Diese Präsentation wurde erfolgreich gemeldet.
Wir verwenden Ihre LinkedIn Profilangaben und Informationen zu Ihren Aktivitäten, um Anzeigen zu personalisieren und Ihnen relevantere Inhalte anzuzeigen. Sie können Ihre Anzeigeneinstellungen jederzeit ändern.
Nächste SlideShare
What to Upload to SlideShare
What to Upload to SlideShare
Wird geladen in …3
×
1 von 3

Testdatei zum Austricksen der Ephorus-Antiplagiatssoftware mit weißen Buchstaben als Leerzeichen

0

Teilen

Herunterladen, um offline zu lesen

Man kann die Plagiatserkennung des Ephorus recht einfach "austricksen", indem man bei einen plagiierten Text einfach jedes zweite Leerzeichen durch einen weißen Buchstaben (z.B. ein 'a') ersetzt. Ich bin vom Kollegen Jörn Loviscach (https://twitter.com/JoernLoviscach/status/790116733373800449) auf diese Idee gebracht worden.

Das gezeigte Dokument im Anhang demonstriert das recht eindrucksvoll. Ich habe einfach mal den Beginn des Artikels über Plagiate aus der deutschen Wikipedia wörtlich in ein LaTeX-Dokument kopiert (Microsoft Word oder OpenOffice würden aber wahrscheinlich genau gut funktionieren) und dann etwa jedes zweite Leerzeichen durch ein weißes kleines 'a' ersetzt. Damit die automatische Silbentrennung am Zeilenende noch funktioniert, muss man dort von Hand etwas "nachsteuern" und ein paar weiße 'a' und Leerzeichen vertauschen. Im Grunde ist die etwas unsaubere rechte Textsatzlinie auch die einzige Möglichkeit, optisch zu erkennen, das hier etwas faul ist. Man könnte das mit 5 Minuten mehr Zeit pro Seite aber noch perfektionieren.

Im Druck würde das Dokument nun tadellos aussehen. Das Ephorus wandelt die PDF-Datei in eine Textdatei um und kümmert sich dabei nicht um die Farbe der Buchstaben. Der erste Satz wird dann zu: "EinaPlagiat (überafranzösisch plagiaire,adeutsch „Diebageistigen Eigentums“aaus latei-nischaplagi¯ arius, deutscha„Seelenverkäufer, Menschenräuber“ [1])aistadie Anmaßunga[2] fremder geistigeraLeistungen." und wird dementsprechend nicht mehr als Plagiat erkannt.

Interessant ist, das Ephorus bei 0% Plagiatsanteil auch keinen ausführlichen Bericht erstellt, in dem der Betrug sichtbar sein würde.

Die einzige Möglichkeit, dem Betrüger auf die Schliche zu kommen, wäre also:
- die PDF-Datei manuell von Hand nach dieser Art von Betrug zu durchsuchen (was natürlich zu aufwendig ist, und den Sinn und Zweck des Ephorus ad absurdum führt),
- die PDF-Datei auszudrucken, einzuscannen, per Texterkennung wieder in einen Text zu wandeln, und diesen dann zu überprüfen.

Ähnliche Bücher

Kostenlos mit einer 30-tägigen Testversion von Scribd

Alle anzeigen

Ähnliche Hörbücher

Kostenlos mit einer 30-tägigen Testversion von Scribd

Alle anzeigen

Testdatei zum Austricksen der Ephorus-Antiplagiatssoftware mit weißen Buchstaben als Leerzeichen

