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Personenverkehr
Geschäftsentwicklung Kfz-Versicherung
Mobilitätstrends
Versicherungsforen-Themendossier 4/2018
Neue Mobilitätskonzepte und die Kfz-
Versicherung in Zahlen
aus dem
Inhalt
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Die Menschen werden immer mobiler: Laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sind
91,2 Prozent der Deutschen täglich unterwegs und Jahr für Jahr steigt die dabei zurückgelegte Strecke an. Das
meistgenutzte Verkehrsmittel ist das Auto, über 70 Prozent der täglichen Wegstrecke wird damit zurückgelegt. Für
das Jahr 2015 registrierte das BMVI eine Fahrleistung (= Gesamtstrecke, die von Verkehrsmitteln wie Pkw pro Jahr
zurückgelegt wird) für Kraftfahrzeuge von 752 Milliarden Kilometern.
Da eine Kfz-Haftpflichtversicherung für alle Kraftfahrzeughalter verpflichtend ist, stellt sie den größten
Vertragsbestand im Kompositversicherungsbereich und ist gleichzeitig wichtiger Stützpfeiler der Sparte. Zuzüglich
Kasko- und Kraftfahrt-Unfall-Policen zählte die Kfz-Versicherung 2016 114,1 Millionen Verträge, 1,9 Prozent mehr als
im Vorjahr, und setzte damit die positive Bestandsentwicklung der vergangenen Jahre fort.
Im Zuge von Digitalisierung und Vernetzung, aber auch ökologischen und ökonomischen Aspekten verändert sich
jedoch das Verständnis von Mobilität und umfasst heute mehr als nur das eigene Auto: Menschen teilen ihr Auto mit
Fremden oder verzichten gleich ganz auf den eigenen Pkw und setzen auf das Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel
oder, wenn es doch ein Auto sein muss, Carsharing-Angebote. Nachhaltigkeitsgedanken prägen das Thema und
forcieren beispielsweise Entwicklungen rund um die Elektromobilität. Schließlich entwickelt sich das Auto selbst
technologisch weiter und wird zum Connected Car, das mit seiner Umwelt interagieren und in Zukunft seine Insassen
vielleicht sogar autonom zu ihren Zielen befördern kann.
In unserem Themendossier möchten wir ausgehend von aktuellen Kennzahlen der Kfz-Versicherung neue
Mobilitätskonzepte anhand spannender Zahlen und Fakten vorstellen, die auch an der Versicherungswirtschaft nicht
vorbei gehen sollten.
Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre!
2
Einleitung
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Personenverkehr
Der Mensch ist immer unterwegs
Wir leben in einem mobilen Zeitalter. Immer häufiger liest man auch vom multimobilen Zeitalter, in dem der Mensch auf verschiedenste Mittel und Wege setzt, um zu seinem
(räumlichen) Ziel zu gelangen. Laut dem Bericht 2015/16 des deutschen Mobilitätspanels, welches vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Auftrag gegeben
wurde, liegt die durchschnittliche Verkehrsbeteiligung der Deutschen, d.h. es wird mindestens ein Weg pro Tag zurückgelegt, bei 91,2 Prozent. An Wochentagen ist die Beteiligung mit
94,6 Prozent höher als am Wochenende (82,6 Prozent). Erwartungsgemäß ist der Anteil der mobilen Personen unter den 18- bis 35-Jährigen sowie 36- bis 60-Jährigen am höchsten.
Dabei legt eine Person am Tag im Durchschnitt 3,37 Wege (= Verkehrsaufkommen) zurück – zwischen Männern und Frauen gibt es an dieser Stelle keinen signifikanten Unterschied –
und überbrückt dabei eine Entfernung von 40,9 Kilometern. Diese als Verkehrsleistung bezeichnete Größe fällt bei Frauen, die im Durchschnitt 35,8 Kilometer pro Tag zurücklegen,
kürzer aus als bei Männern, die auf 46,2 Kilometer pro Tag kommen. Über 70 Prozent dieser Strecke werden mit Hilfe eines Pkws zurückgelegt (sowohl als Fahrer als auch als Mitfahrer;
auch als MIV (motorisierter Individualverkehr) bezeichnet). Öffentliche Verkehrsmittel kommen auf einen Anteil von ca. 18 Prozent, Fuß- und Radwege spielen mit einem Anteil von 2,7
bzw. 3,4 Prozent nur eine untergeordnete Rolle.
Der häufigste Zweck der zurückgelegten Wege liegt darin, nach Hause zu gelangen, gefolgt von Besorgungen und Services wie z. B. Einkaufen oder die Kinder zum Kindergarten bringen,
Freizeit und Arbeit.
Der „Durchschnittsdeutsche“
Quelle: BMVI: Deutsches Mobilitätspanel (MOP) Bericht 2015/2016
…legt am Tag 3,37 Wege zurück
…die etwa eine Strecke von 40,9 Kilometern
umfassen (Verkehrsleistung)
…gut 50 Prozent der Verkehrsleistung machen
Wege nach Hause, Rundwege oder sonstige Wege aus
…ist 82 Minuten pro Tag mobil
…knapp drei Viertel der Strecke wird mit Pkw oder Krad zurückgelegt
3
12,9% 3,2%
22,1%
17,7%
44,1%
Verkehrsaufkommen nach Wegezweck 2015, in Prozent
Quelle: BMVI: Deutsches Mobilitätspanel (MOP) Bericht 2015/2016
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Personenverkehr
Mobilität nimmt zu
Doch nicht nur die Mobilität des Einzelnen nimmt zu, sondern auch das Verkehrsaufkommen in seiner Gesamtheit. Dies zeigt sich u. a. an der stetig steigenden Fahrleistung
(= Gesamtstrecke, die von Verkehrsmitteln wie Pkw pro Jahr zurückgelegt wird). Den aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zufolge betrug
diese für Kraftfahrzeuge im Jahr 2015 752 Milliarden Kilometer und stieg seit 1991 um 31 Prozent an. Wird die Fahrleistung mit der Zahl der beförderten Personen multipliziert, ergibt
das den Verkehrsaufwand in Personenkilometern. Auch dieser Wert nimmt seit Jahren stetig zu und betrug 2015 1.179,2 Milliarden Personenkilometer, ein Anstieg von ca. 35 Prozent im
Vergleich zu 1991. Diese Zahlen beziehen sich jedoch nur auf den motorisierten Personenverkehr. Wird auch der nicht-motorisierte Personenverkehr (Fußgänger, Radfahrer) in den
Verkehrsaufwand mit einbezogen, wurden im Jahr 2014 1.233 Milliarden Personenkilometer zurückgelegt.
Mit einem Anteil von knapp sechs Prozent am gesamten Verkehrsaufkommen spielt der nicht-motorisierte Individualverkehr allerdings nur eine untergeordnete Rolle, während der
motorisierte Individualverkehr mit einem Anteil von knapp 76 Prozent die dominierende Position einnimmt. Diese Anteile bleiben seit Jahren relativ konstant, wie ein Vergleich mit den
Werten aus 2002 in untenstehender Grafik zeigt.
0
100
200
300
400
500
600
700
800
1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015
Gesamtfahrleistung aller Kraftfahrzeuge im Zeitverlauf, in Milliarden Kilometer
*umfasst Mopeds & Motorräder, Pkw, Busse, Lkw, (Sattel-)Zugmaschinen sowie Sonderkraftfahrzeuge nicht zur
Lastenbeförderung; ab 2006: Fahrzeuge mit Zweckbestimmung (wie Wohnmobile) Pkw zugeordnet
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
75,9%
77,0%
4,7%
3,6%
2,9%
2,7%
2,8%
3,4%
7,4%
6,2%
6,4%
7,2%
0,0% 20,0% 40,0% 60,0% 80,0% 100,0%
2014
2002
motorisierter Individualverkehr Luftverkehr
Fahrradwege Fußwege
Eisenbahn öffentlicher Straßenpersonenverkehr
Anteil Verkehrsmittel am Verkehrsaufwand (= Modal Split), in Prozent
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
gesamt: 1.144 Milliarden Personenkilometer
gesamt: 1.233 Milliarden Personenkilometer
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Personenverkehr
Das Auto: des Deutschen liebstes Spielzeug
Die vorhergehenden Zahlen haben es bereits gezeigt, der motorisierte Individualverkehr – insbesondere der Pkw – ist aktuell der wichtigste Mobilitätsbaustein im Personenverkehr.
635,4 Milliarden Kilometer wurden 2015 mittels Pkw zurückgelegt, 84,5 Prozent der Gesamtfahrleistung aller Kraftfahrzeuge.
Das Kraftfahrt-Bundesamt zählte zum Stichtag 1.1.2017 45,8 Millionen Pkw in Deutschland, was knapp drei Viertel des gesamten Fahrzeugbestands in Deutschland in Höhe von 62,6
Millionen Fahrzeugen ausmacht und einen Bestandszuwachs von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Mit diesen Zahlen ergibt sich eine Fahrzeugdichte von 684 Kfz je 1.000
Einwohner in Deutschland.
Laut dem Bericht 2015/16 des deutschen Mobilitätspanels lag der Führerscheinbesitz 2015 bei 87 Prozent (2005: 84 Prozent), wobei die Altersklassen der 26- bis 35-Jährigen sowie 36-
bis 50-Jährigen mit 94,2 Prozent die höchste Führerscheinbesitzquote aufwiesen. Bei den über 70-Jährigen betrug der Führerscheinanteil noch 74,6 Prozent. Die regelmäßige
Verfügbarkeit eines Pkw fällt deutlich geringer aus: 56,4 Prozent der Befragten verfügten regelmäßig über einen Pkw im Haushalt, 17,6 Prozent konnten gelegentlich nach Absprache im
Haushalt oder mit Freunden über einen Pkw verfügen, 15,9 Prozent verfügten über keinen Pkw, die restlichen Befragten machten keine Angabe.
2,3%
84,5%
0,5%
11,4%
1,3%
Mopeds und
Motorräder
Pkw und Kombi
Busse
Lkw und
Sattelzugmaschinen
sonst. Kraftfahrzeuge*
Anteil Kraftfahrzeugarten an Gesamtfahrleistung 2015, in Prozent
* Zugmaschinen sowie Sonderkraftfahrzeuge nicht zur Lastenbeförderung; ab 2006: Fahrzeuge mit
Zweckbestimmung (wie Wohnmobile) Pkw zugeordnet
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
752 Mrd.
Kilometer
45,8 Millionen Pkw
… 33,9 Prozent der Halter weiblich
…Fahrzeuge im Durchschnitt 9,3 Jahre alt
… 684 Kfz je 1.000 Einwohner
… 29,6 Prozent der Halter über 60 Jahre
Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt
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Kfz-Versicherung
Allianz möchte wieder an die Spitze
Da eine Kfz-Haftpflichtversicherung für alle Kraftfahrzeughalter verpflichtend ist, entspricht der Versicherungs- dem Fahrzeugbestand und umfasste 2016, Angaben des GDV zufolge, gut
62 Millionen Verträge und stellt damit den größten Anteil innerhalb der Kfz-Versicherung dar. Zuzüglich Kasko- und Kraftfahrt-Unfall-Policen zählte die Kfz-Versicherung 2016 114,1
Millionen Verträge, 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr, und setzte damit die positive Bestandsentwicklung der vergangenen Jahre fort. Mit einem Anteil von ca. 37 Prozent stellt die Kfz-
Versicherung zudem auch den größten Vertragsbestand im Kompositversicherungsbereich.
