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Michael Fuchs-Gamböck
Brevier für Pauline
Inhalt
Einstieg 5
Diese Liebe 11
Die Dinge 14
Meine Welt 16
Vom richtigen Gedanken 19
Pass auf! 25
Freude 29
Macht 32
Freddy 34
Musik 37
Gott 40
Du bist Du 44
Möglichkeiten 47
Moment 50
Dich 52
Kunst 54
Liebe, in jedem Augenblick 59
Tod 65
Vaterliebe 70
Ausstieg 71
Die Dinge
Die Dinge
geh’n ja
ihren Gang
unentwegt;
und wir versuchen
sie zu ändern
was völliger
Quatsch ist.
Die Dinge
geh’n ja
ihren Gang
weil sie sonst
nichts zu tun haben
Also geh’
einfach mit
und dann geht es
dir gut
Pass auf!
Pass auf
Kind
dass dir niemand
je einredet
dass Liebe
was mit Macht zu tun hat
Lass’ dir nie erklären
dass die Welt
nicht geändert werden kann
– stimmt ja nicht:
Du
kannst sie ändern
Pass auf
Kind
dass dir niemals verborgen bleibt
wenn eine Pflanze
neu gewachsen ist
über Nacht;
dass dir niemals
verborgen bleibt
wenn ein Tier leidet
und du stets
die Chance hast
es zu heilen
– pass bitte auf
Pass auf
Kind
wenn die andern
dir erzählen wollen
was richtig ist
weil ihre Meinung
die Meinung
der Mehrheit ist
– ihre Meinung
ist richtig
aber nur deshalb
weil es die Meinung
der anderen ist
nicht die deine
Pass auf
Kind
dass du aufpasst
– Aufmerksamkeit
für sich
und für die wenigen
ist die größte Stärke
die es gibt
die wir besitzen
ganz tief
in uns drin
Vaterliebe
Ich liebe dich
seit dem Tag
deiner Geburt
– aber ich liebe dich heute
nicht so stark
wie ich dich morgen
lieben werde
Ausstieg
Warum ein altmodisches Brevier in unserer modernen
Zeit?
— Ein paar Gedanken des Autors, um seinen An-
spruch für dieses Buch der Welt und sich selbst
besser zu erklären —
Ich liebe meine Tochter Pauline. Diesen Satz lasse
ich, in all seiner Schlichtheit, einfach mal stehen.
Denn jene unumstößliche Tatsache, ohne Wenn und
Aber notiert und gefühlt, ist Auslöser für dieses
Buch. Weil meiner Ansicht nach einfache Feststel-
lungen, zementiert durch die stetig präsente Realität
und den gelebten Alltag, unserem Dasein wahrhaft
herrliche Konstanten verleihen, fernab vom aufge-
blasenen, exzentrischen, überdrehten Irrsinn, der
sich mehr und mehr in die Moderne einschleicht –
mit lautem Getöse und auf spiegelglatter Oberfläche,
die kaum noch Möglichkeiten zum individuellen
Abtauchen und darauf folgendem Phönix-haften
emotionalem Wiederauftauchen bietet.
Der Begriff »Liebe« wurde im Laufe der letzten
Dekaden erbärmlich ausgeleiert, da er mittlerwei-
le inflationär verwendet wird. Er hat seine strah-
lende Kraft längst eingebüßt. Mittlerweile »lieben«
wir alles, was uns angenehm erscheint. Für diese
Situation ist zu einem nicht unwesentlichen An-
teil die virulent beherrschende Macht von Werbe-
sprüchen und profanen TV-Beiträgen verantwort-
lich: Wir lieben unsere Katze, unser Auto sowie-
so, unseren neuen Computer selbstredend auch,
wir lieben eine willige Prostituierte, die uns gegen
Cash schnelle Abhilfe beim Trieb-Stau verschafft,
wir lieben ausschließlich die Croissants eines be-
stimmten Bäckers, die Kleider eines exzentrisch-
angesagten Designers – Liebe allerorten. Welch Welt
voller Liebe offensichtlich, die wir unser Zuhause
nennen. Aber Liebe in dem Sinne, dass man ei-
nen anderen Menschen vorbehaltlos für das liebt,
was er ist, nämlich ein unverwechselbarer, einzig-
artiger Charakter, diese Fähigkeit geht dem Homo
sapiens des 21. Jahrhunderts mehr und mehr ver-
loren, zugunsten der Liebe ausschließlich für sich
selbst.
