Informationsdienst der Techniker Krankenkasse Nr. 3 2014 
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Die Brandenburger Gesundheitspolitiker im Interview 
Fachkräfte sind im Land gefragt. Was werden Sie tun, 
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Werden Sie sich für ein gemeinsames klinisches 
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"TK spezial" für Berlin-Brandenburg 3-2014

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"TK spezial" für Berlin-Brandenburg 3-2014

  1. 1. Informationsdienst der Techniker Krankenkasse Nr. 3 2014 spezial Berlin und Brandenburg Position: Qualität neu denken • Beitrag: Landtagswahl in Brandenburg – die gesundheits-politischen Kandidaten • Interview: drei Fragen an die Kandidaten Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, Brandenburg steht kurz vor der Landtagswahl! Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung kommt der Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung eine besondere Bedeutung zu. Berlin und Brandenburg sollten das Ge-sundheitswesen künftig viel stärker gemeinsam organisieren. Im Interview haben alle Branden-burger Gesundheitspolitiker dafür votiert, dass beide Bundesländer sich bei der klinischen Krebsregist-rierung zusammentun sollten. In rund drei Wochen sind die Märker aufgerufen, die Kandida-ten der Parteien zu wählen. Die Politik ist gefordert, den Bürgern zu erklären, wie sie die medizi-nische Versorgung zukunftsfest weiterentwickeln will. Auch wenn die Gesundheitspolitik nicht zu den Top-Themen zählt – im Sinne der Wähler dürfen sich die Positionen der Parteien ruhig unterscheiden. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen Susanne Hertzer Leiterin der TK-Landesvertretung Berlin und Brandenburg Der Eigentümer dieses Gartens in der Uckermark ist längst zu einem Bad im See unterwegs. Glosse Mit Schirm, Charme und Kuli Eltern laufen, bepackt mit Handtüchern, Wasserball und Campingstuhl, an die Ufer der Brandenburger Badeseen. In märkischen Gärten flimmert die Hitze. Dem unbeteiligten Betrachter erscheint es zuweilen wie ein ganz normaler Sommer. Dennoch: Brandenburg steckt mitten im Wahlkampf. Am 14. Septem-ber wählen die Märker die Kandidaten der Parteien für den Landtag. Vor den Wahlkämpfern liegt ein Mam-mutprogramm. Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln und kämpfen. Die kom-menden Wochen werden schweiß-treibend sein. Das Land Brandenburg misst fast 30.000 Quadratkilometer. Wer die märkische Fläche kennt, der weiß, wie viele Grillfeste, Heuballen-partys und Traktorentreffen zwischen Perleberg, Cottbus und Bad Belzig im Terminplan Platz finden müssen. Schirme gilt es auch im Wind immer wieder neu aufzustellen. Flyer und Kulis müssen lächelnd an den Mann gebracht werden. Die Anforderungen für die Kandidaten der Parteien sind im Vergleich zum Wahlkampf vor fünf Jahren sogar noch gestiegen. Auf der Fahrt zum nächsten Termin müssen Bürgeranfragen beantwortet, Twit-termeldungen geschrieben und die Presse für eine exklusive Berichter-stattung gewonnen werden. Anders als oft behauptet, sind die Funk­löcher für Internet und Telefon auch in Bran-denburg kleiner geworden. Und wer weiß, wie viele Tankstellen Wahl-kämpfer bis zum Stichtag kennen-lernen? Bodenhaftung, Hingabe und Leidenschaft sind gefragt. Das gilt besonders für jene, die sich für das Haifischbecken Gesundheitspolitik entschieden haben.