Auf Anbieterseite gab es 2016 hingegen einen leichten Rückgang auf 90 Versicherungsunternehmen mit Kfz-Policen im Angebot. 2015 waren es noch 94 Unternehmen. Die größten
Anbieter im Kfz-Markt sind, einer Aufstellung des Versicherungsmagazins (Ausgabe 10/2017) zufolge, die Allianz und die Huk-Coburg. Betrachtet man die Bestandszahlen, hat als
Einzelunternehmen die Allianz mit 12,4 Millionen Verträgen im Jahr 2016 die Nase vorn. Zählt man die Bestandszahlen der Huk-Coburg (7,2 Millionen), der Huk-Coburg Allgemeine (8,8
Millionen) und Huk 24 (3,5 Millionen) jedoch zusammen, zeigt sich, das der oberfränkische Versicherer das eigentliche Schwergewicht ist. Auch nach Marktanteilen der summierten Kfz-
Beiträge hat die Huk mit einem Anteil von 13,66 Prozent die Nase vorn, die Allianz kommt auf einen Marktanteil von 12,36 Prozent. Auch in Sachen Wachstumsgeschwindigkeit liegt die
Huk vorn. Während die Allianz von 2015 zu 2016 in der Kfz-Haftpflicht Beitragszuwächse von 0,9 Prozent und 0,8 Prozent in den sonstigen Kraftfahrtsparten verzeichnete, meldete die
Huk Zuwachsraten von bis zu sieben Prozent (Huk 24 im Bereich sonst. Kfz-Versicherung). Auf Dauer scheint die Allianz jedoch nicht zurückliegen zu wollen. So zitiert procontra1
Joachim Müller, Chef der Allianz-Versicherungs AG,: „Wir sind in vielen Branchen als Marktführer unterwegs und wollen das auch bei der Autoversicherung wieder sein.“
1 Martin Thaler: „Allianz will im Sachgeschäft angreifen“, 17.1.2018, online unter: http://www.procontra-online.de/artikel/date/2018/01/allianz-will-im-sachgeschaeft-angreifen/
92,1
97,2 99,1
105,1
112 114,1
0
20
40
60
80
100
120
1995 2000 2005 2010 2015 2016
Anzahl der Risiken in der Kraftfahrtversicherung im Zeitverlauf, in Millionen
inländisches Direktgeschäft, Quelle: GDV
55,2%
24,7%
16,7%
3,3%
Kraftfahrzeug-
Haftpflichtversicherung
Fahrzeug-
vollversicherung
Fahrzeugteil-
versicherung
Kraftfahrtunfall-
versicherung
114,1
Millionen
Verteilung der Risiken nach Versicherungszweigen 2016, in Prozent
inländisches Direktgeschäft, Quelle: GDV
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Kfz-Versicherung
Geschäftsentwicklung positiv
25,9 Milliarden EUR gebuchte Brutto-Beiträge konnte die Kraftfahrtversicherung 2016 verzeichnen, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch wenn das Wachstum des Versicherungszweigs
sich verlangsamte, 2015 betrug dieses noch 3,5 Prozent, stellt die Kfz-Versicherung mit einem Beitragsanteil von gut 39 Prozent an der gesamten Schaden-/Unfallsparte noch immer das
Schwergewicht der Sparte dar.
Die Leistungsauszahlungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent und betrugen 2016 22,8 Millionen EUR. Auch hier verlangsamte sich der Anstieg, von 2014 zu 2015 nahmen
die Leistungen noch um 5,9 Prozent zu. Mit einer Schadenquote von 88,2 Prozent bzw. einer kombinierten Schaden-Kostenquote von 98,9 Prozent konnte die Kfz-Versicherung
insgesamt, trotz der gestiegenen Leistungen, Gewinne erzielen. Betrachtet man die einzelnen Zweige der Kfz-Versicherung fällt dieses Ergebnis allerdings etwas gemischter aus. Mit
einer Combined Ratio von 100,5 Prozent überstieg die Kfz-Haftpflichtversicherung die 100-Prozent-Marke knapp. Die Kfz-Vollkaskoversicherung erreichte eine Schadenkostenquote von
98,8 Prozent, die Teilkaskoversicherung 85,9 Prozent und die Kraftfahrt-Unfallversicherung 83,5 Prozent.
97,0% 99,6% 98,1%
92,1% 93,9%
85,1% 87,1% 88,2%
103,3% 107,4% 107,4%
102,6% 104,4%
96,7% 97,9% 98,9%
0%
20%
40%
60%
80%
100%
120%
140%
-
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Beiträge (1) Leistungen (2) Schadenquote Combined Ratio
Kraftfahrtversicherung (insgesamt)*
Mio. EUR
*inländisches Direktgeschäft; 1) geb. Brutto-Beiträge, ohne Versicherungsteuer; Feuersparten
einschl. Feuerschutzsteuer; 2) Brutto-Aufwendungen für Versicherungsfälle des Geschäftsjahres; Quelle: GDV
15.451
14.205
8.701
7.475
1.662
1.046
92
35
0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000
Beiträge (1)
Leistungen (2)
Kfz-Haftpflicht Kfz-Vollkasko Kfz-Teilkasko Kraftfahrt-Unfall
Verteilung der Beiträge und Leistungen nach Versicherungszweigen 2016,
in Millionen EUR
*inländisches Direktgeschäft; 1) geb. Brutto-Beiträge, ohne Versicherungsteuer, 2) Brutto-
Aufwendungen für Versicherungsfälle des Geschäftsjahres; Quelle: GDV
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Kfz-Versicherung
Jeder Fünfte denkt über Wechsel nach
Trotz der positiven Geschäftsentwicklung wird den Experten von Assekurata zufolge die ertragsorientierte Preis- und Zeichnungspolitik in der Kfz-Versicherung fortgeführt, was sich
auch 2016 in Beitragsanpassungen niederschlug. In der Gewinnzone dürften sich dennoch noch nicht alle Versicherer befinden.
Anders als in anderen Versicherungszweigen fällt die Wechselbereitschaft der Kunden in der Kfz-Versicherung traditionell höher aus, da die Verträge i. d. R. keine langfristigen
Bindungen bzw. Erwartungen wie z. B. durch den Kapitalaufbau in der privaten Altersvorsorge beinhalten. Jeden Herbst startet somit aufs Neue die „Wechselwelle“. Wie es um die
Wechselbereitschaft der Kunden konkret bestellt ist, nimmt das Marktforschungsunternehmen YouGov regelmäßig genauer unter die Lupe. Für 2016 ergab sich dabei ein Anteil von 21,4
Prozent der privaten Kfz-Versicherungsnehmer, die zumindest gelegentlich über einen Wechsel ihres Anbieters nachdenken, das entspricht in etwa 9,4 Millionen Versicherten. Im
Vergleich zum Vorjahr hat sich dabei die generelle Wechselbereitschaft (Wechsel nicht mehr im aktuellen Jahr) um gut einen Prozentpunkt reduziert, während die konkrete
Wechselbereitschaft (bereits gewechselt oder Wechsel im aktuellen Jahr geplant) um gut einen Prozentpunkt zunahm.
Hauptgrund für den Wechsel der Kfz-Versicherung ist der allgemeine Wunsch, Geld zu sparen. Zu den weiteren Gründen zählen, regelmäßig über den Wechsel der Kfz-Versicherung
nachzudenken sowie dass der Wechsel die Konsequenz einer angekündigten Tariferhöhung im nächsten Jahr sei.
211
269
248
215
249 252244
328
299
260
314 317
32
59
92 81 90 89
0
50
100
150
200
250
300
350
1980 1990 2000 2010 2015 2016
Kfz-Haftpflicht Kfz-Vollkasko Kfz-Teilkasko
Entwicklung der durchschnittlichen Jahresprämie*, in EUR
* verdienter Bruttobeitrag je ganzjährig versichertem Fahrzeug; Quelle: GDV
85 89 86,9 82 83,5 81,8 78,3 78,7 78,6
10 7,1 8,9 14 11,9 13,2 15,2 14,2 13,3
5 3,9 4,2 4 4,6 5 6,5 7,1 8,1
0%
20%
40%
60%
80%
100%
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
keine Wechselbereitschaft generelle Wechselbereitschaft
konkrete Wechselbereitschaft
Entwicklung Wechselbereitschaft in der Kfz-Versicherung, in Prozent
Hochrechnung, Basis: private Kfz-Versicherungsnehmer in Deutschland (44 Mio.), Quelle: YouGov
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Kfz-Versicherung
Mobilitätstrends und die Kfz-Versicherung
Doch nicht nur wechselbereite Kunden beschäftigen die Kfz-Versicherung. Im Zuge von Digitalisierung und Vernetzung, aber auch ökologischen und ökonomischen Aspekten verändert
sich das Verständnis von Mobilität und neue Mobilitätskonzepte und -möglichkeiten entstehen, die sich letztlich auch auf die Kfz-Versicherung auswirken werden. Einen kleinen Einblick
in aktuelle Mobilitätstrends geben die nachfolgenden Seiten.
Wie sich diese Trends auf die Kfz-Versicherung auswirken werden bzw. wie das Bewusstsein bezüglich dieser Entwicklungen in der Branche ist, hat die Kurzstudie „Quo vadis Kfz-
Versicherung?“ von Simon-Kucher & Partners untersucht. Als Trends mit dem größten Einfluss werden die Entwicklungen rund um das autonome Fahren sowie das vernetzte Fahrzeug
gesehen. Eine flächendeckende Verbreitung würde, durch einen Rückgang der Unfallzahlen, die Risikobewertung und das Pricing in der Kfz-Versicherung gehörig durcheinander
wirbeln. Ob sich die Umgestaltung dennoch monetarisieren ließe, kann von der Branche noch nicht wirklich beantwortet werden, hohes Potential dazu wird zumindest nur von einem
kleinen Teil der Befragten gesehen.
18%
37%
24%
8%
26%
21%
12%
24%
23%
40%
49%
71%
74%
65%
66%
55%
69%
65%
47%
14%
5%
18%
10%
13%
33%
7%
12%
0% 20% 40% 60% 80% 100%
professionelles Werkstattmanagement
automatisierter Unfallmeldedienst
Telematiktarife
Big-Data-Tarife
Kurzzeit-Soforttarife
Tarife für vollautomatisierte Kfz
Schutz vor Cyberrisiken im Kfz
Pay-per-use-/Pay-per-km-Tarife
vollautomatisierte Computerberatung
(sehr) gering neutral/weiß nicht (sehr) hoch
Einschätzung von Versicherern zum Ertragspotential von Innovationen*, in Prozent
* hier wurde nur eine Auswahl der Antwortmöglichkeiten dargestellt, n=46; Quelle: Simon Kucher, Zeitschrift für
Versicherungswesen 10/2017
Chancen-/Risikoeinschätzung bestimmter Konzepte*
für den Kfz-Markt, in Prozent
7%
28%
30%
48%
50%
54%
44%
46%
11%
28%
32%
67%
4%
48%
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70%
digitale Innovatoren
Aggregatoren/Portale
autonomes Fahren
Telematiktarife
vernetztes Kfz
Zustimmung Disruption Risiko Chance
* hier wurde nur eine Auswahl der Antwortmöglichkeiten dargestellt, n=46, Wie bewerten
Sie den Einfluss dieser Konzepte im Kfz-Markt auf das Versicherungsmodell in Ihrem
Hause?; Quelle: Simon Kucher, Zeitschrift für Versicherungswesen 10/2017
keine Angabe bei Zustimmung Disruption
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Mobilitätstrends
Carsharing – Nische oder Mainstream?
Der Mobilitätsbegriff beschränkt sich heute nicht mehr nur auf die Nutzung des eigenen Autos, sondern umfasst vielfältige Fortbewegungsformen. Steigender Beliebtheit scheint sich
dabei das Teilen des Autos zu erfreuen. Laut dem Bundesverband CarSharing, der jährlich die Kennzahlen der deutschen CarSharing-Anbieter erhebt, waren zum 1.1.2017 1,7 Millionen
Fahrberechtigte bei diversen CarSharing-Angeboten registriert, 36,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Free-floating-Angebote erfreuen sich dabei größerer Beliebtheit als stationsbasierte
Ausleihmodelle. Den Nutzern standen 9.400 Fahrzeuge an 4.650 Stationen im stationsbasierten Carsharing zur Verfügung. In stationsunabhängigen sowie kombinierten
stationsbasierten/free-floating Angeboten waren 7.800 Pkw verfügbar. Die Angebote verteilten sich auf 597 Orte und Städte, 60 mehr als im Vorjahr.
Dass der Carsharing-Boom jedoch im Auge des Betrachters zu liegen scheint, zeigt die Markt-Media-Studie „best for planning“ der Medienhäuser Axel Springer, Bauer Media Group,
Funke Mediengruppe, Gruner + Jahr und Hubert Burda Media. Den Ergebnissen dieser Untersuchung zufolge haben bisher lediglich zwei Prozent aller Führerscheinnutzer Carsharing
genutzt oder zählen sich zu den regelmäßigen Kunden. Weitere 14 Prozent können sich die Nutzung zumindest vorstellen, acht von zehn Führerscheinbesitzern lehnen das
Mobilitätsangebot jedoch ab.
