Pressekonferenz: Pressemitteilung zum TK-Gesundheitsreport 2013 (4. Juni 2013)

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Pressemitteilung anlässlich der Pressekonferenz zum TK-Gesundheitsreport 2013 vom 4. Juni 2013.

Der TK-Gesundheitsreport analysiert jährlich die Krankschreibungen und Arzneimitteldaten der 3,91 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Seit 2013 folgen die Gesundheitsberichte der Krankenkassen einer neuen Standardisierung. Aufgrund dessen ist es nicht möglich, die aktuellen Daten mit den Zahlen der Vorjahre zu vergleichen.

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Pressekonferenz: Pressemitteilung zum TK-Gesundheitsreport 2013 (4. Juni 2013)

  1. 1. TK-NewsInformationen für die PresseTechniker Krankenkasse  Pressestelle  Bramfelder Straße 140  22305 Hamburg  www.presse.tk.deFür Rückfragen: Michaela Hombrecher, TK-PressestelleTel. 040 - 6909 2223, Fax 040 - 6909 1353, E-Mail michaela.hombrecher@tk.deSocial Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_PresseTK: Stress entsteht nicht nur durch Arbeit, sondern durch ArbeitsverhältnisseHamburg, 4. Juni 2013. Deutschland ist verhältnismäßig gestresst. Wie derheute in Berlin vorgestellte Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK)zeigt, sind es nicht nur Arbeitspensum, ständige Erreichbarkeit und Überstun-den, die für Stress unter Deutschlands Berufstätigen sorgen, sondern vor allemdie Verhältnisse, unter denen sie arbeiten. Wie der TK-Bericht zeigt, leiden vorallem diejenigen unter psychischen Belastungen, die befristet, in Teilzeit oder inLeiharbeit beschäftigt sind, sowie diejenigen, die durch Familie und Beruf meh-rere Rollen gleichzeitig erfüllen müssen. Insgesamt haben psychisch bedingteFehlzeiten seit 2006 um gut 75 Prozent zugenommen.Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: "Es wird derzeit viel diskutiert,wie sich die hektische Arbeitswelt weniger stressig gestalten lässt. Es gibt sogarInitiativen, die dies staatlich regulieren möchten. Unser Bericht zeigt aber, dasses vor allem die Lebenssituation der Beschäftigten ist, die sie belastet. SindArbeitsverhältnisse befristet oder ist die finanzielle Situation aufgrund von Teil-zeit oder Leiharbeit angespannt, belastet das die Betroffenen."Vierzig Prozent der berufstätigen Frauen und 7,4 Prozent der Männer arbeitenin Teilzeit. Dr. Thomas Grobe vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie undGesundheitssystemforschung (ISEG), der die Daten für die TK ausgewertet hat:"Teilzeitbeschäftigte Männer sind mit 11,1 Tagen insgesamt weniger krankge-schrieben als Vollzeitangestellte mit 11,8 Tagen. Allerdings sind sie mit durch-schnittlich 1,9 Fehltagen pro Kopf deutlich mehr von psychischen Diagnosenbetroffen als Vollzeitbeschäftigte (1,4 Tage)." Die Arzneimittelverordnungen be-stätigen den Trend. Männer in Teilzeit erhalten zehn Prozent weniger Medika-
  2. 2. TK-NewsInformationen für die Presse2Für Rückfragen: Michaela Hombrecher, TK-PressestelleTel. 040 - 6909 2223, Fax 040 - 6909 1353, E-Mail michaela.hombrecher@tk.deSocial Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Pressemente verschrieben, das Antidepressiva-Volumen liegt jedoch 53 Prozent überdem der Vollzeitbeschäftigten. Bei Frauen beträgt die Diskrepanz acht Prozent."Heiko Schulz, Psychologe bei der TK: "Die Vermutung liegt nahe, dass die er-höhte psychische Belastung bei Männern in Teilzeit, in befristeten oder Leihar-beitsverhältnissen daher rührt, dass Männer traditionell noch als Haupternährerder Familie fungieren, was aber unter den genannten Beschäftigungsformen oftschwierig ist. Viele Beschäftigte arbeiten nicht freiwillig in Teilzeit, sondern weilihnen nicht mehr angeboten wird oder weil sie eine höhere Arbeitszeit nicht mitihren familiären Verpflichtungen vereinbaren können."Die TK fordert deshalb, zur Prävention seelischer Belastungen auch kreativeBeschäftigungslösungen. TK-Chef Baas: "Es geht nicht darum, Arbeitsbedin-gungen hierzulande noch stärker staatlich zu regulieren. Kein Unternehmen aminternationalen Markt kann es sich leisten, E-Mails nach 20 Uhr deutscher Zeitnicht zu beantworten. Aber wir brauchen Rahmenbedingungen für eine flexible-re Arbeitsorganisation, die Bedürfnissen von Arbeitnehmern und Arbeitgeberngerecht werden. Dank moderner Kommunikationsmittel haben wir viele Möglich-keiten dazu. Wenn die Beschäftigten zudem eine wertschätzende Führung, eineexistenzsichernde Perspektive und die Möglichkeit bekommen, Beruf, Kinderbe-treuung und Pflege zu vereinbaren, stehen sie auch weniger unter Druck."Eine Investition in Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) rechnet sichlaut TK auch für die Unternehmen: Die Depression steht unter den Fehlzeiten-ursachen auf Platz eins. Eine Krankschreibung aufgrund dieser Diagnose dauertim Durchschnitt 58 Tage. "In einem Unternehmen mit 350 Beschäftigten fehlenjährlich fünf Mitarbeiter unter dieser Diagnose. Lohnfortzahlung und Produktivi-tätsausfall kosten das Unternehmen allein für diese Diagnose etwa 75.000 Euro.
  3. 3. TK-NewsInformationen für die Presse3Für Rückfragen: Michaela Hombrecher, TK-PressestelleTel. 040 - 6909 2223, Fax 040 - 6909 1353, E-Mail michaela.hombrecher@tk.deSocial Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_PresseEin wirkungsvolles BGM bekommt man dagegen schon für 50.000 Euro", rech-net Baas vor. "In die Gesundheit von Beschäftigten zu investieren, ist also keineNettigkeit, sondern wirtschaftlich sinnvoll."Hinweis für die Redaktionen:Der TK-Gesundheitsreport analysiert jährlich die Krankschreibungen undArzneimitteldaten der 3,91 Millionen bei der TK versicherten Erwerbsperso-nen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfängervon Arbeitslosengeld I. Der Report 2013 steht unter dem Webcode 516422auf der Website der TK.Aufgrund eines neuen Schlüsselverzeichnisses der Agentur für Arbeit erhal-ten die Sozialversicherungen seit Ende 2011 detailliertere Angaben zumBeschäftigungsverhältnis der Versicherten. Deshalb lassen sich für 2012erstmals auch Angaben zur gesundheitlichen Situation von Teilzeitbeschäf-tigten, befristet Beschäftigten etc. machen.Daten der Gesundheitsberichte der Krankenkassen sind traditionsgemäßnach einer von der Bundesagentur vorgegebenen Standardpopulation alters-und geschlechtsstandardisiert. Ende 2012 verständigten sich die Ersatzkas-sen auf eine aktualisierte Population. Die im TK-Gesundheitsbericht erfass-ten Daten sind alle, auch für die Vorjahre, für diese neue Standardpopulationerrechnet. Vergleiche mit früheren Ausgaben der TK-Gesundheitsreportesind jedoch nicht möglich.

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