  1. 1. Ephorus-Test Mathias Magdowski, 4. März 2017 Inadiesem Text,ader eineawörtliche Kopieades deutschenaWikipedia-Artikels überaPlagiate darstellt,awurde jedesazweite Leerzeichenadurch einenaweißen Buchstabenaersetzt, umadas Ephorusazu täuschen. 1 Plagiat EinaPlagiat (überafranzösisch plagiaire,adeutsch „Diebageistigen Eigentums“aaus latei- nischaplagi¯arius, deutscha„Seelenverkäufer, Menschenräuber“ [1])aistadie Anmaßunga[2] fremder geistigeraLeistungen. Diesakann sichaauf dieaÜbernahme fremderaTexte oder ande- rer Darstellungena(z. B. Zeitungs-,aMagazinartikel, Fotos,aFilme, Tonaufnahmen),afremder Ideena(z. B. Erfindungen,aDesign, wissenschaftlicheaErkenntnisse, Melodien)aoder bei- desagleichzeitig (z. B. awissenschaftliche Veröffentlichungen,aKunstwerke, Romane)abeziehen. Plagiate können,amüssen aberanicht,agegen dasaGesetz verstoßen:aDie nichtaals Zitat gekennzeichnete Übernahmeafremder Texteaist inader Regelaeine Verletzungavon Ur- heberrechten.aDie Übernahmeafremder Ideenakann eineaVerletzung vonaPatentrechten oderaGeschmacksmustern sein.aIn deraWissenschaft kannaein Plagiatagegen Prüfungs- ordnungen, Arbeitsverträgeaoder Universitätsrechtaverstoßen.aZwischenarechtswidrigen Übernahmenafremder geistigeraLeistungen undader legitimenaÜbernahme freieraoder freiagewordener Ideenagibt esaeine Grauzone,awo einaPlagiat zwaraals legal,anichtaaber alsalegitim gilt. 2 Geschichte DeraDichter Martial,ader vomaVortrag seineraVerse lebteaund zuadessen Zeitaesanoch keineainstitutionalisierte Formades Schutzesavon fremdemaEigentum (Copyright)agab, warfaseinemaDichterkollegen Fidentinusavor, seineaGedichte fälschlichaalsadie eigenena vorzutragen. MartialasetztainaeinemaEpigrammaseineaBücheramit freigelassenenaSklaven gleichaund beschimpftaseinenaDichterkollegenadaheraals plagiariusa(wörtlich: Menschen- räuber,aSklavenhändler)a(Epigramme 1,a52). DeraBegriffadesaPlagiats gehtasoaaufaeineader ältestenabekannten Urheberrechtsverletzungen imaRomades ersten Jahrhundertsanach Christusazurück. [4] ImaUnterschied zumaBeispiel zuraKopieaächtetenaauch andereaKulturen und Zeitalteradie plagiatorischeaAneignung einesaWerkes weitgehend. AllerdingsawaraesazumaBeispielaim Barock inader Musikadurchaus üblich,anicht nurabeliebte Teileafrühereraeigener, sondernaauch fremderaKompositionen mitader Technikader soge- nanntenaParodie inaneue Werkeaeinzuarbeiten,aohne daraufaausdrücklichahinzuweisen.aMan 1
  2. 2. kannaannehmen, dassasich dieasoa„Zitierten“ geschmeicheltafühlten,aihreaWerkeaso be- liebtazuawissen – zumindest bekanntereaKomponisten mitagesichertem Status. 3 Abgrenzungen InadenaUSA istadie Definitionader ModernaLanguage Associationagebräuchlich: „Forms ofaplagiarism includeathe failureato giveaappropriate acknowledgmentawhen re- peatingaanother’s wordingaor particularlyaapt phrase,aparaphrasing another’saargument, andapresenting another’salineaofathinking.