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Integrierte Geo-Risiko- und -Lageanalysen mit Location Intelligence
Aus Sicht der globalen Logistik
Masterarbeit im Studiengang Geoinformationssysteme der Hochschule Anhalt
Jochen Ickinger, 2016
2Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
Inhalt
 Einführung in die Thematik
 Ausgangssituation und Zielstellung
 Das Konzept der Location Intelligence
 Ressourcen relevanter Geoinformationen
 Extraktion der Geodaten (Raumbezug)
 Qualitätsaspekte der einzelnen Geodaten
 Integrierte Geoanalysen
 Handlungsempfehlungen
 Zusammenfassung und Fazit
3
Einführung in die Thematik
Auswirkungen der Globalisierung auf die Logistik und die Risikolandschaft
 Vernetzte Weltwirtschaft, weltweiter Handel
 Transport von Gütern in alle Regionen und Länder
 Aufgabe der Logistik: Bereitstellung von Gütern am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, zur
richtigen Menge (materielle Güter/physischer Transport)
 Lieferkette (engl. „Supply Chain“): Zusammenwirken aller Beteiligter und dem Transport
 Führende Logistikunternehmen sind weltweit präsent: Betriebsstätten,
Kundenbeziehungen, Nutzung der Infrastruktur
 Wirtschaftliche Zwänge machen Lieferketten anfällig für äußere Einwirkungen
 Gefahr der Lieferketten-Unterbrechung und Störung der Betriebs-Kontinuität
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
4
Einführung in die Thematik
Auswirkungen der Globalisierung auf die Logistik und die Risikolandschaft
 Heterogene und vielfältige globale Risikolandschaft
Die 10 größten globalen Geschäftsrisiken 2015,
Quelle: Allianz Risk Barometer
Georisiken: Finden im
geografischen Raum statt,
lassen sich geografisch
beschreiben und definieren.
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
5
Einführung in die Thematik
Auswirkungen der Globalisierung auf die Logistik und die Risikolandschaft
 Mittel- und langfristige Risikoeinschätzung
Quelle: Allianz Risk Barometer
 Studien & Umfragen betonen lieferkettenbezogene Risikoeinschätzung:
• FM Global/Harris 2004: 69% betrachten Lieferkettenunterbrechung als größte
Bedrohung
• APQC 2013: 75% waren von Störungen der Lieferkette betroffen (letzten 24 Mon.)
• DHL 2015: 74% waren von Unterbrechungen der Lieferkette betroffen (in 2015)
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
6
Einführung in die Thematik
Fokus auf Georisiken
 Äußere physische Einwirkungen und Risiken
 Unterbrechungen der Lieferkette und Störungen der Betriebskontinuität
 Auswirkungen auf materielle Vermögenswerte
 Ziel: Verbindung der räumlich orientierten Logistik und Georisiken
 Ansätze im Risikomanagement zur Darstellung von Risiken und Risikomonitoring
 Vanson Bourne 2012: 42% nutzen noch keine Geotechnologien, 29% kennen
geografische Beschaffenheit der Lieferkette nicht (Standorte/Transportrouten)
Quelle: DHL
Resilience360
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
7
Ausgangssituation & Zielstellung
Ausgangssituation
 Hohe Relevanz von Georisiken und deren Auswirkungen auf die Lieferkette und die
betriebliche Kontinuität
 Wachsende Bedeutung des Einsatzes von Geotechnologien im Risikomanagement
Zielstellung
 Darstellung eines Konzeptes als Grundlage des Einsatzes von Geoinformationen sowie
deren Erhebung und Integration in einem Geoinformationssystem (GIS) und die sich
daraus ergebenden Herausforderungen.
