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Bewegendes Studium im "digitalen Zeitalter": Studieren zwischen Eigensinn und Unbestimmtheit

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Bewegendes Studium im "digitalen Zeitalter": Studieren zwischen Eigensinn und Unbestimmtheit

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Beschreibung

Folien zur Arbeitsgruppe von You(r) Study auf dem DGfE-Kongress 2018 (https://www.conftool.pro/dgfe2018/index.php?page=browseSessions&form_session=115&lang=2&metadata=show&presentations=show)

Transkript

  1. 1. Bewegendes Studium im „digitalen Zeitalter“: Studieren zwischen Eigensinn und Unbestimmtheit Sandra Hofhues & Antonia Weber 20.03.2018
  2. 2. Worauf zielt das Gesamtprojekt ab?
  3. 3. Einige Grundannahmen vorweg... ‚Eigensinnig‘ Studieren • Studium als reflektierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Fach und einschlägigen Formen der Erschließung von Sachverhalten; Umgang mit Eigenstrukturen von Wissenschaft (Rhein, 2015) • Handlungspraxis des Studierens als subjektive Sinnkonstruktion in Abgrenzung zu objektiven Sinnzuschreibungen durch Fach, Organisation und/oder Medien. ‚Eigensinniges‘ Medienhandeln von Studierenden • Aufnahme der Diskussion um (Nicht-)Nutzung technischer Gebrauchsmedien im Kontext Hochschule und Reflexion eben dieser (vgl. Friedrich & Persike, 2016) • Offenbare Besonderheiten im Studierverhalten und innerhalb einzelner Studierendengruppen in Bezug auf Medien (Typenbildungen greifen zu kurz) • Fokus auf die Studierenden bzw. Handlungspraktiken des Studierens 3
  4. 4. Aufnahme der Grundannahmen im Forschungsverbundprojekt You(r) Study Worauf zielt das Forschungsprojekt ab? • Rekonstruktion medienbezogener, sozialer Praktiken von Studierenden über ‚bloße‘ Mediennutzung hinaus (Hofhues et al., 2014) • Bezugnahme auf die Sinn-Perspektive, insbesondere Einbezug des studienbezogenen, hochschulischen und akademischen Handelns (Rhein, 2015) • Wissenschaft als akademische Praxis für den Medieneinsatz Zielgruppe: Bachelor-Studierende in der Major-Phase ihres Studiums Disziplinäre Verortung: Auswahl von drei exemplarischen Fächern/Fachbereichen (Wirtschaftswissenschaften, Medienwissenschaften, Lehramtsstudiengänge) Übergeordnete Forschungsfrage: Wie verleihen Studierende mit Hilfe von digitalen Medien ihrem Studium einen eigenen Sinn? 4
  5. 5. | 5 Quelle:unveröffentlichtesForschungsdesignausForschungsantrag Ziel: Systematische Auswertungen und Ableitung von Handlungsempfehlungen Ziel: Erfassen des Zusammenhangs von subjektiv erlebter Selbstwirksamkeit, subjektiven Sinngebung im Studium und Aneignung/dem Gebrauch von Medien Ziel: Bedingungen für die Ausprägung von Medienhandeln in den Blick nehmen und Befunde systematisch zusammenführen Ziel: Interpretation und Validierung der (identifizierten) studentischen Handlungsmuster Ziel:(An-)Erkennen von (medialen) Handlungspraktiken Studierender Logfile-Analysen Rekonstruktion von Medienhandeln Erhebung von Selbstwirksamkeitserwartungen Studierender bezüglich Studieren und Mediennutzung in der Hochschule Gruppendiskussionen, Visualisierungen, ggf. Tagebucherfassungen Re-Analyse bisheriger Studien zur Systematisierung der bisherigen Befunde - Studien zur digitalen Hochschulinfrastruktur - Studien zur Mediennutzung - Studien zur Erfassung von einzelnen Medien bzw. Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Analyse der Ermöglichungsbedingungen für Mediennutzung - Infrastrukturen an der Hochschule, Ebene der Studienprogrammgestaltung, Ebene der Lehrveranstaltungen 1 2 3 4 5 SUBJEKT-EBENE STUDIERENDE YOU(R) STUDY LAB
  6. 6. Digitale Lerninfrastrukturen an Hochschulen Erkenntnisse aus einem systematischen Review Sandra Hofhues & Sabrina Pensel 20.03.2018
  7. 7. | 7 Quelle:unveröffentlichtesForschungsdesignausForschungsantrag Ziel: Systematische Auswertungen und Ableitung von Handlungsempfehlungen Ziel: Erfassen des Zusammenhangs von subjektiv erlebter Selbstwirksamkeit, subjektiven Sinngebung im Studium und Aneignung/dem Gebrauch von Medien Ziel: Bedingungen für die Ausprägung von Medienhandeln in den Blick nehmen und Befunde systematisch zusammenführen Ziel: Interpretation und Validierung der (identifizierten) studentischen Handlungsmuster Ziel:(An-)Erkennen von (medialen) Handlungspraktiken Studierender Logfile-Analysen Rekonstruktion von Medienhandeln Erhebung von Selbstwirksamkeitserwartungen Studierender bezüglich Studieren und Mediennutzung in der Hochschule Gruppendiskussionen, Visualisierungen, ggf. Tagebucherfassungen Re-Analyse bisheriger Studien zur Systematisierung der bisherigen Befunde - Studien zur digitalen Hochschulinfrastruktur - Studien zur Mediennutzung - Studien zur Erfassung von einzelnen Medien bzw. Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Analyse der Ermöglichungsbedingungen für Mediennutzung - Infrastrukturen an der Hochschule, Ebene der Studienprogrammgestaltung, Ebene der Lehrveranstaltungen 1 2 3 4 5 SUBJEKT-EBENE STUDIERENDE YOU(R) STUDY LAB
  8. 8. Gliederung 1. Was sind digitale Lerninfrastrukturen? 2. Zentrale Erkenntnisse 3. Folgerungen 8
  9. 9. Was sind digitale Lerninfrastrukturen?
  10. 10. Von Hochschulinfrastrukturen zu digitalen Lerninfrastrukturen: ein kurzer Überblick • Abbildung Medienökologien aus „die hochschule“ 10 (Hechler & Pasternack, 2017, S. 10
  11. 11. Digitale Lerninfrastrukturen untersuchen: Welche Forschungsfragen wurden verfolgt? 1. Wie werden digitale Infrastrukturen je nach Kontext und Bedarfen genutzt? 2. Inwiefern fügen sich die digitalen Infrastrukturen (nicht) in studentisches Medienhandeln ein? 3. Welche Handlungsempfehlungen werden aufgrund ausgeprägter oder fehlender Zusammenhänge zwischen Fach/Medienhandeln für die Gestaltung von Studium und Lehre formuliert? 11
  12. 12. Zum Vorgehen: Wie haben wir das systematische Review ausgelegt und umgesetzt? • Orientierung an den Arbeitsschritten nach Gough et al. (2012, S. 8) und Anpassung an den eigenen Forschungsprozess • Aufnahme von Publikationen zu digitalen Lern- und Hochschulinfrastrukturen in den Datenpool angesichts eigener Suchstrategie (Brunton et al., 2012, S. 107 ff.).)  sehr variationsreicher Datenpool • Validierung der Rechercheergebnisse durch zwei Expert*innen aus dem Forschungsfeld • Auswertung u.a. mittels MaxQDA (Codierung, Verdichtung, kriterienbasierte Gliederung/Aufbereitung) 12
  13. 13. Zentrale Erkenntnisse zu digitalen Lerninfrastrukturen an Hochschulen
  14. 14. Digitale Lerninfrastrukturen als Teil der Hochschulstrategie: Forschungsstand Forschungsstand: kein Idealprozess/Idealzustand • Ideen und Maßnahmen für digitale Lerninfrastrukturen werden oft außerhalb der Hochschule formuliert • Einbezug organisationaler Besonderheiten und kultureller Spezifika einer Hochschule, denn: Rahmenbedingungen tragen fördernd oder hemmend dazu bei, dass sich Infrastrukturangebote (nicht) in studentisches Medienhandeln einfügen. • Wirkungsvolle Veränderungsmaßnahmen beteiligen alle Organisationseinheiten bzw. Akteur*innen an der Formulierung bestimmter Ziel- und Implementierungsstrategien. 14
  15. 15. Digitale Lerninfrastrukturen als Teil der Hochschulstrategie: Forschungsstand (II) Genauere Betrachtung der Rahmenbedingungen • Formulierung übergeordneter Ziele strategisch in den letzten sechs Jahren ‚en vogue‘ ( Ökonomisierung) • Digitale Lerninfrastrukturen als Katalysator für organisationale Entwicklungs- und Veränderungsprozesse ( Organisationsentwicklung) • Hinweis auf die Notwendigkeit der Verbindung von Ziel- und Implementierungsstrategien und - maßnahmen ( Steuerbarkeit von Hochschulen als besondere Organisationen) 15
  16. 16. Einblick in die Diskussion: Digitale Lerninfrastrukturen als Teil der Hochschulstrategie Fehlende Systematisierung durch Medienentwicklungspläne • Das Fehlen übergeordneter Ziel- und Medienentwicklungsstrategien führte in der Vergangenheit dazu, dass Ergebnisse und Erkenntnisse aus diversen (Drittmittel-)Projekten nicht verankert werden konnten. • Als Lösungsansatz werden Medienentwicklungspläne beschrieben. Externe Erwartungen bzw. Fremdreferenzialität • Strategische Maßnahmen zum mediengestützten Lehren und Lernen unterliegen bis heute häufig dem Problem der Fremdreferenzialität. • Externe Finanzierung und Förderungen rücken eher Ziele und Maßnahmen in den Vordergrund, die außerhalb der Hochschule formuliert und gewollt werden ( Widerspruch Projekterfolg/Entwicklungsziele). • Digitale Medien zur Anreicherung der Lehre ( Medienbegriff) 16
  17. 17. Digitale Lerninfrastrukturen als Teil der Hochschulstrategie: typische Herausforderungen Herausforderung: Technologie(n) Wielassen sich technischeLösungen mit unterschiedlichenBedarfen undEinsatzbereichen in Einklang bringen?(vgl. Stratmann, 2013,S. 15) Herausforderung: Vernetzung und Integration von laufenden Projekten Wiewirksam ist die curriculareEinbettung in Studienprogramme, eineKooperation mit zentralen Hochschulinstanzen und die Vernetzungmit anderenlaufendenProjekten? (vgl. Kleimann&Wannemacher,2004,S. 77) Herausforderung: lose Kopplung Welche Folgen hat die lose Kopplung bestimmter Zielstrategien mit Implementierungsstrategien? Folge (u.a.): Rückbezugauf EngagementeinzelnerLehrenderundandererhochschulischenAkteur*innen 17
  18. 18. Einblick in die Diskussion: Perspektiven auf beteiligte Akteur*innen, hier: die Studierenden • Viele Rollenerwartungen an Studierende und Annahmenggü. Studierenden, aber: die wenigsten Studien arbeiten mitdirekten Studierendenbefragungen. • So basiert die Diskussion umdigitale Lehr-undLernformateauf organisationaler undstrategischer Ebene häufig nurauf Annahmenzustudentischen Rollen undBedürfnissen • Viele Datenerhebungengründenbspw. auf der Erforschung von Hochschulleitungen, Lehrenden, Mitarbeiter*innen von hochschulischenService-Einrichtungenmittels Befragungsinstrumenten sowie auf hochschulweiten Konzepten, Organisationsstrukturen und(Drittmittel-)Projekten, die Rollenerwartungenan Studierende formulieren, diese jedoch nichtmit ihnen erarbeiten. 18
  19. 19. Perspektiven auf beteiligte Akteur*innen, hier: Lehrende und Hochschul(service)einrichtungen Lehrende Zusätzlich zur Diskussion über die Ausdifferenzierung der Rollen zwischen Lehre und Forschung (siehe dazu Bischof & Stuckrad, 2013) findet sich implizit in einigen Studien eine Umdeutung der Lehrendenrolle. Hochschul(service)einrichtungen • Notwendigkeit der Kooperation von Rechenzentren, Medienzentren, hochschulische Weiterbildungsinstanzen, Hochschulbibliotheken, Fachbereichsbibliotheken etc. (Kleimann & Wannemacher, 2004) • Solange kein organisationsübergreifendes Konzept für die Zusammenarbeit existiert, werden Kooperationen für jedes Projekt und jede innovative Veränderungsmaßnahme neu ausgehandelt (ebd. S. 95). 19
  20. 20. Einblick in die Diskussion: Handeln in digitalen Lerninfrastrukturen In den Schriften finden sich Vorstellungen über Handeln wieder: • NeueMedien – neues Lehrhandeln • Digitales Lehrenals Förderperspektive auf Lernen • KonkreteAnforderungenan die Gestalt(-ung) von Lehre In den Schriften finden sich weniger: • ein umfassendes Verständnis vonMedien als Lern-undBildungsraum • Optionen zurMit-Gestaltung digitaler Lerninfrastrukturendurch Studierende 20
  21. 21. Folgerungen zu digitalen Lerninfrastrukturen und zum Medienhandeln von Studierenden
  22. 22. Digitale Lerninfrastrukturen: Engfassungen und Forschungslücken • Digitale Lerninfrastrukturenwerden oft aus übergreifender Perspektive von IT-Organisation, Zielstrategien, ServiceeinrichtungenundHochschulleitungenbetrachtet, viel seltener aber aus der Perspektive vonProfessuren, Instituten undStudiengängen (Bick, 2013). • Es finden sich zahlreiche Annahmen wieder: ZuAkteur*innen,zuAnforderungen,zu Rollen,zumBildungsraum Hochschule etc. Wiesich inAnlehnungan Sesink (2006)in diesem Bildungsraum das Verhältnis von Subjekt, Organisation undTechnikausgestaltet undwie sich bestimmte Aneignungs-undNutzungsformenetablieren, wird wenig untersucht. • Generell: UnterhinterfragteÜbernahmevon Begrifflichkeiten (z.B. in Bezug auf Lernen) 22
  23. 23. Medienhandeln von Studierenden: Aufnahme einer praxeologischen Sicht Folgerungen auf Subjektebene • Vorsicht vor Pauschalisierungen in Bezug auf„die Studierenden“ oder hinsichtlich ihrerHeterogenität • Wahl übergeordneterKategorien: Studium, Fach undMedien • Betrachtungder Mediennutzung im „Studierendenalltag“ Folgerungen auf Kontextebene • IntegrierenderBlick auf unterschiedlicheGestaltungsebenen von Hochschule • Notwendigkeit zurErforschungdes Ist-Zustands 23
  24. 24. Vielen Dank. sandra.hofhues@uni-koeln.de sabrina.pensel@uni-koeln.de
  25. 25. Inwiefern bewegen digitale Medien den Studienalltag? Erkenntnisse aus Mediennutzungsstudien Sandra Aßmann, Yannic Steffens & Inga Lotta Schmitt 20.03.2018