Diese gegensätzlichen Interpretationen scheinen die Bestätigung einer Untersuchung des Instituts für Mobilitätsforschung zu sein, das der Frage nachging, ob Carsharing im Jahr 2025
Nische oder Mainstream sein wird. Insbesondere aufgrund der fehlenden Bereitschaft der Carsharing-Anbieter, auch ländliche Regionen mit ihren Angeboten zu erschließen, kommt die
Untersuchung zu dem Schluss, dass Carsharing wohl auch in Zukunft ein Nischenangebot für Ballungsräume bleiben wird und sich auf Nutzer konzentriert, die einen Pkw nicht mit
symbolischen oder emotionalen Motiven verbinden oder schlichtweg über keinen Pkw verfügen.
270.000
320.000
380.000
430.000 455.000
183.000
437.000
660.000
830.000
1.260.000
0
200.000
400.000
600.000
800.000
1.000.000
1.200.000
1.400.000
2013 2014 2015 2016 2017
stationsbasiert
free-floating
Anzahl Fahrberechtigter im Carsharing im Zeitverlauf
Quelle: Bundesverband CarSharing
Bei stationsbasierten
Carsharing-Angeboten
kommen
48,4 Fahrberechtigte
auf ein Auto.
Bei reinen free-floating-
Angeboten kommen
172,8 Fahrberechtigte
auf ein Auto.
Der Anteil von E-Fahrzeugen an den Carsharing-Flotten
beträgt 10,4 Prozent.
Quelle: Bundesverband CarSharing
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Mobilitätstrends
Deutschland (k)ein Leitmarkt für Elektromobilität?
Im Zuge der Ausweitung der weltweiten Mobilität rücken vermehrt Nachhaltigkeitsaspekte und Überlegungen zu klimafreundlichen Alternativen in den Fokus. Elektromobilität gilt hier
vielfach als Schlüssel, dies zu erreichen. Weniger Lärm und Emissionen sowie eine sinkende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen werden dazu als Argumente ins Feld geführt. Um
auch in Deutschland von diesen Vorteilen profitieren zu können, plant die Bundesregierung Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zufolge, Deutschland bis 2020
zu einem Leitmarkt der Elektromobilität zu entwickeln und mindestens eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Dazu wurden zuletzt 2016 verschiedene Maßnahmen
mit einem Investitionsvolumen von knapp unter einer Milliarde EUR in die Wege geleitet. Schwerpunkte bilden dabei der Ausbau der Ladeinfrastruktur, eine Kaufprämie für
Elektroautos und Plug-In-Hybride sowie die öffentliche Beschaffung von E-Autos.
Trotz dieser Maßnahmen ist das Ziel noch weit entfernt. Zum Stichtag 1.1.2017 zählte das Kraftfahrt Bundesamt 34.022 Elektroautos im Bestand der Pkw. Zwar steigt der Bestand seit
Jahren – von 2016 bis 2017 um gut ein Drittel – dennoch beträgt der Anteil von Elektrofahrzeugen am gesamten Pkw-Bestand weniger als 0,1 Prozent. Hybrid-Fahrzeuge kommen auf
einen Anteil von knapp 0,4 Prozent. Für die schleppende Entwicklung werden sowohl die Politik als auch die Autohersteller verantwortlich gemacht. Neben fehlendem Engagement
fehlt es hierzulande aber vor allem an der passenden Infrastruktur, um die Elektromobilität voranzutreiben. Als kleines Beispiel wird dazu häufig die Abdeckung mit öffentlichen
Lademöglichkeiten ins Feld geführt. So kommt in den 50 größten deutschen Städten eine Ladesäule auf 11.800 Einwohner, viel zu wenig für eine flächendeckende Nutzung.
Bestand an Elektro- und Hybrid-Pkw im Zeitverlauf
1.436 1.452 1.588 2.307 4.541 7.114 12.156
18.948
25.502
34.022
17.307 22.330
28.862
37.256
47.642
64.995
85.575
107.754
130.365
165.405
0
20000
40000
60000
80000
100000
120000
140000
160000
180000
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Elektro Hybrid
Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt
27.453
28.326
30.656
30.691
31.430
35.454
41.512
45.947
46.711
52.909
0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000
Ludwigshafen
Hamm
Hagen
Wiesbaden
Magdeburg
Mönchengladbach
Duisburg
Gelsenkirchen
Leverkusen
Solingen
Einwohner pro
Ladesäule
Top Ten der 50 größten deutschen Städte nach dem höchstem Einwohner-
Ladesäulen-Verhältnis
Quelle: zeit.de, Studie des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen
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Mobilitätstrends
Die wirklichen Leitmärkte in Sachen Elektromobilität
Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick über unsere Ländergrenzen hinweg. So kommen in Amsterdam 650 Einwohner auf eine Ladesäule und in Oslo müssen sich sogar nur 488
Einwohner eine Ladesäule teilen. Dennoch werden die Ladestationen in der norwegischen Hauptstadt langsam knapp wie verschiedene Medien Ende letzten Jahres berichteten, denn
in keinem anderen Land ist der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen so hoch wie in Norwegen. Zudem hat Norwegen mit 37 Prozent den größten Elektroautomarktanteil weltweit,
wie Marktdaten des Center of Automotive Management (CAM) zeigen. Allerdings fördert die norwegische Regierung auch gezielt die Verbreitung der Elektromobilität, um ihr ehrgeiziges
Ziel – bis 2025 sollen alle neu zugelassenen Autos in Norwegen Nullemissionsfahrzeuge sein – auch zu erreichen. So können allein beim Kauf eines Elektrofahrzeugs Mehrwert-, Import-
und Abgassteuer gespart werden, kostenfreie kommunale Parkplätze und Ladestationen sowie die Erlaubnis, zusätzliche Fahrspuren nutzen zu dürfen, machen anschließend auch die
Nutzung eines E-Autos attraktiv.
Spitzenreiter beim Verkauf von E-Autos ist China. 770.000 Elektro- und Hybrid-Autos wurden 2017 im Land der Mitte erstmals für den Straßenverkehr zugelassen, eine Steigerung von
über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2018 wird mit mehr als einer Million neuer Elektro- und Hybridfahrzeuge gerechnet. Damit liegt China weit vor den Absatzzahlen anderer
Länder, besitzt mit gut 24 Millionen Pkw-Neuzulassungen pro Jahr aber auch den größten Automarkt weltweit. Der konsequente Ausbau der Elektromobilität wird auch in China von der
Regierung vorangetrieben. Dazu verabschiedete diese im vergangenen Jahr die Einführung einer E-Auto-Quote: Ab 2019 müssen Autohersteller, die mehr als 30.000 Fahrzeuge pro Jahr
im Land der Mitte verkaufen, für mindestens zehn Prozent ihrer Fahrzeuge eine Elektroquote nachweisen. Für 2020 ist eine Anhebung der Quote auf zwölf Prozent geplant.
770.000
194.479
62.316 47.263 36.778 9.191
507.000
157.185
44.908 37.092 29.181 23.114
0
200.000
400.000
600.000
800.000
China* USA Norwegen UK Frankreich Niederlande
2017 2016
Bestand an Elektro- und Hybrid-Pkw im internationalen Vergleich
*gerundet, inkl. Commercial Vehicles; China, USA und Norwegen inkl. Brennstoffzelle; Hersteller in den USA teilweise geschätzt; Quelle: Center of Automotive Management
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Mobilitätstrends
Renaissance des Rades?
Neben der Elektromobilität gelten auch das Fahrrad sowie die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs als klimafreundliche Mobilitätsalternativen, werden politisch unterstützt
und gefördert und sollen deshalb auch an dieser Stelle Beachtung finden. Laut dem Bericht 2015/16 des deutschen Mobilitätspanels wurden 2015 11,8 Prozent aller Wege mit dem
Fahrrad zurückgelegt. Ein Wert, den das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) erhöhen möchte. Vorbilder seien hier unsere Nachbarländer Dänemark und die
Niederlande.1 In diesen liegt der Radverkehrsanteil bei 18 bzw. 27 Prozent.
Als wesentliches Instrument zur Zielerreichung gilt der Radverkehrsplan (NRVP) 2020, ein Strategiepapier, welches die wesentlichen Leitlinien für die Radverkehrsförderung der
nächsten Jahre umfasst. Im vergangenen Jahr standen von Seiten des BMVI ca. 130 Millionen EUR für die Förderung des Radverkehrs zur Verfügung.
Laut dem Fahrradmonitor Deutschland 2015 (gefördert durch das BMVI) verfügen gut 76 Prozent der Haushalte über mindestens ein Fahrrad, im Durchschnitt stehen sogar 2,4
Fahrräder pro Haushalt zur Verfügung. 14 Prozent der Befragten greifen dabei täglich und weitere 24 Prozent zumindest mehrmals pro Woche auf das Rad als Transportmittel zurück.
Mit einem täglichen Nutzungsanteil von 44 Prozent liegt das Auto jedoch deutlich vorne, nur zu Fuß wird sich mit einem täglichen Anteil von 47 Prozent noch häufiger bewegt. Je größer
der Ort, desto größer auch der Anteil der Fahrradnutzer, während der Anteil der Autofahrer abnimmt. Als häufigste Gründe gegen die Nutzung des Fahrrads als Verkehrsmittel wurden
eine zu große Entfernung, die längere Dauer sowie zu große Anstrengung genannt.
1 BMVI: „Fahrradverkehr“, online unter: http://www.bmvi.de/DE/Themen/Mobilitaet/Strasse/Fahrradverkehr/fahrradverkehr.html
85%
34%
74%
38%
61%
42%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
Auto Fahrrad
bis 50.000 EW 50.000-250.000 EW über 250.000 EW
Regelmäßige* Verkehrsmittelnutzung nach Ortsgröße, in Prozent
*umfasst tägliche bzw. mehrmalige wöchentliche Nutzung;
Quelle: Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH – Fahrradmonitor Deutschland 2015
Anlass der Fahrradnutzung, in Prozent
10%
29%
31%
44%
67%
67%
0% 20% 40% 60% 80%
Fahrt zur Schule/Ausbildung
Fahrt zur Arbeit
Sport
abends, z. B. Treffen mit
Freunden
zum Einkaufen/kurze
Erledigungen
Ausflüge
Quelle: Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH – Fahrradmonitor Deutschland 2015
Beliebtheit von
Verkehrsmitteln:
Autovon 81 Prozent
sehr gerne/gerne genutzt,
Fahrrad von
53 Prozent.
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10,7%
6,2%
17,7%
41,0%
24,5%
0%
20%
40%
60%
80%
100%
Personenverkehr mit Eisenbahnen (2)
Großstadt >500.000 EW
Mittel-/Großstadt <500.000 EW
Klein-/Mittelstadt <10.000 EW
regionaler Verkehr mit Bussen
14
Mobilitätstrends
ÖPNV als Alternative zum Auto?
Während die Fahrradnutzung in den letzten Jahren eher konstant blieb, konnte sich der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) über Zugewinne freuen. 11,2 Milliarden Fahrgäste
transportierte Angaben des VDV (Branchenverband des ÖPNV) zufolge der Liniennahverkehr 2016, was 30,7 Millionen Fahrgästen pro Tag entspricht. Die Verkehrsleistung des ÖPNV
betrug 2016 106,7 Milliarden Personenkilometer oder auch 292,5 Millionen Personenkilometer pro Tag. Die ca. 450 Mitgliedsunternehmen des VDV decken gut 90 Prozent dieses
Verkehrsaufkommens ab. Im Fernverkehr (ohne Fernlinienbusse) wurden 2016 gut 39,4 Milliarden Personenkilometer zurückgelegt.
Mit einem Fahrgastanteil von 78,5 Prozent befördern Busse und Straßenbahnen wesentlich mehr Fahrgäste als der Eisenbahnpersonenverkehr. Bei der Verkehrsleistung dreht sich
dieses Verhältnis jedoch logischerweise wieder um: Knapp zwei Drittel der zurückgelegten Personenkilometer im ÖPNV entfielen 2016 auf den Eisenbahnpersonenverkehr. Im Vergleich
zum Vorjahr nutzten 2016 1,8 Prozent mehr Fahrgäste die Angebote des ÖPNV, der seine Verkehrsleistung insgesamt um 2,2 Prozent steigern konnte (Werte beziehen sich nur auf VDV-
Mitglieder).
