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Erwachsenenbildungs-Magazin des Salzburger Bildungswerkes   01/2011




Ehrenamtlich im „Süden“
arbeiten?!




Für Integration
gibt es kein Patentrezept



Krebs: Eine Krankheit, die
niemanden unberührt lässt




                                                            salzburger
                                                              bildungswerk
Wasserkraft ist Weitblick
                             Damit Energie und Umwelt zusammenpassen.




                      SAUBERE
                      WASSERKRAFT
                      liefert mehr als
                      80 Prozent unseres
                      Stromes in Salzburg.




                                              ZUKUNFT IN ARBEIT



Wasser liefert Öko-Strom. Seit Generationen – für Generationen.
Deshalb setzt die Salzburg AG verstärkt auf diese unerschöpfliche Energiequelle. Auch wenn Sie davon immer
weniger sehen – dank moderner Kraftwerksplanung. Erleben Sie Weitblick: www.salzburg-ag.at
Editorial                                                                                Impressum

                                                                                         Herausgeber und Verleger:
                                                                                         Salzburger Bildungswerk (Dr. Günther Signitzer)
                                                                                         Redaktion: Manuela Pleninger (MP)
                                                                                         Imbergstraße 2/2, 5020 Salzburg
                                                                                         Tel. 0662-87 26 91-0 Fax 0662-87 26 91-3
                                                                                         E-Mail office@sbw.salzburg.at
                                                                                         www.salzburgerbildungswerk.at
                                                                                         ZVR 200 288 147

                                                                                         Grafik: Werbeagentur Gerhard Gürtler
                                                                                         Coverfoto: © iStockphoto.com
Bildung ist Ehrensache, Engagement ist freiwillig und Lernen bereichert: Unter           Fotos: Salzburger Bildungswerk
                                                                                         (falls nicht anders angegeben)
diesem Motto könnte auch das Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 stehen. Das Salz-       Druck: Schönleitner, Kuchl
burger Bildungswerk stellt seit der Gründung im Jahr 1956, also vor 55 Jahren, seine     Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.
Tätigkeit in dieses Umfeld, und wir haben dies in unserem Leitbild verankert. Viele      Auflage: 2.200

Evaluationen sowie positive Resonanzen zeigen nachweisbar die Qualität unserer           MitarbeiterInnen Redaktion:
                                                                                         Dipl.-Ing. Richard Breschar (RiB)
Arbeit. Für 2011 haben wir unsere Weiterbildungsangebote unter dem Titel „forum
                                                                                         Dr. Hans Eder (HE)
freiwilligenarbeit“ verstärkt. Damit gelingt es uns, über die Bildungswerkleitungen      Dr. Wolfgang Forthofer (FT)
hinaus Menschen anzusprechen, die zum Beispiel an unserem Lehrgang Freiwilli-            Alexander Glas (AG)
                                                                                         Mag. Michaela Habetseder (MiHa)
genkoordinatorInnen teilnehmen.
                                                                                         Mag. Barbara Holzner (bh)
                                                                                         Dr. Anita Moser (AM)
Natürlich sehen wir zuerst die vielen Menschen, die sich dankenswerter Weise ehren-      Isolde Mrwa (IM)
                                                                                         Martin Seibt (MS)
amtlich in den sogenannten Blaulichtorganisationen engagieren. Aber auch darüber
                                                                                         Dr. Günther Signitzer (GS)
hinaus ist die ehrenamtliche Tätigkeit ein unverzichtbares Element einer demokra-        Dr. Konstantia Url (UK)
tischen Gemeinschaft. Ohne Basisinitiativen, Dorfgemeinschaften, Stadtteilvereine        Dr. Martin Wiedemair (m.w.)
und viele andere mehr würde unsere Demokratie verarmen. Ehrenamtliche Tätigkeit          Blattlinie: Darstellung und Auseinandersetzung mit
in der Nachbarschafthilfe, im Sozial- und Gesundheitsbereich, Kultur und Sport ist ein   aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen
                                                                                         Themen, Mitteilungs- und Serviceblatt über Veran-
tragendes Element unserer hohen Lebensqualität. Das Salzburger Bildungswerk ist          staltungen des Salzburger Bildungswerkes.
ein Teil dieser Bewegung, und uns geht es vornehmlich über Einzelinteressen hinaus       Das „Dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen in
um das Bemühen, gemeinwesenorientiert zu denken und zu handeln. Als Bildungs-            der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen,
                                                                                         PolitikerInnen sowie Medien.
einrichtung wollen wir eine große Breite bei Altersgruppen und Bildungsschichten
ansprechen und motivieren, sich auf das Abenteuer Bildung einzulassen. Diese Brei-       Namentlich gekennzeichnete Beiträge drücken die
                                                                                         Meinungen der AutorInnen aus. Sie müssen sich
te und der Umfang unseres Angebotes sind nur durch das große ehrenamtliche En-           nicht immer mit der Auffassung von Redaktion und
gagement unserer BildungswerkleiterInnen, der MitarbeiterInnen auf Bezirksebene          Herausgeber decken.
und in den Arbeitskreisen sowie der vielen MitarbeiterInnen bei den Kooperations-        Offenlegung nach dem Pressegesetz: Aktuelle
partnern auf örtlicher Ebene möglich. Dafür wieder einmal ein herzlicher Dank und        Berichte, Informationen und Stellungnahmen,
                                                                                         die im Zusammenhang mit der Tätigkeit des über-
die Bitte, mit uns gemeinsam in diesem wichtigen Feld weiterzuarbeiten!
                                                                                         parteilichen und konfessionell nicht gebundenen
                                                                                         Salzburger Bildungswerkes stehen.
Wir haben nun ein Team für die Öffentlichkeitsarbeit: Michaela Habetseder hat            Wir danken für die Zusammenarbeit und
nach der Karenz die Tätigkeit im Bildungswerk wieder aufgenommen und teilt sich          Unterstützung dem bm:ukk.
den Aufgabenbereich mit Manuela Pleninger, die ihre Ausbildung an der Universität        Dreieck-Leserservice:
Salzburg fast abgeschlossen hat. Diese Kombination aus bewährter Erfahrung und           Fragen an die Redaktion: Tel. 0662-872691-0 oder
frischem Zugang zu neuen Entwicklungen, u.a. WEB 2.0, wird das Team stärken und          E-Mail: office@sbw.salzburg.at
                                                                                         Erscheinungsweise: 3mal jährlich
für die Bildungswerkleitungen eine tatkräftige Unterstützung sein. An dieser Stelle      Abonnement- und Einzelbestellung:
auch ein Dank an Konstantia Url, die in den vergangenen Jahren die Öffentlichkeits-      Einzelheft € 4,- (exkl. Versand)
arbeit im Bildungswerk geleistet und viele neue Ideen und Lösungen eingebracht           Jahresabonnement € 11,-
                                                                                         Einzahlungen: RVS Salzburg Kto-Nr. 00047993,
hat!                                                                                     BLZ 35 000
                                                                                         Wenn bis 31. Dezember keine Abbestellung erfolgt,
Das aktuelle Dreieck bietet wieder einen attraktiven Überblick über unsere Veran-        verlängert sich das Abo jeweils um ein weiteres Jahr.

staltungen und Projekte. Berichte von interessanten Begegnungen in den Gemein-           Vorstand des Salzburger Bildungswerkes
                                                                                         Rektor Dr. Josef Sampl, HR Dr. Alfred Berghammer,
den zeigen ein Bild der vielfältigen Tätigkeit von Menschen, die sich neben ihren
                                                                                         HR Dipl. Ing. Günter Daghofer, Dr. Andrea-Gitsch-
beruflichen oder persönlichen Verpflichtungen ehrenamtlich für die Gemeinschaft          thaler, BSI Josef Irnberger, HR Dr. Andreas Kiefer,
einsetzen und aktiv daran teilnehmen. Wir machen Bildung lebendig!                       Senatsrat Dr. Heinz Klier, Dr. Lucia Luidold,
                                                                                         Dr. Ursula Maier-Rabler, HR Dr. Eduard Paulus,
                                                                                         HR Prof. Dr. Wilhelm Pölzl, Prim. Dr. Josef Rücker,
Dr. Günther Signitzer                                                                    OStR Prof. Felix Strohbichler, Prof. Dr. Martin
Direktor                                                                                 Wiedemair

                                                                                         Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes
                                                                                         LH Mag. Gabi Burgstaller
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                                                                                                                                  Inhalt
                                                                                                     Ehrenamt,
                                                                                                     Freiwilligen-
                                                                                                     tätigkeit und
                                                                                                     neuen Formen
                                   Foto: Fotolia




                                                                                                     des Bürger-
                                                                                                     engagements
                                                                                                     Mehr dazu auf

08      Erwachsenenbildung                         15          Gemeindeentwicklung
                                                                                                     Seite 20.




       Blickpunkte                                                           Gemeindeentwicklung
       07 Herbsttagung mit Energie ...                                       15   Impulse für ein lebendiges Miteinander in Hallein
                                                                             16   Barrieren erleben, begreifen, abbauen
                                                                             18   Barrierefreie Wirtschaft in Theorie und Praxis
       Erwachsenenbildung                                                    19   Im Generationendorf Hallein-Rif wird g’lacht und g’spüd
       08 Für Integration gibt es kein Patentrezept                          19   Gemeinsam statt einsam
       10 Krebs: Eine Krankheit, die niemanden unberührt                     20   Ehrenamt, Freiwilligentätigkeit und neuen Formen des
          lässt                                                                   Bürgerengagements in Salzburger Gemeinden



       Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung                                  Europa und Politische Bildung
       11 Alleinerziehend, aber nicht allein sein ...                        21   „Viel Europa“ in Frankreich
       11 Kulinarisch-Philosophisches im Salzburger                          21   Brüssel sehen, Europa verstehen?
          Frauensalon                                                        22   Entdecken Sie Mazedonien, den Kosovo und Mähren
       12 Igor und Ida spinnen nicht mehr                                    23   Eine Fährfahrt für den Frieden
       14 Vorlesen? Ich? Das trau ich mir jetzt zu!                          23   Türkische Lebenswelten in der Riedenburg



                                                                             Internationale Solidarität
                                                                             24 Ehrenamtlich im „Süden“ arbeiten?!
                                                                             25 Interkultureller Tourismus: Ein interaktiver
                                                                                friedensrelevanter Prozess



                                                                             Aus der Direktion
                                                                             27 Politische Erwachsenenbildung steht hoch im Kurs

                                                   Rückblick
                                                               2010
                                                        Aus Gemeinde und Bezirk
                                                        ab Seite 28


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                                             Foto: Intersol




21   Europa & Politische Bildung         24                   Internationale Solidarität          28         Aus Gemeinde und Bezirk




       Aus Gemeinde und Bezirk                                                      Personalia
       28   Familienfreundliches Zederhaus                                          36   Neue Bildungswerkleiterin für Hintersee
       28   Lebendige Vielfalt                                                      37   Gold für Frieda Aigner
       29   Optische Genussreise mit 14 FotokünstlerInnen                           37   Engagement verGOLDet
       29   Grödig ist gesund und fit                                               37   Neuer Bildungswerkleiter: Alois Hammerschmid
       30   Bogen spannen                                                           38   Das Salzburger Bildungswerk gratuliert
       30   Ein Dorf erzählt seine Geschichte                                       38   Teamwork im Salzburger Bildungswerk
       31   Mut zur Zivilcourage auf allen Ebenen ...                               38   Zum Gedenken Annemarie Dengg
       31   Köstendorf sammelte Geld für die Kinderkrebshilfe
       32   Eine Vielfalt an Tennengauer Bildungsaktivitäten
       32   Flachgau unter neuer Bezirksleitung                                     Veranstaltungstipps
       33   Lebenskunst – Kunst zu leben                                            06 Veranstaltungstipps
       33   Aktiver Pinzgauer Bezirk mit viel Potential
       34   Russland und der Osten Europas
       34   BELLISSIMO ...
       35   Ein Bezirk für Alt & Jung



       Arbeitskreise
       35 Bildungswochen bringen Bewegung in den Ort



       IMB – Institut für Medienbildung
       36 Medienpädagogik und Filmschaffen mit schärferem Fokus




       Energie bewusst leben: Langenegg zeigt,
       wie’s gehen könnte!
       Das war die Herbsttagung 2010.
       Mehr dazu auf Seite 7


                                                                                                                              dreieck   01/2011
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   Das Team des Salzburger Bildungswerkes

Direktion                                  Barbara HoLZNER                            Gemeindeentwicklung
Günther SIGNITZER                          Institut für Seniorenbildung               Salzburg
Geschäftsführung                           Örtliche Bildungswerke                     Alexander GLAS
Tel: 0 662-87 26 91-14                     Tel: 0 662-872691-17                       Tel: 0 662-87 26 91-13
g.signitzer@sbw.salzburg.at                barbara.holzner@sbw.salzburg.at            alexander.glas@sbw.salzburg.at
Richard BRESCHAR                           Karin MARESCH                              Anita MoSER
Örtliche Bildungswerke                     Sekretariat                                Tel: 0 662-87 26 91-18
Tel: 0 662-87 26 91-19                     Tel: 0 662-87 26 91-12                     anita.moser@sbw.salzburg.at
richard.breschar@sbw.salzburg.at           karin.maresch@sbw.salzburg.at              Sarah REITHER
Sonja CHRIST                               Isolde MRWA                                Tel: 0 662-87 26 91-27
Sekretariat                                Organisation                               gemeindeentwicklung@sbw.salzburg.at
Tel: 0 662-87 26 91-11                     Tel: 0 6277-77 94
sonja.christ@sbw.salzburg.at               isolde.mrwa@sbw.salzburg.at                Forum Familie
Hans EDER                                  Manuela PLENINGER                          Barbara BRANDNER
Institut für Internationale Solidarität    Öffentlichkeitsarbeit                      Pongau, Tel: 0664-8284180
Tel: 0 662-87 26 91-20                     Tel: 0 662-87 26 91-16                     forumfamilie-pongau@salzburg.gv.at
hans.eder@sbw.salzburg.at                  manuela.pleninger@sbw.salzburg.at          Wolfgang MAyR
Wolfgang FoRTHoFER                         Brigitte SINGER                            Flachgau, Tel: 0664-8284238
Institut für Europa                        Institut für Elternbildung                 forumfamilie-flachgau@salzburg.gv.at
Tel: 0 662-87 26 91-21                     Tel: 0 662-87 26 91-15                     Corona RETTENBACHER
w.forthofer@sbw.salzburg.at                brigitte.singer@sbw.salzburg.at            Tennengau, Tel: 0664-8565527
Ulrike FREIDL                                                                         forumfamilie-tennengau@salzburg.gv.at
Sekretariat                                Institut für Medienbildung                 Christine SCHLäFFER
Tel: 0 662-87 26 91-22                     Martin SEIBT                               Pinzgau, Tel: 0664-8284179
ulrike.freidl@sbw.salzburg.at              Geschäftsführung                           forumfamilie-pinzgau@salzburg.gv.at
Michaela HABETSEDER                        Tel: 0 662-82 20 23-12                     Monika WEILHARTER
Öffentlichkeitsarbeit                      seibt@imb-salzburg.at                      Lungau, Tel: 0664-8284237
m.habetseder@sbw.salzburg.at               Monika HoHENLoHE                           forumfamilie-lungau@salzburg.gv.at
                                           Tel: 0 662-82 20 23
                                           office@imb-salzburg.at

                  Qualitätssiegel
                  Salzburger
                  Bildungswerk
                  Qualitätstestiert
                  am 03. 07. 2008




  Veranstaltungstipps
 Bildungswochen                           Exkursion nach Langenegg             48. Salzburger Singwoche
 Thalgau, 15. Mai bis 19. November 2011   „energie bewusst leben“              21. bis 27. August 2011, Strobl, Bundesinstitut
 Hintersee, 7. bis 15. Mai 2011           27. bis 28. Mai 2011                 St. Wolfgang
 Bad Hofgastein, 23. bis 28. Mai 2011
 Hüttschlag, 25. bis 29. Mai 2011         Medientage in Mauterndorf            Herbstfahrt des Salzburger
 St. Andrä, 4. bis 12. Juni 2011          23. bis 28. Mai 2011, Mauterndorf,   Bildungswerkes nach Linz
 Thomatal, 7. bis 14. August 2011         Lungau                               23. bis 24. September 2011




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Herbsttagung mit Energie …




Die TeilnehmerInnen der Herbsttagung 2010.




    E
         nergie im Dorf“ war das Thema der Herbsttagung 2010 in Altenmarkt.

„
         Besonderes Interesse weckten bei den TeilnehmerInnen die beiden
         Vorträge der Bürgermeister Alfred Klepatsch aus Windhaag und Georg
Moosbrugger aus Langenegg. Sie erklärten, wie man das Projekt energieeffizi-
ente Gemeinden mit dem Einsatz und der „menschlichen“ Energie möglichst
vieler BürgerInnen richtig angeht und schließlich startet. Aber auch über die
Schwierigkeiten und Hürden im Aufbau einer energieautonomen Gemeinde,
wie Langenegg, konnte man mehr erfahren.
                                                                                  Und es geht doch! Eindrucksvoll berichtete Dr. Christoph
                                                                                  Etzelsdorfer, Weltrekordhalter und Paralympicssieger,
                                                                                  über seinen Umgang mit den Herausforderungen des
    Das Thema Energie spielt auch 2011 eine Rolle.
                                                                                  Lebens.

„Energie bewusst leben“: Die Gemeindeentwicklung wird am 27. und 28. Mai
2011 Langenegg, die energieeffizienteste Gemeinde Europas (European Energy
Award 2010) und Gewinner des Europäischen Dorferneuerungspreises 2010, be-
suchen. Das Exkursionsthema „energie bewusst leben“ wird in der kleinen Vorarl-
berger Gemeinde eindrucksvoll gelebt. Langenegg verwirklicht die Vision einer
unabhängigen Energiezukunft. Darüber hinaus machen soziales Engagement,
Initiativen zur Stärkung der Dorfgemeinschaft, Aktivitäten zur Wirtschaftsbele-
bung und die Maßnahmen zur Ortskernentwicklung Langenegg zu einem leben-
digen Dorf voller Energie. (AG)



Details zur Exkursion unter www.gemeindeentwicklung.at,
Anmeldung bei Alexander Glas, Tel: 0662-872691-13,                                Im Bild die ReferentInnen der Herbsttagung, die den
                                                                                  TeilnehmerInnen vielfältige Facetten von Energie näher
alexander.glas@sbw.salzburg.at
                                                                                  brachten.