Ich möchte ein guter Vater sein. Noch so ein Satz,
den ich in all seiner Schlichtheit einfach mal stehen
lasse. Da atme ich an dieser Stelle erstmal tief durch.
Denn ich bin mir bewusst, dass ich als Vater nur
so gut sein kann, wie es meine Herkunft, meine Er-
fahrungen aus der Vergangenheit, mein bewusster
wie unbewusster Umgang mit meiner Vita, meine
hoffentlich damit verbundene mentale Stärke über-
haupt zulassen. Richtig: Es geht bei aufrichtiger Lie-
be um Verantwortung. Und ob ich stark genug sein
kann, jene für den Jüngeren, den Schwächeren, den
Zu-mir-Aufschauendem zu übernehmen.
Mein wegweisender Vorsatz ist, ein guter Mensch
zu sein. Erst wenn ich diesen ausfülle, kann ich
ein guter Vater werden. Doch welcher Mensch ist
»gut«? Wie anmaßend ist es, sich selbst ein Gütesie-
gel auszustellen? Ich bin der festen Ansicht, dass
humane Güte eng Hand in Hand geht mit positiven
Ur-Charakterzügen wie Empathie, Respekt, Optimis-
mus, Höflichkeit. Keinesfalls vergessen werden darf
dabei: Humor, das stärkste und wirkungsvollste Boll-
werk gegen die Angst vor der großen unberechen-
baren Komponente, dem Tod. Mindestens genauso
wichtig ist es, sich seiner unbedingten Fehlerhaftig-
keit als menschliches Wesen bewusst zu sein. Sich
nach ihrer Erkenntnis dieser Schwäche zu stellen.
Und im Anschluss daran hoffentlich in der Lage
zu sein, in diese Fehlerhaftigkeit mit aller Konse-
quenz und aller Schmerzhaftigkeit einzutauchen,
um gestärkt daraus hervorgehen zu können.
Es ist meine tiefe Überzeugung, dass Kinder da
sind, um ihren Erzeugern die eigene Unzulänglich-
keit beizubringen. Das tun Kinder auf die charman-
teste, weil naivste Art und Weise überhaupt. Der
Mensch wächst nicht nur an seinen Aufgaben, wie
es im berühmten Aphorismus angesprochen wird,
sondern er sollte vor allem daran wachsen, wie er
mit seinem Eltern-Sein umgeht, was er Töchtern wie
Söhnen mitgibt in eine Welt, die immer undurch-
schaubarer und undurchdringlicher wird, in der die
Vermittlung von Werten gerne mal erstaunt und
gelegentlich höhnisch beäugt wird.
Gedanken solcher Art, gepaart mit dem Umstand,
dass meine Tochter Pauline an einem 29. Oktober
ihren 18. Geburtstag feiern wird, brachten mich da-
zu, ihr ein paar meiner Gedanken, Erfahrungen,
Überzeugungen in einfacher Form schriftlich mit
auf den Weg zu geben. »Brevier« nannte man dieses
Procedere jahrhundertelang, was vor allem Väter
ihren Töchtern in meist lyrischer Form zu vermit-
teln versuchten, wenn diese an der Schwelle zum
Erwachsensein standen – nicht mehr Rat suchendes
Kind, aber auch nicht ein mit sich selbst im Reinen
befindlicher Erwachsener.