  26. 26. | 26 Quelle:unveröffentlichtesForschungsdesignausForschungsantrag Ziel: Systematische Auswertungen und Ableitung von Handlungsempfehlungen Ziel: Erfassen des Zusammenhangs von subjektiv erlebter Selbstwirksamkeit, subjektiven Sinngebung im Studium und Aneignung/dem Gebrauch von Medien Ziel: Bedingungen für die Ausprägung von Medienhandeln in den Blick nehmen und Befunde systematisch zusammenführen Ziel: Interpretation und Validierung der (identifizierten) studentischen Handlungsmuster Ziel:(An-)Erkennen von (medialen) Handlungspraktiken Studierender Logfile-Analysen Rekonstruktion von Medienhandeln Erhebung von Selbstwirksamkeitserwartungen Studierender bezüglich Studieren und Mediennutzung in der Hochschule Gruppendiskussionen, Visualisierungen, ggf. Tagebucherfassungen Re-Analyse bisheriger Studien zur Systematisierung der bisherigen Befunde - Studien zur digitalen Hochschulinfrastruktur - Studien zur Mediennutzung - Studien zur Erfassung von einzelnen Medien bzw. Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Analyse der Ermöglichungsbedingungen für Mediennutzung - Infrastrukturen an der Hochschule, Ebene der Studienprogrammgestaltung, Ebene der Lehrveranstaltungen 1 2 3 4 5 SUBJEKT-EBENE STUDIERENDE YOU(R) STUDY LAB
  27. 27. Gliederung • Einleitung • Überblick Methodik • Zentrale Ergebnisse • Ausblick: Konsequenzen für die Erhebung in den You(r) Study-Labs 27
  28. 28. Einleitung
  29. 29. Einleitung • Wie zeigt sich studentisches Medienhandeln in Mediennutzungsstudien? • Welche Schwerpunkte werden national und international gesetzt? • Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für unser (Teil)Projekt? 29
  30. 30. Methodik
  31. 31. Methodik • Untersuchung von nationalen und internationalen Mediennutzungsstudien aus den Jahren 2010-2017 • Orientierung an den Schritten des „Systematic Reviews“ (Gough et al., 2013; Petticrew & Roberts, 2006) • Festlegung von Kriterien:  Auswahl von über 100 Studien • Kategorienbildung & strukturierende Zusammenfassung 31
  32. 32. 32 Systematisches Review (inter-)nationaler Mediennutzungsstudien anhand der funktionalen, prozessualen und strukturellen Perspektive der Mediennutzung (Schweiger, 2007) Perspektiven der Mediennutzungsforschung (Schweiger 2007, S. 21)
  33. 33. Zentrale Ergebnisse
  34. 34. 34 • Breite Geräteausstattung, wobei mobile Endgeräte häufig genutzt werden • Verstärkung der „Technology identity“ (ECAR, 2010, S. 41) durch das Studium • Mediennutzertypologien: heterogenes Bild der Studierendenschaft mit großen Nutzergruppen zwischen Medienaffinität und Medienskepsis • Medienhandeln mit mobilen Endgeräten vermehrt in informellen Zusammenhängen • Soziale Medien tragen u.a. zur Etablierung, Festigung und Aufrechterhaltung sozialer Kontakte in akademischen Kontexten bei • Studierende haben Schwierigkeiten die Potenziale sozialer Medien für den formalen Lernprozess zu identifizieren und benötigen Anleitung • Vermischung formaler und informeller Kontexte des Medienhandelns kann zu Irritationen führen. Systematisches Review (inter-)nationaler Mediennutzungsstudien anhand der funktionalen, prozessualen und strukturellen Perspektive der Mediennutzung (Schweiger, 2007) (Steffens, Schmitt & Aßmann, 2017)
  35. 35. Ausblick
  36. 36. Nächste Schritte: Forschung MIT Studierenden 36 CC-BY Yannic Steffens
  37. 37. Nächste Schritte: Forschung MIT Studierenden „Ich sitze gerade in der EW-Bibliothek und bin dort über das Plakat zu Ihrem Forschungsprojekt "You(r) Study" gestolpert... Und naja, ich dachte mir, vielleicht kann ich Sie für ein Projekt interessieren, dass ich mache. Ich bin gerade in der Abschlussphase meines B.A. (…) an der RUB, und ich schreibe seit einiger Zeit meine Hausarbeiten in einer öffentlich zugänglichen Wiki (…). Die Idee dahinter ist zum Einen, so etwas wie ein "Lerntagebuch" zu schaffen, dass anderen Studierenden, die wie ich aus einer bildungsfernen Schicht kommen, Mut zu machen und an konkreten Beispielen zu zeigen, wie mensch eigentlich so eine Hausarbeit schreibt. Denn damit hatte ich sehr große Probleme in meinem Studium, weil ich niemanden in meiner Familie hatte, den ich fragen konnte, wie das geht, und mir die Ratgeber zu diesem Thema auch immer zu abstrakt waren, um wirklich einen Nutzen daraus zu ziehen... 37
  38. 38. Nächste Schritte: Forschung MIT Studierenden Zum Anderen war die Idee, damit den Kommunikations- und Bewertungsprozess mit den DozentInnen transparenter und einfacher zu gestalten: 1. weil keine Dateien mehr hin- und her geschickt werden müssen 2. weil Kommentierungen etc. direkt online geschehen könnten 3. weil so der Prozess des Hausarbeiten-Schreibens für Menschen, die damit genau so unsicher sind wie ich, transparenter geworden wäre, und sie sich ein Bild davon hätten machen können, worauf DozentInnen denn so wert legen. 38
  39. 39. Nächste Schritte: Forschung MIT Studierenden Leider haben jedoch alle DozentInnenbei denen ich meine Arbeiten schreiben musste, sehr ablehnend reagiert und wollten, dass ich ihnen doch Dateien zuschicke... Naja, jedenfalls dachte ich, vielleicht wäre es ja -auchfürIhrForschungsprojekt - spannend, überdiese Wikiins Gespräch zu kommen,undvielleicht haben Sie ja auch fürmich noch Anregungen,wie ich sie besser gestalten könnte, damit sie anderenStudierenden nützlichsein könnte.“ 39
  40. 40. Vielen Dank. sandra.assmann@rub.de yannic.steffens@rub.de inga.schmitt@rub.de
  41. 41. DISKUSSION Diskutantin: Heidrun Allert (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) 20.03.2018
  42. 42. Welchen Einfluss haben medienbasierte Lehrkonzepte auf das Medienhandeln Studierender? Mandy Schiefner-Rohs & Tim Riplinger 20.03.2018
  43. 43. | 43 Quelle:unveröffentlichtesForschungsdesignausForschungsantrag Ziel: Systematische Auswertungen und Ableitung von Handlungsempfehlungen Ziel: Erfassen des Zusammenhangs von subjektiv erlebter Selbstwirksamkeit, subjektiven Sinngebung im Studium und Aneignung/dem Gebrauch von Medien Ziel: Bedingungen für die Ausprägung von Medienhandeln in den Blick nehmen und Befunde systematisch zusammenführen Ziel: Interpretation und Validierung der (identifizierten) studentischen Handlungsmuster Ziel:(An-)Erkennen von (medialen) Handlungspraktiken Studierender Logfile-Analysen Rekonstruktion von Medienhandeln Erhebung von Selbstwirksamkeitserwartungen Studierender bezüglich Studieren und Mediennutzung in der Hochschule Gruppendiskussionen, Visualisierungen, ggf. Tagebucherfassungen Re-Analyse bisheriger Studien zur Systematisierung der bisherigen Befunde - Studien zur digitalen Hochschulinfrastruktur - Studien zur Mediennutzung - Studien zur Erfassung von einzelnen Medien bzw. Gestaltung von Lehr- Lernarrangements Analyse der Ermöglichungsbedingungen für Mediennutzung - Infrastrukturen an der Hochschule, Ebene der Studienprogrammgestaltung, Ebene der Lehrveranstaltungen 1 2 3 4 5 SUBJEKT-EBENE STUDIERENDE YOU(R) STUDY LAB
  44. 44. Gliederung I. Forschungsinteresse und Methodisches Vorgehen II. Perspektiven auf Medien in der Gestaltung von Lehr- Lernarrangements Dozierender 1. Lehr-Lernziele und deren Bedeutung 2. Formate und Disziplinen III.Differenz zwischen Zielen und tatsächlicher Nutzung IV. Zusammenfassung 44
  45. 45. Vorannahmen Fokus Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Lehrendeadressieren in Lehr-LernarrangementsauchihrVerhältnis zuihrerDisziplin undrepräsentieren damit verbundeneWerthaltungenundMaximen gegenüberden Studierenden. Aufgabevon Lehre(Rhein, 2015): • Präsentation von Lehrinhalte,um sie füreinen Diskurs zugänglichzu machen, • Schaffen von Räumenfür Teilhabe, umAneignungdurch Studierende zu ermöglichen sowie • Einbinden studentischem Lernenin soziale Situationen undbedeutsame Tätigkeitskontexte Fokus Didaktikals Enkulturationswissenschaft: „die Bedeutung des gesellschaftlichen, interaktiven und individuellen Vermittlungsprozesses kulturellerundsozialer Inhalte”(Kron, 2004,S.50) in den Blick nehmen 45
  46. 46. Vorannahmen Untersuchung von Lehr-Lernkonzepten Konzepte als „gedankliche(...) Werkzeuge, mit derenHilfe wir in der Welt sinnfällig handeln können”(Atkinson, 1990, S. 321,zitiert nach Kron, 2004,S. 61)und Handlungsentwürfe, die sich Menschen von kulturellenDingen, Prozessen undBedingungen machen(ebd.). Unterscheidungzwischen • Lehrkonzeptionen: „auf die Haltung, das Rollenverständnis unddie zugrundeliegendenÜberzeugungenzu Lehren und Lernen“(Lübeck, 2010,S. 9) • Lehrkonzepte: Aussagen darüber,wie Lehrwirklichkeitan der Hochschule gestaltet wird bzw. werden soll, Handlungsentwürfe zurGestaltung von Lehreander Hochschule Die dort getroffenen didaktischen Entscheidungen werden als entscheidend dafür gesehen, wie sich studentisches Handeln ausprägen kann. 46
  47. 47. 47 Lehr- Lernziele Dozierender Formate und Disziplinen Vorannahmen Forschungsinteresse Fokus: (hochschul-)didaktische Konzepte (Didaktik als Enkulturation) Forschungsfrage: Wie prägen Lehrende durch die Gestaltung von Lehre Anforderungen an Studieren? • Welche Ziele verbinden Dozierende mit der Gestaltung von mediengestützten Lehr- Lernangeboten? • Wie hängen Studienfächer und Disziplinen mit der Ausprägung von Medien in Lehr-Lernangeboten zusammen?
  48. 48. 48 1. Sichtung der Tagungsbände der GMW der letzten Dekade (2007-2017) a) Praxisberichte (z.T. mit Evaluationen) b) Beschreibungen von Lehr-Lern-Konzepten 2. Systematisches Review: Orientierung an den Arbeitsschritten nach Petticrew & Roberts (2006, S. 28) und Anpassung an den eigenen Forschungsprozess a) Suche auf einschlägigen Fachportalen (z.B. Fachportal Pädagogik, ERIC) b) Ausschluss von Studien aus dem Schulkontext und zur Mediennutzung c) Auswertung der Studien nach Bereichen (z.B. Lehr-Lernziele, Disziplinen) Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Dozierender Methodisches Vorgehen
  49. 49. 49 Lehr- Lernziele Dozierender Formate und Disziplinen 2 Perspektiven auf Medien in der Gestaltung von Lehr- Lernarrangements Dozierender Fokus: (hochschul-)didaktische Konzepte (Didaktik als Enkulturation) Forschungsfrage: Wie prägen Lehrende durch die Gestaltung von Lehre Anforderungen an Studieren? • Perspektive 1: Welche Ziele verbinden Dozierende mit der Gestaltung von mediengestützten Lehr- Lernangeboten? • Perspektive 2: Wie hängen Studienfächer und Disziplinen mit der Ausprägung von Medien in Lehr-Lernangeboten zusammen?
  50. 50. Perspektive 1: Lehr-Lernziele und deren Bedeutung Häufiges Argument: Studierende sollen mehr Möglichkeiten haben, selbst über ihren Lernprozess (Lernweg, Lernort etc.) bestimmen zu können und somit eine größere Unabhängigkeit erreichen (Cheng, Guan & Chau, 2016; Gikas & Grant, 2013) Einsatz digitaler Medien mit folgenden Zielen: 50 Informationen vermitteln Aktivierung und Motivation Betreuung verbessern z.B.durch Podcasts, Web-Präsentationen, Filme. z.B.durch Übungen oder Audience-Response-Systeme z.B.durch Coaching-Sitzungen Hübner,Dittler, Leicht &Walter, 2012; Weber & Becker,2013; Wichelhauset al., 2008; de Witt, 2012
  51. 51. Welche Verantwortung haben Lehrende und/oder Studierende? 51 Lehrmittel- konzepte Arbeitsmittel- konzepte Lernumgebungs- konzepte Caspar& Miller, 2012; Hernández-Nanclares& Pérez-Rodríguez,2015; Weidlich & Spannagel,2014; Zenker,Gros und Daubenfeld,2013 zur besseren Erreichung von Lehrzielen selbstständige Auseinandersetzung mit den Lerninhalten aktive und eigen-ständige Auseinander-setzung der Lernenden in einer vom Lehrenden konzipierten Lernumgebung Überwiegend: Weniger: In letzter Zeit häufiger: Allerdings: Lernumgebungskonzepte voraussetzungsvoll (Galley et al., 2017 oder Farley et al., 2015) Perspektive 1: Lehr-Lernziele und deren Bedeutung
  52. 52. 52 Lehr-Lernkultur und deren Gestaltung, d.h. (hochschul-) didaktische Konzepte Dozierender (Didaktik als Enkulturation) Wie prägen Lehrende durch die Gestaltung von Lehre Anforderungen an Studieren? • Perspektive 1: Welche Ziele verbinden Dozierende mit der Gestaltung von mediengestützten Lehr-Lernangeboten? • Perspektive 2: Wie hängen Studienfächer und Disziplinen mit der Ausprägung von Medien in Lehr- Lernangeboten zusammen? Lehr-Lernziele Dozierender Formateund Disziplinen Perspektivenauf Medienin derGestaltung von Lehr-Lernarrangements Dozierender
  53. 53. Akademische Lehre kennt unterschiedliche Formate und „rahmende Vorstrukturierungen” (Eugster & Tremp, 2013, S.35), die Lehr-Lernformen prägen (Jahnke & Wildt, 2011) Digitale Medien in Vorlesungen zur 53 Castillo-Manzanoet al., 2016; Ebner,et al., 2014; Kapp, et al.,2013; Korner,Volk, Valkering-Sijsling, &Reinhardt,2013; Mathiasen,2015; Tillmann,Niemeyer & Krömker,2014 Perspektive 2: Formate und Disziplinen Verbesserung der Interaktion Individua-lisierung Nach- bereitung z.B. durch Audience Response Systeme z.B. durchVorlesungs- aufzeichnungen z.B. durch Quizzes
  54. 54. Digitale Medien in Seminare meist LMS, meist zur 54 Castillo-Manzanoet al., 2016; Ebner,et al., 2014; Kapp, et al.,2013; Korner,Volk,Valkering-Sijsling, &Reinhardt,2013; Mathiasen,2015; Tillmann,Niemeyer & Krömker,2014 Perspektive 2: Formate undDisziplinen Bernhardt&Wolf, 2012; Hodel & Haber, 2007;Keading& Scholz,2012; Keppet al., 2008; Lohse &von Buchholz,2007; Richter et al.,2007; Sailer &Smith, 2013; Seufert &Käser,2010; Totter & Hermann,2014 Zur Unterstützung von Kom-munikation z.B.zur kooperativen Erstellungvon Texten z.B.zur Anregung von Reflexion z.B.Foren z.B.Wikis z.B.Blogs
