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Dr. Carsten Weerth BSc LLM (Com.) MA
1
Kommunikation – Das JOHARI-Fenster-Modell
Entwickelt wurde dieses Modell 1955 von den amerikanischen Sozialpsychologen
Joseph Luft und Harry Ingham (University of California), deren Vornamen für die
Namensgebung herangezogen wurden. Mit Hilfe des Johari-Fensters wird vor allem
der sogenannte blinde Fleck eines Mensch dargestellt, also das, was man lieber
verschweigen, bzw. nicht wahrnehmen mochte. Das Johari-Fenster basiert auf der
Kernidee des Eisberg-Modells, dass sich nur ein kleiner Teil unserer Persönlichkeit
und unseres Verhaltens „oberhalb der Wasseroberflache“ befindet und ein bestim-
mter, nicht zu vernachlässigender „unterhalb der Wasseroberflache“. Das Johari-
Fenster hat zwei Dimensionen: was einem selbst bekannt ist, bzw. nicht bekannt ist
und was anderen über mich bekannt, bzw. nicht bekannt ist (siehe Abb.). Durch die
graphische Darstellung der Dimensionen und der sich daraus ergebenden
Quadranten weist dieses Modell anschaulich auf Entwicklungsmöglichkeiten des
eigenen Kommunikationsverhaltens und der eigenen Person hin.
Das JOHARI-Fenster-Modell
(Quelle: http://www.berufsstrategie.de/_img/bewerbung-karriere-softskills/johari_modell.jpg)
Dr. Carsten Weerth BSc LLM (Com.) MA
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Die vier Quadranten
• Quadrant A umfasst diejenigen Aspekte des eigenen Verhaltens, die sowohl einem
selbst als auch den anderen Mitgliedern der Gruppe bekannt sind und in dem einem
das Handeln frei und nicht beeinträchtigt von Ängsten und Vorbehalten erscheint.
Das ist also der öffentliche Bereich, die „öffentliche Person“.
• Quadrant B umfasst den „Blinden Fleck“, also den Teil unseres Verhaltens, den wir
selbst wenig, andere Menschen hingegen recht deutlich wahrnehmen: unbewusste
bzw. störende Gewohnheiten und Verhaltensweisen, die eigene Stimmungslage,
Sympathien und Antipathien oder auch unbewusste Vorurteile. Hier können uns die
anderen Hinweise bezgl. Unseres Verhaltens geben. Dieser Bereich wird meist
nonverbal, etwa durch Gesten, Kleidung, Klang der Stimme, Tonfall etc. anderen
vermittelt (bspw. Ob mich ein Thema ängstigt oder interessiert/langweilt).
• Quadrant C umfasst den Bereich der „privaten Person“: Dies beinhaltet Verhaltens-
bereiche, die einem selbst bekannt sind, die man aber ganz bewusst als Privatsphäre
vor anderen verborgen halten mochte. Dazu gehören viele eigene Normen und
Werte, religiöse und politische Meinungen, aber auch die „heimlichen Wunsche“, die
„empfindlichen Stellen“. Diese mochte man anderen oftmals nicht mitteilen, um die
eigene Position nicht zu schwachen. Nur durch Vertrauen und Sicherheit zu anderen
Personen kann dieser Bereich verkleinert werden.
• Quadrant D (Unbewusstes) ist weder einem selbst noch anderen Personen
unmittelbar zuganglich. Dieser Bereich lasst sich nur durch intensive Arbeit an einem
selbst erschließen. Hier können verborgene Talente und Begabungen schlummern.
Anwendung
Das Johari-Fenster dient sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen/Teams dazu, den
Bereich gemeinsamer Themen (Bereich A) zu vergrößern und die Bereiche B und C
zu verkleinern.
Dies gelingt zum einen durch gegenseitiges Feedback (B wird kleiner) oder durch
„Selbstoffenbarung“ (C verringern). Es verdeutlicht darüber hinaus, dass sich Eigen-
wahrnehmung und Fremdwahrnehmung der eigenen Person oder Gruppe oftmals
nicht entsprechen, und dass nur ein Teil des Verhaltens einer Person/Gruppe in
einer sozialen Situation wirklich wahrgenommen wird. Wesentliche Aspekte sind
nicht bekannt, bewusst oder zuganglich, weder von einem selbst noch von anderen.
Von daher dient die Beschäftigung mit diesem Schema sehr gut zur Selbstoffen-
barung und Persönlichkeitsentwicklung. Allerdings benötigt es Zeit, eigene Ver-
haltensweisen, die mit Hilfe dieses Schemas bewusst geworden sind, und die man
andern mochte, zu verändern. Der „blinde Fleck“ wird somit zunächst „aufgehellt“,
wirkliche Änderungen aber erfordern mehr Zeit.

