Schreiben und Redigieren
Zusammengestellt von Mirija Weber, September 2015
Ziel = Verständlichkeit
• Verständlich schreiben heisst:
– Leserfreundlich schreiben
– Logisch schreiben
– Präzis schreibe...
Das leserfreundliche Wort (1/2)
• Namen, Fachbegriffe und Abkürzungen einführen
• Lieber eine Wortwiederholung als ein unk...
Das leserfreundliche Wort (2/2)
• Keine Augenblickskomposita
– «Arbeitsunfähigkeitsmeldung» vs. «Meldung der
Arbeitsunfähi...
Der leserfreundliche Satz (1/3)
• Verständliche Wortstellung: Subjekt, Verb, Objekt
• Satzklammern aufheben: bedeutungstra...
Der leserfreundliche Satz (2/3)
• Nominalgruppen und Klemmkonstruktionen
sprengen
– «Ende Juli läuft die Frist für die Ste...
Der leserfreundliche Satz (3/3)
• Achtung Passiv! Schwerfällig, unklar und
unpersönlich
– «An einem runden Tisch wurde der...
Der leserfreundliche Text
• Lieber einfach und solide als hochtrabend und
unverständlich
Der logische Satz
• Konjunktionen
– Was will mein Satz sagen?
– Welches ist die richtige Konjunktion dafür?
– Brauche ich ...
Der logische Text
• Zeiten richtig und stringent einsetzen
– Präsens: Gegenwart
– Perfekt: Vor-Gegenwart
– Präteritum: Ver...
Das präzise Wort
• Weg mit Modalverben und Modalpartikeln
– «Das Unternehmen konnte seinen Umsatz um 20 Prozent
steigern.»...
Der präzise Satz
• Redundanzen aufheben («kranke Patienten»,
«potenzielle Möglichkeiten», «erlauben Sie mir,
dass ich darf...
Der präzise Text
• Das Wichtige steht vor dem Unwichtigen – im Satz,
im Absatz und im Text
• Hauptsächliches gehört in Hau...
Attraktive Wörter, Sätze, Texte
• Attraktive Wörter
– Keine unkontrollierten Wortwiederholungen
– Keine Wiederholung einze...
Attraktivität = vital
• Leserfreundliche, logische und präzise Texte sind
verständlich und damit attraktiv
• Nur attraktiv...
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Wie schreibe ich «gut»? Ein Leitfaden

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Wie schreibe ich gut – und verständlich? Indem ich leserfreundlich, logisch, präzis und attraktiv schreibe – und zwar auf Wort-, Satz- und Textebene.

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Wie schreibe ich «gut»? Ein Leitfaden

