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Zitate…                                  Religion als Thema                                  „Das Thema Religion, das Verh...
Regeln und Ressourcen im journalistischen Zugriff aufdas Thema Religion                                  Regeln           ...
Ressourcen I: Zuständigkeit• Keine Ressorts Religion (ausser Fachredaktion beim  öffentlichen Rundfunk)• Grössere Tages- u...
Trend zur Entdifferenzierung                                                                      Politik        Wirtschaf...
Ressourcen II: Wissen• Zuständige verfügen in einem Teilgebiet über ein spezifisches  Wissen, bezeichnen dieses aber nicht...
Journalisten in der Schweiz 2008                                          römisch-katholisch                              ...
Mitgliedschaft in religiösen Organisationen imJahr 2000(Quelle: Bundesamt für Statistik 2003 zit. nach (Baumann/Stolz 2007...
Regeln: Religion surft mit•        Religion wird hohe und zunehmende gesellschaftliche         Relevanz zugeschrieben, rel...
Die Vogelperspektive:Systemtheoretischer Annäherungsversuch                                                       Politik ...
Verkettung über Meta-Narration                   z.B. mörderische                                                         ...
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Häufigkeit                                           1998                       2008   Zürcher Fachhochschule             ...
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Religiöse Dimensionen nach Glock 1969Zürcher Fachhochschule                                        26
Religiöse Dimensionen       Judentum (N=83)                                           67.5%                               ...
Religiöse Dimensionen     Zürcher Fachhochschule                              28
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Themen (2008) Zürcher Fachhochschule                          N gewichtet = 1700   30
Themen (Katholizismus 2008)    Zürcher Fachhochschule                              31
Bezug zu Gott / relig. Vorstellungen (2008)                            N gewichtet: total N=1653, Christentum N=255, Katho...
Frames in der Religionsberichterstattung• Religionsframe [26.3%]• Frame «Moraldiskussion mit Religionsbezug [22.9%]• Frame...
Frames (2008)                                                                                                             ...
Valenz (2008)   Zürcher Fachhochschule   Signifikanz nach χ2 .000, N gewichtet: Christentum N=272, Katholizismus N=498, Pr...
Nachrichtenfaktoren (2008)                                 Katholizismus   Islam Aggression**                       12.1% ...
»          Je nach Religionsgemeinschaft werden           Akteure unterschiedlich typisiert.Zürcher Fachhochschule        ...
HauptakteureChristliche Religionen: v.a. geistliche PersonenIslam, Schiitentum, Judentum: v.a. AnhängerBuddhismus: Hauptak...
Narrative Muster (2008)                                   Opfer Böse- Schul- Held Gute  Trickser Krimi-                   ...
Katholiken – „die guten Mütter“Zürcher Fachhochschule                                  40
Muslime als Kriminelle, aus einer anderenWeltZürcher Fachhochschule                                            41
Die Juden als OpferZürcher Fachhochschule                         42
Buddhisten, die Helden, trickser & „gutenMütter“Zürcher Fachhochschule                                            43
Sektenmitglieder, als KriminelleSekten, aus einer anderen, schlechten WeltZürcher Fachhochschule                          ...
Narratives Muster „die andere Welt“Zürcher Fachhochschule                45
Narrative Akteursmuster                              Opfer      Böse-   Schul-   Held     Gute  Trickser Krimi-           ...
Fazit I• Religion wird selten aufgegriffen, nur reaktiv• Religion als Beifahrerthema, kein eigentlicher Religionsjournalis...
Fazit IIHandlungsbedarf? Medien: Überwindung von blinden Flecken: Religion ist auch in  modernen Gesellschaften ein relev...
