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Lichtverschmutzung
- was ist das?
Christian Reinboth
Dipl.-WiInf. (FH)
Sternwarte Sankt
Andreasberg e.V.
Grafik © Pierantonio Cinzano
Straßenbeleuchtung -
ein ökologisches Problem?
Enormer Energieverbrauch
● Bundesweit ~ 4.000.000.000 kWh/Jahr
(entsprechend ca. 2,5 Mio. Tonnen CO2
)
● Europaweit ~ 35.000.000.000 kWh/Jahr
(der 17-fache Output des AKW Biblis)
Weitere Umweltprobleme
● Entsorgung von Quecksilberlampen
● Zunahme der Lichtverschmutzung
Foto © Christian Reinboth
Der Verlust der Nacht...
Identische Himmelssicht mit und ohne Lichtsmog-Effekt
Foto © Jeremy Stanley
...überall auf der Welt
Foto © Dark Skies Switzerland / P. Heck
„Urban Sky Glow“
Foto © Norbert Heinze
St. Andreasberg: 2-3
(Bortle-Skala)
Grafik © International Dark Sky Association
Milchstraße? Für viele
Deutsche nicht existent...
1/3 aller Deutschen hat die Milchstraße noch nie gesehen
Unter den unter 30jährigen sind es bereits 44% (Emnid, 2002)
Wann wird die Milchstraße gar nicht mehr sichtbar sein?
Foto © US National Park Service / Dan Duriscoe
Kulturelles Erbe – verloren
Reproduktionen © Rainer Zenz / CC BY-SA 3.0 (Himmelsscheibe) und Musée d’Orsay / gemeinfrei (Sternennacht über der Rhone)
Licht hat Konsequenzen
Fotos © www.flagstaffotos.com.au
Gefahr für heimische
nachtaktive Insekten
Eichenspinner
(Lasiocampa quercus)
Eulenfalter
(Noctuidae)
Fotos © www.entomat.be
Todesfalle Straßenlampe
Viele Straßenlampen sind Todesfallen für nachtaktive Insekten
Fotos © Prof. Dr. Eisenbeis / Uni Mainz
Und unsere Gesundheit?
„The analysis yielded an estimated 73% higher breast
cancer incidence in the highest LAN (light at night) exposed
communities compared to the lowest LAN exposed communities.“
Kloog, I., Haim, A; Stevens, R.G.; Barchana, M. & Portnov, B.A.: Light at night co-distributes with
incident breast but not lung cancer in the female population of Israel, in: Chronobiology International
2008 Feb;25(1):65-81
Fotos © Südwestdeutsches PET-Zentrum Stuttgart
Was lässt sich verbessern?
Grafik © Christian Reinboth
Was wollen wir erreichen?
(1) Zielgerichteter beleuchten
(2) Energieeffizienter beleuchten
(3) Insektenfreundlicher beleuchten
Was lässt sich verbessern?
Besonders viel
Lichtverschmutzung
“Normale”
Lichtverschmutzung
Minimale
Lichtverschmutzung
Grafik © Florian Schweidler
Zielgerichteter Einsatz von Licht
Foto © Christian Reinboth
Foto © Christian Reinboth
Foto © Christian Reinboth
10.06.2014 / ISSRM 2014 – GFN Harz e.V. / F. Knolle / C. Reinboth – Winter Tourism and Protected Areas in the Harz Mountains
Foto © Christian Reinboth
Grafik © Christian Reinboth
Grafik © Christian Reinboth
Grafik © Christian Reinboth
10.06.2014 / ISSRM 2014 – GFN Harz e.V. / F. Knolle / C. Reinboth – Winter Tourism and Protected Areas in the Harz Mountains
Karte © Christian Reinboth
Grafik © Christian Reinboth
Grafik © Christian Reinboth
Grafik © Christian Reinboth
„Insektenfreundliche“
Straßenbeleuchtung?