  2. 2. TK spezial Berlin und Brandenburg · 3/2014 | 2 Man kann erahnen, dass eine Diskus-sion um Detailfragen der Krankenhaus-planung nicht bei jedem märkischen Wähler verfangen wird. Dabei geht es gerade in der Gesundheitspolitik immer direkt um Menschen. Wähler sind auch Versicherte und Patienten. Gewiss, die Aspiranten der Parteien sind darauf angewiesen, die Detail­fragen zu kennen. Die einen, um nach der Wahl Entscheidungen zu treffen, und die anderen, um sie kritisieren zu können. Aber: Das Mandat muss erst einmal gewonnen werden. Auf dem Weg zu diesem Ziel scheinen bekannte Botschaften hilfreich zu sein. Obacht, der Wähler will am Wahltag wählen! Ihm sei gegönnt, dass die Positionen der Kandidaten sich ein wenig unterscheiden. Gleich drei Parteien haben den „Anker“ in der Versorgung für sich entdeckt. In der Schifffahrt hält er gewöhnlich, was er verspricht, nämlich das Schiff. Die Metapher auf die märkischen Krankenhäuser bezogen, könnte bedeuten, das Gesundheitswesen im Land festhalten. Aber wer weiß, ob halten schon gestalten ist? Für die Gesundheitspolitiker bietet die heiße Phase des Wahlkampfes Gelegenheit, bei den wichtigen Fragen auch die besseren Argumente zu haben. Den Kandidaten ist zu wün-schen, dass sie dabei Gehör finden. Auch die schlimmsten Prognosen können sich bekanntlich noch einmal drehen oder eben „stimmen“. Am Ende müssen die märkischen Wähler entscheiden. Viel Glück also und schön locker bleiben! Position Qualität neu denken Die Bundesregierung steht in den Startlöchern für eine Reform der Krankenhausversorgung. Eine Arbeits-gruppe aus Vertretern von Bund und Ländern hat ihre Arbeit aufgenommen. Ein Schwerpunkt der Reform: die stärkere Qualitätsorientierung in der stationären Versorgung. Tatsächlich hat der Qualitätsaspekt bislang nicht die Bedeutung inne, die ihm eigentlich zusteht. Zwar sind die Kliniken seit einigen Jahren verpflichtet, regelmä-ßig Qualitätsdaten zu veröffentlichen. Diese Berichte über Klinikinfektionen oder Komplikationsraten nach Opera-tionen sind für Patienten aber meist schwer verständlich. Weder in der Krankenhausplanung der Landesre-gierung noch bei der Vergütung von Krankenhausleistungen werden bisher Qualitätskriterien berücksichtigt. Das Ziel muss eine höhere Qualität sein. Ärzte und Schwestern bei der Arbeit im OP. Der Stechlin lädt zum Verweilen ein. Zunächst müssen Anreize in der Vergü-tung gesetzt werden, die künftig zu ei-nem qualitätsorientierten Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern führen. Auch in der Planung muss die Qualität eine größere Rolle spielen. Das Messen von Qualität ist eine ehr-geizige Aufgabe. Dafür sind eine valide Datengrundlage und eine seriöse wis-senschaftliche Auswertung notwendig. Das von der Bundesregierung geplante neue Qualitätsinstitut ist daher ein Schritt in die richtige Richtung. Nicht zu-letzt ist Transparenz besonders wichtig, damit sich Qualitätsmessungen positiv auf die Versorgung der Patienten aus-wirken können. Für planbare Eingriffe im Krankenhaus benötigen mündige Patienten relevante und verständliche Informationen, um die in ihrer Situation optimale Klinik auszuwählen. Stärker als bisher müssen sich alle Akteure im Gesundheitswesen und auch die Politik auf mehr Transparenz einlassen.
  3. 3. Steckbriefe der Berliner Gesundheitspolitiker Landtagswahl 2014: Die Brandenburger Gesundheitspolitiker Czaja, geboren am 21. September 1975 in Berlin, hat berufsbeglei-tend Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Wildau (FH) Sylvia Lehmann wurde 23. April 1954 in Schorbus bei Cottbus geboren. Sie hat eine Lehre zur Industriekauffrau absolviert und in Weimar Ökonomie studiert. Nach Tätigkeiten als Dezernentin im Altkreis Lübben und im Landkreis Dahme-Spreewald zog sie 2004 erstmals in den Brandenburger Landtag ein. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion und Sprecherin für Gesund-heit Berlin und BrandenBurg Steckbriefe der Berliner Gesundheitspolitiker und Soziales. Sylvia Lehmann ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Prof. Dr. Mario Michael Czaja, Schierack, geboren am geboren 21. September am 12. 1975 November in Berlin, 1966 hat berufsbeglei-tend in Forst, hat an der Charité in Berlin Betriebswirtschaftslehre Humanmedizin studiert. an der Der Technischen Facharzt Hochschule für Orthopädie Wildau und (FH) Unfall-chirurgie studiert und den Abschluss Diplom-Betriebswirt (FH) erworben. 