                                                                                                                            dreieck    01/2011
8 |             E r wa c h se n e n b i l d u n g




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Foto: fotolia




 Ü
        ber 17 Prozent der Salzburger Bevöl-        sorgungsbereich. Die gesamte Dienststelle     organisiert von Silvia Kronberger von der
        kerung haben eine Zuwanderungs-             wird von Erwin Eiersebner geleitetet. Wir     Salzburger Verwaltungsakademie zusam-
        geschichte. Das Bundesland Salz-            bieten in allen wichtigen Handlungsfeldern    men mit namhaften Referenten. Der Kurs
 burg liegt damit österreichweit an dritter         Integrationsmaßnahmen an, derzeit laufen      startete erstmals im Jänner 2011 und soll
 Stelle hinter Wien und Vorarlberg. Seit            rund 40 Projekte im ganzen Land Salzburg.     Mitarbeitern beim Land, den Bezirkshaupt-
 September 2009 ist Manfred Oberlechner                                                           mannschaften oder Gemeinden Basics zum
 in der Migrationsstelle des Landes tätig.          Welche aktuellen Projekte fördert die         interkulturellen Verhalten und Handeln für
 Im Interview mit Konstantia Url spricht der        Integrationsstelle derzeit?                   die tägliche Arbeit in die Hand geben. Das
 Integrationskoordinator des Landes über            Da gibt es - um wirklich nur aktuelle und     ist ganz wichtig, da sich nicht nur die Ein-
 seine Aufgaben, aktuelle Projekte und die          einzelne exemplarisch herauszugreifen         wohner unseres Landes, sondern auch die
 Wichtigkeit einer flächendeckenden Ver-            - das sehr erfolgreiche „Start“-Stipendien-   Kunden öffentlicher Ämter ändern und
 sorgung.                                           Programm für Jugendliche mit Migrations-      Mitarbeiter daher Kompetenzen benötigen,
                                                    hintergrund. Dieses unterstützt Jugend-       um auftretende Konflikte besser lösen zu
 Herr oberlechner, welche Aufgaben-                 liche aus Zuwandererfamilien mit einem        können. Weitere wichtige Schwerpunkte
 bereiche nimmt die Koordinationsstelle             Stipendium auf dem Weg zur Matura. Ins-       sind die Arbeitsmarktintegration mit bei-
 für Migration des Landes Salzburg wahr?            gesamt vergibt das Land gemeinsam mit         spielsweise ausgebildeten Integrations-
 Die Dienststelle im Land Salzburg hat zwei         dem Bund zehn Stipendien pro Jahr. Es gibt    lotsinnen oder Mentorinnenprojekte oder
 umfassende Fachbereiche: den Integrati-            auch einen Lehrgang zur interkulturellen      die Gesundheitsaufklärung und Prävention
 onsbereich und den Asyl- und Grundver-             Kompetenz für Verwaltungsbedienstete,         für Migranten oder der herausragende und



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kein Patentrezept
   wichtige Bereich der Vermittlung der deut-       Dann findet man maßgeschneiderte Inte-
   schen Sprachkompetenz, hier zu erwähnen          grationsmaßnahmen für den passenden
   sind jedenfalls „Mama lernt Deutsch“ oder        Ort. Bundesweit im Rahmen des Nationalen
   das „Rucksack-Projekt“, das vom Land zu          Aktionsplans Integration und auch auf EU-
   einem erheblichen Teil mitfinanziert und in      und Europaratsebene gibt es viele kompe-
   die Regionen getragen wird.                      tente Partner und länderübergreifende Bei-
                                                    spielprojekte, die eine Vorreiterrolle haben     MMag. Dr. Manfred oberlechner
   Wie sieht die Situation in den Land-             und wichtig sind für die tägliche Arbeit in      Integrationskoordinator
   gemeinden aus? Gibt es dort eigene               Salzburg.                                        Amt der Salzburger Landesregierung
   Zuständige für Integration?                                                                       Fachreferat Migration
   Integration passiert auf persönlicher Ebene,     Sie sind auch in geringem Ausmaß
   daher ist die kommunale und direkte Inte-        nach wie vor für die Universität tätig –         Studien zur Migrations- und Integra-
   grationsarbeit so wichtig. Gerlinde Ulucinar     wie wichtig ist die Wissenschaft für die         tionsforschung an den Universitäten
   Yentürk ist eine sehr erfolgreiche Integra-      tägliche Arbeit?                                 Salzburg und Wien, an der Erasmus
   tionsbeauftragte in der Stadt Hallein. Ich       Ja, ich bin sehr froh, dass ich die wissen-      Universität Rotterdam sowie am In-
   arbeite mit ihr gerne zusammen. Integra-         schaftliche Ebene nicht gänzlich verlassen       stitute for Migration- and Ethnic Stu-
   tion ist auch Chefsache der Bürgermeister.       muss und hier „mitspielen“ kann im besten        dies an den Universitäten Amsterdam
   Daher ist es so wichtig, in die einzelnen Be-    Sinne des Wortes, denn für mich ist Integra-     und Straßburg. Praxisaufenthalte im
   zirke rein zu gehen. Dazu kontaktieren wir       tionsarbeit vor allem auch eine kreative Ar-     Verwaltungsbereich im Bereich „Mi-
   die Bürgermeister, was vor Ort notwendig         beit. Da gibt es kein Patentrezept. Zum Teil     gration und Integration“ u.a. beim Eu-
   ist. Denn Integration ist auch Schnittstellen-   ist das viel Pionierarbeit. Und die Zusam-       ropean Committee on Migration des
   management auf sehr unterschiedlichen            menführung von Theorie und Praxis, von           Europarates sowie beim Europäischen
   Ebenen. Integration gelingt, wenn die            der Denkarbeit hin zur Praxisumsetzung,          Parlament. Langjährige konkrete Pro-
   Bedürfnisse von Migranten und Einheimi-          das ist die Herausforderung für mich in der      jektarbeiten mit und für Migranten
   schen rund um das Thema Integration vor          Verwaltung. Ich bekomme viele Inputs und         in Salzburg. Erwachsenenbildungs-
   Ort bekannt sind. Das kann kein von oben         Inspiration. Im Grunde genommen ist Inte-        lehrer „Deutsch-als-Fremdsprache“.
   verordneter Top-Down-Prozess sein. Die           grationsarbeit also eine sehr kreative Arbeit
   mit den Bürgermeistern entstehenden Pro-         und sollte es auch sein.                         Kontakt:
   jekt-Ideen werden in Koordination etwa mit                                                        manfred.oberlechner@salzburg.gv.at
   Sozialarbeitern oder Bildungswerkleitern         Was verstehen Sie darunter?
   ausgearbeitet und umgesetzt. So ist garan-       Dass man Integration nicht verwaltet, son-
   tiert, dass Integrationsprojekte nicht nur in    dern mit der Zielgruppe immer in Kontakt        mit. Diesen Kontakt habe ich bis heute nicht
   der Stadt Salzburg Platz greifen, sondern        bleibt. Da kommt es mir auch zugute, dass       verloren, noch jetzt gebe ich beispielsweise
   flächendeckend wirksam sind.                     ich sehr engen Kontakt zu Sozialvereinen        jede Woche einen Deutschkurs für Mitar-
                                                    in Salzburg habe oder sehr lange in einer       beiter des Landes und des Magistrats mit
   Stichwort flächendeckend: Die Migrati-           arbeitsmarktpolitischen Betreuungseinrich-      nicht deutscher Muttersprache. Wichtig ist
   onsstelle ist auch bundesweit vernetzt,          tung gearbeitet habe – direkt im täglichen      einfach, dass man sich selbst auch immer
   wie funktioniert die Zusammenarbeit mit          Kontakt mit Migranten. Und ich verdanke         in seiner Arbeit in Frage stellt und evaluiert
   den anderen Bundesländern?                       den Migranten sehr viel, sie haben dazu         und für Zugewanderte wie Einheimische
   Da gibt es regelmäßige Vernetzungstreffen        beigetragen, dass ich mich in Salzburg wohl     das Beste will. Dann funktioniert Integrati-
   auf Länderebene, und das ist wichtig, denn       fühle, integriert bin. Integration ist keine    on, wenn es eine Win-Win-Situation für uns
   für die Integration gibt es ja kein festste-     Einbahnstraße. Ich habe viele Deutschkurse      alle ist.                                 (UK)
   hendes und überall funktionierendes Inte-        gehalten und unzählige von Migranten
   grationsrezept. Es gibt in Österreich viele      über Monate täglich begleitet. Wenn ich an       Nähere Infos zum Stipendienprogramm
   regionale Besonderheiten – übrigens auch         Migranten denke, dann fallen mir vor allem       für Jugendliche mit Migrationshinter-
   zwischen Österreichern –, die man in der         viele Gesichter und Begegnungen ein. Das         grund unter www.start-stipendium.at
   Integrationsarbeit mit einbeziehen sollte.       ist ein gutes Gefühl. Da bekommt man viel



                                                                                                                                     dreieck   01/2011
10 |         E r wa c h s e n e n b i l d u n g




         Krebs: Eine Krankheit, die niemanden
         unberührt lässt                                                                                                                       VON URSULA LEITICH




         V
                or hundert Jahren war die Geburtsstunde der Österrei-                 Prävention kann helfen - Pflegen und Hegen
                chischen Krebshilfe. Nach wie vor ist Krebs eine Krankheit, die       Sie Ihren Körper - In einem gesunden Körper
                niemanden unberührt lässt, obwohl sich aus medizinischer
                                                                                      steckt ein gesunder Geist
         Sicht in dieser Zeit viel verändert hat. Auf Grund besserer Diagnose-
         möglichkeiten kann Krebs immer früher erkannt werden, und durch          Um das persönliche Krebsrisiko möglichst gering halten zu können,
         die Entwicklung neuer Behandlungen können viele Krebspatien-             ist es notwendig, über die Möglichkeiten der Vorsorge und Früher-
         tInnen geheilt werden oder ein deutlich längeres Leben mit guter         kennung Bescheid zu wissen.
         Lebensqualität führen. An Krebs zu erkranken kann leider nie ganz
         ausgeschlossen werden, sicher ist aber, dass man selbst durch rich-      3	ichtige Ernährung kann vor Krebs schützen. Fünf Portionen Obst
                                                                                   R
                                                                                   	
         tiges Vorsorgen und Nützen der Früherkennung das Risiko und den           oder Gemüse am Tag sind ideal. Ebenso ist der verantwortungs-
         Verlauf wesentlich beeinflussen kann.                                     bewusste Umgang mit Alkohol wichtig.
         Ein gesunder Lebensstil senkt deutlich die Erkrankungsgefahr, und        3	 an sollte jede Gelegenheit, Bewegung zu machen, nützen.
                                                                                   M
                                                                                   	
         je früher Krebs durch die Selbst- oder Früherkennungsuntersu-             Körperliche Aktivität kann das Krebsrisiko nachweislich senken.
         chungen entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Chan-          Sportwissenschafter empfehlen 30 Minuten 3 Mal pro Woche.
         cen für den Krankheitsverlauf.                                            Übergewicht und ein hoher Body-Maß-Index stehen in engem
                                                                                   Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko, an Krebs zu erkran-
         Gemeinsam mit dem Salzburger Bildungswerk wurde nun eine spe-             ken. Auch Diabetes trägt dazu bei.
         zielle Vortragsreihe zum Thema Krebs zusammengestellt. Ihr Ziel ist      3	nzählige Untersuchungen belegen die Gesundheitsschäden,
                                                                                   U
                                                                                   	
         es, möglichst viele Fragen, die rund um eine Krebserkrankung, aber        die das Rauchen, aber auch das Passivrauchen, verursachen kön-
         auch in der Krebsprävention auftauchen, zu beantworten. Es sollen         nen. Das Rauchen zu beenden und Nichtraucher zu bleiben ist
         Hilfestellungen und konkrete Antworten zu aktuellen Themen ge-            schwer, aber nicht unmöglich.
         geben werden.                                                            3	uch seelisches Wohlbefinden gehört zu einem gesunden Le-
                                                                                   A
                                                                                   	
                                                                                   bensstil und muss gepflegt werden. Es braucht den achtsamen
                                                                                   Umgang mit sich selbst, um psychisch im Gleichgewicht zu blei-
                                                                                   ben und seine Ressourcen nicht zu überfordern.
                                                                                  3	m Hautkrebs vermeiden zu können, ist es notwendig, die Ge-
                                                                                   U
                                                                                   	
                                                                                   fahren der Sonne richtig einzuschätzen, seinen Hauttyp zu ken-
                                                                                   nen und zu wissen, welcher Lichtschutzfaktor benötigt wird.
                                                                                  3	 ist wichtig, den eigenen Körper und die Möglichkeiten der
                                                                                   Es
                                                                                   	
                                                                                   Selbstuntersuchung zu kennen sowie über die Warnsignale für
                                                                                   Krebserkrankungen Bescheid zu wissen.

                                                                                  Krebs kann aber auch ohne bemerkbare Symptome entstehen. Um
                                                                                  Krebs im Frühstadium zu entdecken und behandeln zu können,
                                                                                  gibt es regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen von Brust,
                                                                                  Gebärmutter, Haut, Darm oder Prostata. Diese ärztlichen Untersu-
                                                                                  chungen können Leben retten. Wird eine Krebserkrankung recht-
                                                                                  zeitig erkannt, kann sie in vielen Fällen geheilt werden.

                                                                                  Mag. Dr. Ursula Leitich ist Psychologin, Psychotherapeutin, Ärztin für
                                                                                  Allgemeinmedizin und Leiterin der Beratungsstelle in Salzburg.



                Die Österreichische Krebshilfe Salzburg informiert, berät und unterstützt                  Bei Fragen zur Vortragsreihe wenden Sie
                umfassend in allen Bereichen der Krebsprävention.                                          sich an: Salzburger Bildungswerk, Mag.
                Weitere Informationen und Hilfe erhalten Sie am Beratungstelefon der Krebshilfe            Barbara Holzner, Tel: 0662-872691-17 oder
Foto: fotolia




                Salzburg unter 0662-873536 oder im Internet www.krebshilfe-sbg.at.                         E-Mail: barbara.holzner@sbw.salzburg.at




       01/2011 dreieck
El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng    | 11




Alleinerziehend, aber nicht allein sein …
                                                                                                                                 VON MARION LECHNER




U
        nter dem Motto „alleinERZIEHEND,                                                         auswahl und organisatorischen „Kleinig-
        aber nicht ALLEIN sein“ startete im                                                      keiten“. Wir alle vom alleinERZIEHER-Treff
        Oktober 2010 das erste Treffen für                                                       bedanken uns auch herzlich bei den Sorop-
Alleinerziehende und Patchworkfamilien                                                           timistinnen Pinzgau: Durch ihre Spende ist
im Pinzgau im Vereinsheim in Bruck. Der                                                          es nun möglich, die zur Verfügung stehen-
gelungene Start und das rege Interesse                                                           de Kinderbetreuung während den Treffen
bestätigten Marion Lechner, hier die rich-                                                       kostenlos anbieten zu können. In diesem
tige Initiative ergriffen zu haben. Nach dem                                                     Sinne helfen viele zusammen: Die Gemein-
ersten Kennenlernen folgte ein Nachmit-                                                          de Bruck stellt die Räume kostenlos zur
tag mit einer Lebens- und Sozialberaterin,      Da wir mittlerweile eine gesellige Runde sind,   Verfügung, das örtliche Bildungswerk und
die sich speziell mit der Problematik Allein-   hieß es im Jänner, Rodel und Kinder einpacken    das Institut für Elternbildung des Salzbur-
                                                und rauf auf die Kohlschnait ...
erzieherInnen beschäftigte und mit guten                                                         ger Bildungswerkes unterstützen dieses
Ratschlägen und brauchbaren Tipps zur                                                            Angebot finanziell.
Seite stand.                                    siert und welche Maßnahmen man selber
                                                treffen kann, um den Alltagsbelastungen          Wer sich angesprochen fühlt und Interesse
Das nächste Treffen widmete sich dem            standhalten zu können.                           hat, kann sich gerne bei Marion Lechner
Thema „Burnoutproyhylaxe und Zeitma-            Weitere Vorträge und Freizeitaktivitäten         melden und jederzeit in die Gruppe ein-
nagement“, da viele Alleinerziehende einer      sind schon in Planung!                           steigen. Tel: 0650-2008823, E-Mail: marion.
Mehrfachbelastung durch Job, Kinderer-                                                           lechner@gmx.at
ziehung, Haushalt und der Zusatzanfor-          Der tatkräftigen Unterstützung von Christi-      Die Treffen finden jeden letzten Samstag
derung, alles alleine managen zu müs-           ne Schläffer vom Forum Familie Pinzgau ist       im Monat am Nachmittag im Vereinsheim
sen, ausgesetzt sind. Die beiden Coaches        es zu verdanken, dass diese Treffen zustan-      Bruck statt!
Fini Lassacher und Sigrid Petschko gaben        de kommen können. Sie unterstützt uns            Marion Lechner ist alleinerziehende Mutter einer
Tipps, wie man sich am besten organi-           bei der Kinderbetreuung, ReferentInnen-          4-jährigen Tochter aus Bruck an der Glocknerstraße.




Kulinarisch-Philosophisches                                               Salon à la Carte ... - Gebären, ernähren, genießen:
                                                                          Unter diesem Motto steht der 17. Salzburger Frauensalon am

im Salzburger Frauensalon                                                 Dienstag, 28. Juni 2011, ab 19.00 Uhr in St. Virgil, Salzburg. Mag.
                                                                          Hanni Rützler, Ernährungswissenschafterin und Gründerin des
                                                                          Futurefoodstudios Wien, sowie die bekannte internationale
                                                                          Kulinarik-Journalistin Doris Maier werden gemeinsam mit den
                                                                          Besucherinnen über das Kochen und Essen philosophieren.

                                                                          Welche elementaren Zusammenhänge gibt es zwischen Essen
                                                                          und Geschlecht? Wie wird das Kochen von den Frauen empfun-
                                                                          den? Als Abenteuerkochen und Ernährungshighlight oder als
                                                                          lästige Pflicht? Warum hat die Globalisierung des Essens nicht
                                                                          unbedingt mehr Genuss zur Folge? Diesen und vielen anderen
                                                                          Fragen und Vorurteilen ist der kulinarische Salon à la Carte ge-
                                                                          widmet.
                                                                          Die Salonieren versprechen: Es wird nicht mit faulen Eiern ge-
                                                                          worfen, sondern übers Essen philosophiert ...