Interessant an der Phase, in der die 18 hier gesam-
melten Beiträge dieser Schrift entstanden (18 üb-
rigens deshalb, weil meine Tochter ab sofort und
unwiderruflich 18 Jahre zählt, während ich meine Ge-
danken für sie niederschreibe und zu Ende bringe),
gestaltete sich der Umstand, dass man als Autor
plötzlich nicht mit erfundenen Charakteren wie
etwa in Romanen oder Kurzgeschichten konfron-
tiert ist, zu denen man im Notfall Distanz herstellen
kann, stattdessen mit der nackten, schonungslo-
sen Wahrnehmung – und Wahrheit – seines Selbst.
Der ureigenen Grundsätze fürderhin, die man sich
in jahrzehntelanger, oft mühevoller Kleinarbeit zu-
rechtgelegt hat.
Während der Arbeit am Brevier stellte ich mich
und meine Philosophie immer wieder infrage, man-
ches Mal äußerst harsch. Von wegen: Stehst du hin-
ter all dem, was du hier in wenigen Worten von dir
gibst? Woher nimmst du dir das Recht heraus, ei-
nem Jüngeren deine Vorstellungen von der Existenz
auf den Weg zu geben, nur weil das arme Kind zufäl-
lig dein Fleisch und Blut ist? Welchen Sinn ergeben
ethische Werte, in der Vergangenheit ausschließlich
von dir allein angesammelt, im 21. Jahrhundert ganz
generell?
Doch je weiter ich eintauchte in die Gedanken-
welt rund um dieses Büchlein, desto mehr schälte
sich irgendwann der eine entscheidende Grundge-
danke heraus: Ich möchte meiner Tochter, vollkom-
men ohne erigierten Zeigefinger, ein paar Eckpfeiler
meiner von Humanismus geprägten Philosophie ver-
mitteln. Was Pauline mit diesen Überlegungen an-
stellt, soll sich definitiv meinem Wissen entziehen.
Welch Glück, dass ich nicht der Verfasser einer wie
auch immer gearteten, in Stein gemeißelten heiligen
Schrift sein muss.
Unabhängig von meinem engen Verhältnis zu
dieser einzigartigen Tochter (aber auf die Einzigar-
tigkeit ihrer Kinder setzen alle Eltern dieser Welt …)
hoffe ich, dass mit diesem schmalen Band und sei-
nen … nun ja … Weisheiten wenigstens ein paar Ideen
von Ethik und Moral verbreitet werden, die einem
besseren gemeinsamen Miteinander zwischen den
Generationen, vor allem aber zwischen den Men-
schen ganz allgemein dienen. Die Texte darin sind
unter der unbedingten Hoheit von Achtsamkeit ent-
standen. Von Respekt vor jedem Nächsten. Von Lie-
be ohne Wenn und Aber. Und von dem Wissen um
die eigene Fehlbarkeit.
Ich möchte mich an dieser Stelle in aller tief
empfundener Freundschaft bei Illustrator Rainer
G. Flechsig bedanken, der ohne zu zögern Zeich-
nungen für das Brevier beigesteuert hat. Gleichfalls
kein Zögern gab es bei Prof. Dr. Thomas Raff, als
es darum ging, kluge einführende Worte für dieses
Büchlein zu finden. Und auch meinen Verleger In-
golf Ludmann-Schneider musste ich nicht beknien,
dass er in seinem kleinen, feinen Verlag pax et bo-
num dieses ungewöhnliche Werk veröffentlicht. Er
hat es einfach getan, weil ihm danach war, wofür
ich ihm für immer dankbar sein werde. Der größ-
te Dank freilich gilt meiner Tochter Pauline, denn
ohne sie wäre dieses Buch – aus nachvollziehbaren
Gründen – nicht möglich gewesen.