1999 zog er erstmals in das Berliner Abgeordnetenhaus ein. Zwei Jahre später hat er die Funktion des gesundheitspolitischen Sprechers der CDU-Fraktion übernommen. Seit 2009 ist er Stellvertretender Vorsitzender der Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Mario Czaja ist CDU-Spitzenkandidat im Wahlkreis 5 des Stadtbezirkes Marzahn-Hellersdorf. ist seit 2008 Honorarprofessor für Rehabilitationsmedizin an der Hoch-schule Lausitz. Er ist Parteivorsitzender der CDU in Brandenburg und zugleich ihr Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2014. Für seine Fraktion ist er der Vorsitzen-de und zugleich Gesundheits- und Wissenschaftspolitischer Sprecher. Abseits der Politik erfreut sich der Vater von zwei Kindern am Laufen, Wandern und Segeln. Marco Büchel, geboren 16. März 1983 in Wriezen, hat den Beruf des Sozialversicherungsfachangestellten gelernt und war zuletzt als Mitarbeiter einer gesetzlichen Krankenkasse im Außendienst tätig. Seit 2009 ist er Abge-ordneter Kai Gersch ist am 13. Februar 1971 in Bergen auf Rügen geboren. Er ist gelernter Instandhaltungsmechaniker und als kaufmännischer Angestellter in der Unterhaltungsbranche tätig. Kai Gersch ist seit 2006 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Für die FDP-Fraktion ist er Sprecher für Gesundheit, Verbraucherschutz, Pflegepolitik und Integration. Kai Gersch tritt im Wahlkreis 4 des Bezirkes Spandau an. des Brandenburger Landtags. Für die Fraktion ist Marco Büchel der Foto: Oliver Lang, SPD Brandenburg Foto: Laurence Chaperon Steckbriefe der Berliner Gesundheitspolitiker Sprecher für Gesundheits- und Sozialpolitik. Abseits des politischen Geschäfts widmet sich der verheiratete Vater eines Kindes der Kultur. Thomas Isenberg ist am 18. Juli 1967 in Duisburg geboren. Er hat nach einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung und Management-Fortbildung bei der Bayer AG Medizin in Düsseldorf studiert. Beim Verbraucherzentrale-Bun-desverband Ursula Nonnemacher wurde am 29. Juni 1957 in Wiesbaden geboren. Sie hat Humanmedizin in Mainz und Berlin studiert und ist Fachärztin für innere Medizin. Seit 2009 leitete ist sie er Abgeordnete den Bereich Gesundheit/des Brandenburger Ernährung. Aktuell Landtags. ist er als Ihre Partei hat sie zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl gewählt. Für die Fraktion ist Ursula Nonnemacher die Sprecherin für Innen- und Kommunalpo-litik, Geschäftsbereichsleiter beim Dienstleister spectrumK weitgehend beurlaubt. Thomas Isenberg ist der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Er tritt für die SPD im Wahlkreis 3 des Bezirkes Mitte an. Gesundheit und Soziales. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Heidi Kosche ist am 17. November 1949 in Erfurt geboren. Sie hat Chemie an der FH Aachen sowie Biologie und Politik an der Freien Universität Berlin studiert und die Abschlüsse Ing. grad. der Chemie und Studienrätin erlangt. Als Referentin für Naturwissenschaften am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg ist sie derzeit beurlaubt. Sie ist seit 2006 direkt gewähltes Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und aktuell gesund-heitspolitische Raimund Tomczak, geboren am 10. August 1947 in Königs Wusterhausen, ist gelernter Ökonom für Binnenhandel. 2009 zog er erstmals in den Brandenburger Landtag ein. Der stellvertretende FDP-Landesvorsitzende in Brandenburg ist für seine Fraktion Sprecher für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. In seiner Freizeit widmet sich der Vater von zwei Kindern der Countrymusik Sprecherin für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Heidi und dem Reitsport. Kosche ist Direktkandidatin im Wahlkreis 1 in Friedrichshain-Kreuzberg. Katrin Lompscher ist am 7. April 1962 in Berlin geboren. Sie hat an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar studiert und den Abschluss als Diplomingenieurin für Städtebau erworben. 2001 wurde sie Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung in Lichtenberg. Seit November 2006 ist sie Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin. Sie ist Direktkandidatin im Wahlkreis Lichtenberg. Die Linke hat sie auf Platz drei der Landesliste gewählt. TK spezial Sonderausgabe 2011 2 TK spezial Berlin und Brandenburg · 3/2014 | 3 Foto: DIE LINKE. Brandenburg Foto: privat Foto: Sven Klages Berlin und BrandenBurg Mario Czaja, geboren am 21. September 1975 in Berlin, hat berufsbeglei-tend Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Wildau (FH) studiert und den Abschluss Diplom-Betriebswirt (FH) erworben. 