. Während die technologischen Aspekte noch vergleichs- weise einfach zu berücksichtigen und zu realisieren sind, steigert sich die Komplexität der Aktivitäten in den beiden anderen Strömen zunehmend. Sowohl das Change Management im Bereich User Experience (UX) als auch die Fein­justierung der Organisationsstruktur und Unternehmens­strategie im Bereich Prozesse stellen die höchste Herausforderung dar und erfordern eine sehr hohe Expertise der durchführenden Personen. Schlüsselfaktor Mitarbeiterakzeptanz In einer idealisierten Welt könnte man mit wenigen sequenziell ablaufenden Projekten einen Digital ­Workplace im Unternehmen einführen. Die benötigten Technologien existieren bereits. Die Inhalte und Prozesse, die im Workplace abgebildet werden sollen, liegen zum Teil bereits vor oder könnten mit überschau- barem Aufwand erarbeitet werden. In der Realität ist dies jedoch häufig so nicht umsetzbar. Abseits techno- logischer Herausforderungen lautet daher die Kernfrage: Wird der Digital Workplace auch so konzipiert und eingeführt, dass er von den Mitarbeitern akzeptiert wird? Der Erfolg einer solchen Initiative hängt – neben der klaren Definition von Strategie und Zielen zu Beginn – maßgeblich von der Akzeptanz der Benutzer ab, die den Digital Workplace als zentralen Einstiegspunkt zu den persönlich benötigten Tools und Prozessen verwenden. Diese Akzeptanz wiederum basiert haupt- sächlich auf weichen Faktoren wie der intuitiven Nutzbarkeit, dem Look & Feel und der Erfüllung der „wahren“ Anforderungen der späteren Benutzer. Anders gesagt: Je leichter die Anwender den Digital Workplace verstehen, je effizienter sie ihn bedienen können und je besser er ihre Erwartungen und Anforderungen erfüllt, umso höher ist die Akzeptanz und Motivation bei der Nutzung. Das klingt nicht besonders schwierig, ist in der Praxis jedoch alles andere als einfach. Auch aus diesem Grund ist bei der Konzeption ein stark nutzerzentriertes Vorgehen zu empfehlen, das alle impliziten und expliziten Anforderungen der Mitarbeiter berücksichtigt. Bei einem typischen Ansatz zum nutzer- zentrierten Vorgehen werden wichtige Benutzergruppen innerhalb des Unternehmens identifiziert und deren Wünsche und Anforderungen an eine spätere Lösung abstrakt erhoben und dokumentiert („Persona-­Analyse“). Basierend auf dieser Analyse werden Anwendungsfälle abgeleitet, die konkrete Anforderungen der Mitarbeiter beschreiben und wiederum zur späteren Konzeption von Oberflächen und Prozessen verwendet werden.
  • 6. 6 Umfassendes Change Management ist Pflicht Hängt nun die Akzeptanz des digitalen Arbeitsplatzes ausschließlich von der Beachtung der Wünsche der Mitarbeiter und des Unternehmens ab? Nein. Zu einer akzeptierten, effizienten und zielführenden Nutzung des Digital Workplace trägt insbesondere auch ein mittelfristiger Wandel im generellen Verhalten und in der Mentalität aller Mitarbeiter im Unternehmen bei. Sämt- liche Mitarbeiter müssen den vorher beschriebenen Entwicklungsschritt zur Arbeitswelt der Zukunft bereits gegangen oder zumindest dafür offen sein. Gehen sie ihn nicht, werden sie die neuen Ansätze im Unternehmen nicht akzeptieren und isoliert in ihrer alten Welt zurück- bleiben. Diese Veränderung der Unternehmenskultur muss begleitend zu einem Einführungsprojekt in Form eines strategischen Change-Management-Prozesses durch- geführt werden. Es geht darum, allen Mitarbeitern im Unternehmen den Sinn und Nutzen des Digital Workplace bewusst zu machen. Darüber hinaus ergeben sich weitere Herausforderungen, die im Rahmen des „Cultural Change Managements“ angegangen werden müssen. Wurde früher – und teilweise noch heute – von ein­zel­­nen Mitarbeitern oder ganzen Abteilungen ein Herr­schafts­ wissen aufgebaut, um sich für die Organisation wert­ voll zu machen, so wird es aufgrund der vom Markt­ geforder­ten hohen Flexibilität der Unternehmen immer wichtiger, Transparenz und Offenheit beim Umgang mit Informationen und Wissen zu leben. In der Arbeitswelt von morgen ist es wichtig, dass man stark bilateral geprägte Kommunikationswege wie Telefonate, E-Mail etc. erweitert und Wissen auf offenen Plattformen zur Verfügung stellt. Dieses wird dann in themenspezifischen