Grafiken © Institut für Hydrobiologie & Gewässermanagement Wien
Quecksilberdampflampen Natriumdampflampen
Getaktete LED-Beleuchtung ist besonders insektenfreundlich
(der genaue Wirkmechanismus ist allerdings noch unbekannt)
LED-Leuchten in Wernigerode
Einsparung von 46,4% Energie im Vergleich zu NA-Dampflampen
Anwohner/innen empfinden das Weißlicht als heller und sicherer
Fotos © Andreas Müller
Die „dunkle Seite“ der LED
Fassadenbeleuchtung des Museums für moderne Kunst in Linz
Foto © www.wikipedia.de
Die „dunkle Seite“ der LED
Parkplatzbeleuchtung in Obergrombach (16.000 LEDs)
Foto © Rolf Kaiser
Licht = Sicherheit?
Studie der Home Office Crime Prevention Unit (2004)
● Installation einer besonders hellen Straßenbeleuchtung
● Eine Analyse der Einsatzdaten der Polizei zeigte, dass
keine der eigentlich erwarteten Verbesserungen eintrat
● Das Sicherheitgefühl der Anwohner stieg dennoch an
Studie der Polizei-Fachhochschule Rheine (2007)
● Nachtabschaltung zwischen 1:00 und 3:30 Uhr
● Ergebnis: 72.000 EUR Ersparnis, 420t CO2
-Einsparung
● Einssatzzahlen der Polizei sind nicht signifikant gestiegen
Licht = Sicherheit?
Abfrage der Stadtverwaltung von Goslar (2012)
● Gemeinde Liebenburg
Nachtabschaltung von 01:00 – 4:30 Uhr
● Stadt Vienenburg
Nachtabschaltung von 01:00 – 04:00 Uhr
● Stadt Seesen
tw. Nachtabsenkung von 0:00 – 5:30 Uhr
tw. Nachtabschaltung von 0:00 – 5:30 Uhr
● In allen befragten Kommunen ergaben sich durch die
Abschaltungen bzw. Absenkungen auch über mehrere
Jahre keinerlei Auswirkungen auf die öffentl. Sicherheit
Der Venustransit des Jahres 2012 vor der Wurmberg-Kulisse
Foto © Oliver Maiwald
Das Band der Milchstraße über dem Standort der Sternwarte
Foto © Michael Schomann
Typen von Sternenparks
● International Dark
Sky Association
● Dark Sky Communities
● Dark Sky Reserves
● Dark Sky Parks
● Royal Astronomy
Society of Canada
● Dark Sky Preserves
● Urban Stark Parks
● Starlight Initiative
● Human Habitats
● Starlight Landscapes
● Starlight Natural Sites
● Starlight Heritage Sites
● Starlight Astronomy Sites
● … & Mixed Starlight Sites
● Möglicher Weltkulturerbe-
Status durch die UNESCO
Untersuchung von Dr. Hänel
Dr. Andreas Hänel
Chef der FG Dark Sky im VDS
Leiter des Planetariums Osnabrück
Fazit der Untersuchung aus 2011:
„Nach diesen Messungen könnte
ein Dark Sky Park im Nationalpark
und im östlich anschließenden
Gebiet auf Basis der Himmels-
helligkeiten eingerichtet werden.“Foto © Christian Reinboth
Sankt Andreasberg StarPark
http://starry-night.org/starparks/sankt-andreasberg-starpark
Problemzone Wurmberg?
Geplante Wurmberg-Beleuchtung (ab 2016/2017):
● Vollmondnacht 0,25 Lux
● Straßenbeleuchtung 10 Lux
● Empfehlung für Skipisten 20 Lux
● Piste an der Wasserkuppe 50 Lux
● Ski-Wettkampfbeleuchtung 100 Lux
● Geplante Wurmberg-Beleuchtung 150 Lux
● Beleuchtung in Großraum-Büros 500 Lux
Schnee reflektiert Licht etwa siebenfach stärker als Asphalt
Skipiste am Wendelstein (1)
Foto © Christoph Ries
Skipiste am Wendelstein (2)
Foto © Christoph Ries
Dark Skies!