1999 zog er erstmals in das Berliner Abgeordnetenhaus ein. Zwei Jahre später hat er die Funktion des gesundheitspolitischen Sprechers der CDU-Fraktion übernommen. Seit 2009 ist er Stellvertretender Vorsitzender der Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Mario Czaja ist CDU-Spitzenkandidat im Wahlkreis 5 des Stadtbezirkes Marzahn-Hellersdorf. Kai Gersch ist am 13. Februar 1971 in Bergen auf Rügen geboren. Er ist gelernter Instandhaltungsmechaniker und als kaufmännischer Angestellter in der Unterhaltungsbranche tätig. Kai Gersch ist seit 2006 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Für die FDP-Fraktion ist er Sprecher für Gesundheit, Verbraucherschutz, Pflegepolitik und Integration. Kai Gersch tritt im Wahlkreis 4 des Bezirkes Spandau an. Thomas Isenberg ist am 18. Juli 1967 in Duisburg geboren. Er hat nach einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung und Management-Fortbildung bei der Bayer AG Medizin in Düsseldorf studiert. Beim Verbraucherzentrale-Bun-desverband leitete er den Bereich Gesundheit/Ernährung. Aktuell ist er als Geschäftsbereichsleiter beim Dienstleister spectrumK weitgehend beurlaubt. Thomas Isenberg ist der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Er tritt für die SPD im Wahlkreis 3 des Bezirkes Mitte an. Heidi Kosche ist am 17. November 1949 in Erfurt geboren. Sie hat Chemie an der FH Aachen sowie Biologie und Politik an der Freien Universität Berlin studiert und die Abschlüsse Ing. grad. der Chemie und Studienrätin erlangt. Als Referentin für Naturwissenschaften am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg ist sie derzeit beurlaubt. Sie ist seit 2006 direkt gewähltes Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und aktuell gesund-heitspolitische Sprecherin für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Heidi Kosche ist Direktkandidatin im Wahlkreis 1 in Friedrichshain-Kreuzberg. Foto: FDP HINTERGRUND Foto: Sven Klages in der Unterhaltungsbranche tätig. Kai Gersch ist seit 2006 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Für die FDP-Fraktion ist er Sprecher für Gesundheit, Verbraucherschutz, Pflegepolitik und Integration. Kai Gersch tritt im Wahlkreis 4 des Bezirkes Spandau an. Thomas Isenberg ist am 18. Juli 1967 in Duisburg geboren. Er hat nach einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung und Management-Fortbildung bei der Bayer AG Medizin in Düsseldorf studiert. Beim Verbraucherzentrale-Bun-desverband leitete er den Bereich Gesundheit/Ernährung. Aktuell ist er als Geschäftsbereichsleiter beim Dienstleister spectrumK weitgehend beurlaubt. Thomas Isenberg ist der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Er tritt für die SPD im Wahlkreis 3 des Bezirkes Mitte an. Heidi Kosche ist am 17. November 1949 in Erfurt geboren. Sie hat Chemie an der FH Aachen sowie Biologie und Politik an der Freien Universität Berlin studiert und die Abschlüsse Ing. grad. der Chemie und Studienrätin erlangt. Als Referentin für Naturwissenschaften am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg ist sie derzeit beurlaubt. Sie ist seit 2006 direkt gewähltes Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und aktuell gesund-heitspolitische Sprecherin für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Heidi Kosche ist Direktkandidatin im Wahlkreis 1 in Friedrichshain-Kreuzberg. Katrin Lompscher ist am 7. April 1962 in Berlin geboren. Sie hat an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar studiert und den Abschluss als Diplomingenieurin für Städtebau erworben. 2001 wurde sie Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung in Lichtenberg. Seit November 2006 ist sie Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin. Sie ist Direktkandidatin im Wahlkreis Lichtenberg. Die Linke hat sie auf Platz drei der Landesliste gewählt. TK spezial Sonderausgabe 2011 2 Foto: Sven Klages Mario studiert und den Abschluss Diplom-Betriebswirt (FH) erworben. 1999 zog er erstmals in das Berliner Abgeordnetenhaus ein. Zwei Jahre später hat er die Funktion des gesundheitspolitischen Sprechers der CDU-Fraktion übernommen. Seit 2009 ist er Stellvertretender Vorsitzender der Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Mario Czaja ist CDU-Spitzenkandidat im Wahlkreis 5 des Stadtbezirkes Marzahn-Hellersdorf. Kai Gersch ist am 13. Februar 1971 in Bergen auf Rügen geboren. Er ist gelernter Instandhaltungsmechaniker und als kaufmännischer Angestellter in der Unterhaltungsbranche tätig. Kai Gersch ist seit 2006 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Für die FDP-Fraktion ist er Sprecher für Gesundheit, Verbraucherschutz, Pflegepolitik und Integration. Kai Gersch tritt im Wahlkreis 4 des Bezirkes Spandau an. Thomas Isenberg ist am 18. Juli 1967 in Duisburg geboren. Er hat nach einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung und Management-Fortbildung bei der Bayer AG Medizin in Düsseldorf studiert. Beim Verbraucherzentrale-Bun-desverband leitete er den Bereich Gesundheit/Ernährung. Aktuell ist er als Geschäftsbereichsleiter beim Dienstleister spectrumK weitgehend beurlaubt. Thomas Isenberg ist der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Er tritt für die SPD im Wahlkreis 3 des Bezirkes Mitte an. Heidi Kosche ist am 17. November 1949 in Erfurt geboren. Sie hat Chemie an der FH Aachen sowie Biologie und Politik an der Freien Universität Berlin studiert und die Abschlüsse Ing. grad. der Chemie und Studienrätin erlangt. Als Referentin für Naturwissenschaften am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg ist sie derzeit beurlaubt. Sie ist seit 2006 direkt gewähltes Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und aktuell gesund-heitspolitische Sprecherin für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Heidi Kosche ist Direktkandidatin im Wahlkreis 1 in Friedrichshain-Kreuzberg. Katrin Lompscher ist am 7. April 1962 in Berlin geboren. Sie hat an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar studiert und den Abschluss als Diplomingenieurin für Städtebau erworben. 