  1. 1. Schreiben und Redigieren Zusammengestellt von Mirija Weber, September 2015
  2. 2. Ziel = Verständlichkeit • Verständlich schreiben heisst: – Leserfreundlich schreiben – Logisch schreiben – Präzis schreiben – Attraktiv schreiben • Und zwar auf Wort-, Satz- und Textebene
  3. 3. Das leserfreundliche Wort (1/2) • Namen, Fachbegriffe und Abkürzungen einführen • Lieber eine Wortwiederholung als ein unklares oder abgelutschtes Synonym («die Limmatstadt», «Rundordner», «der gelbe Riese») • Fremdwörter: Ja – wenn sie prägnanter sind als die deutschen Entsprechungen bzw. wenn es keine deutschen Entsprechungen gibt
  4. 4. Das leserfreundliche Wort (2/2) • Keine Augenblickskomposita – «Arbeitsunfähigkeitsmeldung» vs. «Meldung der Arbeitsunfähigkeit», «Inangriffnahme» vs. «Beginn», «Über-die-Stränge-Schlagen» vs. «Übermut» • Abstrakt geht auch konkret – Verbal statt nominal: «leisten» statt «eine Leistung erbringen» – Einzelbegriffe statt Sammelbegriffe: «die Lehrer» statt «die Lehrerschaft»
  5. 5. Der leserfreundliche Satz (1/3) • Verständliche Wortstellung: Subjekt, Verb, Objekt • Satzklammern aufheben: bedeutungstragendes Verb und Verbzusätze nach vorne rücken – «An dem Event werden verschiedene Organisationen, darunter der Arbeitgeberverband, Pro Infirmis, der Gewerkschaftsbund, die IV-Stellen-Konferenz und der Gewerbeverband teilnehmen.» vs. «An dem Event werden verschiedene Organisationen teilnehmen, darunter…» – «An dem Event nahmen verschiedene Organisationen, darunter der Arbeitgeberverband, Pro Infirmis und Pro Handicap, teil.» vs. «An dem Event nahmen verschiedene Organisationen teil, darunter…»
  6. 6. Der leserfreundliche Satz (2/3) • Nominalgruppen und Klemmkonstruktionen sprengen – «Ende Juli läuft die Frist für die Stellungnahmen betroffener Kreise zur Revision des Gesetzes über den Weiterbildungsbereich ab.» vs. «Bis Ende Juli können betroffene Kreise ihre Stellungnahmen zur Revision des Weiterbildungsgesetzes einreichen.» – «Die in der vergangenen Herbstsession von beiden Räten nach eingehender Debatte angenommene Vorlage hat einen Haken.» vs. «Die Vorlage hat einen Haken. Dennoch wurde sie in der letzten Herbstsession von beiden Räten angenommen. Allerdings erst nach eingehender Debatte.»
  7. 7. Der leserfreundliche Satz (3/3) • Achtung Passiv! Schwerfällig, unklar und unpersönlich – «An einem runden Tisch wurde der Handlungsbedarf bei der Integration von Beeinträchtigten aufgezeigt.» vs. «Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen zeigten gemeinsam den Handlungsbedarf bei der Integration von Beeinträchtigten auf.»
  8. 8. Der leserfreundliche Text • Lieber einfach und solide als hochtrabend und unverständlich
  9. 9. Der logische Satz • Konjunktionen – Was will mein Satz sagen? – Welches ist die richtige Konjunktion dafür? – Brauche ich überhaupt eine Konjunktion? • Pronomen – Lieber eine Wortwiederholung als ein missverständliches Pronomen
  10. 10. Der logische Text • Zeiten richtig und stringent einsetzen – Präsens: Gegenwart – Perfekt: Vor-Gegenwart – Präteritum: Vergangenheit – Plusquamperfekt: Vorvergangenheit – Futur I: Zukunft – Futur II: abgeschlossene Zukunft – Faustregel: Präsens mit Präsens und Perfekt kombinieren, Präteritum mit Präteritum und Plusquamperfekt • Lückenlose Information – Gedankensprünge vermeiden
  11. 11. Das präzise Wort • Weg mit Modalverben und Modalpartikeln – «Das Unternehmen konnte seinen Umsatz um 20 Prozent steigern.» vs. «Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz um 20 Prozent.» – «Wohl», «eigentlich», «eben», «beinahe», «(nicht) unbedingt», «geradezu», «sicherlich» usw. • Weg mit Allerweltswörtern – «Aspekt», «Bereich», «Lösung» usw. • Sparsam mit Superlativen • Treffende und platzsparende Wörter
  12. 12. Der präzise Satz • Redundanzen aufheben («kranke Patienten», «potenzielle Möglichkeiten», «erlauben Sie mir, dass ich darf», «ist es möglich, dass ich vorbeikommen kann?») • Adjektive streichen – ausser sie sorgen für einen Bedeutungsunterschied («das blaue und nicht das rote Kleid») • Überschaubare Sätze – Faustregel: maximal ein Nebensatz, maximal 25 Wörter pro Satz
  13. 13. Der präzise Text • Das Wichtige steht vor dem Unwichtigen – im Satz, im Absatz und im Text • Hauptsächliches gehört in Hauptsätze • Keine Redundanzen – ausser sie sind für das Textverständnis zentral • Keine überflüssigen Einschübe oder Nachsätze
  14. 14. Attraktive Wörter, Sätze, Texte • Attraktive Wörter – Keine unkontrollierten Wortwiederholungen – Keine Wiederholung einzelner Wortelemente («-keit», «-heit», «-bar») oder Silben («Das Zitat macht in der Tat deutlich, dass solche Untaten inzwischen akzeptiert sind.») • Attraktive Sätze – Wortstellungen und Satzlängen variieren – aber nicht auf Kosten von Leserfreundlichkeit und Präzision • Attraktive Texte – Bekanntes neu verpacken – Widersprüche erzeugen – Fragen stellen – Provozieren – Lebenswelt der Leser ansprechen
  15. 15. Attraktivität = vital • Leserfreundliche, logische und präzise Texte sind verständlich und damit attraktiv • Nur attraktive Texte sind wirkungsvoll

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