                                                                                                                                       dreieck       01/2011
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Igor und Ida spinnen nicht mehr
Gewaltprävention und positive Konfliktbewältigung in Volksschulen                                                           VON ANGELIKA WALLNER


                                                                                                      mehr Eigenverantwortung an Konflikte
                                          gt
                        cki zu mir“,bekla
       gt aber immer Di
                                                                                                      und deren Lösung heranzugehen. Trainiert
„Er sa                                änen.
                    kämpft mit den Tr
                                                                                                      wurden diese Kompetenzen mit Hilfe von
si ch Valentin und                        ?“,
                                                                                                      kreativen Gruppenarbeiten, Rollenspielen,
                         solchen Momenten
        hlst du dich in
                                                                                                      Kooperationsspielen, Arbeitsblättern, Dis-
„Wie fü                                                                                               kussionsrunden sowie mediativ geführten
                  orin.
fragt die Mediat                              nd.“
                                                                                                      Konfliktgesprächen.
                             d auch ganz wüte
 „Ich werd e ganz traurig un                                                                          Ein großes Anliegen in der Arbeit mit den
                                                                                                      Kindern war außerdem die Stärkung des



G
       efühlen Raum zu geben und sie be-                laden wurden, um mit den Kindern an der       Selbstwertgefühls, aber auch der Selbst-
       nennen zu lernen, ist ein zentrales              Verbesserung der Klassengemeinschaft zu       und Fremdachtung. Die positiven Eigen-
       Anliegen des Projekts „Wenn Igor                 arbeiten.                                     schaften bzw. Absichten der SchülerInnen
und Ida spinnen...“. Denn einerseits eigene                                                           wahrzunehmen und zu benennen, war ein
Gefühle auszudrücken, andererseits auch                 Das ursprünglich von Mag. Brigitte Singer     Mittel, das wir einsetzten, um den Selbst-
die Gefühle Anderer zu verstehen, ist eine              und DSA Barbara Fleissner entwickelte         wert zu stärken.
der wichtigsten Grundlagen für eine po-                 Projekt wurde in all den Jahren an die un-    Die Kinder erhielten außerdem einige Wo-
sitive Konfliktbewältigung und selbstver-               terschiedlichen Erfordernisse angepasst       chen nach Beendigung des Projekts indivi-
ständlich auch dafür, eigene und fremde                 und immer wieder geringfügig adaptiert,       duelle und positive Post von Igor.
Grenzen wahrzunehmen. Genau darum                       aber die Grundbausteine haben sich nicht
ging es in den letzten zehn Jahren, wenn                verändert. Denn wie auch sonst in jeder
die ReferentInnen des genannten Projekts                (Arbeits-)Gruppe braucht es in einer Klasse
zum Thema Gewaltprävention für drei                     bestimmte Voraussetzungen für einen po-
Vormittage in eine Volksschulklasse einge-              sitiven Umgang miteinander: gemeinsame
                                                        Grundregeln, eine gute Kommunikation,
                                                        um Missverständnisse zu vermeiden, das
                                                        Ansprechen von Gefühlen und den Mut,
                                                        einem Konflikt offen entgegen zu treten.

                                                        Genau diese Fähigkeiten wurden mit Hilfe
                                                        von Igor und Ida, zwei Handpuppen, die
                                                        schlaue Tipps geben oder auch einfach
                                                        nur tröstend zur Seite stehen konnten, ge-
                                                        schult.
                                                        Und damit Igor und Ida sowie ihre Ideen       Post an Igor ...
                                                        auch nach dem Projekt weiterwirken konn-      Manchmal bekamen aber auch umgekehrt
                                                        ten, blieb eine der Handpuppen immer in       Igor und Ida Post von den Kindern.
                                                        der Klasse zurück.                            „Es ist toll, solche positiven Rückmeldungen
                                                                                                      zu erhalten und zu sehen, dass wir mit dem
                                                        Mit Konflikten umgehen lernen ...             Projekt Erfolge erzielen konnten. Diese
                               Kinder können            Eine weitere grundlegende Idee des Pro-       Feedbacks sind die beste Motivation, Pro-
                               schon früh ihre          jektes war es, das Vertrauen der Kinder       jekte wie diese abzuhalten und fortzufüh-
                               Gefühle in Bildern
                                                        in die eigene Konfliktlösungskompetenz        ren“, so Eva Gitschthaler, Erziehungswissen-
                               ausdrücken.
                                                        zu stärken. Das sollte sie befähigen, mit     schafterin und Mediatorin.




01/2011 dreieck
El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng    | 13


                                       darum ging, ihm die ganze Verant-
                                       wortung und Schuld am Konflikt
                                                                                                     Wir verabschieden uns von
                                       zuzuschieben, sondern dass sie                                Igor und Ida mit ein paar
                                       einerseits ihre Bedürfnisse äußern                            Eindrücken aus unserer
                                       und andererseits auch ihn verste-                             Arbeit und Rückmeldungen,
                                       hen wollten. In dieser Gewissheit                             die wir bekommen haben:
Igor und Ida kamen (genau wie          beteiligte er sich schließlich doch
die ReferentInnen) in den Klassen      am Gespräch und strahlte übers
mit unterschiedlichsten Themen         ganze Gesicht, nachdem wir eine            Nachhaltig arbeiten ...
in Berührung. Manchmal ging es         gute Lösung für den Umgang mit-
einfach nur darum, die Klassen-        einander gefunden hatten“, berich-         Besonders berührt hat mich folgende Rückmeldung ei-
gemeinschaft zu stärken und den        tet Angelika Wallner, Dipl. Sozialar-      ner Lehrerin. Nach dem Projekt war ihre Klasse viel auf-
Kindern Zeit für positive gemein-      beiterin und Mediatorin.                   merksamer und ruhiger im Unterricht. Dieser positive
same Erfahrungen zur Verfügung                                                    und nachhaltige Effekt führte dazu, dass das Projekt
zu stellen, vielfach aber waren        2004 hat das Projekt den Innova-           ein weiteres Mal an der Schule für eine andere Klasse
es schwierige Situationen in der       tionspreis des Landes Salzburg             angefordert wurde. In dieser Klasse veränderte sich ein
Klasse, zu deren Lösung das Pro-       erhalten und nach 11 Jahren, 107           anfänglich unruhiger und vorlauter Junge sehr zum
jekt beitragen sollte: Streitereien,   Schulklassen in diesem Projekt             Positiven. Dies äußerte sich darin, dass er viel aufmerk-
schwere Kränkungen, Rivalitäten,       und 2247 Kindern, die wir ken-             samer war und sich besser an Regeln halten konnte. Es
Außenseitertum bis hin zum The-        nen lernen durften, lässt sich die         ist schön zu sehen, wie dieses Projekt nachhaltige Wir-
ma Mobbing waren Themen, die           Bilanz durchaus sehen: Es fanden           kung zeigt und auch Kinder mit besonderen Bedürfnis-
bearbeitet wurden.                     107 Elternabende mit über 1100             sen davon profitieren können.
                                       Eltern statt, in denen die Themen                                Silvana Obmann, Psychologin, Mediatorin

Gefühle ...                            Gewaltprävention,      Konfliktlöse-
Mit Kindern offen über Gefühle und     kompetenz und Projektinhalte die           Zwei Mädchen kamen in der Pause auf mich zu und
Streitigkeiten zu sprechen, schafft    Schwerpunktthemen waren. 110               baten um „Hilfe“. Sie hätten seit längerer Zeit einen
Nähe und somit auch Raum da-           Lehrkräfte in ca. 80 Volksschulen          Streit, könnten diesen aber nicht alleine lösen. Sie
für, emotional berührt zu werden.      waren bei den insgesamt 1284 Pro-          möchten aber nun auch so „gut“ streiten können wie
Berührt waren die ReferentInnen        jektstunden dabei und erhielten            Igor und Ida und suchten deshalb in der Pause meine
nicht nur, wenn sich ein Konflikt      für jedes Kind einen individuellen         Hilfe. Die beiden Mädchen wollten den Streit nicht vor
klären hat lassen und die damit        Brief von Igor zu den Stärken und          der Klasse besprechen, deshalb besprachen wir den
einhergehende Leichtigkeit direkt      positiven Eindrücken jedes Kindes          Streit unter sechs Augen. Die Freude, die die beiden
im Raum spürbar wurde, sondern         aus dem Projekt.                           Mädchen beim Lösen des Streits empfanden und wie
ebenfalls in den Momenten, wo          Dieses Angebot wird mit dem                sichtlich stolz die beiden Mädchen dann auf sich wa-
spontane, ehrliche Reaktionen der      Schuljahr 2010/2011 beendet und            ren, blieb mir besonders in Erinnerung!
Kinder Freude oder manchmal            läuft in anderer Form weiter. Ab                                   Linda Artbauer, Psychologin, Mediatorin

auch Betroffenheit auslösten:          dem Herbstsemester können nur
                                       mehr jene Volksschulen, die am             Nach einem Projekt, das ich im Oktober 2009 absolviert
„Markus zum Beispiel ärgerte oft       Projekt „Gesunde Schule Salzburg“          habe, kam die Rückmeldung einer Klassenlehrerin, die
andere Kinder in seiner Klasse, hat-   teilnehmen, auch Igor und Ida bu-          dem Projekt anfangs äußerst skeptisch gegenüber
te jedoch große Schwierigkeiten,       chen.                                      stand, danach aber „positiv überrascht und voll über-
Kritik von seinen Klassenkamera-                                                  zeugt“ war. Ein schwieriger Bub aus dieser Klasse, der
                                       Angelika Wallner ist Diplomierte Sozial-
dInnen anzunehmen.                     arbeiterin und Mediatorin.                 andere Mitschüler bedrohte und schlug, war nach
Als dieser Konflikt angesprochen                                                  dem Projekt nicht mehr so unangenehm aufgefallen.
und geklärt werden sollte, verkroch                                               Während der Streitschlichtung hatte er sich bereits
er sich unter einer Schulbank. Also                                               sehr konstruktiv verhalten und Einsicht gezeigt. Im An-
arbeiteten wir erst einmal mit sei-    Folgende ReferentInnen haben beim          schluss an das Projekt haben alle Kinder dieser Klasse
                                       Projekt „Wenn Igor und Ida spinnen ...“
nen MitschülerInnen ganz behut-        mitgearbeitet: DSA Barbara Fleissner,
                                                                                  ihren eigenen „Gefühlefresser“ gebastelt (der hilft da-
sam am Thema, und mit der Zeit         DSA Angelika Wallner, Sandra Kirbach,      bei, leichter über unangenehme Gefühle sprechen zu
fand Markus (unter der Schulbank       Mag. Erika Fellner, DSA Susanne Nündel,    können und sie dann besser loszuwerden).
                                       Bernhard Behr, Mag. Linda Kaltenhofer,                               Regina Prossinger, Juristin, Mediatorin
aufmerksam zuhörend) heraus,           Mag. Eva Gitschthaler, Mag. Silvana
dass es den anderen Kindern nicht      Obmann, Dr. Regina Prossinger




                                                                                                                                     dreieck       01/2011
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   Vorlesen? Ich? Das trau ich mir jetzt zu!
  Seminarreihe „Vorlesen in Theorie und Praxis“
                                                                                                                                 VON CHRISTINA REPOLUST




      I
         ch bin hier, weil ich meinen Kindern           Mit Einfachem begeistern                       Abend noch einmal dem Stimmtraining.

  „
         sehr gerne vorlese!“ „Ich möchte               Hier wird keine Vorlese-Einheit dem Zufall     Die zwei Zusatzmodule „Vorlesen für Seni-
         in einem Altersheim vorlesen und               überlassen, der Apfel als Geheimnis aus        orInnen“ und „Vorlesen für Menschen mit
  weiß nicht genau, wie ich damit beginnen              dem Korb geborgen, dann zer- und als           Migrationshintergrund“ geben Impulse
  soll!“ „Kindergartengruppen und Volks-                besondere Jause mit allen ZuhörerInnen         für die Arbeit mit diesen ausgewählten
  schulklassen kommen regelmäßig in die                 geteilt. „Wenn Sie mehr als zwei Zutaten       Zielgruppen. „Ich nehme von allen fünf
  Bibliothek: Wie lese ich spannend vor, wo-            kaufen müssen, vergessen Sie diese Idee.       Einheiten neben Wissen auch viele Vor-
  rauf muss ich beim Vorlesen achten?“...               Es muss einfach sein, damit es die Eltern zu   bilder mit. Mich hat die junge Germanis-
                                                        Hause auch nachmachen können, es geht          tin, Jasmina Maksimovic, die in der Stadt-
  Die Erwartungen an sich und die Semi-                 nicht um Quantität, sondern um Qualität.“      bücherei Hallein auf Bosnisch vorliest, mit
  narreihe sind wie immer hoch: Die eine                Diese Tipps Brigitte Weningers begleiten       ihrem Engagement, ihrer Liebe zur Litera-
  möchte eine bessere Atmung lernen, die                die TeilnehmerInnen in die Praxis, die zwi-    tur und den kleinen Menschen enorm be-
  andere witzige und spannende Bilderbü-                schen den einzelnen Seminarteilen liegt.       eindruckt“, bringt es hier eine Seminarteil-
  cher kennen lernen, die dritte von links das          Da ist die Hemmung, in der folgenden           nehmerin auf den Punkt.
  Vertrauen der SeniorInnen gewinnen und                Seminareinheit zur Stimmtrainerin zu
  diese nicht überfordern. Das könnte Druck             kommen, gleich viel geringer: „Ich werde       Die Seminarreihe „Vorlesen in Theorie und
  erzeugen, wären da nicht kompetente                   das schon lernen, es muss ja nicht gleich      Praxis“ ist eine Kooperation des Referates
  Referentinnen wie die Kinderbuchautorin               perfekt sein!“ Mag. Hildegard Starlinger,      für Bibliotheken und Leseförderung der
  Brigitte Weninger, die gleich in der ersten           Schauspielerin und Stimmtrainerin, ver-        Erzdiözese Salzburg mit Salzburger Bil-
  Einheit klarstellt: „Perfektion behindert             mittelt Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit,      dungswerk, Stadtbücherei Hallein und St.
  unsere Kreativität, es reicht, gut genug zu           die richtige Atemtechnik und die Freude        Virgil Salzburg. Mit finanzieller Unterstüt-
  sein: als LehrerIn, als KindergärtnerIn und           daran, lange bei Stimme zu bleiben.            zung des Landes Salzburg
  als VorleserIn. Bereiten Sie sich genau vor,                                                         Kontakt: Dr. Christina Repolust,
  aber lassen Sie sich durch Perfektionsan-             Vom Laien zum Profi                            Tel: 0662-8047-2068,
  sprüche nicht die eigene Freude an den                Das dritte Grundmodul widmet sich der          christina.repolust@seelsorge.kirchen.net
  Vorleseeinheiten nehmen, verlieren Sie                Sprachentwicklung, der Auswahl pas-
                                                                                                       Dr. Christina Repolust ist Leiterin des Referates für
  nicht den Humor!“                                     sender Bilder- und Kinderbücher sowie          Bibliotheken und Leseförderung der Erzdiözese
                                                        rechtlichen Rahmenbedingungen, am              Salzburg.




01/2011 dreieck
G emei n deentw ick lu ng    | 15




                                            Impulse für ein lebendiges
                                            Miteinander in Hallein

                                            V
                                                    ereinsamung, Entfremdung, Wert-           Medien, sondern auch auf dem Initiativen-
                                                    verlust, ...: Diesen gesellschaftlichen   Stadtplan auf www.herzfuerhallein.at ver-
                                                    Entwicklungen möchten engagierte          öffentlichen“, berichtet Anita Memmer. Am
                                            Halleiner in ihrer Stadt unter dem Motto          Ende des Jahres werden drei solidarische,
                                            „Ein Herz für Hallein“ entgegenwirken. „Da-       kreative und nachhaltige Initiativen mit
                                            bei ist die Kreativität jeder und jedes Einzel-   „Halleiner Münzen“ im Wert von 1.000, 700
                                            nen gefragt“, meint die Initiatorin Dr. Anita     und 400 Euro prämiert.
                                            Memmer vom Salzburger Bildungswerk
                                            Hallein. Ein Jahr lang sollen Impulse, welche     Die InitiatorInnen von „Ein Herz für Hallein“
                                            die Gemeinschaft, Kommunikation und In-           verbinden mit ihrer Aktion mehrere Ziele:
                                            tegration fördern, öffentlich gemacht wer-        Intergenerationelle und kulturverbindende
                                            den. Zu diesem Zweck wurden Ende Jänner           Initiativen in Hallein bekannt machen, Bür-
                                            in der Keltenstadt 16 Briefkästen aufgestellt,    ger miteinander ins Gespräch bringen, neue
                                            in die jeder und jede ihre Ideen einwerfen        verbindende Aktivitäten anregen und Initi-
                                            können. Diese Briefkästen wurden von              ativen bewerben sowie Partner finden und
                                            Schülerinnen und Schüler der HTL Hallein          umsetzen. Aber auch Nähe ermöglichen:
                                            gebaut und kreativ gestaltet.                     zwischen Stadtteilen, Bevölkerungsgrup-
                                                                                              pen, Jung und Alt sowie die eigene soziale
                                            Fass dir ein Herz und mach mit!                   Verantwortung bewusst machen und stär-
                                            „Wir werden die Briefkästen monatlich ent-        ken, Vereinsamung und Isolation entgegen-
   „Bei allen Initiativen sollte            leeren und die vorgeschlagenen Projekte           wirken, Einfühlungsvermögen und Toleranz
                                            und Initiativen nicht nur in verschiedenen        erhöhen.                              (MiHa)
   das Augenmerk auf das
   Brückenbauen gerichtet
   sein – Brücken zwischen                                                                    SchülerInnen der HTL Hallein mit ihren kreativ
                                                                                              gestalteten Briefkästen.
   Alt und Jung, Inländern
   und Ausländern, zwischen
   Nachbarn und den
   einzelnen Stadtteilen.“
   Anita Memmer




Initiatorin Anita Memmer hat ein Herz für
Hallein.




                                                                                                                               dreieck     01/2011
16 |      Geme i n d e e nt w i c k l u ng




                                 Barrieren erleben, begreifen, abbauen                                                                                             VON MANFRED FISCHER




                                         F
                                             ür mich ist die Bewusstseinsbil-      Auch Bürgermeister Fritz Amerhauser wagt
                                                                                                                                        Sensibilisierungstage

                                     „
                                             dung im Hinblick auf die Abschaf-     sich auf den Rollstuhl-Parcours – für ihn eine       So organisierten Maria Höpflinger und
                                             fung von Barrieren, die behinderte    ungewohnte Erfahrung.                                Manfred Fischer vom Österreichischen
                                     Menschen einschränken, außerordentlich                                                             Zivil-Invalidenverband Flachgau (ÖZIV) in
                                     wichtig. Mit diesem Projekt machen wir                                                             Kooperation mit Christian Treweller von der
                                     auf bestehende Barrieren aufmerksam                                                                Sozialen Initiative Salzburg (SIS) zwei Sensi-
                                     und werden diese in der Folge abbauen“,                                                            bilisierungstage zum Thema Behinderung
                                     sagte Bürgermeister Fritz Amerhauser zum                                                           für die Schülerinnen und Schüler der Volks-
                                     Projekt „Barrierefreies St. Georgen“. Unter                                                        schulen Obereching und Holzhausen sowie
                                     dem Motto „Barrieren erleben, begreifen,                                                           für alle Gemeindebürger.
                                     abbauen“ läuft dieses Projekt seit Septem-
                                     ber 2010. Die dabei erkannten Barrieren                                                            Unter der Anleitung von selbst betroffenen
                                     betreffen nicht nur behinderte Menschen,                                                           Menschen konnte im Rollstuhl ein Hinder-
                                     sondern auch Mütter und Väter mit Kinder-                                                          nisparcours befahren werden. Dabei zeigte
                                     wägen, Menschen mit Gipsfuß, ältere Men-                                                           sich schnell, dass für Menschen im Rollstuhl
                                     schen, u.v.a.                                                                                      bereits kleine Stufen nicht überwindbare
                                     Ein Arbeitskreis bestehend aus Bewohne-                                                            Hürden darstellen können. Manfred Fischer,
                                     rInnen der Gemeinde, externen ExpertInnen                                                          selbst Rollifahrer, gab Tipps, wie die Hinder-
                                     sowie betroffenen behinderten Menschen                                                             nisse geschickt zu meistern sind. Er zeigte
                                     und deren Angehörigen initiierte eine Rei-                                                         auch auf, welche Hürden für Menschen im
                                     he von Veranstaltungen.                                                                            Rollstuhl nicht zu bewältigen sind.
Fotos: Soziale Initiative Salzburg




                                                                                                                              Mit viel Konzentration und Geschicklichkeit überwinden
                                                                                                                              die Volksschüler unter der Anleitung von Manfred Fischer
                                                                                                                              (ÖZIV) im Rollstuhl die Hindernisse. Kleine Schwellen ent-
                                                                                                                              puppen sich dabei als herausfordernde Hürden.