2001 wurde sie Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung in Lichtenberg. Seit November 2006 ist sie Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin. Sie ist Direktkandidatin im Wahlkreis Lichtenberg. Die Linke hat sie auf Platz drei der Landesliste gewählt. TK spezial Sonderausgabe 2011 2 Foto: Sven Klages gelernter Instandhaltungsmechaniker und als kaufmännischer Angestellter in der Unterhaltungsbranche tätig. Kai Gersch ist seit 2006 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Für die FDP-Fraktion ist er Sprecher für Gesundheit, Verbraucherschutz, Pflegepolitik und Integration. Kai Gersch tritt im Wahlkreis 4 des Bezirkes Spandau an. Thomas Isenberg ist am 18. Juli 1967 in Duisburg geboren. Er hat nach einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung und Management-Fortbildung bei der Bayer AG Medizin in Düsseldorf studiert. Beim Verbraucherzentrale-Bun-desverband leitete er den Bereich Gesundheit/Ernährung. Aktuell ist er als Geschäftsbereichsleiter beim Dienstleister spectrumK weitgehend beurlaubt. Thomas Isenberg ist der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Er tritt für die SPD im Wahlkreis 3 des Bezirkes Mitte an. Heidi Kosche ist am 17. November 1949 in Erfurt geboren. Sie hat Chemie an der FH Aachen sowie Biologie und Politik an der Freien Universität Berlin studiert und die Abschlüsse Ing. grad. der Chemie und Studienrätin erlangt. Als Referentin für Naturwissenschaften am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg ist sie derzeit beurlaubt. Sie ist seit 2006 direkt gewähltes Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und aktuell gesund-heitspolitische Sprecherin für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Heidi Kosche ist Direktkandidatin im Wahlkreis 1 in Friedrichshain-Kreuzberg. Katrin Lompscher ist am 7. April 1962 in Berlin geboren. Sie hat an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar studiert und den Abschluss als Diplomingenieurin für Städtebau erworben. 2001 wurde sie Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung in Lichtenberg. Seit November 2006 ist sie Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin. Sie ist Direktkandidatin im Wahlkreis Lichtenberg. Die Linke hat sie auf Platz drei der Landesliste gewählt. TK spezial Sonderausgabe 2011 2 Foto: Sven Klages Am 14. September sind über zwei Millionen Brandenburger aufgerufen, ihre Kandidaten für den 6. Brandenburger Landtag zu wählen. Nach einer Änderung des Landeswahlgesetzes sind erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren zur Wahl zugelassen. Wie in vielen weiteren Bundesländern wählen die Brandenburger nach der personalisierten Verhältniswahl. Zwei Stimmen haben die Märker demnach zu vergeben. Mit der Erststimme wählen sie ihren Kandidaten aus einem der insgesamt 44 Wahlkreise. Die Zweitstimme entfällt auf eine der zur Wahl stehenden Parteien. Die Parteien haben Listenkandidaten zur Wahl aufgestellt. Für die fünf im Land etablierten Parteien treten insgesamt 195 Aspiranten an. Entsprechend dem erzielten prozentualen Ergebnis, werden die Listenkandidaten in den Brandenburger Landtag einziehen. Mindestens 88 und maximal 110 Sitze – nach einem Ausgleich sogenannter Überhangmandate – sind im Parlament zu vergeben.
  4. 4. Brandenburg steht vor der Herausforderung, die Krankenhausversorgung künftig abzusichern und die Qualität weiter zu steigern. Wie wollen Sie dieses Ziel erreichen, und was werden Sie anders machen als frühere Amtsinhaber? Tomczak | Den Krankenhäusern im Land Brandenburg wird neben ihrer originären Aufgabe der stationären Ver-sorgung künftig auch eine größere Rol-le bei der Absicherung der ambulanten Versorgung zukommen. Aus diesem Grunde werden wir uns aktiv für die Aufhebung der Trennung der Versor-gungsstrukturen in ambulant und stationär einsetzen. Gemeinsam mit der Landeskrankenhausgesellschaft, der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen möchten wir einen Fahrplan für die Verzahnung der ambu-lanten und stationären Versorgung im Land Brandenburg ausarbeiten. Darauf aufbauend muss die Landeskranken-hausplanung überarbeitet werden. Künftig sollen auch Kriterien der am-bulanten Versorgung in Kliniken zum Bestandteil des Landeskrankenhaus-planes