Laut VDV ersetzte der ÖPNV mit diesen Werten 2016 rund 20 Millionen Autofahrten täglich. Von den Verkehrsleistungen, die mittels Auto erbracht werden, ist der ÖPNV dennoch noch
weit entfernt, wie die vorangegangenen Statistiken gezeigt haben. (siehe Seite 4)
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
140.000
9.000
9.200
9.400
9.600
9.800
10.000
10.200
10.400
2007 2008 2009 2010 2011
(1)
2012 2013 2014 2015 2016
Fahrgäste ÖPNV in Millionen Personenkilometer im ÖPNV in Millionen
Fahrgastaufkommen und Personenkilometer im ÖPNV*
* Werte umfassen nur VDV-Mitglieder (ca. 90 Prozent der gesamten Branche)
1) seit 2011 wird auch Fernverkehr der DB-Gruppe in Statistik mit einbezogen, Quelle: VDV
Beliebtheit von
Verkehrsmitteln:
Autovon 81 Prozent
sehr gerne/gerne genutzt,
ÖPNVvon
30 Prozent.
Quelle: Sinus Markt-
und Sozialforschung
GmbH –
Fahrradmonitor
Deutschland 2015
Fahrgastaufkommen nach Strukturgruppen 2016, in Prozent
2) einschließlich Fernverkehr und ÖSPNV der
Eisenbahnunternehmen, Quelle: VDV
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Mobilitätstrends
Connected Car
Wenn es um die Zukunft der Mobilität geht, scheint kein Thema gefragter zu sein als das vernetzte Fahrzeug. Das vernetzte Fahrzeug besitzt die Fähigkeit zur internen, bspw. die
Kommunikation verschiedener Fahrsysteme untereinander, und/oder externen Vernetzung, bspw. Verbindung zum Internet oder Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern
und der Verkehrsinfrastruktur, die sich in verschiedenen Funktionen in Bereichen wie Entertainment, Navigation oder Sicherheit niederschlägt. Einer Untersuchung von Deloitte zufolge
lag der der Umsatz mit Connected Car Services (CCS) in Europa 2016 bei 62 Millionen EUR, für 2021 wird ein Marktvolumen von 715 Millionen EUR prognostiziert.
Insbesondere bei den Kunden stoßen CCS auf Interesse und auch Zahlungsbereitschaft, wie verschiedene Untersuchungen zeigen. Bei der Untersuchung von Deloitte gaben 53 Prozent
der Befragten an, bereits Connected Car Services zu nutzen oder zumindest im nächsten Fahrzeug nutzen zu wollen. Den größten Mehrwert haben die Services nach Ansicht der
Befragten im Bereich Sicherheit, der für die Kunden auch gleichzeitig am bedeutsamsten ist. Entsprechend werden Sicherheitsservices wie Stau- oder Spurhalteassistenten von 77
Prozent der Befragten als wichtig bzw. besonders wichtig eingeschätzt, während Unterhaltungsfunktionen wie Musik- oder Filmstreaming von 37 Prozent der Befragten als wichtig bzw.
besonders wichtig eingeschätzt werden.
Welche Bedeutung haben verschiedene CCS nach Meinung
der Kunden, in Prozent
13%
34%
36%
48%
24%
36%
36%
29%
30%
21%
19%
16%
16%
5%
4%
3%
17%
4%
5%
4%
0% 20% 40% 60% 80% 100%
Entertainment
Fahrzeugmanagement
Navigation
Sicherheit
sehr wichtig wichtig weder/noch
weniger wichtig unwichtig
27%
48%
17%
6%
2%
0 EUR 1-49 EUR 50-99 EUR
100-299 EUR >=300 EUR
Monatliche Zahlungsbereitschaft für
CCS, in Prozent
Bekanntheit und Verbreitung von CCS, in Prozent
13%
40%
11%
29%
7%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
Ich nutze
CCS bereits
in meinem
aktuellen
Auto.
Ich möchte
CCS in
meinem
nächsten
Auto
nutzen.
Ich
interessiere
mich nicht
für CCS.
Ich habe
bislang
noch nicht
von CCS
gehört.
weiß nicht
Quelle: Deloitte
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Testfeld autonomes Fahren
Die Verknüpfung der einzelnen smarten Komponenten des Autos stellt
die nächste Stufe des Connected Cars dar. Als Endstufe gilt schließlich
die Entwicklung eines Fahrzeugs, das sich völlig autonom und unfallfrei
durch den Verkehr bewegen kann.
Die Visionen des selbstfahrenden Autos gehen allerdings immer mit
einer Vielzahl von Bedenken technischer, rechtlicher und ethischer
Natur einher und werfen zahlreiche Fragen auf: Welche Instanz haftet
bei einem Unfall? Dürfte ein autonomes Fahrzeug das Leben eines
Einzelnen gefährden, um bspw. eine Personengruppe zu schützen?
Welche Herausforderungen bringen die Themen Daten- und
Cybersicherheit mit sich?
Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden und mit den
Bedenken proaktiv umzugehen, wird auch in Deutschland fleißig im
Bereich des autonomen Fahrens experimentiert. Für dieses Jahr ist die
Initiierung verschiedener Teststrecken geplant, u. a. in Baden-
Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wie eine
Übersicht des GDV zeigt. Dabei beschränken sich die Teststrecken und
Pilotprojekte nicht mehr nur auf Autobahnen wie das erste digitale
Testfeld auf der A9 zwischen München und Nürnberg, sondern umfassen
auch Landstraßen und den Stadtverkehr. Neben dem automatisierten
Fahren steht auch die Erforschung der Kommunikation zwischen
Fahrzeugen und Infrastruktur auf dem Programm, weshalb einige
Projekte auch den Umbau von bspw. Ampel- und Straßen-
beleuchtungssystemen vorsehen.
Auch die Versicherungswirtschaft zeigt bereits großes Interesse am
Thema vernetztes und automatisiertes Fahren, da dieses mit
weitreichenden Auswirkungen insbesondere für die Kfz-Versicherung
verbunden sein wird. Ganz praktisch setzt sich bereits die R+V mit dem
Thema auseinander: Der Wiesbadener Versicherer plant, zwei seiner
Standorte mit einem autonom fahrenden Shuttle-Bus zu verbinden. Die
Teststrecke umfasst eine gut einen Kilometer lange öffentliche Straße.
16
Mobilitätstrends
eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Testprojekte findet sich unter
http://www.gdv.de/2017/11/diese-staedte-und-regionen-werden-2018-zu-teststrecken/
Quelle: GDV
Teststrecken für automatisiertes Fahren
Eröffnung 2018
Eröffnungsdatum offen
in Betrieb
Dresden
Berlin
Bad Birnbach
München
Nürnberg
Ingolstadt
Flensburg
Sylt
Hamburg
Bremen
Hannover - Braunschweig -
Wolfsburg - Salzgitter
Wiesbaden
Düsseldorf
Wuppertal
Karlsruhe - Heilbronn
Merzig - Saarbrücken -
Metz - Luxemburg
Teststrecke Düsseldorf:
- Teilstücke der A44, A52 und A57
zwischen Kreuz Meerbusch und
Kreuz Kaarst; einige Kilometer
Landstraße; Teile des Düsseldorfer
Stadtverkehrs
- bis Juni 2018 Erstellung
hochgenauer Karten, anschließend
autonome Befahrung der Strecke
mit drei Autos und 16 Bussen der
Düsseldorfer Rheinbahn
Testfeld Dresden:
- Interaktion zwischen automatisierten
und herkömmlichen Autos im
Mittelpunkt der Forschung
- Entwicklung von mobilfunk- und
cloudbasierten Funktionen
- technische Ausrüstung ausgewählter
Teilstrecken
- Aufnahme von Testfahrten im Laufe
des Jahres
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Mobilitätstrends
Autonome Fahrzeuge und die Kfz-Versicherung
90 Prozent der Unfälle auf deutschen Straßen sind auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen, da liegt der Schluss nahe, dass die Verbreitung von Fahrassistenzsystemen und
autonomen Komponenten im Fahrzeug erhebliche Auswirkungen auf die Schadenhäufigkeit und -höhe und damit auch die Kfz-Versicherung haben wird. Um diese vagen Vermutungen
mit Zahlen zu hinterlegen, hat der GDV eine Projektgruppe verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen ins Leben gerufen, die die Auswirkungen assistierten und automatisierten
Fahrens auf die Schadenentwicklung bis zum Jahr 2035 genauer unter die Lupe genommen hat.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Schadenhäufigkeit und damit auch die Entschädigungsleistungen in der Kfz-Versicherung durch Systeme wie Park- und
Rangierassistenten oder Autobahnpiloten um sieben bis 15 Prozent (je nach Verbreitungsgeschwindigkeit im Markt) im Vergleich zum Bezugsjahr 2015 zurückgehen werden. Allerdings
werden in der Praxis weniger Pkw-Schäden verhindert werden als in der Theorie, was mit einem Zusammenspiel aus Effizienz und Nutzungsgrad der einzelnen Assistenzsysteme
begründet wird. So wird zwar kombinierten Assistenzsystemen wie bspw. Autobahnpiloten die größte Effizienz bei der Vermeidung von Schäden zugesprochen (bis zu 90 Prozent),
allerdings müssen diese aktiv von den Nutzern eingeschaltet werden, was nicht permanent der Fall sein wird. Auch werden sich Kaskoschäden wie Steinschläge oder Autodiebstähle
weniger verhindern lassen als Haftpflichtschäden. Gleichzeitig werden die Reparaturkosten im Schadenfall durch die zusätzlich verbaute Technik steigen. Die Untersuchung
prognostiziert bis 2035 Anstiege von drei bis knapp acht Prozent in der Kfz-Haftpflicht sowie vier bis zehn Prozent in der Kaskoversicherung.