Foto © Dan Duriscoe (Flagstaff Dark Sky Park, Arizona)

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Lichtverschmutzung - was ist das?

  • 1. Lichtverschmutzung - was ist das? Christian Reinboth Dipl.-WiInf. (FH) Sternwarte Sankt Andreasberg e.V. Grafik © Pierantonio Cinzano
  • 2. Straßenbeleuchtung - ein ökologisches Problem? Enormer Energieverbrauch ● Bundesweit ~ 4.000.000.000 kWh/Jahr (entsprechend ca. 2,5 Mio. Tonnen CO2 ) ● Europaweit ~ 35.000.000.000 kWh/Jahr (der 17-fache Output des AKW Biblis) Weitere Umweltprobleme ● Entsorgung von Quecksilberlampen ● Zunahme der Lichtverschmutzung Foto © Christian Reinboth
  • 3. Der Verlust der Nacht... Identische Himmelssicht mit und ohne Lichtsmog-Effekt Foto © Jeremy Stanley
  • 4. ...überall auf der Welt Foto © Dark Skies Switzerland / P. Heck
  • 5. „Urban Sky Glow“ Foto © Norbert Heinze
  • 6. St. Andreasberg: 2-3 (Bortle-Skala) Grafik © International Dark Sky Association
  • 7. Milchstraße? Für viele Deutsche nicht existent... 1/3 aller Deutschen hat die Milchstraße noch nie gesehen Unter den unter 30jährigen sind es bereits 44% (Emnid, 2002) Wann wird die Milchstraße gar nicht mehr sichtbar sein? Foto © US National Park Service / Dan Duriscoe
  • 8. Kulturelles Erbe – verloren Reproduktionen © Rainer Zenz / CC BY-SA 3.0 (Himmelsscheibe) und Musée d’Orsay / gemeinfrei (Sternennacht über der Rhone)
  • 9. Licht hat Konsequenzen Fotos © www.flagstaffotos.com.au
  • 10. Gefahr für heimische nachtaktive Insekten Eichenspinner (Lasiocampa quercus) Eulenfalter (Noctuidae) Fotos © www.entomat.be
  • 11. Todesfalle Straßenlampe Viele Straßenlampen sind Todesfallen für nachtaktive Insekten Fotos © Prof. Dr. Eisenbeis / Uni Mainz
  • 12. Und unsere Gesundheit? „The analysis yielded an estimated 73% higher breast cancer incidence in the highest LAN (light at night) exposed communities compared to the lowest LAN exposed communities.“ Kloog, I., Haim, A; Stevens, R.G.; Barchana, M. & Portnov, B.A.: Light at night co-distributes with incident breast but not lung cancer in the female population of Israel, in: Chronobiology International 2008 Feb;25(1):65-81 Fotos © Südwestdeutsches PET-Zentrum Stuttgart
  • 13. Was lässt sich verbessern? Grafik © Christian Reinboth Was wollen wir erreichen? (1) Zielgerichteter beleuchten (2) Energieeffizienter beleuchten (3) Insektenfreundlicher beleuchten
  • 14. Was lässt sich verbessern? Besonders viel Lichtverschmutzung “Normale” Lichtverschmutzung Minimale Lichtverschmutzung Grafik © Florian Schweidler Zielgerichteter Einsatz von Licht
  • 15. Foto © Christian Reinboth
  • 16. Foto © Christian Reinboth
  • 17. Foto © Christian Reinboth
  • 18. 10.06.2014 / ISSRM 2014 – GFN Harz e.V. / F. Knolle / C. Reinboth – Winter Tourism and Protected Areas in the Harz Mountains Foto © Christian Reinboth
  • 22. 10.06.2014 / ISSRM 2014 – GFN Harz e.V. / F. Knolle / C. Reinboth – Winter Tourism and Protected Areas in the Harz Mountains Karte © Christian Reinboth
  • 26. „Insektenfreundliche“ Straßenbeleuchtung? Grafiken © Institut für Hydrobiologie & Gewässermanagement Wien Quecksilberdampflampen Natriumdampflampen Getaktete LED-Beleuchtung ist besonders insektenfreundlich (der genaue Wirkmechanismus ist allerdings noch unbekannt)