 Fragestellungen:
• Beschreibung eines relevanten Konzeptes
• Welche (Risiko-)Daten kommen in Frage
• Welche Quellen stehen zur Verfügung und in welcher Form
liegen die Daten vor
• Wie stellt sich der Raumbezug dar (Vereinheitlichung)
• Welche Qualitätsprobleme können auftreten
• Integration im GIS
• Ableitung von Handlungsempfehlungen
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
8
Das Konzept der Location Intelligence
Location Intelligence und Business Intelligence
 Business Intelligence (BI) umfasst die systematische Analyse und Aufbereitung von
unternehmensbezogenen Informationen samt entsprechender Methoden und Prozesse
 Schwerpunkt auf betriebswirtschaftliche, unternehmensrelevante Daten zur Gewinnung
neuer Erkenntnisse und neuen Wissens
 Location Intelligence (LI) integriert die räumliche Sichtweise als Bestandteil des BI-
Gesamtsystems und ist Grundlage für eine zusätzliche georäumliche Analyse
 LI verbindet die bislang eher separat agierenden Bereiche der betriebswirtschaftlichen BI
und spezialisierten Geoanalysen
Wo
Location
Intelligence
(Unternehmens-)
Informationen
Wer
Was
Wann
Wieviel
Business
Intelligence
 Typische Fragestellungen der BI:
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
9
Das Konzept der Location Intelligence
Location Intelligence als Geofaktor in der Business Intelligence
 LI trägt dem hohen Anteil raumbezogener Informationen Rechnung
 Wachsendes Interesse an der Nutzung von Geoinformationen führt zur zunehmenden
Bedeutung von LI  Vertrieb & Marketing, Standort- & Routenplanung, Sicherheits- und
Risikomanagement, Raumplanung, Kriminalitätsanalyse
 Steigerung der „Geo-Awareness“ zur wirtschaftlichen Bedeutung von Geoinformationen
 LI-Konzept folgt dem Grundsatz des Lokalisierens, Analysierens und Handels  drei
Kernbereiche Location Discovery, Location Analytics, Location Optimization
Location Discovery
• Datenerhebung
• Datenanreicherung
• Raumbezug herstellen
• Digitalisierung
• Daten mit Raumbezug
Location Analytics
• Visualisierung
• Analyse
• Vorhersage
Location Optimization
• Standortoptimierung
• Gebietsoptimierung
• Transport- und Routenplanung
 LI gibt nur die Richtung vor, „roter Faden“ für die weitere Umsetzung
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
10
Ressourcen relevanter Geoinformationen
Typisierung der Informationen
 Differenzierung nach Geobasisdaten und Geofachdaten
 Geobasisdaten: Geografischer Bezug, themenneutral
 Geofachdaten: Thematische Daten (Risiken, Katastrophen, Lagen)
Geofachdaten
Natur-/technische Risiken
Naturkatastrophen
Technische/biologische Katastrophen
Krisen, Konflikte, Unruhen
Sicherheitslage, Kriminalität
Unternehmensdaten/
Standorte
Administrative/
topographische Daten
Geobasisdaten (Stammdaten)
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
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Ressourcen relevanter Geoinformationen
Informationsquellen und Form der Daten
 Recherche nach relevanten Quellen und Anbietern
 Intern genutzte Informationsquellen – extern im Internet
 Zu welchem Thema welche Information
 In welcher Form liegen die jeweiligen Informationen/Daten vor (Verwendbarkeit)
 Quellen und Anbieter (Auszug)
Geobasisdaten
Geodatenlayer, WMS
Strukturiert, Adressen,
Gebiete, Routen
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
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Ressourcen relevanter Geoinformationen
Informationsquellen und Form der Daten
Risiken, Katastrophen
 Große Themenvielfalt und ganz unterschiedliche Arten an Risiken & Gefahren
 Dadurch viele unterschiedliche Quellen und Anbieter
 Thematisch oder regional spezialisierte Anbieter
Geodatenlayer, Themenkarten/GeoTIFF, Berichtsform
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
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Ressourcen relevanter Geoinformationen
Informationsquellen und Form der Daten
Krisen, (Sicherheits-)Lage
Geodatenlayer, Themenkarte,
Berichtsform (vorwiegend)
Themenkarten (vorwiegend), Berichtsform
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
14
Extraktion der Geodaten, Raumbezug
Herstellen der Kompatibilität
 Festlegen des einheitlichen Bezugssystems
 Feststellen des Raumbezugs
 Ggf. Anpassen bzw. Herstellen des einheitlichen
Raumbezugs
Nach der Informationsrecherche
 Je nach Thema/Anlass völlig unterschiedliche Art an Informationen,
je nach Form nicht immer IT-gerecht
 Umwandlung in geeignete Daten-Form zum Zweck der computerinternen Verarbeitung,
abstrahierte Darstellung der Informationen (im GIS: Raumbezug)
 Unterschiedlicher oder nur indirekter Raumbezug
 Informationen zu unterschiedlichen Zwecken
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
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Extraktion der Geodaten, Raumbezug
Festlegung des einheitlichen Koordinatenbezugssytems