Auswirkungen von Assistenzsystemen und automatisierten Fahrfunktionen auf die Entschädigungsleistungen*, für alle Fahrzeuge, in Milliarden EUR
22
20,5
18,7
0
5
10
15
20
25
Kfz-Versicherung (gesamt)
2015 2035
-6,9%
-15,2%
14
12,7
11,2
0
2
4
6
8
10
12
14
16
Kfz-Haftpflichtversicherung
2015 2035
-9,3%
-20,0%
8 7,8
7,4
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Kaskoversicherung
2015 2035
-2,8%
-7,3%
Bezugsjahr 2015 langsame Verbreitung schnelle Verbreitung
* Reduktion des Schadenaufwandes durch Fahrassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen inkl. Erhöhung der Reparaturaufwendungen durch die neuen Systeme und Entwicklung des Fahrzeugbestands, Quelle: GDV
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  • 1. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net Personenverkehr Geschäftsentwicklung Kfz-Versicherung Mobilitätstrends Versicherungsforen-Themendossier 4/2018 Neue Mobilitätskonzepte und die Kfz- Versicherung in Zahlen aus dem Inhalt
  • 2. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net Die Menschen werden immer mobiler: Laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sind 91,2 Prozent der Deutschen täglich unterwegs und Jahr für Jahr steigt die dabei zurückgelegte Strecke an. Das meistgenutzte Verkehrsmittel ist das Auto, über 70 Prozent der täglichen Wegstrecke wird damit zurückgelegt. Für das Jahr 2015 registrierte das BMVI eine Fahrleistung (= Gesamtstrecke, die von Verkehrsmitteln wie Pkw pro Jahr zurückgelegt wird) für Kraftfahrzeuge von 752 Milliarden Kilometern. Da eine Kfz-Haftpflichtversicherung für alle Kraftfahrzeughalter verpflichtend ist, stellt sie den größten Vertragsbestand im Kompositversicherungsbereich und ist gleichzeitig wichtiger Stützpfeiler der Sparte. Zuzüglich Kasko- und Kraftfahrt-Unfall-Policen zählte die Kfz-Versicherung 2016 114,1 Millionen Verträge, 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr, und setzte damit die positive Bestandsentwicklung der vergangenen Jahre fort. Im Zuge von Digitalisierung und Vernetzung, aber auch ökologischen und ökonomischen Aspekten verändert sich jedoch das Verständnis von Mobilität und umfasst heute mehr als nur das eigene Auto: Menschen teilen ihr Auto mit Fremden oder verzichten gleich ganz auf den eigenen Pkw und setzen auf das Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel oder, wenn es doch ein Auto sein muss, Carsharing-Angebote. Nachhaltigkeitsgedanken prägen das Thema und forcieren beispielsweise Entwicklungen rund um die Elektromobilität. Schließlich entwickelt sich das Auto selbst technologisch weiter und wird zum Connected Car, das mit seiner Umwelt interagieren und in Zukunft seine Insassen vielleicht sogar autonom zu ihren Zielen befördern kann. In unserem Themendossier möchten wir ausgehend von aktuellen Kennzahlen der Kfz-Versicherung neue Mobilitätskonzepte anhand spannender Zahlen und Fakten vorstellen, die auch an der Versicherungswirtschaft nicht vorbei gehen sollten. Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre! 2 Einleitung
  • 3. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net Personenverkehr Der Mensch ist immer unterwegs Wir leben in einem mobilen Zeitalter. Immer häufiger liest man auch vom multimobilen Zeitalter, in dem der Mensch auf verschiedenste Mittel und Wege setzt, um zu seinem (räumlichen) Ziel zu gelangen. Laut dem Bericht 2015/16 des deutschen Mobilitätspanels, welches vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Auftrag gegeben wurde, liegt die durchschnittliche Verkehrsbeteiligung der Deutschen, d.h. es wird mindestens ein Weg pro Tag zurückgelegt, bei 91,2 Prozent. An Wochentagen ist die Beteiligung mit 94,6 Prozent höher als am Wochenende (82,6 Prozent). Erwartungsgemäß ist der Anteil der mobilen Personen unter den 18- bis 35-Jährigen sowie 36- bis 60-Jährigen am höchsten. Dabei legt eine Person am Tag im Durchschnitt 3,37 Wege (= Verkehrsaufkommen) zurück – zwischen Männern und Frauen gibt es an dieser Stelle keinen signifikanten Unterschied – und überbrückt dabei eine Entfernung von 40,9 Kilometern. Diese als Verkehrsleistung bezeichnete Größe fällt bei Frauen, die im Durchschnitt 35,8 Kilometer pro Tag zurücklegen, kürzer aus als bei Männern, die auf 46,2 Kilometer pro Tag kommen. Über 70 Prozent dieser Strecke werden mit Hilfe eines Pkws zurückgelegt (sowohl als Fahrer als auch als Mitfahrer; auch als MIV (motorisierter Individualverkehr) bezeichnet). Öffentliche Verkehrsmittel kommen auf einen Anteil von ca. 18 Prozent, Fuß- und Radwege spielen mit einem Anteil von 2,7 bzw. 3,4 Prozent nur eine untergeordnete Rolle. Der häufigste Zweck der zurückgelegten Wege liegt darin, nach Hause zu gelangen, gefolgt von Besorgungen und Services wie z. B. Einkaufen oder die Kinder zum Kindergarten bringen, Freizeit und Arbeit. Der „Durchschnittsdeutsche“ Quelle: BMVI: Deutsches Mobilitätspanel (MOP) Bericht 2015/2016 …legt am Tag 3,37 Wege zurück …die etwa eine Strecke von 40,9 Kilometern umfassen (Verkehrsleistung) …gut 50 Prozent der Verkehrsleistung machen Wege nach Hause, Rundwege oder sonstige Wege aus …ist 82 Minuten pro Tag mobil …knapp drei Viertel der Strecke wird mit Pkw oder Krad zurückgelegt 3 12,9% 3,2% 22,1% 17,7% 44,1% Verkehrsaufkommen nach Wegezweck 2015, in Prozent Quelle: BMVI: Deutsches Mobilitätspanel (MOP) Bericht 2015/2016
  • 4. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net4 Personenverkehr Mobilität nimmt zu Doch nicht nur die Mobilität des Einzelnen nimmt zu, sondern auch das Verkehrsaufkommen in seiner Gesamtheit. Dies zeigt sich u. a. an der stetig steigenden Fahrleistung (= Gesamtstrecke, die von Verkehrsmitteln wie Pkw pro Jahr zurückgelegt wird). Den aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zufolge betrug diese für Kraftfahrzeuge im Jahr 2015 752 Milliarden Kilometer und stieg seit 1991 um 31 Prozent an. Wird die Fahrleistung mit der Zahl der beförderten Personen multipliziert, ergibt das den Verkehrsaufwand in Personenkilometern. Auch dieser Wert nimmt seit Jahren stetig zu und betrug 2015 1.179,2 Milliarden Personenkilometer, ein Anstieg von ca. 35 Prozent im Vergleich zu 1991. Diese Zahlen beziehen sich jedoch nur auf den motorisierten Personenverkehr. Wird auch der nicht-motorisierte Personenverkehr (Fußgänger, Radfahrer) in den Verkehrsaufwand mit einbezogen, wurden im Jahr 2014 1.233 Milliarden Personenkilometer zurückgelegt. Mit einem Anteil von knapp sechs Prozent am gesamten Verkehrsaufkommen spielt der nicht-motorisierte Individualverkehr allerdings nur eine untergeordnete Rolle, während der motorisierte Individualverkehr mit einem Anteil von knapp 76 Prozent die dominierende Position einnimmt. Diese Anteile bleiben seit Jahren relativ konstant, wie ein Vergleich mit den Werten aus 2002 in untenstehender Grafik zeigt. 0 100 200 300 400 500 600 700 800 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 Gesamtfahrleistung aller Kraftfahrzeuge im Zeitverlauf, in Milliarden Kilometer *umfasst Mopeds & Motorräder, Pkw, Busse, Lkw, (Sattel-)Zugmaschinen sowie Sonderkraftfahrzeuge nicht zur Lastenbeförderung; ab 2006: Fahrzeuge mit Zweckbestimmung (wie Wohnmobile) Pkw zugeordnet Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur 75,9% 77,0% 4,7% 3,6% 2,9% 2,7% 2,8% 3,4% 7,4% 6,2% 6,4% 7,2% 0,0% 20,0% 40,0% 60,0% 80,0% 100,0% 2014 2002 motorisierter Individualverkehr Luftverkehr Fahrradwege Fußwege Eisenbahn öffentlicher Straßenpersonenverkehr Anteil Verkehrsmittel am Verkehrsaufwand (= Modal Split), in Prozent Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gesamt: 1.144 Milliarden Personenkilometer gesamt: 1.233 Milliarden Personenkilometer
  • 5. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net5 Personenverkehr Das Auto: des Deutschen liebstes Spielzeug Die vorhergehenden Zahlen haben es bereits gezeigt, der motorisierte Individualverkehr – insbesondere der Pkw – ist aktuell der wichtigste Mobilitätsbaustein im Personenverkehr. 635,4 Milliarden Kilometer wurden 2015 mittels Pkw zurückgelegt, 84,5 Prozent der Gesamtfahrleistung aller Kraftfahrzeuge. Das Kraftfahrt-Bundesamt zählte zum Stichtag 1.1.2017 45,8 Millionen Pkw in Deutschland, was knapp drei Viertel des gesamten Fahrzeugbestands in Deutschland in Höhe von 62,6 Millionen Fahrzeugen ausmacht und einen Bestandszuwachs von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Mit diesen Zahlen ergibt sich eine Fahrzeugdichte von 684 Kfz je 1.000 Einwohner in Deutschland. Laut dem Bericht 2015/16 des deutschen Mobilitätspanels lag der Führerscheinbesitz 2015 bei 87 Prozent (2005: 84 Prozent), wobei die Altersklassen der 26- bis 35-Jährigen sowie 36- bis 50-Jährigen mit 94,2 Prozent die höchste Führerscheinbesitzquote aufwiesen. Bei den über 70-Jährigen betrug der Führerscheinanteil noch 74,6 Prozent. Die regelmäßige Verfügbarkeit eines Pkw fällt deutlich geringer aus: 56,4 Prozent der Befragten verfügten regelmäßig über einen Pkw im Haushalt, 17,6 Prozent konnten gelegentlich nach Absprache im Haushalt oder mit Freunden über einen Pkw verfügen, 15,9 Prozent verfügten über keinen Pkw, die restlichen Befragten machten keine Angabe. 2,3% 84,5% 0,5% 11,4% 1,3% Mopeds und Motorräder Pkw und Kombi Busse Lkw und Sattelzugmaschinen sonst. Kraftfahrzeuge* Anteil Kraftfahrzeugarten an Gesamtfahrleistung 2015, in Prozent * Zugmaschinen sowie Sonderkraftfahrzeuge nicht zur Lastenbeförderung; ab 2006: Fahrzeuge mit Zweckbestimmung (wie Wohnmobile) Pkw zugeordnet Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur 752 Mrd. Kilometer 45,8 Millionen Pkw … 33,9 Prozent der Halter weiblich …Fahrzeuge im Durchschnitt 9,3 Jahre alt … 684 Kfz je 1.000 Einwohner … 29,6 Prozent der Halter über 60 Jahre Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt
  • 6. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net6 Kfz-Versicherung Allianz möchte wieder an die Spitze Da eine Kfz-Haftpflichtversicherung für alle Kraftfahrzeughalter verpflichtend ist, entspricht der Versicherungs- dem Fahrzeugbestand und umfasste 2016, Angaben des GDV zufolge, gut 62 Millionen Verträge und stellt damit den größten Anteil innerhalb der Kfz-Versicherung dar. Zuzüglich Kasko- und Kraftfahrt-Unfall-Policen zählte die Kfz-Versicherung 2016 114,1 Millionen Verträge, 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr, und setzte damit die positive Bestandsentwicklung der vergangenen Jahre fort. Mit einem Anteil von ca. 37 Prozent stellt die Kfz- Versicherung zudem auch den größten Vertragsbestand im Kompositversicherungsbereich. Auf Anbieterseite gab es 2016 hingegen einen leichten Rückgang auf 90 Versicherungsunternehmen mit Kfz-Policen im Angebot. 2015 waren es noch 94 Unternehmen. Die größten Anbieter im Kfz-Markt sind, einer Aufstellung des Versicherungsmagazins (Ausgabe 10/2017) zufolge, die Allianz und die Huk-Coburg. Betrachtet man die Bestandszahlen, hat als Einzelunternehmen die Allianz mit 12,4 Millionen Verträgen im Jahr 2016 die Nase vorn. Zählt man die Bestandszahlen der Huk-Coburg (7,2 Millionen), der Huk-Coburg Allgemeine (8,8 Millionen) und Huk 24 (3,5 Millionen) jedoch zusammen, zeigt sich, das der oberfränkische Versicherer das eigentliche Schwergewicht ist. Auch nach Marktanteilen der summierten Kfz- Beiträge hat die Huk mit einem Anteil von 13,66 Prozent die Nase vorn, die Allianz kommt auf einen Marktanteil von 12,36 Prozent. Auch in Sachen Wachstumsgeschwindigkeit liegt die Huk vorn. Während die Allianz von 2015 zu 2016 in der Kfz-Haftpflicht Beitragszuwächse von 0,9 Prozent und 0,8 Prozent in den sonstigen Kraftfahrtsparten verzeichnete, meldete die Huk Zuwachsraten von bis zu sieben Prozent (Huk 24 im Bereich sonst. Kfz-Versicherung). Auf Dauer scheint die Allianz jedoch nicht zurückliegen zu wollen. So zitiert procontra1 Joachim Müller, Chef der Allianz-Versicherungs AG,: „Wir sind in vielen Branchen als Marktführer unterwegs und wollen das auch bei der Autoversicherung wieder sein.“ 1 Martin Thaler: „Allianz will im Sachgeschäft angreifen“, 17.1.2018, online unter: http://www.procontra-online.de/artikel/date/2018/01/allianz-will-im-sachgeschaeft-angreifen/ 92,1 97,2 99,1 105,1 112 114,1 0 20 40 60 80 100 120 1995 2000 2005 2010 2015 2016 Anzahl der Risiken in der Kraftfahrtversicherung im Zeitverlauf, in Millionen inländisches Direktgeschäft, Quelle: GDV 55,2% 24,7% 16,7% 3,3% Kraftfahrzeug- Haftpflichtversicherung Fahrzeug- vollversicherung Fahrzeugteil- versicherung Kraftfahrtunfall- versicherung 114,1 Millionen Verteilung der Risiken nach Versicherungszweigen 2016, in Prozent inländisches Direktgeschäft, Quelle: GDV
