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Ebene der Stiftungsaktivitäten²
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Fazit und Ausblick
Die Strukturanalyse zeigt die hohe und steigende Bedeutung der sportbezogenen Stiftungslandschaft. Seit...
Forschung Forschung
 484 Stiftungen
 Wirtschaftliche Bedeutung des Sports?
 2.309.815 Einwohner
 67,5 Mrd. EUR Wertsch...
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Johannes Sauerwein - Perspektiven des gesellschaftlichen Engagements von Stiftungen im Sport

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Veröffentlicht am

Vortrag von Johannes Sauerwein (Hochschule Heidelberg) auf dem 14. Hamburger Symposium Sport, Ökonomie und Medien am 05./06. Juni 2014.

Veröffentlicht in: Sport
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Johannes Sauerwein - Perspektiven des gesellschaftlichen Engagements von Stiftungen im Sport

  1. 1. Perspektiven des gesellschaftlichen Engagements von Stiftungen im Fußballsport 14. Hamburger Symposium Sport, Ökonomie und Medien - Sport und Stadtmarketing 05. – 06. Juni 2014 Session 9: MHMK Young Science Award (Raum Rio) Johannes Laurent Sauerwein SRH Hochschule Heidelberg Freitag, 06. Juni 2014
  2. 2. Allein der Blick auf die Unternehmensperspektive zeigt das breite Spektrum an Perspektiven und institutionellen Bedingungen des gesellschaftlichen Engagements Corporate Giving Corporate Foundations Stiftungen Corporate Volunteering Cause Related Marketing Sponsoring Social Comissioning Community Joint Venture Social Lobbying Venture Philanthropy Corporate Citizenship-Mix Quelle: Daberstiel, 2008, o.S.
  3. 3. Die hohe und steigende gesellschaftliche Relevanz des Sports sowie sich wandelnde Umfeldbedingungen bringen neue Herausforderungen mit sich, bergen aber auch Chancen Trends Angespannte öffentliche Kassenlage bei Bund, Ländern und Kommunen sowie Rückgang von staatlichen Subventionen Verstärkte Rechtfertigung der Mittelverwendung für Sport Diskussion über olympische Medaillenzielvereinbarung Fehlende Mittel zur Breiten- und Spitzensportförderung Vermehrtes gesellschaftliches Engagement im Sport AnforderungenandenSport Ausbau der Innenfinanzierung des Sports Stärkere Vermarktung des Sports als CSR-Plattform Politisch-rechtliche Trends im Sport WandelderSportfinanzierung Quelle: Vgl. u.a. Freyer (2011), Keller (2011)
  4. 4. Der theoretische Bezugsrahmen wird gebildet aus Theorien und Wissensbeständen die geeignet sind, den Fortbestand sowie die steigende Bedeutung von Stiftungen in unserer Gesellschaft zu erklären. Diese lassen sich, je nach zu Grunde liegender Perspektive, wie folgt ordnen: 1. Stifterperspektive: Unter der Vielzahl an philanthropischen Aktivitäten hat die Stiftung Vorteile und genießt besondere Vertrauenswürdigkeit (Institution Philanthropie, vgl. Anheier & Appel 2004, Hansman 1987). 3. Staatliche Perspektive: Stiftungen sind in zweifacher Hinsicht nützlich:.. 3. Zivilgesellschaftliche Perspektive: Stiftungen sind als finanziell unabhängige Institutionen die „Spareinlagen“ einer funktionierenden Zivilgesellschaft. Sie helfen bei der Finanzierung innovativer, gegebenenfalls riskanter Projekte, die weder vom Staat noch vom Markt unterstützt würden (Anheier & Appel 2004). 2. Staatliche Perspektive: Stiftungen ergänzen staatliche & marktliche Aktivitäten dort, wo Bedarf herrscht bzw. wo es politisch sinnvoll erscheint (Markt- und Staatsversagen, u.a. Hansman 1987). Sie können zudem vom Staat instrumentalisiert werden (third-Party Government, Salamon 2002; Symbolical Politics, Edelman 1964).