 WGS‘84 als einheitliches KBS
 Quasistandard in mittleren und kleineren Maßstabsbereichen
 Weltweite Abdeckung
 Hohe GIS-Kompatibilität
Art des Raumbezugs abhängig von der Information und Quelle
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
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Extraktion der Geodaten, Raumbezug
Geodaten mit direktem Raumbezug
 Über Koordinaten definierte Geoobjekte (Punkte, Linien, Flächen)
 Tabelle mit Koordinatenpaaren, Geolayer, georeferenzierte Karte
 Bezugssystem beachten (Format)
Quelle: PERILS
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
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Extraktion der Geodaten, Raumbezug
Herstellung des direkten Raumbezugs bei strukturierten Daten
 Strukturierte Angaben
• In tabellarischer Form
• Geokodierung
- Nutzung von Kartendiensten zur Geokodierung (Geocoder)
- Kommerzielle Anbieter, freie Dienste, eigene Programmierung (API)
• Layerabgleich (Datenimport)
Prinzip der Geokodierung Layerabgleich
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
18
Quelle: IHS
Quelle: Control Risks
Extraktion der Geodaten, Raumbezug
Herstellung des direkten Raumbezugs bei semantischen Informationen
 Semantische Informationen
• Beschreibungen, Lageberichte, News (Newsdienste)
• Überführung der textlichen Beschreibung in eine formale Darstellung
• Textanalyse/Datenextraktion
Geobasisdaten (geografische Angaben) – Georeferenzierung
Geofachdaten (thematische Angaben) – thematische Darstellung
• Problem: Berichte als „Endprodukt“
Quelle: Security Affairs
 Fragestellungen
• Strukturierung der Inhalte (geografischen und thematische Informationen)
• sprachliche Lokalisierung hinreichend konkret (räumliche Schärfe und Abstraktion,
Maßstabsbereich bzw. räumliche Skalierung)
• Abdeckung der geografischen Angaben durch vorhandene Referenzlayer
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
19
Extraktion der Geodaten, Raumbezug
Herstellung des direkten Raumbezugs bei semantischen Informationen
 Manuelle Aufbereitung:
• Identifizierung der räumlichen Angaben und relevanten Layer im GIS
(Regionen, Orte, Straßen, etc.  Geobasisdaten)
• Selektion der Layerdaten, oder
• Digitalisierung über Referenzlayer, Bilden von Puffern
• Anreicherung mit Fachdaten zur thematischen Darstellung
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
20
Quelle: CDC
Herstellung des direkten Raumbezugs bei thematischen Karten
 Thematische Karten
• Darstellung unterschiedlichster Themen mit geografischen Bezügen
• Allgemeingeographische Themen (Naturgefahren und –katastrophen)
• Anthropogeographische Themen (Technische Katastrophen, Krisen, Kriminalität)
• Thematische Darstellung im Vordergrund, geringer Anteil topographischer Details
• Bei indirektem Raumbezug  Georeferenzierung
• Problem: Thematische Karten als „Endprodukt“
Extraktion der Geodaten, Raumbezug
Quelle: Stratfor
Quelle: IHS Quelle: USGS
 Fragestellungen
• Topographische Bezüge (Merkmale für den Abgleich mit eigenen Referenzlayern)
• Formale Informationen: Koordinatennetz, Projektion, Maßstab, Nordausrichtung
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
21
Extraktion der Geodaten, Raumbezug
Herstellung des direkten Raumbezugs bei thematischen Karten
 Georeferenzierung
• Zuweisen von Koordinatenwerten über Koordinatennetz/Blatteckkoordinaten
• Zuweisen von Passpunkten über Referenzlayer (Regel)
 Hauptproblem bei Referenzlayer: Angabe der Kartenprojektion
 Bei fehlender Angabe oder Information: Orientierung an Lage der Region
Polregion:
Azimutalprojektion
Mittlere Breiten:
Kegelprojektion
Äquatorregion:
Zylinderprojektion
 Manueller optischer Abgleich (Längentreue, Flächentreue, Winkeltreue beachten),
Verzerrungsgefahr (Proportionen, Inhalte), aber: Fehleranfällig
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
22
Extraktion der Geodaten, Raumbezug
Herstellung des direkten Raumbezugs bei thematischen Karten
 Georeferenzierung über Referenzlayer
• Auswahl des passenden Layers (Projektion)
• Zuweisen von Passpunkten
• Einpassen in das Zielkoordinatensystem
Quelle: IHS
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
23
Extraktion der Geodaten, Raumbezug
Herstellung des direkten Raumbezugs bei thematischen Karten
 Exakt referenzierte und eingepasste Karte kann in der Folge mit weiteren eigenen
Layern kombiniert und mit zusätzlichen Informationen angereichert werden
Ergebnis der Georeferenzierung Anreicherung mit weiteren topogr. Layern
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
24
Qualitätsfragen
Elemente der Geodatenqualität
 Qualität bemisst sich an den Anforderungen
 Adäquate Qualität Voraussetzung für effektiven Einsatz
 Wichtiger Aspekt bei heterogenen Daten aus verschiedenen
Quellen
 Prüfung individuell an aktueller Anforderung
 Grundlegende Kriterien gem. DIN EN ISO 19113:
• Genauigkeit  Lagegenauigkeit, Linienverläufe
