Entwicklung der Pflege in Deutschland

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Vortrag von Dr. Andreas Meusch, Direktor des Wissenschaftlichen Instituts für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG), auf dem Zwickauer Scheffelbergsymposium anlässlich des 20.Geburtstages der
Fakultät Gesundheits- und Pflegewissenschaften der Westsächsische Hochschule Zwickau.

Mehr über die Veranstaltung: https://www.fh-zwickau.de/fileadmin/ugroups/gpw/Dokumente/Symposium_20_Jahre_Pflege_2016__2_.pdf

Das WINEG: https://www.tk.de/tk/wineg/118306

Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin
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Entwicklung der Pflege in Deutschland

  1. 1. Entwicklung der Pflege in Deutschland Zwickauer Scheffelbergsymposium 20.10.2016 Dr. Andreas Meusch
  2. 2. 5 zukünftige Herausforderungen in der Krankenpflege 2 1. Soziodemografische Entwicklungen 2. Akademisierung des Berufsfeldes 3. Veränderung im Verhältnis von Ärzten und Pflegenden 4. Verändertes Rollenbild des Patienten 5. Digitalisierung
  3. 3. Herausforderung 1: Soziodemografische Entwicklungen 3  Verschiebung in der Altersstruktur: Alterung und Bevölkerungsrückgang  Höhere Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen durch Anstieg chronischer Erkrankungen wie Diabetes, Demenz und Krebs  Wachsende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in Bezug auf ausgebildetes Pflegepersonal
  4. 4. Herausforderung 2: Akademisierung des Berufsfeldes 4
  5. 5. Chance Internationalisierung? 5  Reicht die Reform der Beschäftigungsverordnung (BeschV) aus dem Jahr 2013 aus?  Brauchen wir weitere Regelungen bezüglich Anerkennung internationaler Abschlüsse?
  6. 6. Herausforderung 4: Veränderungen im Verhältnis von Ärzten und Pflegenden 6
  7. 7. Herausforderung 3: Verändertes Rollenbild des Patienten 7 „Nicht alle Faktoren sind von Patienten oder von Mitarbeitern abhängig. „Patienten-Empowerment“ ist ein sehr komplexes Thema und reflektiert durchaus soziale und gesellschaftliche Normen und Strukturen. Nur in einer Kultur, in der eine aktive Mitarbeit des Patienten offen beworben wird, kann diese erfolgreich umgesetzt werden.“ Quelle: Reichardt & Gastmeier 2013
  8. 8. These: Nicht nur das Rollenbild verändert sich, sondern auch die Gruppe der Patienten wird heterogener: versus
  9. 9. Digitalisierung und Empowerment bedingen und verstärken sich gegenseitig
  10. 10. Herausforderung 5: Digitalisierung von Workflows Erstbesuch Annahme 1 Wartezeit2 Untersuchung3 Diagnostik4 Diagnose5 Aufklärung Chirurgie 6 Aufklärung Anästhesie 7 Booking8 OP-Vorphase: OP-Planung 9-1 OP-Vorphase: Lagermgt. 9-2 OP-Vorphase: Checkliste 9-3 Rezeption Wartebereich Untersuchungsraum Audiometrieraum Briefing Raum RSM Büro OP-Saal ExternRuheraum AufwachraumOP-Schleuse Nachsorge20 OP Check-In10-1 OP Check-In: Checkliste 10-2 Präoperative Ruhephase 11-1 OP- Vorbereitung 11-2 Einschleusen12 Einleitung13 Operation14 Ausleitung15-1 OP- Nachbereitung 15-2 Überwachung16 Ausschleusen17 Postoperative Ruhephase 18 Check-Out19-1 Reinigung19-2 Ab 30 min wird Service SOP eingesetzt Kinder müssen nach Tonsillotomie 4h liegen Sollte max. 6h nach OP Check-In erfolgen Achtung: Blutbild darf max. 2 Wochen alt sein Empfangsbereich Untersuchung Administration Pflege OP-Bereich Extern OP-Tag Patientenpfad
  11. 11. Digitalisierung als Chance? „Im Idealfall führt das Mehr an Technik im Hintergrund dazu, dass »vorne« mit dem Patienten mehr Zeit bleibt für Gespräche, Empathie und Hilfe. Es geht hier nicht um einen Gegensatz, sondern um ein gutes Zusammenspiel und eine sinnvolle Ergänzung.“ Jens Spahn
  12. 12. Elektronische Patientenakten können viele Abläufe erleichtern In vielen anderen Ländern sind sie bereits Standard, z.B. in Estland  Eingeführt 2008  Alle Daten an einem Ort: wird automatisch aus unterschiedlichen Quellen gespeist (ambulant, stationär, etc.)  Der Patient hat jederzeit Zugriff auf seine Daten, aber auch (berechtigte) Ärzte können auf zeitkritische Informationen unmittelbar und aus verschiedenen Quellen zugreifen  Nur der Patient legt fest, wer außer ihm Zugriff auf seine Daten hat (Leistungserbringer, aber auch z.B. der Ehepartner kann berechtigt werden)  Rezepte müssen nicht mehr auf Papier ausgedruckt werden → weniger Bürokratie für das Behandlungsteam
  13. 13. Die digitale Patientenakte bietet für die Patienten große Vorteile „Stellen Sie sich vor, Sie sind im Krankenhaus und werden nach Ihren Vorerkrankungen gefragt, nach Medikamenten, Unverträglichkeiten, Ihrem Impfstatus oder den letzten Röntgenbildern. Die meisten Menschen haben das nicht alles im Kopf. Für eine sichere medizinische Versorgung wäre es deshalb einfacher, wenn diese Informationen über eine digitale Patientenakte abrufbar wären.“ Foto: Jörg Klaus
  14. 14. Fazit  Die größten Treiber für Innovationen und gute Versorgung im Gesundheitswesen werden in den nächsten Jahren Digitalisierung und ein verändertes Selbstverständnis der Patienten sein: sie bedingen und verstärken sich gegenseitig.  Das Potenzial von Digitalisierung wird aktuell noch deutlich unterschätzt:  Digitale Workflows und Patientenakten können dazu beitragen, dass relevante Informationen allen Beteiligten zur Verfügung stehen (Arbeitserleichterung, aber auch Beitrag zur Patientensicherheit)  Durch das Mehr an Technik bleibt möglicherweise mehr Zeit für Gespräche, Empathie und Hilfe; Digitalisierung kann also zu einer „menschlicheren Pflege“ führen.  Don‘t fight the current!
  15. 15. Folgen Sie uns auch auf Twitter: www.twitter.com/TK_Presse und im Internet unter: www.wineg.de Falls Sie noch Fragen haben… …stehe ich Ihnen gern zur Verfügung Dr. Andreas Meusch | www.wineg.de | dr.andreas.meusch@ wineg.de

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