Pressekonferenz zur TK-Bewegungsstudie "Beweg Dich, Deutschland!" 30. Juli 2013
Statement Dr. Jens Baas, Vorsitzender des ...
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Pressekonferenz: Statement von Dr. Jens Baas zur TK-Bewegungsstudie "Beweg Dich, Deutschland!" (30. Juli 2013)

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Immer mehr Menschen in Deutschland sitzen sich krank - und für ganze Bevölkerungsgruppen ist Bewegung zunehmend ein Fremdwort. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen bevölkerungsrepräsentativen Studie von Techniker Krankenkasse (TK) und Forsa.
Gemeinsam sind wir den Fragen nachgegangen, wie viel und wie die Deutschen sich in Alltag, Job, Freizeit und Urlaub bewegen: Wer geht auf alltäglichen Wegen noch zu Fuß? Wie viel Sport treiben die Deutschen - und welchen? Was hält die Menschen von mehr Bewegung ab? Wie könnten Arbeitgeber ihre Mitarbeiter noch besser unterstützen? Und: Welche gesundheitlichen Folgen hat "das große Sitzen" für die Erwachsenen hierzulande?

Dieses Dokument ist das Statement von Dr. Jens Baas, Vorsitzender des TK-Vorstands, anlässlich der Pressekonferenz am 30. Juli 2013 in Berlin und kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin
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Pressekonferenz: Statement von Dr. Jens Baas zur TK-Bewegungsstudie "Beweg Dich, Deutschland!" (30. Juli 2013)

