Politik und Wissen

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Moderation einer Sitzung zum Thema strukturelle Kopplungen mit Politik und Wissenschaft.

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Politik und Wissen

  1. 1. Politik und Wissen
  2. 2. „Die Differenzorientierung ist eine so immenseVermehrung von möglichen Hinsichten, in denenUmwelt relevant sein könnte, dass sie nur leistbarist, wenn der unmittelbare Umweltkontaktunterbrochen wird. Nur so kann überhaupt dasentstehen, was uns als Sinnerfahrung geläufig undselbstverständlich ist.“ Luhmann 2002: 372
  3. 3. „Die Anpassung eines autopoietischenSystems an Umweltbedingungen wirddurch strukturelle Kopplungenvermittelt, die die kognitiven Prozessedes Systems nur irritieren, nicht aberdeterminieren können.“ Luhmann 2002: 373
  4. 4. „Auf diesen Theoriegrundlagen wirdman erwarten müssen, dassstrukturelle Kopplungen immerhochselektiv eingerichtet sind, alsoviel mehr ausschließen alseinschließen.“ Luhmann 2002: 374
  5. 5. „Wenn sich ein politisches System zu eigenerAutopoiesis ausdifferenziert, wird man folglich mitstrukturellen Kopplungen eigener Art rechnenmüssen, die nahezu alle gesellschaftlichermöglichten Kommunikationsinhalte ausschließenund nur in wenigen Hinsichten eine spezifischeEmpfindlichkeit steigern.“ Luhmann 2002: 374
  6. 6. „Kein System kann über seinestrukturellen Kopplungen disponieren.Sie bleiben für das System selbstunsichtbar, weil sie ja nichtOperationen beisteuern können.“ Luhmann 2002: 375
  7. 7. Politik RechtWirtschaft Wissen
  8. 8. Politik Steuern Wirtschaft
  9. 9. „Schon nach der ersten, noch politischkonditionierten Zahlung ausöffentlichen Kassen (die ihrerseits nurangenommen wird, weil das Geld inder Wirtschaft weiterverwendet werdenkann) entzieht sich das Geld derpolitischen Kontrolle.“ Luhmann 2002: 383
  10. 10. „Geldausgaben können dann imRahmen zur Verfügung stehenderMittel politisch motiviert werden, ohnedass für die Politik die wirtschaftlichenKontexte transparent werdenmüssten.“ Luhmann 2002: 384
  11. 11. Politik Wahlen Wirtschaft
  12. 12. „Die Einzeleffekte einzelner Maßnahmen sindangesichts der Autopoiesis und der Komplexitätdes ökonomischen Systems schwer zu bestimmen;aber ihre Verfügbarkeit genügt, um Politik politischfür die positive oder negative Entwicklung derWirtschaft verantwortlich zu machen. Und mannimmt an, dass in den politischen Wahlen daraufreagiert wird, besonders in Fällen, wowirtschaftliche Probleme hautnah erlebt werden.“ Luhmann 2002: 386
  13. 13. „Zur Kontrolle des Gesamtbildes politischrelevanter wirtschaftlicher Entwicklungen schafftsich das politische System ein Netz vonhochaggregierten Orientierungsdaten, die Zunahmebzw. Abnahme anzeigen – zum BeispielBruttosozialprodukt, Arbeitslosenstatistik, Zahlungs-und Leistungsbilanzen zum Ausland und vor allemdie Inflationsquote.“ Luhmann 2002: 387
  14. 14. „Und dabei geht es nicht mehr nur um die Summeder Verärgerungen einzelner Steuerzahler, die ihrGeld zum Finanzamt bringen müssen, sondern umdie Konsequenzen, die dies im Wirtschaftssystemhat, wie zum Beispiel Preissteigerung,Verschlechterung der internationalenKonkurrenzfähigkeit, Verlagerung von Kapital undKapitaleinkünften ins Ausland etc.“ Luhmann 2002: 386f
  15. 15. Politik Verfassung Recht
  16. 16. „Jede auf den Sinn und Beobachtungsweise(Unterscheidungsweise) von Operationen achtendeSystemtheorie muss deshalb hinnehmen, dasspolitisches System und Rechtssystem getrenntoperieren, dass sie verschiedene Systeme sind –und dies selbst dann, wenn die Selbstbeschreibungder Systeme dem widerspricht.“ Luhmann 2002: 390
  17. 17. „Die verlangte Leistung ist – entgegen allem, wasdie Verfassungssemantik und -lehre behauptet –die Steigerung der Freiheitsgrade sowohl despolitischen Systems als auch des Rechtssystems, sodass auf beiden Seiten Autopoiesis möglich ist undSelbstorganisation greifen kann.“ Luhmann 2002: 391
  18. 18. MedienRecht Wissen
  19. 19. Politik ? Wissen
  20. 20. Erste Paradoxie:Je mehr die Wissenschaft auf die Politik Einfluss nimmt, desto stärker sinkt das Besogrnis über deren Legitimität.
  21. 21. Zweite Paradoxie: Politische Entscheidungen werden nichtkonsensueller, sondern es entstehen immer wieder neue Kontroversen.
  22. 22. Dritte Paradoxie:Obwohl die Experten ihre Autorität verlieren, bleibt das Arrangement unverändert.
  23. 23. Politik Wissen
  24. 24. Modelle der Politikberatung
  25. 25. Modelle der Politikberatung Demokratisches/Dezisionistisches Modell
  26. 26. Modelle der Politikberatung Demokratisches/Dezisionistisches Modell
  27. 27. Modelle der Politikberatung Demokratisches/Dezisionistisches Modell Technokratisches Modell
  28. 28. Modelle der Politikberatung Demokratisches/Dezisionistisches Modell Technokratisches Modell
  29. 29. Modelle der Politikberatung Demokratisches/Dezisionistisches Modell Technokratisches Modell
  30. 30. Modelle der Politikberatung Demokratisches/ Pragmatisches ModellDezisionistisches Modell Technokratisches Modell
  31. 31. Problemwahrnehmung aus Politik oder Wissenschaft Politische RelevanzProbleme werden im Auftrag der Politik in der Wissenschaft erforscht Probleme werden von unabhägigen Wissenschaftlern erforscht
  32. 32. Inflationierung des WissensKontraktion Expansion
  33. 33. Austausch von Ressourcen
  34. 34. Grenzenlose Produktion von WissenAustausch von Ressourcen
  35. 35. Grenzenlose Produktion von WissenAustausch von Ressourcen
  36. 36. Problemlösung und Legitimität Grenzenlose Produktion von WissenAustausch von Ressourcen
  37. 37. Problemlösung und Legitimität Grenzenlose Produktion von WissenAustausch von Ressourcen Inflationärer Gebrauch von Expertise
  38. 38. Problemlösung und Legitimität Grenzenlose Produktion von WissenAustausch von Ressourcen Inflationärer Gebrauch von Expertise Verlust von Autorität und Glaubwürdigkeit
  39. 39. Problemlösung und Legitimität Grenzenlose Produktion von WissenAustausch von Ressourcen Inflationärer Gebrauch von Expertise Verlust von Autorität und Glaubwürdigkeit
  40. 40. Problemlösung und Legitimität Grenzenlose Produktion von WissenAustausch von Ressourcen Inflationärer Gebrauch von Expertise Verlust von Autorität und Glaubwürdigkeit
  41. 41. Problemlösung und Legitimität Grenzenlose Produktion von WissenAustausch von Ressourcen Inflationärer Gebrauch von Expertise Verlust von Autorität und Glaubwürdigkeit
  42. 42. Politik und Wissen

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