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2012 05 10_religionsberichterstattung publikumsrat

  1. 1. Religion in den Medien NFP 58 Referat am Seminar 2012 des Publikumsrates SRG.D Kloster Fischingen 10. Mai 2012 Prof. Dr. Vinzenz Wyss Empirische Untersuchung: Dr. Carmen Koch, IAM Zürcher Hochschule für Angewandten Wissenschaften Institut für Angewandte Medienwissenschaft vinzenz.wyss@zhaw.chZürcher Fachhochschule 1
  2. 2. Überblick1. Einleitung, Fragestellung, Forschungsmodule2. Religionsvertreter: Qualitative Interviews3. Journalisten: Qualitative Interviews4. Quantitative Medieninhaltsanalyse I: Framing, Narration5. Quantitative Fernsehanalyse II (Treppe)6. Fazit; ThesenZürcher Fachhochschule 2
  3. 3. FragestellungAusgangspunkt: – Pluralisierung der religiösen Landschaft – Bedeutungsverlust der traditionell dominanten Religion (Christentum) – Bedeutungszuwachs von kulturell neuen ReligionForschungsmodule: A. Religionsgemeinschaften: Strategien der Öffentlichkeitsarbeit? B. Medien: Strategien der journalistischen Inszenierung? C. Mediale Darstellung dieser Religionen? Zürcher Fachhochschule 3
  4. 4. Design Phase 1: M1) Meta-Analysis of Desk scientific literature Research M2) Qualitative inter- M3) Qualitative inter-views: Rep’s of religious views: Journalists groups Phase 2: Empirical research M4) Content analysis M5) Workshop: Rep’s of rel. groups, Journalists Phase 3: Knowledge transfer, M7) Transfer: Training in Reporting M6: Scientific publications communication on religious issues Zürcher Fachhochschule
  5. 5. Mitgliedschaft in religiösen Organisationen imJahr 2000(Quelle: Bundesamt für Statistik 2003 zit. nach (Baumann/Stolz 2007: 40) 5 Zürcher Fachhochschule
  6. 6. Interview-Stichprobe mit Öffentlichkeits-arbeitern (N=21)in religiösen Organisationen 6 Zürcher Fachhochschule
  7. 7. Ergebnisse aus den Interviews mitÖffentlichkeitsarbeitern in religiösenOrganisationenDie zwei grossen Landeskirchen (römisch-katholisch und reformiert):Professionelle und pro-aktive Öffentlichkeitsarbeit„Je höher man in der organisatorischen Hierarchie geht, destoprofessioneller sind die Kommunikationskonzepte.Zum Beispiel der Kanton Zürich hat eine Kommunikationsabteilung mit6 Personen, die sich um die interne und externe Kommunikationkümmern. Das ist vergleichbar mit einer Kommunikationsabteilung ineinem mittleren bis grösseren Unternehmen.“ (Zitat von Interview # 8). Zürcher Fachhochschule 7
  8. 8. Ergebnisse aus den Interviews mitÖffentlichkeitsarbeitern in religiösenOrganisationen Widerstand gegen Öffentlichkeitsarbeit: „Wir befinden uns in einer Entwicklung: Während der letzten 10 Jahre haben wir innerhalb unserer Organisation Public Relations für Public Relations gemacht, weil es nicht als angemessen betrachtet wurde, Marketing und Public Relations für Religion und Kirchen zu betreiben. (…) Tu Gutes, aber sprich darüber, da gibt es immer noch Widerstand gegen diesen Grundsatz, im Sinne von: Tu Gutes, aber sprich nicht darüber.“ (Zitat von Interview # 9). 8 Zürcher Fachhochschule