• Vollständigkeit  Abdeckung des Raums
• Aktualität  zeitliche Gültigkeit/Stand
• Konsistenz  logische Gültigkeit (Datenformat, Wertebereich, Topologie, Geometrie)
 Drei Bereiche im Fokus: Geokodierung, Geodatenlayer, Themenkarten
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
25
Qualitätsfragen
Drei Aspekte der Geokodierung von Adressdaten
 Interne Qualitätskontrolle bei unternehmensbezogenen Daten (bspw. Standorte)
hinsichtlich Vollständigkeit und Aktualität
 Genauigkeit der Geokodierung
(Mindestlevel abhängig von Anforderung)
 Beschreibung der Adressen zur Übergabe
an Geokoder (Format)
Beispiel überarbeiteteAdressbeschreibung
Beispiel falschpositive Geokodierung
• Korrektur der
Adressangaben
• Manuelle
Nachbearbeitung
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
26
Qualitätsfragen
Adressdaten – Prüfung der Lagegenauigkeit
Quelle: Jason Davies/Natural Earth
Bounding Boxes Geometrische Abfrage
• Ausführung automatisiert über Excel-/ Accesstool
• Vorteil: SchnellerAbgleich eines globalen
Datenbestandes, außerhalb GIS
• Nachteil: Fehlerquote wenn außerhalb
der Ländergrenze aber innerhalb der Boundig Box
• Ausführung innerhalb eines GIS
• Ergebnismenge kann gesammelt neu geokodiert
werden
• Vorteil: Exakte Festelllung der länderbezogenen Fehler
• Nachteil: Manuell nur jeweils für ein Land durchführbar,
alternativ Batchprogrammierung
Beispiel Standortverschneidung für Mexiko
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
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Qualitätsfragen
Geodatenlayer
 Prüfung anhand Metadaten (Angaben zu Inhalt, Abdeckung, Aktualität, Maßstabsbereich)
 Abgleich mit jeweiligen Anforderungen
 Drei Qualitätsaspekte: Topologiefehler, Maßstabsgenauigkeit, Kombinationsgenauigkeit
 Topologiefehler (Knoten, Linienanschlüsse/-verbindungen, Polygonfehler)
Quelle: UNIGIS, geändert
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
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Qualitätsfragen
Geodatenlayer
 Maßstabsgenauigkeit
GfK World Layerset Natural Earth Data Layerset 1:10m
Darstellung im
Maßstab 1:30m
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
29
Qualitätsfragen
Geodatenlayer
 Maßstabsgenauigkeit
Darstellung im
Maßstab 1:3m
GfK World Layerset Natural Earth Data Layerset 1:10m
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
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Qualitätsfragen
Geodatenlayer
 Kombinationsgenauigkeit (Linienverläufe)
GfK World Layerset Natural Earth Data Layerset
Region Ostukraine,
Bing Maps &
Layerset
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
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Qualitätsfragen
Thematische Karten
 Fehlende/abweichende Projektion
 Maßstabsgerechte Darstellung der Kartenelemente (Generalisierung)
 Einsatzgrenzen: Maßstabsbereich & geometrische Analyse (Verschneidung)
Quelle: ZEIT online
Original Georeferenziert
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
32
Integration der Geodaten
Integration im GIS und Unternehmensbezug
 Anwendung des Layerprinzips, Integration der unterschiedlichen Geodaten
 Kombination mit Unternehmensdaten  Visualisierung  Analyse
Beispiel Ebola-Epidemie
Themenkarte des CDC
Quelle: CDC
Georeferenziert
Erweitet mit topogr. Daten
Eigene Betriebsstäten zur
Impactanalyse
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
33
Integration der Geodaten
Integration im GIS und Unternehmensbezug
 Anwendung des Layerprinzips, Integration der unterschiedlichen Geodaten
 Kombination mit Unternehmensdaten  Visualisierung  Analyse
Beispiel Ukraine-Krise
Lagebericht mit Karte
Eigene Betriebsstäten zur
Impactanalyse
Lagevisualisierung
Erweitert mit admin. und
topogr. Daten
WMS Einbindung im GIS
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
34
Handlungsempfehlungen
Prozessuale Abläufe
 Definition des Gesamtablaufs,
orientiert am dreistufigen LI-Prozess
und einzelner Anwendungsfälle
 Einbindung in Unternehmensprozesse
(Risikomanagement)
 Darstellung der Zuständigkeiten
und Kommunikationsbeziehungen
Wesentliches Kriterium
 Effiziente und ökonomische Durchführung
 Zeitlicher Aspekt (Reaktionszeiten!)
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
35
Handlungsempfehlungen
Im Vorfeld bzw. unabhängig von konkreten Analysen
 Eigene Stammdatenpflege (Vollständigkeit, Aktualität, Geokodierung)
 Prüfung und Aktualisierung externer Stammdaten (Aktualität)
Während der Durchführung
 Definiton von Zweck und Zielgruppe, Erwartungen und Anforderungen
 Prüfung der Informationen auf Eignung bereits bei Erhebung
 Awareness
 Konzentration auf ausgewählte Anbieter von relevanten und qualitativ guten
Informationen  GIS-Eignung
 Beachten der Qualitätskriterien der eingesetzten Layer
 Abstimmung der Karteninhalte mit dem geplanten Bericht (passt die Karte
zum Text?)