  55. 55. Lehrende in sog. ‚hard disciplines‘ eher lehrendenzentrierte Ansätze mit starker Inhaltsorientierung, in ‚soft disciplines‘ überwiegt Studierendenorientierung (Lübeck, 2010, S. 13). Unterschiede zwischen Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften in der Gestaltung und Nutzung digitaler Medien in der Lehre in Lehrkonzepten sichtbar (Mayrberger, 2008): • Geisteswissenschaften setzen Fokus auf diskursiven Funktionen • Sozialwissenschaften machen digitale Medien oft zum Lerngegenstand, auch Anregung von Reflexion und Feedback (Krüger et al., 2012) • Naturwissenschaften nutzen digitale Medien eher zur Gestaltung ihrer bisherigen Lehrformen, z.B. „beim Lernen bzw. Erarbeiten von Inhalten in Tutorien, selbstorganisierten Lerngruppen oder beim (vernetzten) Selbststudium” (Mayrberger, 2008, S. 165) 55 Perspektive 2: Formate und Disziplinen
  56. 56. 56 Gestaltung von Lehr-Lernarrangements unterscheidet sich von der Nutzung Studierender (Nicht- /Anders-Nutzung): • „Partizipationslücken” (Grell & Rau, 2011): Untersuchung des Ausbleibens studentischer Partizipation. Technologisch getriebene Lehr-Lernarrangements werden von Studierenden nicht zwangsläufig angenommen und genutzt: • Eingeräumte Freiheitsgrade stoßen zwar auf Akzeptanz, aber gleichzeitig kann die erforderliche Selbstlern- und Medienkompetenz bei vielen Studierenden nicht vorausgesetzt werden (Wichelhaus et al., 2008). • Studierende sind keine ‚digital natives‘ und damit nicht medienkompetent (z.B. Kirschner & De Bruyckere, 2017 oder Schulmeister & Loviscach, 2017). Differenz zwischen Zielen und tatsächlicher Nutzung
  57. 57. • Aktivierung und Motivierung von Studierenden eine starke Triebfeder beim Einsatz digitaler Medien an der Hochschule • Digitale Medien bieten für Studierende Möglichkeiten zur Selbstbestimmung des Lernprozesses, aber • Studierende nutzen nicht zwangsläufig digitale Medien, nur weil sie vorhanden sind • Lehrende müssten zumindest formalen Voraussetzungen für einen gewinnbringenden Einsatz schaffen • Lehrformate wie Vorlesung und Seminar haben sich durch den Einsatz digitaler Medien stärker verändert als etwa Labore • Unterschiedlicher Medieneinsatz, der auf verschiedene Disziplinen zurückzuführen ist, wurde nur selten untersucht 57 Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Dozierender Zusammenfassung
  58. 58. Vielen Dank. mandy.rohs@sowi.uni-kl.de tim.riplinger@sowi.uni-kl.de
  59. 59. Welche Voraussetzungen bringen Studierende für das eigensinnige Studieren mit? Empirische Erfassung der medialen Selbstwirksamkeit Taiga Brahm & Marina Pumptow 20.03.2018
  60. 60. | 60 Quelle:unveröffentlichtesForschungsdesignausForschungsantrag Ziel: Systematische Auswertungen und Ableitung von Handlungsempfehlungen Ziel: Erfassen des Zusammenhangs von subjektiv erlebter Selbstwirksamkeit, subjektiven Sinngebung im Studium und Aneignung/dem Gebrauch von Medien Ziel: Bedingungen für die Ausprägung von Medienhandeln in den Blick nehmen und Befunde systematisch zusammenführen Ziel: Interpretation und Validierung der (identifizierten) studentischen Handlungsmuster Ziel:(An-)Erkennen von (medialen) Handlungspraktiken Studierender Logfile-Analysen Rekonstruktion von Medienhandeln Erhebung von Selbstwirksamkeitserwartungen Studierender bezüglich Studieren und Mediennutzung in der Hochschule Gruppendiskussionen, Visualisierungen, ggf. Tagebucherfassungen Re-Analyse bisheriger Studien zur Systematisierung der bisherigen Befunde - Studien zur digitalen Hochschulinfrastruktur - Studien zur Mediennutzung - Studien zur Erfassung von einzelnen Medien bzw. Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Analyse der Ermöglichungsbedingungen für Mediennutzung - Infrastrukturen an der Hochschule, Ebene der Studienprogrammgestaltung, Ebene der Lehrveranstaltungen 1 2 3 4 5 SUBJEKT-EBENE STUDIERENDE YOU(R) STUDY LAB
  61. 61. Gliederung • Einleitung • Überblick Selbstwirksamkeitskonzept & Studie • Ergebnisse zu Deskription & Skalenprüfung des Pretests • Ausblick: Auswertungsmöglichkeiten der Hauptstudie & nächste Schritte 61
  62. 62. Einleitung
  63. 63. Forschungsfragen • Welche Fähigkeiten sind derzeit für ein erfolgreiches Studium notwendig? Eher „klassische“ akademische Fähigkeiten oder Kompetenzen in Bezug auf neue Technologien und digitale Medien? • Welche Verbreitung haben digitale Medien im Studium? • Welche Faktoren bedingen Einstellungen zu digitalen Medien und Nutzungsverhalten? • Inwieweit werden digitale Medien je nach Fachhintergrund unterschiedlich bewertet und genutzt? • Welche Bedeutung spielt der soziale Hintergrund von Studierenden im Kontext der o. g. Fragen? 63
  64. 64. Ziele des Teilprojektes • Entwicklung und Validierung eines Erhebungsinstrumentes zur Erfassung von Einstellungen, Selbstwirksamkeit und Medienhandeln Studierender • Analyse des Medienhandelns Studierender in Abhängigkeit von universitären Rahmenbedingungen, Fachhintergrund und sozialem Hintergrund 64
  65. 65. Selbstwirksamkeitskonzept und Studie
  66. 66. (Medienbezogene) Selbstwirksamkeit 66 • Konzept der Selbstwirksamkeit (Bandura, 1986/1997): Überzeugung einer Person, ein bestimmtes Verhalten erfolgreich ausführen zu können und dass dieses Verhalten mit positiven Konsequenzen verbunden ist -> In der Studie bezogen auf den akademischen Kontext und auf digitale Medienanwendungen • Bsp. mediale SW: • „Es bereitet mir keine Schwierigkeiten, meine Absichten und Ziele, die ich in Verbindung mit einer Medienanwendung habe, zu verwirklichen.“ • Bsp. akademische SW: • „Wenn ein Problem im Studium auftaucht, kann ich es aus eigener Kraft meistern.“
  67. 67. Studie zu Selbstwirksamkeitserwartungen • Ziel des Teilprojektes: Selbstwirksamkeitserwartungen und die Nutzung digitaler Medien unter Studierenden erforschen • Instrumente der Befragung u. a. in Anlehnung an Mediennutzungsstudien von Grosch (2011) sowie Zawacki-Richter et al. (2015) und die Skala zur Erfassung von Selbstwirksamkeitserwartungen nach Schwarzer & Jerusalem (2002) 67 Pretest Haupterhebung Auswertung& Publikation Dezember2017 Frühjahr2018 abSommer2018
  68. 68. Erforschung der (medienbezogenen) Selbstwirksamkeit Informationenzum Studium Studienfach,angestrebter Abschluss,vorherige Abschlüsse, Fachsemester,[…] UniversitärerKontext und Studium Einstellungenzu Hochschulkontextund Studium Studienleistungen DigitaleMedien im Studium MobileEndgeräteundihre EinsatzzweckeimStudium Nutzungshäufigkeit& Nützlichkeitverschiedener Medienangebote MedieninfrastrukturundEinsatzin derLehre Einstellungenund Medienkompetenz Persönlicherund familiärerHintergrund Personen-bezogene Informationen Familiärer Hintergrund 68
  69. 69. Deskriptive Ergebnisse und Skalenprüfung des Pretests
  70. 70. Teilnehmende I 70 Tab.: Anzahl bearbeiteter Fragebögen (teilweise und vollständig). ZU: Zeppelin Universität VHB: Virtuelle Hochschule Bayern STG: Universität St. Gallen Tab.: Teilnehmende Hochschulen. teilw. volls. ZU 51 31 82 VHB 42 29 71 STG 15 3 18 108 63 171 Hochschule Anzahl Ev.H. Nürnberg 42 HAW München 5 Kath.H. München 4 LMU München 3 OTH Regensburg 2 Technische Hochschule Deggendorf 1 Universität Augsburg 1 Zeppelin Universität 65 Universität St. Gallen 13 n 136 Tab.: Studienfächer der Teilnehmer aller Hochschulen. Studienfach Anzahl B.A. Erziehungswissenschaft 1 Bild.,Erz.,Ges. im Kindesalter (dual) 6 BWL 6 Chemie 3 Gesundheits-und Krankenpflege 1 Religionspäd. u. kirchl. Bild.-arbeit 10 Soziale Arbeit 29 Sozialmanagement 2 Sozialwirtschaft 5 Komm. u. Kulturwiss. 17 Pol.,Verw. u. int. Bez. 12 Soz., Pol. u. Ök. 18 VWL 2 Wirtschaftswiss. 9 WiPaed 1 Bus. Innovation 2 General Management 1 Mark., Dienstl. u. Komm.-manag. 1 Rechnugsw. u. Finanzen 1 Digital Pioneering 2 Leadership Exc./Digital Pioneering 2 K.A. 5 n 136
  71. 71. Teilnehmende II 71 Abb.: Absolute Häufigkeiten zu Geschlecht, angestrebten Abschluss und Art der Hochschulreife. Alter: MW 25,2 Jahre, Median 23 Jahre, Altersspanne 18-51 Jahre w m x 010203040 Geschlecht abs.Häufigkeit Bachelor Master PhD Sonstiger 020406080100 angestrebter Abschluss abs.Häufigkeit AHR FGHR FHR 01020304050 Art der Hochschulreife abs.Häufigkeit
  72. 72. Digitale Endgeräte und Nutzung auf dem Campus Tab.: Besitz mobiler Endgeräte in Prozent Abb.: Nutzung mobiler Endgeräte auf dem Campus (1= „sehr selten“ bis 7= „sehr häufig“) 72 Sm artphone Laptop Tablet 012345 Desktop-PC Laptop Tablet Smartph. E-Book Read. Mobiltel. n.vorh. 63% 4% 60% 4% 81% 90% vorh. 37% 96% 40% 96% 19% 10% n 112 112 112 112 112 112
  73. 73. Einsatzzwecke digitaler Endgeräte auf dem Campus 73 InternetsucheR echerche Textnachrichten EM ailan Lehrende Schreiben (z.B.H ausarbeiten) Lernplattform Soziale N etzw erke D atenrecherche Internetsuche in Lehrver. EM ailan Studierende Bibliotheksdienste N otenportal Kursbuchungen M usik hören Bücherkaufen Standortdienste Fotos m achen Inhalte Posten Kom m unikation überLernpl. Textnachrichten an Lehrende N ichts davon 020406080 Abb. 1: Einsatzzw ecke von Smartphone, Tablet oder Laptop auf dem Campus HäufigkeitderNennung
  74. 74. Gewünschter und tatsächlicher Einsatz von Medienanwendungen in der Lehre 74 012345 Abb.: Mittelw erte zur Wichtigkeit (dunkelgrau) und Häufigkeit (hellgrau) des Einsatzes verschiedener Medienanw endungen in der Lehre (Skala: 1= „gar nicht“ bis 7= „sehr w ichtig/sehr häufig“) Mittelwert E-Portfolio E-Prüfungen Multmedia-Materialien Online-Materialien Online-Übungen Virtuelle Lehrveranstalt. Vorlesungsaufzeichn.
  75. 75. Skalenprüfung medienbezogene & akademische Selbstwirksamkeit • Trennschärfe (jeweils 𝑟 = 0.7 − 0.9), interne Konsistenz (a. SW: 𝛼 = 0.96, m. SW: 𝛼 = 0.95), Eindimensionalität und Konvergenzvalidität zeigen Übereinstimmung mit der bewährten Skala zur akademischen SW nach Schwarzer & Jerusalem -> Konstruktvalidität der beiden verwendeten Skalen im Pretest gegeben • Bspw. weisen Personen mit hohem Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Probleme bezüglich einer digitalen Medienanwendung erfolgreich lösen zu können, insgesamt eine hohe medienbezogene SW auf • Personen mit hoher medienbezogenen Selbstwirksamkeit weisen weniger Vorbehalte und Skepsis gegenüber digitalen Medien auf 75
  76. 76. Akademische & medienbezogene Selbstwirksamkeit z. B. Korrelation mit der aktuellen Note im Studium r = -0.37 und mit Motivation im Studium r = 0.57 z. B. Korrelation mit der Einschätzung, dass digitale Medien im Studium kompliziert sind r = -0.47 und mit der selbsteingeschätzten Recherche- Kompetenz r = 0.37 76 1 2 3 4 5 6 7 0510152025 Akademische Selbstw irksamkeit Testw erte Häufigkeit 1 2 3 4 5 6 7 05101520 Selbstw irksamkeit dig. Medienanw endungen Testw erte Häufigkeit
  77. 77. Ausblick: Auswertungsmöglichkeiten der Hauptstudie
  78. 78. Potentielle Erkenntnisse aus der Selbstwirksamkeitsstudie - Verfahren • Latente Klassenanalysen zu Mediennutzertypen und Medieneinstellungstypen • Strukturgleichungsmodelle auf mehreren Ebenen (Individuum, Fach, Universität) -> Identifikation der Bedingungsfaktoren für das Nutzerverhalten und die spezifischen Einstellungen gegenüber digitalen Medien im Studium 78
  79. 79. Potentielle Erkenntnisse aus der Selbstwirksamkeitsstudie • Abhängigkeit der digitalen Mediennutzung und –bewertung von Fach- und Universitätskontext • Zusammenhang zwischen akademischer Selbstwirksamkeit, Studienfach, Studienleistung, Motivation und dem familiären Hintergrund • Zusammenhang zwischen medienbezogener Selbstwirksamkeit, Studienfach, Studienleistung, Motivation und dem familiären Hintergrund + Mediennutzung und –bewertung • Verbindung zwischen sozialer Integration im Studium und akademischer und medienbezogener Selbstwirksamkeit 79
  80. 80. Vielen Dank. marina.pumptow@uni-tuebingen.de taiga.brahm@uni-tuebingen.de
  81. 81. DISKUSSION Diskutantin: Heidrun Allert (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) 20.03.2018
  82. 82. Mögliche Fragen/Perspektiven (theoretisch) 1. Welchen Medienbegriff verwenden wir? Wie kann Medienhandeln im Hochschulstudium gefasst werden? 2. Welchen Kontext- bzw. Raumbegriff verwenden wir? Welche Rolle spielen Kontexte und Räume? Wie können diese theoretisch gefasst werden? 3. Wie lässt sich Eigensinn bzw. Bewegung theoretisch fassen? 82
  83. 83. Mögliche Fragen/Perspektiven (methodisch) 1. Wie geeignet ist die Methode des Systematic Reviews für erziehungswissenschaftliche (Medien)Forschung? Welche Adaptionen sind erforderlich? 2. Wie lassen sich die Erkenntnisse der Selbstwirksamkeitsstudie für die Forschung in den You(r) Study Labs nutzen? 3. Wie kann man den Herausforderungen (Rekonstruktion von tatsächlichem studentischen Medienhandeln in seiner Vielfalt), methodisch adäquat begegnen? 83
  84. 84. 84 Quellen und Downloads