  9. 9. Ergebnisse aus den Interviews mitÖffentlichkeitsarbeitern in religiösenOrganisationen • Alle anderen, kleineren religiösen Organisationen: Öffentlichkeitsarbeit als Freiwilligenarbeit von Laien, eher reaktive Strategien: „Wir würden gerne eine breite und tiefe Debatte in den Medien lancieren, aber da gibt es Grenzen. Es gibt viele NGOs, und da besteht natürlich das Risiko, keine Beachtung zu finden. Wir haben unsere PR verbessert, aber wir können nur eine Pressemitteilung pro Monat publizieren, das ist nicht viel.“ (Zitat aus Interview #21) • Hauptproblem der Muslims: Tiefer Organisationsgrad „Die Qualität unserer PR? In einem Wort: Eine Katastrophe. Es fehlt an Strukturen, es fehlt an Mitgliedern, an Legitimität, und politischer Unterstützung und deshalb auch an ökonomischen Ressourcen. Das ist ein Zirkel.“ (Zitat aus Interview #20) 9 Zürcher Fachhochschule
  10. 10. Interviews mit Journalisten (N=35)Auswahl: Analog zur InhaltsanalyseUniversum: – Tageszeitungen, Nachrichtensendungen im Radio und TV – Region Lausanne und Region ZürichAuswahl innerhalb des Mediums – Thematisch Zuständige oder Leitende RedakteureFragestellung:• Spezialisierung? Redaktionelle Ressourcen? Regeln der InszenierungZürcher Fachhochschule 10
  11. 11. Zitate… Religion als Thema „Das Thema Religion, das Verhältnis zwischen Religion und Gesellschaft und das Verhältnis zwischen den Religionen werden wichtiger. (…) Wir dürfen das Thema nicht vernachlässigen.“Journalistischer Zugriff„Es ist ein interessantes Thema, Ressourcenwenn es im Überschneidungsbereichzwischen politischen und religiösen „Meine einzige Ausbildung in dieserFragen ist. (…) Ein politischer Richtung ist, dass ich einst MinistrantAspekt ist meistens der Aufhänger.“ der Katholischen Kirche war.“ Zürcher Fachhochschule
  12. 12. Regeln und Ressourcen im journalistischen Zugriff aufdas Thema Religion Regeln Ressourcen Mehrsystemrelevanz Zuständigkeit Journalistischer Zugriff Wissen . rekursiver Prozess kommunizieren / ermächtigen sanktionieren Zürcher Fachhochschule
  13. 13. Ressourcen I: Zuständigkeit• Keine Ressorts Religion (ausser Fachredaktion beim öffentlichen Rundfunk)• Grössere Tages- und Wochenzeitungen: einzelne Zuständige, die sich zwar selbst nicht als Spezialisten bezeichnen aber dennoch Themen mit Religionsbezug bearbeiten.• Kommerzielle Sender / kleinere Tageszeitung / Gratiszeitung: eher zufällig, sofern sie gerade Dienst haben. Zürcher Fachhochschule
  14. 14. Trend zur Entdifferenzierung Politik Wirtschaft Politik Wirtschaft Ressort I Ressort II Trend Ressort III Ressort IV Kultur Sport Kultur Sport Quelle: Jarren/Donges 1996: 183f. input-oriented Beobachteter Umweltbereich output-oriented Beobachteter Umweltbereich (Meier 2007) Zürcher Fachhochschule
  15. 15. Ressourcen II: Wissen• Zuständige verfügen in einem Teilgebiet über ein spezifisches Wissen, bezeichnen dieses aber nicht als Spezialistenwissen.• Einige Zuständige haben ein Theologie- oder Philosophiestudium hinter sich, weisen aber dessen Relevanz zurück.• Eine fachspezifische Ausbildung im Bereich Religion wird als unnötig oder gar störend bezeichnet.• Die zur Verfügung stehenden Ressourcen (Datenbanken, Beziehungen zu Kommunikatoren von Religionsgemeinschaften etc.) werden weitgehend als ausreichend bezeichnet. Zürcher Fachhochschule