 Prozessorientiertes Vorgehen
Nach Abschluss
 Nachbetrachtung „Lessons learned“ 
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
36
Zusammenfassung und Fazit
Zusammenfassung
 Globale Präsenz beinhaltet komplexe Risikolandschaft
 heterogene Risiko- und Informationsstruktur
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Q
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a
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g
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Fazit
 Zentrale Herausforderung:
Von heterogenen Informationen zu
homogenen Daten mit einheitlichem
Raumbezug
 Anwendung des LI-Konzeptes
(Geo-Awareness)
 Strukturiertes und prozessorientiertes
Vorgehen
 Qualitätsmaßnahmen und -prüfungen
 Begleitende Maßnahmen
Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence

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Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence

  • 1. Integrierte Geo-Risiko- und -Lageanalysen mit Location Intelligence Aus Sicht der globalen Logistik Masterarbeit im Studiengang Geoinformationssysteme der Hochschule Anhalt Jochen Ickinger, 2016
  • 2. 2Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016 Inhalt  Einführung in die Thematik  Ausgangssituation und Zielstellung  Das Konzept der Location Intelligence  Ressourcen relevanter Geoinformationen  Extraktion der Geodaten (Raumbezug)  Qualitätsaspekte der einzelnen Geodaten  Integrierte Geoanalysen  Handlungsempfehlungen  Zusammenfassung und Fazit
  • 3. 3 Einführung in die Thematik Auswirkungen der Globalisierung auf die Logistik und die Risikolandschaft  Vernetzte Weltwirtschaft, weltweiter Handel  Transport von Gütern in alle Regionen und Länder  Aufgabe der Logistik: Bereitstellung von Gütern am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, zur richtigen Menge (materielle Güter/physischer Transport)  Lieferkette (engl. „Supply Chain“): Zusammenwirken aller Beteiligter und dem Transport  Führende Logistikunternehmen sind weltweit präsent: Betriebsstätten, Kundenbeziehungen, Nutzung der Infrastruktur  Wirtschaftliche Zwänge machen Lieferketten anfällig für äußere Einwirkungen  Gefahr der Lieferketten-Unterbrechung und Störung der Betriebs-Kontinuität Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 4. 4 Einführung in die Thematik Auswirkungen der Globalisierung auf die Logistik und die Risikolandschaft  Heterogene und vielfältige globale Risikolandschaft Die 10 größten globalen Geschäftsrisiken 2015, Quelle: Allianz Risk Barometer Georisiken: Finden im geografischen Raum statt, lassen sich geografisch beschreiben und definieren. Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 5. 5 Einführung in die Thematik Auswirkungen der Globalisierung auf die Logistik und die Risikolandschaft  Mittel- und langfristige Risikoeinschätzung Quelle: Allianz Risk Barometer  Studien & Umfragen betonen lieferkettenbezogene Risikoeinschätzung: • FM Global/Harris 2004: 69% betrachten Lieferkettenunterbrechung als größte Bedrohung • APQC 2013: 75% waren von Störungen der Lieferkette betroffen (letzten 24 Mon.) • DHL 2015: 74% waren von Unterbrechungen der Lieferkette betroffen (in 2015) Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 6. 6 Einführung in die Thematik Fokus auf Georisiken  Äußere physische Einwirkungen und Risiken  Unterbrechungen der Lieferkette und Störungen der Betriebskontinuität  Auswirkungen auf materielle Vermögenswerte  Ziel: Verbindung der räumlich orientierten Logistik und Georisiken  Ansätze im Risikomanagement zur Darstellung von Risiken und Risikomonitoring  Vanson Bourne 2012: 42% nutzen noch keine Geotechnologien, 29% kennen geografische Beschaffenheit der Lieferkette nicht (Standorte/Transportrouten) Quelle: DHL Resilience360 Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 7. 7 Ausgangssituation & Zielstellung Ausgangssituation  Hohe Relevanz von Georisiken und deren Auswirkungen auf die Lieferkette und die betriebliche Kontinuität  Wachsende Bedeutung des Einsatzes von Geotechnologien im Risikomanagement Zielstellung  Darstellung eines Konzeptes als Grundlage des Einsatzes von Geoinformationen sowie deren Erhebung und Integration in einem Geoinformationssystem (GIS) und die sich daraus ergebenden Herausforderungen.  Fragestellungen: • Beschreibung eines relevanten Konzeptes • Welche (Risiko-)Daten kommen in Frage • Welche Quellen stehen zur Verfügung und in welcher Form liegen die Daten vor • Wie stellt sich der Raumbezug dar (Vereinheitlichung) • Welche Qualitätsprobleme können auftreten • Integration im GIS • Ableitung von Handlungsempfehlungen Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 8. 