werden. Bei der Finanzierung der Krankenhäuser werden wir die Bedarfe der einzelnen Häuser abfragen und die Finanzierung gegebenenfalls entsprechend nachjustieren. Büchel | Die Fortschreibung des Krankenhausplanes sichert alle 62 Krankenhausstandorte im Land. Mit der Einführung der Investitionspau-schalen können Krankenhäuser flexi-bler bei der Fördermittelverwendung agieren, und die Krankenhausträger haben größere Investitionsspielräume. Die Stärkung der Krankenhäuser als Anker der gesundheitlichen Versor-gung in der Fläche bleibt Richtschnur unserer Gesundheitspolitik. Nur so wird es in Zukunft möglich sein, die gesundheitliche Versorgung im ganzen Land zu sichern. Krankenhäuser müs-sen in die Lage kommen, ambulante Versorgung direkt anbieten zu können. Dafür braucht es auch mehr Gestal-tungsspielraum für die Länder. Wir wollen die Finanzierung der Kranken-häuser stabil halten und dafür auch in der kommenden Wahlperiode mindes-tens 400 Millionen Euro investieren. Nonnemacher | Die Krankenhäuser sind ein wichtiger und verlässlicher Bestandteil der flächendeckenden Gesundheitsversorgung. Als Grüne wollen wir die Krankenhäuser in ihrer Rolle als Knotenpunkte der Gesund-heitsversorgung POSITION DER TK TK spezial Berlin und Brandenburg · 3/2014 | 4 in den ländlichen Räumen stärken. Deshalb setzen wir uns auf allen Ebenen dafür ein, die Krankenhäuser für weitere ambulante Angebote zu öffnen und besser in die Gesamtversorgung zu integrieren. Dies kann jedoch nur mit einer klugen Standortpolitik und durch eine abgesi-cherte Finanzierung gelingen. Die Vor-haltekosten der Notfallversorgung und die Kostenstruktur der unterschied-lichen Krankenhausgrößen müssen angemessen berücksichtigt werden. Die Planfortschreibung muss sich noch stärker an der demografischen Entwicklung und an der Behandlungs-qualität orientieren. Fehlversorgung zum Beispiel durch ungerechtfertigte Leistungs- und Mengenausweitungen gilt es entgegenzuwirken. Lehmann | Unser Ziel in Brandenburg besteht darin, gute Lebenschancen für alle Brandenburgerinnen und Brandenburger in allen Landesteilen zu schaffen. Da die Entwicklungen in den verschiedenen Regionen unter-schiedlich verlaufen, ergeben sich auch unterschiedliche Bedürfnisse. Hinzu kommen die demografischen Verände-rungen und die begrenzten Ressour-cen. Krankenhäuser werden künftig vor allem im ländlichen Raum auch eine wichtige Rolle bei der Sicherung der ambulanten medizinischen Versor-gung einnehmen und als Anker der Gesundheitsversorgung dienen. Mit der Fortschreibung des 3. Brandenbur-ger Krankenhausplanes und dem Er-halt aller Krankenhausstandorte haben wir bereits eine wesentliche Grundla-ge dafür geschaffen. Die Einrichtungen sind weiterzuentwickeln, gegebenfalls auch zu ambulanten, Notfall- und pfle-gerischen Stützpunkten. Wir brauchen integrierte Versorgungskonzepte und eine sektorenübergreifende Zusam-menarbeit besonders in der Fläche. Schierack | Wir wollen eine gute stationäre Versorgung in der Fläche erhalten. Struktur, Betreibung und fachliche Ausrichtung der Einrichtun-gen müssen jedoch an die Gegeben-heiten der Region angepasst wer-den. Für die Zunahme von betagten Patienten brauchen wir beispielsweise eine gut funktionierende Geriatrie. Die weitere Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung bietet gute Möglichkeiten, um die Betreu-ung der Patienten zu optimieren. Die Krankenhausfinanzierung durch die rot-rote Landesregierung war in den zurückliegenden Jahren rückläufig. Die Krankenhäuser müssen sich künftig auf eine auskömmliche Finanzierung verlassen können. Ich möchte, dass Brandenburg sich zu einer Vorzeige-region für eine demografiefeste gute gesundheitliche Versorgung etabliert. Sechs Prozent der in Brandenburg behandelten Patienten sind Berli-ner, 14 Prozent der Brandenburger werden in der Hauptstadt behan-delt. Angesichts dieser länderüber-greifenden Patientenwanderungen sollte es ab 2020 einen gemeinsa-men Krankenhausplan Berlin-Bran-denburg geben. Bei der Inves-titionsfinanzierung haben beide Länder ihre liebe Not. Sollten die Krankenkassen künftig für einen Teil der Investitionen aufkommen, müssen sie im Gegenzug an der Krankenhausplanung mitwirken. Die Brandenburger Gesundheitspolitiker im Interview
