Miss bookfair intro

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Miss bookfair intro

  1. 1. Miss und Mister Book Fair 2010<br />Guten Tag, meine Name ist Holger Reichard. Aber diesen Namen müssen Sie sich nicht merken. Besser ist es, Sie merken sich den Namen Karl Kraus, sofern Sie ihn noch nicht kennen. Dieser österreichische Schriftsteller hat nämlich mal gesagt: »Es gibt Frauen, die nicht schön sind, sondern nur so aussehen.« Natürlich trifft dieser Spruch auf Frauen und Männer gleichermaßen zu. Man wird diese Frauen und Männer, so meine Vermutung, wohl am häufigsten auf Schönheitswettbewerben antreffen können. <br />Als ich vor zwei Jahren zum Thema »Schönheit« recherchieren musste, war ich überrascht, für was es alles einen Schönheitswettbewerb gibt. Da haben wir zum Beispiel die Wahl zur »Miss Plastic Surgery«, die Wahl zur Miss Schönheitsoperation, ein Wettbewerb, bei dem nur Damen mitmachen dürfen, die ihrem Aussehen künstlich auf die Sprünge geholfen haben. Gelesen hatte ich dies in einem Stern-Artikel von Monique Berends, geschrieben im März 2007. Monique Berends berichtet in ihrem Artikel von einer Gewinnerin namens Feng Qian und mutmaßt, dass die Chinesin ihr Preisgeld von ca. 6.000 Dollar zwecks Titelverteidigung wohl gleich in eine neue Schönheits-OP investiert hat.<br />Vorgestellt werden in dem Stern-Artikel von Frau Berends noch weitere außergewöhnliche Schönheitswettbewerbe. Unter anderem die Wahl zur »Miss International Queen« für Transvestiten (mit großem Finale in Thailand), die Wahl zum »Mr. HIV Positive Living« in Botswanas Hauptstadt Gaborone und die Wahl zur »Miss Fettkloß« in Pisa. Siegerin wurde hier übrigens Silvana Sergara mit satten 159 Kilogramm.<br />Des weiteren gibt es nahe Genf die Wahl zur »Miss Altersheim« (Siegerin hier die über 70-jährige Leontine Vallade, die die Jury mit ihrem zauberhaften Lächeln überzeugte) und die Wahl zur »Miss Frühling«, an der man allerdings nur teilnehmen darf, wenn man wegen Drogendelikten oder anderen Straftaten im Frauenknast von Lima sitzt.<br />Wer es weniger sexistisch mag, kann in Italien an einem Schönheitswettbewerb für Nonnen teilnehmen. Wie auf www.jesus.de zu lesen war, belegt dieser Contest eindrucksvoll, »dass es nicht nur die Plastik-Schönheit im Fernsehen gibt, sondern auch ein keusches Ideal, das aus Herz und Seele kommt.« Was es bei diesem Wettbewerb zu gewinnen gibt, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen, ich vermute aber eine Reise nach Rom mit Audienz beim Papst.<br />Warum erzähle ich Ihnen das alles? Ganz einfach. Vor ein paar Wochen bin ich über Facebook auf eine völlig neue Misswahl gestoßen, genauer gesagt: auf die Wahlen zu Miss und Mister Book Fair 2010. Ich finde, durch diesen Wettbewerb bekommt der Slogan der von Leander Wattig ins Leben gerufenen Initiative »Ich mach was mit Büchern« eine ganz neue Bedeutung. Vermutlich hat deshalb auch der Twitterdienst der Frankfurter Buchmesse sofort auf die Wahlen zu Miss und Mister Book Fair aufmerksam gemacht.<br />Mein lieber Kollege, der Cartoonist Karsten Weyershausen, der hier auch irgendwo anwesend ist, und ich spielten kurzzeitig mit dem Gedanken, uns zur Wahl zu stellen. Denn wir sind beide große Buchmessenfans und hätten mit den zahlreichen Buchmessen-Rückblicken in unserem Blog auch einiges in den Ring werfen können.<br />Am Ende zogen wir es jedoch vor, lediglich über die Wahlen zu Miss und Mister Book Fair zu bloggen. Denn wir sind zwar schön, sehen aber nicht so aus. Außerdem halten wir es eher mit Eudard Mörike, der einmal gesagt hat: »Was aber schön ist, selig scheint es in ihm selbst.« <br />Mit diesen Äußerungen hatten wir uns für die Wahl zum Mister Book Fair 2010 disqualifiziert. Im Organisationsteam der Miss und Mister Book Fair Event- und Marketing k. e. V. (k.e.V. steht für »kein ernst zu nehmender Verein«) und auch in der ausschließlich mit Herren besetzten Jury, die über die Wahl der Miss Book Fair 2010 entscheidet, waren wir bzw. meine Wenigkeit jedoch höchst willkommen.<br />So wurde mir schließlich auch die große Ehre zuteil, diese Veranstaltung heute hier zu eröffnen, und in dieser Rolle fühle ich mich wohler als in der Rolle eines Kandidaten. Denn als Autor eines Buches über Selbstliebe, also erwiesenermaßen als Experte auf diesem Gebiet, habe ich ein Gespür dafür bekommen, wann es besser ist, einer äußerst belesenen Konkurrenz, die nicht nur – wie ich – schön ist, sondern auch noch schön aussieht und ganz schön was kann, den Vorzug zu geben. Und diese wunderbaren Menschen aus der großen weiten Welt der Bücher, angeführt von einer Miss Book Fair 2010 und einem Mister Book Fair 2010, gilt es nun vorzustellen.<br />

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