8 Das Konzept der Location Intelligence Location Intelligence und Business Intelligence  Business Intelligence (BI) umfasst die systematische Analyse und Aufbereitung von unternehmensbezogenen Informationen samt entsprechender Methoden und Prozesse  Schwerpunkt auf betriebswirtschaftliche, unternehmensrelevante Daten zur Gewinnung neuer Erkenntnisse und neuen Wissens  Location Intelligence (LI) integriert die räumliche Sichtweise als Bestandteil des BI- Gesamtsystems und ist Grundlage für eine zusätzliche georäumliche Analyse  LI verbindet die bislang eher separat agierenden Bereiche der betriebswirtschaftlichen BI und spezialisierten Geoanalysen Wo Location Intelligence (Unternehmens-) Informationen Wer Was Wann Wieviel Business Intelligence  Typische Fragestellungen der BI: Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 9. 9 Das Konzept der Location Intelligence Location Intelligence als Geofaktor in der Business Intelligence  LI trägt dem hohen Anteil raumbezogener Informationen Rechnung  Wachsendes Interesse an der Nutzung von Geoinformationen führt zur zunehmenden Bedeutung von LI  Vertrieb & Marketing, Standort- & Routenplanung, Sicherheits- und Risikomanagement, Raumplanung, Kriminalitätsanalyse  Steigerung der „Geo-Awareness“ zur wirtschaftlichen Bedeutung von Geoinformationen  LI-Konzept folgt dem Grundsatz des Lokalisierens, Analysierens und Handels  drei Kernbereiche Location Discovery, Location Analytics, Location Optimization Location Discovery • Datenerhebung • Datenanreicherung • Raumbezug herstellen • Digitalisierung • Daten mit Raumbezug Location Analytics • Visualisierung • Analyse • Vorhersage Location Optimization • Standortoptimierung • Gebietsoptimierung • Transport- und Routenplanung  LI gibt nur die Richtung vor, „roter Faden“ für die weitere Umsetzung Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 10. 10 Ressourcen relevanter Geoinformationen Typisierung der Informationen  Differenzierung nach Geobasisdaten und Geofachdaten  Geobasisdaten: Geografischer Bezug, themenneutral  Geofachdaten: Thematische Daten (Risiken, Katastrophen, Lagen) Geofachdaten Natur-/technische Risiken Naturkatastrophen Technische/biologische Katastrophen Krisen, Konflikte, Unruhen Sicherheitslage, Kriminalität Unternehmensdaten/ Standorte Administrative/ topographische Daten Geobasisdaten (Stammdaten) Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 11. 11 Ressourcen relevanter Geoinformationen Informationsquellen und Form der Daten  Recherche nach relevanten Quellen und Anbietern  Intern genutzte Informationsquellen – extern im Internet  Zu welchem Thema welche Information  In welcher Form liegen die jeweiligen Informationen/Daten vor (Verwendbarkeit)  Quellen und Anbieter (Auszug) Geobasisdaten Geodatenlayer, WMS Strukturiert, Adressen, Gebiete, Routen Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 12. 12 Ressourcen relevanter Geoinformationen Informationsquellen und Form der Daten Risiken, Katastrophen  Große Themenvielfalt und ganz unterschiedliche Arten an Risiken & Gefahren  Dadurch viele unterschiedliche Quellen und Anbieter  Thematisch oder regional spezialisierte Anbieter Geodatenlayer, Themenkarten/GeoTIFF, Berichtsform Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 13. 13 Ressourcen relevanter Geoinformationen Informationsquellen und Form der Daten Krisen, (Sicherheits-)Lage Geodatenlayer, Themenkarte, Berichtsform (vorwiegend) Themenkarten (vorwiegend), Berichtsform Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 14. 14 Extraktion der Geodaten, Raumbezug Herstellen der Kompatibilität  Festlegen des einheitlichen Bezugssystems  Feststellen des Raumbezugs  Ggf. Anpassen bzw. Herstellen des einheitlichen Raumbezugs Nach der Informationsrecherche  Je nach Thema/Anlass völlig unterschiedliche Art an Informationen, je nach Form nicht immer IT-gerecht  Umwandlung in geeignete Daten-Form zum Zweck der computerinternen Verarbeitung, abstrahierte Darstellung der Informationen (im GIS: Raumbezug)  Unterschiedlicher oder nur indirekter Raumbezug  Informationen zu unterschiedlichen Zwecken Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 15. 15 Extraktion der Geodaten, Raumbezug Festlegung des einheitlichen Koordinatenbezugssytems  WGS‘84 als einheitliches KBS  Quasistandard in mittleren und kleineren Maßstabsbereichen  Weltweite Abdeckung  Hohe GIS-Kompatibilität Art des Raumbezugs abhängig von der Information und Quelle Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 16. 16 Extraktion der Geodaten, Raumbezug Geodaten mit direktem Raumbezug  Über Koordinaten definierte Geoobjekte (Punkte, Linien, Flächen)  Tabelle mit Koordinatenpaaren, Geolayer, georeferenzierte Karte  Bezugssystem beachten (Format) Quelle: PERILS Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 17. 