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                                                                                                                              hinderungen. Sie arbeiten in der Werkstätte
                                                                                                                              der Lebenshilfe Salzburg in Steindorf bei
                                                                                                                              Straßwalchen.

                                                                                                                              Die Musiker spielen bei ihren Konzerten
                                                                                                                              ausschließlich Eigenkompositionen. „Die
                                                                                             Peter Weiser erklärt den         Lieder entstehen, indem ich mit der Gitar-
                                                                                             Kindern den Umgang mit           re musikalische Themen vorschlage. Die
                                                                                             einem Blindenstock, bevor
                                                                                                                              anderen Bandmitglieder bringen dann ihre
                                                                                             sie in das „dunkle Zelt“
                                                                                             verschwinden.                    Ideen und Gefühle dazu ein – mit ihren In-
                                                                                                                              strumenten. Sie beschreiben, wie sich die
                                                                                                                              Melodie für sie anhört – etwa wie Regen-
Peter Weiser – selbst blind - erklärte den                                     die verschiedene Sehbehinderungen simu-        tropfen“, beschreibt Hannes Kofler das kre-
Kindern und anderen TeilnehmerInnen den                                        lierten, durch ihre Gemeinde und erlebten      ative Schaffen der sieben Musiker während
Umgang mit einem Blindenstock und wie                                          noch bestehende Barrieren, wie Stufen oder     ihrer Proben.
er sich damit orientiert. Er führte sie weiters                                zu steile Rampen, am eigenen Leib.
durch das „schwarze Zelt“. In der Dunkel-                                      Das Seminar gab den Anstoß dafür, bei der      Zusammengebracht hat die Musiker
heit des Zeltes tasteten sich die Teilneh-                                     nächsten Tagung der Flachgauer Bauamts-        Hannes Kofler, der als Zivildiener in die
merInnen mit dem Blindenstock als Orien-                                       leiter der Gemeinden das Thema „Barriere-      Lebenshilfe-Werkstätte kam. Aufgrund sei-
tierungshilfe über unebene Böden und an                                        freiheit“ auf die Tagesordnung zu setzen.      ner Musikbegeisterung gestaltete er Mu-
Hindernissen vorbei – dies fanden beson-                                                                                      siknachmittage. Dabei fielen ihm das Takt-
ders die Kinder faszinierend. Viele kamen                                      Konzert der Band „Stand Up“                    gefühl und die Musikbegeisterung einiger
später mit ihren Eltern wieder, um diese das                                   Im Rahmen des Projektes veranstaltete          TeilnehmerInnen besonders auf. Auf seine
Programm ebenfalls erleben zu lassen.                                          die Pfarre St. Georgen mit Pfarrer Gerhard     Anregung formierte sich dann die Band
                                                                               Fuchsberger an der Spitze in der Ober-         „Stand Up“. Bisher gab es zahlreiche Auf-
„Es war für mich schön zu sehen, wie un-                                       echinger Marienkirche ein Konzert der Band     tritte bei Licht-ins-Dunkel-Sendungen des
befangen die Kinder Rollstuhl und Blinden-                                     „Stand Up“. Schon nach den ersten Tönen        ORF-Landesstudios Salzburg, Vernissagen,
stock benützten. Die Neugierde war groß.                                       sprang dabei der Funke der Begeisterung        verschiedenen Jubiläumsfeiern und bei
Sie konnten so kurzzeitig eine Ahnung da-                                      fürs gemeinsame Musizieren auf das Publi-      Gottesdiensten.
von bekommen, was es heißt, beeinträch-                                        kum über. Zu hören waren u.a. der „Wos i
tigt zu sein“, sagte Doris Seyss, Direktorin                                   mog“-Blues sowie die Lieder „Regentrop-        Tourismusprojekt geplant
der Volksschule Obereching, anlässlich der                                     fen“ und „Glücklich sein“.                     Im Rahmen des Projektes „Barrierefreies St.
Sensibilisierungstage in ihrer Schule.                                                                                        Georgen“ ist nun in Zusammenarbeit mit
                                                                                                                              der Forschungsgesellschaft Salzburg Re-
Seminar zur Barrierefreiheit                                                                                                  search das Erarbeiten barrierefreier Natur-,
Im Jänner 2011 fand zum Thema „Barriere-                                                                                      Kultur- und Gesundheitsangebote in der
freiheit“ eine kostenlose Schulung statt. Ex-                                                                                 Gemeinde geplant. Darin sollen das Moor-
perten von ÖZIV-Access in Wien arbeiteten                                                                                     bad St. Felix, das Weidmoos in der Nachbar-
                                                  Foto: Manfred W.K. Fischer




dabei die Bedeutung und den Nutzen von                                                                                        gemeinde Lamprechtshausen, die Museen,
Barrierefreiheit für ALLE heraus. Die Schu-                                                                                   Kirchen sowie die Klein- und Flurdenkmäler
lung war u.a. ein Angebot an die Wirtschafts-                                                                                 der Gemeinde integriert sein. Angedacht
treibenden des Ortes. Denn: Ende 2015 lau-                                                                                    ist dabei u.a. die Erstellung von Handbike-
fen die Übergangsfristen nach dem 2006                                                                                        Routen für behinderte RadfahrerInnen.
                                                                           Die Band Stand Up bei einer Probe in Steindorf
in Kraft getretenen Bundes-Behinderten-
                                                                           bei Straßwalchen.
gleichstellungsgesetz aus. Bis dahin müssen                                                                                   Das Projekt „Barrierfreies St. Georgen“ wird
öffentlich zugängliche Gebäude (Ämter,                                                                                        von der Gemeinde selbst, dem Referat für
Geschäfte, Gaststätten, ...) für behinderte                                    Die Band „Stand Up“ besteht aus sieben         Familien und Generationen des Landes
Menschen barrierefrei zugänglich sein.                                         Musikern. Gerhard Bann, Marko Brumbauer,       Salzburg sowie von der Gemeindeentwick-
                                                                               Daniela Feldbacher, Martin Graml, Rudi Hartl   lung Salzburg unterstützt.
Das Seminar bot dazu fundierte Informati-                                      und Maria Schinagl spielen seit 2008 unter
onen an. Im Praxisteil bewegten sich die Teil-                                 der Leitung von Hannes Kofler zusammen.        Mag. Manfred Fischer ist Mitglied des Österrei-
nehmerInnen im Rollstuhl oder mit Brillen,                                     Die erstgenannten sechs Bandmitglieder         chischen Zivilinvalidenverbandes Flachgau.




                                                                                                                                                                 dreieck   01/2011
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                Barrierefreie Wirtschaft in Theorie und Praxis
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Forschungspraktikum „Altern in guter Gesellschaft“
                                                                                                                           VON ROSEMARIE FUCHSHOFER




D
       ie alternde Gesellschaft ist soziale             Rosemarie Fuchshofer, die seit Anfang an         Marketingkonzepte und Verkaufsstrategien
       Realität. Die Gemeindeentwicklung                das Projekt Generationendorf sozialwissen-       sprechen von den „Best Agers“, dem „Silver-
       trägt dieser Veränderung durch die               schaftlich begleitet, und Statistikerin Mag.     Market“ oder den „Silver Surfers“. Wie aber
Projekte „Generationendorf“ und das daraus              Ulli Stering versuchten mit 30 Studieren-        sieht das reale, alltägliche Einkaufserlebnis
erwachsene „Altern in guter Gesellschaft“               den eine Klammer zwischen Theorie und            von älteren Personen aus? Die Studieren-
Rechnung. In Modellgemeinden wird seit                  Praxis herzustellen. Schwerpunkt des Pro-        den versuchten diese Frage mittels Inter-
mehreren Jahren erfolgreich daran gearbei-              jektes war der Teilaspekt „Barrierefreie Wirt-   views von Kunden, Verkaufspersonal und
tet, mit möglichst breiter Einbindung der               schaft“. Fragen, die es zu erforschen galt,      Wirtschaftsexperten zu beantworten. Eine
Bevölkerung auf kommunaler Ebene Lö-                    waren: Wie steht es mit der Versorgung von       Exkursion in die Gemeindeentwicklungs-
sungsversuche für diese wachsende soziale               älteren Menschen mit Gütern des täglichen        Modellgemeinden Mattsee und Elixhausen
Aufgabe zu entwickeln.                                  Bedarfes? Welches akzeptable Angebot an          bot Einsicht in die Lebensrealität älterer
                                                        Textilien und Mode gibt es für Menschen          Menschen. Ein Theorieteil und Zahlen zur
Im vergangenen Semester war „Altern in                  über 65 Jahren und wo? Wie wird älteren          demographischen Entwicklung dienten
guter Gesellschaft“ Titel und Thema eines               Konsumenten das sich ständig ändernde            zudem als Grundlage für das Ausarbeiten
Forschungspraktikums am Fachbereich                     Angebot an Unterhaltungselektronik und           der Fragebögen und Interviewleitfäden. Er-
Politikwissenschaft und Soziologie der                  neuer Technologie vermittelt?                    hoben wurden Erfahrungen und Einschät-
Universität Salzburg. Lehrgangsleiterin Dr.                                                              zungen der Kundengruppe 65Plus, spezielle



01/2011 dreieck
G emei n deentw ick lu ng     | 19


Wünsche und Bedürfnisse der Altersgrup-            Defizite (schlechteres Sehen, Ungelenkig-       von Hindernissen und Hürden, baulichen,
pe, aber auch Hindernisse und Hürden, die          keit etc.) hinweisen. Ältere Personen sind      physischen und mentalen, verabsäumt,
einem erfolgreichen, befriedigenden Ein-           überwiegend markentreu und kaufen mit           entstehen nicht nur Versorgungsprobleme
kaufserlebnis im Wege stehen.                      Vorliebe heimische Produkte. Mehr Zeit an       bei den älteren Personen, man verdrängt
                                                   der Kassa und Hilfe beim Einpacken und          und vergrämt damit auch eine wachsende
Aus den Ergebnissen lässt sich schließen,          Transport werden als nötig erachtet. In ab-     und eigentlich treue Kundenschicht aus
dass ältere Personen Service und Bera-             sehbarer Zeit wird ein weit größerer Teil der   den Geschäften.
tung sehr schätzen, gerne einkaufen, wenn          Bevölkerung des Bundeslandes Salzburg
und wo das Personal sich etwas mehr Zeit           dieser Altersgruppe angehören als jetzt.        Detailergebnisse der Befragungen können
nimmt (nehmen kann). Sitzmöglichkeiten             Konsum wird mit zunehmendem Alter von           auf der Homepage der Gemeindeentwick-
und Kundentoiletten wären sehr gefragt,            „Versorgungsnotwendigkeit“ abgelöst. Pas-       lung Salzburg nachgelesen werden: www.
ebenso Hilfen in den Geschäften, die das           sen die Rahmenbedingungen nicht, kauft          gemeindeentwicklung.at
Finden und Erreichen von Waren erleich-            man nur mehr das Nötigste. Die heimische
tern. Spezielle Angebote dürfen nicht zu           Wirtschaft ist gut beraten, sich auf die He-
                                                                                                   Die Soziologin Dr. Rosemarie Fuchshofer ist
einer Stigmatisierung („Generation Kuki-           rausforderung, die diese Entwicklung mit        wissenschaftliche Begleiterin der sozialen
dent“) führen und nicht auf persönliche            sich bringt, vorzubereiten. Wird der Abbau      Gemeindeentwicklungsprojekte.




  Im Generationendorf
  Hallein-Rif wird
  g’lacht und g’spüd
                               VON MARTIN STALLMAIER




  D
          er Verein Treffpunkt-Rif lud Anfang
          Februar zum ersten Hoagascht im Ge-
          nerationendorf. Das bunt gemischte
  Publikum wurde dabei vom Moderator Jo-
  hann Pötzelsberger mit Texten köstlich un-
  terhalten. Das offizielle Ende des Abends
  ging nahtlos in eine Tanzveranstaltung der
  Generationen über. Die Rifer Stubnmusi, die
  Geschwister Klappacher-Fuchsberger und die
  Anifer Tanzlmusi spielten und sangen bis kurz
                                                            Gemeinsam statt einsam
                                                            S
  nach Mitternacht. Damit nicht genug veran-                      eit drei Jahren bemühen sich im Halleiner Stadtteil Rif/Taxach die enga-
  stalteten Brigitte Schmidt und Dr. Joachim                      gierten Mitglieder von TREFFPUNKT-RIF, dem überparteilichen Verein für
  Dalfen am nächsten Tag das erste Rifer Gene-                    Stadtteilentwicklung, um ein vielseitiges Programm zur Förderung der
  rationen-Schachturnier, bei dem Jung- und                 nachbarschaftlichen Gemeinschaft. Im Rahmen des Projektes „Generationen-
  AltmeisterInnen aufeinander trafen. Der erste             dorf“, das von der Gemeindeentwicklung Salzburg seit 8 Jahren in 10 Gemein-
  Platz ging dabei an Routinier Josef Kohlbau-              den und einem Stadtteil mit großem Erfolg durchgeführt wird, sind in Rif viele
  er, dicht gefolgt vom 11-Jährigen Johannes                nachhaltige Initiativen entstanden. Der Bogen reicht dabei vom Generationen-
  Krempl.                                                   Skirennen, über Kasperltheater, Konzerte, Vorträge bis hin zum „Visionen-Kaf-
                                                            fee“, dem Kulturfrühstück und den Montagsstammtischen. Überall im Mittel-
  Martin Stallmaier ist Mitglied des Vereins                punkt: Miteinander reden und sich (besser) kennenlernen.                 (MiHa)
  Treffpunkt-Rif.




                                                                                                                                     dreieck     01/2011
20 |                  Geme i n d e e nt w i c k l u ng




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                                                                                                        Selbsthilfegruppen.
                     Ehrenamt, Freiwilligentätigkeit                                                    Nach einer Studie des Landes Vorarlberg
                                                                                                        engagiert sich darin ein Fünftel der Bevöl-

                     und neuen Formen des                                                               kerung. Aber auch diese Form muss in den
                                                                                                        Gemeinden organisiert und koordiniert

                     Bürgerengagements in                                                               werden. Das Salzburger Bildungswerk bie-
                                                                                                        tet hierfür eine Ausbildung zur Freiwilligen-


                     Salzburger Gemeinden
                                                                                                        koordinatorIn an.

                                                                                                        Gibt es auch in Salzburg
                                                                                                        „Bürgergemeinden“?


M
         oderne     „Dienstleistungsgesell-              mit 57 in Pension geht, hat noch über 30       In Deutschland gibt es immer mehr „Bür-
         schaften“ sind mit tiefgreifenden               Jahre Leben vor sich, wenn man die künf-       gerkommunen“, in denen so genannte
         Veränderungen konfrontiert. Als                 tigen Verbesserungen in der Lebenserwar-       neue Formen des Bürgerengagements
Folge permanenter großer Geburtenrück-                   tung berücksichtigt.                           gelebt werden. In einer Bürgerkommune
gänge und geringer Zuwanderung altert                                                                   werden die Potentiale der Bürgerschaft
und schrumpft die Bevölkerung. Das be-                   Warum Freiwilligentätigkeit immer              zur Lösung gesellschaftlicher Probleme
deutet weniger SteuerzahlerInnen, mehr                   wichtiger wird                                 nutzbar gemacht. BürgerInnen sollen an
Ausgaben für Altersversorgung, Gesund-                   Freiwilliges Engagement und soziales Kapi-     Entscheidungen und Aufgabenerfüllungen
heit und Pflege.                                         tal tragen wesentlich zur Aufrechterhaltung    beteiligt und die soziale Logik produktiv
                                                         der Lebensqualität bei. Dadurch können         gemacht werden. Dabei sollen engagierte
Neben dem demografischen Wandel befin-                   Lebensstandard, Lebensqualität und Be-         BürgerInnen und Unternehmen in Zeiten
den sich die traditionellen Familienstruk-               schäftigungsniveau angehoben werden,           leerer Gemeindekassen nicht nur kosten-
turen in Auflösung, Familiennetzwerke                    der soziale Zusammenhalt verbessert und        günstig öffentliche Leistungen und Infra-
fehlen. Eine verstärkte Individualisierung               soziale Ausgrenzung bekämpft werden.           strukturausstattung aufrechterhalten oder
und Segmentierung, auch Vereinsamung                     Die Qualität sozialer Beziehungen fördert      neue Projekte auf die Beine stellen, sondern
und Vereinzelungstendenzen werden in                     die positive und nachhaltige Entwicklung       sie können auch mitreden und mitent-
der Gesellschaft festgestellt. Die Verände-              von Gemeinschaften und ist eng mit dem         scheiden. BürgerInnen kümmern sich um
rungen des Arbeitsmarktes und der Be-                    persönlichen Glück und der individuellen       Schwimmbäder und den öffentlichen Ver-
schäftigungsverhältnisse, Integration von                Gesundheit verknüpft. Folglich wird es im-     kehr, pflegen öffentliche Grünflächen und
Zuwanderern, knappe Gemeindebudgets                      mer wichtiger, die Eigeninitiative und Frei-   bilden Genossenschaften zur Nah-, Wärme-
und begrenzte staatliche Ressourcen stel-                willigenarbeit im Land zu organisieren und     oder Altersversorgung. Sie investieren ihre
len die Solidargesellschaft vor weitere He-              zu stärken. Innerhalb der Freiwilligenarbeit   Arbeitskraft, Zeit, aber auch Vermögen.
rausforderungen. Andererseits gibt es nun                gewinnt vor allem der informelle Sektor,
eine größere Anzahl von Personen, die sich               also Menschen, die sich außerhalb der          Ziel sind die Stärkung der Zivilgesellschaft
potenziell freiwillig engagieren können. Die             klassischen organisierten Formen engagie-      und Problemlösungsfähigkeit sowie der Auf-
durchschnittliche Österreicherin, die heute              ren, an Bedeutung. Dazu zählen Nachbar-        bau einer „Bürgerkommune“, welche durch
                                                                                                        die aktive Teilnahme ihrer Mitglieder am öf-
Foto: iStock Photo




                                                                                                        fentlichen Leben gestaltet und weiterentwi-
                                                                                                        ckelt wird. Für das BürgerInnenengagement
                                                                                                        in Gemeinden und Stadtteilen werden auch
                                                                                                        die Begriffe „kleine Demokratie“ oder „koo-
                                                                                                        perative Demokratie“ verwendet. Gerade
                                                                                                        auf kommunaler Ebene ist von großer Be-
                                                                                                        deutung, dass die Menschen ihre Gemein-
                                                                                                        de nicht als abstrakte Verwaltungseinheit
                                                                                                        sehen, sondern sich selbst als Teil dieser Ge-
                                                                                                        meinschaft begreifen. Gemeinden sollen da-
                                                                                                        bei Aktivierungs- und Unterstützungsfunkti-
                                                                                                        onen wahrnehmen. Die zentrale kommunale
                                                                                                        Unterstützungsfunktion ist der Aufbau einer
                                                                                                        Freiwilligeninfrastruktur.                 (AG)




01/2011 dreieck
Europa un d Pol i ti s ch e B ild u ng    | 21



„Viel Europa“ in Frankreich
Bayern und Salzburger in Straßburg, Reims und Metz



                                                  D
                                                          rei interessante Städte und „viel Eu-
                                                          ropa“ bot eine Studienreise von Ka-
                                                          tholischem Bildungswerk Berchtes-
                                                  gadener Land und Institut für Europa nach
                                                  Frankreich. Neben ausführlichen Besichti-
                                                  gungen der Städte Straßburg, Reims und
                                                  Metz sowie der Winzergemeinde Hautvil-
                                                  lers, oft als Geburtsort des Champagners
                                                  bezeichnet, standen europa-politische Bil-      Tanja Kleinsorge informiert über den Europarat.
                                                  dungsaspekte im Vordergrund.
                                                                                                   santen Über- und Ausblick über die Europä-
 Michaela Obermeier (li.) vom Katholischen
 Bildungswerk Berchtesgadener Land und            Patrick Grimm, Lehrer aus dem elsässischen       ische Union und auf ihre mögliche Zukunft.
 Wolfgang Forthofer (re.) vom Salzburger Bil-     Pulversheim, erläuterte Geschichte und Ge-       Robert Schuman bereitete als französischer
 dungswerk bedanken sich bei Uschi Mascré-        genwart seiner Heimat, die Abgeordnete           Außenminister den Weg zur Schaffung der
 Deck, Viviane Reboud und Jacques Cohen           Dr. Angelika Niebler ihre Arbeit im Europä-      Montanunion vor. Später war er Präsident
 (Mitte, v.re.) von der Städtepartnerschaft
                                                  ischen Parlament, und Michael Stange gab         des Europäischen Parlaments. Er lebte und
 Reims-Salzburg für die Vorbereitung des Auf-
 enthalts in Reims.                               im Haus und Museum von Robert Schuman            wirkte in Scy-Chazelles, wo er 1963 verstarb.
                                                  in Scy-Chazelles bei Metz einen interes-         (FT)




 Brüssel sehen, Europa verstehen?