  16. 16. Journalisten in der Schweiz 2008 römisch-katholisch evangelisch-reformiert 31.4%34.1% andere christliche Religion andere Konfession jüdische Glaubensgemeinschaft0.4% islamische0.4% Glaubensgemeinschaft0.7% 31.8% konfessionslos 1.2% Zürcher Fachhochschule
  17. 17. Mitgliedschaft in religiösen Organisationen imJahr 2000(Quelle: Bundesamt für Statistik 2003 zit. nach (Baumann/Stolz 2007: 40) 17 Zürcher Fachhochschule
  18. 18. Regeln: Religion surft mit• Religion wird hohe und zunehmende gesellschaftliche Relevanz zugeschrieben, religiösen Akteuren wird aber kaum aus sich heraus Nachrichtenwert zugeschrieben.• An journalistischer Relevanz gewinnen religiöse Themen dann, wenn sie favorisiert mit Politik- oder Wirtschaftsthemen gekoppelt werden können.• Über Religion wird eher dann berichtet, wenn eine Irritation mit systemeigenen und anderen Systemlogiken (re-) produziert werden kann und wenn sich das Thema in einer narrativen Struktur darstellen lässt.Zürcher Fachhochschule
  19. 19. Die Vogelperspektive:Systemtheoretischer Annäherungsversuch Politik Wirtschaft Demonstration Recht ÖffentlichkeitUrteil Public Relations Forschungs- bericht PR. r. Film Jou Journalismus Wissenschaft Kunst Public Relations Verkündigung Religion etc. Zürcher Fachhochschule 19
  20. 20. Verkettung über Meta-Narration z.B. mörderische oder befreiende List z.B. Macht (Aufstieg und Fall, z.B. bedrohte Vergeblichkeit, Gier Sicherheit, nach ...) Erlösung Narration Narration Narration Narration Narration wissen- wirt- religiöser politischer x-Diskurs schaftlicher schaftlicher Diskurs: Diskurs: Diskurs: Diskurs: kollektiv x/ wahr/ verkaufen / transzendent verb. nicht x unwahr nicht / immanent Entscheide / verkaufen n.k.v. ENarrativität als zentraler journalistischer Kommunikationsmodus Zürcher Fachhochschule 20
  21. 21. Untersuchungsanlage InhaltsanalyseQuantitative Inhaltsanalyse•Tages-, Wochen-, Sonntags-, Gratiszeitungen aus der RegionZürich und Lausanne, Radio- und TV-Nachrichten- undHintergrundsendungen (Magazine) von DRS und SF•Jahr 1998 und 2008•Anzahl Beiträge: 4‘920 Beiträge, davon 2‘138 auf zweiter StufeZürcher Fachhochschule 21
  22. 22. » Die Berichterstattung mit / über Religions- gemeinschaften ist einseitig auf wenige Religionsgemeinschaften ausgerichtet.Zürcher Fachhochschule 22
  23. 23. Häufigkeit (Jahr 2008)Zürcher Fachhochschule 23
  24. 24. Häufigkeit 1998 2008 Zürcher Fachhochschule N gewichtet: 1. Stufe 1998 N=500, 1. Stufe 2008 N=1700, 2. Stufe 1998 N=500, 2. Stufe 2008 N=1800 24
  25. 25. » Religion ankaum wird in der Bericht- erstattung sich thematisiert. Wenn Religionsgemeinschaften oder der Begriff Religion in der Bericht- erstattung auftauchen, dann nur selten im Zusammenhang mit religiösen Dimensionen.Zürcher Fachhochschule 25
  26. 26. Religiöse Dimensionen nach Glock 1969Zürcher Fachhochschule 26