  • 7. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net7 Kfz-Versicherung Geschäftsentwicklung positiv 25,9 Milliarden EUR gebuchte Brutto-Beiträge konnte die Kraftfahrtversicherung 2016 verzeichnen, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch wenn das Wachstum des Versicherungszweigs sich verlangsamte, 2015 betrug dieses noch 3,5 Prozent, stellt die Kfz-Versicherung mit einem Beitragsanteil von gut 39 Prozent an der gesamten Schaden-/Unfallsparte noch immer das Schwergewicht der Sparte dar. Die Leistungsauszahlungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent und betrugen 2016 22,8 Millionen EUR. Auch hier verlangsamte sich der Anstieg, von 2014 zu 2015 nahmen die Leistungen noch um 5,9 Prozent zu. Mit einer Schadenquote von 88,2 Prozent bzw. einer kombinierten Schaden-Kostenquote von 98,9 Prozent konnte die Kfz-Versicherung insgesamt, trotz der gestiegenen Leistungen, Gewinne erzielen. Betrachtet man die einzelnen Zweige der Kfz-Versicherung fällt dieses Ergebnis allerdings etwas gemischter aus. Mit einer Combined Ratio von 100,5 Prozent überstieg die Kfz-Haftpflichtversicherung die 100-Prozent-Marke knapp. Die Kfz-Vollkaskoversicherung erreichte eine Schadenkostenquote von 98,8 Prozent, die Teilkaskoversicherung 85,9 Prozent und die Kraftfahrt-Unfallversicherung 83,5 Prozent. 97,0% 99,6% 98,1% 92,1% 93,9% 85,1% 87,1% 88,2% 103,3% 107,4% 107,4% 102,6% 104,4% 96,7% 97,9% 98,9% 0% 20% 40% 60% 80% 100% 120% 140% - 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Beiträge (1) Leistungen (2) Schadenquote Combined Ratio Kraftfahrtversicherung (insgesamt)* Mio. EUR *inländisches Direktgeschäft; 1) geb. Brutto-Beiträge, ohne Versicherungsteuer; Feuersparten einschl. Feuerschutzsteuer; 2) Brutto-Aufwendungen für Versicherungsfälle des Geschäftsjahres; Quelle: GDV 15.451 14.205 8.701 7.475 1.662 1.046 92 35 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 Beiträge (1) Leistungen (2) Kfz-Haftpflicht Kfz-Vollkasko Kfz-Teilkasko Kraftfahrt-Unfall Verteilung der Beiträge und Leistungen nach Versicherungszweigen 2016, in Millionen EUR *inländisches Direktgeschäft; 1) geb. Brutto-Beiträge, ohne Versicherungsteuer, 2) Brutto- Aufwendungen für Versicherungsfälle des Geschäftsjahres; Quelle: GDV
  • 8. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net8 Kfz-Versicherung Jeder Fünfte denkt über Wechsel nach Trotz der positiven Geschäftsentwicklung wird den Experten von Assekurata zufolge die ertragsorientierte Preis- und Zeichnungspolitik in der Kfz-Versicherung fortgeführt, was sich auch 2016 in Beitragsanpassungen niederschlug. In der Gewinnzone dürften sich dennoch noch nicht alle Versicherer befinden. Anders als in anderen Versicherungszweigen fällt die Wechselbereitschaft der Kunden in der Kfz-Versicherung traditionell höher aus, da die Verträge i. d. R. keine langfristigen Bindungen bzw. Erwartungen wie z. B. durch den Kapitalaufbau in der privaten Altersvorsorge beinhalten. Jeden Herbst startet somit aufs Neue die „Wechselwelle“. Wie es um die Wechselbereitschaft der Kunden konkret bestellt ist, nimmt das Marktforschungsunternehmen YouGov regelmäßig genauer unter die Lupe. Für 2016 ergab sich dabei ein Anteil von 21,4 Prozent der privaten Kfz-Versicherungsnehmer, die zumindest gelegentlich über einen Wechsel ihres Anbieters nachdenken, das entspricht in etwa 9,4 Millionen Versicherten. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich dabei die generelle Wechselbereitschaft (Wechsel nicht mehr im aktuellen Jahr) um gut einen Prozentpunkt reduziert, während die konkrete Wechselbereitschaft (bereits gewechselt oder Wechsel im aktuellen Jahr geplant) um gut einen Prozentpunkt zunahm. Hauptgrund für den Wechsel der Kfz-Versicherung ist der allgemeine Wunsch, Geld zu sparen. Zu den weiteren Gründen zählen, regelmäßig über den Wechsel der Kfz-Versicherung nachzudenken sowie dass der Wechsel die Konsequenz einer angekündigten Tariferhöhung im nächsten Jahr sei. 211 269 248 215 249 252244 328 299 260 314 317 32 59 92 81 90 89 0 50 100 150 200 250 300 350 1980 1990 2000 2010 2015 2016 Kfz-Haftpflicht Kfz-Vollkasko Kfz-Teilkasko Entwicklung der durchschnittlichen Jahresprämie*, in EUR * verdienter Bruttobeitrag je ganzjährig versichertem Fahrzeug; Quelle: GDV 85 89 86,9 82 83,5 81,8 78,3 78,7 78,6 10 7,1 8,9 14 11,9 13,2 15,2 14,2 13,3 5 3,9 4,2 4 4,6 5 6,5 7,1 8,1 0% 20% 40% 60% 80% 100% 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 keine Wechselbereitschaft generelle Wechselbereitschaft konkrete Wechselbereitschaft Entwicklung Wechselbereitschaft in der Kfz-Versicherung, in Prozent Hochrechnung, Basis: private Kfz-Versicherungsnehmer in Deutschland (44 Mio.), Quelle: YouGov
  • 9. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net9 Kfz-Versicherung Mobilitätstrends und die Kfz-Versicherung Doch nicht nur wechselbereite Kunden beschäftigen die Kfz-Versicherung. Im Zuge von Digitalisierung und Vernetzung, aber auch ökologischen und ökonomischen Aspekten verändert sich das Verständnis von Mobilität und neue Mobilitätskonzepte und -möglichkeiten entstehen, die sich letztlich auch auf die Kfz-Versicherung auswirken werden. Einen kleinen Einblick in aktuelle Mobilitätstrends geben die nachfolgenden Seiten. Wie sich diese Trends auf die Kfz-Versicherung auswirken werden bzw. wie das Bewusstsein bezüglich dieser Entwicklungen in der Branche ist, hat die Kurzstudie „Quo vadis Kfz- Versicherung?“ von Simon-Kucher & Partners untersucht. Als Trends mit dem größten Einfluss werden die Entwicklungen rund um das autonome Fahren sowie das vernetzte Fahrzeug gesehen. Eine flächendeckende Verbreitung würde, durch einen Rückgang der Unfallzahlen, die Risikobewertung und das Pricing in der Kfz-Versicherung gehörig durcheinander wirbeln. Ob sich die Umgestaltung dennoch monetarisieren ließe, kann von der Branche noch nicht wirklich beantwortet werden, hohes Potential dazu wird zumindest nur von einem kleinen Teil der Befragten gesehen. 18% 37% 24% 8% 26% 21% 12% 24% 23% 40% 49% 71% 74% 65% 66% 55% 69% 65% 47% 14% 5% 18% 10% 13% 33% 7% 12% 0% 20% 40% 60% 80% 100% professionelles Werkstattmanagement automatisierter Unfallmeldedienst Telematiktarife Big-Data-Tarife Kurzzeit-Soforttarife Tarife für vollautomatisierte Kfz Schutz vor Cyberrisiken im Kfz Pay-per-use-/Pay-per-km-Tarife vollautomatisierte Computerberatung (sehr) gering neutral/weiß nicht (sehr) hoch Einschätzung von Versicherern zum Ertragspotential von Innovationen*, in Prozent * hier wurde nur eine Auswahl der Antwortmöglichkeiten dargestellt, n=46; Quelle: Simon Kucher, Zeitschrift für Versicherungswesen 10/2017 Chancen-/Risikoeinschätzung bestimmter Konzepte* für den Kfz-Markt, in Prozent 7% 28% 30% 48% 50% 54% 44% 46% 11% 28% 32% 67% 4% 48% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% digitale Innovatoren Aggregatoren/Portale autonomes Fahren Telematiktarife vernetztes Kfz Zustimmung Disruption Risiko Chance * hier wurde nur eine Auswahl der Antwortmöglichkeiten dargestellt, n=46, Wie bewerten Sie den Einfluss dieser Konzepte im Kfz-Markt auf das Versicherungsmodell in Ihrem Hause?; Quelle: Simon Kucher, Zeitschrift für Versicherungswesen 10/2017 keine Angabe bei Zustimmung Disruption
  • 10. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net10 Mobilitätstrends Carsharing – Nische oder Mainstream? Der Mobilitätsbegriff beschränkt sich heute nicht mehr nur auf die Nutzung des eigenen Autos, sondern umfasst vielfältige Fortbewegungsformen. Steigender Beliebtheit scheint sich dabei das Teilen des Autos zu erfreuen. Laut dem Bundesverband CarSharing, der jährlich die Kennzahlen der deutschen CarSharing-Anbieter erhebt, waren zum 1.1.2017 1,7 Millionen Fahrberechtigte bei diversen CarSharing-Angeboten registriert, 36,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Free-floating-Angebote erfreuen sich dabei größerer Beliebtheit als stationsbasierte Ausleihmodelle. Den Nutzern standen 9.400 Fahrzeuge an 4.650 Stationen im stationsbasierten Carsharing zur Verfügung. In stationsunabhängigen sowie kombinierten stationsbasierten/free-floating Angeboten waren 7.800 Pkw verfügbar. Die Angebote verteilten sich auf 597 Orte und Städte, 60 mehr als im Vorjahr. Dass der Carsharing-Boom jedoch im Auge des Betrachters zu liegen scheint, zeigt die Markt-Media-Studie „best for planning“ der Medienhäuser Axel Springer, Bauer Media Group, Funke Mediengruppe, Gruner + Jahr und Hubert Burda Media. Den Ergebnissen dieser Untersuchung zufolge haben bisher lediglich zwei Prozent aller Führerscheinnutzer Carsharing genutzt oder zählen sich zu den regelmäßigen Kunden. Weitere 14 Prozent können sich die Nutzung zumindest vorstellen, acht von zehn Führerscheinbesitzern lehnen das Mobilitätsangebot jedoch ab. Diese gegensätzlichen Interpretationen scheinen die Bestätigung einer Untersuchung des Instituts für Mobilitätsforschung zu sein, das der Frage nachging, ob Carsharing im Jahr 2025 Nische oder Mainstream sein wird. Insbesondere aufgrund der fehlenden Bereitschaft der Carsharing-Anbieter, auch ländliche Regionen mit ihren Angeboten zu erschließen, kommt die Untersuchung zu dem Schluss, dass Carsharing wohl auch in Zukunft ein Nischenangebot für Ballungsräume bleiben wird und sich auf Nutzer konzentriert, die einen Pkw nicht mit symbolischen oder emotionalen Motiven verbinden oder schlichtweg über keinen Pkw verfügen. 270.000 320.000 380.000 430.000 455.000 183.000 437.000 660.000 830.000 1.260.000 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.000 1.200.000 1.400.000 2013 2014 2015 2016 2017 stationsbasiert free-floating Anzahl Fahrberechtigter im Carsharing im Zeitverlauf Quelle: Bundesverband CarSharing Bei stationsbasierten Carsharing-Angeboten kommen 48,4 Fahrberechtigte auf ein Auto. Bei reinen free-floating- Angeboten kommen 172,8 Fahrberechtigte auf ein Auto. Der Anteil von E-Fahrzeugen an den Carsharing-Flotten beträgt 10,4 Prozent. Quelle: Bundesverband CarSharing