17 Extraktion der Geodaten, Raumbezug Herstellung des direkten Raumbezugs bei strukturierten Daten  Strukturierte Angaben • In tabellarischer Form • Geokodierung - Nutzung von Kartendiensten zur Geokodierung (Geocoder) - Kommerzielle Anbieter, freie Dienste, eigene Programmierung (API) • Layerabgleich (Datenimport) Prinzip der Geokodierung Layerabgleich Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 18. 18 Quelle: IHS Quelle: Control Risks Extraktion der Geodaten, Raumbezug Herstellung des direkten Raumbezugs bei semantischen Informationen  Semantische Informationen • Beschreibungen, Lageberichte, News (Newsdienste) • Überführung der textlichen Beschreibung in eine formale Darstellung • Textanalyse/Datenextraktion Geobasisdaten (geografische Angaben) – Georeferenzierung Geofachdaten (thematische Angaben) – thematische Darstellung • Problem: Berichte als „Endprodukt“ Quelle: Security Affairs  Fragestellungen • Strukturierung der Inhalte (geografischen und thematische Informationen) • sprachliche Lokalisierung hinreichend konkret (räumliche Schärfe und Abstraktion, Maßstabsbereich bzw. räumliche Skalierung) • Abdeckung der geografischen Angaben durch vorhandene Referenzlayer Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 19. 19 Extraktion der Geodaten, Raumbezug Herstellung des direkten Raumbezugs bei semantischen Informationen  Manuelle Aufbereitung: • Identifizierung der räumlichen Angaben und relevanten Layer im GIS (Regionen, Orte, Straßen, etc.  Geobasisdaten) • Selektion der Layerdaten, oder • Digitalisierung über Referenzlayer, Bilden von Puffern • Anreicherung mit Fachdaten zur thematischen Darstellung Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 20. 20 Quelle: CDC Herstellung des direkten Raumbezugs bei thematischen Karten  Thematische Karten • Darstellung unterschiedlichster Themen mit geografischen Bezügen • Allgemeingeographische Themen (Naturgefahren und –katastrophen) • Anthropogeographische Themen (Technische Katastrophen, Krisen, Kriminalität) • Thematische Darstellung im Vordergrund, geringer Anteil topographischer Details • Bei indirektem Raumbezug  Georeferenzierung • Problem: Thematische Karten als „Endprodukt“ Extraktion der Geodaten, Raumbezug Quelle: Stratfor Quelle: IHS Quelle: USGS  Fragestellungen • Topographische Bezüge (Merkmale für den Abgleich mit eigenen Referenzlayern) • Formale Informationen: Koordinatennetz, Projektion, Maßstab, Nordausrichtung Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 21. 21 Extraktion der Geodaten, Raumbezug Herstellung des direkten Raumbezugs bei thematischen Karten  Georeferenzierung • Zuweisen von Koordinatenwerten über Koordinatennetz/Blatteckkoordinaten • Zuweisen von Passpunkten über Referenzlayer (Regel)  Hauptproblem bei Referenzlayer: Angabe der Kartenprojektion  Bei fehlender Angabe oder Information: Orientierung an Lage der Region Polregion: Azimutalprojektion Mittlere Breiten: Kegelprojektion Äquatorregion: Zylinderprojektion  Manueller optischer Abgleich (Längentreue, Flächentreue, Winkeltreue beachten), Verzerrungsgefahr (Proportionen, Inhalte), aber: Fehleranfällig Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 22. 22 Extraktion der Geodaten, Raumbezug Herstellung des direkten Raumbezugs bei thematischen Karten  Georeferenzierung über Referenzlayer • Auswahl des passenden Layers (Projektion) • Zuweisen von Passpunkten • Einpassen in das Zielkoordinatensystem Quelle: IHS Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 23. 23 Extraktion der Geodaten, Raumbezug Herstellung des direkten Raumbezugs bei thematischen Karten  Exakt referenzierte und eingepasste Karte kann in der Folge mit weiteren eigenen Layern kombiniert und mit zusätzlichen Informationen angereichert werden Ergebnis der Georeferenzierung Anreicherung mit weiteren topogr. Layern Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 24. 24 Qualitätsfragen Elemente der Geodatenqualität  Qualität bemisst sich an den Anforderungen  Adäquate Qualität Voraussetzung für effektiven Einsatz  Wichtiger Aspekt bei heterogenen Daten aus verschiedenen Quellen  Prüfung individuell an aktueller Anforderung  Grundlegende Kriterien gem. DIN EN ISO 19113: • Genauigkeit  Lagegenauigkeit, Linienverläufe • Vollständigkeit  Abdeckung des Raums • Aktualität  zeitliche Gültigkeit/Stand • Konsistenz  logische Gültigkeit (Datenformat, Wertebereich, Topologie, Geometrie)  Drei Bereiche im Fokus: Geokodierung, Geodatenlayer, Themenkarten Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 25. 25 Qualitätsfragen Drei Aspekte der Geokodierung von Adressdaten  Interne Qualitätskontrolle bei unternehmensbezogenen Daten (bspw. Standorte) hinsichtlich Vollständigkeit und Aktualität  Genauigkeit der Geokodierung (Mindestlevel abhängig von Anforderung)  Beschreibung der Adressen zur Übergabe an Geokoder (Format) Beispiel überarbeiteteAdressbeschreibung Beispiel falschpositive Geokodierung • Korrektur der Adressangaben • Manuelle Nachbearbeitung Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 26. 