 S
       tudierende und MitarbeiterInnen          des EU-Kommissars für Regionalpolitik
       der Fachhochschule Salzburg              Johannes Hahn, und MEP Paul Rübig.
       besuchten kürzlich in Zusam-             Wir bedanken uns herzlich für die vie-
 menarbeit mit dem Institut für Europa          len Informationen.
 im Salzburger Bildungswerk Brüssel –
 im Beisein des FH-Rektors Dr. Erhard           Die StudentInnen zeigten sich be-         Erhard Busek und die StudentInnen zu Besuch in der
 Busek, der seine Verbindungen zur Eu-          geistert: „Mein Europaverständnis ist     Europäischen Kommission.
 ropäischen Union bestens für ein hoch-         definitiv gesteigert worden. Es sollte
 karätiges Programm nutzen konnte.              für jeden EU-Bürger verpflichtend sein,
                                                Brüssel zu besuchen, vielleicht wür-
 Unsere GesprächspartnerInnen waren             de dann die Arbeit der Europäischen
 Botschaftsrätin Mirjam Rinderer von            Union mehr geschätzt werden, und
 der Ständigen Vertretung Österreichs,          vielleicht würden dann alle EU-Bürger
 Michaela Petz-Michez vom Verbin-               ein wenig über den eigenen Dorfrand
 dungsbüro des Landes Salzburg zur EU,          blicken und mehr an einem Strang zie-
 Raimund Löw, EU-Korrespondent des              hen. Welche Chancen hätten wir denn
 ORF, Jan Truszczynski, Generaldirektor         global, wenn die EU zerbricht?“
 der GD Bildung und Kultur der Europä-
 ischen Kommission, Karoline Entacher,          Der Höhepunkt war zweifelsohne die in     free Europe?“, wo sich die Vortragenden auch mit
 Attaché der Wirtschaftskammer Öster-           22 Sprachen übersetzte Tagung im Eu-      den kritischen Fragen unserer TeilnehmerInnen
 reich, Stefan Zotti, Kabinettmitglied          ropäischen Parlament zum Thema „Oil-      konfrontiert sahen.                          (FT)




                                                                                                                                      dreieck      01/2011
dreieck Ausgabe01 2011
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dreieck Ausgabe01 2011