Hinweis der Redaktion


  • Ins Review einbezogen wurden:
    Empirische Studien aus Eigenmitteln oder Forschungsförderung
    Ergebnisse aus der Evaluationsforschung/Begleitforschung zu Drittmittelprojekten
    Systematische und vergleichende Situationsanalysen zu digitalen Lern-/Hochschulinfrastrukturen
    Einschlägige Trend-Studien
    Projekt- und Konzeptevaluationen
    Ergebnisse von Konferenzen und Tagungen
    Expertisen zur Umsetzung und Implementierung von digitalen Lern-/Hochschulinfrastrukturen aus Hochschulforschung, Bibliotheks- und Informationswis-senschaft
  • So unterscheiden Tulodziecki und Herzig (2004) verschiedene Konzepte: Lehrmittelkonzepte mit Medien in der Funktion, Wissen zu veranschaulichen, in der ausgehend von der starken Lehrendenorientierung Lernende eher rezeptiv bleiben. Im Gegensatz zum Lehrmittelkonzept fokussiert das Arbeitsmittelkonzept eher die Selbständigkeit der Lernenden durch den Einsatz von Medien. Medien werden hierbei genutzt, um den selbstorganisierten Lernprozess zu unterstützen, z.B. indem Spiele, Rätsel oder Selbstlerneinheiten zur Verfügung gestellt werden. Im Bausteinkonzept werden größere Medienangebote in den Blick genommen und als Einheiten in Lehre integriert. Auch hier bleiben die Lernenden eher in einer rezeptiven Rolle. Und das Lernumgebungskonzept adressiert eine aktive und eigenständige Auseinandersetzung der Lernenden in einer vom Lehrenden konzipierten Lernumgebung.
  • Albert Bandura (1986, p. 391) definiert Selbstwirksamkeit als die Überzeugung einer Person, ein bestimmtes Verhalten erfolgreich ausführen zu können und dass dieses Verhalten mit positiven Konsequenzen verbunden ist

    Die wahrgenomme Selbstwirksamkeit beeinflusst auch andere determinaten des Handelns, wie z. B. Ziele, Neigungen, wahrgenomme Möglichkeiten und könnte ebenfalls als Prädiktor für Motivation und beobachtbares Handeln dienen

    Potentiell intermediierender Faktor zwischen sozialem Hintergrund und studiums- bzw. medienbezogenem Handeln
  • WLAN, Textverarbeitungssoftware, Google, Universitätsemail, Präsentationssoftware werden häufig genutzt

    Ggf. rausnehmen und durch Einsatzzwecke dig. Endgeräte ersetzen


    MOOCs, Blogs, E-Portfolios, Videosoftware, Twitter, CAD-Software dagegen kaum bis gar nicht
  • WLAN, Textverarbeitungssoftware, das online Angebot der Bib, Google, digitale Lehrbücher und die Universitätsemail werden als sehr nützlich angesehen

    Ggf. rausnehmen und durch Einsatzzwecke dig. Endgeräte ersetzen
    Grafiksoftware (wohl eher Fachabhängig), E-Portfolios, Blogs, CAD-Software (auch Fachabhängig), Videosoftware, Twitter dagegen kaum bis gar nicht

  • Falls zeitlich knapp, könnte diese Folie übersprungen werden
  • Spannbreite der Skala ausgenutzt, in beiden Fällen jedoch tendenziell mehr hohe Selbstwirksamkeitserwartungen anstelle von geringen, v. a. bei der medienbezogenen Selbstwirksamkeit