  27. 27. Religiöse Dimensionen Judentum (N=83) 67.5% 21.7% 7.2% 3.6% Buddhismus (N=103) 64.1% 20.4% 6.8% 4.9% Schiitentum (N=46) 74.5% 14.9% 8.5% Islam (N=325) 47.9% 26.4% 14.7% 7.7%Protestantismus (N=101) 41.6% 26.7% 21.8% 7.9% Katholizismus (N=353) 33.9% 30.8% 18.9% 7.1% 4.5% Christentum (N=170) 37.6% 31.8% 15.3% 8.2% 4.1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% keine Dimension eine Dimension zwei Dimensionen drei Dimensionen vier Dimensionen fünf Dimensionen Zürcher Fachhochschule 27
  28. 28. Religiöse Dimensionen Zürcher Fachhochschule 28
  29. 29. Religionsinhalte kein Thema• Religion bzw. religiöse Akteure erscheinen oft im Zusammenhang mit anderen Themen: Politische Konflikte, Krieg. Politik allg. , z.B. Wahlen in den USA, Minarett-Initative, Institutionelle Abläufe / organisatorische Verfahren, Pädophile Priester• Hintergrundinformationen werden kaum geliefert• Religiöse Inhalte, Informationen zu Glaube und Praktiken sind selten• Am ehesten finden sich noch die ideologische und rituelle Dimension von Religion• Christliche Religionsgemeinschaften treten deutlich häufiger im Zusammenhang mit religiösen Dimensionen auf als „nicht christliche“ Religionsgemeinschaften Zürcher Fachhochschule 29
  30. 30. Themen (2008) Zürcher Fachhochschule N gewichtet = 1700 30
  31. 31. Themen (Katholizismus 2008) Zürcher Fachhochschule 31
  32. 32. Bezug zu Gott / relig. Vorstellungen (2008) N gewichtet: total N=1653, Christentum N=255, Katholizismus N=491, Protestantismus N=120, Islam N=568, Judentum N=116, Zürcher Fachhochschule Buddhismus N=124, Sekte/Okkultismus N=67 32
  33. 33. Frames in der Religionsberichterstattung• Religionsframe [26.3%]• Frame «Moraldiskussion mit Religionsbezug [22.9%]• Frame «Politischer Konflikt mit religiösem Akteur»[18.9%]• Nichtreligiöser Frame [31.9%]Zürcher Fachhochschule 33
  34. 34. Frames (2008) Bezug zur Religion nur indirekt Direkter Religions- bezugZürcher Fachhochschule Signifikanz nach χ2 .013; Christentum N=255, Katholizismus N=490, Protestantismus N=120, Islam N=567, Judentum N=117, Buddhismus N=124, Sekten N= 68 34
  35. 35. Valenz (2008) Zürcher Fachhochschule Signifikanz nach χ2 .000, N gewichtet: Christentum N=272, Katholizismus N=498, Protestantismus N=120, Islam N=589, Judentum N=118, Buddhismus N=126, Sekte/Okkultismus N=68 35
  36. 36. Nachrichtenfaktoren (2008)   Katholizismus Islam Aggression** 12.1% 44.9% Kriminalität** 21.1% 33.9% Misserfolg/Schaden** 29.9% 43.9% Kontroverse** 46.2% 57.1% Prominenz** 82.2% 77.3% Personalisierung** 65.1% 41.4% Einfluss** 78.2% 73.8% Erfolg/Nutzen 25.2% 19.5% Überraschung* 35.8% 43.8% Betroffenheit** 84.8% 92.1% Kuriosität** 12.4% 8.7% Sexualität/Erotik** 33.3% 8.2% Emotionalisierung* 49.2% 41.4% Nur Auslandberichterstattung: Status** 89.9% 57.8% Politische Nähe** 98.3% 74.6% Wirtschaftliche Nähe** 88.0% 55.3% Geographische Nähe** 66.3% 77.0% Kulturelle Nähe** 93.0% 39.9% Ethnozentrismus** Zürcher Fachhochschule 14.1% 9.0% 36
  37. 37. » Je nach Religionsgemeinschaft werden Akteure unterschiedlich typisiert.Zürcher Fachhochschule 37