  • 11. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net11 Mobilitätstrends Deutschland (k)ein Leitmarkt für Elektromobilität? Im Zuge der Ausweitung der weltweiten Mobilität rücken vermehrt Nachhaltigkeitsaspekte und Überlegungen zu klimafreundlichen Alternativen in den Fokus. Elektromobilität gilt hier vielfach als Schlüssel, dies zu erreichen. Weniger Lärm und Emissionen sowie eine sinkende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen werden dazu als Argumente ins Feld geführt. Um auch in Deutschland von diesen Vorteilen profitieren zu können, plant die Bundesregierung Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zufolge, Deutschland bis 2020 zu einem Leitmarkt der Elektromobilität zu entwickeln und mindestens eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Dazu wurden zuletzt 2016 verschiedene Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von knapp unter einer Milliarde EUR in die Wege geleitet. Schwerpunkte bilden dabei der Ausbau der Ladeinfrastruktur, eine Kaufprämie für Elektroautos und Plug-In-Hybride sowie die öffentliche Beschaffung von E-Autos. Trotz dieser Maßnahmen ist das Ziel noch weit entfernt. Zum Stichtag 1.1.2017 zählte das Kraftfahrt Bundesamt 34.022 Elektroautos im Bestand der Pkw. Zwar steigt der Bestand seit Jahren – von 2016 bis 2017 um gut ein Drittel – dennoch beträgt der Anteil von Elektrofahrzeugen am gesamten Pkw-Bestand weniger als 0,1 Prozent. Hybrid-Fahrzeuge kommen auf einen Anteil von knapp 0,4 Prozent. Für die schleppende Entwicklung werden sowohl die Politik als auch die Autohersteller verantwortlich gemacht. Neben fehlendem Engagement fehlt es hierzulande aber vor allem an der passenden Infrastruktur, um die Elektromobilität voranzutreiben. Als kleines Beispiel wird dazu häufig die Abdeckung mit öffentlichen Lademöglichkeiten ins Feld geführt. So kommt in den 50 größten deutschen Städten eine Ladesäule auf 11.800 Einwohner, viel zu wenig für eine flächendeckende Nutzung. Bestand an Elektro- und Hybrid-Pkw im Zeitverlauf 1.436 1.452 1.588 2.307 4.541 7.114 12.156 18.948 25.502 34.022 17.307 22.330 28.862 37.256 47.642 64.995 85.575 107.754 130.365 165.405 0 20000 40000 60000 80000 100000 120000 140000 160000 180000 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Elektro Hybrid Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt 27.453 28.326 30.656 30.691 31.430 35.454 41.512 45.947 46.711 52.909 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 Ludwigshafen Hamm Hagen Wiesbaden Magdeburg Mönchengladbach Duisburg Gelsenkirchen Leverkusen Solingen Einwohner pro Ladesäule Top Ten der 50 größten deutschen Städte nach dem höchstem Einwohner- Ladesäulen-Verhältnis Quelle: zeit.de, Studie des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen
  • 12. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net12 Mobilitätstrends Die wirklichen Leitmärkte in Sachen Elektromobilität Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick über unsere Ländergrenzen hinweg. So kommen in Amsterdam 650 Einwohner auf eine Ladesäule und in Oslo müssen sich sogar nur 488 Einwohner eine Ladesäule teilen. Dennoch werden die Ladestationen in der norwegischen Hauptstadt langsam knapp wie verschiedene Medien Ende letzten Jahres berichteten, denn in keinem anderen Land ist der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen so hoch wie in Norwegen. Zudem hat Norwegen mit 37 Prozent den größten Elektroautomarktanteil weltweit, wie Marktdaten des Center of Automotive Management (CAM) zeigen. Allerdings fördert die norwegische Regierung auch gezielt die Verbreitung der Elektromobilität, um ihr ehrgeiziges Ziel – bis 2025 sollen alle neu zugelassenen Autos in Norwegen Nullemissionsfahrzeuge sein – auch zu erreichen. So können allein beim Kauf eines Elektrofahrzeugs Mehrwert-, Import- und Abgassteuer gespart werden, kostenfreie kommunale Parkplätze und Ladestationen sowie die Erlaubnis, zusätzliche Fahrspuren nutzen zu dürfen, machen anschließend auch die Nutzung eines E-Autos attraktiv. Spitzenreiter beim Verkauf von E-Autos ist China. 770.000 Elektro- und Hybrid-Autos wurden 2017 im Land der Mitte erstmals für den Straßenverkehr zugelassen, eine Steigerung von über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2018 wird mit mehr als einer Million neuer Elektro- und Hybridfahrzeuge gerechnet. Damit liegt China weit vor den Absatzzahlen anderer Länder, besitzt mit gut 24 Millionen Pkw-Neuzulassungen pro Jahr aber auch den größten Automarkt weltweit. Der konsequente Ausbau der Elektromobilität wird auch in China von der Regierung vorangetrieben. Dazu verabschiedete diese im vergangenen Jahr die Einführung einer E-Auto-Quote: Ab 2019 müssen Autohersteller, die mehr als 30.000 Fahrzeuge pro Jahr im Land der Mitte verkaufen, für mindestens zehn Prozent ihrer Fahrzeuge eine Elektroquote nachweisen. Für 2020 ist eine Anhebung der Quote auf zwölf Prozent geplant. 770.000 194.479 62.316 47.263 36.778 9.191 507.000 157.185 44.908 37.092 29.181 23.114 0 200.000 400.000 600.000 800.000 China* USA Norwegen UK Frankreich Niederlande 2017 2016 Bestand an Elektro- und Hybrid-Pkw im internationalen Vergleich *gerundet, inkl. Commercial Vehicles; China, USA und Norwegen inkl. Brennstoffzelle; Hersteller in den USA teilweise geschätzt; Quelle: Center of Automotive Management
  • 13. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net13 Mobilitätstrends Renaissance des Rades? Neben der Elektromobilität gelten auch das Fahrrad sowie die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs als klimafreundliche Mobilitätsalternativen, werden politisch unterstützt und gefördert und sollen deshalb auch an dieser Stelle Beachtung finden. Laut dem Bericht 2015/16 des deutschen Mobilitätspanels wurden 2015 11,8 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Ein Wert, den das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) erhöhen möchte. Vorbilder seien hier unsere Nachbarländer Dänemark und die Niederlande.1 In diesen liegt der Radverkehrsanteil bei 18 bzw. 27 Prozent. Als wesentliches Instrument zur Zielerreichung gilt der Radverkehrsplan (NRVP) 2020, ein Strategiepapier, welches die wesentlichen Leitlinien für die Radverkehrsförderung der nächsten Jahre umfasst. Im vergangenen Jahr standen von Seiten des BMVI ca. 130 Millionen EUR für die Förderung des Radverkehrs zur Verfügung. Laut dem Fahrradmonitor Deutschland 2015 (gefördert durch das BMVI) verfügen gut 76 Prozent der Haushalte über mindestens ein Fahrrad, im Durchschnitt stehen sogar 2,4 Fahrräder pro Haushalt zur Verfügung. 14 Prozent der Befragten greifen dabei täglich und weitere 24 Prozent zumindest mehrmals pro Woche auf das Rad als Transportmittel zurück. Mit einem täglichen Nutzungsanteil von 44 Prozent liegt das Auto jedoch deutlich vorne, nur zu Fuß wird sich mit einem täglichen Anteil von 47 Prozent noch häufiger bewegt. Je größer der Ort, desto größer auch der Anteil der Fahrradnutzer, während der Anteil der Autofahrer abnimmt. Als häufigste Gründe gegen die Nutzung des Fahrrads als Verkehrsmittel wurden eine zu große Entfernung, die längere Dauer sowie zu große Anstrengung genannt. 1 BMVI: „Fahrradverkehr“, online unter: http://www.bmvi.de/DE/Themen/Mobilitaet/Strasse/Fahrradverkehr/fahrradverkehr.html 85% 34% 74% 38% 61% 42% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% Auto Fahrrad bis 50.000 EW 50.000-250.000 EW über 250.000 EW Regelmäßige* Verkehrsmittelnutzung nach Ortsgröße, in Prozent *umfasst tägliche bzw. mehrmalige wöchentliche Nutzung; Quelle: Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH – Fahrradmonitor Deutschland 2015 Anlass der Fahrradnutzung, in Prozent 10% 29% 31% 44% 67% 67% 0% 20% 40% 60% 80% Fahrt zur Schule/Ausbildung Fahrt zur Arbeit Sport abends, z. B. Treffen mit Freunden zum Einkaufen/kurze Erledigungen Ausflüge Quelle: Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH – Fahrradmonitor Deutschland 2015 Beliebtheit von Verkehrsmitteln: Autovon 81 Prozent sehr gerne/gerne genutzt, Fahrrad von 53 Prozent.
  • 14. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net 10,7% 6,2% 17,7% 41,0% 24,5% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Personenverkehr mit Eisenbahnen (2) Großstadt >500.000 EW Mittel-/Großstadt <500.000 EW Klein-/Mittelstadt <10.000 EW regionaler Verkehr mit Bussen 14 Mobilitätstrends ÖPNV als Alternative zum Auto? Während die Fahrradnutzung in den letzten Jahren eher konstant blieb, konnte sich der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) über Zugewinne freuen. 11,2 Milliarden Fahrgäste transportierte Angaben des VDV (Branchenverband des ÖPNV) zufolge der Liniennahverkehr 2016, was 30,7 Millionen Fahrgästen pro Tag entspricht. Die Verkehrsleistung des ÖPNV betrug 2016 106,7 Milliarden Personenkilometer oder auch 292,5 Millionen Personenkilometer pro Tag. Die ca. 450 Mitgliedsunternehmen des VDV decken gut 90 Prozent dieses Verkehrsaufkommens ab. Im Fernverkehr (ohne Fernlinienbusse) wurden 2016 gut 39,4 Milliarden Personenkilometer zurückgelegt. Mit einem Fahrgastanteil von 78,5 Prozent befördern Busse und Straßenbahnen wesentlich mehr Fahrgäste als der Eisenbahnpersonenverkehr. Bei der Verkehrsleistung dreht sich dieses Verhältnis jedoch logischerweise wieder um: Knapp zwei Drittel der zurückgelegten Personenkilometer im ÖPNV entfielen 2016 auf den Eisenbahnpersonenverkehr. Im Vergleich zum Vorjahr nutzten 2016 1,8 Prozent mehr Fahrgäste die Angebote des ÖPNV, der seine Verkehrsleistung insgesamt um 2,2 Prozent steigern konnte (Werte beziehen sich nur auf VDV- Mitglieder). Laut VDV ersetzte der ÖPNV mit diesen Werten 2016 rund 20 Millionen Autofahrten täglich. Von den Verkehrsleistungen, die mittels Auto erbracht werden, ist der ÖPNV dennoch noch weit entfernt, wie die vorangegangenen Statistiken gezeigt haben. (siehe Seite 4) 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 9.000 9.200 9.400 9.600 9.800 10.000 10.200 10.400 2007 2008 2009 2010 2011 (1) 2012 2013 2014 2015 2016 Fahrgäste ÖPNV in Millionen Personenkilometer im ÖPNV in Millionen Fahrgastaufkommen und Personenkilometer im ÖPNV* * Werte umfassen nur VDV-Mitglieder (ca. 90 Prozent der gesamten Branche) 1) seit 2011 wird auch Fernverkehr der DB-Gruppe in Statistik mit einbezogen, Quelle: VDV Beliebtheit von Verkehrsmitteln: Autovon 81 Prozent sehr gerne/gerne genutzt, ÖPNVvon 30 Prozent. Quelle: Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH – Fahrradmonitor Deutschland 2015 Fahrgastaufkommen nach Strukturgruppen 2016, in Prozent 2) einschließlich Fernverkehr und ÖSPNV der Eisenbahnunternehmen, Quelle: VDV