Michael Fuchs-Gamböck, im Herbst 2014
Annette Hillringhaus
Minna, grüne Minna
Die achtjährige Minna kann nicht wie
die anderen Kinder in den Sommerfe-
rien in Urlaub fahren, weil ihre Eltern
arbeiten müssen. Sie kann nicht einmal
draußen spielen, denn es regnet in Strö-
men. Und zu allem Überfluss schickt sie
die Mutter auch noch zum Einkaufen.
Tolle Ferien! Durch Zufall findet sie aber
ein Geschäft mit wunderbar duftenden
Grünpflanzen und neue Freunde. Schon
bald erlebt die Himbeersaftgang ein auf-
regendes Abenteuer ...
ISBN: 978-3-943650-18-1
www.pax-et-bonum-verlag.de
Ingolf Ludmann-Schneider
Jenseits, Tod und Sterben
Tod und Sterben sind immer noch ein
großes Tabu in unserer Gesellschaft.
Trotzdem fragen sich nicht wenige Men-
schen nach dem »wie« – und vor allem,
nach dem »danach«. Ingolf Ludmann-
Schneider hat aus Erfahrungen, Fra-
gen und Antworten ein beeindruckendes
Buch geschaffen, dass die Angst vor dem
Verlust eines geliebten Menschen oder
Tieres nimmt, aber auch die Angst vor
dem eigenen »letzten Weg«.
ISBN: 978-3-943650-29-7
www.pax-et-bonum-verlag.de
Im Verlag
sind weiterhin erschienen:
Die menschliche Welle
(Bd. 1 – Ebbe) ISBN 978-3-943650-01-3
Die menschliche Welle
(Bd. 2 – Flut) ISBN 978-3-943650-04-4
Irrlichter des Todes ISBN 978-3-943650-33-4
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einen Tisch reservierte ISBN 978-3-943650-36-5
Kids im Internet ISBN 978-3-943650-09-9
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www.pax-et-bonum-verlag.de
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  • 1.
  • 3. Inhalt Einstieg 5 Diese Liebe 11 Die Dinge 14 Meine Welt 16 Vom richtigen Gedanken 19 Pass auf! 25 Freude 29 Macht 32 Freddy 34 Musik 37 Gott 40 Du bist Du 44 Möglichkeiten 47 Moment 50 Dich 52 Kunst 54 Liebe, in jedem Augenblick 59 Tod 65 Vaterliebe 70 Ausstieg 71
  • 4. Die Dinge Die Dinge geh’n ja ihren Gang unentwegt; und wir versuchen sie zu ändern was völliger Quatsch ist. Die Dinge geh’n ja ihren Gang weil sie sonst nichts zu tun haben Also geh’ einfach mit und dann geht es dir gut
  • 5.
  • 6. Pass auf! Pass auf Kind dass dir niemand je einredet dass Liebe was mit Macht zu tun hat Lass’ dir nie erklären dass die Welt nicht geändert werden kann – stimmt ja nicht: Du kannst sie ändern Pass auf Kind dass dir niemals verborgen bleibt wenn eine Pflanze neu gewachsen ist über Nacht; dass dir niemals
  • 7. verborgen bleibt wenn ein Tier leidet und du stets die Chance hast es zu heilen – pass bitte auf Pass auf Kind wenn die andern dir erzählen wollen was richtig ist weil ihre Meinung die Meinung der Mehrheit ist – ihre Meinung ist richtig aber nur deshalb weil es die Meinung der anderen ist nicht die deine Pass auf Kind
  • 8. dass du aufpasst – Aufmerksamkeit für sich und für die wenigen ist die größte Stärke die es gibt die wir besitzen ganz tief in uns drin
  • 9.