    Schwerpunkt allerdings bei med. SW im eher geringen Bereich (3)
    Bei ak. SW höher (4)
  • Beschreibung

    Folien zur Arbeitsgruppe von You(r) Study auf dem DGfE-Kongress 2018 (https://www.conftool.pro/dgfe2018/index.php?page=browseSessions&form_session=115&lang=2&metadata=show&presentations=show)

    Transkript

    1. 1. Bewegendes Studium im „digitalen Zeitalter“: Studieren zwischen Eigensinn und Unbestimmtheit Sandra Hofhues & Antonia Weber 20.03.2018
    2. 2. Worauf zielt das Gesamtprojekt ab?
    3. 3. Einige Grundannahmen vorweg... ‚Eigensinnig‘ Studieren • Studium als reflektierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Fach und einschlägigen Formen der Erschließung von Sachverhalten; Umgang mit Eigenstrukturen von Wissenschaft (Rhein, 2015) • Handlungspraxis des Studierens als subjektive Sinnkonstruktion in Abgrenzung zu objektiven Sinnzuschreibungen durch Fach, Organisation und/oder Medien. ‚Eigensinniges‘ Medienhandeln von Studierenden • Aufnahme der Diskussion um (Nicht-)Nutzung technischer Gebrauchsmedien im Kontext Hochschule und Reflexion eben dieser (vgl. Friedrich & Persike, 2016) • Offenbare Besonderheiten im Studierverhalten und innerhalb einzelner Studierendengruppen in Bezug auf Medien (Typenbildungen greifen zu kurz) • Fokus auf die Studierenden bzw. Handlungspraktiken des Studierens 3
    4. 4. Aufnahme der Grundannahmen im Forschungsverbundprojekt You(r) Study Worauf zielt das Forschungsprojekt ab? • Rekonstruktion medienbezogener, sozialer Praktiken von Studierenden über ‚bloße‘ Mediennutzung hinaus (Hofhues et al., 2014) • Bezugnahme auf die Sinn-Perspektive, insbesondere Einbezug des studienbezogenen, hochschulischen und akademischen Handelns (Rhein, 2015) • Wissenschaft als akademische Praxis für den Medieneinsatz Zielgruppe: Bachelor-Studierende in der Major-Phase ihres Studiums Disziplinäre Verortung: Auswahl von drei exemplarischen Fächern/Fachbereichen (Wirtschaftswissenschaften, Medienwissenschaften, Lehramtsstudiengänge) Übergeordnete Forschungsfrage: Wie verleihen Studierende mit Hilfe von digitalen Medien ihrem Studium einen eigenen Sinn? 4
    5. 5. | 5 Quelle:unveröffentlichtesForschungsdesignausForschungsantrag Ziel: Systematische Auswertungen und Ableitung von Handlungsempfehlungen Ziel: Erfassen des Zusammenhangs von subjektiv erlebter Selbstwirksamkeit, subjektiven Sinngebung im Studium und Aneignung/dem Gebrauch von Medien Ziel: Bedingungen für die Ausprägung von Medienhandeln in den Blick nehmen und Befunde systematisch zusammenführen Ziel: Interpretation und Validierung der (identifizierten) studentischen Handlungsmuster Ziel:(An-)Erkennen von (medialen) Handlungspraktiken Studierender Logfile-Analysen Rekonstruktion von Medienhandeln Erhebung von Selbstwirksamkeitserwartungen Studierender bezüglich Studieren und Mediennutzung in der Hochschule Gruppendiskussionen, Visualisierungen, ggf. Tagebucherfassungen Re-Analyse bisheriger Studien zur Systematisierung der bisherigen Befunde - Studien zur digitalen Hochschulinfrastruktur - Studien zur Mediennutzung - Studien zur Erfassung von einzelnen Medien bzw. Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Analyse der Ermöglichungsbedingungen für Mediennutzung - Infrastrukturen an der Hochschule, Ebene der Studienprogrammgestaltung, Ebene der Lehrveranstaltungen 1 2 3 4 5 SUBJEKT-EBENE STUDIERENDE YOU(R) STUDY LAB
    6. 6. Digitale Lerninfrastrukturen an Hochschulen Erkenntnisse aus einem systematischen Review Sandra Hofhues & Sabrina Pensel 20.03.2018
    7. 7. | 7 Quelle:unveröffentlichtesForschungsdesignausForschungsantrag Ziel: Systematische Auswertungen und Ableitung von Handlungsempfehlungen Ziel: Erfassen des Zusammenhangs von subjektiv erlebter Selbstwirksamkeit, subjektiven Sinngebung im Studium und Aneignung/dem Gebrauch von Medien Ziel: Bedingungen für die Ausprägung von Medienhandeln in den Blick nehmen und Befunde systematisch zusammenführen Ziel: Interpretation und Validierung der (identifizierten) studentischen Handlungsmuster Ziel:(An-)Erkennen von (medialen) Handlungspraktiken Studierender Logfile-Analysen Rekonstruktion von Medienhandeln Erhebung von Selbstwirksamkeitserwartungen Studierender bezüglich Studieren und Mediennutzung in der Hochschule Gruppendiskussionen, Visualisierungen, ggf. Tagebucherfassungen Re-Analyse bisheriger Studien zur Systematisierung der bisherigen Befunde - Studien zur digitalen Hochschulinfrastruktur - Studien zur Mediennutzung - Studien zur Erfassung von einzelnen Medien bzw. Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Analyse der Ermöglichungsbedingungen für Mediennutzung - Infrastrukturen an der Hochschule, Ebene der Studienprogrammgestaltung, Ebene der Lehrveranstaltungen 1 2 3 4 5 SUBJEKT-EBENE STUDIERENDE YOU(R) STUDY LAB
    8. 8. Gliederung 1. Was sind digitale Lerninfrastrukturen? 2. Zentrale Erkenntnisse 3. Folgerungen 8
    9. 9. Was sind digitale Lerninfrastrukturen?
    10. 10. Von Hochschulinfrastrukturen zu digitalen Lerninfrastrukturen: ein kurzer Überblick • Abbildung Medienökologien aus „die hochschule“ 10 (Hechler & Pasternack, 2017, S. 10
    11. 11. Digitale Lerninfrastrukturen untersuchen: Welche Forschungsfragen wurden verfolgt? 1. Wie werden digitale Infrastrukturen je nach Kontext und Bedarfen genutzt? 2. Inwiefern fügen sich die digitalen Infrastrukturen (nicht) in studentisches Medienhandeln ein? 3. Welche Handlungsempfehlungen werden aufgrund ausgeprägter oder fehlender Zusammenhänge zwischen Fach/Medienhandeln für die Gestaltung von Studium und Lehre formuliert? 11
    12. 12. Zum Vorgehen: Wie haben wir das systematische Review ausgelegt und umgesetzt? • Orientierung an den Arbeitsschritten nach Gough et al. (2012, S. 8) und Anpassung an den eigenen Forschungsprozess • Aufnahme von Publikationen zu digitalen Lern- und Hochschulinfrastrukturen in den Datenpool angesichts eigener Suchstrategie (Brunton et al., 2012, S. 107 ff.).)  sehr variationsreicher Datenpool • Validierung der Rechercheergebnisse durch zwei Expert*innen aus dem Forschungsfeld • Auswertung u.a. mittels MaxQDA (Codierung, Verdichtung, kriterienbasierte Gliederung/Aufbereitung) 12
    13. 13. Zentrale Erkenntnisse zu digitalen Lerninfrastrukturen an Hochschulen
    14. 14. Digitale Lerninfrastrukturen als Teil der Hochschulstrategie: Forschungsstand Forschungsstand: kein Idealprozess/Idealzustand • Ideen und Maßnahmen für digitale Lerninfrastrukturen werden oft außerhalb der Hochschule formuliert • Einbezug organisationaler Besonderheiten und kultureller Spezifika einer Hochschule, denn: Rahmenbedingungen tragen fördernd oder hemmend dazu bei, dass sich Infrastrukturangebote (nicht) in studentisches Medienhandeln einfügen. • Wirkungsvolle Veränderungsmaßnahmen beteiligen alle Organisationseinheiten bzw. Akteur*innen an der Formulierung bestimmter Ziel- und Implementierungsstrategien. 14
    15. 15. Digitale Lerninfrastrukturen als Teil der Hochschulstrategie: Forschungsstand (II) Genauere Betrachtung der Rahmenbedingungen • Formulierung übergeordneter Ziele strategisch in den letzten sechs Jahren ‚en vogue‘ ( Ökonomisierung) • Digitale Lerninfrastrukturen als Katalysator für organisationale Entwicklungs- und Veränderungsprozesse ( Organisationsentwicklung) • Hinweis auf die Notwendigkeit der Verbindung von Ziel- und Implementierungsstrategien und - maßnahmen ( Steuerbarkeit von Hochschulen als besondere Organisationen) 15
    16. 16. Einblick in die Diskussion: Digitale Lerninfrastrukturen als Teil der Hochschulstrategie Fehlende Systematisierung durch Medienentwicklungspläne • Das Fehlen übergeordneter Ziel- und Medienentwicklungsstrategien führte in der Vergangenheit dazu, dass Ergebnisse und Erkenntnisse aus diversen (Drittmittel-)Projekten nicht verankert werden konnten. • Als Lösungsansatz werden Medienentwicklungspläne beschrieben. Externe Erwartungen bzw. Fremdreferenzialität • Strategische Maßnahmen zum mediengestützten Lehren und Lernen unterliegen bis heute häufig dem Problem der Fremdreferenzialität. • Externe Finanzierung und Förderungen rücken eher Ziele und Maßnahmen in den Vordergrund, die außerhalb der Hochschule formuliert und gewollt werden ( Widerspruch Projekterfolg/Entwicklungsziele). • Digitale Medien zur Anreicherung der Lehre ( Medienbegriff) 16
    17. 17. Digitale Lerninfrastrukturen als Teil der Hochschulstrategie: typische Herausforderungen Herausforderung: Technologie(n) Wielassen sich technischeLösungen mit unterschiedlichenBedarfen undEinsatzbereichen in Einklang bringen?(vgl. Stratmann, 2013,S. 15) Herausforderung: Vernetzung und Integration von laufenden Projekten Wiewirksam ist die curriculareEinbettung in Studienprogramme, eineKooperation mit zentralen Hochschulinstanzen und die Vernetzungmit anderenlaufendenProjekten? (vgl. Kleimann&Wannemacher,2004,S. 77) Herausforderung: lose Kopplung Welche Folgen hat die lose Kopplung bestimmter Zielstrategien mit Implementierungsstrategien? Folge (u.a.): Rückbezugauf EngagementeinzelnerLehrenderundandererhochschulischenAkteur*innen 17
    18. 18. Einblick in die Diskussion: Perspektiven auf beteiligte Akteur*innen, hier: die Studierenden • Viele Rollenerwartungen an Studierende und Annahmenggü. Studierenden, aber: die wenigsten Studien arbeiten mitdirekten Studierendenbefragungen. • So basiert die Diskussion umdigitale Lehr-undLernformateauf organisationaler undstrategischer Ebene häufig nurauf Annahmenzustudentischen Rollen undBedürfnissen • Viele Datenerhebungengründenbspw. auf der Erforschung von Hochschulleitungen, Lehrenden, Mitarbeiter*innen von hochschulischenService-Einrichtungenmittels Befragungsinstrumenten sowie auf hochschulweiten Konzepten, Organisationsstrukturen und(Drittmittel-)Projekten, die Rollenerwartungenan Studierende formulieren, diese jedoch nichtmit ihnen erarbeiten. 18
    19. 19. Perspektiven auf beteiligte Akteur*innen, hier: Lehrende und Hochschul(service)einrichtungen Lehrende Zusätzlich zur Diskussion über die Ausdifferenzierung der Rollen zwischen Lehre und Forschung (siehe dazu Bischof & Stuckrad, 2013) findet sich implizit in einigen Studien eine Umdeutung der Lehrendenrolle. Hochschul(service)einrichtungen • Notwendigkeit der Kooperation von Rechenzentren, Medienzentren, hochschulische Weiterbildungsinstanzen, Hochschulbibliotheken, Fachbereichsbibliotheken etc. (Kleimann & Wannemacher, 2004) • Solange kein organisationsübergreifendes Konzept für die Zusammenarbeit existiert, werden Kooperationen für jedes Projekt und jede innovative Veränderungsmaßnahme neu ausgehandelt (ebd. S. 95). 19
    20. 20. Einblick in die Diskussion: Handeln in digitalen Lerninfrastrukturen In den Schriften finden sich Vorstellungen über Handeln wieder: • NeueMedien – neues Lehrhandeln • Digitales Lehrenals Förderperspektive auf Lernen • KonkreteAnforderungenan die Gestalt(-ung) von Lehre In den Schriften finden sich weniger: • ein umfassendes Verständnis vonMedien als Lern-undBildungsraum • Optionen zurMit-Gestaltung digitaler Lerninfrastrukturendurch Studierende 20
    21. 21. Folgerungen zu digitalen Lerninfrastrukturen und zum Medienhandeln von Studierenden
    22. 22. Digitale Lerninfrastrukturen: Engfassungen und Forschungslücken • Digitale Lerninfrastrukturenwerden oft aus übergreifender Perspektive von IT-Organisation, Zielstrategien, ServiceeinrichtungenundHochschulleitungenbetrachtet, viel seltener aber aus der Perspektive vonProfessuren, Instituten undStudiengängen (Bick, 2013). • Es finden sich zahlreiche Annahmen wieder: ZuAkteur*innen,zuAnforderungen,zu Rollen,zumBildungsraum Hochschule etc. Wiesich inAnlehnungan Sesink (2006)in diesem Bildungsraum das Verhältnis von Subjekt, Organisation undTechnikausgestaltet undwie sich bestimmte Aneignungs-undNutzungsformenetablieren, wird wenig untersucht. • Generell: UnterhinterfragteÜbernahmevon Begrifflichkeiten (z.B. in Bezug auf Lernen) 22
    23. 23. Medienhandeln von Studierenden: Aufnahme einer praxeologischen Sicht Folgerungen auf Subjektebene • Vorsicht vor Pauschalisierungen in Bezug auf„die Studierenden“ oder hinsichtlich ihrerHeterogenität • Wahl übergeordneterKategorien: Studium, Fach undMedien • Betrachtungder Mediennutzung im „Studierendenalltag“ Folgerungen auf Kontextebene • IntegrierenderBlick auf unterschiedlicheGestaltungsebenen von Hochschule • Notwendigkeit zurErforschungdes Ist-Zustands 23
    24. 24. Vielen Dank. sandra.hofhues@uni-koeln.de sabrina.pensel@uni-koeln.de
    25. 25. Inwiefern bewegen digitale Medien den Studienalltag? Erkenntnisse aus Mediennutzungsstudien Sandra Aßmann, Yannic Steffens & Inga Lotta Schmitt 20.03.2018
