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IRIS-Vortrag - Rechtsfragen im Zusammenhang mit digitalen Online-Spielen

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Am 24.2.2018 konnte ich im Rahmen der IRIS 2018 in Salzburg vortragen. Anbei finden Sie die Folien, die sich mit urheberrechtlichen und datenschutzrechtlichen Aspekten von Online-Spielen beschäftigen.

Veröffentlicht in: Recht
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IRIS-Vortrag - Rechtsfragen im Zusammenhang mit digitalen Online-Spielen

  1. 1. Rechtsfragen im Zusammenhang mit digitalen Online- Spielen RA Mag. Michael Lanzinger
  2. 2. Magister Who? RA Magister Michael Lanzinger office@kanzlei-lanzinger.at www.rechtsanwalt-lanzinger.at Seit 2011 externer Lektor im Bereich Zivil- & Internetrecht Seit 2016 selbständiger Rechtsanwalt in Wels (OÖ) mit Schwerpunkt im IT-Recht und Cybercrime sowie Mitglied der Law Busters Seit 2017 Senior Berater bei O.P.P.-Beratungsgruppe (Datenschutz)
  3. 3. Darf ich vorstellen? Es gilt (grundsätzlich): ‚Online wie Offline‘
  4. 4. Problemstellung Games früher • Erwerb von Datenträger • Allenfalls Internet-Verbindung für den Download von Updates oder Add-Ons • De facto keine Verbindung zu sozialen Netzwerken • Gespielt wurde offline oder über LAN • Spiele auf mobilen Devices nur vereinzelt (zB Snakes) und kein Online-Zugang benötigt • Erste Entwicklungen zB durch BattleNET von Blizzard
  5. 5. Problemstellung Games heute • Games werden primär digital erworben, zB via Steam • Benötigen in der Regel eine Verbindung zum Web = Spielen nur noch wenn online, va MMORPGs wie World of Warcraft • Login/Authentifizierung notwendig und auch via soziale Netzwerke bzw Google etc. möglich • Inhalte können ausgelesen und geteilt werden • Starke Verflechtung von Games und Communities
  6. 6. Rechtsfolgen Grundsätzlich • Verlagerung von Games von dem ‚heimischen Stand- PC‘ hin ins Web bzw auf mobile Endgeräte • Urheberrecht: Weg von physischen Datenträger hin zu Applikationen, dh weg vom Eigentum und hin zur Lizenz • Datenschutzrecht: Daten der SpielerInnen sind für Hersteller/Betreiber der Games besser verfügbar
  7. 7. Rechtsfolgen Rechtsfragen • Urheberrecht? • Datenschutzrecht? Am Beispiel von: • Freeblade (App-Game) • Star Trek Online • World of Warcraft
  8. 8. Rechtsfolgen Urheberrecht • Freeblade: – User Generated Content gehört Pixel Games für immer und darf für jeden Zweck verwendet werden, Verantwortung bleibt beim User, keine Gegenleistung durch Pixel Games • Star Trek Online: – Modifikationen usw gehören Perfect World Europe und der User tritt sämtliche (Urheber- & Patent-) Rechte ab. Keine Vergütung und Perfect World darf diese ohne Gegenleistung nutzen – Rechte an Nutzerinhalten liegen bei Perfect World, keine Vergütung, Verantwortung bei User, Anspruchsverzicht
  9. 9. Rechtsfolgen Urheberrecht • World of Warcraft: – Mehrere anwendbare Regelwerke, zB WoW- Nutzungsbedingungen und Urheberrechtsinformation – Urheberrechtsinformation = Überblick über Rechteinhaber seitens Blizzard – Blizzard gehört der Content, User dürfen keine Mods verwenden, Items dürften nicht ‚für echtes Geld‘ verkauft werden – Nutzung für eSport (va StarCraft) nur mit Genehmigung – User Generated Content gehört Blizzard, auch kommerzielle Verwendung und kein Entgelt, Verantwortung beim User
  10. 10. Rechtsfolgen Datenschutzrecht • Freeblade: – eMail-Adresse, Geräte-ID, IP-Adresse, Standort-Daten werden ‚unter Anderem‘ verarbeitet – Datenübermittlung an Dritte bzw an soziale Netzwerke – Zustimmung zu Werbung durch AGB ohne tatsächliche Opt-out- Möglichkeit (Opt-out zwar vorgesehen, führt jedoch nicht dazu, dass User keine Werbung mehr erhält)
  11. 11. Rechtsfolgen Datenschutzrecht • Star Trek Online: – Perfect World arbeitet mit Privacy Shield Agreement – Unterliegt jedoch der US-Aufsicht und gibt uU Daten an die US- Behörden weiter bzw Datenübertragung in USA – Erfasst werden Nutzerkennungen, Geräte-ID, Standortdaten – Datenverarbeitung in Bedingungen weit gefasst, dh auch Job- Bewerbung und Vertragserfüllung erfasst – Nutzung auch für Werbung, die nach der Ansicht von Perfect World für den User ‚interessant sein könnte‘ – Überwachung jeglicher In-Game-Kommunikation
  12. 12. Rechtsfolgen Datenschutzrecht • World of Warcraft: – Umfassender als mancher Wikipedia-Artikel ... – Personenbezogene Daten primär zur Vertragserfüllung – Standortdaten, Computer-ID, Nutzungsdaten zum Zweck der Datensicherheit – Daten nur an Blizzard bzw dessen Tochterunternehmen, Weitergabe an Dritte nur mit User-Zustimmung – Hinweis auf Recht zur Änderung bzw Beschwerde direkt bei Blizzard
  13. 13. Rechtsfolgen Zu den Nutzungsbedingungen • Alle drei Games stimmen bei Urheberrecht und Datenschutz stark überein • World of Warcraft verfügt über das umfassenste Regelwerk, unterteilt in diverse einzelne Nutzungsbestimmungen und als einzige Plattform eSport berücksichtigt • Star Trek Online und Freeblade unterteilen klar in Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung • Freeblade geht nicht zusätzlich auf Patentrecht ein
  14. 14. Rechtsfolgen Fazit I • Alle drei Games sichern sich maximale Rechte an dem User-Content, teilweise sogar in Richtung Patentrecht und damit über das Urheberrecht hinaus – Auch kommerziell nutzbar – Content weltweit nutzbar • Verantwortung für Content bleibt jedoch beim User • Bei Datenschutz lediglich Blizzard (halbwegs) gut aufgestellt, sonst Widerspruch zur (kommenden) DSGVO
  15. 15. Rechtsfolgen Fazit II • Urheberrecht-Novellierung seitens der EU geplant, hier Auswirkungen fraglich • Freie Werknutzung dennoch unberührt • Alle drei Games müssen hinsichtlich DSGVO nachbessern, va bei Informationen zu Betroffenenrechten und Zustimmungen nicht mehr in den AGB • Bei Cookies dann (zusätzlich) ePrivacyVO zu beachten
  16. 16. In diesem Sinne ... Vielen Dank! The Emperor protects! Live long an prosper! For the Horde! office@kanzlei-lanzinger.at www.rechtsanwalt-lanzinger.at Folien online: www.lehre-lanzinger.at

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