  • 10. Vaterliebe Ich liebe dich seit dem Tag deiner Geburt – aber ich liebe dich heute nicht so stark wie ich dich morgen lieben werde
  • 11. Ausstieg Warum ein altmodisches Brevier in unserer modernen Zeit? — Ein paar Gedanken des Autors, um seinen An- spruch für dieses Buch der Welt und sich selbst besser zu erklären — Ich liebe meine Tochter Pauline. Diesen Satz lasse ich, in all seiner Schlichtheit, einfach mal stehen. Denn jene unumstößliche Tatsache, ohne Wenn und Aber notiert und gefühlt, ist Auslöser für dieses Buch. Weil meiner Ansicht nach einfache Feststel- lungen, zementiert durch die stetig präsente Realität und den gelebten Alltag, unserem Dasein wahrhaft herrliche Konstanten verleihen, fernab vom aufge- blasenen, exzentrischen, überdrehten Irrsinn, der sich mehr und mehr in die Moderne einschleicht – mit lautem Getöse und auf spiegelglatter Oberfläche, die kaum noch Möglichkeiten zum individuellen Abtauchen und darauf folgendem Phönix-haften emotionalem Wiederauftauchen bietet. Der Begriff »Liebe« wurde im Laufe der letzten Dekaden erbärmlich ausgeleiert, da er mittlerwei- le inflationär verwendet wird. Er hat seine strah- lende Kraft längst eingebüßt. Mittlerweile »lieben«
  • 12. wir alles, was uns angenehm erscheint. Für diese Situation ist zu einem nicht unwesentlichen An- teil die virulent beherrschende Macht von Werbe- sprüchen und profanen TV-Beiträgen verantwort- lich: Wir lieben unsere Katze, unser Auto sowie- so, unseren neuen Computer selbstredend auch, wir lieben eine willige Prostituierte, die uns gegen Cash schnelle Abhilfe beim Trieb-Stau verschafft, wir lieben ausschließlich die Croissants eines be- stimmten Bäckers, die Kleider eines exzentrisch- angesagten Designers – Liebe allerorten. Welch Welt voller Liebe offensichtlich, die wir unser Zuhause nennen. Aber Liebe in dem Sinne, dass man ei- nen anderen Menschen vorbehaltlos für das liebt, was er ist, nämlich ein unverwechselbarer, einzig- artiger Charakter, diese Fähigkeit geht dem Homo sapiens des 21. Jahrhunderts mehr und mehr ver- loren, zugunsten der Liebe ausschließlich für sich selbst. Ich möchte ein guter Vater sein. Noch so ein Satz, den ich in all seiner Schlichtheit einfach mal stehen lasse. Da atme ich an dieser Stelle erstmal tief durch. Denn ich bin mir bewusst, dass ich als Vater nur so gut sein kann, wie es meine Herkunft, meine Er- fahrungen aus der Vergangenheit, mein bewusster wie unbewusster Umgang mit meiner Vita, meine
  • 13. hoffentlich damit verbundene mentale Stärke über- haupt zulassen. Richtig: Es geht bei aufrichtiger Lie- be um Verantwortung. Und ob ich stark genug sein kann, jene für den Jüngeren, den Schwächeren, den Zu-mir-Aufschauendem zu übernehmen. Mein wegweisender Vorsatz ist, ein guter Mensch zu sein. Erst wenn ich diesen ausfülle, kann ich ein guter Vater werden. Doch welcher Mensch ist »gut«? Wie anmaßend ist es, sich selbst ein Gütesie- gel auszustellen? Ich bin der festen Ansicht, dass humane Güte eng Hand in Hand geht mit positiven Ur-Charakterzügen wie Empathie, Respekt, Optimis- mus, Höflichkeit. Keinesfalls vergessen werden darf dabei: Humor, das stärkste und wirkungsvollste Boll- werk gegen die Angst vor der großen unberechen- baren Komponente, dem Tod. Mindestens genauso wichtig ist es, sich seiner unbedingten Fehlerhaftig- keit als menschliches Wesen bewusst zu sein. Sich nach ihrer Erkenntnis dieser Schwäche zu stellen. Und im Anschluss daran hoffentlich in der Lage zu sein, in diese Fehlerhaftigkeit mit aller Konse- quenz und aller Schmerzhaftigkeit einzutauchen, um gestärkt daraus hervorgehen zu können. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass Kinder da sind, um ihren Erzeugern die eigene Unzulänglich- keit beizubringen. Das tun Kinder auf die charman-