    26. 26. | 26 Quelle:unveröffentlichtesForschungsdesignausForschungsantrag Ziel: Systematische Auswertungen und Ableitung von Handlungsempfehlungen Ziel: Erfassen des Zusammenhangs von subjektiv erlebter Selbstwirksamkeit, subjektiven Sinngebung im Studium und Aneignung/dem Gebrauch von Medien Ziel: Bedingungen für die Ausprägung von Medienhandeln in den Blick nehmen und Befunde systematisch zusammenführen Ziel: Interpretation und Validierung der (identifizierten) studentischen Handlungsmuster Ziel:(An-)Erkennen von (medialen) Handlungspraktiken Studierender Logfile-Analysen Rekonstruktion von Medienhandeln Erhebung von Selbstwirksamkeitserwartungen Studierender bezüglich Studieren und Mediennutzung in der Hochschule Gruppendiskussionen, Visualisierungen, ggf. Tagebucherfassungen Re-Analyse bisheriger Studien zur Systematisierung der bisherigen Befunde - Studien zur digitalen Hochschulinfrastruktur - Studien zur Mediennutzung - Studien zur Erfassung von einzelnen Medien bzw. Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Analyse der Ermöglichungsbedingungen für Mediennutzung - Infrastrukturen an der Hochschule, Ebene der Studienprogrammgestaltung, Ebene der Lehrveranstaltungen 1 2 3 4 5 SUBJEKT-EBENE STUDIERENDE YOU(R) STUDY LAB
    27. 27. Gliederung • Einleitung • Überblick Methodik • Zentrale Ergebnisse • Ausblick: Konsequenzen für die Erhebung in den You(r) Study-Labs 27
    28. 28. Einleitung
    29. 29. Einleitung • Wie zeigt sich studentisches Medienhandeln in Mediennutzungsstudien? • Welche Schwerpunkte werden national und international gesetzt? • Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für unser (Teil)Projekt? 29
    30. 30. Methodik
    31. 31. Methodik • Untersuchung von nationalen und internationalen Mediennutzungsstudien aus den Jahren 2010-2017 • Orientierung an den Schritten des „Systematic Reviews“ (Gough et al., 2013; Petticrew & Roberts, 2006) • Festlegung von Kriterien:  Auswahl von über 100 Studien • Kategorienbildung & strukturierende Zusammenfassung 31
    32. 32. 32 Systematisches Review (inter-)nationaler Mediennutzungsstudien anhand der funktionalen, prozessualen und strukturellen Perspektive der Mediennutzung (Schweiger, 2007) Perspektiven der Mediennutzungsforschung (Schweiger 2007, S. 21)
    33. 33. Zentrale Ergebnisse
    34. 34. 34 • Breite Geräteausstattung, wobei mobile Endgeräte häufig genutzt werden • Verstärkung der „Technology identity“ (ECAR, 2010, S. 41) durch das Studium • Mediennutzertypologien: heterogenes Bild der Studierendenschaft mit großen Nutzergruppen zwischen Medienaffinität und Medienskepsis • Medienhandeln mit mobilen Endgeräten vermehrt in informellen Zusammenhängen • Soziale Medien tragen u.a. zur Etablierung, Festigung und Aufrechterhaltung sozialer Kontakte in akademischen Kontexten bei • Studierende haben Schwierigkeiten die Potenziale sozialer Medien für den formalen Lernprozess zu identifizieren und benötigen Anleitung • Vermischung formaler und informeller Kontexte des Medienhandelns kann zu Irritationen führen. Systematisches Review (inter-)nationaler Mediennutzungsstudien anhand der funktionalen, prozessualen und strukturellen Perspektive der Mediennutzung (Schweiger, 2007) (Steffens, Schmitt & Aßmann, 2017)
    35. 35. Ausblick
    36. 36. Nächste Schritte: Forschung MIT Studierenden 36 CC-BY Yannic Steffens
    37. 37. Nächste Schritte: Forschung MIT Studierenden „Ich sitze gerade in der EW-Bibliothek und bin dort über das Plakat zu Ihrem Forschungsprojekt "You(r) Study" gestolpert... Und naja, ich dachte mir, vielleicht kann ich Sie für ein Projekt interessieren, dass ich mache. Ich bin gerade in der Abschlussphase meines B.A. (…) an der RUB, und ich schreibe seit einiger Zeit meine Hausarbeiten in einer öffentlich zugänglichen Wiki (…). Die Idee dahinter ist zum Einen, so etwas wie ein "Lerntagebuch" zu schaffen, dass anderen Studierenden, die wie ich aus einer bildungsfernen Schicht kommen, Mut zu machen und an konkreten Beispielen zu zeigen, wie mensch eigentlich so eine Hausarbeit schreibt. Denn damit hatte ich sehr große Probleme in meinem Studium, weil ich niemanden in meiner Familie hatte, den ich fragen konnte, wie das geht, und mir die Ratgeber zu diesem Thema auch immer zu abstrakt waren, um wirklich einen Nutzen daraus zu ziehen... 37
    38. 38. Nächste Schritte: Forschung MIT Studierenden Zum Anderen war die Idee, damit den Kommunikations- und Bewertungsprozess mit den DozentInnen transparenter und einfacher zu gestalten: 1. weil keine Dateien mehr hin- und her geschickt werden müssen 2. weil Kommentierungen etc. direkt online geschehen könnten 3. weil so der Prozess des Hausarbeiten-Schreibens für Menschen, die damit genau so unsicher sind wie ich, transparenter geworden wäre, und sie sich ein Bild davon hätten machen können, worauf DozentInnen denn so wert legen. 38
    39. 39. Nächste Schritte: Forschung MIT Studierenden Leider haben jedoch alle DozentInnenbei denen ich meine Arbeiten schreiben musste, sehr ablehnend reagiert und wollten, dass ich ihnen doch Dateien zuschicke... Naja, jedenfalls dachte ich, vielleicht wäre es ja -auchfürIhrForschungsprojekt - spannend, überdiese Wikiins Gespräch zu kommen,undvielleicht haben Sie ja auch fürmich noch Anregungen,wie ich sie besser gestalten könnte, damit sie anderenStudierenden nützlichsein könnte.“ 39
    40. 40. Vielen Dank. sandra.assmann@rub.de yannic.steffens@rub.de inga.schmitt@rub.de
    41. 41. DISKUSSION Diskutantin: Heidrun Allert (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) 20.03.2018
    42. 42. Welchen Einfluss haben medienbasierte Lehrkonzepte auf das Medienhandeln Studierender? Mandy Schiefner-Rohs & Tim Riplinger 20.03.2018
    43. 43. | 43 Quelle:unveröffentlichtesForschungsdesignausForschungsantrag Ziel: Systematische Auswertungen und Ableitung von Handlungsempfehlungen Ziel: Erfassen des Zusammenhangs von subjektiv erlebter Selbstwirksamkeit, subjektiven Sinngebung im Studium und Aneignung/dem Gebrauch von Medien Ziel: Bedingungen für die Ausprägung von Medienhandeln in den Blick nehmen und Befunde systematisch zusammenführen Ziel: Interpretation und Validierung der (identifizierten) studentischen Handlungsmuster Ziel:(An-)Erkennen von (medialen) Handlungspraktiken Studierender Logfile-Analysen Rekonstruktion von Medienhandeln Erhebung von Selbstwirksamkeitserwartungen Studierender bezüglich Studieren und Mediennutzung in der Hochschule Gruppendiskussionen, Visualisierungen, ggf. Tagebucherfassungen Re-Analyse bisheriger Studien zur Systematisierung der bisherigen Befunde - Studien zur digitalen Hochschulinfrastruktur - Studien zur Mediennutzung - Studien zur Erfassung von einzelnen Medien bzw. Gestaltung von Lehr- Lernarrangements Analyse der Ermöglichungsbedingungen für Mediennutzung - Infrastrukturen an der Hochschule, Ebene der Studienprogrammgestaltung, Ebene der Lehrveranstaltungen 1 2 3 4 5 SUBJEKT-EBENE STUDIERENDE YOU(R) STUDY LAB
    44. 44. Gliederung I. Forschungsinteresse und Methodisches Vorgehen II. Perspektiven auf Medien in der Gestaltung von Lehr- Lernarrangements Dozierender 1. Lehr-Lernziele und deren Bedeutung 2. Formate und Disziplinen III.Differenz zwischen Zielen und tatsächlicher Nutzung IV. Zusammenfassung 44
    45. 45. Vorannahmen Fokus Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Lehrendeadressieren in Lehr-LernarrangementsauchihrVerhältnis zuihrerDisziplin undrepräsentieren damit verbundeneWerthaltungenundMaximen gegenüberden Studierenden. Aufgabevon Lehre(Rhein, 2015): • Präsentation von Lehrinhalte,um sie füreinen Diskurs zugänglichzu machen, • Schaffen von Räumenfür Teilhabe, umAneignungdurch Studierende zu ermöglichen sowie • Einbinden studentischem Lernenin soziale Situationen undbedeutsame Tätigkeitskontexte Fokus Didaktikals Enkulturationswissenschaft: „die Bedeutung des gesellschaftlichen, interaktiven und individuellen Vermittlungsprozesses kulturellerundsozialer Inhalte”(Kron, 2004,S.50) in den Blick nehmen 45
    46. 46. Vorannahmen Untersuchung von Lehr-Lernkonzepten Konzepte als „gedankliche(...) Werkzeuge, mit derenHilfe wir in der Welt sinnfällig handeln können”(Atkinson, 1990, S. 321,zitiert nach Kron, 2004,S. 61)und Handlungsentwürfe, die sich Menschen von kulturellenDingen, Prozessen undBedingungen machen(ebd.). Unterscheidungzwischen • Lehrkonzeptionen: „auf die Haltung, das Rollenverständnis unddie zugrundeliegendenÜberzeugungenzu Lehren und Lernen“(Lübeck, 2010,S. 9) • Lehrkonzepte: Aussagen darüber,wie Lehrwirklichkeitan der Hochschule gestaltet wird bzw. werden soll, Handlungsentwürfe zurGestaltung von Lehreander Hochschule Die dort getroffenen didaktischen Entscheidungen werden als entscheidend dafür gesehen, wie sich studentisches Handeln ausprägen kann. 46
    47. 47. 47 Lehr- Lernziele Dozierender Formate und Disziplinen Vorannahmen Forschungsinteresse Fokus: (hochschul-)didaktische Konzepte (Didaktik als Enkulturation) Forschungsfrage: Wie prägen Lehrende durch die Gestaltung von Lehre Anforderungen an Studieren? • Welche Ziele verbinden Dozierende mit der Gestaltung von mediengestützten Lehr- Lernangeboten? • Wie hängen Studienfächer und Disziplinen mit der Ausprägung von Medien in Lehr-Lernangeboten zusammen?
    48. 48. 48 1. Sichtung der Tagungsbände der GMW der letzten Dekade (2007-2017) a) Praxisberichte (z.T. mit Evaluationen) b) Beschreibungen von Lehr-Lern-Konzepten 2. Systematisches Review: Orientierung an den Arbeitsschritten nach Petticrew & Roberts (2006, S. 28) und Anpassung an den eigenen Forschungsprozess a) Suche auf einschlägigen Fachportalen (z.B. Fachportal Pädagogik, ERIC) b) Ausschluss von Studien aus dem Schulkontext und zur Mediennutzung c) Auswertung der Studien nach Bereichen (z.B. Lehr-Lernziele, Disziplinen) Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Dozierender Methodisches Vorgehen
    49. 49. 49 Lehr- Lernziele Dozierender Formate und Disziplinen 2 Perspektiven auf Medien in der Gestaltung von Lehr- Lernarrangements Dozierender Fokus: (hochschul-)didaktische Konzepte (Didaktik als Enkulturation) Forschungsfrage: Wie prägen Lehrende durch die Gestaltung von Lehre Anforderungen an Studieren? • Perspektive 1: Welche Ziele verbinden Dozierende mit der Gestaltung von mediengestützten Lehr- Lernangeboten? • Perspektive 2: Wie hängen Studienfächer und Disziplinen mit der Ausprägung von Medien in Lehr-Lernangeboten zusammen?
    50. 50. Perspektive 1: Lehr-Lernziele und deren Bedeutung Häufiges Argument: Studierende sollen mehr Möglichkeiten haben, selbst über ihren Lernprozess (Lernweg, Lernort etc.) bestimmen zu können und somit eine größere Unabhängigkeit erreichen (Cheng, Guan & Chau, 2016; Gikas & Grant, 2013) Einsatz digitaler Medien mit folgenden Zielen: 50 Informationen vermitteln Aktivierung und Motivation Betreuung verbessern z.B.durch Podcasts, Web-Präsentationen, Filme. z.B.durch Übungen oder Audience-Response-Systeme z.B.durch Coaching-Sitzungen Hübner,Dittler, Leicht &Walter, 2012; Weber & Becker,2013; Wichelhauset al., 2008; de Witt, 2012
    51. 51. Welche Verantwortung haben Lehrende und/oder Studierende? 51 Lehrmittel- konzepte Arbeitsmittel- konzepte Lernumgebungs- konzepte Caspar& Miller, 2012; Hernández-Nanclares& Pérez-Rodríguez,2015; Weidlich & Spannagel,2014; Zenker,Gros und Daubenfeld,2013 zur besseren Erreichung von Lehrzielen selbstständige Auseinandersetzung mit den Lerninhalten aktive und eigen-ständige Auseinander-setzung der Lernenden in einer vom Lehrenden konzipierten Lernumgebung Überwiegend: Weniger: In letzter Zeit häufiger: Allerdings: Lernumgebungskonzepte voraussetzungsvoll (Galley et al., 2017 oder Farley et al., 2015) Perspektive 1: Lehr-Lernziele und deren Bedeutung
    52. 52. 52 Lehr-Lernkultur und deren Gestaltung, d.h. (hochschul-) didaktische Konzepte Dozierender (Didaktik als Enkulturation) Wie prägen Lehrende durch die Gestaltung von Lehre Anforderungen an Studieren? • Perspektive 1: Welche Ziele verbinden Dozierende mit der Gestaltung von mediengestützten Lehr-Lernangeboten? • Perspektive 2: Wie hängen Studienfächer und Disziplinen mit der Ausprägung von Medien in Lehr- Lernangeboten zusammen? Lehr-Lernziele Dozierender Formateund Disziplinen Perspektivenauf Medienin derGestaltung von Lehr-Lernarrangements Dozierender
    53. 53. Akademische Lehre kennt unterschiedliche Formate und „rahmende Vorstrukturierungen” (Eugster & Tremp, 2013, S.35), die Lehr-Lernformen prägen (Jahnke & Wildt, 2011) Digitale Medien in Vorlesungen zur 53 Castillo-Manzanoet al., 2016; Ebner,et al., 2014; Kapp, et al.,2013; Korner,Volk, Valkering-Sijsling, &Reinhardt,2013; Mathiasen,2015; Tillmann,Niemeyer & Krömker,2014 Perspektive 2: Formate und Disziplinen Verbesserung der Interaktion Individua-lisierung Nach- bereitung z.B. durch Audience Response Systeme z.B. durchVorlesungs- aufzeichnungen z.B. durch Quizzes
    54. 54. Digitale Medien in Seminare meist LMS, meist zur 54 Castillo-Manzanoet al., 2016; Ebner,et al., 2014; Kapp, et al.,2013; Korner,Volk,Valkering-Sijsling, &Reinhardt,2013; Mathiasen,2015; Tillmann,Niemeyer & Krömker,2014 Perspektive 2: Formate undDisziplinen Bernhardt&Wolf, 2012; Hodel & Haber, 2007;Keading& Scholz,2012; Keppet al., 2008; Lohse &von Buchholz,2007; Richter et al.,2007; Sailer &Smith, 2013; Seufert &Käser,2010; Totter & Hermann,2014 Zur Unterstützung von Kom-munikation z.B.zur kooperativen Erstellungvon Texten z.B.zur Anregung von Reflexion z.B.Foren z.B.Wikis z.B.Blogs