  5. 5. Sportinstitutionen gestalten selbst einerseits CSR-Aktivitäten, um gezielt gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen – andererseits können sie Dritten, in erster Linie Partnern aus der Wirtschaft, als CSR-Plattform dienen : Quelle: Böhm, 2011, o.S. 1. Unternehmerische CSR-Maßnahmen im Sport haben das Ziel, Goodwill in der Gesellschaft zu erreichen und werden als ökonomische Investition verstanden. 6. Positionierung  wie positionieren wir uns im Fachkongressfeld? 3. Unternehmen wollen sich durch CSR im Sport als Förderer der Gesellschaft positionieren und Reputationseffekte erlangen. 4. CSR-Engagements im Sport sollen die Mitarbeiter von Unternehmen motivieren und der Organisation Wettbewerbsvorteile verschaffen. 2. Mit CSR-Projekten im Sport wird angestrebt, die Darstellung von Organisationen in der Öffentlichkeit zu verbessern und so das Image zu stärken. 5. Partnerschaften und die Verbundenheit zu Stakeholdern sollen durch CSR im Sport gesteigert werden.
  6. 6. „Im Gegensatz zur allgemein geführten Diskussion über die Thematik CSR, ist der Forschungsstand von CSR im Sport vergleichsweise gering“ Breitbarth & Harris, 2008, o. S., zitiert nach Boehm, 2011, o. S „Mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, die der Sport in den letzten Dekaden durchlebt hat, findet die Relevanz von CSR im Sport zunehmend Anerkennung“ Bradish & Cronin, 2009, o. S.; Walter & Kent, 2009, o. S., zitiert nach Boehm, 2011, o. S. „Durch seine soziale Orientierung wird der Sport gleichzeitig als soziale sowie wirtschaftliche Institution anerkannt und kann deshalb optimal als Träger von CSR-Maßnahmen genutzt werden“ Sheth & Babiak, 2009, o. S.; Smith & Westerbeek, 2007, o. S., zitiert nach Boehm, 2011, o. S „Die soziale Kraft des Sports vereint Individuen zu Gemeinschaften und erzeugt gesellschaftlich wichtige Ressourcen wie z.B. soziales Kapital “ Smith & Westerbeek, 2007, o. S., zitiert nach Boehm, 2011, o. S.
  7. 7. Strukturanalyse: Sekundäranalytische Betrachtung aller 18.162 im Bundesverband Deutscher Stiftungen veröffentlichten Stiftungen Standardisierte, quantitative Erhebung (N=102, Rücklauf 27,7 %) Ableitung zentraler Forschungshypothesen und -desiderata als Ausgangspunkte für die weitere Forschung Es wurden, im Sinne einer explorativen Herangehensweise, zwei aufeinander aufbauende Forschungsmethoden angewendet. Die Strukturanalyse dient dabei als Grundlage und bietet die Möglichkeit, verborgene Strukturen zu entdecken
  8. 8. Die Strukturanalyse zeigt den Anteil der sportbezogenen Stiftungen an der Stiftungslandschaft und lässt eine Unterteilung nach Umfang und Inhalt des Engagements im/mit Sport zu Quelle: eigene Darstellung / Strukturanalyse 18.162 1.400 241; 17% 55 ; 4% 8% Strukturanalyse Sport und Stiftungen Die Strukturanalyse macht unsichtbare Strukturen sichtbar Stiftungen insgesamt Stiftungen relevant Stiftungen "Sport" Stiftungen "Fußball" Stiftungen, die im Hauptzweck Sport fördern, sind deutlich jünger (arithm. Mittel: 15,45 Jahre vs. 28,7 Jahre.
  9. 9. Ab den 1980er-Jahren ist ein deutlicher Anstieg in der Neugründung von Sport-Stiftungen zu verzeichnen. Im Jahr 2007 wurden 143 Stiftungen neu gegründet, die sich im Sport engagieren (relevante Stiftungen) 0 20 40 60 80 100 120 140 160 2010 2008 2006 2004 2002 2000 1998 1996 1994 1992 1990 1988 1986 1984 1982 1980 1978 1976 1974 1972 1970 1968 1936 1934 1929 1927 1889 1834 1740 1543 AnzahlNeugründungen Zeitübersicht Quelle: eigene Darstellung / Strukturanalyse Es besteht kein Zusammenhang zwischen Alter der Stiftungen und Anzahl der Stiftungszwecke (tau b 097, n.sg.). Mit zunehmenden Alter nimmt allerdings das Ausmaß an operativer Stiftungstätigkeit zu (.000**).