Communitys abgelegt, diskutiert und erweitert. Mitarbeiter, die sich für diese Informatio­ ­nen interessieren, können aktiv in die Community ein­treten und bedarfsgerecht Informationen und Wissen abfragen (pull). Im Gegenzug werden sie nicht ungewollt mit irrelevanten Informationen und Wissen belastet (push). Daraus resultiert eine erhöhte Transparenz der Kommu- nikation und des Informations- und Wissensaustauschs innerhalb des Unternehmens. Die Arbeit der einzelnen Mitarbeiter wird produktiver und effizienter. Dies erfordert Offenheit, Vertrauen und eine gewisse Fehlertoleranz der Führungskräfte und des Manage- ments. Diese Veränderung in der Unternehmenskultur ist ein Erfolgsbaustein für eine funktionierende Arbeitswelt der Zukunft – ebenso wie das Bedürfnis, räumlich und zeitlich unabhängig zu arbeiten. Der Change-Prozess ist zwar nicht ad hoc zu realisieren, er muss jedoch während der Einführung des Digital Workplace vorgedacht und initiiert werden. Fazit Der Digital Workplace als zentrale Kommunikations- und Informationsdrehscheibe bietet gerade inter- national aufgestellten Unternehmen mit verteilten Standorten und Projektteams enorme Chancen, die Zusammenarbeit, Produktivität und Effizienz zu steigern. Um den Erfolg und eine hohe Akzeptanz des Digital Workplace zu gewährleisten, sind bei der Konzeption und Realisierung sowohl Strategien und Prozesse als auch Technologien und Menschen in einem ganzheitlichen Ansatz zu betrachten. Darüber hinaus ist während der Einführung eine aktive Begleitung durch ein umfassendes Change Management unverzichtbar. Auf dieser Basis trägt der Digital Workplace nicht nur dazu bei, Innovations­ potenziale besser auszuschöpfen, sondern auch die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern.
  • 7. 7 Vom Intranet zum Digital Workplace Die Grafik zeigt einen exemplarischen Ausbau eines einfachen Intranets zum Digital Workplace über vier Stufen. Die Anzahl und die Gestaltung der einzel­ ­nen Stufen sind abhängig von der individuellen Situation und den Anforderungen. Sie müssen an die vorliegen­­den Rahmenbedingungen angepasst werden. Wichtig ist, das Vorhaben in mehrere Schritte zu unterteilen, um zum einen die Kom­ple- xität beherrschbar zu hal­ten und zum anderen die ­Mitarbeiter nicht zu überfordern. Stufe 2 Extended Intranet Stufe 3 Basic Digital Workplace Stufe 4 und höher Full Digital Workplace Stufe 1 Basic Intranet > Unternehmens- nachrichten > Informationen > Wissen > Abteilungs- und Bereichs­­­präsen­­ tation > Suche > Unterstützung der Zusammenarbeit im Unternehmen > erste Integration von Prozessen und Anwendungen > Mitarbeiterprofile > Personalisierung > dynamische Inhalte und Informationen > erweiterte Kollabo- ration > tiefe Integration von Prozessen und Anwendungen > übergreifende Suche > gemeinsame Bearbeitung von Informationen > Social Media > zentraler Einstieg zu allen Informati- onen, Prozessen und Applikationen > endgeräte- und ortsunabhängige Nutzung möglich > umfängliche Unterstützung der Zusammenarbeit > intelligente ­Filterung von Informationen > Integration von Prozessen und Applikationen > Bündelung aller Benachrichtigungen in einer zentralen Inbox Entwicklung BusinessValue Bereitstellen von (statischen) Informationen Unterstützung der Arbeitsprozesse Business- Transformation Dynamisierung & Integration Fokus
  • 8. 8 Björn Adam Head of Business Unit Intranet Seit Beginn der New Economy in den späten 1990er-Jahren beschäftigt sich Björn Adam mit Themen rund um die Bereiche Intranet und Internet. Bereits neben Schule und Studium beriet er auf selbstständiger Basis Unternehmen hinsichtlich ihrer ersten Schritte in die Online-Welt. Nach dem Studium der Informatik und internationalen Projekten und Einführungen von Unterneh- mensportalen im Konzernumfeld verant- wortet Björn Adam heute bei BTEXX den Geschäfts­bereich Intranet. Er berät Kunden bei der strategischen Ausrichtung und Konzeption von Intranets, Unternehmens­ portalen, Social Collaboration sowie zu Projekt­leitungsthemen. Sie haben Fragen? Dann kontaktieren Sie uns: BJÖRN ADAM Head of Business Unit Intranet Kontakt: BTEXX GmbH Rheinstraße 4 G / 55116 Mainz T +49 6131 62228-0 info@btexx.de / www.btexx.de