  5. 5. Die Brandenburger Gesundheitspolitiker im Interview Fachkräfte sind im Land gefragt. Was werden Sie tun, um Brandenburg für medizinisches Fachpersonal noch attraktiver zu machen? gewonnen werden. Das bestehende Stipendiensystem sollte auf seine Langzeitwirkung evaluiert werden. Von einer eigenen medizinischen Fakultät in Brandenburg versprechen wir uns keine nachhaltige Lösung. Tomczak | Die Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen für medizi-nisches Fachpersonal ist in erster Linie Aufgabe der Unternehmen, der Fachverbände sowie der Akteure der Selbstverwaltung im Gesund-heitswesen. Neben einer attraktiven Lohnstruktur sowie beruflichen Weiterbildungs- und Aufstiegsmög-lichkeiten müssen insbesondere in der Pflege die Unterschiede in den Vergütungssätzen zwischen Branden-burg und Berlin abgestellt werden. Landesseitig setzen wir uns für eine gezielte Anwerbung von Fachkräf-ten aus dem europäischen Ausland sowie aus Drittstaaten ein. Mittels eines Punktesystems, in das neben der Berufserfahrung auch die Sprach-kompetenz oder das Alter einfließen sollen, möchten wir unsere Unter-nehmen passgenau bei der Suche nach Fachpersonal unterstützen. POSITION DER TK Eine der größten Herausforderun-gen ist es, qualifiziertes medizini-sches Fachpersonal für die Arbeit in ländlichen Regionen Branden-burgs zu begeistern. Gerade bei Ärzten hat sich gezeigt, dass finanzielle Anreize alleine nicht aus-reichen. Faktoren wie Schul- und Kitaplätze für Kinder, Arbeitsplätze für Ehepartner oder das kulturelle Angebot sind wichtige Aspekte bei der Wahl des Arbeitsortes. Die Kommunen und das Land sind dabei gefragt. TK spezial Berlin und Brandenburg · 3/2014 | 5 Lehmann | Im medizinischen und im pflegerischen Bereich ist Präven-tion das beste Instrument, um dem künftigen Fachkräftebedarf gerecht werden zu können. Daher brauchen wir dringend das schon lange an-gekündigte Präventionsgesetz des Bundes. Auf Landesebene werden wir unseren vorsorgenden Politikan-satz weiterentwickeln. Darüber hin-aus brauchen wir weitere innovative Ideen und Projekte zur Sicherstellung des Fachkräftebedarfs. Die Medi-zinischen Versorgungszentren sind auszubauen und die Zugangsbedin-gungen für Ärztinnen und Ärzte zu vereinfachen. Der Fokus ist sowohl auf die Ausbildung und den Einsatz junger als auch auf die Weiterbildung und die beruflichen Perspektiven älterer Menschen zu richten. Dabei spielen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einschließlich der Pflege sowie bessere und altersgerechte Arbeitsbedingungen mit einer ange-messenen Ausstattung und Finanzie-rung des Personals eine wesentliche Rolle. Schierack | Der Mangel an medizini-schem Fachpersonal ist bereits jetzt im Land bemerkbar. Bereits 2010 hat die CDU ein durch das Land geregeltes Stipendiensystem für Medizinstudenten gefordert. Damit sollen junge Studenten eine finan-zielle Unterstützung erhalten, wenn sie sich verpflichten, nach dem Abschluss als Arzt dort zu arbeiten, wo sie im Land am dringendsten gebraucht werden. Eine weitere For-derung zielte auf verbindliche Rege-lungen mit der Charité für die zielge-richtete Ausbildung von Ärzten für Brandenburg. Die Gründung einer privaten medizinischen Hochschule in Brandenburg haben wir nach ers-ten Kontakten mit den Initiatoren unterstützt. Für mehr Fachkräfte in der Krankenpflege müssen wir abgewanderte Pflegekräfte stärker ansprechen, attraktive Ausbildungs-angebote im Land anbieten und gleichzeitig die Ausbildungsfähigkeit der Schulabgänger durch eine Unter-richtsgarantie stärken. Büchel | Einerseits muss die er-folgreiche Kooperation zwischen Brandenburger Lehrkrankenhäusern und der Charité sowie mit der Uni-versität Rostock fortgesetzt und ausgebaut werden. Andererseits sind neue Kooperationsmöglichkeiten zu erschließen. Ein guter Weg ist zum Beispiel auch, wenn Krankenhäuser Medizinstudentinnen und -studen-ten unterstützen, sofern diese sich bereit erklären, nach Abschluss der Ausbildung eine bestimmte Zeit dort zu arbeiten. Des Weiteren hat das Land Brandenburg die Zustimmung zur Errichtung der privaten medizini-schen Fakultät erteilt. Brandenburg soll auch für junge Mediziner attrakti-ver werden, um hier zu arbeiten und Familien zu gründen. Dafür braucht es ein entsprechendes Umfeld – mit gut erreichbaren Kita- und Schulein-richtungen, einer guten Infrastruktur und kulturellen Angeboten. Nonnemacher | Brandenburg braucht neben mehr Ärzten gut qualifiziertes Personal für Gesund-heits- und Pflegeeinrichtungen. Wir wollen diese meist typischen „Frauenberufe“ deutlich aufwerten: bessere Bezahlung, attraktive Ar-beitsbedingungen, gute Weiterbil-dungs- und Aufstiegschancen und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wir begrüßen die Ein-richtung von Pflegestudiengängen, einer Pflegekammer stehen wir aufgeschlossen gegenüber. Auch zur Gewinnung ärztlichen Nachwuchses halten wir sehr gute Arbeitsbedin-gungen und „weiche Standortfak-toren“ für vorrangig. Wir begrüßen die Absicherung der zwölf akademi-schen Lehrkrankenhäuser. Über das praktische Jahr müssen noch mehr Jungmediziner für Brandenburg