    55. 55. Lehrende in sog. ‚hard disciplines‘ eher lehrendenzentrierte Ansätze mit starker Inhaltsorientierung, in ‚soft disciplines‘ überwiegt Studierendenorientierung (Lübeck, 2010, S. 13). Unterschiede zwischen Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften in der Gestaltung und Nutzung digitaler Medien in der Lehre in Lehrkonzepten sichtbar (Mayrberger, 2008): • Geisteswissenschaften setzen Fokus auf diskursiven Funktionen • Sozialwissenschaften machen digitale Medien oft zum Lerngegenstand, auch Anregung von Reflexion und Feedback (Krüger et al., 2012) • Naturwissenschaften nutzen digitale Medien eher zur Gestaltung ihrer bisherigen Lehrformen, z.B. „beim Lernen bzw. Erarbeiten von Inhalten in Tutorien, selbstorganisierten Lerngruppen oder beim (vernetzten) Selbststudium” (Mayrberger, 2008, S. 165) 55 Perspektive 2: Formate und Disziplinen
    56. 56. 56 Gestaltung von Lehr-Lernarrangements unterscheidet sich von der Nutzung Studierender (Nicht- /Anders-Nutzung): • „Partizipationslücken” (Grell & Rau, 2011): Untersuchung des Ausbleibens studentischer Partizipation. Technologisch getriebene Lehr-Lernarrangements werden von Studierenden nicht zwangsläufig angenommen und genutzt: • Eingeräumte Freiheitsgrade stoßen zwar auf Akzeptanz, aber gleichzeitig kann die erforderliche Selbstlern- und Medienkompetenz bei vielen Studierenden nicht vorausgesetzt werden (Wichelhaus et al., 2008). • Studierende sind keine ‚digital natives‘ und damit nicht medienkompetent (z.B. Kirschner & De Bruyckere, 2017 oder Schulmeister & Loviscach, 2017). Differenz zwischen Zielen und tatsächlicher Nutzung
    57. 57. • Aktivierung und Motivierung von Studierenden eine starke Triebfeder beim Einsatz digitaler Medien an der Hochschule • Digitale Medien bieten für Studierende Möglichkeiten zur Selbstbestimmung des Lernprozesses, aber • Studierende nutzen nicht zwangsläufig digitale Medien, nur weil sie vorhanden sind • Lehrende müssten zumindest formalen Voraussetzungen für einen gewinnbringenden Einsatz schaffen • Lehrformate wie Vorlesung und Seminar haben sich durch den Einsatz digitaler Medien stärker verändert als etwa Labore • Unterschiedlicher Medieneinsatz, der auf verschiedene Disziplinen zurückzuführen ist, wurde nur selten untersucht 57 Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Dozierender Zusammenfassung
    58. 58. Vielen Dank. mandy.rohs@sowi.uni-kl.de tim.riplinger@sowi.uni-kl.de
    59. 59. Welche Voraussetzungen bringen Studierende für das eigensinnige Studieren mit? Empirische Erfassung der medialen Selbstwirksamkeit Taiga Brahm & Marina Pumptow 20.03.2018
    60. 60. | 60 Quelle:unveröffentlichtesForschungsdesignausForschungsantrag Ziel: Systematische Auswertungen und Ableitung von Handlungsempfehlungen Ziel: Erfassen des Zusammenhangs von subjektiv erlebter Selbstwirksamkeit, subjektiven Sinngebung im Studium und Aneignung/dem Gebrauch von Medien Ziel: Bedingungen für die Ausprägung von Medienhandeln in den Blick nehmen und Befunde systematisch zusammenführen Ziel: Interpretation und Validierung der (identifizierten) studentischen Handlungsmuster Ziel:(An-)Erkennen von (medialen) Handlungspraktiken Studierender Logfile-Analysen Rekonstruktion von Medienhandeln Erhebung von Selbstwirksamkeitserwartungen Studierender bezüglich Studieren und Mediennutzung in der Hochschule Gruppendiskussionen, Visualisierungen, ggf. Tagebucherfassungen Re-Analyse bisheriger Studien zur Systematisierung der bisherigen Befunde - Studien zur digitalen Hochschulinfrastruktur - Studien zur Mediennutzung - Studien zur Erfassung von einzelnen Medien bzw. Gestaltung von Lehr-Lernarrangements Analyse der Ermöglichungsbedingungen für Mediennutzung - Infrastrukturen an der Hochschule, Ebene der Studienprogrammgestaltung, Ebene der Lehrveranstaltungen 1 2 3 4 5 SUBJEKT-EBENE STUDIERENDE YOU(R) STUDY LAB
    61. 61. Gliederung • Einleitung • Überblick Selbstwirksamkeitskonzept & Studie • Ergebnisse zu Deskription & Skalenprüfung des Pretests • Ausblick: Auswertungsmöglichkeiten der Hauptstudie & nächste Schritte 61
    62. 62. Einleitung
    63. 63. Forschungsfragen • Welche Fähigkeiten sind derzeit für ein erfolgreiches Studium notwendig? Eher „klassische“ akademische Fähigkeiten oder Kompetenzen in Bezug auf neue Technologien und digitale Medien? • Welche Verbreitung haben digitale Medien im Studium? • Welche Faktoren bedingen Einstellungen zu digitalen Medien und Nutzungsverhalten? • Inwieweit werden digitale Medien je nach Fachhintergrund unterschiedlich bewertet und genutzt? • Welche Bedeutung spielt der soziale Hintergrund von Studierenden im Kontext der o. g. Fragen? 63
    64. 64. Ziele des Teilprojektes • Entwicklung und Validierung eines Erhebungsinstrumentes zur Erfassung von Einstellungen, Selbstwirksamkeit und Medienhandeln Studierender • Analyse des Medienhandelns Studierender in Abhängigkeit von universitären Rahmenbedingungen, Fachhintergrund und sozialem Hintergrund 64
    65. 65. Selbstwirksamkeitskonzept und Studie
    66. 66. (Medienbezogene) Selbstwirksamkeit 66 • Konzept der Selbstwirksamkeit (Bandura, 1986/1997): Überzeugung einer Person, ein bestimmtes Verhalten erfolgreich ausführen zu können und dass dieses Verhalten mit positiven Konsequenzen verbunden ist -> In der Studie bezogen auf den akademischen Kontext und auf digitale Medienanwendungen • Bsp. mediale SW: • „Es bereitet mir keine Schwierigkeiten, meine Absichten und Ziele, die ich in Verbindung mit einer Medienanwendung habe, zu verwirklichen.“ • Bsp. akademische SW: • „Wenn ein Problem im Studium auftaucht, kann ich es aus eigener Kraft meistern.“
    67. 67. Studie zu Selbstwirksamkeitserwartungen • Ziel des Teilprojektes: Selbstwirksamkeitserwartungen und die Nutzung digitaler Medien unter Studierenden erforschen • Instrumente der Befragung u. a. in Anlehnung an Mediennutzungsstudien von Grosch (2011) sowie Zawacki-Richter et al. (2015) und die Skala zur Erfassung von Selbstwirksamkeitserwartungen nach Schwarzer & Jerusalem (2002) 67 Pretest Haupterhebung Auswertung& Publikation Dezember2017 Frühjahr2018 abSommer2018
    68. 68. Erforschung der (medienbezogenen) Selbstwirksamkeit Informationenzum Studium Studienfach,angestrebter Abschluss,vorherige Abschlüsse, Fachsemester,[…] UniversitärerKontext und Studium Einstellungenzu Hochschulkontextund Studium Studienleistungen DigitaleMedien im Studium MobileEndgeräteundihre EinsatzzweckeimStudium Nutzungshäufigkeit& Nützlichkeitverschiedener Medienangebote MedieninfrastrukturundEinsatzin derLehre Einstellungenund Medienkompetenz Persönlicherund familiärerHintergrund Personen-bezogene Informationen Familiärer Hintergrund 68
    69. 69. Deskriptive Ergebnisse und Skalenprüfung des Pretests
    70. 70. Teilnehmende I 70 Tab.: Anzahl bearbeiteter Fragebögen (teilweise und vollständig). ZU: Zeppelin Universität VHB: Virtuelle Hochschule Bayern STG: Universität St. Gallen Tab.: Teilnehmende Hochschulen. teilw. volls. ZU 51 31 82 VHB 42 29 71 STG 15 3 18 108 63 171 Hochschule Anzahl Ev.H. Nürnberg 42 HAW München 5 Kath.H. München 4 LMU München 3 OTH Regensburg 2 Technische Hochschule Deggendorf 1 Universität Augsburg 1 Zeppelin Universität 65 Universität St. Gallen 13 n 136 Tab.: Studienfächer der Teilnehmer aller Hochschulen. Studienfach Anzahl B.A. Erziehungswissenschaft 1 Bild.,Erz.,Ges. im Kindesalter (dual) 6 BWL 6 Chemie 3 Gesundheits-und Krankenpflege 1 Religionspäd. u. kirchl. Bild.-arbeit 10 Soziale Arbeit 29 Sozialmanagement 2 Sozialwirtschaft 5 Komm. u. Kulturwiss. 17 Pol.,Verw. u. int. Bez. 12 Soz., Pol. u. Ök. 18 VWL 2 Wirtschaftswiss. 9 WiPaed 1 Bus. Innovation 2 General Management 1 Mark., Dienstl. u. Komm.-manag. 1 Rechnugsw. u. Finanzen 1 Digital Pioneering 2 Leadership Exc./Digital Pioneering 2 K.A. 5 n 136
    71. 71. Teilnehmende II 71 Abb.: Absolute Häufigkeiten zu Geschlecht, angestrebten Abschluss und Art der Hochschulreife. Alter: MW 25,2 Jahre, Median 23 Jahre, Altersspanne 18-51 Jahre w m x 010203040 Geschlecht abs.Häufigkeit Bachelor Master PhD Sonstiger 020406080100 angestrebter Abschluss abs.Häufigkeit AHR FGHR FHR 01020304050 Art der Hochschulreife abs.Häufigkeit
    72. 72. Digitale Endgeräte und Nutzung auf dem Campus Tab.: Besitz mobiler Endgeräte in Prozent Abb.: Nutzung mobiler Endgeräte auf dem Campus (1= „sehr selten“ bis 7= „sehr häufig“) 72 Sm artphone Laptop Tablet 012345 Desktop-PC Laptop Tablet Smartph. E-Book Read. Mobiltel. n.vorh. 63% 4% 60% 4% 81% 90% vorh. 37% 96% 40% 96% 19% 10% n 112 112 112 112 112 112
    73. 73. Einsatzzwecke digitaler Endgeräte auf dem Campus 73 InternetsucheR echerche Textnachrichten EM ailan Lehrende Schreiben (z.B.H ausarbeiten) Lernplattform Soziale N etzw erke D atenrecherche Internetsuche in Lehrver. EM ailan Studierende Bibliotheksdienste N otenportal Kursbuchungen M usik hören Bücherkaufen Standortdienste Fotos m achen Inhalte Posten Kom m unikation überLernpl. Textnachrichten an Lehrende N ichts davon 020406080 Abb. 1: Einsatzzw ecke von Smartphone, Tablet oder Laptop auf dem Campus HäufigkeitderNennung
    74. 74. Gewünschter und tatsächlicher Einsatz von Medienanwendungen in der Lehre 74 012345 Abb.: Mittelw erte zur Wichtigkeit (dunkelgrau) und Häufigkeit (hellgrau) des Einsatzes verschiedener Medienanw endungen in der Lehre (Skala: 1= „gar nicht“ bis 7= „sehr w ichtig/sehr häufig“) Mittelwert E-Portfolio E-Prüfungen Multmedia-Materialien Online-Materialien Online-Übungen Virtuelle Lehrveranstalt. Vorlesungsaufzeichn.
    75. 75. Skalenprüfung medienbezogene & akademische Selbstwirksamkeit • Trennschärfe (jeweils 𝑟 = 0.7 − 0.9), interne Konsistenz (a. SW: 𝛼 = 0.96, m. SW: 𝛼 = 0.95), Eindimensionalität und Konvergenzvalidität zeigen Übereinstimmung mit der bewährten Skala zur akademischen SW nach Schwarzer & Jerusalem -> Konstruktvalidität der beiden verwendeten Skalen im Pretest gegeben • Bspw. weisen Personen mit hohem Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Probleme bezüglich einer digitalen Medienanwendung erfolgreich lösen zu können, insgesamt eine hohe medienbezogene SW auf • Personen mit hoher medienbezogenen Selbstwirksamkeit weisen weniger Vorbehalte und Skepsis gegenüber digitalen Medien auf 75
    76. 76. Akademische & medienbezogene Selbstwirksamkeit z. B. Korrelation mit der aktuellen Note im Studium r = -0.37 und mit Motivation im Studium r = 0.57 z. B. Korrelation mit der Einschätzung, dass digitale Medien im Studium kompliziert sind r = -0.47 und mit der selbsteingeschätzten Recherche- Kompetenz r = 0.37 76 1 2 3 4 5 6 7 0510152025 Akademische Selbstw irksamkeit Testw erte Häufigkeit 1 2 3 4 5 6 7 05101520 Selbstw irksamkeit dig. Medienanw endungen Testw erte Häufigkeit
    77. 77. Ausblick: Auswertungsmöglichkeiten der Hauptstudie
    78. 78. Potentielle Erkenntnisse aus der Selbstwirksamkeitsstudie - Verfahren • Latente Klassenanalysen zu Mediennutzertypen und Medieneinstellungstypen • Strukturgleichungsmodelle auf mehreren Ebenen (Individuum, Fach, Universität) -> Identifikation der Bedingungsfaktoren für das Nutzerverhalten und die spezifischen Einstellungen gegenüber digitalen Medien im Studium 78
    79. 79. Potentielle Erkenntnisse aus der Selbstwirksamkeitsstudie • Abhängigkeit der digitalen Mediennutzung und –bewertung von Fach- und Universitätskontext • Zusammenhang zwischen akademischer Selbstwirksamkeit, Studienfach, Studienleistung, Motivation und dem familiären Hintergrund • Zusammenhang zwischen medienbezogener Selbstwirksamkeit, Studienfach, Studienleistung, Motivation und dem familiären Hintergrund + Mediennutzung und –bewertung • Verbindung zwischen sozialer Integration im Studium und akademischer und medienbezogener Selbstwirksamkeit 79
    80. 80. Vielen Dank. marina.pumptow@uni-tuebingen.de taiga.brahm@uni-tuebingen.de
    81. 81. DISKUSSION Diskutantin: Heidrun Allert (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) 20.03.2018
    82. 82. Mögliche Fragen/Perspektiven (theoretisch) 1. Welchen Medienbegriff verwenden wir? Wie kann Medienhandeln im Hochschulstudium gefasst werden? 2. Welchen Kontext- bzw. Raumbegriff verwenden wir? Welche Rolle spielen Kontexte und Räume? Wie können diese theoretisch gefasst werden? 3. Wie lässt sich Eigensinn bzw. Bewegung theoretisch fassen? 82
    83. 83. Mögliche Fragen/Perspektiven (methodisch) 1. Wie geeignet ist die Methode des Systematic Reviews für erziehungswissenschaftliche (Medien)Forschung? Welche Adaptionen sind erforderlich? 2. Wie lassen sich die Erkenntnisse der Selbstwirksamkeitsstudie für die Forschung in den You(r) Study Labs nutzen? 3. Wie kann man den Herausforderungen (Rekonstruktion von tatsächlichem studentischen Medienhandeln in seiner Vielfalt), methodisch adäquat begegnen? 83
    84. 84. 84 Quellen und Downloads