  • 15. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net15 Mobilitätstrends Connected Car Wenn es um die Zukunft der Mobilität geht, scheint kein Thema gefragter zu sein als das vernetzte Fahrzeug. Das vernetzte Fahrzeug besitzt die Fähigkeit zur internen, bspw. die Kommunikation verschiedener Fahrsysteme untereinander, und/oder externen Vernetzung, bspw. Verbindung zum Internet oder Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern und der Verkehrsinfrastruktur, die sich in verschiedenen Funktionen in Bereichen wie Entertainment, Navigation oder Sicherheit niederschlägt. Einer Untersuchung von Deloitte zufolge lag der der Umsatz mit Connected Car Services (CCS) in Europa 2016 bei 62 Millionen EUR, für 2021 wird ein Marktvolumen von 715 Millionen EUR prognostiziert. Insbesondere bei den Kunden stoßen CCS auf Interesse und auch Zahlungsbereitschaft, wie verschiedene Untersuchungen zeigen. Bei der Untersuchung von Deloitte gaben 53 Prozent der Befragten an, bereits Connected Car Services zu nutzen oder zumindest im nächsten Fahrzeug nutzen zu wollen. Den größten Mehrwert haben die Services nach Ansicht der Befragten im Bereich Sicherheit, der für die Kunden auch gleichzeitig am bedeutsamsten ist. Entsprechend werden Sicherheitsservices wie Stau- oder Spurhalteassistenten von 77 Prozent der Befragten als wichtig bzw. besonders wichtig eingeschätzt, während Unterhaltungsfunktionen wie Musik- oder Filmstreaming von 37 Prozent der Befragten als wichtig bzw. besonders wichtig eingeschätzt werden. Welche Bedeutung haben verschiedene CCS nach Meinung der Kunden, in Prozent 13% 34% 36% 48% 24% 36% 36% 29% 30% 21% 19% 16% 16% 5% 4% 3% 17% 4% 5% 4% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Entertainment Fahrzeugmanagement Navigation Sicherheit sehr wichtig wichtig weder/noch weniger wichtig unwichtig 27% 48% 17% 6% 2% 0 EUR 1-49 EUR 50-99 EUR 100-299 EUR >=300 EUR Monatliche Zahlungsbereitschaft für CCS, in Prozent Bekanntheit und Verbreitung von CCS, in Prozent 13% 40% 11% 29% 7% 0% 10% 20% 30% 40% 50% Ich nutze CCS bereits in meinem aktuellen Auto. Ich möchte CCS in meinem nächsten Auto nutzen. Ich interessiere mich nicht für CCS. Ich habe bislang noch nicht von CCS gehört. weiß nicht Quelle: Deloitte
  • 16. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net Testfeld autonomes Fahren Die Verknüpfung der einzelnen smarten Komponenten des Autos stellt die nächste Stufe des Connected Cars dar. Als Endstufe gilt schließlich die Entwicklung eines Fahrzeugs, das sich völlig autonom und unfallfrei durch den Verkehr bewegen kann. Die Visionen des selbstfahrenden Autos gehen allerdings immer mit einer Vielzahl von Bedenken technischer, rechtlicher und ethischer Natur einher und werfen zahlreiche Fragen auf: Welche Instanz haftet bei einem Unfall? Dürfte ein autonomes Fahrzeug das Leben eines Einzelnen gefährden, um bspw. eine Personengruppe zu schützen? Welche Herausforderungen bringen die Themen Daten- und Cybersicherheit mit sich? Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden und mit den Bedenken proaktiv umzugehen, wird auch in Deutschland fleißig im Bereich des autonomen Fahrens experimentiert. Für dieses Jahr ist die Initiierung verschiedener Teststrecken geplant, u. a. in Baden- Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wie eine Übersicht des GDV zeigt. Dabei beschränken sich die Teststrecken und Pilotprojekte nicht mehr nur auf Autobahnen wie das erste digitale Testfeld auf der A9 zwischen München und Nürnberg, sondern umfassen auch Landstraßen und den Stadtverkehr. Neben dem automatisierten Fahren steht auch die Erforschung der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur auf dem Programm, weshalb einige Projekte auch den Umbau von bspw. Ampel- und Straßen- beleuchtungssystemen vorsehen. Auch die Versicherungswirtschaft zeigt bereits großes Interesse am Thema vernetztes und automatisiertes Fahren, da dieses mit weitreichenden Auswirkungen insbesondere für die Kfz-Versicherung verbunden sein wird. Ganz praktisch setzt sich bereits die R+V mit dem Thema auseinander: Der Wiesbadener Versicherer plant, zwei seiner Standorte mit einem autonom fahrenden Shuttle-Bus zu verbinden. Die Teststrecke umfasst eine gut einen Kilometer lange öffentliche Straße. 16 Mobilitätstrends eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Testprojekte findet sich unter http://www.gdv.de/2017/11/diese-staedte-und-regionen-werden-2018-zu-teststrecken/ Quelle: GDV Teststrecken für automatisiertes Fahren Eröffnung 2018 Eröffnungsdatum offen in Betrieb Dresden Berlin Bad Birnbach München Nürnberg Ingolstadt Flensburg Sylt Hamburg Bremen Hannover - Braunschweig - Wolfsburg - Salzgitter Wiesbaden Düsseldorf Wuppertal Karlsruhe - Heilbronn Merzig - Saarbrücken - Metz - Luxemburg Teststrecke Düsseldorf: - Teilstücke der A44, A52 und A57 zwischen Kreuz Meerbusch und Kreuz Kaarst; einige Kilometer Landstraße; Teile des Düsseldorfer Stadtverkehrs - bis Juni 2018 Erstellung hochgenauer Karten, anschließend autonome Befahrung der Strecke mit drei Autos und 16 Bussen der Düsseldorfer Rheinbahn Testfeld Dresden: - Interaktion zwischen automatisierten und herkömmlichen Autos im Mittelpunkt der Forschung - Entwicklung von mobilfunk- und cloudbasierten Funktionen - technische Ausrüstung ausgewählter Teilstrecken - Aufnahme von Testfahrten im Laufe des Jahres
  • 17. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net17 Mobilitätstrends Autonome Fahrzeuge und die Kfz-Versicherung 90 Prozent der Unfälle auf deutschen Straßen sind auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen, da liegt der Schluss nahe, dass die Verbreitung von Fahrassistenzsystemen und autonomen Komponenten im Fahrzeug erhebliche Auswirkungen auf die Schadenhäufigkeit und -höhe und damit auch die Kfz-Versicherung haben wird. Um diese vagen Vermutungen mit Zahlen zu hinterlegen, hat der GDV eine Projektgruppe verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen ins Leben gerufen, die die Auswirkungen assistierten und automatisierten Fahrens auf die Schadenentwicklung bis zum Jahr 2035 genauer unter die Lupe genommen hat. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Schadenhäufigkeit und damit auch die Entschädigungsleistungen in der Kfz-Versicherung durch Systeme wie Park- und Rangierassistenten oder Autobahnpiloten um sieben bis 15 Prozent (je nach Verbreitungsgeschwindigkeit im Markt) im Vergleich zum Bezugsjahr 2015 zurückgehen werden. Allerdings werden in der Praxis weniger Pkw-Schäden verhindert werden als in der Theorie, was mit einem Zusammenspiel aus Effizienz und Nutzungsgrad der einzelnen Assistenzsysteme begründet wird. So wird zwar kombinierten Assistenzsystemen wie bspw. Autobahnpiloten die größte Effizienz bei der Vermeidung von Schäden zugesprochen (bis zu 90 Prozent), allerdings müssen diese aktiv von den Nutzern eingeschaltet werden, was nicht permanent der Fall sein wird. Auch werden sich Kaskoschäden wie Steinschläge oder Autodiebstähle weniger verhindern lassen als Haftpflichtschäden. Gleichzeitig werden die Reparaturkosten im Schadenfall durch die zusätzlich verbaute Technik steigen. Die Untersuchung prognostiziert bis 2035 Anstiege von drei bis knapp acht Prozent in der Kfz-Haftpflicht sowie vier bis zehn Prozent in der Kaskoversicherung. Auswirkungen von Assistenzsystemen und automatisierten Fahrfunktionen auf die Entschädigungsleistungen*, für alle Fahrzeuge, in Milliarden EUR 22 20,5 18,7 0 5 10 15 20 25 Kfz-Versicherung (gesamt) 2015 2035 -6,9% -15,2% 14 12,7 11,2 0 2 4 6 8 10 12 14 16 Kfz-Haftpflichtversicherung 2015 2035 -9,3% -20,0% 8 7,8 7,4 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Kaskoversicherung 2015 2035 -2,8% -7,3% Bezugsjahr 2015 langsame Verbreitung schnelle Verbreitung * Reduktion des Schadenaufwandes durch Fahrassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen inkl. Erhöhung der Reparaturaufwendungen durch die neuen Systeme und Entwicklung des Fahrzeugbestands, Quelle: GDV
  • 18. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net18 Ihnen gefällt unser Themendossier? Innerhalb der Leipziger Foren verstehen sich die Bankenforen Leipzig als Dienstleister für das Bankgewerbe. Damit sprechen wir Privatbanken, Landesbanken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, Spezialbanken sowie sonstige Finanzinstitute an. Unsere Kernkompetenz liegt im Erkennen und Aufgreifen neuer Trends sowie Themen, etwa im Rahmen von Studien und Forschungsprojekten unter unmittelbarer Beteiligung von Finanzinstituten. In Kooperation mit den Digital Impact Labs entwickeln und implementieren wir basierend auf aktuellen wissenschaftlichen und fachlichen Erkenntnissen zukunftsweisende Lösungen. Die Versicherungsforen Leipzig unterstützen Unternehmen der Versicherungswirtschaft bei ihren Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Wir erforschen und analysieren neue Trends und Themen, erarbeiten daraus konkrete Anforderungen für Versicherungsunternehmen und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze. Neben F&E-Projekten wie Studien, Marktanalysen oder Strategieberatung sind die Versicherungsforen Leipzig als Anbieter von Aus- und Weiterbildungsformaten wie Seminaren, Fachkonferenzen und Messekongressen bekannt. Das Themendossier erscheint regelmäßig und ist ein Leistungsbestandteil der Forenpartnerschaft. Die Forenpartnerschaft wurde ins Leben gerufen, um den Wissenstransfer und fachlichen Austausch zwischen Unternehmen und Wissenschaft zu ermöglichen, zu fördern und zu unterstützen. Unseren Partnerunternehmen bzw. deren Mitarbeitern bieten wir im Rahmen der Partnerschaft zahlreiche Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zum gezielten Know-how-Aufbau. Für Versicherungsunternehmen und Banken sowie branchennahe Dienstleistungsunternehmen bieten wir unterschiedliche Partnerschaftsmodelle an, die sich an den jeweiligen Themenschwerpunkten orientieren. Ihre Ansprechpartner Anja Thamm Projektleiterin Bankenforen Leipzig T +49 341 98988-235 F +49 341 98988-9199 E thamm@bankenforen.de Bastian Mörstedt Leiter Partnerbetreuung Versicherungsforen Leipzig T +49 341 98988-221 F +49 341 98988-9199 E moerstedt@versicherungsforen.net
  • 19. © Versicherungsforen Leipzig GmbH www.versicherungsforen.net19 Impressum Autor(en) des vorliegenden Themendossiers Magdalena Dröse et al. T +49 341 98988-225 E magdalena.droese@versicherungsforen.net Titelbild: © Jan Becke – fotolia.com Abonnement des Versicherungsforen- Themendossiers Das Versicherungsforen-Themendossier ist ein Leistungsbestandteil der Forenpartnerschaft, ein Produkt der Versicherungsforen Leipzig. Neben dem Abonnement des Themendossiers stehen unseren Partnerunternehmen eine Vielzahl von Wissens- und Präsentationsleistungen zur Verfügung. Eine vollständige Leistungsübersicht sowie weitere Informationen zur Partnerschaft finden Sie unter www.versicherungsforen.net/forenpartnerschaft. Versicherungsforen Leipzig GmbH Hainstraße 16, 04109 Leipzig | I www.versicherungsforen.net | E kontakt@versicherungsforen.net Urheberrecht: Autor der Präsentation ist die Versicherungsforen Leipzig GmbH. Soweit die Inhalte in dieser Präsentation nicht vom Autor selbst erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter durch den ausdrücklichen Hinweis oder eine sonstige Kennzeichnung gewahrt. Im Fall der Weiterverwendung der vorliegenden Folien sind fremde Inhalte stets als solche zu kennzeichnen. Der Verwender verpflichtet sich insoweit auf die Einhaltung des Urheberrechts. Haftungsausschluss: Die Inhalte der Präsentation wurden mit größter Sorgfalt recherchiert und erstellt. Der Autor übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller, ideeller oder einer sonstigen Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern kein vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten seitens des Autors vorliegt. Der Autor haftet nicht für Urheberrechtsverstöße, die durch die Weiterverwendung der dargebotenen Informationen in jedweder Art und Weise entstehen.