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  • 1. Dr. Carsten Weerth BSc LLM (Com.) MA 1 Kommunikation – Das JOHARI-Fenster-Modell Entwickelt wurde dieses Modell 1955 von den amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham (University of California), deren Vornamen für die Namensgebung herangezogen wurden. Mit Hilfe des Johari-Fensters wird vor allem der sogenannte blinde Fleck eines Mensch dargestellt, also das, was man lieber verschweigen, bzw. nicht wahrnehmen mochte. Das Johari-Fenster basiert auf der Kernidee des Eisberg-Modells, dass sich nur ein kleiner Teil unserer Persönlichkeit und unseres Verhaltens „oberhalb der Wasseroberflache“ befindet und ein bestim- mter, nicht zu vernachlässigender „unterhalb der Wasseroberflache“. Das Johari- Fenster hat zwei Dimensionen: was einem selbst bekannt ist, bzw. nicht bekannt ist und was anderen über mich bekannt, bzw. nicht bekannt ist (siehe Abb.). Durch die graphische Darstellung der Dimensionen und der sich daraus ergebenden Quadranten weist dieses Modell anschaulich auf Entwicklungsmöglichkeiten des eigenen Kommunikationsverhaltens und der eigenen Person hin. Das JOHARI-Fenster-Modell (Quelle: http://www.berufsstrategie.de/_img/bewerbung-karriere-softskills/johari_modell.jpg)
  • 2. Dr. Carsten Weerth BSc LLM (Com.) MA 2 Die vier Quadranten • Quadrant A umfasst diejenigen Aspekte des eigenen Verhaltens, die sowohl einem selbst als auch den anderen Mitgliedern der Gruppe bekannt sind und in dem einem das Handeln frei und nicht beeinträchtigt von Ängsten und Vorbehalten erscheint. Das ist also der öffentliche Bereich, die „öffentliche Person“. • Quadrant B umfasst den „Blinden Fleck“, also den Teil unseres Verhaltens, den wir selbst wenig, andere Menschen hingegen recht deutlich wahrnehmen: unbewusste bzw. störende Gewohnheiten und Verhaltensweisen, die eigene Stimmungslage, Sympathien und Antipathien oder auch unbewusste Vorurteile. Hier können uns die anderen Hinweise bezgl. Unseres Verhaltens geben. Dieser Bereich wird meist nonverbal, etwa durch Gesten, Kleidung, Klang der Stimme, Tonfall etc. anderen vermittelt (bspw. Ob mich ein Thema ängstigt oder interessiert/langweilt). • Quadrant C umfasst den Bereich der „privaten Person“: Dies beinhaltet Verhaltens- bereiche, die einem selbst bekannt sind, die man aber ganz bewusst als Privatsphäre vor anderen verborgen halten mochte. Dazu gehören viele eigene Normen und Werte, religiöse und politische Meinungen, aber auch die „heimlichen Wunsche“, die „empfindlichen Stellen“. Diese mochte man anderen oftmals nicht mitteilen, um die eigene Position nicht zu schwachen. Nur durch Vertrauen und Sicherheit zu anderen Personen kann dieser Bereich verkleinert werden. • Quadrant D (Unbewusstes) ist weder einem selbst noch anderen Personen unmittelbar zuganglich. Dieser Bereich lasst sich nur durch intensive Arbeit an einem selbst erschließen. Hier können verborgene Talente und Begabungen schlummern. Anwendung Das Johari-Fenster dient sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen/Teams dazu, den Bereich gemeinsamer Themen (Bereich A) zu vergrößern und die Bereiche B und C zu verkleinern. Dies gelingt zum einen durch gegenseitiges Feedback (B wird kleiner) oder durch „Selbstoffenbarung“ (C verringern). Es verdeutlicht darüber hinaus, dass sich Eigen- wahrnehmung und Fremdwahrnehmung der eigenen Person oder Gruppe oftmals nicht entsprechen, und dass nur ein Teil des Verhaltens einer Person/Gruppe in einer sozialen Situation wirklich wahrgenommen wird. Wesentliche Aspekte sind nicht bekannt, bewusst oder zuganglich, weder von einem selbst noch von anderen. Von daher dient die Beschäftigung mit diesem Schema sehr gut zur Selbstoffen- barung und Persönlichkeitsentwicklung. Allerdings benötigt es Zeit, eigene Ver- haltensweisen, die mit Hilfe dieses Schemas bewusst geworden sind, und die man andern mochte, zu verändern. Der „blinde Fleck“ wird somit zunächst „aufgehellt“, wirkliche Änderungen aber erfordern mehr Zeit.