  • 27. LED-Leuchten in Wernigerode Einsparung von 46,4% Energie im Vergleich zu NA-Dampflampen Anwohner/innen empfinden das Weißlicht als heller und sicherer Fotos © Andreas Müller
  • 28. Die „dunkle Seite“ der LED Fassadenbeleuchtung des Museums für moderne Kunst in Linz Foto © www.wikipedia.de
  • 29. Die „dunkle Seite“ der LED Parkplatzbeleuchtung in Obergrombach (16.000 LEDs) Foto © Rolf Kaiser
  • 30. Licht = Sicherheit? Studie der Home Office Crime Prevention Unit (2004) ● Installation einer besonders hellen Straßenbeleuchtung ● Eine Analyse der Einsatzdaten der Polizei zeigte, dass keine der eigentlich erwarteten Verbesserungen eintrat ● Das Sicherheitgefühl der Anwohner stieg dennoch an Studie der Polizei-Fachhochschule Rheine (2007) ● Nachtabschaltung zwischen 1:00 und 3:30 Uhr ● Ergebnis: 72.000 EUR Ersparnis, 420t CO2 -Einsparung ● Einssatzzahlen der Polizei sind nicht signifikant gestiegen
  • 31. Licht = Sicherheit? Abfrage der Stadtverwaltung von Goslar (2012) ● Gemeinde Liebenburg Nachtabschaltung von 01:00 – 4:30 Uhr ● Stadt Vienenburg Nachtabschaltung von 01:00 – 04:00 Uhr ● Stadt Seesen tw. Nachtabsenkung von 0:00 – 5:30 Uhr tw. Nachtabschaltung von 0:00 – 5:30 Uhr ● In allen befragten Kommunen ergaben sich durch die Abschaltungen bzw. Absenkungen auch über mehrere Jahre keinerlei Auswirkungen auf die öffentl. Sicherheit
  • 32. Der Venustransit des Jahres 2012 vor der Wurmberg-Kulisse Foto © Oliver Maiwald
  • 33. Das Band der Milchstraße über dem Standort der Sternwarte Foto © Michael Schomann
  • 34. Typen von Sternenparks ● International Dark Sky Association ● Dark Sky Communities ● Dark Sky Reserves ● Dark Sky Parks ● Royal Astronomy Society of Canada ● Dark Sky Preserves ● Urban Stark Parks ● Starlight Initiative ● Human Habitats ● Starlight Landscapes ● Starlight Natural Sites ● Starlight Heritage Sites ● Starlight Astronomy Sites ● … & Mixed Starlight Sites ● Möglicher Weltkulturerbe- Status durch die UNESCO
  • 35. Untersuchung von Dr. Hänel Dr. Andreas Hänel Chef der FG Dark Sky im VDS Leiter des Planetariums Osnabrück Fazit der Untersuchung aus 2011: „Nach diesen Messungen könnte ein Dark Sky Park im Nationalpark und im östlich anschließenden Gebiet auf Basis der Himmels- helligkeiten eingerichtet werden.“Foto © Christian Reinboth
  • 37. Problemzone Wurmberg? Geplante Wurmberg-Beleuchtung (ab 2016/2017): ● Vollmondnacht 0,25 Lux ● Straßenbeleuchtung 10 Lux ● Empfehlung für Skipisten 20 Lux ● Piste an der Wasserkuppe 50 Lux ● Ski-Wettkampfbeleuchtung 100 Lux ● Geplante Wurmberg-Beleuchtung 150 Lux ● Beleuchtung in Großraum-Büros 500 Lux Schnee reflektiert Licht etwa siebenfach stärker als Asphalt
  • 38. Skipiste am Wendelstein (1) Foto © Christoph Ries
  • 39. Skipiste am Wendelstein (2) Foto © Christoph Ries
  • 40. Dark Skies! Foto © Dan Duriscoe (Flagstaff Dark Sky Park, Arizona)

Hinweis der Redaktion

  1. Thema: Ökologische, ökonomische und kulturelle Konsequenzen von Lichtverschmutzung – warum sollten wir uns als Gesellschaft – und zwar ganz unabhängig von den Wünschen der Astronomen – einfach keinen Lichtsmog mehr leisten? Und: Wie kommen wir weg vom Lichtsmog? Einfach nur weniger beleuchten? Wann ist eine Bleuchtung „falsch“ und wann ist sie „richtig“? Und was kann darüber hinaus noch gegen Lichtverschmutzung unternommen werden?