  • 14. teste, weil naivste Art und Weise überhaupt. Der Mensch wächst nicht nur an seinen Aufgaben, wie es im berühmten Aphorismus angesprochen wird, sondern er sollte vor allem daran wachsen, wie er mit seinem Eltern-Sein umgeht, was er Töchtern wie Söhnen mitgibt in eine Welt, die immer undurch- schaubarer und undurchdringlicher wird, in der die Vermittlung von Werten gerne mal erstaunt und gelegentlich höhnisch beäugt wird. Gedanken solcher Art, gepaart mit dem Umstand, dass meine Tochter Pauline an einem 29. Oktober ihren 18. Geburtstag feiern wird, brachten mich da- zu, ihr ein paar meiner Gedanken, Erfahrungen, Überzeugungen in einfacher Form schriftlich mit auf den Weg zu geben. »Brevier« nannte man dieses Procedere jahrhundertelang, was vor allem Väter ihren Töchtern in meist lyrischer Form zu vermit- teln versuchten, wenn diese an der Schwelle zum Erwachsensein standen – nicht mehr Rat suchendes Kind, aber auch nicht ein mit sich selbst im Reinen befindlicher Erwachsener. Interessant an der Phase, in der die 18 hier gesam- melten Beiträge dieser Schrift entstanden (18 üb- rigens deshalb, weil meine Tochter ab sofort und unwiderruflich 18 Jahre zählt, während ich meine Ge- danken für sie niederschreibe und zu Ende bringe),
  • 15. gestaltete sich der Umstand, dass man als Autor plötzlich nicht mit erfundenen Charakteren wie etwa in Romanen oder Kurzgeschichten konfron- tiert ist, zu denen man im Notfall Distanz herstellen kann, stattdessen mit der nackten, schonungslo- sen Wahrnehmung – und Wahrheit – seines Selbst. Der ureigenen Grundsätze fürderhin, die man sich in jahrzehntelanger, oft mühevoller Kleinarbeit zu- rechtgelegt hat. Während der Arbeit am Brevier stellte ich mich und meine Philosophie immer wieder infrage, man- ches Mal äußerst harsch. Von wegen: Stehst du hin- ter all dem, was du hier in wenigen Worten von dir gibst? Woher nimmst du dir das Recht heraus, ei- nem Jüngeren deine Vorstellungen von der Existenz auf den Weg zu geben, nur weil das arme Kind zufäl- lig dein Fleisch und Blut ist? Welchen Sinn ergeben ethische Werte, in der Vergangenheit ausschließlich von dir allein angesammelt, im 21. Jahrhundert ganz generell? Doch je weiter ich eintauchte in die Gedanken- welt rund um dieses Büchlein, desto mehr schälte sich irgendwann der eine entscheidende Grundge- danke heraus: Ich möchte meiner Tochter, vollkom- men ohne erigierten Zeigefinger, ein paar Eckpfeiler meiner von Humanismus geprägten Philosophie ver-