    Hinweis der Redaktion


  • Ins Review einbezogen wurden:
    Empirische Studien aus Eigenmitteln oder Forschungsförderung
    Ergebnisse aus der Evaluationsforschung/Begleitforschung zu Drittmittelprojekten
    Systematische und vergleichende Situationsanalysen zu digitalen Lern-/Hochschulinfrastrukturen
    Einschlägige Trend-Studien
    Projekt- und Konzeptevaluationen
    Ergebnisse von Konferenzen und Tagungen
    Expertisen zur Umsetzung und Implementierung von digitalen Lern-/Hochschulinfrastrukturen aus Hochschulforschung, Bibliotheks- und Informationswis-senschaft
  • So unterscheiden Tulodziecki und Herzig (2004) verschiedene Konzepte: Lehrmittelkonzepte mit Medien in der Funktion, Wissen zu veranschaulichen, in der ausgehend von der starken Lehrendenorientierung Lernende eher rezeptiv bleiben. Im Gegensatz zum Lehrmittelkonzept fokussiert das Arbeitsmittelkonzept eher die Selbständigkeit der Lernenden durch den Einsatz von Medien. Medien werden hierbei genutzt, um den selbstorganisierten Lernprozess zu unterstützen, z.B. indem Spiele, Rätsel oder Selbstlerneinheiten zur Verfügung gestellt werden. Im Bausteinkonzept werden größere Medienangebote in den Blick genommen und als Einheiten in Lehre integriert. Auch hier bleiben die Lernenden eher in einer rezeptiven Rolle. Und das Lernumgebungskonzept adressiert eine aktive und eigenständige Auseinandersetzung der Lernenden in einer vom Lehrenden konzipierten Lernumgebung.
  • Albert Bandura (1986, p. 391) definiert Selbstwirksamkeit als die Überzeugung einer Person, ein bestimmtes Verhalten erfolgreich ausführen zu können und dass dieses Verhalten mit positiven Konsequenzen verbunden ist

    Die wahrgenomme Selbstwirksamkeit beeinflusst auch andere determinaten des Handelns, wie z. B. Ziele, Neigungen, wahrgenomme Möglichkeiten und könnte ebenfalls als Prädiktor für Motivation und beobachtbares Handeln dienen

    Potentiell intermediierender Faktor zwischen sozialem Hintergrund und studiums- bzw. medienbezogenem Handeln
  • WLAN, Textverarbeitungssoftware, Google, Universitätsemail, Präsentationssoftware werden häufig genutzt

    Ggf. rausnehmen und durch Einsatzzwecke dig. Endgeräte ersetzen


    MOOCs, Blogs, E-Portfolios, Videosoftware, Twitter, CAD-Software dagegen kaum bis gar nicht
  • WLAN, Textverarbeitungssoftware, das online Angebot der Bib, Google, digitale Lehrbücher und die Universitätsemail werden als sehr nützlich angesehen

    Ggf. rausnehmen und durch Einsatzzwecke dig. Endgeräte ersetzen
    Grafiksoftware (wohl eher Fachabhängig), E-Portfolios, Blogs, CAD-Software (auch Fachabhängig), Videosoftware, Twitter dagegen kaum bis gar nicht

  • Falls zeitlich knapp, könnte diese Folie übersprungen werden
  • Spannbreite der Skala ausgenutzt, in beiden Fällen jedoch tendenziell mehr hohe Selbstwirksamkeitserwartungen anstelle von geringen, v. a. bei der medienbezogenen Selbstwirksamkeit

    Schwerpunkt allerdings bei med. SW im eher geringen Bereich (3)
    Bei ak. SW höher (4)
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