  2. Im Vordergrund sollen ökologische Probleme stehen, daher steigen wir mit der Frage ein, inwiefern denn Straßenbeleuchtung oder überhaupt Beleuchtung ein ökologisches Problem sein kann. Sie kann: Zu Beachten ist natürlich zunächst einmal der wirklich hohe Energieverbrauch und der damit verbundene Beitrag zum Klimawandel. CO2-Ziele könnten irgendwann ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die Lichtverschmutzung werden – und ganz allgemein interessieren sich natürlich auch mehr Bürger/Politiker für den Klimawandelals für Astronomie und/oder Insekten...
  3. Hier die schöne Aufnahme eines amerikanischen Astronomen, der mit einem speziellen Filter den Lichtsmog-Effekt simuliert hat – wobei man in Wernigerode deutlich weniger Sterne sieht...
  4. ...was auch kein Wunder ist, wenn man derartige „Flackbeleuchtung“ sieht. Das Bild zeigt deutlich, dass die Lichtplaner hier an dem Ziel, die beiden Kirchen als Sehenswürdigkeiten zu beleuchten, deutlich vorbeischießen. Es ist offensichtlich, dass man mit intelligenterem Einsatz von Licht das Ziel bei deutlich weniger Lichtsmog erreichen würde – d.h. In vielen Fällen muss man nicht einmal auf Beleuchtung verzichten, um etwas zu verbessern – man muss nur intelligenter beleuchten
  5. Womit wir beim eigentlichen Thema des Tages – der Lichtverschmutzung aus astronomischer sowie aus ökologischer Sicht – angekommen wären...
  6. Hat diese Entwicklung kulturelle Auswirkungen. Ich habe viele Kollegen, die zu Jugendzeiten durch die Astronomie zu den Naturwissenschaften gekommen sind, und die es für wahrscheinlich halten, dass der gegenwärtige Trend, dass sich immer weniger Studenten für Naturwissenschaft einschreiben, auch damit zu tun hat, dass ihnenin den Städten die Neugier weckenden Erlebnisse mit der Natur fehlen...
  7. Da wäre zunächst einmal der kulturelle Verlust. Seit Jahrhunderten inspiriert der Sternenhimmel die Menschheit – Religion, Kunst, Wissenschaft – nun droht er, nach und nach wegzudimmen... Das Bild – van Goghs Sternennacht über der Rhone – ist übrigens Teil einer Sammlung von Bildern, die ich mal für meine Studenten zusammengestellt habe, und anhand derer man erkennen kann, dass die Wahrnehmung der Sterne in der Geschichte einfach eine andere war – da war der Himmel schlicht und ergreifend nicht schwarz...