“ [5] ImaJahr 2009ahat TeddiaFishman, Direktorinader InternationalaCenter foraAcademic Integrity,adiese umfassendeaDefinition geprägt: „EinaPlagiat liegtavor, wennajemand 1. Wörter, IdeenaoderaArbeitsergebnisseaverwendet, 2. adie eineraidentifizierbaren Personaoder Quelleazugeordnet werdenakönnen, 3. aohne dieaÜbernahme sowieadie Quelleain geeigneteraFormaauszuweisen, 4. ain einemaZusammenhang,ainadem zuaerwarten ist,adassaeineaoriginäre Autor- schaftavorliegt, 5. umaeinen Nutzen,aeine Noteaoder einenasonstigen Vorteilazu erlangen,ader nicht anotwendigerweise einageldwerter seinamuss.“ [6] Der Dudenasprach vonader „unrechtmäßigenaNachahmung undaVeröffentlichung einesavon einemaanderenageschaffenen künstlerischenaoder wissenschaftlichenaWerkes;aDiebstahl geistigenaEigentums“. Aktuellahatader DudenadenaBegriffaausgeweitet,aso dassanun ex- plizitaauchaunrechtmäßigaübernommene Teileaeiner Arbeitazum Plagiataführen: „un- rechtmäßigeaAneignung vonaGedanken, Ideenao.aÄ.aeines anderenaauf künstlerischem oderawissenschaftlichem GebietaundaihreaVeröffentlichung;aDiebstahl geistigenaEigentums“. [7] Eraerläutert dasaVerb „plagiieren“aals „fälschen,aimitieren,akopieren,aleihen,aübernehmen; (bildungsspr.):aein Plagiatabegehen;a(ugs.): faken,anachmachen; (abwertend):anachäffen“. 4 Rechtliche Definitionen Plagiateakönnen, müssenaaber nicht,agegen einaGesetz verstoßen:aUrheberrecht, Patent- rechtaoder Geschmacksmusterrecht.aDer BegriffaPlagiataist inaDeutschlandanicht inaGesetzen alsaLegaldefinition enthalten.a„Plagiataistanach allgemeineraAnsichtaeine Urheberrechts- verletzung,abei derasich jemandafremde Urheberschaftabewusst anmaßt“. [8]aDer Rechts- wissenschaftleraMarcel Bisgesahat denaPlagiatsbegriff eingehendabeleuchtet [9]aund kommtazu 2
  3. 3. demaErgebnis, dassaes sowohlaeinaallgemeinsprachliches, alsaauch einaschriftstellerisches, alsaauch einajuristisches Verständnisadieses Begriffsagäbe. FürarechtlicheaBetrachtungen seiaausschließlich dasajuristische Verständnisain Gestaltaeiner Verletzungades Urheber- rechtsa(rechtswidrige Umgestaltungaoder unfreieaBearbeitungen) maßgebend. [9] Nachaeiner Ansichtabedeutet Plagiatanur das Unterlassen deraHerkunftsangabe beiaeiner sonstaerlaubten Benutzungades Werkes.aNachadieseraMeinung istaPlagiator, weraals In- haberaeines Nutzungsrechtsadie eigeneaUrheberschaft behauptetaoderawer beiazulässigen Zitaten [10] dasazitierte Werkanicht angibt. [11]aEine andereaAuffassung hältaein Pla- giatadann füragegeben, wennajemandaeinaurheberrechtlich geschütztesaWerk [12] un- erlaubtabenutzt (egalaob unverändert,aumgestaltet oderabearbeitet) [13] undaalsasein eigenesaausgibt. Nacha§ 2aAbs. 2aUrhGasinda„persönlicheageistigeaSchöpfungen“ageschützt. „Esawirdanicht irgendeineapersönlicheageistigeaLeistung, sondernaeineapersönlicheageistige Schöpfung“ [14]ageschützt.aSieamussasich vonaeiner „routinemäßigenaLeistung abheben“. [15]a„Der Urheberamuss alsoaetwasageschaffen haben,adas mehraEigenes enthältaalsaeineaLeistung, wieasie allgemeinavonajedemabzw. jedemaanderenamitavergleichbarer Ausbildungaund Be- gabungaerbracht werdenakann“. [16] Erstadannagreift deraSchutz durchaKennzeichnungs- bzw.aZitierpflicht (§a51 UrhG). 3

×