  • 1. Erwachsenenbildungs-Magazin des Salzburger Bildungswerkes 01/2011 Ehrenamtlich im „Süden“ arbeiten?! Für Integration gibt es kein Patentrezept Krebs: Eine Krankheit, die niemanden unberührt lässt salzburger bildungswerk
  • 2. Wasserkraft ist Weitblick Damit Energie und Umwelt zusammenpassen. SAUBERE WASSERKRAFT liefert mehr als 80 Prozent unseres Stromes in Salzburg. ZUKUNFT IN ARBEIT Wasser liefert Öko-Strom. Seit Generationen – für Generationen. Deshalb setzt die Salzburg AG verstärkt auf diese unerschöpfliche Energiequelle. Auch wenn Sie davon immer weniger sehen – dank moderner Kraftwerksplanung. Erleben Sie Weitblick: www.salzburg-ag.at
  • 3. Editorial Impressum Herausgeber und Verleger: Salzburger Bildungswerk (Dr. Günther Signitzer) Redaktion: Manuela Pleninger (MP) Imbergstraße 2/2, 5020 Salzburg Tel. 0662-87 26 91-0 Fax 0662-87 26 91-3 E-Mail office@sbw.salzburg.at www.salzburgerbildungswerk.at ZVR 200 288 147 Grafik: Werbeagentur Gerhard Gürtler Coverfoto: © iStockphoto.com Bildung ist Ehrensache, Engagement ist freiwillig und Lernen bereichert: Unter Fotos: Salzburger Bildungswerk (falls nicht anders angegeben) diesem Motto könnte auch das Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 stehen. Das Salz- Druck: Schönleitner, Kuchl burger Bildungswerk stellt seit der Gründung im Jahr 1956, also vor 55 Jahren, seine Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Tätigkeit in dieses Umfeld, und wir haben dies in unserem Leitbild verankert. Viele Auflage: 2.200 Evaluationen sowie positive Resonanzen zeigen nachweisbar die Qualität unserer MitarbeiterInnen Redaktion: Dipl.-Ing. Richard Breschar (RiB) Arbeit. Für 2011 haben wir unsere Weiterbildungsangebote unter dem Titel „forum Dr. Hans Eder (HE) freiwilligenarbeit“ verstärkt. Damit gelingt es uns, über die Bildungswerkleitungen Dr. Wolfgang Forthofer (FT) hinaus Menschen anzusprechen, die zum Beispiel an unserem Lehrgang Freiwilli- Alexander Glas (AG) Mag. Michaela Habetseder (MiHa) genkoordinatorInnen teilnehmen. Mag. Barbara Holzner (bh) Dr. Anita Moser (AM) Natürlich sehen wir zuerst die vielen Menschen, die sich dankenswerter Weise ehren- Isolde Mrwa (IM) Martin Seibt (MS) amtlich in den sogenannten Blaulichtorganisationen engagieren. Aber auch darüber Dr. Günther Signitzer (GS) hinaus ist die ehrenamtliche Tätigkeit ein unverzichtbares Element einer demokra- Dr. Konstantia Url (UK) tischen Gemeinschaft. Ohne Basisinitiativen, Dorfgemeinschaften, Stadtteilvereine Dr. Martin Wiedemair (m.w.) und viele andere mehr würde unsere Demokratie verarmen. Ehrenamtliche Tätigkeit Blattlinie: Darstellung und Auseinandersetzung mit in der Nachbarschafthilfe, im Sozial- und Gesundheitsbereich, Kultur und Sport ist ein aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen Themen, Mitteilungs- und Serviceblatt über Veran- tragendes Element unserer hohen Lebensqualität. Das Salzburger Bildungswerk ist staltungen des Salzburger Bildungswerkes. ein Teil dieser Bewegung, und uns geht es vornehmlich über Einzelinteressen hinaus Das „Dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen in um das Bemühen, gemeinwesenorientiert zu denken und zu handeln. Als Bildungs- der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen, PolitikerInnen sowie Medien. einrichtung wollen wir eine große Breite bei Altersgruppen und Bildungsschichten ansprechen und motivieren, sich auf das Abenteuer Bildung einzulassen. Diese Brei- Namentlich gekennzeichnete Beiträge drücken die Meinungen der AutorInnen aus. Sie müssen sich te und der Umfang unseres Angebotes sind nur durch das große ehrenamtliche En- nicht immer mit der Auffassung von Redaktion und gagement unserer BildungswerkleiterInnen, der MitarbeiterInnen auf Bezirksebene Herausgeber decken. und in den Arbeitskreisen sowie der vielen MitarbeiterInnen bei den Kooperations- Offenlegung nach dem Pressegesetz: Aktuelle partnern auf örtlicher Ebene möglich. Dafür wieder einmal ein herzlicher Dank und Berichte, Informationen und Stellungnahmen, die im Zusammenhang mit der Tätigkeit des über- die Bitte, mit uns gemeinsam in diesem wichtigen Feld weiterzuarbeiten! parteilichen und konfessionell nicht gebundenen Salzburger Bildungswerkes stehen. Wir haben nun ein Team für die Öffentlichkeitsarbeit: Michaela Habetseder hat Wir danken für die Zusammenarbeit und nach der Karenz die Tätigkeit im Bildungswerk wieder aufgenommen und teilt sich Unterstützung dem bm:ukk. den Aufgabenbereich mit Manuela Pleninger, die ihre Ausbildung an der Universität Dreieck-Leserservice: Salzburg fast abgeschlossen hat. Diese Kombination aus bewährter Erfahrung und Fragen an die Redaktion: Tel. 0662-872691-0 oder frischem Zugang zu neuen Entwicklungen, u.a. WEB 2.0, wird das Team stärken und E-Mail: office@sbw.salzburg.at Erscheinungsweise: 3mal jährlich für die Bildungswerkleitungen eine tatkräftige Unterstützung sein. An dieser Stelle Abonnement- und Einzelbestellung: auch ein Dank an Konstantia Url, die in den vergangenen Jahren die Öffentlichkeits- Einzelheft € 4,- (exkl. Versand) arbeit im Bildungswerk geleistet und viele neue Ideen und Lösungen eingebracht Jahresabonnement € 11,- Einzahlungen: RVS Salzburg Kto-Nr. 00047993, hat! BLZ 35 000 Wenn bis 31. Dezember keine Abbestellung erfolgt, Das aktuelle Dreieck bietet wieder einen attraktiven Überblick über unsere Veran- verlängert sich das Abo jeweils um ein weiteres Jahr. staltungen und Projekte. Berichte von interessanten Begegnungen in den Gemein- Vorstand des Salzburger Bildungswerkes Rektor Dr. Josef Sampl, HR Dr. Alfred Berghammer, den zeigen ein Bild der vielfältigen Tätigkeit von Menschen, die sich neben ihren HR Dipl. Ing. Günter Daghofer, Dr. Andrea-Gitsch- beruflichen oder persönlichen Verpflichtungen ehrenamtlich für die Gemeinschaft thaler, BSI Josef Irnberger, HR Dr. Andreas Kiefer, einsetzen und aktiv daran teilnehmen. Wir machen Bildung lebendig! Senatsrat Dr. Heinz Klier, Dr. Lucia Luidold, Dr. Ursula Maier-Rabler, HR Dr. Eduard Paulus, HR Prof. Dr. Wilhelm Pölzl, Prim. Dr. Josef Rücker, Dr. Günther Signitzer OStR Prof. Felix Strohbichler, Prof. Dr. Martin Direktor Wiedemair Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes LH Mag. Gabi Burgstaller
  • 4. 4 | Inhalt Ehrenamt, Freiwilligen- tätigkeit und neuen Formen Foto: Fotolia des Bürger- engagements Mehr dazu auf 08 Erwachsenenbildung 15 Gemeindeentwicklung Seite 20. Blickpunkte Gemeindeentwicklung 07 Herbsttagung mit Energie ... 15 Impulse für ein lebendiges Miteinander in Hallein 16 Barrieren erleben, begreifen, abbauen 18 Barrierefreie Wirtschaft in Theorie und Praxis Erwachsenenbildung 19 Im Generationendorf Hallein-Rif wird g’lacht und g’spüd 08 Für Integration gibt es kein Patentrezept 19 Gemeinsam statt einsam 10 Krebs: Eine Krankheit, die niemanden unberührt 20 Ehrenamt, Freiwilligentätigkeit und neuen Formen des lässt Bürgerengagements in Salzburger Gemeinden Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung Europa und Politische Bildung 11 Alleinerziehend, aber nicht allein sein ... 21 „Viel Europa“ in Frankreich 11 Kulinarisch-Philosophisches im Salzburger 21 Brüssel sehen, Europa verstehen? Frauensalon 22 Entdecken Sie Mazedonien, den Kosovo und Mähren 12 Igor und Ida spinnen nicht mehr 23 Eine Fährfahrt für den Frieden 14 Vorlesen? Ich? Das trau ich mir jetzt zu! 23 Türkische Lebenswelten in der Riedenburg Internationale Solidarität 24 Ehrenamtlich im „Süden“ arbeiten?! 25 Interkultureller Tourismus: Ein interaktiver friedensrelevanter Prozess Aus der Direktion 27 Politische Erwachsenenbildung steht hoch im Kurs Rückblick 2010 Aus Gemeinde und Bezirk ab Seite 28 01/2011 dreieck
  • 5. | 5 Foto: Intersol 21 Europa & Politische Bildung 24 Internationale Solidarität 28 Aus Gemeinde und Bezirk Aus Gemeinde und Bezirk Personalia 28 Familienfreundliches Zederhaus 36 Neue Bildungswerkleiterin für Hintersee 28 Lebendige Vielfalt 37 Gold für Frieda Aigner 29 Optische Genussreise mit 14 FotokünstlerInnen 37 Engagement verGOLDet 29 Grödig ist gesund und fit 37 Neuer Bildungswerkleiter: Alois Hammerschmid 30 Bogen spannen 38 Das Salzburger Bildungswerk gratuliert 30 Ein Dorf erzählt seine Geschichte 38 Teamwork im Salzburger Bildungswerk 31 Mut zur Zivilcourage auf allen Ebenen ... 38 Zum Gedenken Annemarie Dengg 31 Köstendorf sammelte Geld für die Kinderkrebshilfe 32 Eine Vielfalt an Tennengauer Bildungsaktivitäten 32 Flachgau unter neuer Bezirksleitung Veranstaltungstipps 33 Lebenskunst – Kunst zu leben 06 Veranstaltungstipps 33 Aktiver Pinzgauer Bezirk mit viel Potential 34 Russland und der Osten Europas 34 BELLISSIMO ... 35 Ein Bezirk für Alt & Jung Arbeitskreise 35 Bildungswochen bringen Bewegung in den Ort IMB – Institut für Medienbildung 36 Medienpädagogik und Filmschaffen mit schärferem Fokus Energie bewusst leben: Langenegg zeigt, wie’s gehen könnte! Das war die Herbsttagung 2010. Mehr dazu auf Seite 7 dreieck 01/2011
  • 6. 6 | Das Team des Salzburger Bildungswerkes Direktion Barbara HoLZNER Gemeindeentwicklung Günther SIGNITZER Institut für Seniorenbildung Salzburg Geschäftsführung Örtliche Bildungswerke Alexander GLAS Tel: 0 662-87 26 91-14 Tel: 0 662-872691-17 Tel: 0 662-87 26 91-13 g.signitzer@sbw.salzburg.at barbara.holzner@sbw.salzburg.at alexander.glas@sbw.salzburg.at Richard BRESCHAR Karin MARESCH Anita MoSER Örtliche Bildungswerke Sekretariat Tel: 0 662-87 26 91-18 Tel: 0 662-87 26 91-19 Tel: 0 662-87 26 91-12 anita.moser@sbw.salzburg.at richard.breschar@sbw.salzburg.at karin.maresch@sbw.salzburg.at Sarah REITHER Sonja CHRIST Isolde MRWA Tel: 0 662-87 26 91-27 Sekretariat Organisation gemeindeentwicklung@sbw.salzburg.at Tel: 0 662-87 26 91-11 Tel: 0 6277-77 94 sonja.christ@sbw.salzburg.at isolde.mrwa@sbw.salzburg.at Forum Familie Hans EDER Manuela PLENINGER Barbara BRANDNER Institut für Internationale Solidarität Öffentlichkeitsarbeit Pongau, Tel: 0664-8284180 Tel: 0 662-87 26 91-20 Tel: 0 662-87 26 91-16 forumfamilie-pongau@salzburg.gv.at hans.eder@sbw.salzburg.at manuela.pleninger@sbw.salzburg.at Wolfgang MAyR Wolfgang FoRTHoFER Brigitte SINGER Flachgau, Tel: 0664-8284238 Institut für Europa Institut für Elternbildung forumfamilie-flachgau@salzburg.gv.at Tel: 0 662-87 26 91-21 Tel: 0 662-87 26 91-15 Corona RETTENBACHER w.forthofer@sbw.salzburg.at brigitte.singer@sbw.salzburg.at Tennengau, Tel: 0664-8565527 Ulrike FREIDL forumfamilie-tennengau@salzburg.gv.at Sekretariat Institut für Medienbildung Christine SCHLäFFER Tel: 0 662-87 26 91-22 Martin SEIBT Pinzgau, Tel: 0664-8284179 ulrike.freidl@sbw.salzburg.at Geschäftsführung forumfamilie-pinzgau@salzburg.gv.at Michaela HABETSEDER Tel: 0 662-82 20 23-12 Monika WEILHARTER Öffentlichkeitsarbeit seibt@imb-salzburg.at Lungau, Tel: 0664-8284237 m.habetseder@sbw.salzburg.at Monika HoHENLoHE forumfamilie-lungau@salzburg.gv.at Tel: 0 662-82 20 23 office@imb-salzburg.at Qualitätssiegel Salzburger Bildungswerk Qualitätstestiert am 03. 07. 2008 Veranstaltungstipps Bildungswochen Exkursion nach Langenegg 48. Salzburger Singwoche Thalgau, 15. Mai bis 19. November 2011 „energie bewusst leben“ 21. bis 27. August 2011, Strobl, Bundesinstitut Hintersee, 7. bis 15. Mai 2011 27. bis 28. Mai 2011 St. Wolfgang Bad Hofgastein, 23. bis 28. Mai 2011 Hüttschlag, 25. bis 29. Mai 2011 Medientage in Mauterndorf Herbstfahrt des Salzburger St. Andrä, 4. bis 12. Juni 2011 23. bis 28. Mai 2011, Mauterndorf, Bildungswerkes nach Linz Thomatal, 7. bis 14. August 2011 Lungau 23. bis 24. September 2011 01/2011 dreieck
  • 7. Bl i ck p u nk te | 7 Herbsttagung mit Energie … Die TeilnehmerInnen der Herbsttagung 2010. E nergie im Dorf“ war das Thema der Herbsttagung 2010 in Altenmarkt. „ Besonderes Interesse weckten bei den TeilnehmerInnen die beiden Vorträge der Bürgermeister Alfred Klepatsch aus Windhaag und Georg Moosbrugger aus Langenegg. Sie erklärten, wie man das Projekt energieeffizi- ente Gemeinden mit dem Einsatz und der „menschlichen“ Energie möglichst vieler BürgerInnen richtig angeht und schließlich startet. Aber auch über die Schwierigkeiten und Hürden im Aufbau einer energieautonomen Gemeinde, wie Langenegg, konnte man mehr erfahren. Und es geht doch! Eindrucksvoll berichtete Dr. Christoph Etzelsdorfer, Weltrekordhalter und Paralympicssieger, über seinen Umgang mit den Herausforderungen des Das Thema Energie spielt auch 2011 eine Rolle. Lebens. „Energie bewusst leben“: Die Gemeindeentwicklung wird am 27. und 28. Mai 2011 Langenegg, die energieeffizienteste Gemeinde Europas (European Energy Award 2010) und Gewinner des Europäischen Dorferneuerungspreises 2010, be- suchen. Das Exkursionsthema „energie bewusst leben“ wird in der kleinen Vorarl- berger Gemeinde eindrucksvoll gelebt. Langenegg verwirklicht die Vision einer unabhängigen Energiezukunft. Darüber hinaus machen soziales Engagement, Initiativen zur Stärkung der Dorfgemeinschaft, Aktivitäten zur Wirtschaftsbele- bung und die Maßnahmen zur Ortskernentwicklung Langenegg zu einem leben- digen Dorf voller Energie. (AG) Details zur Exkursion unter www.gemeindeentwicklung.at, Anmeldung bei Alexander Glas, Tel: 0662-872691-13, Im Bild die ReferentInnen der Herbsttagung, die den TeilnehmerInnen vielfältige Facetten von Energie näher alexander.glas@sbw.salzburg.at brachten. dreieck 01/2011
  • 8. 8 | E r wa c h se n e n b i l d u n g Für Integration gibt es Foto: fotolia Ü ber 17 Prozent der Salzburger Bevöl- sorgungsbereich. Die gesamte Dienststelle organisiert von Silvia Kronberger von der kerung haben eine Zuwanderungs- wird von Erwin Eiersebner geleitetet. Wir Salzburger Verwaltungsakademie zusam- geschichte. Das Bundesland Salz- bieten in allen wichtigen Handlungsfeldern men mit namhaften Referenten. Der Kurs burg liegt damit österreichweit an dritter Integrationsmaßnahmen an, derzeit laufen startete erstmals im Jänner 2011 und soll Stelle hinter Wien und Vorarlberg. Seit rund 40 Projekte im ganzen Land Salzburg. Mitarbeitern beim Land, den Bezirkshaupt- September 2009 ist Manfred Oberlechner mannschaften oder Gemeinden Basics zum in der Migrationsstelle des Landes tätig. Welche aktuellen Projekte fördert die interkulturellen Verhalten und Handeln für Im Interview mit Konstantia Url spricht der Integrationsstelle derzeit? die tägliche Arbeit in die Hand geben. Das Integrationskoordinator des Landes über Da gibt es - um wirklich nur aktuelle und ist ganz wichtig, da sich nicht nur die Ein- seine Aufgaben, aktuelle Projekte und die einzelne exemplarisch herauszugreifen wohner unseres Landes, sondern auch die Wichtigkeit einer flächendeckenden Ver- - das sehr erfolgreiche „Start“-Stipendien- Kunden öffentlicher Ämter ändern und sorgung. Programm für Jugendliche mit Migrations- Mitarbeiter daher Kompetenzen benötigen, hintergrund. Dieses unterstützt Jugend- um auftretende Konflikte besser lösen zu Herr oberlechner, welche Aufgaben- liche aus Zuwandererfamilien mit einem können. Weitere wichtige Schwerpunkte bereiche nimmt die Koordinationsstelle Stipendium auf dem Weg zur Matura. Ins- sind die Arbeitsmarktintegration mit bei- für Migration des Landes Salzburg wahr? gesamt vergibt das Land gemeinsam mit spielsweise ausgebildeten Integrations- Die Dienststelle im Land Salzburg hat zwei dem Bund zehn Stipendien pro Jahr. Es gibt lotsinnen oder Mentorinnenprojekte oder umfassende Fachbereiche: den Integrati- auch einen Lehrgang zur interkulturellen die Gesundheitsaufklärung und Prävention onsbereich und den Asyl- und Grundver- Kompetenz für Verwaltungsbedienstete, für Migranten oder der herausragende und 01/2011 dreieck
  • 9. Er wa ch s en e nb ild u ng | 9 kein Patentrezept wichtige Bereich der Vermittlung der deut- Dann findet man maßgeschneiderte Inte- schen Sprachkompetenz, hier zu erwähnen grationsmaßnahmen für den passenden sind jedenfalls „Mama lernt Deutsch“ oder Ort. Bundesweit im Rahmen des Nationalen das „Rucksack-Projekt“, das vom Land zu Aktionsplans Integration und auch auf EU- einem erheblichen Teil mitfinanziert und in und Europaratsebene gibt es viele kompe- die Regionen getragen wird. tente Partner und länderübergreifende Bei- spielprojekte, die eine Vorreiterrolle haben MMag. Dr. Manfred oberlechner Wie sieht die Situation in den Land- und wichtig sind für die tägliche Arbeit in Integrationskoordinator gemeinden aus? Gibt es dort eigene Salzburg. Amt der Salzburger Landesregierung Zuständige für Integration? Fachreferat Migration Integration passiert auf persönlicher Ebene, Sie sind auch in geringem Ausmaß daher ist die kommunale und direkte Inte- nach wie vor für die Universität tätig – Studien zur Migrations- und Integra- grationsarbeit so wichtig. Gerlinde Ulucinar wie wichtig ist die Wissenschaft für die tionsforschung an den Universitäten Yentürk ist eine sehr erfolgreiche Integra- tägliche Arbeit? Salzburg und Wien, an der Erasmus tionsbeauftragte in der Stadt Hallein. Ich Ja, ich bin sehr froh, dass ich die wissen- Universität Rotterdam sowie am In- arbeite mit ihr gerne zusammen. Integra- schaftliche Ebene nicht gänzlich verlassen stitute for Migration- and Ethnic Stu- tion ist auch Chefsache der Bürgermeister. muss und hier „mitspielen“ kann im besten dies an den Universitäten Amsterdam Daher ist es so wichtig, in die einzelnen Be- Sinne des Wortes, denn für mich ist Integra- und Straßburg. Praxisaufenthalte im zirke rein zu gehen. Dazu kontaktieren wir tionsarbeit vor allem auch eine kreative Ar- Verwaltungsbereich im Bereich „Mi- die Bürgermeister, was vor Ort notwendig beit. Da gibt es kein Patentrezept. Zum Teil gration und Integration“ u.a. beim Eu- ist. Denn Integration ist auch Schnittstellen- ist das viel Pionierarbeit. Und die Zusam- ropean Committee on Migration des management auf sehr unterschiedlichen menführung von Theorie und Praxis, von Europarates sowie beim Europäischen Ebenen. Integration gelingt, wenn die der Denkarbeit hin zur Praxisumsetzung, Parlament. Langjährige konkrete Pro- Bedürfnisse von Migranten und Einheimi- das ist die Herausforderung für mich in der jektarbeiten mit und für Migranten schen rund um das Thema Integration vor Verwaltung. Ich bekomme viele Inputs und in Salzburg. Erwachsenenbildungs- Ort bekannt sind. Das kann kein von oben Inspiration. Im Grunde genommen ist Inte- lehrer „Deutsch-als-Fremdsprache“. verordneter Top-Down-Prozess sein. Die grationsarbeit also eine sehr kreative Arbeit mit den Bürgermeistern entstehenden Pro- und sollte es auch sein. Kontakt: jekt-Ideen werden in Koordination etwa mit manfred.oberlechner@salzburg.gv.at Sozialarbeitern oder Bildungswerkleitern Was verstehen Sie darunter? ausgearbeitet und umgesetzt. So ist garan- Dass man Integration nicht verwaltet, son- tiert, dass Integrationsprojekte nicht nur in dern mit der Zielgruppe immer in Kontakt mit. Diesen Kontakt habe ich bis heute nicht der Stadt Salzburg Platz greifen, sondern bleibt. Da kommt es mir auch zugute, dass verloren, noch jetzt gebe ich beispielsweise flächendeckend wirksam sind. ich sehr engen Kontakt zu Sozialvereinen jede Woche einen Deutschkurs für Mitar- in Salzburg habe oder sehr lange in einer beiter des Landes und des Magistrats mit Stichwort flächendeckend: Die Migrati- arbeitsmarktpolitischen Betreuungseinrich- nicht deutscher Muttersprache. Wichtig ist onsstelle ist auch bundesweit vernetzt, tung gearbeitet habe – direkt im täglichen einfach, dass man sich selbst auch immer wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Kontakt mit Migranten. Und ich verdanke in seiner Arbeit in Frage stellt und evaluiert den anderen Bundesländern? den Migranten sehr viel, sie haben dazu und für Zugewanderte wie Einheimische Da gibt es regelmäßige Vernetzungstreffen beigetragen, dass ich mich in Salzburg wohl das Beste will. Dann funktioniert Integrati- auf Länderebene, und das ist wichtig, denn fühle, integriert bin. Integration ist keine on, wenn es eine Win-Win-Situation für uns für die Integration gibt es ja kein festste- Einbahnstraße. Ich habe viele Deutschkurse alle ist. (UK) hendes und überall funktionierendes Inte- gehalten und unzählige von Migranten grationsrezept. Es gibt in Österreich viele über Monate täglich begleitet. Wenn ich an Nähere Infos zum Stipendienprogramm regionale Besonderheiten – übrigens auch Migranten denke, dann fallen mir vor allem für Jugendliche mit Migrationshinter- zwischen Österreichern –, die man in der viele Gesichter und Begegnungen ein. Das grund unter www.start-stipendium.at Integrationsarbeit mit einbeziehen sollte. ist ein gutes Gefühl. Da bekommt man viel dreieck 01/2011