  • 16. mitteln. Was Pauline mit diesen Überlegungen an- stellt, soll sich definitiv meinem Wissen entziehen. Welch Glück, dass ich nicht der Verfasser einer wie auch immer gearteten, in Stein gemeißelten heiligen Schrift sein muss. Unabhängig von meinem engen Verhältnis zu dieser einzigartigen Tochter (aber auf die Einzigar- tigkeit ihrer Kinder setzen alle Eltern dieser Welt …) hoffe ich, dass mit diesem schmalen Band und sei- nen … nun ja … Weisheiten wenigstens ein paar Ideen von Ethik und Moral verbreitet werden, die einem besseren gemeinsamen Miteinander zwischen den Generationen, vor allem aber zwischen den Men- schen ganz allgemein dienen. Die Texte darin sind unter der unbedingten Hoheit von Achtsamkeit ent- standen. Von Respekt vor jedem Nächsten. Von Lie- be ohne Wenn und Aber. Und von dem Wissen um die eigene Fehlbarkeit. Ich möchte mich an dieser Stelle in aller tief empfundener Freundschaft bei Illustrator Rainer G. Flechsig bedanken, der ohne zu zögern Zeich- nungen für das Brevier beigesteuert hat. Gleichfalls kein Zögern gab es bei Prof. Dr. Thomas Raff, als es darum ging, kluge einführende Worte für dieses Büchlein zu finden. Und auch meinen Verleger In- golf Ludmann-Schneider musste ich nicht beknien,
  • 17. dass er in seinem kleinen, feinen Verlag pax et bo- num dieses ungewöhnliche Werk veröffentlicht. Er hat es einfach getan, weil ihm danach war, wofür ich ihm für immer dankbar sein werde. Der größ- te Dank freilich gilt meiner Tochter Pauline, denn ohne sie wäre dieses Buch – aus nachvollziehbaren Gründen – nicht möglich gewesen. Michael Fuchs-Gamböck, im Herbst 2014
  • 18. Annette Hillringhaus Minna, grüne Minna Die achtjährige Minna kann nicht wie die anderen Kinder in den Sommerfe- rien in Urlaub fahren, weil ihre Eltern arbeiten müssen. Sie kann nicht einmal draußen spielen, denn es regnet in Strö- men. Und zu allem Überfluss schickt sie die Mutter auch noch zum Einkaufen. Tolle Ferien! Durch Zufall findet sie aber ein Geschäft mit wunderbar duftenden Grünpflanzen und neue Freunde. Schon bald erlebt die Himbeersaftgang ein auf- regendes Abenteuer ... ISBN: 978-3-943650-18-1 www.pax-et-bonum-verlag.de Ingolf Ludmann-Schneider Jenseits, Tod und Sterben Tod und Sterben sind immer noch ein großes Tabu in unserer Gesellschaft. Trotzdem fragen sich nicht wenige Men- schen nach dem »wie« – und vor allem, nach dem »danach«. Ingolf Ludmann- Schneider hat aus Erfahrungen, Fra- gen und Antworten ein beeindruckendes Buch geschaffen, dass die Angst vor dem Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres nimmt, aber auch die Angst vor dem eigenen »letzten Weg«. ISBN: 978-3-943650-29-7 www.pax-et-bonum-verlag.de
  • 19. Im Verlag sind weiterhin erschienen: Die menschliche Welle (Bd. 1 – Ebbe) ISBN 978-3-943650-01-3 Die menschliche Welle (Bd. 2 – Flut) ISBN 978-3-943650-04-4 Irrlichter des Todes ISBN 978-3-943650-33-4 Du bist das Wunder ISBN 978-3-943650-24-2 Glück schenken ISBN 978-3-943650-14-3 Shiva kläfft – Der berühmteste Hund von Berlin ISBN 978-3-943650-28-0 Gourmetkatze – Als die Katze einen Tisch reservierte ISBN 978-3-943650-36-5 Kids im Internet ISBN 978-3-943650-09-9 Alle Bücher auch als E-Book (Epub und Kindle) erhältlich! www.pax-et-bonum-verlag.de
  • 20. Unsere Partner: MWM-Productions | www.mwm-productions.de Musik ist gut, wenn man beim Hören Bilder sieht. Heinz W. Pahlke | www.pahlke-online.de Buchsatz Print und E-Book, Lektorat, Korrektorat Gerschwitz Kommunikation | www.gerschwitz.com Alles rund um Ihre Werbung: Feines und Creatives seit 1992 Tierhospiz Hof Elise e. V. | www.tierhospiz-sametsham.de Wir bieten alten, kranken, verwaisten und sterbenden Tieren ein Zuhause.