  38. 38. HauptakteureChristliche Religionen: v.a. geistliche PersonenIslam, Schiitentum, Judentum: v.a. AnhängerBuddhismus: Hauptakteur ist v.a. der Dalai LamaSekten: religiöse Anhänger und GeistlicheAttribute, die den Akteuren zugeschrieben werden:•Muslime: radikal, extremistisch (38%), aggressiv, gefährlich,konservativ (20%)•Schiiten: radikal, extremistisch (60%), gewaltbereit (27%)•Buddhisten: friedlich (42%), gemässigt/moderat (29%)•Juden: gemässigt/moderat (22%) Zürcher Fachhochschule•Christliche Religionen: keines der Attribute in grosser Intensität 38
  39. 39. Narrative Muster (2008) Opfer Böse- Schul- Held Gute  Trickser Krimi- wicht diger Mutter nellerKatholiken 4.5% 2.2% 12.7% 10.2% 19.5% 5.4% 14.5%Protestanten 0.0% 1.0% 6.2% 5.0% 12.2% 8.0% 10.0%Muslime 3.4% 7.0% 15.0% 5.2% 8.5% 13.1% 27.8%Juden 29.6% 1.5% 7.9% 2.6% 13.6% 4.8% 5.1%Buddhisten 9.8% 0.0% 5.6% 19.2% 28.7% 23.6% 10.9%Sekten 14.3% 2.2% 16.7% 5.1% 6.0% 16.5% 34.6% N gewichtet: Christentum N= 214, Katholizismus N=471, Protestantismus N=85, Islam N=317, Judentum N=52, Buddhismus Zürcher Fachhochschule N=94, Sekte, Okkultismus N=62; %-Angabe bezieht sich auf Anzahl der vorhandenen Muster nach Religionsgemeinschaft 39
  40. 40. Katholiken – „die guten Mütter“Zürcher Fachhochschule 40
  41. 41. Muslime als Kriminelle, aus einer anderenWeltZürcher Fachhochschule 41
  42. 42. Die Juden als OpferZürcher Fachhochschule 42
  43. 43. Buddhisten, die Helden, trickser & „gutenMütter“Zürcher Fachhochschule 43
  44. 44. Sektenmitglieder, als KriminelleSekten, aus einer anderen, schlechten WeltZürcher Fachhochschule 44
  45. 45. Narratives Muster „die andere Welt“Zürcher Fachhochschule 45
  46. 46. Narrative Akteursmuster Opfer Böse- Schul- Held Gute  Trickser Krimi- wicht diger Mutter nellerKatholiken 4.5% 2.2% 12.7% 10.2% 19.5% 5.4% 14.5%Protestanten 0.0% 1.0% 6.2% 5.0% 12.2% 8.0% 10.0%Muslime 3.4% 7.0% 15.0% 5.2% 8.5% 13.1% 27.8%Juden 29.6% 1.5% 7.9% 2.6% 13.6% 4.8% 5.1%Buddhisten 9.8% 0.0% 5.6% 19.2% 28.7% 23.6% 10.9%Sekten 14.3% 2.2% 16.7% 5.1% 6.0% 16.5% 34.6% Zürcher Fachhochschule 46
  47. 47. Fazit I• Religion wird selten aufgegriffen, nur reaktiv• Religion als Beifahrerthema, kein eigentlicher Religionsjournalismus• Religion, im Sinne von religiösen Dimensionen und religiösen Frames, ist selten ein Thema• Die Berichterstattung mit / über Religions-gemeinschaften ist einseitig auf wenige Religionsgemeinschaften ausgerichtet: Dominanz von Katholizismus und Islam• Negativität der Berichterstattung• Christliche Religionen werden eher als religiöse Akteure, nicht- christliche eher als politische Akteure behandelt. Zürcher Fachhochschule
  48. 48. Fazit IIHandlungsbedarf? Medien: Überwindung von blinden Flecken: Religion ist auch in modernen Gesellschaften ein relevantes Thema Mehr Reflexivität, zur Überwindung der unreflektierten Routinen (Migrationsberichterstattung) Ausbildung: Allgemeinbildung zu Religionen Akzent auf andere Nachrichtenfaktoren (kulturelle Nähe, Personalisierung, religiöse Rituale) Zürcher Fachhochschule

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