  8. Licht hat aber auch Auswirkungen auf Lebewesen – insbesondere natürlich auf Insekten...
  9. Besonders betroffen sind aber natürlich Insekten wie diese nachtaktiven Falter. Pro Nacht und pro Lampe werden etwa 150 Insekten getötet, was sich bei 6,8 Millionen Straßenlampen auf über eine Milliarde toter Insekten pro Nacht summiert... Diese fehlen dann natürlich in den Nahrungsketten, wobei sich zahlreiche Effekte ergeben, die zu besprechen heute die Zeit fehlt. So weiß man beispielsweise, dass Nutzinsekten – da sie viel aktiver sind – durch künstliches Licht stärker geschädigt werden als Schadinsekten.
  10. Diese Fotos von Prof Eisenbeis von der TU Dortmund zeigen den Effekt noch besser...
  11. Und wir? Menschen sind auch Lebewesen und sind daher ebenfalls von Lichtsmog betroffen. So konnten beispielsweise israelische Wissenschaftler im Jahr 2008 einen Zusammenhang zwischen der Intensität der nächtlichen Beleuchtung und der Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs-Erkrankungen nachweisen... Tatsächlich glauben Schlafforscher – ein spannendes Referat habe ich im vergangenen Jahr auf einer Anhörung der Grünen Bundestagsfraktion zum Thema Lichtsmog gehört – dass zuviel Licht in der Nacht auch andere Krankheiten hervorrufen kann: Depressionen, Schlafstörungen, etc.pp. Es ist also auch in unserem Interesse...
  12. Zunächst die Grundlagen: Wie sollte Beleuchtung idealerweise aussehen?
  13. Andere Frage: Wie muss das Spekturm des Lichts beschaffen sein, um weniger anziehend auf Insekten zu wirken? Auch hier bietet wieder die LED aufgrund der Taktung (die offenbar dazu führt, dass die LEDs nicht als koheränte Lichtquelle wahrgenommen und damit nicht mit dem Mond verwechselt werden) die besten Möglichkeiten – allerdings ist gerade tageslichtähnliches LED-Licht für Astronomen offenbar ein großes Problem - korrekt?
  14. Andere Frage: Wie muss das Spekturm des Lichts beschaffen sein, um weniger anziehend auf Insekten zu wirken? Auch hier bietet wieder die LED aufgrund der Taktung (die offenbar dazu führt, dass die LEDs nicht als koheränte Lichtquelle wahrgenommen und damit nicht mit dem Mond verwechselt werden) die besten Möglichkeiten – allerdings ist gerade tageslichtähnliches LED-Licht für Astronomen offenbar ein großes Problem - korrekt?
  15. Andere Frage: Wie muss das Spekturm des Lichts beschaffen sein, um weniger anziehend auf Insekten zu wirken? Auch hier bietet wieder die LED aufgrund der Taktung (die offenbar dazu führt, dass die LEDs nicht als koheränte Lichtquelle wahrgenommen und damit nicht mit dem Mond verwechselt werden) die besten Möglichkeiten – allerdings ist gerade tageslichtähnliches LED-Licht für Astronomen offenbar ein großes Problem - korrekt?
  16. Andere Frage: Wie muss das Spekturm des Lichts beschaffen sein, um weniger anziehend auf Insekten zu wirken? Auch hier bietet wieder die LED aufgrund der Taktung (die offenbar dazu führt, dass die LEDs nicht als koheränte Lichtquelle wahrgenommen und damit nicht mit dem Mond verwechselt werden) die besten Möglichkeiten – allerdings ist gerade tageslichtähnliches LED-Licht für Astronomen offenbar ein großes Problem - korrekt?
  17. Womit wir beim eigentlichen Thema des Tages – der Lichtverschmutzung aus astronomischer sowie aus ökologischer Sicht – angekommen wären...
  18. Womit wir beim eigentlichen Thema des Tages – der Lichtverschmutzung aus astronomischer sowie aus ökologischer Sicht – angekommen wären...
  19. Womit wir beim eigentlichen Thema des Tages – der Lichtverschmutzung aus astronomischer sowie aus ökologischer Sicht – angekommen wären...
  20. Dark Skies!