  6. 6. Werden Sie sich für ein gemeinsames klinisches Krebsregister der Länder Brandenburg und Berlin einsetzen? Was ist dafür zu tun? Lehmann | Mit dem Inkrafttreten des Krebsfrüherkennungs- und -register-gesetzes (KFRG) Anfang 2013 hat der Bund die erforderlichen Rahmenbe-dingungen für eine bundesweite und einheitliche klinische Krebsregistrierung geschaffen. Von der Erstdiagnose bis zum Ende der Krebsbehandlung wer-den damit alle ärztlichen Maßnahmen dokumentiert, die den Behandelnden zeitnah zur Verfügung stehen. Seit 1995 wurden in Brandenburg regionale Krebsregister aufgebaut und 2012 zu einem zentralen Krebsregister zusam-mengeführt. Damit sind wir heute bun-desweit führend. Berlin verfügt über kein eigenes Krebsregister und möchte bei der Umsetzung des Bundesge-setzes gerne auf die bestehenden Strukturen in Brandenburg zurückgrei-fen. Das macht Sinn, sind wir doch eine Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg. Von Brandenburger Seite unterstützen wir das und werden einen entsprechen-den Staatsvertrag mit Berlin erarbeiten. Schierack | Ja, wir setzen uns für ein gemeinsames klinisches Krebsregister der Länder Berlin und Brandenburg ein. In einer gemeinsamen Fraktions-sitzung mit der CDU-Fraktion aus dem Berliner Abgeordnetenhaus haben wir das im Juni 2014 mit einem Beschluss bekräftigt. Beide Fraktionen wollen durch eine zügige Umsetzung des KFRG die onkologische Betreuung weiter verbessern. Da die medizinische Versorgung bereits jetzt über die Län-dergrenze hinaus erfolgt, wollen wir mit dem gemeinsamen flächendeckenden klinischen Krebsregister die Versor-gung der Krebspatienten auf hohem Niveau gewährleisten. In die Diskussion sollen die Landesärztekammern beider Bundesländer einbezogen werden. Wir werden die weiteren Schritte in der Umsetzung konstruktiv begleiten. Büchel | Brandenburg ist bisher das einzige Bundesland, das ein flächende-ckendes klinisches Krebsregister hat. Das Land steht jetzt vor der Aufgabe, das Krebsregister auf der Grundlage des neuen bundesweit geltenden Gesetzes neu zu strukturieren. Das betrifft die Finanzierung, die Aufgaben-verteilung und das Geschäftsmodell. Berlin ist erst dabei, ein klinisches Krebsregister aufzubauen. Beide Länder haben sich aber dazu bekannt, zukünftig ein gemeinsames Register Berlin-Brandenburg zu betreiben. Durch die unterschiedlichen Ausgangsbe-dingungen wird es einen Stufenplan geben müssen. Auf beiden Seiten wird es darauf ankommen, jeden Schritt so miteinander abzugleichen, dass der Weg zu einem gemeinsamen Krebsre-gister immer möglich ist. Nonnemacher | Brandenburg nimmt mit einem flächendeckenden klinischen Krebsregister seit 1994 eine Vorreiter-rolle ein. Wir begrüßen die Einrichtung eines gemeinsamen Krebsregisters für Brandenburg und Berlin, auf das sich beide Länder im Juni geeinigt haben, sehr. Unter sowohl fachlichen als auch finanziellen Gesichtspunkten ist eine gemeinsame Erfassung sinnvoll, denn es handelt sich um eine gemeinsame Gesundheitsregion. Insbesondere Impulse für die Versorgungsqualität sind zu erwarten. Berlin sollte jetzt un-verzüglich bis Oktober ein tragfähiges Konzept vorlegen, um die Fördergelder der Deutschen Krebshilfe über 550.000 Euro nicht verfallen zu lassen. Die Frak-tion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Berliner Abgeordnetenhaus hat dies bereits angemahnt. Dann müssen die Daten der Onkologischen Schwerpunkt-zentren zusammengeführt werden, am besten wie in Brandenburg unter dem Dach der unabhängigen Ärztekammer. Impressum Herausgeber | Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Berlin und Brandenburg Verantwortlich | Susanne Hertzer Redaktion | Marcus Dräger, Conrad Ehrlich Telefon | 030 - 245 47-4 Telefax | 030 - 245 47-500 E-Mail | lv-berlin-brandenburg@tk.de Twitter | www.twitter.com/TKinBerlinBB Internet | www.tk.de/lv-berlin Tomczak | Die FDP-Landtagsfraktion wird sich in der kommenden Legislatur-periode für ein gemeinsames Krebs-register der Länder Brandenburg und Berlin einsetzen. Wir betrachten beide Bundesländer als eine gemeinsame Gesundheitsregion, selbst wenn die Interessen in einigen Bereichen der medizinischen Versorgung auch diver-gieren. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, werden wir uns um die zügige Einbringung und Verabschiedung eines Landesgesetzes zur Errichtung und zum Betrieb des gemeinsamen Krebsregisters kümmern. Dieses wer-den wir eng mit der zuständigen Berli-ner Senatsverwaltung abstimmen und regelmäßig mit den Fachverbänden und den Selbsthilfegruppen beider Länder das Fortkommen und die Funktionalität des Krebsregisters überprüfen. POSITION DER TK Alle Bundesländer müssen bis 2017 ein flächendeckendes klinisches Krebsregister errichtet haben. Die Brandenburger Gesundheitspoli-tiker stehen einer gemeinsamen Krebsregistrierung der Länder Berlin und Brandenburg positiv gegenüber. Der Metropolregion stünde es gut zu Gesicht, wenn Daten zu den verschiedenen Krebs-erkrankungen, ihrer Behandlung und zu Überlebenszeiten länder­übergreifend gesammelt werden. Die Brandenburger Gesundheitspolitiker im Interview

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