26 Qualitätsfragen Adressdaten – Prüfung der Lagegenauigkeit Quelle: Jason Davies/Natural Earth Bounding Boxes Geometrische Abfrage • Ausführung automatisiert über Excel-/ Accesstool • Vorteil: SchnellerAbgleich eines globalen Datenbestandes, außerhalb GIS • Nachteil: Fehlerquote wenn außerhalb der Ländergrenze aber innerhalb der Boundig Box • Ausführung innerhalb eines GIS • Ergebnismenge kann gesammelt neu geokodiert werden • Vorteil: Exakte Festelllung der länderbezogenen Fehler • Nachteil: Manuell nur jeweils für ein Land durchführbar, alternativ Batchprogrammierung Beispiel Standortverschneidung für Mexiko Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 27. 27 Qualitätsfragen Geodatenlayer  Prüfung anhand Metadaten (Angaben zu Inhalt, Abdeckung, Aktualität, Maßstabsbereich)  Abgleich mit jeweiligen Anforderungen  Drei Qualitätsaspekte: Topologiefehler, Maßstabsgenauigkeit, Kombinationsgenauigkeit  Topologiefehler (Knoten, Linienanschlüsse/-verbindungen, Polygonfehler) Quelle: UNIGIS, geändert Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 28. 28 Qualitätsfragen Geodatenlayer  Maßstabsgenauigkeit GfK World Layerset Natural Earth Data Layerset 1:10m Darstellung im Maßstab 1:30m Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 29. 29 Qualitätsfragen Geodatenlayer  Maßstabsgenauigkeit Darstellung im Maßstab 1:3m GfK World Layerset Natural Earth Data Layerset 1:10m Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 30. 30 Qualitätsfragen Geodatenlayer  Kombinationsgenauigkeit (Linienverläufe) GfK World Layerset Natural Earth Data Layerset Region Ostukraine, Bing Maps & Layerset Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 31. 31 Qualitätsfragen Thematische Karten  Fehlende/abweichende Projektion  Maßstabsgerechte Darstellung der Kartenelemente (Generalisierung)  Einsatzgrenzen: Maßstabsbereich & geometrische Analyse (Verschneidung) Quelle: ZEIT online Original Georeferenziert Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 32. 32 Integration der Geodaten Integration im GIS und Unternehmensbezug  Anwendung des Layerprinzips, Integration der unterschiedlichen Geodaten  Kombination mit Unternehmensdaten  Visualisierung  Analyse Beispiel Ebola-Epidemie Themenkarte des CDC Quelle: CDC Georeferenziert Erweitet mit topogr. Daten Eigene Betriebsstäten zur Impactanalyse Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 33. 33 Integration der Geodaten Integration im GIS und Unternehmensbezug  Anwendung des Layerprinzips, Integration der unterschiedlichen Geodaten  Kombination mit Unternehmensdaten  Visualisierung  Analyse Beispiel Ukraine-Krise Lagebericht mit Karte Eigene Betriebsstäten zur Impactanalyse Lagevisualisierung Erweitert mit admin. und topogr. Daten WMS Einbindung im GIS Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 34. 34 Handlungsempfehlungen Prozessuale Abläufe  Definition des Gesamtablaufs, orientiert am dreistufigen LI-Prozess und einzelner Anwendungsfälle  Einbindung in Unternehmensprozesse (Risikomanagement)  Darstellung der Zuständigkeiten und Kommunikationsbeziehungen Wesentliches Kriterium  Effiziente und ökonomische Durchführung  Zeitlicher Aspekt (Reaktionszeiten!) Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 35. 35 Handlungsempfehlungen Im Vorfeld bzw. unabhängig von konkreten Analysen  Eigene Stammdatenpflege (Vollständigkeit, Aktualität, Geokodierung)  Prüfung und Aktualisierung externer Stammdaten (Aktualität) Während der Durchführung  Definiton von Zweck und Zielgruppe, Erwartungen und Anforderungen  Prüfung der Informationen auf Eignung bereits bei Erhebung  Awareness  Konzentration auf ausgewählte Anbieter von relevanten und qualitativ guten Informationen  GIS-Eignung  Beachten der Qualitätskriterien der eingesetzten Layer  Abstimmung der Karteninhalte mit dem geplanten Bericht (passt die Karte zum Text?)  Prozessorientiertes Vorgehen Nach Abschluss  Nachbetrachtung „Lessons learned“  Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016
  • 36. 36 Zusammenfassung und Fazit Zusammenfassung  Globale Präsenz beinhaltet komplexe Risikolandschaft  heterogene Risiko- und Informationsstruktur ? ? ? ? ? ? Q L o c a t i o n I n t e l l i g e n c e Fazit  Zentrale Herausforderung: Von heterogenen Informationen zu homogenen Daten mit einheitlichem Raumbezug  Anwendung des LI-Konzeptes (Geo-Awareness)  Strukturiertes und prozessorientiertes Vorgehen  Qualitätsmaßnahmen und -prüfungen  Begleitende Maßnahmen Jochen Ickinger: Integrierte Geo-Risiko- und Lageanalysen mit Location Intelligence 2016