  10. 10. Die Betrachtung der Stiftungszwecke bzw. Förderschwerpunkte zeigt die hohe Bedeutung des Engagements im/mit Fußball Auswertung der Sport-Stiftungen hinsichtlich des Stiftungszwecks, des Satzungszwecks und des Stifters Sportallg.* Fußballsport Rudersport Behindertens… Reitsport Schwimmsport Wintersport Schießsport Kampfsport Wassersport Schachsport Handballsports Tanzsport Motorsport Sportdidaktik Golfsport Segelsport Basketballsport Luftsport Hockeysport Tennissport Faustballsport Radsport Badmintonsp… Billiardsport Bergsteigers… Volleyballsport 148 55 15 8 8 6 5 5 4 4 3 3 3 2 2 2 2 2 2 2 2 1 1 1 1 1 1 * Umfasst Kinder-, Jugend-, Breiten-, Leistungs-, Spitzen-, Freizeit und Leichtathletiksport, sowie Turnvereine und Maßnahmen zur sozialen Integration. 84% 16% Gesellschaftliches Engagement im Sport Sport total Fußballsport Quelle: eigene Darstellung / Strukturanalyse
  11. 11. Die regionale Verteilung der Sport-Stiftungen zeigt Schwerpunkte der Stiftungsaktivität im Westen bzw. Süden der Bundesrepublik Süden 26 35 Bayern Baden- Württenberg Westen 47 29 28 13 1 Saarland Rheinland-Pfalz Hessen Niedersachsen Nordrhein- Westfalen Osten 13 9 5 2 1 Thüringen Brandenburg Sachsen-Anhalt Sachsen Berlin Norden 18 13 2 0 Mecklenburg- Vorpommern Bremen Schleswig- Holstein Hamburg Quelle: eigene Darstellung / Strukturanalyse
  12. 12. 15% 24% 16% 26% 13% 4% 1% 1% Ebene der Stiftungsaktivitäten² Stadtteileben Regionale Ebene Nationale Ebene Gemeinde-/Stadtebene Gemeinde-/Landesebene Europäische Ebene Übersee Vereinsebene Die Verteilung der Stiftungsaktivitäten zeigt einen deutlichen Schwerpunkt des Engagements auf regionaler bzw. lokaler Ebene ² Gemessen an der Gesamtzahl der jew. Projekte, Fragebogenstudie, n= 71, Mehrfachnennungen. Quelle: eigene Darstellung / Fragebogenstudie
  13. 13. Fazit und Ausblick Die Strukturanalyse zeigt die hohe und steigende Bedeutung der sportbezogenen Stiftungslandschaft. Seit den 1980er Jahren ist ein enormer Anstieg in den Stiftungsneugründungen zu verzeichnen. Eine weitere Analyse ist vor dem Hintergrund des defizitären Forschungsstandes als Desideratum zu bezeichnen. Der Vergleich der Stiftungsaktivitäten nach Sportarten und Förderschwerpunkten zeigt die hohe Bedeutung des Engagements im/mit Fußball. Gerade der Fußball bietet das Potenzial breite Bevölkerungskreise anzusprechen; je mehr unterschiedliche Zielgruppen eine Stiftung erreichen will, desto eher engagiert sie sich im Fußball. Eine weitere Analyse kann helfen, den betroffenen Stiftungen wichtige Hinweise, ihre programmatischen Ausrichtung und Perspektiven der Zielerreichung betreffend, zu geben.
  14. 14. Forschung Forschung  484 Stiftungen  Wirtschaftliche Bedeutung des Sports?  2.309.815 Einwohner  67,5 Mrd. EUR Wertschöpfung  2.700 eingetragene Vereine  850.000 Mitglieder in Sportvereinen Sport stiftet Zukunft - Studie zum Wert des Sports aus volkswirtschaftlicher und sozio-ökonomischer Perspektive für die Metropolregion Rhein-Neckar Sport und Sportvereine sind eine tragende Säule des Gemeinwohls in der Metropolregion Rhein-Neckar. Sport ist aber auch ein Wirtschaftsfaktor. Aktuell liegt für die Metropolregion Rhein-Neckar kein belastbarer und umfassender Datensatz zur wirtschaftlichen Bedeutung des Sports von privaten und öffentlichen Unternehmen, der Vereine und der Länder etc. (primär Kommunen) vor, um die volkswirtschaftlichen und sozio-ökonomischen Effekte des Sports für die Metropolregion Rhein-Neckar abzuschätzen. Ohne einen solchen Datensatz (Gesamterhebung und betriebswirtschaftliche tangible/intangible Kennzahlen sowie deren monetäre Quantifizierung) können die mit/von Sport resultierenden Wertschöpfungsbeiträge nicht ermittelt werden und somit nicht den Standortfaktor der Metropolregion Rhein-Neckar weiter verstärken.

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