  1. 1. Pressekonferenz zur TK-Bewegungsstudie "Beweg Dich, Deutschland!" 30. Juli 2013 Statement Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse __________________________________________________________________________ __________________________________________________________________________ Seite 1 von 3 Der Mensch ist nicht zum Sitzen geboren. Seit Millionen von Jahren ist Bewegung selbstverständlicher Teil des täglichen Lebens ‒ oder muss es heißen "war"? Denn in der Wissens- und Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts scheint dies immer weiter in den Hintergrund zu rücken. Dabei geht es nicht vorrangig um Sportmuffel, sondern um den Stillstand im Alltag ‒ wir sitzen uns krank. Die Folgen sind bekannt: Fast jeder Dritte hat Übergewicht, und Herz-Kreislauf-Krankheiten nehmen auf der Liste der häufigsten Todesursachen schon länger den unrühmlichen ersten Platz ein. 2013 haben wir unter das Motto "Jahr der Gesundheit" gestellt, zum Auftakt haben wir Ihnen im Februar unsere Ernährungsstudie "Iss was, Deutschland?" vorgestellt. Heute präsentieren wir Ihnen die Ergebnisse unserer bevölkerungsrepräsentativen Bewegungsstudie. Wir wollten zum Beispiel wissen,  wie viel Zeit Menschen in Bewegung verbringen,  wie das persönliche "Wohlfühlpensum" aussieht,  wie sich das Bewegungsverhalten in der Freizeit auf das persönliche Wohlbefinden niederschlägt,  welche Bewegungswünsche Berufstätige an ihren Arbeitgeber haben oder  welche Rolle Übergewicht und chronische Erkrankungen im Hinblick auf das Bewegungsverhalten spielen. Der Studienband "Beweg Dich, Deutschland!" ist gewissermaßen der "Bewegungsatlas" der Bundesrepublik. Er zeigt ganz deutlich: Rolltreppe, Auto, Bildschirm und Sofa sind die natürlichen Feinde eines bewegten Alltags ‒ wir lieben es bequem. Der Durchschnittsdeutsche sitzt sieben Stunden pro Tag. Nicht einmal die Hälfte der Befragten sind bewusste "Zu-Fuß-Geher". Durchschnittlich bewegen sich die Menschen in Deutschland etwa eine gute halbe Stunde am Tag zu Fuß oder mit dem Rad. Fast vier von Zehn sind in ihrem Alltag sogar nur weniger als eine halbe Stunde in Bewegung – jeder Sechste höchstens 15 Minuten.
  2. 2. Pressekonferenz zur TK-Bewegungsstudie "Beweg Dich, Deutschland!" 30. Juli 2013 Statement Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse __________________________________________________________________________ __________________________________________________________________________ Seite 2 von 3 Die Bequemlichkeit hat ihren Preis, und das nicht nur gesundheitlich. Mehr als jeder Zweite ist mit seinem Bewegungspensum unzufrieden, und drei Viertel von ihnen würden dies gern ändern. Und jetzt kommt das große "Aber": Zu weite Wege, zu wenig Zeit, körperliche Einschränkungen und fehlende Motivation sind die am häufigsten genannten Gründe für Sitzen, Fahren und Stillstand. Echte Ursachen oder bequeme Ausreden? Bewegung beginnt im Kopf: Wie viel Zeit kostet es tatsächlich, die Treppe statt des Fahrstuhls zu nehmen? Ist ein Fußweg von 10 oder 15 Minuten schon "zu weit"? Und wie stark müssen die von 25 Prozent der Befragten genannten körperlichen Einschränkungen sein, um nicht täglich ein bisschen spazieren gehen zu können? Die mangelnde Motivation scheint mir allerdings ein handfester Grund für den Bewegungsmangel zu sein ‒ eine Frage des Kopfes, der Einstellung, der Haltung. Die Macht der Gewohnheit hat auch ihre Hände im Spiel. Zwar wünschen sich fast alle Menschen Bewegungsangebote von ihrem Arbeitgeber. Aber gerade Menschen, die im Sitzen und damit meist am Computer arbeiten, verbringen zudem noch durchschnittlich 2,8 Stunden privat vor dem Bildschirm – sogar etwas mehr als Menschen, die im Job auch körperlich gefragt sind. Auch der Urlaub unterscheidet sich nicht vom Alltag. Wer sich hier bewegt, tut es auch dort und umgekehrt. Die These von der fehlenden Zeit gerät ins Wanken. Besonders bedenklich: Eine ganze Bevölkerungsgruppe scheint sich immer weiter von der Bewegung abzukoppeln – und das in allen Lebensbereichen. So bewegen sich Sportverweigerer und -muffel auch auf alltäglichen Wegen weniger als Sporttreibende, für die gilt: Je mehr Sport in der Freizeit, desto mehr Bewegung auch im Alltag (längere Wege zu Fuß, Treppe statt Fahrstuhl, kein Auto für kleine Besorgungen). Und wer seine Freizeit am liebsten vor dem Bildschirm verbringt, bewegt sich auch auf alltäglichen Wegen besonders wenig zu Fuß. Genauso wenig suchen Vielsitzer und Bildschirm-Fans zum
  3. 3. Pressekonferenz zur TK-Bewegungsstudie "Beweg Dich, Deutschland!" 30. Juli 2013 Statement Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse __________________________________________________________________________ __________________________________________________________________________ Seite 3 von 3 Beispiel einen Ausgleich durch Spaziergänge – auch hier liegen die sport- und bewegungsaffinen Menschen vorne. Und von den Menschen, die in ihrem Alltag nach eigener Angabe kaum dazu kommen sich zu bewegen, entspannt sich dann mehr als die Hälfte auch noch abends am liebsten auf dem Sofa. Welche Rolle hat eine Krankenkasse, wenn sie auf die Daten eines bewegungsarmen Landes schaut? Wir sind keine Gesundheitspolizei, glauben nicht, dass in jedem eine Sportskanone steckt oder stecken muss und verteufeln auch einen Faulenzer-Abend auf dem Sofa nicht. Der Schlüssel liegt in den sogenannten Lebenswelten, also zum Beispiel in der Schule oder im Beruf. Hier setzen wir mit unseren Setting- Angeboten an: Wir bringen die Gesundheitsförderung in den Alltag. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein solcher Ansatz: Wir unterstützen Firmen dabei, einen gesundheitsförderlichen Alltag für die Mitarbeiter zu schaffen. Allerdings reicht für eine gesunde Ernährung eine Salatbar nicht aus, und in punkto Bewegung kann es eine Gymnastikpause nicht richten. Wichtig ist uns daher eine ganzheitliche Herangehensweise. Aber allein können wir die Menschen auch nicht in Schwung bringen. Prävention ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft: für die Krankenkassen und -versicherungen, die Ärzte, Firmen, Länder und Kommunen. Sie müssen ‒ sowohl jeder in seiner Rolle wie auch gemeinsam ‒ Anstrengungen unternehmen, einen möglichst gesunden Alltag zu gestalten. Umgekehrt ist aber auch der Einzelne gefordert, selbst etwas zu tun und sich nicht hinter "der Gesellschaft" zu verstecken.

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