  • 10. 10 | E r wa c h s e n e n b i l d u n g Krebs: Eine Krankheit, die niemanden unberührt lässt VON URSULA LEITICH V or hundert Jahren war die Geburtsstunde der Österrei- Prävention kann helfen - Pflegen und Hegen chischen Krebshilfe. Nach wie vor ist Krebs eine Krankheit, die Sie Ihren Körper - In einem gesunden Körper niemanden unberührt lässt, obwohl sich aus medizinischer steckt ein gesunder Geist Sicht in dieser Zeit viel verändert hat. Auf Grund besserer Diagnose- möglichkeiten kann Krebs immer früher erkannt werden, und durch Um das persönliche Krebsrisiko möglichst gering halten zu können, die Entwicklung neuer Behandlungen können viele Krebspatien- ist es notwendig, über die Möglichkeiten der Vorsorge und Früher- tInnen geheilt werden oder ein deutlich längeres Leben mit guter kennung Bescheid zu wissen. Lebensqualität führen. An Krebs zu erkranken kann leider nie ganz ausgeschlossen werden, sicher ist aber, dass man selbst durch rich- 3 ichtige Ernährung kann vor Krebs schützen. Fünf Portionen Obst R tiges Vorsorgen und Nützen der Früherkennung das Risiko und den oder Gemüse am Tag sind ideal. Ebenso ist der verantwortungs- Verlauf wesentlich beeinflussen kann. bewusste Umgang mit Alkohol wichtig. Ein gesunder Lebensstil senkt deutlich die Erkrankungsgefahr, und 3 an sollte jede Gelegenheit, Bewegung zu machen, nützen. M je früher Krebs durch die Selbst- oder Früherkennungsuntersu- Körperliche Aktivität kann das Krebsrisiko nachweislich senken. chungen entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Chan- Sportwissenschafter empfehlen 30 Minuten 3 Mal pro Woche. cen für den Krankheitsverlauf. Übergewicht und ein hoher Body-Maß-Index stehen in engem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko, an Krebs zu erkran- Gemeinsam mit dem Salzburger Bildungswerk wurde nun eine spe- ken. Auch Diabetes trägt dazu bei. zielle Vortragsreihe zum Thema Krebs zusammengestellt. Ihr Ziel ist 3 nzählige Untersuchungen belegen die Gesundheitsschäden, U es, möglichst viele Fragen, die rund um eine Krebserkrankung, aber die das Rauchen, aber auch das Passivrauchen, verursachen kön- auch in der Krebsprävention auftauchen, zu beantworten. Es sollen nen. Das Rauchen zu beenden und Nichtraucher zu bleiben ist Hilfestellungen und konkrete Antworten zu aktuellen Themen ge- schwer, aber nicht unmöglich. geben werden. 3 uch seelisches Wohlbefinden gehört zu einem gesunden Le- A bensstil und muss gepflegt werden. Es braucht den achtsamen Umgang mit sich selbst, um psychisch im Gleichgewicht zu blei- ben und seine Ressourcen nicht zu überfordern. 3 m Hautkrebs vermeiden zu können, ist es notwendig, die Ge- U fahren der Sonne richtig einzuschätzen, seinen Hauttyp zu ken- nen und zu wissen, welcher Lichtschutzfaktor benötigt wird. 3 ist wichtig, den eigenen Körper und die Möglichkeiten der Es Selbstuntersuchung zu kennen sowie über die Warnsignale für Krebserkrankungen Bescheid zu wissen. Krebs kann aber auch ohne bemerkbare Symptome entstehen. Um Krebs im Frühstadium zu entdecken und behandeln zu können, gibt es regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen von Brust, Gebärmutter, Haut, Darm oder Prostata. Diese ärztlichen Untersu- chungen können Leben retten. Wird eine Krebserkrankung recht- zeitig erkannt, kann sie in vielen Fällen geheilt werden. Mag. Dr. Ursula Leitich ist Psychologin, Psychotherapeutin, Ärztin für Allgemeinmedizin und Leiterin der Beratungsstelle in Salzburg. Die Österreichische Krebshilfe Salzburg informiert, berät und unterstützt Bei Fragen zur Vortragsreihe wenden Sie umfassend in allen Bereichen der Krebsprävention. sich an: Salzburger Bildungswerk, Mag. Weitere Informationen und Hilfe erhalten Sie am Beratungstelefon der Krebshilfe Barbara Holzner, Tel: 0662-872691-17 oder Foto: fotolia Salzburg unter 0662-873536 oder im Internet www.krebshilfe-sbg.at. E-Mail: barbara.holzner@sbw.salzburg.at 01/2011 dreieck
  • 11. El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 11 Alleinerziehend, aber nicht allein sein … VON MARION LECHNER U nter dem Motto „alleinERZIEHEND, auswahl und organisatorischen „Kleinig- aber nicht ALLEIN sein“ startete im keiten“. Wir alle vom alleinERZIEHER-Treff Oktober 2010 das erste Treffen für bedanken uns auch herzlich bei den Sorop- Alleinerziehende und Patchworkfamilien timistinnen Pinzgau: Durch ihre Spende ist im Pinzgau im Vereinsheim in Bruck. Der es nun möglich, die zur Verfügung stehen- gelungene Start und das rege Interesse de Kinderbetreuung während den Treffen bestätigten Marion Lechner, hier die rich- kostenlos anbieten zu können. In diesem tige Initiative ergriffen zu haben. Nach dem Sinne helfen viele zusammen: Die Gemein- ersten Kennenlernen folgte ein Nachmit- de Bruck stellt die Räume kostenlos zur tag mit einer Lebens- und Sozialberaterin, Da wir mittlerweile eine gesellige Runde sind, Verfügung, das örtliche Bildungswerk und die sich speziell mit der Problematik Allein- hieß es im Jänner, Rodel und Kinder einpacken das Institut für Elternbildung des Salzbur- und rauf auf die Kohlschnait ... erzieherInnen beschäftigte und mit guten ger Bildungswerkes unterstützen dieses Ratschlägen und brauchbaren Tipps zur Angebot finanziell. Seite stand. siert und welche Maßnahmen man selber treffen kann, um den Alltagsbelastungen Wer sich angesprochen fühlt und Interesse Das nächste Treffen widmete sich dem standhalten zu können. hat, kann sich gerne bei Marion Lechner Thema „Burnoutproyhylaxe und Zeitma- Weitere Vorträge und Freizeitaktivitäten melden und jederzeit in die Gruppe ein- nagement“, da viele Alleinerziehende einer sind schon in Planung! steigen. Tel: 0650-2008823, E-Mail: marion. Mehrfachbelastung durch Job, Kinderer- lechner@gmx.at ziehung, Haushalt und der Zusatzanfor- Der tatkräftigen Unterstützung von Christi- Die Treffen finden jeden letzten Samstag derung, alles alleine managen zu müs- ne Schläffer vom Forum Familie Pinzgau ist im Monat am Nachmittag im Vereinsheim sen, ausgesetzt sind. Die beiden Coaches es zu verdanken, dass diese Treffen zustan- Bruck statt! Fini Lassacher und Sigrid Petschko gaben de kommen können. Sie unterstützt uns Marion Lechner ist alleinerziehende Mutter einer Tipps, wie man sich am besten organi- bei der Kinderbetreuung, ReferentInnen- 4-jährigen Tochter aus Bruck an der Glocknerstraße. Kulinarisch-Philosophisches Salon à la Carte ... - Gebären, ernähren, genießen: Unter diesem Motto steht der 17. Salzburger Frauensalon am im Salzburger Frauensalon Dienstag, 28. Juni 2011, ab 19.00 Uhr in St. Virgil, Salzburg. Mag. Hanni Rützler, Ernährungswissenschafterin und Gründerin des Futurefoodstudios Wien, sowie die bekannte internationale Kulinarik-Journalistin Doris Maier werden gemeinsam mit den Besucherinnen über das Kochen und Essen philosophieren. Welche elementaren Zusammenhänge gibt es zwischen Essen und Geschlecht? Wie wird das Kochen von den Frauen empfun- den? Als Abenteuerkochen und Ernährungshighlight oder als lästige Pflicht? Warum hat die Globalisierung des Essens nicht unbedingt mehr Genuss zur Folge? Diesen und vielen anderen Fragen und Vorurteilen ist der kulinarische Salon à la Carte ge- widmet. Die Salonieren versprechen: Es wird nicht mit faulen Eiern ge- worfen, sondern übers Essen philosophiert ... dreieck 01/2011
  • 12. 12 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung Igor und Ida spinnen nicht mehr Gewaltprävention und positive Konfliktbewältigung in Volksschulen VON ANGELIKA WALLNER mehr Eigenverantwortung an Konflikte gt cki zu mir“,bekla gt aber immer Di und deren Lösung heranzugehen. Trainiert „Er sa änen. kämpft mit den Tr wurden diese Kompetenzen mit Hilfe von si ch Valentin und ?“, kreativen Gruppenarbeiten, Rollenspielen, solchen Momenten hlst du dich in Kooperationsspielen, Arbeitsblättern, Dis- „Wie fü kussionsrunden sowie mediativ geführten orin. fragt die Mediat nd.“ Konfliktgesprächen. d auch ganz wüte „Ich werd e ganz traurig un Ein großes Anliegen in der Arbeit mit den Kindern war außerdem die Stärkung des G efühlen Raum zu geben und sie be- laden wurden, um mit den Kindern an der Selbstwertgefühls, aber auch der Selbst- nennen zu lernen, ist ein zentrales Verbesserung der Klassengemeinschaft zu und Fremdachtung. Die positiven Eigen- Anliegen des Projekts „Wenn Igor arbeiten. schaften bzw. Absichten der SchülerInnen und Ida spinnen...“. Denn einerseits eigene wahrzunehmen und zu benennen, war ein Gefühle auszudrücken, andererseits auch Das ursprünglich von Mag. Brigitte Singer Mittel, das wir einsetzten, um den Selbst- die Gefühle Anderer zu verstehen, ist eine und DSA Barbara Fleissner entwickelte wert zu stärken. der wichtigsten Grundlagen für eine po- Projekt wurde in all den Jahren an die un- Die Kinder erhielten außerdem einige Wo- sitive Konfliktbewältigung und selbstver- terschiedlichen Erfordernisse angepasst chen nach Beendigung des Projekts indivi- ständlich auch dafür, eigene und fremde und immer wieder geringfügig adaptiert, duelle und positive Post von Igor. Grenzen wahrzunehmen. Genau darum aber die Grundbausteine haben sich nicht ging es in den letzten zehn Jahren, wenn verändert. Denn wie auch sonst in jeder die ReferentInnen des genannten Projekts (Arbeits-)Gruppe braucht es in einer Klasse zum Thema Gewaltprävention für drei bestimmte Voraussetzungen für einen po- Vormittage in eine Volksschulklasse einge- sitiven Umgang miteinander: gemeinsame Grundregeln, eine gute Kommunikation, um Missverständnisse zu vermeiden, das Ansprechen von Gefühlen und den Mut, einem Konflikt offen entgegen zu treten. Genau diese Fähigkeiten wurden mit Hilfe von Igor und Ida, zwei Handpuppen, die schlaue Tipps geben oder auch einfach nur tröstend zur Seite stehen konnten, ge- schult. Und damit Igor und Ida sowie ihre Ideen Post an Igor ... auch nach dem Projekt weiterwirken konn- Manchmal bekamen aber auch umgekehrt ten, blieb eine der Handpuppen immer in Igor und Ida Post von den Kindern. der Klasse zurück. „Es ist toll, solche positiven Rückmeldungen zu erhalten und zu sehen, dass wir mit dem Mit Konflikten umgehen lernen ... Projekt Erfolge erzielen konnten. Diese Kinder können Eine weitere grundlegende Idee des Pro- Feedbacks sind die beste Motivation, Pro- schon früh ihre jektes war es, das Vertrauen der Kinder jekte wie diese abzuhalten und fortzufüh- Gefühle in Bildern in die eigene Konfliktlösungskompetenz ren“, so Eva Gitschthaler, Erziehungswissen- ausdrücken. zu stärken. Das sollte sie befähigen, mit schafterin und Mediatorin. 01/2011 dreieck
  • 13. El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 13 darum ging, ihm die ganze Verant- wortung und Schuld am Konflikt Wir verabschieden uns von zuzuschieben, sondern dass sie Igor und Ida mit ein paar einerseits ihre Bedürfnisse äußern Eindrücken aus unserer und andererseits auch ihn verste- Arbeit und Rückmeldungen, hen wollten. In dieser Gewissheit die wir bekommen haben: Igor und Ida kamen (genau wie beteiligte er sich schließlich doch die ReferentInnen) in den Klassen am Gespräch und strahlte übers mit unterschiedlichsten Themen ganze Gesicht, nachdem wir eine Nachhaltig arbeiten ... in Berührung. Manchmal ging es gute Lösung für den Umgang mit- einfach nur darum, die Klassen- einander gefunden hatten“, berich- Besonders berührt hat mich folgende Rückmeldung ei- gemeinschaft zu stärken und den tet Angelika Wallner, Dipl. Sozialar- ner Lehrerin. Nach dem Projekt war ihre Klasse viel auf- Kindern Zeit für positive gemein- beiterin und Mediatorin. merksamer und ruhiger im Unterricht. Dieser positive same Erfahrungen zur Verfügung und nachhaltige Effekt führte dazu, dass das Projekt zu stellen, vielfach aber waren 2004 hat das Projekt den Innova- ein weiteres Mal an der Schule für eine andere Klasse es schwierige Situationen in der tionspreis des Landes Salzburg angefordert wurde. In dieser Klasse veränderte sich ein Klasse, zu deren Lösung das Pro- erhalten und nach 11 Jahren, 107 anfänglich unruhiger und vorlauter Junge sehr zum jekt beitragen sollte: Streitereien, Schulklassen in diesem Projekt Positiven. Dies äußerte sich darin, dass er viel aufmerk- schwere Kränkungen, Rivalitäten, und 2247 Kindern, die wir ken- samer war und sich besser an Regeln halten konnte. Es Außenseitertum bis hin zum The- nen lernen durften, lässt sich die ist schön zu sehen, wie dieses Projekt nachhaltige Wir- ma Mobbing waren Themen, die Bilanz durchaus sehen: Es fanden kung zeigt und auch Kinder mit besonderen Bedürfnis- bearbeitet wurden. 107 Elternabende mit über 1100 sen davon profitieren können. Eltern statt, in denen die Themen Silvana Obmann, Psychologin, Mediatorin Gefühle ... Gewaltprävention, Konfliktlöse- Mit Kindern offen über Gefühle und kompetenz und Projektinhalte die Zwei Mädchen kamen in der Pause auf mich zu und Streitigkeiten zu sprechen, schafft Schwerpunktthemen waren. 110 baten um „Hilfe“. Sie hätten seit längerer Zeit einen Nähe und somit auch Raum da- Lehrkräfte in ca. 80 Volksschulen Streit, könnten diesen aber nicht alleine lösen. Sie für, emotional berührt zu werden. waren bei den insgesamt 1284 Pro- möchten aber nun auch so „gut“ streiten können wie Berührt waren die ReferentInnen jektstunden dabei und erhielten Igor und Ida und suchten deshalb in der Pause meine nicht nur, wenn sich ein Konflikt für jedes Kind einen individuellen Hilfe. Die beiden Mädchen wollten den Streit nicht vor klären hat lassen und die damit Brief von Igor zu den Stärken und der Klasse besprechen, deshalb besprachen wir den einhergehende Leichtigkeit direkt positiven Eindrücken jedes Kindes Streit unter sechs Augen. Die Freude, die die beiden im Raum spürbar wurde, sondern aus dem Projekt. Mädchen beim Lösen des Streits empfanden und wie ebenfalls in den Momenten, wo Dieses Angebot wird mit dem sichtlich stolz die beiden Mädchen dann auf sich wa- spontane, ehrliche Reaktionen der Schuljahr 2010/2011 beendet und ren, blieb mir besonders in Erinnerung! Kinder Freude oder manchmal läuft in anderer Form weiter. Ab Linda Artbauer, Psychologin, Mediatorin auch Betroffenheit auslösten: dem Herbstsemester können nur mehr jene Volksschulen, die am Nach einem Projekt, das ich im Oktober 2009 absolviert „Markus zum Beispiel ärgerte oft Projekt „Gesunde Schule Salzburg“ habe, kam die Rückmeldung einer Klassenlehrerin, die andere Kinder in seiner Klasse, hat- teilnehmen, auch Igor und Ida bu- dem Projekt anfangs äußerst skeptisch gegenüber te jedoch große Schwierigkeiten, chen. stand, danach aber „positiv überrascht und voll über- Kritik von seinen Klassenkamera- zeugt“ war. Ein schwieriger Bub aus dieser Klasse, der Angelika Wallner ist Diplomierte Sozial- dInnen anzunehmen. arbeiterin und Mediatorin. andere Mitschüler bedrohte und schlug, war nach Als dieser Konflikt angesprochen dem Projekt nicht mehr so unangenehm aufgefallen. und geklärt werden sollte, verkroch Während der Streitschlichtung hatte er sich bereits er sich unter einer Schulbank. Also sehr konstruktiv verhalten und Einsicht gezeigt. Im An- arbeiteten wir erst einmal mit sei- Folgende ReferentInnen haben beim schluss an das Projekt haben alle Kinder dieser Klasse Projekt „Wenn Igor und Ida spinnen ...“ nen MitschülerInnen ganz behut- mitgearbeitet: DSA Barbara Fleissner, ihren eigenen „Gefühlefresser“ gebastelt (der hilft da- sam am Thema, und mit der Zeit DSA Angelika Wallner, Sandra Kirbach, bei, leichter über unangenehme Gefühle sprechen zu fand Markus (unter der Schulbank Mag. Erika Fellner, DSA Susanne Nündel, können und sie dann besser loszuwerden). Bernhard Behr, Mag. Linda Kaltenhofer, Regina Prossinger, Juristin, Mediatorin aufmerksam zuhörend) heraus, Mag. Eva Gitschthaler, Mag. Silvana dass es den anderen Kindern nicht Obmann, Dr. Regina Prossinger dreieck 01/2011
  • 14. 14 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung Vorlesen? Ich? Das trau ich mir jetzt zu! Seminarreihe „Vorlesen in Theorie und Praxis“ VON CHRISTINA REPOLUST I ch bin hier, weil ich meinen Kindern Mit Einfachem begeistern Abend noch einmal dem Stimmtraining. „ sehr gerne vorlese!“ „Ich möchte Hier wird keine Vorlese-Einheit dem Zufall Die zwei Zusatzmodule „Vorlesen für Seni- in einem Altersheim vorlesen und überlassen, der Apfel als Geheimnis aus orInnen“ und „Vorlesen für Menschen mit weiß nicht genau, wie ich damit beginnen dem Korb geborgen, dann zer- und als Migrationshintergrund“ geben Impulse soll!“ „Kindergartengruppen und Volks- besondere Jause mit allen ZuhörerInnen für die Arbeit mit diesen ausgewählten schulklassen kommen regelmäßig in die geteilt. „Wenn Sie mehr als zwei Zutaten Zielgruppen. „Ich nehme von allen fünf Bibliothek: Wie lese ich spannend vor, wo- kaufen müssen, vergessen Sie diese Idee. Einheiten neben Wissen auch viele Vor- rauf muss ich beim Vorlesen achten?“... Es muss einfach sein, damit es die Eltern zu bilder mit. Mich hat die junge Germanis- Hause auch nachmachen können, es geht tin, Jasmina Maksimovic, die in der Stadt- Die Erwartungen an sich und die Semi- nicht um Quantität, sondern um Qualität.“ bücherei Hallein auf Bosnisch vorliest, mit narreihe sind wie immer hoch: Die eine Diese Tipps Brigitte Weningers begleiten ihrem Engagement, ihrer Liebe zur Litera- möchte eine bessere Atmung lernen, die die TeilnehmerInnen in die Praxis, die zwi- tur und den kleinen Menschen enorm be- andere witzige und spannende Bilderbü- schen den einzelnen Seminarteilen liegt. eindruckt“, bringt es hier eine Seminarteil- cher kennen lernen, die dritte von links das Da ist die Hemmung, in der folgenden nehmerin auf den Punkt. Vertrauen der SeniorInnen gewinnen und Seminareinheit zur Stimmtrainerin zu diese nicht überfordern. Das könnte Druck kommen, gleich viel geringer: „Ich werde Die Seminarreihe „Vorlesen in Theorie und erzeugen, wären da nicht kompetente das schon lernen, es muss ja nicht gleich Praxis“ ist eine Kooperation des Referates Referentinnen wie die Kinderbuchautorin perfekt sein!“ Mag. Hildegard Starlinger, für Bibliotheken und Leseförderung der Brigitte Weninger, die gleich in der ersten Schauspielerin und Stimmtrainerin, ver- Erzdiözese Salzburg mit Salzburger Bil- Einheit klarstellt: „Perfektion behindert mittelt Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit, dungswerk, Stadtbücherei Hallein und St. unsere Kreativität, es reicht, gut genug zu die richtige Atemtechnik und die Freude Virgil Salzburg. Mit finanzieller Unterstüt- sein: als LehrerIn, als KindergärtnerIn und daran, lange bei Stimme zu bleiben. zung des Landes Salzburg als VorleserIn. Bereiten Sie sich genau vor, Kontakt: Dr. Christina Repolust, aber lassen Sie sich durch Perfektionsan- Vom Laien zum Profi Tel: 0662-8047-2068, sprüche nicht die eigene Freude an den Das dritte Grundmodul widmet sich der christina.repolust@seelsorge.kirchen.net Vorleseeinheiten nehmen, verlieren Sie Sprachentwicklung, der Auswahl pas- Dr. Christina Repolust ist Leiterin des Referates für nicht den Humor!“ sender Bilder- und Kinderbücher sowie Bibliotheken und Leseförderung der Erzdiözese rechtlichen Rahmenbedingungen, am Salzburg. 01/2011 dreieck
  • 15. G emei n deentw ick lu ng | 15 Impulse für ein lebendiges Miteinander in Hallein V ereinsamung, Entfremdung, Wert- Medien, sondern auch auf dem Initiativen- verlust, ...: Diesen gesellschaftlichen Stadtplan auf www.herzfuerhallein.at ver- Entwicklungen möchten engagierte öffentlichen“, berichtet Anita Memmer. Am Halleiner in ihrer Stadt unter dem Motto Ende des Jahres werden drei solidarische, „Ein Herz für Hallein“ entgegenwirken. „Da- kreative und nachhaltige Initiativen mit bei ist die Kreativität jeder und jedes Einzel- „Halleiner Münzen“ im Wert von 1.000, 700 nen gefragt“, meint die Initiatorin Dr. Anita und 400 Euro prämiert. Memmer vom Salzburger Bildungswerk Hallein. Ein Jahr lang sollen Impulse, welche Die InitiatorInnen von „Ein Herz für Hallein“ die Gemeinschaft, Kommunikation und In- verbinden mit ihrer Aktion mehrere Ziele: tegration fördern, öffentlich gemacht wer- Intergenerationelle und kulturverbindende den. Zu diesem Zweck wurden Ende Jänner Initiativen in Hallein bekannt machen, Bür- in der Keltenstadt 16 Briefkästen aufgestellt, ger miteinander ins Gespräch bringen, neue in die jeder und jede ihre Ideen einwerfen verbindende Aktivitäten anregen und Initi- können. Diese Briefkästen wurden von ativen bewerben sowie Partner finden und Schülerinnen und Schüler der HTL Hallein umsetzen. Aber auch Nähe ermöglichen: gebaut und kreativ gestaltet. zwischen Stadtteilen, Bevölkerungsgrup- pen, Jung und Alt sowie die eigene soziale Fass dir ein Herz und mach mit! Verantwortung bewusst machen und stär- „Wir werden die Briefkästen monatlich ent- ken, Vereinsamung und Isolation entgegen- „Bei allen Initiativen sollte leeren und die vorgeschlagenen Projekte wirken, Einfühlungsvermögen und Toleranz und Initiativen nicht nur in verschiedenen erhöhen. (MiHa) das Augenmerk auf das Brückenbauen gerichtet sein – Brücken zwischen SchülerInnen der HTL Hallein mit ihren kreativ gestalteten Briefkästen. Alt und Jung, Inländern und Ausländern, zwischen Nachbarn und den einzelnen Stadtteilen.“ Anita Memmer Initiatorin Anita Memmer hat ein Herz für Hallein. dreieck 01/2011
  • 16. 16 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng Barrieren erleben, begreifen, abbauen VON MANFRED FISCHER F ür mich ist die Bewusstseinsbil- Auch Bürgermeister Fritz Amerhauser wagt Sensibilisierungstage „ dung im Hinblick auf die Abschaf- sich auf den Rollstuhl-Parcours – für ihn eine So organisierten Maria Höpflinger und fung von Barrieren, die behinderte ungewohnte Erfahrung. Manfred Fischer vom Österreichischen Menschen einschränken, außerordentlich Zivil-Invalidenverband Flachgau (ÖZIV) in wichtig. Mit diesem Projekt machen wir Kooperation mit Christian Treweller von der auf bestehende Barrieren aufmerksam Sozialen Initiative Salzburg (SIS) zwei Sensi- und werden diese in der Folge abbauen“, bilisierungstage zum Thema Behinderung sagte Bürgermeister Fritz Amerhauser zum für die Schülerinnen und Schüler der Volks- Projekt „Barrierefreies St. Georgen“. Unter schulen Obereching und Holzhausen sowie dem Motto „Barrieren erleben, begreifen, für alle Gemeindebürger. abbauen“ läuft dieses Projekt seit Septem- ber 2010. Die dabei erkannten Barrieren Unter der Anleitung von selbst betroffenen betreffen nicht nur behinderte Menschen, Menschen konnte im Rollstuhl ein Hinder- sondern auch Mütter und Väter mit Kinder- nisparcours befahren werden. Dabei zeigte wägen, Menschen mit Gipsfuß, ältere Men- sich schnell, dass für Menschen im Rollstuhl schen, u.v.a. bereits kleine Stufen nicht überwindbare Ein Arbeitskreis bestehend aus Bewohne- Hürden darstellen können. Manfred Fischer, rInnen der Gemeinde, externen ExpertInnen selbst Rollifahrer, gab Tipps, wie die Hinder- sowie betroffenen behinderten Menschen nisse geschickt zu meistern sind. Er zeigte und deren Angehörigen initiierte eine Rei- auch auf, welche Hürden für Menschen im he von Veranstaltungen. Rollstuhl nicht zu bewältigen sind. Fotos: Soziale Initiative Salzburg Mit viel Konzentration und Geschicklichkeit überwinden die Volksschüler unter der Anleitung von Manfred Fischer (ÖZIV) im Rollstuhl die Hindernisse. Kleine Schwellen ent- puppen sich dabei als herausfordernde Hürden. 01/2011 dreieck
  • 17. G emei n deentw ick lu ng | 17 sind Menschen mit unterschiedlichen Be- hinderungen. Sie arbeiten in der Werkstätte der Lebenshilfe Salzburg in Steindorf bei Straßwalchen. Die Musiker spielen bei ihren Konzerten ausschließlich Eigenkompositionen. „Die Peter Weiser erklärt den Lieder entstehen, indem ich mit der Gitar- Kindern den Umgang mit re musikalische Themen vorschlage. Die einem Blindenstock, bevor anderen Bandmitglieder bringen dann ihre sie in das „dunkle Zelt“ verschwinden. Ideen und Gefühle dazu ein – mit ihren In- strumenten. Sie beschreiben, wie sich die Melodie für sie anhört – etwa wie Regen- Peter Weiser – selbst blind - erklärte den die verschiedene Sehbehinderungen simu- tropfen“, beschreibt Hannes Kofler das kre- Kindern und anderen TeilnehmerInnen den lierten, durch ihre Gemeinde und erlebten ative Schaffen der sieben Musiker während Umgang mit einem Blindenstock und wie noch bestehende Barrieren, wie Stufen oder ihrer Proben. er sich damit orientiert. Er führte sie weiters zu steile Rampen, am eigenen Leib. durch das „schwarze Zelt“. In der Dunkel- Das Seminar gab den Anstoß dafür, bei der Zusammengebracht hat die Musiker heit des Zeltes tasteten sich die Teilneh- nächsten Tagung der Flachgauer Bauamts- Hannes Kofler, der als Zivildiener in die merInnen mit dem Blindenstock als Orien- leiter der Gemeinden das Thema „Barriere- Lebenshilfe-Werkstätte kam. Aufgrund sei- tierungshilfe über unebene Böden und an freiheit“ auf die Tagesordnung zu setzen. ner Musikbegeisterung gestaltete er Mu- Hindernissen vorbei – dies fanden beson- siknachmittage. Dabei fielen ihm das Takt- ders die Kinder faszinierend. Viele kamen Konzert der Band „Stand Up“ gefühl und die Musikbegeisterung einiger später mit ihren Eltern wieder, um diese das Im Rahmen des Projektes veranstaltete TeilnehmerInnen besonders auf. Auf seine Programm ebenfalls erleben zu lassen. die Pfarre St. Georgen mit Pfarrer Gerhard Anregung formierte sich dann die Band Fuchsberger an der Spitze in der Ober- „Stand Up“. Bisher gab es zahlreiche Auf- „Es war für mich schön zu sehen, wie un- echinger Marienkirche ein Konzert der Band tritte bei Licht-ins-Dunkel-Sendungen des befangen die Kinder Rollstuhl und Blinden- „Stand Up“. Schon nach den ersten Tönen ORF-Landesstudios Salzburg, Vernissagen, stock benützten. Die Neugierde war groß. sprang dabei der Funke der Begeisterung verschiedenen Jubiläumsfeiern und bei Sie konnten so kurzzeitig eine Ahnung da- fürs gemeinsame Musizieren auf das Publi- Gottesdiensten. von bekommen, was es heißt, beeinträch- kum über. Zu hören waren u.a. der „Wos i tigt zu sein“, sagte Doris Seyss, Direktorin mog“-Blues sowie die Lieder „Regentrop- Tourismusprojekt geplant der Volksschule Obereching, anlässlich der fen“ und „Glücklich sein“. Im Rahmen des Projektes „Barrierefreies St. Sensibilisierungstage in ihrer Schule. Georgen“ ist nun in Zusammenarbeit mit der Forschungsgesellschaft Salzburg Re- Seminar zur Barrierefreiheit search das Erarbeiten barrierefreier Natur-, Im Jänner 2011 fand zum Thema „Barriere- Kultur- und Gesundheitsangebote in der freiheit“ eine kostenlose Schulung statt. Ex- Gemeinde geplant. Darin sollen das Moor- perten von ÖZIV-Access in Wien arbeiteten bad St. Felix, das Weidmoos in der Nachbar- Foto: Manfred W.K. Fischer dabei die Bedeutung und den Nutzen von gemeinde Lamprechtshausen, die Museen, Barrierefreiheit für ALLE heraus. Die Schu- Kirchen sowie die Klein- und Flurdenkmäler lung war u.a. ein Angebot an die Wirtschafts- der Gemeinde integriert sein. Angedacht treibenden des Ortes. Denn: Ende 2015 lau- ist dabei u.a. die Erstellung von Handbike- fen die Übergangsfristen nach dem 2006 Routen für behinderte RadfahrerInnen. Die Band Stand Up bei einer Probe in Steindorf in Kraft getretenen Bundes-Behinderten- bei Straßwalchen. gleichstellungsgesetz aus. Bis dahin müssen Das Projekt „Barrierfreies St. Georgen“ wird öffentlich zugängliche Gebäude (Ämter, von der Gemeinde selbst, dem Referat für Geschäfte, Gaststätten, ...) für behinderte Die Band „Stand Up“ besteht aus sieben Familien und Generationen des Landes Menschen barrierefrei zugänglich sein. Musikern. Gerhard Bann, Marko Brumbauer, Salzburg sowie von der Gemeindeentwick- Daniela Feldbacher, Martin Graml, Rudi Hartl lung Salzburg unterstützt. Das Seminar bot dazu fundierte Informati- und Maria Schinagl spielen seit 2008 unter onen an. Im Praxisteil bewegten sich die Teil- der Leitung von Hannes Kofler zusammen. Mag. Manfred Fischer ist Mitglied des Österrei- nehmerInnen im Rollstuhl oder mit Brillen, Die erstgenannten sechs Bandmitglieder chischen Zivilinvalidenverbandes Flachgau. dreieck 01/2011
  • 18. 18 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng Barrierefreie Wirtschaft in Theorie und Praxis Foto: iStock Photo Forschungspraktikum „Altern in guter Gesellschaft“ VON ROSEMARIE FUCHSHOFER D ie alternde Gesellschaft ist soziale Rosemarie Fuchshofer, die seit Anfang an Marketingkonzepte und Verkaufsstrategien Realität. Die Gemeindeentwicklung das Projekt Generationendorf sozialwissen- sprechen von den „Best Agers“, dem „Silver- trägt dieser Veränderung durch die schaftlich begleitet, und Statistikerin Mag. Market“ oder den „Silver Surfers“. Wie aber Projekte „Generationendorf“ und das daraus Ulli Stering versuchten mit 30 Studieren- sieht das reale, alltägliche Einkaufserlebnis erwachsene „Altern in guter Gesellschaft“ den eine Klammer zwischen Theorie und von älteren Personen aus? Die Studieren- Rechnung. In Modellgemeinden wird seit Praxis herzustellen. Schwerpunkt des Pro- den versuchten diese Frage mittels Inter- mehreren Jahren erfolgreich daran gearbei- jektes war der Teilaspekt „Barrierefreie Wirt- views von Kunden, Verkaufspersonal und tet, mit möglichst breiter Einbindung der schaft“. Fragen, die es zu erforschen galt, Wirtschaftsexperten zu beantworten. Eine Bevölkerung auf kommunaler Ebene Lö- waren: Wie steht es mit der Versorgung von Exkursion in die Gemeindeentwicklungs- sungsversuche für diese wachsende soziale älteren Menschen mit Gütern des täglichen Modellgemeinden Mattsee und Elixhausen Aufgabe zu entwickeln. Bedarfes? Welches akzeptable Angebot an bot Einsicht in die Lebensrealität älterer Textilien und Mode gibt es für Menschen Menschen. Ein Theorieteil und Zahlen zur Im vergangenen Semester war „Altern in über 65 Jahren und wo? Wie wird älteren demographischen Entwicklung dienten guter Gesellschaft“ Titel und Thema eines Konsumenten das sich ständig ändernde zudem als Grundlage für das Ausarbeiten Forschungspraktikums am Fachbereich Angebot an Unterhaltungselektronik und der Fragebögen und Interviewleitfäden. Er- Politikwissenschaft und Soziologie der neuer Technologie vermittelt? hoben wurden Erfahrungen und Einschät- Universität Salzburg. Lehrgangsleiterin Dr. zungen der Kundengruppe 65Plus, spezielle 01/2011 dreieck
  • 19. G emei n deentw ick lu ng | 19 Wünsche und Bedürfnisse der Altersgrup- Defizite (schlechteres Sehen, Ungelenkig- von Hindernissen und Hürden, baulichen, pe, aber auch Hindernisse und Hürden, die keit etc.) hinweisen. Ältere Personen sind physischen und mentalen, verabsäumt, einem erfolgreichen, befriedigenden Ein- überwiegend markentreu und kaufen mit entstehen nicht nur Versorgungsprobleme kaufserlebnis im Wege stehen. Vorliebe heimische Produkte. Mehr Zeit an bei den älteren Personen, man verdrängt der Kassa und Hilfe beim Einpacken und und vergrämt damit auch eine wachsende Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, Transport werden als nötig erachtet. In ab- und eigentlich treue Kundenschicht aus dass ältere Personen Service und Bera- sehbarer Zeit wird ein weit größerer Teil der den Geschäften. tung sehr schätzen, gerne einkaufen, wenn Bevölkerung des Bundeslandes Salzburg und wo das Personal sich etwas mehr Zeit dieser Altersgruppe angehören als jetzt. Detailergebnisse der Befragungen können nimmt (nehmen kann). Sitzmöglichkeiten Konsum wird mit zunehmendem Alter von auf der Homepage der Gemeindeentwick- und Kundentoiletten wären sehr gefragt, „Versorgungsnotwendigkeit“ abgelöst. Pas- lung Salzburg nachgelesen werden: www. ebenso Hilfen in den Geschäften, die das sen die Rahmenbedingungen nicht, kauft gemeindeentwicklung.at Finden und Erreichen von Waren erleich- man nur mehr das Nötigste. Die heimische tern. Spezielle Angebote dürfen nicht zu Wirtschaft ist gut beraten, sich auf die He- Die Soziologin Dr. Rosemarie Fuchshofer ist einer Stigmatisierung („Generation Kuki- rausforderung, die diese Entwicklung mit wissenschaftliche Begleiterin der sozialen dent“) führen und nicht auf persönliche sich bringt, vorzubereiten. Wird der Abbau Gemeindeentwicklungsprojekte. Im Generationendorf Hallein-Rif wird g’lacht und g’spüd VON MARTIN STALLMAIER D er Verein Treffpunkt-Rif lud Anfang Februar zum ersten Hoagascht im Ge- nerationendorf. Das bunt gemischte Publikum wurde dabei vom Moderator Jo- hann Pötzelsberger mit Texten köstlich un- terhalten. Das offizielle Ende des Abends ging nahtlos in eine Tanzveranstaltung der Generationen über. Die Rifer Stubnmusi, die Geschwister Klappacher-Fuchsberger und die Anifer Tanzlmusi spielten und sangen bis kurz Gemeinsam statt einsam S nach Mitternacht. Damit nicht genug veran- eit drei Jahren bemühen sich im Halleiner Stadtteil Rif/Taxach die enga- stalteten Brigitte Schmidt und Dr. Joachim gierten Mitglieder von TREFFPUNKT-RIF, dem überparteilichen Verein für Dalfen am nächsten Tag das erste Rifer Gene- Stadtteilentwicklung, um ein vielseitiges Programm zur Förderung der rationen-Schachturnier, bei dem Jung- und nachbarschaftlichen Gemeinschaft. Im Rahmen des Projektes „Generationen- AltmeisterInnen aufeinander trafen. Der erste dorf“, das von der Gemeindeentwicklung Salzburg seit 8 Jahren in 10 Gemein- Platz ging dabei an Routinier Josef Kohlbau- den und einem Stadtteil mit großem Erfolg durchgeführt wird, sind in Rif viele er, dicht gefolgt vom 11-Jährigen Johannes nachhaltige Initiativen entstanden. Der Bogen reicht dabei vom Generationen- Krempl. Skirennen, über Kasperltheater, Konzerte, Vorträge bis hin zum „Visionen-Kaf- fee“, dem Kulturfrühstück und den Montagsstammtischen. Überall im Mittel- Martin Stallmaier ist Mitglied des Vereins punkt: Miteinander reden und sich (besser) kennenlernen. (MiHa) Treffpunkt-Rif. dreieck 01/2011
  • 20. 20 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng schaftshilfe, zeitlich befristete Projekte oder Selbsthilfegruppen. Ehrenamt, Freiwilligentätigkeit Nach einer Studie des Landes Vorarlberg engagiert sich darin ein Fünftel der Bevöl- und neuen Formen des kerung. Aber auch diese Form muss in den Gemeinden organisiert und koordiniert Bürgerengagements in werden. Das Salzburger Bildungswerk bie- tet hierfür eine Ausbildung zur Freiwilligen- Salzburger Gemeinden koordinatorIn an. Gibt es auch in Salzburg „Bürgergemeinden“? M oderne „Dienstleistungsgesell- mit 57 in Pension geht, hat noch über 30 In Deutschland gibt es immer mehr „Bür- schaften“ sind mit tiefgreifenden Jahre Leben vor sich, wenn man die künf- gerkommunen“, in denen so genannte Veränderungen konfrontiert. Als tigen Verbesserungen in der Lebenserwar- neue Formen des Bürgerengagements Folge permanenter großer Geburtenrück- tung berücksichtigt. gelebt werden. In einer Bürgerkommune gänge und geringer Zuwanderung altert werden die Potentiale der Bürgerschaft und schrumpft die Bevölkerung. Das be- Warum Freiwilligentätigkeit immer zur Lösung gesellschaftlicher Probleme deutet weniger SteuerzahlerInnen, mehr wichtiger wird nutzbar gemacht. BürgerInnen sollen an Ausgaben für Altersversorgung, Gesund- Freiwilliges Engagement und soziales Kapi- Entscheidungen und Aufgabenerfüllungen heit und Pflege. tal tragen wesentlich zur Aufrechterhaltung beteiligt und die soziale Logik produktiv der Lebensqualität bei. Dadurch können gemacht werden. Dabei sollen engagierte Neben dem demografischen Wandel befin- Lebensstandard, Lebensqualität und Be- BürgerInnen und Unternehmen in Zeiten den sich die traditionellen Familienstruk- schäftigungsniveau angehoben werden, leerer Gemeindekassen nicht nur kosten- turen in Auflösung, Familiennetzwerke der soziale Zusammenhalt verbessert und günstig öffentliche Leistungen und Infra- fehlen. Eine verstärkte Individualisierung soziale Ausgrenzung bekämpft werden. strukturausstattung aufrechterhalten oder und Segmentierung, auch Vereinsamung Die Qualität sozialer Beziehungen fördert neue Projekte auf die Beine stellen, sondern und Vereinzelungstendenzen werden in die positive und nachhaltige Entwicklung sie können auch mitreden und mitent- der Gesellschaft festgestellt. Die Verände- von Gemeinschaften und ist eng mit dem scheiden. BürgerInnen kümmern sich um rungen des Arbeitsmarktes und der Be- persönlichen Glück und der individuellen Schwimmbäder und den öffentlichen Ver- schäftigungsverhältnisse, Integration von Gesundheit verknüpft. Folglich wird es im- kehr, pflegen öffentliche Grünflächen und Zuwanderern, knappe Gemeindebudgets mer wichtiger, die Eigeninitiative und Frei- bilden Genossenschaften zur Nah-, Wärme- und begrenzte staatliche Ressourcen stel- willigenarbeit im Land zu organisieren und oder Altersversorgung. Sie investieren ihre len die Solidargesellschaft vor weitere He- zu stärken. Innerhalb der Freiwilligenarbeit Arbeitskraft, Zeit, aber auch Vermögen. rausforderungen. Andererseits gibt es nun gewinnt vor allem der informelle Sektor, eine größere Anzahl von Personen, die sich also Menschen, die sich außerhalb der Ziel sind die Stärkung der Zivilgesellschaft potenziell freiwillig engagieren können. Die klassischen organisierten Formen engagie- und Problemlösungsfähigkeit sowie der Auf- durchschnittliche Österreicherin, die heute ren, an Bedeutung. Dazu zählen Nachbar- bau einer „Bürgerkommune“, welche durch die aktive Teilnahme ihrer Mitglieder am öf- Foto: iStock Photo fentlichen Leben gestaltet und weiterentwi- ckelt wird. Für das BürgerInnenengagement in Gemeinden und Stadtteilen werden auch die Begriffe „kleine Demokratie“ oder „koo- perative Demokratie“ verwendet. Gerade auf kommunaler Ebene ist von großer Be- deutung, dass die Menschen ihre Gemein- de nicht als abstrakte Verwaltungseinheit sehen, sondern sich selbst als Teil dieser Ge- meinschaft begreifen. Gemeinden sollen da- bei Aktivierungs- und Unterstützungsfunkti- onen wahrnehmen. Die zentrale kommunale Unterstützungsfunktion ist der Aufbau einer Freiwilligeninfrastruktur. (AG) 01/2011 dreieck
  • 21. Europa un d Pol i ti s ch e B ild u ng | 21 „Viel Europa“ in Frankreich Bayern und Salzburger in Straßburg, Reims und Metz D rei interessante Städte und „viel Eu- ropa“ bot eine Studienreise von Ka- tholischem Bildungswerk Berchtes- gadener Land und Institut für Europa nach Frankreich. Neben ausführlichen Besichti- gungen der Städte Straßburg, Reims und Metz sowie der Winzergemeinde Hautvil- lers, oft als Geburtsort des Champagners bezeichnet, standen europa-politische Bil- Tanja Kleinsorge informiert über den Europarat. dungsaspekte im Vordergrund. santen Über- und Ausblick über die Europä- Michaela Obermeier (li.) vom Katholischen Bildungswerk Berchtesgadener Land und Patrick Grimm, Lehrer aus dem elsässischen ische Union und auf ihre mögliche Zukunft. Wolfgang Forthofer (re.) vom Salzburger Bil- Pulversheim, erläuterte Geschichte und Ge- Robert Schuman bereitete als französischer dungswerk bedanken sich bei Uschi Mascré- genwart seiner Heimat, die Abgeordnete Außenminister den Weg zur Schaffung der Deck, Viviane Reboud und Jacques Cohen Dr. Angelika Niebler ihre Arbeit im Europä- Montanunion vor. Später war er Präsident (Mitte, v.re.) von der Städtepartnerschaft ischen Parlament, und Michael Stange gab des Europäischen Parlaments. Er lebte und Reims-Salzburg für die Vorbereitung des Auf- enthalts in Reims. im Haus und Museum von Robert Schuman wirkte in Scy-Chazelles, wo er 1963 verstarb. in Scy-Chazelles bei Metz einen interes- (FT) Brüssel sehen, Europa verstehen? S tudierende und MitarbeiterInnen des EU-Kommissars für Regionalpolitik der Fachhochschule Salzburg Johannes Hahn, und MEP Paul Rübig. besuchten kürzlich in Zusam- Wir bedanken uns herzlich für die vie- menarbeit mit dem Institut für Europa len Informationen. im Salzburger Bildungswerk Brüssel – im Beisein des FH-Rektors Dr. Erhard Die StudentInnen zeigten sich be- Erhard Busek und die StudentInnen zu Besuch in der Busek, der seine Verbindungen zur Eu- geistert: „Mein Europaverständnis ist Europäischen Kommission. ropäischen Union bestens für ein hoch- definitiv gesteigert worden. Es sollte karätiges Programm nutzen konnte. für jeden EU-Bürger verpflichtend sein, Brüssel zu besuchen, vielleicht wür- Unsere GesprächspartnerInnen waren de dann die Arbeit der Europäischen Botschaftsrätin Mirjam Rinderer von Union mehr geschätzt werden, und der Ständigen Vertretung Österreichs, vielleicht würden dann alle EU-Bürger Michaela Petz-Michez vom Verbin- ein wenig über den eigenen Dorfrand dungsbüro des Landes Salzburg zur EU, blicken und mehr an einem Strang zie- Raimund Löw, EU-Korrespondent des hen. Welche Chancen hätten wir denn ORF, Jan Truszczynski, Generaldirektor global, wenn die EU zerbricht?“ der GD Bildung und Kultur der Europä- ischen Kommission, Karoline Entacher, Der Höhepunkt war zweifelsohne die in free Europe?“, wo sich die Vortragenden auch mit Attaché der Wirtschaftskammer Öster- 22 Sprachen übersetzte Tagung im Eu- den kritischen Fragen unserer TeilnehmerInnen reich, Stefan Zotti, Kabinettmitglied ropäischen Parlament zum Thema „Oil- konfrontiert sahen. (FT) dreieck 01/2011